162. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 257 dem 1. Bestellung 7" V. liso 3. 4. bis 6io N. 516 1030 P. 215 N. Briefpou mit Zg. 71 von Frank'nrt löo* V. Poll nut Zug 45 von ^rmihnrt V° N. 54U 8*o bis 916 B. V. bis 12so gl. " Metzle Post Briefpoü v. Lieh 687 D Dienstag, 8. Ottober 19(2 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'ichen UnwersitälS - Bttch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Giehever ZamiliendlStter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS „Krellblatt für den Kreis Stehen" jweintal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatltch zweunal. 61° N. Poi'len 0. Schnellzüae von Franlinrt u. Mahel 544 N. Zlrbeiterbewegung. Polnische Arbritrrforderungen im oberichlesischen Jndnstriebez rt. B r c s l a u , 7. Olt. Am gestrigen Sonntag fattben im ober schlesischen Jndustricbezirk cnva 50 Versammlungen von Mitgliedern der Polnischen B c ru ss v c r c i n t g u n g unter den Bergarbeitern statt. Gefordert wurden L o h n c r h o - [iiiiifl, der Achtstundentag unter Anrechnung der Gut- und Ausfahrt, Verbesserung der Arbeitsordnung usw. In der Entschließung, welche die Forderungen zusamnumfastt, werden die Grubcnvcrwaltungen ersucht, mit den Arbeitcrausschüsien tn Unterhandlungen zu treten. Tie Antwort wird bis 5 um 27. D ’ ■ tober gefordert. Ferner wird gefordert, daß btc ©ruben- vcrwaltungen die G e r m a n i s i e r u n g s b e st r e b u n g c it bet den polnischen Arbeitern unterlassen mögen. In einer twitcrcii Entschließung werden die .Gemeinden aufgesordert, int Vmblick aus die allgemeine Teuerung Fleischverlausssiellen emzunchten. Parteitag der fortschrittlichen Volkspartei. ~ Mannheim, 7. Olt. Am heutigen dritten Sitzungstage des Parteitages der Fort schrittlichen Volkspartei wurde "bie Frauenfrage behandelt, die eigentlich schon auf der Tagesordnung des- gestrigen Verhandlungstages gestanden hatte, der vorgerückten Zett wegen aber verschoben wurde. Dte Verhandlungen wurden vom Vorsitzenden Landtagsabgeordneten Funk kurz nach Uhr eröffnet Es hatten sich wiederum außerordentlich zahlreiche Teil nehmer eingefunden, insbesondere waren sehr viele Damen anwesend Es lag folgende Entschließung des geschaftsfuhrenden für die Friedrich Meyer 2 11 f i ung den »etrag vo n 3 0 000 Mark, ivorauf die Tagung gcsäüofscn wurde. Am NackMittag fanden ein Festzug und verschiedene Volks- Versammlungen statt. bl Richtung ii a ch Muffel: ä 1291 n 119-4- 1':® 411», 716», 81«», 1Ü*6», 1210», 1«», 312», * 320'4-, 505», 8°7», lO^Q, 11‘7 □. c) R ichtung II ach StöIn: 4»o..*, 6<7», 8N», 1239(» , 3-3(»), 613», 1010«". d) Richtung n a ch Koblenz: 451G 613», 8io», 12"», 3*3 "•), 5°i("«), 5°6—, 918». “ ' ' e) Richtung nach Fulda: 537», 8"«", 1208», 2i,; («••), 336s««»), 552,«••), 920». ' f) Richtung n a ch Gelnhausen: 542#, 81«(—), 1234s»), 216 (•••), 504», (847—). e) Richtung Gießen - L 0 llar — Grünberg: 539», 207(»), h) Richtung nach sJt o b l) e i m (Bieber): 5°1(*), 803* (nur Sonntags), 116C), ö30«,—). i) Landp 0 sten: 1. G i e ß e n — W ie s eck — A l t e n-B n f e cf: 6i°», 830([7j), 320(»), 60 [Sonn- und Feiertags Botenpostf. 2. © i e 6 e n — Steinberg— Gruningen : 846 (•) [Sonn- und Feiertags Schafsnerpost mit Zug b«r V.f. 3. Gießen — L ü tzellinden: 680», 310s»). [Sonn- und Feiertags Botenpostf. Beim Postamt 1 treten die Schlußzeiten int allgemeinen ein: für gewöhnliche Brieffendungen 10-20 Minuten, für Einschreibbriefe 25—30 Mitt., für Wertbriefe und Pakete 30-60 Rim. vor "Abgang der Züge. Tie Stadtbriefkasten werden geleert: Werktags zivischen 5*o und 6<3 V., 8»o und 9" V., 10'v und 11'0 P., 1139 B. lind 1230 91., 2<5 und 3°o 91., öi° und 612 di., 6°o und 80 91., 9£2 und IO™ 91. Sonntags zwischen o™ u. 6°° V., lO’o und 11° V., 7£ und 820 91. — Genaueres ergeben die Leerungstafeln an deit Briefkasten. Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Besör» derungsgelegenheit zur Abseudimg. Pom Postamt 2 (Schul>traße)gehen iverktags Versande nach Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: e<»5L er, Müller-München, Pcr^, Qucsfcl, Schippc'. Severing, Südekum, Timm-München, Vollmar, Weil-Otrah- ^Dieser Erklärung schließt sich Edu ar b Bernstein mit folgendem Schreiben an: . Ich betrachte mit ben Unterzeichneten btcier Grfianmfl unb in voller Uebereiustimmung mit ihren Aussuhrnngeil über bas Verhältnis von wisscnschastllcher Forschiing unb braklischer 4-0 Sifin ber Sozialbemokratie ben Ausschluß Gerharb vilbcbranbs M.s ber Partei als einen bebauerlichen Miß griff unb gebe mich mit ihnen ber Erwartung bin, baft bie Partei bei ber ersten geeigneten Gelegenheit bicfcn Mißgriff imebcr gut machen wirb Zugleich glaub,' ich aber auch der Erwartung Ausbrull geben zu sollen, baß bieser Ausschließungsbeschluß kemen wisschcnsckmstlich arbeitenden Gcnosseii veranlassen wirb, im Forschen nach dem, was ist, zu erlahmen und im Bekennen des für richtig Erkannten zu ermatten.'' das Thema „Zur Zeitlagennd zurJahresarbei t". Ter Evangelische Bund hat nach schweren Kämpfen einen Heerbann , von einer halben Million deutscher Protestanten zusammenge!ul)rt. Im Jahre 1912 umfaßte er in 40 Haupt- unb 3209 Zweigverciuen 458 753 Mitglieder. Tic Versammlnugs und Preßtatigk.ir haben einen großen Ausschnmng genommen Ter Feldzugsplan gegen die Aushebung ober Milbening bes Jcsultengesetzes ist vom Zentral- unb Gesamtvorstanb erneut geprüft unb feitgelegt worben, xer Evangelische BuNd bcNagt ben Streit mit ben pennten nur um bes Vaterlanbcs willen, bas eine bessere Verwenbung sur seine Geistes kräile habe. Der Evangelische Bunb ziehe aber in ben Kampf mit unerschütterlichem Vertrauen auf feine gute Sache. Rcickfstagsabgeorbneter Professor Tr. O r t m a n n lTorgau legte zu bem Thema „Zur gesetzlichen Regelnug ber Jesiulenfrage | unb zur Abwehr des Jesuitismus" eine Enft^ictzung vor in bei gegen bie Abschwächung ober Aushebung des Jeiuitcngesetzes Widerspruch erhoben und daraus hingcwieien imrb, das; dieses Gesetz auch heute noch eine nationale und staailicbe Notwendigkeit iei, da eine Erhöhung der Bewegungsfreiheit der Jesuiten mit schwereu Störungen des konsessiouellcn Friedens verbunden ,em mußte. Tie Entschließung wurde einstimmig angenommen. <>n ber Hauptversammlung erörterte ber Varsitzeiibe General leutnant v. Lesscl bie Frage: „Das haben wir ererbt unb was bleibt noch zu tun übrig?" Ter gmmlrtgcn Ausdehnung des Bundes stellte er die vielsach noch unbearbeiteten Gebiete außerhalb des Bundes entgegen und betonte, daß dem Bund noch die rückwärtigen Verbindungen fehlen, die von ber huldigt Pfarrer Kremers (Bonn) überbrachte als Grundstock geführt werden. .. ., „ , , .. Kurz nach Beendigung der ösfentllck>eii Benammlung, die vier Stunden dauerte, fand ein Familienabend statt, bei dem Abgeordnete unb anbere Rebncr Ansprachen hielten. ’ Am. heutigen Tage begannen bie Verhandlungen vormittags 9’/2 Uhr ,m Saale bes „Alten Ratskellers" mit einem Vorträge bes Reichstagsabg. Tr. Werner über: „Die Rassenfr ag e". Ter Rebner schilbcrt in genauen Darlegungen Eiitwickelung, Wesen unb Bcbeutung ber verschiebenen Nassen, babci bre lieber legenheit ber arischen unb besonbers ber germanisa>en Nasse ein gehenb nachweisenb. Ic höher ber Bcstanb au gcrmanischcm Blut in einem Volke sei, bcsto höher stehc seine Kiiltur, wo germanisches Blut zurückgcbrängt werbe, werbe auch bic Stilltnr sinken. Ter Rebncr weist bann nach, wie aus ber ganzen Ero, : bic hervorragcnbstcn Förbcrer ber Kultur zu allen Zeiten Manner germanischer Rasse nmren unb noch sind, xas sei selbst von Männern anderer Rassen besonders hervorgehoben worden. ,,^ir verlangen Schutz gegen die srcmde E'.nwanderimg hefex stcheuder Rassen und bekämpscn vor allen Tingcn auch die Mischehen nicht nur in den Kolonien, sondern auch im eigenen _mibc, m derselben Richtung wie aus ihren letzten Tagungen der xcutschbund unb ber Allbeutsck>e Verbanb zum Ausbruck gebracht habe«.Mn die Erkenutnis von bem Wesen ber Rassen unb der Blut.'frage habe, der- müsse Rassenzucht betreiben. Verständnis für die Bedeutung der Rassenfrage zu schassen, solle auch die besondere Aufgabe ber Teutschsozialen Partei sein. An ben reichlich zweistünbigcn Vortrag schloß sich eine cin- I qehenbc Aussprache, in ber alle Rebner sich in zustlmmenbem Sinne äußerten. Tie Frage ber Mischehen würbe bc onbcrs ausführlich bchanbelt unb bazu die nachstehenbe Cmtschlicßung Postamt 1 und dem Bahnhof : 913, 1115, 1250 155, 243, 415, -Z22, 555, ß55, 730 8«; an Sonn- und Feiertagen: 9“ 1245, 14... Tie Lchlußzeiteu ticten ein: für gewöhullche Bricw o Minuten, für Einschreibbriefe 15 Minuten unb für Wertbriefe unb Pakete 30 bis 40 Min. vor Abgang der Berfaude. Aur Stadt und Land. Gießen, 8. Oktober 1912. PostbesvrdcrungH-Gelegenheitcii in Gießen nach dem Winter Fahrplan 1912/13 zusammengestellt. Folgende Züge iverben zur Beförderung von Ceuduugen bc- benutzt. Es bedeuten: » Beförderlmg von Senbungcn icber Art, Ä Beförberung von Brieffcuduiigen jeber Art und Bcutcl- ftürfen, D Beförderung von gewöhnlichen unb Einschreibbriefe,i, 4- Bewrberuug von Paketen, Beförberung von Briefen in ge- fchlostencn Beuteln, ' Besörbcrung von Sendungen jeder 'Art in gefcküosfenen Wageuabteiluugeu, ( an Sonn- unb ee’evtagen nur Eilbriefe unb gewölrnliche Pakete, ( ) Benutzung nur an Werktagen. Tie mit », Q* unb bezcichueien Züge führen Postwagen mit Briefkasten. a) Richtung nach Frankfurt: 947® 4590, 6i □, 6tyeee, 8’0», 104», 10254-, 123 (»), 12i2(®, 217 (»,), 5 4 », r,530, 6454-, 7^.», 820», 911». B r i e f b e st e l t u u g: Um bas Publikum über die rechtzeitige Bestellung der Briefe zu unterrichten, geben roir nachstehend eine lleberficht, roelche Briefe bei den euuelnen BesleUgäugeu planmäßig abgeiragei, roevben. Venie Post Letzte Brieckasienleerung " bis 646 P. ♦* Bahnpersonalnachrichten. Verseht wurden: Lokomotivführer Sigle von Gelnhausen nach Gießen und Wenzel von Nidda nach Gelnhausen, Schaffner Knau ß von Main,; nach Gedern, Lokomotivl)Ib> warcnbandlcr Hans Walther von einem in Franenkleidern Ochse n. Vollfleischige. anSgemästete. höchsten Schlacht- wertes im Sliter von 4—7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen haben (nngejocht) . . Funge, fleischige, nicht nusgemäilete und ältere. ausgemästete Pull e n. Pollfieischige, ausgew, höchsten Schlachtw. . . Und dann schließt Engel etwa mit den folgenden Worten, sich alle unsere ^Internationalen' hinter die Uhren schreiben sollten: Wer den Jahresversammlungen von Fachmännern aller Kulturvölker in Teutschland und im Auslande l-cigewohnt hat, der weis;, daß die tüchtigen 9luSlänber alle wichtigsten Facl-ausdrücke der deutschen, hamölddicn, englischen Fachwissenschaften geläufig beherrschen. Wie konnte das anders sein? Sie lesen jahraus jahrein die wichtigsten Fachzeitschriften und bedürfen keiner gemeinsamen Terminologie zum vollen gegenseitigen Verständnis zur wetteifernden Arbeit an den gleichen Problemen, nein : an ' den gleichen Aufgaben, Fragen, Zielen, Rätseln, Gegenständen, Vorwürfen. Heide führt. In mäßiger, ober steter Steigung gebt e» am Fuße des Altenbergs vorbei, immerzu hübsche Ausblicke bieteno; namentlich der Dünsberg, sonne Hohensolms zeigen hu) oon bieier Seite äußerst charakteristisch, wahrend in der Ferne Burg (vrerjen- itein sichtbar ist. Nach etwa 3stündigem, abwechilungsrcichem Marsche ist, nachdem man Bermoll paniert bat, fettersdon er- reidjt, wo eine Erlwlungsoause am Platze erscheint. 2,1 art mnter zieht sich der Rennweg her, ein Hohenweg, der uns durch Pracht tige Waldungen rufen und nach 2» 2 Stunden 1 n verhorn sein Sude fmbet. Eine Wanderung auf dieser neu bejnameten Streife ist »gerade in diesen schönen Herbsttagen, zumal die Walder eben wieder in den herrlichsten Farben prangen, lehr em^eh.enS- rvrrt. Tas empfanden auch die 60 Teilnehmer, der am Sonntag vom V. H. E. (ließen veranstalteten 7. V e r ei n s Wanderung, die im „Nassauer Hof" in Herborn einen würdigen Abschluß fand Tas bewies ferner das begeistert au ^genommene, dankbare „Frisch am", das der Schriftführer namens der Wan derer den beiden Führern, die diese Strecke markiert hatten, widmete. Bei fröhlichster Stimmung, Gesang und Tanz verflossen rasch die Stunden bis zur Heimfahrt. wandern und Keife», Bäder und Zommersrischen. s ** y b-C" Z"'eiaverein Gieren. Wiederum ist, dicseSmal von der Gruppe V des W. B. A. vom B H E Gießen SnLnmU.C Dege strecke gezeichnet worden, die mancher wander- ycru ,e'nrn Wanderplan aufncbnicn wird. gom Babnbc^ Bieber beginnend, führt die Wegebezeickmung (gelbes «ra»^ durch das liebliche Biebertal, um hinter der Cbermüble, 1 1 I I .1x1 .1 S - . . 1.... . u ’ .1 ..V einen Seitenweg ein« !,md)lag.ii, de; abwech.ieliid durch särönen L^ldbestand und über VoUfleischrge, jüngere Für, en. K u h;. Pollfieischige auSgemästete Färsen Schlachtivertes ...... Pollfieischige ausgemästete Kühe Hessen-Nassau. * [] Franken berg, 7. Okt. Hier wurde vorgestern und gestern die 9. Wander-Ausstellung des kur- hessischen Geflügelzüchter-Verbandes abgehalten. Als Ausstellungslvkal dienle die städtische Festhalte aus der sog. Bleiche, wo etwa 290 Nummern Hühner, Enten, Gänse und Tauben Platz gefunden hallen. Mit der Ausstellung war wie stets eine Prämiierung verbunden. Tie nächst- iährige Berbirnds-Ausstellnng soll in >ürchhain statt find en. u Marburg, 7. Okt. Tie diesjährige Spielzeit des unter der Tirettiou von Hermann Steingoetter aus Giesten stehenden Stadttheaters beginnt am nächsten Ton- nerstag im neu restaurierten Stadtsaale mit einer Volks- Vorstellung des Rößlerschen Lustspiels „Tie fünf Frank- furtec". — Heute nacht stieg hier die Kälte an manchen stellen auf ö (Mrab Celsius. Tie Tümpel und stehenden Gewässer sind morgens mit einer dicken Eisdecke überzogen. steckenden Mann über fallen und mit einem Hammer zu erschlagen versucht. Es gelang dem Ueberf allen en, auf die Straße zu entkommen und Hilfe berbeizurusen. Der Täter wurde bald festgenommen. Die Personalien sind noch nicht festgestellt. Nach einer zweiten Meldung ist die Tat nicht von einem verkleideten Mann, sondern von einer Frau verübt worden. Tie verhaftete Täterin, die sich als Bardame bezeichnete, ist die 23 jährige Kellnerin Stephani) aus Stuttgart, die bereits vorbestraft ist. Ter ehemalige L e i d sta 11 m e i st e r Kaiser Wilhelms I. Generalmajor Max Eugen v. Meyer, der erst hannoverscher, bann sächsischer Offizier war und 1873 in preußische Dienste trat, ist in Hamburg, wo er zu Besuch weilte, gestorben. Die vor einigen Tagen im Alter von 84 Fahren in Bielefeld verstorbene unverehelichte Rentnerin Ellionore Besse! vermachte ihr gesamtes Vermögen in Höhe von annähernd drei Millionen dem R e i ch s i n v.a 1 i de n fo nd s. In Gotha verübten der Student^J a ch a n und seine achtzehnjährige S ch w e st e r aus Tossau Selbstmord durch Er- schießen. Während der junge Mann fofort tot war, wurde das Mädchen schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Ms Grund der Tat werden Zerwürfnisse mit den Eltern angenommen. Tor kürzlich in Schönebeck verstorbene Großindustrielle A11end 0 rf hinterließ den Städten . Gros;-Salze und Schönebeck eine Stiftung von einer halben Million Mark zur Gründung von Waisenhäusern. Ferner schenkten die beiden Sohne zum Gedächtnis des Vaters je 50 000 Mark für ihre Arbeiter und Beamten. In der Nacht zum Sonntag drangen in Breslau Einbrecher in den Kontorraum der Delikates;- und Weinbandlung von Paul Klose ein, ermordeten den dort schlafenden vierzehnjährigen Lehrling Wilhelm Scholz, der erst vor drei Tagen in die Lehre getreten war, erbrachen den Geldschrank und entwendeten 500 Mark. Die Raubmörder sind unerkannt entkommen. In der Nacht zum Sonntag wurden im Palast B a r b e r i n i zu Potsdam zwei wertvolle Geigernälbe gestohlen, ein Gemälde „Gebirgsbach" und eins „Zigeunerlager". In Sewastopol herrscht seit vier Tagen ein Seesturm, so das; die Schiffe nicht auslaitsen können. Ter Verkehr in den Seestädten ist unterbrochen. sott den Höhepunkt des Abends bilden. Mitten hineinführend in die Not des Vaterlandes zu Beginn des 19. Iahr- hunderts, wird es ein farbenprächtiges, lebenswahres Gemälde der Zeit vor 100 Fahren vor Augen führen, ein Gemälde, in dem das vaterländische und das religiöse Element in gleicher Weise zu ihrem Recht kommen. Eine Nachfeier für den engeren kreis der Bereinsmitglieder und feiner Angehörigen findet Sonntag, 20. Okt., Jtatt, in Gestalt eines FarnilienauF flugs nach Annerod. ♦♦ Ter Kaufmännische Verein feierte am Samstag abend in Steins Saalbau sein 39jähriges Stiftungsfest Leider war der Besuch nicht so zahlreich, wie ihn die Größe und das Ansehen des Vereins erwarten ließen. Das geschmackvoll zusammengestellte Programm 'hielt aber die Anwesenden in bester Stimmung Außer den schön vorgetrageneu Weisen der Gießener Rcgimentsmustk gefielen uns besonders die Lieder am Klavier von Frau Klara Brat aus Berlin; die Dame verfügt über eine vorzügliche Stimme. Herr Fulius Hahn- Gießen hatte in liebenswürdiger Weise die Klavierbegleitttng übernommen und entledigte sich seiner Ausgabe mit Meisterhand. Auch die Lieder zur Laute, die ebenfalls Frau Brat vortrug, fanden allseitigen Beifall, so daß sich die Sängerin zu einigen Zugaben verstehen mußte. Der nachfolgende Ball unter der Leitung des Univ.-Tanzlehrers Will hrett die Teilnehmer noch lange zusammen. ** Der Kaval lerie-Verein Gießen ernannte in der am Samstag abend im Saale des Felsenkellers abge halten en Monatsversammlung seinen seitherigen 1. Vor sitzenden Fr. Weise zum E h r e n - V 0 r s i tz e n d e n. Herr Weise ist am 1. d. Mts. als Zoll-Revisionskontrolleur nach Mainz versetzt worden. Er ist Mitbegründer des Vereins und seit dessen Bestehen 1. Vorsitzender. Welch' große Syrn pathien der Scheidende sich im Verein erworben hat, bc wies die überaus zahlreiche Beteiligung bfi der Abschieds feier. Ter 2. Vorsitzende, Herr Tr Köhler, feierte die Der dienste des Herrn Weise um den Verein und brachte ein Hoch auf ihn aus, indem er ihm zugleich eine künstlerisch aus geführte Ehren Urkunde überreichte. Der Gefeierte dankte ui bewegten Worten und wünschte dem Verein ferneres Blühen, Wachsen und Gedeihen. Es folgten nun Musik- und Gesangsvorträge, Deklamattonen usw. Ganz besonders machten sich die Kameraden Topp, Bruß sen. und jun durch ihre schönen musikalischen Vorträge verdient. Die Stunden flössen leider nur allzu rasch dahin und als in früher Stunde der Trompeter Topp die Reveille schmet tertc und dann das Signal „Satteln und Packen" folgen ließ, sahen sich die alten Kavalleristen verdutzt ob der entschwundenen Zeit an. •• Zigaretten st euer. Im Interesse unserer zahl- reichen, mit der Zigarettensteuer unterliegenden Waren Handel treibenden Leser machen wir auf die einichneidende Bestimmung in § 15 deS Zigaretten st e 11 ergesetz es besonders aufmerksam, wonach derjenige, der sich goverbsmäßia mit dem Verkauf von Zigaretten, Zigarettentabat, Zigarettenhülsen und -Blättchen befassen will, dieß vorher der Steuerbehörde anzuzeigen hat. Die Anmeldung hat im Bezirk eines Steueramts bei diesem, im übrigen aber unmittelbar bei dem zuständigen Haiiptsteueramt zu erfolgen. Die Beachtung dürfte umsomehr erforderlich sein, als Zuwiderhandlungen gegen die betreffenden gesetzlichen Vorschriften mit besonders hohen Strafen, bis zu 300 Mk. geahndet werden. •• Vorl esung von Ernst Zahn. In unserer Vornotiz hat sich ein Irrtum eingeschlichen, Ernst Zahn wird nicht am 25., sondern am 2 8. Oktober in Gießen lesen. ** Fclddiebstahl. Ein Wärhter des Gießener Wach- unb Schließ-Instituts begegnete auf der Lahnbrücke einem Manne mit einem Bund Weiden. Als der Mann den Wächter sah, warf cr das Bund von sich, wobei einige Kraut- und Gcmüseköpfc auf die Straße rollten. Die Polizei stellte fest, das; die Weiden und Gemüse in der Nähe des Windhofes gestohlen waren. Landkreis Gießen. -m. Langd, 7. Olt. 'Als Nachfolger des am 1. Juli von hier versetzten Pfarrers Lahr wurde gestern der neue Ortsgeistliche, Pfarrer Tr. Gg. Koch, durch den Dekanatsvertreter, Pfarrer B ri 11- Ober-Widdersheim, in sein Amt ein geführt. Der neue Geistliche war seither Bibliothekar an der Universität in Gießen. Seiner ersten Predigt hatte er die Texlesworte Ioh. 17, Vers 3: ,Ta8 ist aber daS ewige Leben, daß sie dich, daß du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Iesum Christum, erkennen* untergelegt, und andächtig lauschten die zahlreichen Kirchenbesucher seinen Worten. Der Kirchengesangoerein verherrlichte den Gottesdienst durch Vortrag eines LiedeS. — Nächsten Sonntag findet die hiesige Kirchweihe statt, die eine der letzten in hiesiger Gegend ist. Märkte. G’icfeii, 8. Okt. 9?‘ 0 rf tbert -f't. qnf heutigem 0 eben- markte kostete: utter das 1 stmd 1,20 — 1.30 vübnereier 1 Stück 9—10 ! sti.. 2 Stück 00 Pkg., Enteneier 1 Stück 10—0 Pig., Gausecier 1 St. 20 Pst, Käse das Stück G—8 1 fg„ Kasematte 2Stück 5—6 1 ig., Hammelsteisch vr. Tfö. 70—90 Psg., Kartoffeln pr. 1>«) 'Li 4.50 bis 5.00 Alk., Weißkraut das Stück 7 bis 15 Psg^ Zwiebeln oer Ztr. 6,00—7,00 '1’1 L, Milch das Liter 22 Nüsse 100 Stück 50—60 Psg., per Ztr. 0—00 Mk* Birnen das Ptund 10 bi8 15 Psg., Zwetfcben der Ztr. 3.50 — 6 Mk., Aepsel der Zentner 6 bis 15 Mk. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. F.C. Wiesbaden. Vlehh o» -M arktdericht vom 7. Okt. Austrieb: Dxinber 11 (Ochsen 70, Bullen 0, Kühe 40), Kälber 59, Schafe so, Schweine «uw. Marktverlan': Rinder bleibt bei regem Geschäft Ueberftanb. Bringt rosige Wangen und blühendes Aussehen. Man achte auf das Wort „LECIFERRIN“ Preis M. 3.-, überall erhältlich. „Galenus“, Chemische Industrie, G. m. b. H., Frankfurt a. JL Mk., Hühner vr. St. 1,<>0—1,60 Mk., Mk., buten vr. St. 2,00-3,00 Mk., Ochsen'leisch vr. Pfd. 92-100 WgN *iKuhfleifch 80 Pst^ Schweine» ., Kalbfieiich vr. Pid. 92—96 Lig., Dcrmifditvs. * D i e Einweihung des ersten Kaufmanns -Erholungsheims sand am letzten Sonntag in feierlichster Weise in Tra 11 nstei 11 statt. Um 1/212 Uhr traf der Sonderzug mit Prinz Ludwig von Bayern und Staatssekretär Delbrück ein. Tie ernsten Töne eines Männerchors der vereinigten Gesangvereine Traunsteins erklungen. Tann begrüßte Präsident B a 11 m die Gäste mit einigen Worten des Tankes und einem kurzen Rückblick auf das Wachsen und Werden. Nach einer Ansprache des Bürger Meisters Tr. Vonficht, der die Freude der Stadt Traunstein darüber zum Ausdruck bringt, daß in ihren Manern das erste Heim der Gesellsckxift Platz gcsuiid.'n habe, begann Kommerzienrat Psch 0 rr, der Präsident der Handelskammer München und Präsi- biahnitglieb der Gesellschaft, die Weiherede, in der er auf die große hpgienisckie, nationale und soziale Bedeutung der Heime hinwies, die im Kriegsfälle der Armee als Lazarette zur Verfügung gestellt werden. Ministerialdirektor von Meiuel sprach in Vertretung des Ministerpräsidenten Freiherrn von Hertling die wärmste Anerkennung der baperischen Negierung für diese dem Staatswohle in hohem Maße dienenden Bestrebung^ aus und gab eine Anzahl Auszeichnungen bekannt. Staatssekretär Delbrück brachte die Glüuckwünsche der Reichisregierung, sie ver folge das Wachstum der segensreich wirkenden Gesellschaft mit Aufmerksamkeit und aufrichtiger Freude. T-ie Neichsregierung sei sich dessen bewußt, daß hier ein Werk machtvoller Selbsthilfe geschaffen worden ist, welches in vorbildlick-er Weise eine .Lücke sozialer Fürsorge schließt, die bisher bitter empfunden wurde. Es etfolgten dann noch zahlreiche Ansprachen von Vertretern von Handelskammern und kaufmännischen Vereinigungen. Um 2 Uhr sand große Festtafel statt. Prinz Ludwig feierte in seiner Rede die große nationale Bedeutung der Gesellschaft, die weil über den Kaufmannsstand hinaus Segen stifte und ein leuchtendes Beispiel dafür sei, was deutscher Idealismus, deutscher Gemeinsinn und deutsche Tatkraft vermöchten. *'Ein schwerer Automobilunfall. Nach einer Meldung aus Philadelphia stießen im Fairmount- Park zwei Automobile, die keine Lichter angezündet hatten, während der Dämmerung an einer Biegung mit großer Gewalt zusammen. Wenige Sekunden später rannte ein drittes Automobil in "den Trümmerhaufen und zerschellte gleichfalls. Acht Personen wurden getötet und eine schwer verwundet. * K i r ch e n r ä u b c r. In der vergangenen Nacht drangen Einbrecher durch ein Fenster in die Wallfahrtskirche zum Heiligen Rochus in Bickendorf-Köln und versuchten die goldene Monstranz zu stehlen. Sie raubten aus einem Reliquienschrein zwei Gefäße mit Reliquien und richteten in der Krrche eine große Zerstörung an. Zprachccke der Allgemeinen Deutschen Lprachvereinr. ' Die internationale Terminologie. Einer unserer ersten Gelehrten hat einmal gesagt: .In der höheren Technik, m der technischen Chemie, den Ingenienrivisfenschafien arbeiten stets Die besten Köpfe aller Volker weiteüernd an den gleichen Problemen und bebüden dazu einer gemciniamen Terminologie " Wirklich? In gewissem Aiaße ja': es gibt Tinge, die in den meisten Weltsprachen mit demselben Worte bezeichnet werben. Aber es gibt zahllose neueste Erfindungen, die in den drei Hauptsprachen ganz verschieden ausgedrnckt werden, ohne daß der internationale Verkehr auch nur im geringsten darunter litte. Zum Beweise gibt Engel in seiner Deutschen Stilknnsl folgendes Nebeneinander aus der Elektrotechnik: Blutbildend, Nervenstärkend, Appetitanregend. \ orzugheh für die Allgemeinernährung, speziell bei Nervosität und in der Rekonvaleszenz, Schlachtviehvreise in Frank t u r t a. TI. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 85—10 Mk. ' , Kg. Schlachtgw. 85-1101U. '/. , ' , 87-90 „ 7. Kg. 92-100 Psg. ’4 92—98 , ", , 90-110 , Getreidepreise in Mannhei m Brolvreise m Gießen Weizen l()ü Kg. 21.2V 21.75 Mk. Nogaen 100 Kg. 18.50 - 00.00 Mk. V'. 1 mb rot - Kg. 62 big., Schwarzbrot 2 Kg.54 Psg. Okt 1912 Barometer aus 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke (Brat) bet TttDÖltung in 3cbnt«l der fichid Himm«I»fl. Wetter 7. '53,4 97 4,1 46 NNE 2 0 Sonnenschein 54,3 36 4.6 77 NE 0 $Uarer£)immcl >54,2 0.2 4,2 91 NW 2 1 Diinst, Reis Vermietungen [ 7 Zimmer 3n uns. Neubau tkevlerftr. 8 ift p. fof. noch etnc7«3immer= Wohn, in d. HSingc, d.Neuz. «nlsvr. eingcr. u. mit Etagen- beiAimq versehen, au verm. *** Abermann dc Kling. 6 Zimmer Srltersrocfl (Sicntmu) L-Zimmer - Wohnung mit Bao und SeniralbciAiinn, mod. AuSstatt., A- v. 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