Die heutige Nummer umfafet 18 Seiten. Kampf bis aufs IHeifer! Während die bulgarifcfien Siegeserivartung-en immer zuversichtlicher werden, während die Griechen und Serben anscheinend gleichfalls nach der Ehre streben, am Einzug in Konstantinopel teilzunehmen, rasst sich die türkische Regierung zu den äußersten Anstrengungen auf, um die Eroberung der Hauptstadt zu verhindern. Freiwilligenkorps werden gebildet; alle Einwohner sollen bei der Verteidigung mithelfen. £b es wahr ist, daß Mahmud Schefket Pascha an ft eile des eben erst ernannten cngland-sreund- lichcn Kiamil Pascha zum Kriegsminister ausersehen ist, kann nicht nachlontrolliert werden. Tie Einwohner von Konstantinopel werden durch Aufrufe in den Zeitungen, durch Mahnungen der Regierung und der Geistlichkeit auf das Beweglichste aufgefordert, den Kampf bis auf 5 Messer durchzuführen. Religiöse Andachtstnnden sollen für die Truppen vorgesehen sein, und der Sultan der anscheinend doch in der Hauptstadt bleibt, ja, sogar versprochen haben soll, den letzten Blutstropfen für die Verteidigung Konstantinopels einznsetzen, will zum vierten Male beim Mantel des. Propheten beten. Das sind ernste und erschütternde Einblicke in die Sorgen eines durch eine großartige Geschichte ausgezeichneten großen Volkes, und in diesen Stunden zeigt es sich, daß« die Türken allen europäischen Firnis abstreifen und zu den Bräuchen der Vorfahren zurücllehren wollen. Es wird ein heißer Kampf um Konstantinopel werden, dessen Ausgang aber im Buche des Propheten wahrscheinlich schon als der letzte Kampf dor Türken auf europäischem Boden verzeichnet steht. Denn es fehlt in Konstantinopel an allem. Tausende unglückliche Flüchtlinge aus Mazedonien, hilflose Menschen, die im Freien lainpiercit, erhöhen die Not und den Jammer der Einwohner, und bald werden Hunger und Krankheit wie in Aorianopel, allem Heldenmut ein Ziel setzen. Saloniki, der stolze Sitz und Hort der Jungtürken, ist, wie heute aus Athen gemeldet wird, in die Hände der Griechen gefallen, und König Georg hat zur Stunde vielleicht schon seinen Einzug dort gehalten. Wir erhielten folgende Meldungen: Konstantinopel, 8. Nov. Die Blätter bringen von der Regierung inspirierte Artikel, in denen die Bevölkerung Konstantinopels ans gefordert wird, Freiwillige zu stellen, und in jeder Beziehung an der Verteidigung t e i t z u n e h m e w, denn d i e R e g i e r u n g sei entschlossen, bis a n f s M e s s e r W i d e r st a n d z n l e i st e n. Der Patriarch schloß die griechischen Schulen Konstantinopels. Der Kommandant der Ostarmee, Abdutah Pascha, der gestern hier eintraf, wurde von feinem Kommando enthoben. — Das Panzerschiff „Messudic" ist aus dem Goldenen Horn ausgelaufen. Wie verlautet, soll sich die türkische Flotte längs der Küste des Marmara- und des Sckstparzen Meeres aufstellen, um die türkischen Truppen in der Verteidigung der Tschatatdschalinie zu unterstützen. In langen Zügen treffen die muselmanischen ’ßaribleutc aus den von den Bulgaren bedrohten Gebieten ein. S t a m- b ul ist voll von einer langen Reihe von Kar - re n, auf denen Frauen, Kinder, Dien st boten und Tiere in bejammernswertem Zu st an de kauern. Was an Hausrat mitgeführt werden konnte, das hat man bei sich. Die meisten von ihnen befinden sich auf dem Wege nach Asien. Zahlreiche freiwillige Kurden, Lasen und Ts ch er kess en sind nach T s cp a t a l d s cha abgegangen, dessen Befestigung weiter verstärkt wird. Tic „Neue Freie Presse" meldet aus K o n st a n t i n o p e l: Von bcsluntcrrichteter Seite verlautet: Der Beschluß des Minister- rats, den Krieg bis zum äußersten sortzusetzen, wird mit aller Energie durchgeführt werden. Mahmud Schefket Pascha, den der Sultan als seinen ersten A d j u l a n t c ii zur Inspektion der Ostarmee entsendet, wird nach seiner stiudkehr zum G r o ß w e s i r , der soeben aus dem Demen heimgckehrtc Generalstabschef I z z e d Pascha zum Generalissimus ernannt werden. Besonderes Gewicht roirb auf die Hebung der Moral der Truppen durch religiöse Anda ch t s st u n d c n gelegt werden, zu welchem Zweck einige hundert die Schleusen seiner Beredsamkeit fließen: er fang „von allem Süßen, was Menschenbrust durchbebt, er fang von allem Hohen, was Menschenherz erbebt". Als Präsident hat er aber viele seiner Versprechungen nicht «gehalten. So eifrig er nach Popularität strebte, so vvr- iichtig fügte er sich dem Druck und der Macht der großen dicke Herr- ist nun einmal fein Genie, und der Beistand bet vermögenden Herren von den Trusts, die ihn natürlich gerne weiter im Weißen Hause gesehen hätten, vermochten manches, aber nicht alles. Der Amerikaner hat eine gewisse Vorliebe für das Bizarre, und er duldet es auch in der Politik, um bann aber zu erkennen, daß es, ach, ein Schauspiel nur sei. Es haben, auch schon wirkliche, tiefe Charaltere im Weißen Tarife geweilt, und dessen erinnert man sich heute. Woodrow Wilson soll die Renaissance herbeiführen. Er ist gegen die UeberspannunP der Hochschutzzölle, die den Auswuchs der Trusts, die finanziell? Unmoral .gefördert haben, er will den kleineren Mann gegen die Großen schützen. Freilich, ein Mann nach dem .Herzen der deutschen Sozialdemokratie ist auch er nicht, beim er betet die (Sattheit der Masse nicht an und hat Aeußerungen getan, die sogar aristokratisch Hingen: „Ich glaube nicht an die Herrschaft der Masse. Ich glaube an Aristokratie, die Herrschaft der wenigen." Er soll sogar, wie der „Vorwärts" einer ameri- anischen Presseäußerung erlauscht bat, gesagt haben: , Ich bin Gegner einer höheren Bildung für d.xs gemeine Volk. Irgend jemand muß die schmutzige Arbeit tun. Warum ollen die Kinder der Arbeiterllasse nicht dazu erzogen werden, die Arbeit zu tun, die ihre Eltern jetzt tun?" Natürlich sind das aus dem Zusammenhang gegrijs ne Sätze. Wilson ist offenbar nicht für die Gleichmacherei und hält es für unmöglich, alle Kinder für die Gel ehrten- laufbahn Heranzuziel.en. Uno das ist ganz vernünftig von ihm. Hoffentlich gelingt es ihm, sein Programm zu verwirklichen und vor allem die Macht der Trust-Könige zu brechen! Die von ihm beabsichtigte Ermäßigung der über- bannten Einfuhrzölle würde vor allem Deutschland zugute kommen. (Verabc bic b ntsche Industrie hatte bisher über die amerikanischen Zollchikancn immer und immer wieder zu klagen. Unser bisheriger Reichstagspräsident, Geheimrat Kämpf, der auf Grund der Untersuchungen des Prüfungsausschusses sein Mandat für den ersten Berliner W^hl r.is niedergelegt hatte, ist am Dienstag im ersten Wach gang wiedergewählt wordeir. Das Ergebnis hac vielfach über rascht, da Kämpf 231 Stimmen mehr als im Januar d. Js. erhalten und die Stimmenzahl des sozialdemotrati- fdjen Redakteurs Düwell um >68 abg nvmmen l)at. Ta der „Vorwärts" im vorangegangenen Wahlkampf ziemlich ausfällige Tone gegenüber der fortschrittlichen Vollspartei angeschlagen hat, um sie bann bei der Besprechung des Endergebnisses zu wahren Hasses- und Verachtungsausbrüchen zu steigern, liegt eigentlich keine rechte Veranlassung vor, den Rückgang der sozialdemotratischen Stimmenzahl einer Dämpsungsparole der Parteileitung znzn- schreiben, wie es in den Blättern der Rechten vielfach geschieht. Die Erfahrungen und Zifsern der letzten J.apcc lassen vielmehr die Deutung zu, daß auch diesmal die in diesem Bezirk stark fluktuierende Bevölkerung das Stimmen- zichlverhältnis verschoben hat. Sozialdemokratische Mitläufer mögen in öer Umsturzbegeisterung des Sturmjahres 1911/12 ein Haar gefunden haben. Vielleicht kann man auch von einer Dämpfung des Wahlinteresfes dieser Kreise sprechen, woraus der „ZehngeboteMofmann", der die sozialdemokratische Agitation bei diesem Wahlgang leitete, wahrscheinlich wenig Einsluß geübt hat. Wir begrüßen selbstverständlich das Wahlergebnis im nationalen Interesse auf das Freudigste. Und wenn es sich demnächst darum handeln wird, "die Neuwahl des ersten Reichstagspräsidenten wieder zu vL>llzi>'l>en, so stimmen wir der „Köln. Ztg." zu, die in einer Auseinandersetzung mit einem Blatte der Rechten es ausgesprochen hat, daß zum mindesten keine Gründe ge g en die Wiederwahl Kampfs bei feinen früheren Wählern sich anführen ließen. Uno das genügt in der Tat. Der im allgemeinen ruhige und sachliche Verlaus der lebten Reick)stagsverhandluugen hat die pesfimistischen Gemüter beruh gt. Entgleisungen der Radikalsten dürfen nicht zu ernst genommen werden, und bei nicht zu stürmischer See ist Herr Kämpf ein vertrauenswürdiger Steuermann. ■ halten. So sichtig fügte _ . Truste und sein letztes Ziel blieb, von sich reden zu machen unb bas Szepter zu führen so lange er könnte. Er hielt es für förderlich, ein paar Jahre bic Präsibialgefchäfte >em Herrn Taft, seinem früheren Kriegsminister, zu übertragen, nnd er hoffte wohl, auf bi es en bie Sünden seines eigenen Regimes häufen zu können, denn bic Trusts wucherten immer fort unb streckten Uyte Polypenarme immer weiter auS. Roosevelt machte mittlerweile auf andere Weise von sich reden. Er feierte sich selbst als Tropenabenteurer und ließ sich von Europa die -Schleppe tragen. Das war alles ganz gut berechnet, aber er wurde allmählich durchschaut, und in Englaird lachte man zuerst über seine Trophäen. Das amerikanische Volc kam zur Besinnung, und «Us er immer neue Bluffs erfand, verfing das nicht mehr recht. 77 Elektoralstimmen: daS ist der spärliche Erfolg all seiner großen Bemühungen. Daß Taft, sein (^schöpf, nur 12 Stimmen erhielt, kann nicht Wunder nehmen. Der politische Wochenschau. Gtcßkn, 9. November. Der amerikanische Wahlkrieg hat ein überraschendes Ende genommen. Der Demokrat Wilson erhielt nicht weniger als 442 Elektoralstimmen, wie es heißt, bic größte Stimmenzahl, bie überhaupt ein Prüsibent ber Verein g- ten Staaten auf sich vereinigte Man braucht, wo man auch immer stehe, sich keinen Weltanschauung.-simpeln hin- frugeben, um sich mit seinen Symp achten zu biesem Demokraten zu gesellen. Alle loben ihn als einen persönlich vornehmen, unkäuflichen Charakter, einen Gelehrten, der seine politischen Ideale mit reinlichen Mitteln zu verwirklichen trachten werde. Es hat uns um bie Volksseele ber Vereinigten Staaten immer etwas leib getan, wenn es triefe, baß Roosevelt ihr LicbliNg sei. T c große Begabung dieses Mannes auf mancherlei ^Gebieten soll nicht verkannt werben. Er ist gewiß auch eine interessante Erscheinung, denn er weiß den Schießprügel zu schwingen und in ber Wildnis als Jäger seinen Mann zu stehen; baiteben versteht er sich auf bic Haltung eines Philosophen unb gefällt sich in ber Rolle eines pathetischen Moralisten. Wenn inan ihn aber fragte, was er politisch wolle, so liefe er Nr. 265 . Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 9. November 1912 Der siebener MqtffCt /mW -o.it v monatlich?» viertel» M Eichener Anzeiger 112 W» » „„linkten teil Sb.qufi General-Anzeiger für Gberheffen MM Znnahme von Anjtigen Rotafionsönid und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch und Steinörudcrd R. Lange. Redaktion, Expedition und Druderet: zchulftratze 7. L.ckw- E.veg. 'ur den hl DormIllaq's"""llhr vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofftrofee löa. Anzeigenteil b Beck vom Kampf Hebbels gegen Laube. ' Niemand ist wohl von Hcbbel so gehaßt worden wie Heinrich Laube: der Thealerdirektor, der zugleich des Dichters Stücke ablehnte und der Vorgesetzte seiner Frau war, hat ihm das Leben auf das Bitterste vergällt. Einen tragischen Kampf führte, der große Poet nm daS Schicksal seiner Werke an der ersten deutichen Bühne, an der Bühne seiner zweiten Heimat, am Burgtheater, und so maßlos und heftig er auch oft in diesem Ringen erscheint, so diirchleuchtet es doch die eingeborene Grütze und Leidenschaft seines Charakters. Eine vollständige Einsicht m diese traurigste Episode aus Hebbels Reisezeit ist erst jetzt möglich, .da Äetrich Kralik und Fritz Lemmermayer m ihren bei schuster int) Loesfler herausgegebenen „Neuen Hebbel-Dvkumenteu" Hebbels Briefe und Laubes Antworten in ihrer Gesamtheit zum erstenmal zugänglich machen. . Die beiden Männer, deren ganze Anlage io grundverichreden war, sind sich von Anfang an gegenseitig antipathisch geweicn: Laube, der nüchterne, resolute Theatermann, hat das in 1 einen Erinnerungen freimütig ausgesprockum, obwohl er sich muhte, dennoch die Größe des Nibelungendichters nicht zu verkennen. In Hebbels heiligem Ernst fand er etwas Gemachtes, in icineni Dichten keine klare, leicht verständliche Anschauung: die tiefsinnige Prob! em st eil ung der Dramen schien ihm kraß und „garstig". Hebbel aber, der die Schwächen des Dichters Laube ichars und richtig beurteilte, hat seine Tüchtigkeit unbefangen anerkannt, bis er mit ihm in Wien in nähere Berührung kam und sich nun von ihm gehemmt, ja vergewaltigt- fühlte. Hebbel war ein guter Hasser, und so wird denn der Direkwr seiner Frau, der mächtige Leiter des Burgtheaters, von ihm im Tagebuch geradezu zu tem bösen Dämon seines Lebens gestempelt: in den Jahres- Uebersichteii hält er mit ihm furchtbare Abrechnung, ^cr L>atz steigert sich von bissigen Epigrammen bis zu Ausruien, wie: „Gibts denn noch frröten, spinnen in der Welt, Ich dächte doch, der Stoff wär' aufgebraucht. Seit dieser Mensch geboren ward!" Der Dichter ist gegen den Thealerdirektor sicherlich ungerecht gewesen. Laube war von vielen Aeußerlichketten abhängig: die freie Strömung von 1848, die Hebbels Werken einen uner- Htarteten Eingang in die Pforten der Burg _ venchastt ^tte, war einer starren Reaktion gewickum: die Ltucke des Richters widersprachen dem Geschmack des Oberstkämmerers, der die mgent- l.che Entscheidung über die Annahme der -tränten hatte._ Noch mehr als die Ablehnung seiner Werke erzürnte .’oebbel die schlechte Behandlung seiner Frau, bie der bespott,che Laube öfters in kleinen Rollen beschäftigte. Als der Direktor Christine, die für erste Heldinnen engagiert war, wieder einmal eine geringfügige Aufgabe zudiktiert hatte, schreibt ihm Hebbel im Herbst 1850 einen entrüsteten Brief, der in die Worte ausklingt: „Es steht vielleicht in Ihrer Macht, meine Frau dadurch, daß Sie sie nicht beschäftigen, moralisch zu töten: steht aber nicht in Ihrer Macht, sie willkürlich zu degradieren, so lange sie sichrer Jugend, der Kraft und der Gunst des Publikums zu erfreuen hat." Laube hatte unterdessen Hebbels „Genoveva" zur Ausführung vorbereitet, aber schließlich war das Werk doch abgelehnt worden. Hebbel dachte damals dran, sich direkt mit einem Gesuch an den Kaiser zu wenden, dessen Entwurf wir nunmehr kennen lernen. Aber er gab diesen Plan dann auf, weil er hoffte, mit „Michelangelo" und „Agnes Dernauer" mehr Glück zu haben. „DaS Schicksal der modernen Antigone," mit solchen Worten bietet er Laube die „Agnes Bemauer" an, „ist vom Dichter so gefaßt, daß der Staat, der sie opfert, unbedingt Recht erhält, und daß "dieses Recht nach allen Seiten mit einer Konsequenz, die nichts zu wünschen übrig läßt, veranschaulicht wird . . . Was aber den ästhetischen Gehalt betrifft, so wage ich nichts bei dem Ausspruch, daß er den aller meiner übrigen Arbeiten aufwiegt, und fälle diesen Ausspruch nicht allein. Ist es Ihnen nun, wie ich gern glaube, darum zu tun, zwischen der realen Bühne und einem Mittepräsentanten der dramatischen Literatur, den Freund und Feind nicht zu den letzten rechnen, eine Vermittlung zustande zu bringen, so steht Ihnen die Agnes Bernauer zu Diensten. Nur mutz ick diesem Fall, da die Saison zu Ende geht, und ich diesen Winter nicht wieder verlieren will, wie den vorigen, um rascheste Erledigung bitten." Doch Laude findet viele Stellen anstößig und unbramatifdi, fürchtet sich vor den großen Ausstattungen bei dem Ritterstück: so und ähnlich lauten seine Antworten bei „Ghges und sein Ring", bei den Nibelungen: sie versprechen keinen Theatererfolg! Schließlich bringt er die Genoveva, die nach Naupackis Vorbild in „Magellona" umgeiauft wird, doch zur Ausführung, aber immer wieder mahnt er zur Aenderung „religiöser oder zu grell sinnlicher" Stellen: „Streichen! Streichen! Es sind noch viel zu viel theatergefährliche lange Reden." Den stärksten Angriff hat Hebbel gegen Laube in feinem von ihm im Tagebuch bereits erwähnten „Memorial" erhoben: es ist ein Schreiben von sieben Folioseiten, in dem der Dichter für seine Frau zu den schwersten Waffen greift und Laube sogar mit einer öffentlichen Bloßstellung bedrohr. Tie Antwort des Direktors war kurz und ablehnend; Hebbel nennt fie „jung- deutsch-Patzigs. Aber so schroff und unversöhnt sollte das Verhältnis der Beiden doch nicht ausklingen, Laube hat später die Nibelungen aufgeführt und Hebbel erkannte feinen guten Willen an. Die beiden Gegner wurden milder miteinander, und als sie sich zum letzten Mal begegneten, Hebbel schon vom Tode gezeichnet, da sahen sie sich ohne Groll in die Augen . . . — Roald Amundsen traf am Freitag in Strafeburg ein, um einen Vortrag über die Erreichung des Südpols zu halten. Arn Nachmittag besuchte der Forscher den Professor Her gesell, um mit demselben über die Erforschung der Atmosphäre durch Ballon- und Trachen-Ausstiege während der im nächsten Jahr beginnenden Südpolarexpeoitiou zu beraten. Es wurde ein gleidyeilig.» Zusammenarbeiten mit der internationalen Kommission für wissenschaftliche Luftschisiahrt in die Wege geleitet. Zu diesem Zwecke wurde für die'nächsten Jahre eine Reihe von internationalen Aufstiegstagen zuvor festgelegt, nach welchen Amundsen während seiner Trist burd> das Polarbecken mit allen Hilfsmitteln der Aerologie arbeiten wird. Zugleich ist ein Zusammenarbeiten mit der auf Spitzbergen befindlichen deutschen wissenschaftlichen Station verabredet worden. An dem nachher zu Ehren des Forschers bei Professor Her gesell statt- findenden Essen nahm auch Prinz Joachim, der jüngste Sohn des Kaisers, teil. — Reinhardts VenetianischeNacht genehmigt. Aus London wird gemeldet: Lord Chamberlain erlaubte Professor Reinhardt die Aufführung des Stückes „Eine vene- t i a n i s ck; e N a ch t" nach Vornahme der geforderten Aenderungen. Das Stück wird am nädjften Montag im! Palasttheater auf geführt. ff. Eine Naphtalinlokomotive soll demnächst auf der sibirischen Bahn verwendet werden. Es handelt sich um eine Maschine von 70 Pferdekräften, die die französischen Werkstätten Creuzot gebaut haben. Wahrscheinlich ist dies der erste Versuch, mit einem Abfallstosfe wie Naphtalin eine Motor-Eisen- bahli zu betreiben. Auf anderen Gebieten, z. B. bei Automobilen, hat man mit diesem Stoffe schon Versuche gernacht. — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Tas Deutsche Opernhaus zu Charlottenburg ist gestern abend vor einem geladenen Publikum mit einer Aufführung des „Fidelio" von Beethoven eröffnet worden. — In Basel ist der ordentliche Professor für alttestamentliche Exegese und allgemeine Religionsgeschichte in der theologischen Fakultät der bortiqen Universität Dr. theol. et phil. Konrad v. Orelli ün Aller von 68 Jahren gestorben Imams zur Armee entsandt werden. Offiziere und Unteroffiziere erhalten den Befehl, die Mannschaften durch tägliche Ansprachen über die Bedeutung des Entscheidungs- kam p f es für die Türker und den Islam aufzuklären. Ter Sultan selbst wird heute zum vierten Male seit Beginn des Krieges beim Mantel des Propheten beten. Tas „Bert. Tagebl." meldet aus Konstantinopel: Gerüchtweise verlautet, daß der deutsch-freundliche MahmudSchefketPaschaanstelledesengland- freundtichcn Kiamil Pascha das Großwes i rat übernehmen werde, um die nationale Verteidigung durchzufüyren und wieder Anschluß an Deutschland zu suchen. Jedoch ist seine Ernennung wieder zweifelhaft geworden. Tie gesamte Presse fordert die Regierung aus, im Wider st and zu beharren, um die militärische Ehre der Türkei zu retten, und den Einzug der Bulgaren in Konstantinopel zu verhindern. Ter „Tannin" glaubt, daß es selbst hinter der Tschataldschalinie möglich fein würde, eine dritteVerteidigungslinie zu bilden, nämlich die Linie San Stefano—Tschekmedje—Riathane. Tie ganze Einwohnerschaft K o n st a n t i n o p e l s solle helfen, die Verteidigungswerke aufzuführen, die mit Kanonen armiert würden. Ein nationales Be r t ei d i g u n g s ko r ps müßte organisiert werden. Ter AraberführerIzureschid richtete an den G r o ß w e s i r einen Brief, in dem es heißt, daß die Araber bereit seien, der Türkei 500 000 Mann z u Pferde oder zu Kamelen zur Verfügung zu stellen. „I e n i G a z e t t a" schreibt : Ter Sitz des Kalifats der islamitischen Welt ist in Gefahr. Ter Sultan und das gesamte kaiserliche Daus haben geschworen, ihr Leben zu opfern. Europa kann alle Verträge zerreißen. Der Großwesir, die Minister, die Armee und die Nation haben geschworen, ihren letzten Blutstropfen zu vergießen. Weiterhin fordert das Blatt die -Ottomanen auf, die Gefahr eines bulgarischen Einzuges in Konstantinopel unter einer Wiederaufrichtung des Kreuzes in der Sophienkiräfe zu beschwören. , Die Blätter fordern alle außer Dienst befindlichen Offiziere aus, den aktiven Dienst wieder aufzunehmen und alle Einwohner, sich als Freiwillige einschreiben zu lassen, selbst als Krankenpfleger oder bei einem anderen Hilfsdienst. Der Scheik-ul-Islam richtet einen Aufruf an die Geistlichkeit, sie möge das Beispiel der Priester der Gegner nachahmen, die mit dem Kreuze in der Hand den Truppen voranschritten und so Begeisterung in ihre Reihen trügen. Die Einzugsplänc der Verbündeten. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" meldet: Wie in gut unterrichteten diplomatischen Kreisen verlautet, besteht bei den B a l k a n st a a t e n die Absicht, daß jedenfalls die provisorische Besetzung Konstantinopels durch Truppen der drei großen Balkanstaaten stattfinden soll. An dem Einmarsch der Bulgaren nach dem Fall von Tschataldscha sollen auch Abteilungen der serbischen und griechischen Armee teilnehmen. Die griechischen Truppen seien im Begriff, im Golf von Karas zu landen und sich von dort mit der bulgarischen Armee zu vereinigen. Es sei beabsichtigt, in Gegenwart der militärischen Vertreter Bulgariens, Griechenlands und Serbiens einen feierlichen Gottesdienst in der Sofie n k i r ch e abzuhalten. Das Reutersche Bureau läßt sich melden, Bulgarien beabsichtige nicht, nach dem Krieg in Konstantinopel zu bleiben. Ankunft des deutschen Kreuzers Bineta. Konstantinopel, 8. Nov. Der deutsche Kreuzer „V i n e t a" ist an gekommen. Gerüchte über Christenmorde. Der Berliner „Lokalanz." meldet aus Wien: Nach einer Meldung aus Bukarest wurden in Konstantza Gerüchte (die doch wohl unz-utreffend sind. Die Red.) über blutige Christenmassakre in Konstantinopel verbreitet. Das S ad- viertel Galata soll in Flammen stehen und große Kurdenabteilungen sollen die Stadt mordend durchziehen. Die türkischen Behörden verweigern jede Auskunft. Tat ächlich luerbcn seit gestern die sonst nach Konstantinopel aus Deutschland über Konstantza übergeleiteten Geldsendungen in Konstantza zurückgehalten. Zwei rumänische Dampfer sind zur Abholung der Landesangehörigen nach Konstantinopel abgefahren. Verträge und Hl inungsaustanfi) der valkanstaate». Der „Tcmps" meldet aus Sofia, daß gegemvärtig zwischen den B a l k a n st a a t e n ein eifriger Meinungsaustausch stattfindct, um die durch ihre militärischen Erfolge gerechtfertigten gemeinsamen Ansprüche festzusctzen. Die Grundlagen dieser Verständigung bilden die von Bulgarien mit Serbien, Griechenland und Montenegro abgeschlossenen Verträge. So sei in dem zwischen Bulgarien und Serbien im März 1912 unterzeiclnncken Vertrag die kü n f t i g e bulgarisch- serbische Grenze durch eine von Vranja über den Ochridasee nach der Adria gehende Linie festgesetzt worden. Zur Regelung etwaiger Streitigkeiten verpfliclsten sich die Parteien, erforderlichenfalls den Schiedsspruch des Kaisers von Rußland anzurufen. In dem im Juli d. Js. abgeschlossenen griechisch-bulgarischen Ab- kv m m c n ließ Griechenlano Saloniki außerhalb der von ihm beanspruchten Zone. In dem montenegrinischbulgarischen Abkomme,n sei Montenegro, wie in der angeblich zwischen Montenegro und Oesterreich-Ungarn im Jahre 1910 abgeschlossenen Konvention, ein Teil des Sandschaks zugesichcrt worden. Diese territorialen Ver- e i n b a r u n g e n seien durch M i l i t-ä r k v n v e n t i o - it e n v e r vo l l st ä n d i g t und die aus diesen erwachsenden Verpflichtungen für 25 Jahre übernommen worden. Aus Rücksicht auf Rußland sei d i e Frage von Konstanti- nopel beiseite gelassen, jedoch beschlossen worden, nicht zuzugeben, daß diese Frage in den Händen gewisser Mächte ein s)JHttet bilde, um die Empfindlichkeit Rußlands wachzurufen. Oesterreich und Serbien. Die „Wiener Allgemeine Zeitung" meldet aus Ofenpest: Der österreichisch-ungarische Gesandte kehrte mit neuen Weisungen nach Belgrad zu rück. Er wird morgen dem Ministerpräsidenten Pasitsch mitteilen, daß die Monarchie von dem Bestreben geleitet sei, mit Serbien ein s o gutes Einvernehmen zu unterhalten, wie solches unter dem Grafen Andrassy dem Aeiteren bestanden habe. Die Monarchie sei geneigt, die serbische Politik A n d r a s s y s f o r t z u - setzen, wenn Serbien auch zu seinem damaligen Verhalten zurückkehre und eine diesbezügliche Garantie biete. Vie Einnahme von Saloniki. Athen, 8. ytoü. (Agence Havas.) Die Griechen trafen vor Saloniki ein. Der Kronprinz forderte die Stadt zur Uedergabe auf. Man glaubt, daß die Türken keinen Wiberstmid leisten werden, so daß die Griechen heute in Saloniki einziehen können. Eine spätere Meldung berichtet über den Fall der Stadt: Paris, 8. Nov. Tie „Agence Havas" meldet aus Athen von 6 Uhr 30 Min. abends: Die Griechen haben Saloniki mittags eingenommen. Athen, 9. Nov. Ter König begab sich im Sonderzug über Gido nach Saloniki. Die letzten Kämpfe vor Konstantinopel. Ter Kriegsberichterstatter der Wiener „R e i ch s p o ft'; meldet aus dem Hauptquartierder bulgarischen Armee vom 7. Nov. 10 Uhr vormittags über die Anlage und Durchführung des Angriffes der bulgarischen Hauptarmee auf der Linie Tschataldscha: Nach der dreitägigen Schlacht bei Luete-Burgas— Bunar-Hissor —Wisa und nach zweitägigen Kämpfen, die nach eintägiger Pause infolge neuer türkischer Vorstöße unter bulgarischer Gegenoffensive am dem westlichen Flügel bei Visa neu entbrannten, rückte die, den linken Flügel der bulgarischen Schlachtsront bildende dritte Armee in starken Kolonnen von Sarai-Sultaebajetich am Strandza vor, um so den südlich stehenden türkischen Straften den Rückzug hinter die Tschaltaldschalinie abzuschneiden. Gleichzeitig ging im Zentrum und dem rechten Flügel die erste Armee, die neuerlich Verstärkungen von den bet Adrianopel fr eigewordenen Truppen erhalten hat, in mehreren Kolonnen längs der Bahn und mit einer südlichen Umgehungskolonne über Tschajirum zum Angriff gegen die türkische Armee vor, die in einer Karlen befestigten Position bei Tscherkesköi zur Deckung des Rückzuges auf Tschataldscha stand. Die erbitterten Kämpfe dauerten den 3., 4. und 5. November. Die Türken kämpften unter dem Oberbefehl Nazim Paschas mit größerer Hartnäckigkeit, als man nach dem fluchtartigen Rückzüge der l e tz t e n ,S ch l a ch t erwartet hatte. Als die bulgarische Umgehungskolonne von Süden fühlbar wurde, unternahmen die Türken mit starken Kräften einen verzweifelten V o rst o ß von Eapakli- bunar gegen Usunhadschri, um das bulgarische Zentrum zu durchbrechen. Der Angriff brach vollständig nieder in dem Feuer der bulgarischen Infanterie und Artillerie. Gleichzeitig ging die dritte bulgarische Armee westlich von Strandza gegen das nördlich von Jeniköi befindliche rechte Zentrum zu einem entscheidenden Angriff vor und warf dieses auf Tscherkesköi zurück. Dies verwandelte die Niederlage des türkischen Angriffs auf Uzunhadscht in eine vollständige Katastrophe. Die unmittelbare Folge der Vernichtung des rechten türkischen Zentrums war der sofortige Rückzug der ganzen noch in starker Stellung befindlichen südlichen Schlachtfront der Türken. Der Rückzug, der vormittags am 5. November begann, führte im allgemeinen längs der Bahnlinie auf Kinekli, während der äußerste linke Flügel über (Tanta zurückging. Das kräftige Nachdrängen der bulgarischen ersten Armee und speziell das Vodringen der südlichen Umgehungskolonne verwandelte den anfangs geordneten Rückzug der Türken in eine regellose Flucht. Ter Versuch Nazim Paschas, die Verfolgung der Bulgaren an der Nächhutstellung bei Sejmen aufzuhalten, endete abends mit einem vollständigen Tebaele der letzten türkischen Reserven, die den bulgarischen 23ajonettang rifr nicht aushielten. Die türkischen Massen flöhen haltlos gegen Tschataldscha, von den bulgarischen Truppen nachdrücklich st verfolgt. Das zweite große Resultat des entfcheidenden Vorstoßes der dritten Armee auf Jeniköi war die vollständige Abtrennung.des rechten türkischen Flügels vom Gros der-türkischen Armee. Dieser Flügel wurde durch den Angriff der dritten Armee von den Höhen östlich von Strandza in das Waldgebiet des Derkessee geworfen und die Verbindung mit dem gleichfalls geschlagenen Zentrum durch das Vorgehen bulgarischer Kolonnen südlich des Strandzadereflusses unterbrochen. Unter energischer Fortsetzung der Verfolgung gruppierte sich die dritte Armee für den unmittelbaren Angriff aut den nördlichen Flü - gel in der Tschataldscha-Position im Raume Belgrad- Tschiftliköj, Tarfa und Kalfoköj-Akalan mit Angriffsdirektiven über Lazarsköj und Tschiflik-Hadziomer auf Delijunus und über zwei andere Orte auf den Positionen westlich von Bujanli und Jaoejren. Eine andere Kolonne wurde auf Derkoe angeseyt. Die erste Armee führte den Angriff aus dem Raume Kabaktschaköj- Avren mit einer starken Truppe südlich des Scheitan auf beiden Seiten von Tschataldscha gegen Akbunar. Eine südliche Kolonne geht über Ieiiidze-Hristijan, die äußerste Flügelkolonne in der Richtung auf Buejuk-Tschekmedze vor. Gestern sind bereits die V o r - truppen der dritten Armee unter beständigen Kämpfen bis in die Linie Tarfa-Kalfokjöj vorgedrungen. Heute früh warfen die Truppen der ersten Armee die türkischen Truppen von den Höhen von Tschataldscha herab. Der Kampf ist bereits aus der ganzenLinieentbrannt. Die Bulgaren gehen mit großem Elan vor. 1 Eine Depesche aus dem Hauptquartier von 2 Uhr nachmittags besagt: .Ich erfahre, daß die südlich des Derkos-Sves vorgehende Kolonne der dritten Armee die Positionen bei Deli- iunus, den rechten Flügel der türkischen Stellung genommen hat und daß auch die südlich vorgehenden Kolonnen der ersten Armee siegreich Vordringen. Der Berichterstatter der „Reichspost" meldet aus dem bulgarischen Hauptquartier vom 7. November, abends 10 Uhr: Die von der dritten Armee genommenen Stellungen des rechten türk schen Flügels b?i D e l i i u n u s bilden ausgezeichnete Stützpuntte für die W'Verführung des Angriffes. Auch auf den südlichen Linien drangen die bulgarischen Truppen bereits in die türkische Haupt- stellung von Tschataldscha ein. In Adrianopel richtet der Typhus unter der Besatzung große Verheerungen an. Mehrere tausend Mann sind schon typhus- kraiik. Tie Besatzung der Festung wird trotz vieler Verluste noch auf 40000 bis 50 000 ge schätzt. Einzelne Stellungen der Türken sind sehr stark. Hunger und Krankheit setzen der Besatzung mehr als der Feind zu. Das Kommando der bulgarischen Belagevungstzruppen beabsichtigt keine forcierte Eroberung der Festung, richtet viemehr das Augenmerk auf eine lückenlose Einschließung. Sofia, 9. Nov. Gestern trafen hier mehr als 1000 türkische Gefangene, hungernd und abgerissen ein. — Nach Erzählungen bulgarischer Verwundeter wurden in einem T-orf, dessen Bewohner von den Türken massakriert wurden, 10 13jährige Mädchen bestialisch mißhandelt und dann getötet. Rückzug der Montenegriner. Die Agence Havas meldet aus C e t i n j e : Wegen der U e b e r s ch w e m m u n g e n und der schwierigen Versorgung mit Lebensrnitteln zogen sich die Montenegriner, welche Bar Balusi jenseits von Bo- jana besetzt hatten, nach Sukiditsch zurück. Das Ergebnis der Berliner Besprechungen. Das Wolfsbureau verbreitet folgendes Eommuniqus: Der diesmalige Besuch des italienischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten Marchese di San Giuliano, der ja kein Unbekannter in Berlin ist, dessen persönliche und freundschaftliche Beziehungen zu den maßgebenden Berliner Persönlichkeiten allen Aussprachen den Charakter rück- haltloser, gegenseitiger Offenheit gaben, hat zu einer völligen Klärung über das gemeinschaftliche Verhalten Italiens und Deutschlands, namentlich angesichts der gegenwärtigen Lage im Orient, geführt. Die Besprechungen über die Lage, bei denen vor allem den tatsächlichen Ereignissen Rechnung getragen wurde und denen wiederholt auch der ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e B o t s ch a f» ter beiwohnte, habeu die volle Uebercinstim- inung zlvischen den verbündeten Regierungen ergeben, insonderheit dahin, daß sie nicht gewillt sind, sich in die Entwicklung der Tinge im Orient cinju misch en, solange sie nicht von den Mchstinteressierten darum ersucht ober ihre speziellen und dauernden Interessen durch irgendwelche Ereignisse berührt werden Tas einmütige Zusammengehen der Verbündeten erleichtert ihnen Die freundschaftliche Fühlungnahme auch mit den anderen Mächten, mit denen sie einzeln und zusammen in dauerndem Gedankenaustausch stehen. ; Aus Stadt und (and. Gießen, 9. November 1912. * * Tageskalender: Stadttheater: Sonntag nachmittag 3‘j Ubr : „Matthias Göttinger.* Abend? 7*.', Uhr: ,Tie Braut von Messina." i n e in a l o a r a v h: Täglich Vorstellung. B i o g r a v l^L i ch t s p i e l e : Täglich Vorstellung. B a k o s s K a m m e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung. ^Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung. Museum des oberhessischen Geschichtsvereins. Geösiuet Sonntag vorminags 11 — 1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Heöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Ubr unentgeltlich. GemäldeausstellungdesKunstvereinsim Turmhaus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag) von 11—1 Uhr, Sonntags von 11—8 Uhr, außerdem Mittwoch nachmittag von 3—5 Uhr. • • Der Winter naht. Die Nachrichten, die heute bei den Wetterdienststellen eingclausen siud, lassen darauf schließen, daß der Winter jetzt mit Macht seinen Einzug halten wird. Aus NebgeShain im Vogelsberg wird gemeldet, daß eine geschlossene Schneedecke von dort nach dem Gebirge hinaup liegt und von der Rhön werden 20 bis 25 cm Schneefall gemeldet. Der Brocken hat 12 om und Ostdeutschland im allgemeinen überall einen leichten Schneefall zu verzeichnen, der in Görlitz bis zu 30 cm ansteigt. Dazu wird auS dem binnenländischen Osten starker Frost (— 12—15 °) gemeldet, während Memel nur 3 Grad Kälte meldet. "> Mit der Fertigstellung der Befestigung der Fahrbahn der Ludwig st raße, die in einigen Tagen beendigt sein wird, haben die Straßenverbesserungen für dieses Jahr ihr Ende erreicht. Nachdem nunmehr die Hauptstraßenzüge und die sie verbindenden Querstraßen in der Hauptsache dauerhaft gepflastert oder asphaltiert sind, wird wohl für die Folge die weitere Verbesserung unseres Straßennetzes in einem langsameren Tempo betrieben werden. * * Obdachlos. Ein Wächter des Bewachungs-Instituts Neuz überraschte vergangene Nacht gegen 12 Uhr einen Fremden, der sich in einer Hofreite der Marburger Straße in einem Holzschuppen aufhielt. Der Mann wurde der Polizei überliefert. * * Viehmärkte in Gießen Für die hiesigen Biehmärkte ist nunmehr der Auftrieb hessischen Viehs allgemein freigegeben worden. Zum nächsten Markt am Dienstag, 12. November, ist Rindvieh aus den preußischen Kreisen Wetzlar, Biedenkopf, Dillenburg und Limburg, sowie der Schweineauftrieb aus den Kreisen Wetzlar und Biedenkopf zugelassen. ♦ * DerGießenerSchiklub (Schiklub Wintersport, Gießen) veranstaltet als Einleitung zu seinem Winterpro- gramm auf der Liebigshöhe ein Winterfest. Der große Saal rst reich geschmückt und ein lustiger Schneemann mit hulb« vollem Bicheln wird die Anwesenden begrüßen. Um das Schmelzen zu verhindern, sind entsprechende Maßnahmen getroffen worden. * * Stenographie. Zur Mitteilung über daS Wett- schreiben des Bezirks Gabcksbergerscher Stenographen sei nack- getragen, daß Fräul. M. Luch vom hiesigen Damen-Verein Gabelsberger bei 120 Silben einen zweiten Preis erhielt. Kreis Friedberg. Vom Bad-Nauheimer Amtsgericht. Aus Darmstadt, 8. Nov., wird uns geschrieben: Staatsminister Dr. Ewald besuchte vor einigen Tagen das Amtsgericht in Bad-Nauheim. Ta bei Umfang der Geschäfte größer geworden ist, hat sich die Notwendigkeit ergeben, mehr Raum zu schassen. Man hofft durch die Einrichtung von Zentralheizung, wodurch einige bisher unbenutzbare Räume benutzbar werden, diesem Raummangel wenigstens vorläufig abzuhelfen, weil sonst ein Anbau nötig wäre. Der Besuch des Staatsministers hatte den Zweck, mit der Stadt, der das Gebäude gehört, zu verhandeln darüber, ob sie bereit iväre, die Kosten der Einrichtung der Zentralheizung zu übernehmen. Das Ergebnis war, daß die Stadt die Kosteu tragen will. Starkenburg und Nhcinhessen. n. Offenbach, 8. Nov. Aus Veranlassung des hiesigen Vereins für Naturkunde sprach am Donnerstag abetrd im Vor- tragssaale des Isenburger Schlosses Geh. Bergrat Dr. Spott- l e r von der Geologisclten Landesanstalt in Darmstadt über „D e n Vogelsberg im Vergleich mit anderen Vulkane n". An der Hand zahlreicher Lichtbilder zeigte der Vortragende markante Aehnlichleiten des Vogelsbergs, der größten Basaltmasse Eurovas, mit den jetzt noch tätigen Vulkanen in Unteritaliai und Island, und besonders waren es Ausnahmen von Groß- Steinheim, Gedern, Michelnau, Lauterback Queckborn u^d vor allem aus der näheren Umgebung Gießens, die Den charakteristischen Aufbau des oberhesfiscken Gebirges drastisch vor Augen führten. Den Krater des ehemaligen Vulkans suchen wir heute vergeblich, dafür ist der Vogelsberg ein zu altes Gebirge. (m) O f f e n b a ch a. M., 8. Nov. In der heutigen nicktäffent- lichen Sitzung der Stadtverordneten wurde die Aufnahme einer neuen Anleihe von V/4 Million Mark bei der Hessischen Landesbyvothekenbank und außerdem die Abhebung der letzten Rate von 500 000 Mark der porhergegangenen 7 Millionenanleihe beschlossen. Die neue Anleihe ist erforderlich durch die zahlreichen Bauten wie Volksschulen, Stadtbad, Zkrarrkenhaus, Kanalisation und durch den umfangreichen Geländeerwerb, der namentlich im letzten Jahre von der Stadt gemacht wurde. Hessen-Nassau. ^.Wiesbaden, 8. 9too. Ein hier kürzlich verstorbener russischer Baron vermachte testamentarisch der Stadt Wiesbaden 4 Millionen Mark mit der Maßgabe, daß drei Viertel der Zinsen alljährlich den hiesigen Krankenhäusern überwiesen werden sollen und em Viertel zum Kapital zuqeschlagen wird. w. Fulda, 8. Nov. Ein Großfeuer aschette gestern abend 9 Uhr auf der Domäne Johannisberg die M ä hle und drei dazugehörige Scheuern ein. Die Fuldaer Wem und 7 £anbfcuenvebren roarvn bei den Lösckarbeiten tätig. 5» gelang ihnen, den Brand zu lokalisieren, so daß die unritegenbat Wohngebäude und Stallungen oerfd)oitt blieben. Vieh ist nm» umgekommen; der Materialschaden beziffert sich auf 100000 Ml. A’/ii. wenden Sie sich bitte an meine Firma. Diese Kosten betragen noch Grosse Auswahl in Petersburger Gummischuhen Gummischuhe L. Bernhardt g Schulstr. 10. Fernspr. 435. ans Haus. (228 1. bach. las 7/ib 2, 5 zu Auch alle anderen Sorten für Herren und Damen von Mk* LSO ah sind auf Lager. Und eine alter Für Metzger! Cifcrierc, solange Vorrat, Original-Amerikanische Kranz-Därme per Paket von zirka 30 Dieter au i.IS Mk. unt. Siachnahme. Emil Mayerhofen, Darmhandluna, *D*/lg Frankfurt am Main. Aus der Landrichter Dr. Müller'fchcn Stiftung zu Darmstadt sind durch bie unter- Erdölgewinnung auSslrömenden natürlichen Erdgasen, die an den kchöpffonden obgefaugt iverden, gespeist werden. — Ta« höchste Itiobugebäubc der Welt befinbet sich in New 2)ork am Broabway. Es bat 80 Stockwerke; die Turmspitze reicht 236 Meter über den Erdboden. - Tie Anlagekonen für die großen mesopotamischen Suomreaulierungs- und BeivässerungSbauteit sind auf 1S4.6 Mill, tt'iork veranschlagt. Dazu kommen noch die Kosten für die Em- ebmmgS', Rodnngs- unb Kanalisterungsarbeiten, bie die Landeigentümer selbst tragen müssen. Ttese Kosten betragen noch 205('0 Alk. auf je 19 Km. Tie Fertigstellung des Stauwerkes soll Für die hiesig sischen Bichs all. Markt am Tim leußischen Jheifa itbura, Mi,' bn t und wilopl bereits tu ztvet Jahren erfolgt sein. kf. Eine wilde Bisonherde entdeckt! Die Amerikaner, die allen europäischen Völkern im Punkte der Naturschutzbestrebungen voraus sind, glaubten bis vor kurzem, der Bison sei, 20. November 1912. Gießen, den 4. November 1912. Grobherzogliche Verwaltungsdirektion der medizinischen und Frauenkliniken. V o i t. lich an bedürftige elternlose Studierende der Nechtsw'ssenichaft aus den Provinzen Starkenburg und Oberhessen; ei» Unterstützungslegat von jährlich 500 Mk. an' eine bedürftige nicht kinderlose Witwe 'vkNiber i912 JcFrre;'5= TTZajcfohe Geritzt die. IMI 'm M'E Der große», mann mit bt rußen. Um w nde Maßnaff 'Srnst 'Baiser, giessen Spezial-Haus für Kontor- und Papier-Bedarf. Sie haben meine Veröffentlichungen von freiwilligen Anerkennungsschreiben unterm 5., 12. und 19. Oktober \ gelesen; weitere werden folgen! Bei Umänderungen in Ihrer Wohnung, Neuanschaffung bei Verheiratung rc. rc. Bekannter. ' Technisches Allerlei. Tie größte Lokomotive der Hörde einzureichen. Darmstadt, den 1. November 1912. Großh. Ministerium der Finanzen Abteilung für Finanzwirtschast und Eisenbahnwesen. In Erledigung: Dr. Rohde. (D°/u Welt ist eine Zwillings-Verbnnd-Mallet-Lokomotive von 280 Tonnen Gewicht; von diesen, Typ baut Amerika fünf Stück für Güterzüge von 2<)00 Sonnen ans VelnrgSstrecken. — Zum Anifiichen »mb Heben verloren gegangener Torpedo? benutjt man clcfh ifdic Hubmagnete, btc auch beim Transport von Eisen- und Stahlblöcken bis zu 20 T. Verwendung finden. — In Amerika ist die 10 000 Kilometer lange Strecke von San Franzisko bis zu dem japamfehen Küsten ort Tjctwfi Schimofa mit Hilfe von Dampfern fnnkentelegraphisch verbunden ivorben. - Tnrch ben Einbau der sogenannten .Jrahmschen Schlingertanks", die aus kommunizierenden, mit Wasserballast ge- füllten Röhren bestehen, werden bie Schlingerbewegnngen, die sonst 13 vis 14 Gr. nach jeder Seite betragen, auf em Viertel verringert Diese Schlingertanks sind jetzt auf sämtlichen deutschen Perwnen- banipfern der atlantischen Schiffahrts-Geiellschasten eingebaut. — ISanpire und Tloreni in Rumänien sind Elektrizitätswerke in dauerndem Betrieb, deren Antrtebsmaschinen ganz mit ben bei ber Vüchertisch. — Wirth, Tr. Albr: Geschichte der Türken. Mit zahlreichen Abbildungen auf 8 Kunstdrucktafeln und im Text, sowie drei Uebersichlskarten. Stuttgart, Franckhsche Verlagshandlung. Geh. 2 Mark. In dieser neuen Arbeit, wirb yum erstenmal eine kurzgefaßte Darstellung der türkischen Gcsck-ichte gegeben, und das von einem Manne, der durch seine eindringlickien Kenntnisse des Orients einen guten Namen hat. Tie Gescksichte der letzten Jahre, die türkisch? Revolution und selbst der noch andauernde türkisck^italienische Krieg haben, soweit dies jetzt schon möglich ist, eine die Ursachen und Wirkungen klarlegende genaue Behandlung erfahren, so daß sich jeder, der an der Zeitgeschichte interessiert ist, über die jüngsten Vorgänge eingehend unterrichten kann. Selbskversbändlich werden die bedeutendsten Herrscher ausführlich gewürdigt, denn mehr wie jede andere Geschichte trägt । über das lographcn sei M .gen stets erhielt. BktKvpüchincrzrn sicher in Wirkung, angenehm in Geschmack sind Dr. Bun- lebö Kopsschmerzstiller, zwölf Pulver 50 Pfg. Central- Droge rie Emil Karn. Schusitr. Tel. 551. KkckSckM. Cbcibett, Unterbett. 2 Rtfien) mit bopprlt qerctDtat. neuen Bett- ■ »ern.befi.tietteniS, 18.84 50»tt.; l'/,l^i. «rtten 15, 20, 23.50, 28^0, >2 5O3Jlt uln, Veri.geg.dtachnclivnc. Prei«tiste,Prob.,Lerpackg koftenfr Gustas Lästig richt. uns geschriwr )t einigen log; m. Ta ber lh hat sich bie» iffen. Man ff in, wodurch ein- - werben, bie,® 'gabzuhelsf Sesuch bes W ■obt, ber bas tv b sie berch ■■ Stadt bie R- 15111 Metten hcimec golbberq i Crefzenz Bürgermeister Muth, bukeitreich u. flafcöen» reif, per Flasche inkl. Glas Mk. 1.30. A. Austerlitz, Frankfurt. Straße 11. r Besestigur, . bie in einige benverbeflerungrR' ni nunmehr ^1 n Querstraßen i:^ asphaltiert Besserung unim! betrieben wttbtt Bewachungs-Zi. it gegen 12 Ity ■ der Marburgs der Mann tourt» zeichnete Behörde vier Unterstützungslegate von je 500 Mk. ja bi eines richterlichen Mitgliedes bei einem der Anus- gerichte oder Landgerichte der Provinzen Starken« bürg oder Oberhessen, vorzugsweise als Beihilfe zur Erziehung minder jähriger Kinder vergeben. Bewerbungen um. diese Legate sind binnen vier Wochen bei der unterzeichneten Bc Amtlicher Wetterbericht. O e f s e n t l i cki e Wetterdienststelle Gießen. WetterauSsicbten indessen für Sonntag, den 10. Rov. 1912; Trüb und dunstig, Regenschauer, starke Sudwestwinde, milder. Trockenes, kurzgeschnittenes Abfallstolz iSchwarten) zum fteueran« machen liefert, von 5 Ztr. an, für Mk. 1.15 pro Ztr. frei ipMnnnlBülzhaöeru. ÄblLlliiy Rotlenmeis er Zinvrägn. Holzhauer Teile liefert vromol unb biUmü bie Seilerei t‘w” W. Redhutb, (hlieHcn, o b bei tu er Strane 38. hier kürz^..^ e unb 0" De. fWftf U ) da»1 Ajeh Zwiebeln trockene,gesunde Winterware 50 Kilo Mk. 2.7."», größere Posten bebeu enb billiger, ücifenbct laidwig Erb. (Echzell in der Wetterau Teievlion-Auschluü. 16444 Letzte naebriebten. Hein Rücktritt Kiamil Paschas Konstantinopel, 9 Nov. Der Großwesir lsielt gestern abend noch während des stattfindendcn außerordentlichen Ministerrates einen Vortrag über die gegenwärtige Lage. Das Eterücht von dem Ausbruch einer Mimsterkrisis und der Berufung von Mahmud Schesket Pascha zum Großwesir oder Kriegsminister entbehrt jeder Begründung. Kämpfe bet Drama. Konstantinopel, 8. Nov. Bei Drama sind erneut blutige Kämpfe ausgebrocken, in denen sich die Türken bis jetzt trotz der bulgarisck-cn Uebermacht gut gehalten haben. Saloniki doch noch nicht genommen? Athen, 9. Nov. Eine amtliche Bestätigung, daß Saloniki von den Grieck>en genommen sei, war bis ^Witter- nacht hier nicht eingegangen. Amerika entsendet auch Kriegsschiffe. Washington, 9. Nov. Die Panzerkreuzer „T e n tt c f e eA unb „M ontana" erhielten den Befehl, nach den türkischen Gewässern abzugehen, um die amerikanischen Interessen zu schützen. Die beiden Schisse werden am 25. November an ihrem Bestimmungsort eintreffen. Die RettungSarbeiten am „Royal George". Quebec, 9. Nov. Die Passagiere des „Royal George" sind jetzt sämtlich gelandet. Die Nettungsarbeitern waren durch einen Sturm unterbrochen worden. & E ertnSel’«"^, er sS inen m gtfr >a» ehental13 schon herzlich schwer beladen und uf) habe schon für mich allein sehr wenig Platz." „Ackr," meint die eine der beiden Damen, „es wird schon gehen, man muß eben ein wenig zusammenrücken." sind es geht schließlich auch, die beiden Räder werden auf dem 23agen verstaut, die Damen nehmen auf dem Bocke Platz und die Fahrt gehl weiter. Nun wird .der Fuhrmann mit Fragen be’türmt: der gute Mann antwortet, aber dabei bleibt sein Blick immer wieder auf dem (Ye sielst der einen Dame hasten. „Kennen Sie mich denn?" fragte bie Fremde schließlich Der Fuhrmann kratzt sich am Kopse, offenbar sucht er sich über irgend eine dunkle Erinnerung klar zu werden, aber schließlich meint er: „Nun ja, irgendwie babc ich das Gesicht schon mal gesehen." Die Dame lächelt: „Ich bin Eure Königin." „Die Königin!" Dem wackeren Fuhrmann entfallen die Zügel und er weiß fein Wort zu sagen. Aber schließlich gelingt es dem fröhlichen Ge- sprach der- Königin doch, dem Alten die Befangenheit zu nehmen. als sie absteigt und dem Fuhrmann j,,Tür seine Kleinen" Banknote reicht, fühlt sich der vettorino schon als guter ^llunq. ld) ‘et Qn ■! fn- die beute V B daraus schliß 1? R halten wu- W meldet, dah n?,. a Gebirge ' ^*1 Osldeuh'chland i:|; zu verzeichne, Ä‘ । iu wird aus ber °) gtmelt; vermischtes. • Seltsamer Selbstmord. In Neu-Ulm wollte der Zahlmeister Gambel dem 13 jährigen Sohn eines Freundes da- Lwießen mit einer Browning-Pistole beibringen. Als ihm ber Knabe die Pistole zurückgab, entlud sich die Waffe und das Geschoß durchsckffug den Körper des Zahlmeisters. Dieser unter suchte die Wunde selbst und schob s t ch bann eint -werte Kugel in die Schläfe, die feinen Tod herbei führte. * ft önigin Elena und der Fuhrmann. Eine hübsche kleine Geschichte, die für das ansprnchlose und menschenfreundliche Wesen der Königin Elena von Italien ckrarakterrstisch i|t, imrd in einem in 'Lisa erfebeinenben Blatte berichtet Ein italienischer Fuhrmann rst mit seinem Lasttarren unterwegs, und auf der Straße nach Malina begegnet er zwei Tarnet^ die ihre Fahrröder fln der Seite führen. Ansck^intmd hat es eine Panne gegeben, jchem'alls winken die Damen den Fuhrmatm zu. „Sagen Sie, {lantuomo, dürfen wir mit unseren Rädern bei ihnen auf- igen?" Der Fuhrmann lächelt, aber er meint nicht ohne -denken: „Nun, wenn ich ehrlich sein soll, mein Karren ist 'Netzt ei«1* ^Hintere jj,,1 tlben benhW, SÄ »4^ Prima Kieler Bücldiege Aum Robessen, soeben fitftb eingetroffen und billigst bet Aug. Wallenfels Marktvlat? 17 [ez* Tclcpnon 262 Vergebung. Die Füllung des Eiskellers in den medizi Nischen und Frauenkliniken zu Gießen soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen können auf dem Verwaltungs-1 bureau, Klinikstraße 32, nachmittags von 3—5 Uhr, eingesehen weiden. Schriftliche Angebote sind verschlossen bis zum Eiöffnungstermin Tonnerstaa, ben ILSloocmhcrlOl?, Mm.t W, einzureichcn — Der Zuschlag erfolgt bis zum die der .Dürfen den Stemvel der jeweilig regierenden Sultane. Ueberoll sind kleine Szenen unb Skizzen cingeftrcut, die orien« talisck^ Sine unb Brauch aus dem Wesen unb Werben des Volkes zu ertlären und unserm Berständnis näher zu rüdten suchen. Dazu gesellt sich eine klare, den Stoss bel^rrschende Tarftellung»- weise, so das; bat- Buch für id)ermann zu einer angencbhrm Lektüre wird. SablreidK v?ll)bilbungen auf KlNistdruckpapin und nn Text nach zcttgenöNischen Zeichnungen, Stichen, Gcmäldeit. unb Plwtographien führen uns wichtige Begebcnbeiten uor, und mehrere Karten zeigen die einstige gewaltige Aiisdelmung des Lsmanenrelcheo, die Ervberungszüge und bie wichtigsten MYicgd- schauplätzc. reine inagnum honum. Aurn (iUiouen Taaesvrelse für Winter bedarf, frei Vte> ferung ins Haus. 108080 Tb. Bäulkc, Wolfstrahe 9 undBismarctitr. 1 l iLaden». OZar. feinsten Emmentaler Schwcirerk.v.Pfd.z. t.20Mk. frei ins Haus empfiehlt Heinh. Kröll, Engros- und Detaillversand, Rainrod 0. d. Nidda. Bei giäy. Abnahme Bor- zugsvreiie. — Desgl. wird feinste Molkereibutter per Pfd. zu Mk. 1.42 tret ins Haus geltet — Brobelieser. erfolgt bereitro. o. Preisauffchl. (”** abgesehen von den Exemplaren in Tiergärten unb den in Schutz gebieten gehegten Herden, ausgestorben Nun kommt jedoch aus Kanada bie Nachricht, es sei dort dem Forschungsreisenden Harrn v. Nadford gelungen, eine wilde Bisont.erde zu entdecken, von der bereits früher Berichte bekannt geworden wären, denen man jedoch keinen Glauben gefdxnft hatte. Nach Meldungen aus Nav Bork sandelt es sich um etwa 350 Büffel, die in ber Gegenb des Sklaoen- sees entdeckt worden sind. Dr. Rathbun, der Leiter des National, rnuseums ber Bereinigten Staaten, hat über die Radfordsche Entdeckung bereits nähere Mitteilungen erhalten Tas Gebiet, in dem Radford sorschte, liegt im iwrdwestlickien Kanada, ivefilicb vom Sklavcnsee unb itördlich vom Unterlaufe des Friedensflusses. Es friieint, als l-andle es sich um eine bisher unbefonnte Ülbart des amcriEaniid en Bison, die mit Vorliebe in mal drei ckten Gegenden haust. Radiord bat mit Erlaubnis ber kanadischen Regierung einen dieser Waldbüffel getötet. Das Fell ist dem Museum in Edmonton überwiesen worben, währenb das Skelett in Washington im Nationalmuseum aufgestellt werden soll. fr. D e r kleinste Hund der Welt. Der kleinste Hund der Welt ist ein Zwergpudel, ein Wesen, das nicht mehr als 160 Gramm wiegen soll unb nach einer Abbildung in einer amerikanischen Zeitschrift, wo er auf einem gewöhnlichen Telephonapparat sitzt, eine Lange von einigen zwanzig Zentimetern hat. Ein Pudel hat gewöhnlich langes, lockiges Haar, und dieser- Rekord- ?wergvudel macht hiervon feine Ausnahme. Wegen seines dichten Haarkleides erscheint er daher bedeutend größer als er ist. Es ist übrigens unredä, von „ihm" zu sprechen, beim „Hidget" ist eine Pudelin. Dieses kleinste 'Exemplar ber an sich kleinen Rasse der Zwergpudel vererbt übrigens, wie die Nachkommenschaft bc» weis-t, den Zwergwuclis vollkommen. * Zu viel verlangt. Torfschneider (dem von einem Kunden ein Stoffrest zum Verarbeiten übergeben worden ist): „Der Stoff hat leider nicht ganz zugereicht — ber reckste Aermel ist a bissel kurz geworden." — Kunde: ,,3ax so kann ich den Rock aber doch unmöglich anziehen!" — Dorfschneider (kleinlaut): „£, unterm Ueberzieher . . ." Kleine Lageschronik. Bei dem Oberförsterhaus Le titsch bei Leipzig wurde heute morgen der Leichnam eines völlig unbekleideten jungen Mädchens aufgefunden, dem Kopf, Arme unb Beine fehlten. Arme und Beine wurden später in einem Karton verpackt, in einem in den hiesigen Hauptbahnhof eingelaufenen Personenzug gefunden. Arn Donnerstag wurde in einem Hotel in der Wohrauerstraße in Breslau ein Liebespaar mit Schußwunden tot auf- gesunden. Beide hatten sich außerdem mit Sublimat vergiftet. Nach Vorgefundenen Briesen handelt es sich nm Mord unb Selbstmord eines Kandidaten der Medizin und einer Verkäuferin aus Kattowitz. Ter seit 6 Jahren viel erörterte Plan einer Bergbahn von Heidelberg auf ben Heiligenberg ist durch die vorbehaltlich der Genehmigung des Bürgerausschusses zu diesem Zweck nunmehr abgeschlossenen Geländeankäufe am Westabhange des Berges auf Neuenheimer Gebiet seiner Verwirklichung näher gerückt. Tapeten Z Rnturcll^Tavct.p. 10 Ps. an Golo-Tapctcnvon 20Ps.an bLjcbönit. >'.nc>lcst.Piustern M.verl.kostenir.Mmtb.Nr.113 €ebr.Zieeler,$füncbutfl. Apfelmost "Ä?" Rauscher eifl. Kelterei. Louis Lütcr, Gastbaus.Central". I09S5 sicherwirkend.,woblschmecken" des Wurmmittel ä 30 Pfg. nur Central -Drogerie. Emil ft n v n, Schulstrage, niu> Telephon 551. Otto Schaafs 10 Pfg. Pllnomll-Fleckstlst beseitigt, ohne die Stoffe an.zugrcifen, Flecken all.Art. A-ltr-IlUMt^A in den beliebtesten Sorten, sowie SalatkartofTeln emps. z. billigsten Tagespreis. 'Proben auf Wunsch) H. Trechsler Telephon 581 Steinstraße 48 B. Nuhn, Lollar. 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November, nachmittags 4 Uhr, tiuftcrorbcnllidjc Mitglikder-Versanuiilunq Giessener Konzert-Verein Sonntag, IV.Noveniber 1912, nachm.4l/2Uhr pünktlichst, mit einer Hauptprobe vorm. 11 Uhr im neuen Stadttheater Heute, Lmstng bis infl. Zienstag lü Nnr 4 Tage unser erster Monopol-Film der Saison Hochinteressante Neuigkeiten von der Balkanhalbinsel. Die Truppe Daniel Wunderbarer Varietee-Akt. Ferner das übrige Großstadt Programm! Militär-Reitschule in Spanien interessante Natur-Aufnahme Pathe-Journal Neues aus aller Welt mit interessanten Bildern vom Balkankrie^e Michel hat ein Hühnerauge Humoreske Dramatisches Lebensbild in 3 Akten. Ein Roman, wie er sich täglich im Leben wiederholt. Ohne lieber» treibung sehen wir hier das Wirken und Walten des Meuschen- schicksals. — Außerdem: Oie KreuzerSonate Drama in 2 Akten nach dem gleichnamigen Roman von Leo Tolstoi. Iie BaUjan-Wirrro II. Teil Leitung: Herr Professor G. Trautmann Solist: Herr Opernsänger Robert Hutt Frankfurt a. M. (Tenor) Orchester: Das verstärkte Konzert - Orchester des Palmengartens zu Frankfurt a. M. Programm: Werke für Orchester: Onv. zur Zauberflöte von W. A. Mozart, Faust. Ouv. von Rich. Wagner, Symphonie A dur von Ij. van Beethoven. Gesänge mit Orchester: Arie des Tamino a. d. Zauberflöte v. W. A-Mozart, Am stillen Herd, Preislied a.d.Meistersinger von Rich. Wagner. Pintritteknf tpn • l> Platz Mk. 5.—. II. Platz Mk. 4.—, III. Platz Mk. 3—, IV. Platz C l l HibKd ICH > 250, Studentenkarten Mk. 1.—, Kl. Partitur-Ausgaben sind in der Musikalienhandlung von ERNST (’HALLIER (Rudolphs Nachf.), Tel. 671, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter RITTER und abends an der Kasse zu haben. Zur Hauptprobe Mk. 1.50 (für Mitglieder Mk. 1.—), für Studierende Mk. 0.75, Schülerkarten Mk. 0.50. Ferner werden Arbeiterkarten, auch für Angehörige giltig, zur Hauptprobe, für den 2. Rang, der zu diesem Zweck ausschliesslich reserviert ist ä 30 Pfg.. aber nur im Vorverkauf bei Ernt*« Chai Her, au-.gegehen. C9/11 Ocffnnng des Thea ci-h 4 bez.w. IO11- Ehr. § MAMA 1 hervorragend gespieltes Dramain2 Akten Lehmann als Kürassier ,1 Humoreske gespielt von Herrn Deed DAMPF £e£en : BENZIN 1, spannendes Detektiv Drama Moritz zwischen ? zwei Flammen 'Humoreske gespielt von Herrn Prince Lichtspiel Haus Vornehmstes u. grösstes1 Lichtspieltheateram Platze? Programm vom 9. bis 12. Nov.) Um allseitiges Erscheinen bittet der Vorstand. ? Fp Sie haben den Nutzen l = ei o- in ffi« 2 - :c Haut-Jacken per Stück 60, 95 Pfg., 1.10, 1.25, 1.45 etc. NormalHemden per Stück 90 Pfg., 1.30,1.60, 1.85, 2.30 etc. L. Rosenbaum & Jacob 1 Am Oswaldsgarten! unseres Engros - Einkaufs, wenn Sic Ihren Bedarf folgenden Artikeln bei uns decken: Nasse Füsse? Wer sich gegen Schnupfen und Erkältung schützen will,trage Herz-Stiefel auf Kork als den einzig zuverlässigen Schutz gegen Nässe und Kälte. Alleinverkauf für GIESSEN und Umybung L. SÜSS Marktstrasse 9 Mäusburg 5 a’/11 Fernsprecher 434. 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Mls. vroiekticrte SMubtonr wird, besonderer Umstände halber, vorläufig bis auf weiteres verlegt. 74lö|_____Der Vorstand. G. F. F. Montag, den 11. Nov., abends 8'/, Uhr Instruktion in der früheren Gewerbeschule, Asterweg. Vollzähliges Erscheinen erwünscht. Uniform: 2. Rock u. Mütze. R9,H) DaS Kommando. g---Contenlin. ■ Sonntag 10. Nov. 1012 nachmittag «ach der 4 Uhr IlUMll Karlsruhe verbunden mit Musik, Tanz ii. kom. Bonrägen. Die Mitglieder werden gebeten, sich Aablr. AU beteiligen. Jreundc Bekannte können eingesuhrt werden. Der Vorstand. V9/" 3inimcriiuticn-6c;cOidiait TÄ" Lchiegcn im SchüvenbauS. [7MS Mtaler Mei Direkt: Hermann St?[ngoetter Sonntag, d. 10. Nov. 1912, iiorimt. 3* Ubr SB* kleine Preise ”«8 Matthias kollinßtt Lustfvicl in 4 Akten von Oskar Blumenthal u. Mak Bernstein. Ende y/4 Uhr. Abendö 7*/a Ubr: Gewöhnliche Preise. Gastspiel der Hofschau- spielcrin Fräulein Anguftc Schol; vomKönigl. Theater in Eaffel Zur Scier von Schillers Geburtstag. Diehitataim Ein Trauerfviel mit Ehören in 5 Auszügen von Friedrich von Schiller. Ende 10'/, Uhr. la*/“