Zweiter Blatt 162. Jahrgang Nr- 284 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. J Schilf sollte, berühren die »panische Zone nur bei vorheriger Zustimmnna Spaniens. Streitigkeiten, die über die Anwendung des Vek» ELL-'N" Die „Siebener §ninliqe6qrünbliie| men mit Zucker’« hl MemKrftuter-NbuK 'viMNPs.I, möfl imet’ kräftiges @nraÜ3 Zucker’* Origirn iuter ■ Haarwau , ,125t außerdem ratil Mß Massieren beriol mit Zucker’*'pev.-i| iutcr-Haamährftti ie60$i.f. (YrobarlWi:? ^ponTauiendenbemu bei A. Noll, E. WH bel,L.Cchaas,b.-«m. Üilbiogcr, Drogerir i tichtz, Parfümerie. > | •Id-West kitergpiei der ^ianer und >owboys echirschGek rauen u.Mädlb«' rhalten uncntgclllit , at und Auskuif! tMMgtltii* lattatW»6®«* iiiags üontP/H In Hnniooh hinmiiMni ly. UUUldbll. MUM ^rtsgrum ©itlittL i loskunststck r $rauenbeni|t' stauen u. Mädchen fi Iten unentgeltlich fle i ib Auskunil für gl| eruie imaltenHlatbait । farktplatz U, TtenS^ ichmiltags von 6V> , Uhr. H polififcbc Tagesschau. Die schriftliche Beantw"rtu"q von kurzen Anfragen im Reichstage Der Abg. Behrens (Wirtsch. Vgg.) hatte, wie mit- flctätt, im Reichstage lurze Anfragen an den Reichs- kanzler gerichtot über die Eisenbahnverkehrs- stockungcn im Westen des Reichs und über die dadurch bedingte Ucberbürdunc^des Eisenbahnpersonals. Der Fragesteller hatte sich mit einer schriftlichen Beantwortung seiner Anfragen begnügt. Diese Antworten sind ihm f j e tz t z u g e g a n g e n. Sie lauten: Die wirtschaftlichen Schäden, die durch den Wagenmangel int Ruhrbezirk hervorgerufen werden, insbesondere die durch ihn an vielen veranlaßte Einlegung von Feierschnchten für die be teüigten Arbeiter sind dem Reichskanzler bekannt. Tic Ursache der Störung in der Wagenstellung ist in der Haupisack'e in Be triebsschwierigleiten zu suchen, die sich bei der Bewältigung des galt) außergewöhnlich gestiegenen Güterverkehrs in diesem Herbste auf einem Teile des Netzes der Preußisch-Hessischen Staalsbahnen — im Westen — gezeigt haben. Die Störungen haben den Minister der öffentlichen Arbeiten^ veranlaßt, das betroffene Gebiet selbst AU bereisen irnb eine Aussprache mit den Vertretungen des Handels und der Zndustrie herbeizusühren, nachdem bereits vorher der zuständige betriebstechnische Reserent des Mftiisteriums der öffentlichen Ärbeiten zur Unterstützung der Eisenbahndirektionen bei den betrieblichen Maßnahmen und zur Wahrung der Einheitlichkeit der zu treffenden Anordnungen abgeordnet worden war. Wie die Prüfung an Ort und Stelle ergeben hat, sindcküe Schwierig Teilen in der Abnahme begriffen, und es ist, falls nickt unvorhergesehene Umstände eintreten, auf eine baldige Gesundung der Äerhältnisse zu hoffen. Insbesondere ist auch das Lahn-, Dill- und Sieggebiet wieder in ausreichender Weise mit Brennstoffen versorgt worden. Um der Wiederkehr ähnlicher Zustände vorzubeugen, ist eine beschleunigte bauliche Ausgestaltung des westlichen Eisenbahnnetzes sowie die v c r ftärftc Beschaffung von Betriebsmitteln in die Wege geleitet. Zu der allseitig als dringend anerkannten Beseiftgnng der Verkeltrsstockungen im rheinisch-westfälischen Industriegebiete hat sich die Heranziehung des Eisenbahnpersonals zu außergewöhnlichen Dienstleisttmgen nicht vermeiden lassen. Zu seiner Entlastung ist eine große Anzahl von Kräften aus allen.Landesgebieten heran gezogen nwrden. Auch werde dem hanvtsächlich betrosfenen Personal genügende Ruhezeiten — nötigenfalls nachträglich — gewährt, und außerdem für außergewöhnliche Dienstleistungen besondere Entlohnungen bewilligt. L.SÜ« #11' . träges entstehen könnten, sollen gemäß der spanisch-französischen .Konvention von 1904 und der Haager Konvention von 1907 geschlichtet werden, mit Ausnahme der Fälle, in denen man diese Monoention im Augenblick des Entstehens der Meinungsverschieden heil ausdrücklich in gegenseitigem Einvernehmen außer Kraft setzt. Dem Vertrage ist ein Protokoll über die Eisenbah it_T a n ger - Fez angefügt. Danach werden Frankreich und Spanini in einer Frist von drei Monaten nach der Unterzeichnung einen allgemeinen Entwurf der Linienführung Herstellen, und die häuft sächlichen Bahnhöfe in ihren Zonen bestimmen. Sie werden in gegenfeitigem Einvernehmen die Punkte sestsetzen, an denen die Linie die diord- und Südgrenze des spanischen Gebiets über schreiten soll und im Einvernehmen mit den Behörden von Tanger die Linienführung von der Nordgrenze der spanischen Zone bis Tanger Die ganze Linie wird einer einzigen Ge s e l l s ch a s t k o n z e s s i o n i e r t w e r d e n, die sie int endgültigen Bauplan auszuführen hat und den Bau und deir, Betrieb der Linie übernimmt. Tie Gesellschaft kann die stonzefsion für keine andere Bahnlinie erwerben mit Ausnahme derjenigen Linien, die zum Hafen von Tanger führen. Sie kann jedoch den anderen Linien, die von Frankreich oder Spanien konzessioniert werden, den Anschluß an ihre Bahnhöfe nicht verwehren. Die Aktien und das Obffgationskapital der Bahn besteht zu GO Prozent aus französischem, zu 40 Prozent aus spanischem .stapital. Ter Verwaltungsrat besteht aus neun Franzosen und sechs Spaniern: ein IG. Mitglied einer dritten Nationalität >vird im Einverständnis mit Frankreick) und Spanien ernannt werden können. Ter Generaldirektor der Gesellschaft wird ein Franzose sein, der zweite Tirektor ein Spanier. In dem sranzösisch-spanischen Vertrage erhält Frankreich ii. a. territorialen Vorteilen weite Erzreiche in dem Gebiet zwischen Heb Draa und Sus, wodurch dem saharischen Hinterland ein neuer Zugang zum Atlantischen Ozean gegeben wird. Spanien b hält die Enklave Jfni. Frankreich bekommt im Norden einen Teil des sehr fruchtbaren und bevölkerten Tales Uergha, außerdem strategisch und wirtschaftlich bedeutende Grenzberichtigungen am Muluja und Lullos. Es bleibt nun noch über die Sonderverwaltung in Tanger im EinNange mit der allgemeinen Verwaltung des Reichs zu entscheiden. Konflikt zwischen dem Bischof Mllibrod Ben z ler und dem Abbe Thilmont, der bereits mehrfach deutsche Gerichte be> schäftigt hat. Abbe Thilmont gründete im Jahre 1891 aus Mitteln, die ihm Gönner zur Verfügung gestellt hatten, in Eber giningen eine Anstalt, in welcher verwahrloste Kinder auf rcli gi-ser Grundlage erzogen werden sollten. Diese Anstalt war das ureigenste Werk des Abbe Thilmont. Sie geriet aber schließlich in mißliche Vcrmögcnsverhältnrsse, so daß sic Abbe Thilmont an die Brüder der Shttstlichen Schulen verlaufen mußte. 'J(toe Thilmont, der ein guter Freund des verstorbenen Bischofs Fleck von Straßburg gewesen war, hatte sich von Anfang an in Gegensatz zu Bischof Benz l er gestellt. Als nun seine Anstalt von den Brüocrn der Christlichen Schulen übernommen wurde, verlangte der Bischof bezw. das Tomkavitel eine genaue Vermögensabrechnung, und als Abbe Thilmont sich weigerte, eine solche zu geben, wurde über ihn die suspensio a divinis ausgesprochen, d. h. es wurde ihm die Fähigkeit, Messe zu lesen und andere Funktionen als Priester auszuüben, unterbunden. An diesen Streit knüpften sich eine Reihe von Beröffent lichungen, mit denen zunächst Abbe Thilmont auitrat. Unter anderem richtete er an den Landesausichuß eine Beschwerde über Bischof Benzler die er später als Broschüre verbreiten ließ. In dieser Broschüre sind eine Reihe von scharfen Wendungen ent halten, die sich auf Bischof Benzler beziehen und dessen Ber halten ihm, Abbe Thilmont, gegenüber kritisierten. Es wird darin behauptet, daß Bischof Benzler sich nicht immer schöner Mittel bediente, daß er die Entscheidung der römischen Monere gration fälsche und kindische Kunstgriffe gebraudK, um besser die öffentlict)e Meinung täuschen zu können. Weiter wird dem Bischof vorgeworfen, daß er sich weder um das bürgerliche., noch um das kirchliche Gesetz kümmere und die Gewissen vergewaltige. Ein Teil dieser Broschüre war von dec hier erscheinenden sozial- demokratisck-eu. „Freien Presse" verössentliclst worden. Bischof Benzler hatte sowohl gegen den verantwortlichen Redakteur der „Freien Presse", Redakteur Fischer, wie gegen Abbe Thilmont Strafantrag wege,i öffentlicher Beleidigung gestellt, dem auch stattgegebcn wurde. Einbezogen in die Klage wurde ein Artikel im „Journal d'Alsace", der die Ueberschrifl trug: „Ter- Bischof als Pamphletschreiber". Zunächst verhandelte die Strafkammer gegen Redakteiir Fischer. Dieser verteidigte sich damit, daß er die Angaben des aus der Broschüre entnommenen Artikels für wahr gehalten habe, zumal sie von einem Priester herrührten. Der Gerichtshof verurteilte Fischer zu 300 Mk. Geldstrafe, eventl. 30 Tage Gefängnis. In der Begründung des Urteils wurde ausgeführt, daß der Inhalt der Broschüre überaus ungetvöhnlich gewesen sei: es könne daher dem Angeklagten nicht so schwer angerechnet werden, wenn er seinen Lesern von dem Skandal Mitteilung nrachte. In der daraus folgenden Berhandlimg gegen Abbe T h i l - m o n t hielt dieser zunächst eine drei Stunden lange Vetteidi gungsredc, in welcher er den Nachweis zu führen suchte, daß er von dem Bischof bezw. dem Domkapitel in allen seinen £>anb' hingen schikaniert und zu Unrecht behandelt worden sei. Er kam da bei auch auf die. Umstände, und Vorgänge bei der letztem Bischoiswahl zu sprechen, wobei er durchblicten ließ, daß der Daß des Bischofs Benzler gegen ihn dadurch entstanden sei, daß er «Abbe Thilmont, in Rom für die Wahl des Weihbischofs Zorn von Bulach gearbeitet habe. Nach kurhcr Beweisaufnahme k a m auf Anregung des Vorsitzenden ein Vergleich zu stände, ^Ibbe Thilmont erklärte sich bereit, seine Anschuldigungen mit Bedauern zurückzunebmen, worauf der Vertreter des Bischofs die Zurücknahme der Klage in Aussicht stellte. Adreßbuch 19(5. Die L«chstaben IV bis Z des alphabetischen Namensverzeichnisses liegen am 3. und 4. Dezember zu jedermanns Einsicht in unserer Geschäftsstelle offen. Verlag der Adreßbücher für die Stadt und den Kreis Gießen Schulstrahe 7/9. Au» Stadt «nv 6an6. Gießen, 2. Dezember 1912. — Ordensangelegenheit. Der Groß Herzog hat bem Kolonnenführer der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu Alzey I. Schmitz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm von dem König von Preußen verliehenen Note Kreuz-Medaille 3. Klasse erteilt. ** Personalien der Handwerkskammer. Finanzaspirant Wilhelm Schüttler zu Darmstadt wurde ziim Handwerkskammerassistenten ernannt. •• Handwerkskammer. Am Freitag fand zu Darmstadt eine VorstandSsitzuttg statt, in der die Re - vision der gewerblichen Genossenschaften, ferner die Abgrenzung der Gefellenprü fllngSbezirke, besonders die Neueinteilung einiger Bezirke der Streife Mainz und Bensheim behandelt wurden. Die längeren Verhandlungen über die Bäekcreiverordnung konntert zum Ab- fchluß gebracht werden. AuS den, Gebiete des Ver- d ingungswesens wllrde beschlossen, die privaten Verdingungs-Protokolle auf die daS Handwerk schädigenden Bestimmungen einer Prüfung zu unterziehen und deren Beseitigung in die Wege zu leiten. "Vortrag über die chinesische Revolution. Der Vortrag, den am Donnerstag, 5. Dez., der Missionar Martin Maier im großen Hörsaale der Universität über dir chinesische Revolution halten wird, darf ein besonderes Interesse beanspruchen. Allerdings ist in den letzten Wochen Ehma durch die Vorgänge auf dein Balkan etwas in den Hintergrund gedrängt worden. Aber beide sind doch gleichermaßen Etappen in der Auseinandersetzung zwischen Eilrova und Asien. Und wenn längst im Balkan wieder friedliche Zustände eingekehrt sein werden, dann erbebt im Osten die gelbe Gefahr ihr Haupt, d,e gelbe Gefahr, über die vor einigen Jahren Missionar Maier in so überaus fesselnde, und anschaulicher Weise vor einer stattlichen Zuhörerschaft zu unS geredet hat. Am Donnerstag hat er allerdings mit einer starken Konkurrenz zu kämpfen, einem Lichtbildervortrag in der großen Aula. ?lber unser Gießen hat doch Menschheit genug, um zwei solcher Vorträge zu füllen. Kreis Büdingen. rm. Lind heim, 1. Dez. Tie hiesige H a ushaltungS- '"chule hielt am Samstag ihre Schlußprüfnng ab, wobei Abg. Bähr die Landwirtschaftskammer vertrat. Rach der Prüfung hielt Pfarrer Bähr eine Ansprache an die Prüflinge, wobei nach anerkennenden Worten deS Abg. Bähr die Zeugnisse und Andenken zur Verteilung kamen. Tie Schülerinnen bewirteten hierauf ihre Gäste durch Kaffee und Gebäck und lieferten damit einen Beweis ihrer erfolgreichen Tätigkeit. Kreis Alsfeld. A Ruppertenrod, 29. Nov. Ein großes Trauergefolge begleitete heute die Leiche des Kaufmanns und Beig. Keiber zu Grabe Der Verstorbene war weit über da? Weichbild seines Heimatortes hinaus bekannt. Aus kleinen "Anfängen heraus hat er sein Geschäft zur Blüte gebracht. Die Gemeinde vertraute ihm verschiedene Ehrenämter an; 47 Fahre lang war er Beigeordneter. Als solcher empfing er 1907 das Ehrenzeichen für treue Dienste. Die Begleitung des Krieger- und Gesangvereins, die Grabrede des Pfarrers Fung und der Gesang des Schülerchores gestalteten die Begräbnisfeier recht erhebend. Unter den Kränzen, die das Grab bedeckten, sanden sich solche von den Buderusscheu Eisenwerken, von der Gailschen Dampfziegelei in Gießen und von der Nationalliberalen Partei. Kreis Lauterbach. —r. Lauterbach, 30. Nov. In der Gemcinde- ratssitzung wurde die Anschaffung einer Turbine beschlossen, die in die im Besitz der Stadt befindliche Spittelsmühle eingebaut und das städtische Elektrizitätswerk in ununterbrochener Stromlieferung unterstützen soll. Die Turbine soll in der Hauptsache Strom für Speisung der Nachtlampen liefern und etwa 5 bis 10 Pferdestärken entwickeln. Von den Abnehmern des städtischen Werkes, die den Strom zu Haushaltungszwecken (Bügeln, kochen, Heizen usw.) benutzen, ist die Anwendung des billigeren Äraststromtarifes gewünscht worden. Um dieser Art Stromlieferung mich fernerhin die Wege zu ebnen, wird die tostenlose Aufstellung von sog. Vergütungszählern beschlossen. Die Genehmigung des st ä d t i s ch e n Nutz- holzvertaufes, welcher mit gegen daS Vorfahr erhöhten Preisen erfolgt ist und von der Großh. Oberförsterei dahier im Submissionswege besorgt wurde, wird erteilt. — Die Festsetzung der Jahrmärkte für 1913 wird unter Berücksichtigung der Konkurrenz benachbarter Städte vorgenommen. Es sollen 9 Märkte abgehalten werden und zwar Mittwochs (Prämienmarkt als Hauptmarkt nm 10. Juni». — Von der Einführung einer Warenhaus- fteuer wird abgesehen, weil hierfür in unserer Stadt die Voraussetzungen zurzeit noch nicht gegeben sind. — Die zur Prüfung vorgetegte S tad t rech nun g für das Rechnungsjahr 1911 schließt mit 469 183 Mk. ab. Die Rechnung der A r m enka s s e für 1911 weist an ordentlichen Einnahmen 6810 Ml, a» Ausgaben 8210 Mk. auf, so daß die Stadt einen Zuschuß von 1900 Mk. zu leisten hatte. — Der Armentasseuvoranschlag für 1913 wurde geprüft und gutgehcißen, er erfordert gleichfalls einen Zuschuß aus der Stadttafse und zwar in Höhe von 2500 Mk. — Auf eine Anfrage erklärt der Vorsitzende, die gelegentlich einiger Vorkommnisse (Auftreten von Wasser in manchen Häusern) aufgetauchten Zweifel an der -Zweckmäßigkeit der Anlage unserer neuen Kanalisation für durchaus unbegründet und verweist auf die bei Inbetriebsetzung jeden neuen Werkes zu gewärtigenden Zwischenfälle, ferner aus die Verwendung ungeübter Arbeiter, sowie verkehrt angewandter Selbsthilfe als die wahren Ursachen der vor- gelommenen vereinzelten Störungen hin. Die Anlage sei in dem für unsere Stadt allein richtigen Doppelsystem (getrennte Schmutz- und Regenwasserleitung > ausgeführt, keineswegs etwa fehlerhaft konstruiert und werde sich zweifellos auch in Zukunft in jeder Hinsicht bewähren. Kreis Friedberg. r. Butzbach, 30. Nov. (G eure in de ra tss itzun g.) Anwesend: Bürgermeister Flach, Beigeordnete- Heil, die Gemeinderatsmitglieder Braubach, Grauer, Heil, Hend, Küchel, Müller, Oppenheimer und Tröster. Bürgermeister Flach berichtete, daß wegen Sanierung der B n tz b a ch — L i ch e r Eisenbahn eine weitere Bürgermeisterversammlung hier stattgesmiden habe und von der Versammlung das Gemeinderatsmilglied Tr. Bogt beauftragt worden sei, mit der Firma Lenz n. Eo. in Berlin endgültig zu verhandeln. Herr Dr. Vogt weile gegenwärtig in Berlin und habe mitgeteilt, daß die Verhandlungen im Gange seien — Am 2. Dezember, nachmittags 2 Uhr findet im Rachaussaal die Wahl eines Mitgliedes zum .Kreistag statt. Die Einladung sämtlicher GemcinderatSmitglieder mit Ausnahme des Herrn Tröster, der zu den Höchstbesteuerten gehört, wurde bekannt gegeben. - Tic Anschaffung eines neuen Kassenschrankes für die hiesige Stadckasse wurde genehmigt. Die Lieferung desselben soll dem Herrn Friedr. Krogmann in Gießen übertragen werden. - Die Eingabe des Eisvereins Butzbach an die Feldbereinigungskommission wegen Zusammenlegens des dein Kugcstzaus- und Armenfonds gehörigen Geländes an die jetzigen Eiswiesen soll bepirru ortet werden. - Tic Erhebung eine. Billettsteuer wurde abgelehnt. — Beigeord neter Heil wurde beauftragt, wegen Beseitigung von Aesten der Alleebäume in der Tannusstraf', die den angrenzenden Grund besitzen! Sckiaden verurfackten, das Erforderliche zu veranlassen. - Herr Müller beantragte, die Stelle eines Vorarbeiters aus zuschreiben. Dieser Gegenstand wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Starkenburg und Rheinhessen. ch. Bingen, 29. Nov. Die heutige Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte sich mit der Teuerungsfrage zu beschäftigen. Ein Antrag des sozialdemokratischen Wahlvereins tritt an die Stadtverwaltung mit dem Verlangen heran, daß diese entsprechende Maßnahmen zur Hebung dieses Notstandes unternehmen soll. Hierzu teilte der Bürgermeister mit, daß er sich mit der hiesigen Metzgerinnnng ins Benehmen gesetzt habe, von dieser jedoch eine abschlägige Antwort erhalten habe. Die Innung habe auf die Frage, ob sie bereit sei, die Fleischversorgung in der angedeuteten Richtung gemeinschaftlich mit der Stadt zu unternehmen geantwortet, daß weniger Schlachtvieh gebraucht würde und man mangels geeigneter Müt)Iräume dem Verlauf von Gefrierfleisch nicht naher treten könne. Nach einer Aussprache wurde die Angelegenheit dem Finanzausschüsse überwiesen. En Antrag des gleichen Vereins, dem auf dem hiesigen Wochenmarkte eingerissenen Ankauf von Waren durch die Großhändler ein Ende zu machen, wurde gleichfalls an den FinanzauL schuß überwiesen. Heffen-Raffau. — Hüttengesäß, 29. Nov. Ter von Lorbach gebürtig c Taglöhner Jobs. Dadk, der bei einer hiesigen Dresch, maschine beschäftigt war, geriet heute mit der linken Hand i- die Strohpresse, die ihm die Hand zergu tschte. Ec wurde in das Krankenhaus nach Büdingen verbracht, wo ihn ein Finger abgenommen werden mußte. ---Frankfurt a. M., l.Dez. Das l e n kb are Luf i. schiff haben wir alle seinen Siegeszug durch die Weit machen sehen. Nun kommt ein Ingenieur auf den Gc. danken, das Luftschiff unbemannt zu lassen, es von Erdboden her, aus irgend einem verborgenen Winkel heraus, zu steuern. Derselbe Funte, der drahtlos von Kontinent zu Kontinent Telegramme sendet, ist verstärkt, läßt Elektro, motore angehen und stillestehen, je nachdem sie abgestimmt sind, und setzt so Schrauben in Beivegung, die das Lust schiff steuern. Der Ingenieur Bohle, der' Erfinder dieses unbemannten Ballons drückt auf einen Änops seiner Tast?, tur, und aus der Gondel des Luftscknffes fallen explodierend die Wurfbomben. Die kolossale Tragweite einer derartige» Erfindung für die Praxis des Kriegswesens liegt auf bet Hand. Der Circus Sarrasani, der Ingenieur Bohl zur Vorführung seiner Erfindung innerhalb seiner Vor stellungen gewann, bringt hier eine besonders aktuelle Tax bietung. vermischter. * 23 o n ei nem verwegenen Ausrcißcrstück be-- richten die Straßburger Blätter Danach überfielen zwei Höst- linge des Arbeitshauses in Falzburg ihren Ausseher, nahmen lhni Kleider und Schlüssel ab und verließen unbehindert die Anstalt In einem Nachbarort kehrten sie in einer Wirtschaft ein, wo der eine als Gefängnisauffeher Verkleidete den andern an der .stelle führte Ter Aufseher erzählte, daß er den ausgerissenen Arbeitshäusler gefangen habe: nun habe er Hunger und Durst und der Straf ling auch, er bitte den Wirt, ihnen Essen und Trinken zu geben und die Rechnung der Gefängnisverwaltung zuzuschicken (?:• wird behauptet, die Verwaltung habe die Rechnung tatsächlicl' auch bezahlt. Ob eS sich bei dieser letzteren Behauptung nm einen Witz handelt, oder ob sie zutrifft, wird sich wohl nvlb aufklären. Kleine Tageschronik. In New 'Dorf ist in einem elenden Raum, in dem lir seit vielen Jahren in Gemeinschaft mit 15 Katzen hauste, die 70jährige Oktave Friedrich, die über ein Vermögen von f ü n s-M illioncn Dollars verfügte, tot aufgefintben worden Der Tod ist durch KohlengaSöergiftung eingelretcn. Süchettifch. — E i n ehrendes Zeugnis deutscher Tatkraft liegt vor uns. Es ist das Werk „Born Kongo zum Niger und Nil" (gebunden 20 Mk.), das soeben in zwei prächtig ausgestatteten Bänden bei Brockhaus erscheint, gerade rechtzeitig für Weihnachten Ä erzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg, ber- gegen wattige .kaiserliche Gouverneur unserer Zkolonie Togo, bettchttt mit seinen Begleitern über seine letzte große Afrika-Expedition, tron der er erst im vorigen Jahre zurückgekchtt ist. Sie Hal über Deutschlands Grenzen hinaus allgemeines Aussehen erregt durch die hervorragenden Entdeckungen, die ihr beschieden )Daren. Reiche Schätze für die deutschen Museen und Zoologischen Gatten formte der Herzog Heimbringen Aber die Eroberungen für die Wissen schäft waren nicht ohne Kampf. .Mriegerifdr Verwicklungen hemmten die Expedition, und die Natur öffnete ihr Arsenal au Schrecknissen, um die glückliche Durchführung der Haupt und der Teil expedition aufs äußerste zu erschweren. Der Titel „Vom Kongn ,’vum JRiger und Nil" läßt ei kennen, welch ausgedehntes Gebiet der Sck»aiiplatz der Expedition war. Jeder der Führer der Teil' cxpedittonen erzählt in charakteristischer Weise seine Erlebnisse und Erfahrungen, und die verschiedenen Berichte schließen fiö> zu einem fesselnden Ganzen zusammen. Der Herzog selbst cr> forfdrte die Geknetc des riefiaen Tsckwd-Sees und seines mächtigen Zuflusses des Stfxiri. Er Italic sehr interessante Erlebnisse mii den prachtliebendcn Sultanen jener uralten Negerreiche, in denen ein Stück Mittelalter wittnrerstanden erscheint, und er versteht r: ausgezeichnet, die deutsche und die iranzösische Kolvnialverwal lung in ihren Vorzügen und ihren Gegensätzen zu charakterisieren und auf Erstrebenswertes in unseren Kolonien hinzu weisen. Sein treuer^Begleiter und Adjutant Hauptmann v. W i c j c drang vom Schart durch die riesenhaften Urwälder des Uelle-Gebiett auf die weiten Steppenflächen des Nilbeckens hinaus. Dabei machte er Bekanntsckwft mit Stämmen, die zu den grausamsten Meufchenfrcfsern gehören. Auch der Zoologe Dr. Schubotz durchgucttc dieses Urwaldgebiet. Es war ifjm das außerordentlich seltene Gluck beschirden, ein nahezu sagenhaftes Tier zum crjW male in frischgeschoftenem Zustand photographieren zu fönnflt. Dieses Tier, das berühmte Okapi, ein Bewohner des tiefsten ajrikanifcken Urwaldes ist so scheu, daß es Europäern noch niemals geglückt ist, das Tier lebend zu f-eben. Der schwarze Jäger des Dr. Schubotz erklärte, die Europäer seien für die Jagd auf das Okapi zu dumm und machten zu viel Lärm. Schnbotz entrollt ein überaus anheimelndes Bild von einem irdischen Paradies, und man gewinnt mit ihm das Volk der Mangbettu außerordentlich lieb, stimstmaler Heims versteht es nicht nur, die Leutchen, mit denen er in jenen unbekannten Gebieten.zu tun hatte, im Bild festzul,alten, sondern sie auch trefflich zu schildern, und mit x’clxtgcn lieft man den Bericht von seinen mannigfaltigen Er lebnissen. Auch seine Freundin Simba, die Löwin, die inzwischen Berlinerin geworden ist, gewinnt die Sympathie des Lesers durch ihre Backfisch streiche. In ein ganz unbekanntes Giebict Süd kameruns führt uns Dr. Sck u l tze. Ein ungeheuer dichter Urwald verbirgt reiche Sckxive, und zum erstenmal erfährt das deutsche Publikum näheres über Land und Leute in diesem zu kunftsreichen Gebiet. Zwerge und Menschenfresser bc Völkern den Urwald. Der Forscher hat es verstanden, mit den Zwergen, den Jagern des Urwaldes, die als Uhr ftnii. Ne Uebcrichiis r Vislm 292 Unutriflllbiirki Prospeklc uni B Wcbr. Miut K. Vob», ßjv k|ei höheem ,um Ho,Pianist HnOk )n(crHTOehn zSA zul)0]epa(l( Binions rföweuaasfe 20, Tclcvbon 002 Fritz Kosen bau in nlonnp Vestal tungsgcrtosseuschaft gHiyUl Gchretververeinigung Gießen [09874 Uhr stall Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgelicbte, unvergeßliche Tochter und Schwester Margarethe im Alter von 22 Jahren, in ein besseres Jenseits abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Philipp Frank. Großen'Buseck, den 2. Dezember 1912. Tic Beerdigung findet DienStag nachmittag MMit Sachen — wie Hüte, Blumen, Federn, Schleier, S KH ÄÄ ® 8 8H Schürzen, schwarze ScIdenstofFe, Cr6pe, schwarze 3 El 7rx8 NI ö jgsg S Hals-Ketten. Krawatten, Handschuhe usw. usw. s i OoOi ’ A. Salomon & 0*^ Tel.249 Cöln a. Rhein, 2. Dezember 1912(Luxemburger St-:issc 42), 09873 Ruppertenrod, 30. November 1912. 7830 *€inoteum* Teppiche Linoleum-Käufer Tisch* Linoleum Thachs- und ^eder* Tuche dfapan- u. tfhina 9ftaffen Jfohos- ^hatten u. - Käufer 7529 Brandplatz 1 ,EckcSchlossgasse über 2500 Kunstblätter ständig am Lager Als vornehme Weihnachts Geschenke Marmor Bronzen Töpfereien Kunsthandlung | j Z 8 T"% ™> Kunst-Salon U. “ ! 11 311 Originalpreisen bei . ä Mk. u. höher echtem Leder Telephon 460 Seltersweg 22 7834 Tt-iir jeden Hanübalt 5K Perzina-Migison Carl Stückrath Metzger 'Jinrbf [hv»/. 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W Berichte schließen -■ Ter Herzog selbst rg $ und seines mächa-M Tciionlc ErlebnisstM diegerreichc, inl»W eint, und er verM 'M ösischtKolvnialvemM ätzen zu dtarofteniicre uen hinzuiveisen. -M un v. Viele kuD lder des Uellc-ti| eckens hinaus, i: zu den grauiact ologe || lnn das auMordkW ,astcs Tier zum erm ■, gravhicren ju loij- Bewohun des na« 5 Europäern md)Ji t. SetlWM feien sür die !ärm. SM* -SS erstenmal eE MS achten- ^sl ’ wlr^ .ZW AK El M3BBM—M—«j Weihnachfs= | Präsent=Kisichen enthaltend 5 gan^ze Flaschen Boehl Extra Dry, a Mk. 3.75 pro Flasche, zuzüglich Tcklstcucr sowie die Marken Kaiserblume =>sund schwarze marken' ulscher Tatkrit: I w zum Niger und^ prächtig ausgestalt«! ij T Et A I EH II i'TE I ja19/11 A.Saloinon &C'ie. | Wer bei Entkrästuna, schwäche und Abaesvanntbeit eines Mräftinunavnüttck' bedarf, kann nichts besseres tun, als Altbuchhorster Mark- npradcl Stai’kqiielle trinken. 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