Nr. 206 Zweites Blatt 162. Jahrgang Lachem! täglich mit AuLnohin« des Sonntag». ee 180 Pi £anöcspartcitag der hessischen Sojialöcniofratie. Der italienrsch-türtische Krieg. » n v V/r ‘K-rliner Universität eine Entschließung angenommen, in der eS u. a heisst: Der Preis der VebendmittcC insbesondere der Flctfchprene. . Gler$flih.v fatrfoME Luftschisfahrt. Der Flog „Rund um Berlin^. Aus Berlin wird uns berichtete Ter vom Berliner Verein iür Lumckiyahrt, dem Kaiserlichen Automobilklub und dem Kaiserlichen Aeroklub veranstaltete Wettslug „Rund um Berlin" bedeutete eine sportliche Veranstaltung, wie sic in diesem großen Rahmen die Reichshauptstadt bisher noch nicht gesehen hat. Tas Protektorat über den Wettslug hatte Prinz demokratische Kommunalprogramm soll einer Revision unterzogen werden Der seitherige ModuS bii Beigeordnelemvahlen nur einen ausgesprochenen fo». Sian -1 bibaten auszustellen, wird in anbetracht der veränderten Land- Montag, 2. September 1912 Rotationsdruck und Verlag der vrüdl'sche» Universität» - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Dießen. :onw it« bei der irungsA’r. >1. 912, te. 65 ' 70 14.96141961 lillionen Ml- ! Millionen un(t darr', nkfarl a.1 Hof, K>ix-_ Mm ,unS nqr, Tie „•iefcener Samilteeblitter1* werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da» „KrelsHett fir den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Die ..landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich jioeunal. sführuns. * tadeN«* j, Uefert " itlerei d« - die ihm bezüglich der Gestaltung der hrrtli(L*n Ttngc zuuehen, so gut w>e gar mdji» imfc Gefchnedt enva*. um es darüber wirksam auftuflärcn? Wünsche man das and) nur in gut kirchlichen Arenen? ^ürduct man sich nicht vielmehr davor? Ern wenn unsere sog. uttUidxn Walneu wirkliche Wahlen werden, kann es ivieder aufwärts gehen mit unserem lirchlidun Leben Manches könnte dazu geschahen in rein äußerlicher Hinsicht 3 B daß die Ankündigung nickt bloß in der Äirdie und burd) Au-dang, sondern durch ortSübluke Bekanntmachung unb, wo eine solche vorbanden, auch durch die Preise ersolgte. Vielleicht auch, bah als Wadilolal nicht die Äirdx, sondern der auch für andere Wahlen als Wahllokal dienende Raum benutz würde. Vor allem, daß die Presse hd) dieser öfientlidxn Angelegenheit annähme und aufklärend auf die Bedeutung und Bedeutsamkeit Redaktion. Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Verlag: eobl. Redakt^n:e-EHS.rel.-Adr^Anzeiger«>ebeti. Kirchliche Wahlen. IL Aber eS ist bod) auzf) nicht die Gleichgültigkeit deS „Laien- dnnents" allein, die an der gegenwärtigen Intereiselofigkeil gelt nüber den kirchlichen Dingen überhaupt unb bei, hrdihdien kahlen insonderheit die Schuld trägt. Diese Gleichgültigkeit liüßtc zu überwinden fein, wenn in den Trägem deS kirckt,d>en ">-ebankenS selber ein wtrNich ernster und zielbcwußter Wille u ihrer Uebcrroinbunp vorhanden wäre. Hier also liegen ganz :wesentlich mit die Ursachen der heutigen Misere Und zwar ist .fc eine gewisse Unzulänglichkeit und Rückstand,akeit des Denkens. He sich nicht sowohl in den kirchlichen Behörden und Cbcr bebdrben, als vielmehr besonders in den Sirenen der Dräger deS aeistlichen Amts und der nicht gleichgültigen, also gerade der m&bök sind fortdauernd im Steigen, und haben gegenwärtig eine Höhe erreicht, die eine äußerst fdunere Gefahr für die Er nährung und damit für die Gesundheit deS deutschen Volkes darstellen. 9Ule Versuche der sog Vertreter in den Parlamenten Maßnahmen zur Abhilfe zu sclzassen, scheiterten bisher an dem krassen Egoismus der herrschenden bürgerlichen Parteien und ihrer Geschäftsführer, der Regierungen. Angesichts der nun eingetretenen gerbaju unerträglichen und schmachvollen Zustände ist die sozialdemokratische Parier verpflichtet, im Interesse der hungernden Massen deS arbeitenden Volkes erneut den schärfsten Protest gegen die kulturfeindlich'' volksausraubende Politik der Herrschenden zu erheben. Der Landesparteilag erhebt auch feinerfeits Protest gegen diese Politik und fordert zugleid) entfdiicben die Durchführung der zur Ab- hilfe des Notstandes nötigen schleunigen Maßnahmen, Sus inmicrung der Lebensmittelzölle, Dehnung der Grenzen für Schlachtvieh usw., ebenso die baldige Einberufung deS Reichstages zwecks Herbeiführung dauernder Abhilfemaß nahmen. Der Parteitag fordert zum Schluß alle Volksgenossen auf, an der demnächst einzuleitenden Massenkundgebung gegen die Fleischteuerung auch in Hessen einhellig teilzunehmen und damit die in den Parlamenten und Gemeinde Vertretungen zu unternehmende Aktion auf daS kräftigste zu Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhejsen ’W«,.., hiM "niholz. 1 112. trauen zum Ausdruck gebracht Weiter wurde deichlosten, daß Protestaktion der Zustimmung des Landesvorstandes bebünrn Die LandtagSfraktion mrb ferner beauftragt, in der ^nxiten Sammer einen Antrag nnjubnngen, der den Wegfall der Gebühren für fttrdjenauät ritte bezweckt E s soll auch noch darauf hingewirkt werden, daß die Jagd auf wilde Kaninchen nickt mehr unter daS Jagdgesetz fällt, da diese einen großen Schaden an den Fluren und Weinbergen verüben. In der NachmittagSfidung berichtete Abg. Ulrich über dew Parteitag in Gbemnie Er trat in der Hauptsache für eine Reorganisation der Maifeier ein, die in Hessen in den Ifpten Jahren einen merklichen Rückgang |u verzeichnen hat Der einheitliche Parteibeitrag möge wohl bcfdüoffen tverden, eS soll, iebod) die Möglichkeit gegeben werden, für besonder» zurückgebliebenen llcbergangöbeftuumungen »u treffen. Nadi einer ausgedehnten Aussprache hierüber erklärte sidrder Parteitag gegen eine Beitragserhöhung und sprach fid) für die I Bildung eines ParteiauSsckufseS nach dem Vorschläge deS Organisationsausschusses einverstanden, in den Abg. Ulrich gewählt wurde Es gelangten ferner eine Anzahl Anträge zur Annahme. Es soll darauf hingewirkt werden, daß den Wählern, die fid) zu einer Wahl zeit in einer Heilstätte befinden, die Möglichkeit gegeben wird, ihr Wahlrecht auSzuüben. DaS des fische sozial- Tie Verhandlungen am Sonntag morgen nahmen nach der Erstattung des Beeidetes über die soziald. Landtagsiraktion durch den Abg Eißnert-Cncnbad) einen stürmischen Verlauf. Ten Anlaß zu den heftigen und scharfen Angriffen gegen die Führer unb die gesamte Fraktion des Landtages bildete der bekannte Zusammen st oßdesAbg Tr. Fulda mit dem Minister des Innern von Hom-, bergt wobei den Führern ein zu zahmes Vorgehen gegen die Regierung, Mangel a n M u t, sowie keine genügende Infchutz nähme des Tr. Fulda durch die übrigen sozialdemokratischen Abgeordneten zum Vorwurf gemacht wurde. Ten Höhepunkt der Sturmszene bildete die Zuivrachebringung der bedeutungsvollen Angriffe gegen den Führer der Partei, Abg. Carl Ulrich, aus Anlaß einer in Cncnbad) abgehaltenen sozialdemokratiicken Mitgliederversammlung, in der er von einzelnen Parteileuten als Mandats läget hingestellt wurde. In begreiflich erregter Weife wies Ulrich die schweren Anschuldigungen als eine grobe Infamie" Zurück. Unter solchen Umnänbcn mache er nicht mit unb als Sonieaueitj habe er bereits feine sämtlichen Mandate bet Ateiskonferenz zur Verfügung gestellt. Nack weiterer erregter Aussprache, die eine gewisse Uneinigkeit in ber Partei dutckblicken ließ, wurde gegen 13 Stimmen eine Entschließung angenommen, wonach nch ber Parteitag mit ber Tätigkeit der Landtagsfraknon einverstanden erklärt. Insbesondere wird ferner die Haltung der ! Vertreter aus Anlaß des Zusammenstoßes Tr. Fuldas mit dem I Minister v. Hombetgk gebilligt unb der Fraktion das vollste Ver- Rom, 31. Aug Die „Agenzia Stefant" meldet aus Mis r a tah vom 30. Aug: Heute morgen versuchte dcrFeind, während erdieBcfestigungswerkedcr Italiener an griff, die Karawanen, welche von der italienischen Operationsbasis zurückzogen, aufzuheben. Die italienischen Truppen, welche die Karawanen eskortierten, schlugen nach einem heftigen Kampfe die Feinde zurück und brachten ihnen erhebliche Verluste bei. Die Feinde hatten über hundert Tote und Verwundete, die Italiener einen Toten und zehn Verwundete. Die „Voffische Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Von hochstehender türkischer Seite wird mitgeteilt, daß die Friedensvorbesprechung zwischen Italien und der Türkei infolge der Unnachgiebigkeit der Italiener auf einem toten Punkt angelangt, jedoch bisher noch nicht abgebrochen worden sind. Mia-, | i R>nd< »>. 2,38 I3Oi)l iiiimci neuemnmiivci uvmycii uiciucn muiien, ju mun luim Öebinn--2^H ierüber streiten, welche von beiden gerade heute die „modernere" d- t» N»in nrmcinf ift nirfmehr hie hei r'rthnhnrrn unb Pihi'rolrn jitedq ks»er6el” Cö9«»eI gen .weit: 0 Mk. 15Ö ... -— —. .------ -... . v „ ui r n ii in ver i ninerc z.* irciiuu u e i rvivhiuiuv»vi»»»v M M ’ire eigene Kraft ist NB an die „organisierte Krrche ^- Auswär Ligen Amt, der bann dem Reichstage angehörte iiA W acht unb muß sich daS Wetter machen lasten durch Faktoren,' - — .‘on 1 »i' ihr innerlich fremd find Sie ist nicht auf der Höhe ber dev Sacke Hinweisen möchte. . wTca.v . . K. . o -- ,, . । Werden die nächstjährigen lirchlichm Wahlen uns einen schritt J"LrTrf ,e.rr C" .?a>’^ f weiter führen, ober werden auch sie toieber eine bloße FormalUät macht. .Gemeint ,st mit dieser Ruckständtgke.l aber nicht etwa bie blnbrn bic änmdt ^eder Fahre „erledigt" wird?! ^•olopifd) ortboborc ober liberale Lehramicht. iie werden - ------—------ J »hl immer nebeneinanber bestehen bleiben müssen, ja man fann herMÜNN ZU hohenlolMaNgenbUra, 1 le! Rein, gemeint ist vielmehr die bei Örthoboxen und Liberalen der srüherc Statthalter von E l s a ß - L o t h r i n g e n , ist I ,n ganz gleicher Weise und zu ganz gleicher Höhe der Boll- am Samstag 80 Jahre alt geworden Er stand von Enoe J loinmenl.eit entwickelte Unfähigkeit, überhaupt etwas Oktober 1894 dis zum Anfang Lltober 1907, also nahezu | finftlid. unb wirklich »u wollen, was über den 13 Jahre, an der äpipe der Staatsverw-altung der Reickis- gegenwärtigen Statusau oh inaiuführcn könnte lande, nachdem er vorder ein Staatsamt nod) nicht bekleidet (liieta non move, das ist der.Weisheit letzter und bödiftcr vielmehr erst Offizier gervefen war, dann die 93er- :ei punw Schluß Unb währenb man tatiächlid) in ber stirche immer .t' inner Fibeikommind rrschaitcn achitct unb aud) flcmeinbeorbnung aufgehoben. | n-6t in bas Öintcrtmicn unier« öifentlid,cn Lcb-ni -"Sl. ^Eng “^'““»3'11 «» gegen dit »teifebteuerung touebe “ lei man in tircMiebcn Sbreifen nur iortroäbrcnb Stngft, b»6 man lan9"c bem Jtcuwmv aiiflcnon nntic 1 - ----- ... ..... .u weit gehen, fid) zu weit Dormagen könnte. Tenn man ist I - (-r 'ru?tCTJf . x ' -u.-mLrnorh.-n Onnniieric unb I jvsammengesevt aus lauter Vorsicht unb hat, wie jemand tref I yifnüe Ten Miiea aeacn Frank lenb sagte, die Angst vor der eigenen Courage Man fürdjtct ‘J* iäso*.. Jduc'/r aLt Rittmeister" in der «larbe Sl cd-biete» unb gebt ber. »auetfodte, ben «injibidlen fragen. Äu’Ä* Ä Ä.i!t etä bem 9Bege. Wan ift »tclncfcbäf tio in benials T elegierter beim 1» storvs im Dienste deS Roten ! A^ nber rin kreuze.' teil: er erhielt außer dem Eisernen Streui zweiter Klasse ©« fehlt am weißen Bande das Eiserne .stceuz erster Klasse. 1871 wurde ,«4ei Plan, ein klares und einheitliches Ziel fehlt. Es Hb" fr al<1 Vertreter des 12. würltembergischen Wahlkreues । itib man f^inbet cünj' ( ®*ut "a^ ^7len° ^:aaen Gerabronn-Crailsheim) m den deutschen Reichstag gewählt, wo man fid) ebenCr sich ber Reichspartei anschloß. Er vertrat diesen Wahlkreis . tf zurollen, die sich babet mit Rotwendigkeit ergeben müßten der erstell^vier VeaiolaturDcnot^n bV 1881, unterlag h.6 biefe Sengen nnauibattfam Imb. boy sie lommen n.üncn. aber bem «nn 1877 b“» 1881 I ta» weiß man sehr wohl. Mer man will sie an sich heran« |VQr fr c r ft c r Vizepräsident des Reichstages. Im kämmen lallen. Man hütet hd) ängstlich, ihnen frank in bic I .nnnfmi..r 1^71 lrurhC afA 11 i?t a T in den Verband ,-fugen zu leben unb ihre Erörterung Klber in b.e Sunb .i, ausgLomm^ lu» btra« bei* ben Olli. > ehmen. Es gibt wohl kein markanteres Än,>eid)en für ben ~ iei. - >. 1 cnitp h<-r Armee anaeftellt unb 1875 zum charakte« fimb untered bruligen (irdrlidrnt Sieben« al« btci latiarbe. bau ' n s > blr »anallerie beiörbert Zeit Mai IH'.ih Hebt He bretmenbften Fragen brr shrdic non Draußens,ebenden lebbatter ^" ^8 9 Tragoner,5Regt«. Fürst Sobenlobe ist be- Hrruticrt werben ({lebe bie »ntrage jum ^'»'öerno ramtfen Förderer (oloniakr Bestrebungen bereor. MJjrtntag) alS in ber Kirche selber. Das ist es recht eigentlich, I . murhe frfmn 18R° Vorluiender des deutschen. r.. I unserem kirchlid)en Wesen den Anstrid) der Rückständigkeit Don ab bis zu unterstützen. I verleiht Tie Kirche spielt unter den Faktoren unseres Volks ^rScnnuSa Tum (Statthalter Vorsitzender der Deutschen Nadi(Erledigung einiger Statutenänderungen und der Wie- lf>t-nd bie nämliche klägliche Rolle des „kranken Mann's^ wie sie Ernennung rum -sta thau ’^obn Erbprinz derwahl des Gesamtvorstandes wurde der Parteitag m Rate der Völker die Türkei einnimmt. Sie lebt nicht durch r»ktorder'Kolonialabteilung acchlonen 11 unb bie Stellung als erster Vizepräsident nieberlcgtc: cf)C ÜddCSfcbdU. v—Vq-:-' .mh Langenburg, 31. Aug. Der Fürst von Hohenlohe- Die Gerüchte über eine RegierungSkrisiS in Bayern. ilren "großen Aufgaben Vud't gewachsen. Die Redlichkeit, den ÄMn^ur^b^ehtheute hier unter der Die „Korrespondenz Hoffmann" meldet: Berliner Blät- fl-rlirf)en, guten Willen- bi.* oerfönlidie Unantastbarkeit innererl^tabt feinen 8»» 0>eburtstag. Eine grosze osnzi u ter bringen Artikel (auch wir hatten unseren Lesern davon kirchlichen Vertreter, Geistlichen unb Laien in allen Ehren! Aber hat der Fürst aus Gesundheitsrücksichten abgelehnt A - ^^ntnis gegeben. Red. d. Gieß. Anz.), die sich mit den an si' kommen wir nidn weiter. So ven'inken wir, ohne daß wir uns I dem ganzen Reiche sind zahlreiche Telegramme und> imrist^ M^atteder des früheren Ministeriums ergangenen aller- Wien reibt rior brnrnM werben, nur immer tiefer in eine innere liche Glückwünsche ringet raff en. Zum Geburtstags,est sind , Einladungen und nnt bem Erscheinen der ber-eitigetl tliimahrhamgtrit unb Unaufrubtigrmt, ja btrefte $erlogcnbctl her h>,c grbprmjef tn Charlotte von sachsen-Mennngen, dir am z,oslaaer befallen Tiefe 'Irtitel (teilen fo« 3 itänbe. bie berbängniiboK werben muß. Tai -ll 11 mb womöglich selber halten, überhaupt — ba mn.jrcnn mr errufen werden?! — Tas alles mögen ganz schone -iingc lein «Afilfl tfi' >1 -> '-'r cs werden nickt allzu Viele sein, die dabei mit ;ui tun 2uu * lljta. ii, so lange prinzipielle prägen, wie beuviel-n,1'1 i_ >• i ir k Wpolitischen Reutraliiät der Mirdic auck gegenüber der roual ■ bcmofratie\ nickt geklärt sind! (Tau die crorderung volitiicker ■ .-utralität für das Gebiet der Religwn und der Pklege dcr ■ {Religion dieselbe Geltung haben müßte, wie mr aubtvc I biete des geistigen Lebens z B. Wiiienichatt und I sollte Telblivcrftänblid) sein, ist aber heute nod) keinesrngs all- I citig anerkannt, geschweige denn vraknick burdxieiubna Oder | ioi lange die praktische Gestaltung der hrdüidxn xinge Reh V qionöunterrid't und nxxö bergt mehr ist) ihrem wirksamen ■ ili6 entzogen bleibt! Was unjere Saicnweit lur ba H!-rd)lid)c Scbcn tm weitesten U m t a n g m o b 11 machen unb allein mobil machen könnte, das "nd I Rechte, bie wir den Laten etnraunien m übten. . Äer Kirchensteuer zahlt, der darf auch Eimlutz nerlangenaut die b Gestaltung der kirchlichen Tinge, utid von wem man Xirckeniteuer I n mmt, bem muß man diesen Etmlutz auch gern unb rrrubuj I g'chatten, sonst ist es eine Unmabrbartvgfcu, ihn mr «teuer I branziiziehen. Deshalb muß amgeraumt. werden mit dcnn Wahn c s seien nur bic „gutgesinnten" unb .-^'mnung-kuckngm xeutc b-wechtigt, in den kirchlichen Fragen das Wort -u mhrew xu dtstonsche Entwicklung bat es mit nd) gebracht, bau• > — entgegen ben Prinzcpien des Protestamtsmus — von Rechten, Heinrich von Preußen übernommen, der sich jedoch gegenwärtig auf der Reise nach Japan beftndet, um an den Beiseyungsfeier- lichkeiten rür den Mikado leilrunebmen. 2er Andrang der Menscheninasscn, namentlich zu dem Start» platze Johannisthal, war an den beiden Tagen des Wettsluges ein ganz enormer. Namentlich am heutigen Sonntag brachten die Eisenbahnzüge in ununterbrochener Reihenfolge Tausende und iAbertausende nach den verschiedenen Stationen, die das Flugfeld darstellten. Die Flugbahn selbst charakterisierte sich etwa in der Form eines Drachens, dessen Spitze bei Lindenberg gelegen war und dessen Ende die Luftschiffhallen bei Potsdam bildeten. Die beiden Seitenecken wurden durch Schutzen dort und den Flugplatz selbst gebildet. Die durchzufahrende Stute belief sich im ganzen auf 101 Kilometer, die am ersten Tage des Wettsluges einmal und am zweiten Taye zweimal zurückzulegen war, das letzte Mal unterbrochen durch eme Zwischenlandung. An Geldpreisen standen dem Organisationskomitee nicht weniger als etwa 70 000 Mark zur Verfügung. Es war daher kein Wunder, daß die besten deutschen Flieger ihre Teilnahme an dem Wettbewerb angesagt hatten. Als ausgesprochener Favorit des Publikums galt Hirth. Starke Meinung war auch für den erfolgreichen »errenftjeger, Referendar Caspar, vorhanden. Am ersten Tage entließ der Starter nacheinander 11 Flieger auf den verschiedensten Maschinen in die Lüfte. Als erster verließ Boutard auf seiner „Taube" den Flugplatz. Das Ergebnis des ersten Tages war, daß Leutnant Krueger, Baierlcin und Caspar das Ziel erreichen, und die Bedingungen absolvierten. Tas Wetter am heutigen Sonntag war den zweiten Konkurrenten besonders günstig. Ein schöner Derbsthimmel lachte über dem Gelände des Startplatzes und auch Gott Aeolus erwies sich den Fliegern günstig. Als erster stieg Leutnant Krueger auf, und zwar um 3,38 Uhr. Seine Landung erfolgte um 4,50 Uhr. Er benutzte einen Harlan- Eindecker. Es folgte Baier lein auf einem Otto-Zweidecker um 3,40 Uhr; Landung um 4,50 Uhr. Dirth benutzte einen Rumpler-Eindecker; et flog um 3,53 Uhr und landete um 4,45 Uhr. Für Fallet auf einem Aviattk-Ziveidecker lauteten die entsprechenden Zeiten 4,01 und 5,32 Uhr, für Hartmann auf einem Wrigth-Zweidecker 4,04 und 5,32 Uhr. Dartmann kam aber nur bis Teltow, da er einen Schaden an seiner Maschine erlitt. Schmidt auf „Torpedo" flog um 4,09 und landete um 5,06 Uhr. Krueger auf Jeannin-Eindecker stieg 4,32 Uhr auf, mußte aber in Schönsließ wegen Magnetdefekt landen. Ter letzte «Flieger war Referendar Caspar auf seiner Etrich-Rurnpler- Taube mit den Zeiten 4,37 und 5,53 Uhr. Beim zweiten Rund- flug ging Dirth als erster in die Lüfte und zwar um 5 Uhr. Seme Flugzeit betrug diesmal nur 51 Minuten. Dadurch verbesserte er seine Chancen, so daß er sich mit unter den ersten 4 Siegern qualifizierte. Bon den weiteren glücklichen Absolventen des ersten Rundfluges erreichten, soweit das Resultat bis in die späten Abendstunden bekannt wurde, nacheinander noch Leutnant Krueger, Baierlein und Schmidt das Zielband. In dieser Reihenfolge dürften auch, sofern nicht die anderen Konkurrenten noch eine besonders gute Zeit erreichen, die Sieger in dem Weth'luge zu suchen fein. Als vierter schließt sich bann der Favorit Dirth an. — Trotz der ungeheuren Menschenmassen ereignete sich auf den Flugstationen, kein ernsthafter Unfall. Johannisthal, 1. Sept. Das bisherige Ergebnis des Fluges „Rund um Berlin" war heute abend folgendes: Ts legten die drei Runden, yleich 303 Kilometer, zurück: Leutnant Krueger auf Darlan-Eindecker in 3 Stunden 45 Minuten: er gewinnt damit den ersten Preis; Baierlein auf Otto-Zweidecker in 3 Stunden 54 Minuten, Referendar Ca spa r auf Etrich- Rumvler-Taube in 'Stunden 12 Minuten, Helmulh Dirth auf Rumpler-Eindecker in ' Stunden 20 Minuten. Fünfter Preisträger ist Faller auf Aviatik-Zweidecker, der den Flug in Stunden 10 Minuten .zurücklegte. Die anderen Flieger haben den Flug teils im Laufe des heutigen Tages oder bereits gestern ausgegeben. Da8 Militarluftschiff „Z. IP. Köln, 31. Aug. Als heute mittag das Militärluftschiff „Z. II" zu einer Fernfahrt aus der Dalle gebracht wurde, wurde es von einem heftigen Windstoß gegen das Dallentor gedrückt, wobei die Steuerung beschädigt wurde. .Infolge des Heltigen Windes erhob sich das Luftschiff, das berefts bemannt imrr und stieß einen Kamin um. Das Luftschiff wurde jedoch bann wieder zum Landen gebracht. Es hat einigen Schaden genommen. Au- Stadt und Land. Gießen, 2. September 1912. „Septembergesicht". „Ter Frühling ist zwar schön, Doch wenn der Herbst nicht wär'. Wär' zwar das Auge satt, Ter Magen aber leer." (Logau.) Tas Volk hält es nicht mit dem astronomischen Herbstanfang, sondern mit dem meteorologischen. Seinem Gefühl nach beginnt vic dritte Jahreszeit nicht erst am 21. September, sondern schon drei Wochen früher. Ter ganze Septembermonat ist darum bei uns lange Zeit als ,Herbstmond" bezeichnet worden, und „Herbstmonat" ist noch heutigentags sein amtlicher Name im Schweizerland. Es kam auch vor, daß man den September den „ersten Herbst" nannte. Tann war der Oktober der „ander Herbst" und der November natürlich der „dritt Herbst". Als „Ueberherbst" bezeichnet man den September in Tegernsee. Tas verrät also, daß man im Gebirge schon den August als herbstlichen Monat empfindet. Eine ähnliche Auffassung spricht auch aus der dänischen Benennung des Monats. Willkommen war der September jedenfalls dem Volke allezeit. Wenn man auch des Derbstmondes ersten Tag als einen der sogenannten „Unglückstage" betrachtete, so sah man doch den ganzen übrigen Monat als einen der glücklichsten des Jahres an. „Septembre est le mai de l’automne“ lautet ein burgundisches Banernsprickiwort. Des Herbstes Mai! Dieses Lob hat er sich zweifellos weit weniger durch die idealen Reize feiner eigenartig schönen Naturstimmungen verdient als durch die realeren Gaben, mit denen er sich die erntelustige Menschheit günstig stimmt. Allerlei Freuden winken ja. wenn es draußen zu „herbsteln" beginnt, wenn das Land durchtveht wird von der „frischen Septemberluft", die „Jäger zum Jagen ruft". Zum Tank für die Früchte, mit denen er uns überschüttet, hat man schon vorgeschlagen, den September „Obstmonat" zu nennen. In ihm, heißt es, „gibt es überall zu essen". Der September, sagt man, „mästet die Faulen". In Italien kennt man die Redensart: ,Hm September werde,! die Narren fett", und jemand, der sich auf mühelose Weise nährt, l-cißt man ein „Septembergesicht". Was übrigens der September selber für ein Gesicht macht, darauf wird tn Italien sehr geachtet. Denn man meint dort, aus seiner Witterung ließe sich die der folgenden sieben Monate erkennen. „Nach dem September richten sich sieben Monate," sagt man darum in Venetien. Aber auch bei uns spielt „der Mai des Herbstes" in Wetterregeln eine Rolle: „Ter September ist wie März, Und Juni wie Tezembcr ohne Scherz" heißt es, ober: „Wenn der September noch donnern kann, Setzen die Bäume viel Blüten an." Und will man erfahren, was für Durchschnittswetter während des ganzen Herbstes herrschen wird, so muß man aufpassen, was der „andere August" — auch so wurde einst hier und da der September genannt — für eine Miene bei feinem ersten Neumond auf- setzt, denn: „SBic der neue Herbstschein tritt ein, So wird das Wetter im Herbste sein." * . ** M a n ö v er b a t ail lo n. Beim 5. Grvßh Infanterie-Regiment Nr. 168 wurde, wie auch früher schon, für die Skiucr der Herbstübungen das fehlende 3. Bataillon zu- sammengestellt. Jedes der bestehenden Bataillone gab dazu eine geschlossene Kompagnie und jede der 8 Kompagnien soviel aktive Unteroffiziere und Mannschaften ab, daß alle 12 Kompagnien gleichmäßig mit Aktiven ausgestattet sind. Vervollständigt wurden die Kompagnien durch Einberufung von Unteroffizieren und Mannschaften aus dem Beurlaubtenstande. Die erforderlichen Kompagniefübrer und Offiziere wurden teils aus dem Beurlaubtenstande einberufen, teils von der Division aus den 4 übrigen Jnsanterte-Regi- mentern ab kommandiert. Tie 9. und 10. Kompagnie wurde beim 1. Bataillon in Butzbach, die 11. und 12. beim 2. Bataillon in Offenbach aufgestellt; am 5. September tritt bann das Bataillon unter Führung des Majors R e h f e 1 d vorn Stabe des Regiments zusammen und rückt ins Manövergelände ab. Kreis Lauterbach. ~ Stockhausen, 30. Aug. Pfarrer Lenz wird in den nächsten Tagen unsere Gemeinde verlassen, um eine Pfarrstelle an dem Diakonissenhaus zu Darmstadt zu übernehmen. Wahrend seiner neunjährigen Wirksamkeit im hiesigen Kirchspiel hat er sich einen großen Anhängerkreis erworben und durch die Gründung eines Posaunen- und KirchcnchoreS besonders verdienstlich gewirkt. Tie AbschiedSpredigtcn am Sonntag zeugten bei gefüllten Gotteshäusern von der Anhänglichkeit der Bewohner an ihren liebgewonnenen Geistlichen, den sie itr icrn verlieren. Ein Nachfolger ist bis jetzt noch nicht ernannt. BiS zur Wiederbesetzung wird Pfarrer Göttert in Altenschlirf die Stelle mit versehen. Kreis Friedberg. ^Friedberg, 1. Sept. Gestern abend bewegte sich unter Vorantritt der Militärmusikschule ein Lampionzug nach dem Kriegerdenkmal. Er war gebildet von der Iugendwchr und dem Militär-Veteranenverein Friedberg. Am Denkmal hielt der ehemalige Sanitätsbeamte Gramin'jch eine An- spräche. L S ab Nauheim, 1. Sept. Heute morgen legten die beiden hiesigen Kriegervereine an dem Grabe, worin die 1870 — 71 im hiesigen Lazarett Gestorbenen beerdigt sind, einen Kranz nieder. Darnach fand ein Festgottesdicnst statt. Starkenburg und Rheinhessen. 6. Mainz, 31. Aug. In der Mittwoch-Nacht ist im Winterhafen auf dem Lausbrett eines vor Anker liegenden Schiffes eine Frauensperson in den Rhein gestürzt und ertrunken. Wie die Untersuchung ergab, war die Ertrunkene die 36jährige Witwe und Prostituierte A. H. Klefisch auS Chemnitz, die mit einem Matrosen an Bord gehen wollte, aber der Kapitän beS Schiffes gab dies nicht zu und während der Verhandlungen stürzte die betrunkene K. in den Rhein und ertrank. Gestern wurden der Kapitän und der Matrose von der Polizei vom Schiffe geholt und ajtf der Kriminal- Polizei vernommen. Die Vernehmung ergab, daß die beiden Leute völlig unschuldig an dem Unfall sind, worauf sie entlassen wurden. Hessen-Nassau. Frankfurt a. M., 30. Aug. Ein größerer Transport norbafrikani scher Wüstentierc, barunter Seltenheiten, bic teils seit längeren Jahren nicht mehr im Handel gewesen sind, teils überhaupt erstmalig lebend eingeführt werben, ist im Zoologischen Garten in Frankfurt von einem Geschäftsfreunde Dieses Instituts, dem Reiseunternehmer Spatz, eingestellt worden, bis zum Verkauf derjenigen Tiere, bic ber Frankfurter Garten nicht übernimmt. Tie interessante Sammlung gewährt einen Einblick in bas Tierleben ber Sahara. Die Glanzstücke sind bie entzückenben Fenoks ober Großohrf ü ch s e, bie zierlichsten und in Gefangenschaft liebenswürdigsten Miniatür- räuber des gesamten Hunbegeschlechts. Die reizenden kleinen Schelme, bie kaum ben 3. Teil ber Größe unseres heimischen Reinecke erreidjen, sind schon äußerlich durch ben wolligen, weiß- gelben Pelz als Wüstentiere getennzeickmet. An bem feinen Köpfchen fallen bie schwarze Nase, die listig blickenden dunkelen Augen, besonders aber bie geradezu riesenhaft entwickelten Lauscher auf, diese befähigen ben kleinen Räuber die leisesten Geräusch zu erlauschen; sowie auch andere Wüstennager sind gleichfalls lebend bei dem Transport vertreten. Wissenschaftlich neu ist ein gleichfalls mit enorm großen Ohren ausgestatteter und mit weißer Schwanzspitze gezierter kleiner W ü st e n f u ch s. Interessante Igel, darunter der Weißbauchigel, ferner Klippen Hühner, Palmentauben, Saharaturteltauben vervollständigen die schöne Sammlung, deren größte Stücke einige prächtige Gazellen bilden, dabei eine bisher noch nicht eingefüprte Art in einem niedlichen Kälbchen und ein abnorm starker prachtvoller Bock. ' Dem Reptilienhaus überbrachte Herr Spatz Wüstenwarane, Dornschwänze, seltene erftmalig lebend eingeführte Stinte und gemeine Chamäleone von einer Größe wie sie bisher noch nicht befannt waren. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 80. August. Wegen Vergehens gegen daSPersonenstandsgefetz waren die Standesbeamten R. von R., A. von D. und B. von tz. v. b. H. angeklagt. TaS Gericht hat die beiden ersten zu einer Geldstrafe von je 5 Mk. und B. zu einer solchen von 3 Mark verurteilt. Unterschlagung. Der Handlungsgehilfe H. G. von Altena war vom Schöffengericht Grünberg wegen Unterschlagungen zum Nachteile einer Frankfurter Firma und Dc§ Kaufmannes K. zu Grünberg zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hat G. Berufung verfolgt. Während G. die in Frankfurt a. M. begangene Unterschlagung zugibt, bestreitet er ganz entschieden, sich in Grünberg einer strafbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Die Beweisaufnahme ergab jedoch, daß sich der Angeklagte öfters in dem Ladengeschäft des K. vereinnahmte Gelder rechtswidrig angeeignet hatte. Tas Gericht verwarf deshalb die Berufung des G. und beließ eS bei der von dem Gericht erster Instanz ausgesprochenen Strafe. Schwere Körperverletzung. Ter Fuhrknecht R. von Groß-Karben war wegen schwerer Körperverletzung, Verübung von grobem Unfug und ruhestörendem Lärm angeklagt, während der Fuhrknecht W. von Groß-Karben der Sachbeschädigung, des Wersens von Steinen nach Menschen und des groben UnfugB und ruhestörenden Lärms beschuldigt wurde. Der Angeklagte R. ivar in der Nähe der Wirtschaft ,znr Linde' mit einigen jungen Leuten in Streit geraten. Als die Zeugen B. lind P., die an dem Streit völlig unbeteiligt waren, aus der Wirt- schast auf die Straße traten, um zu sehen, was da geschehe, stürzte sich der Angeklagte R. ohne jede Veranlaffung zunächst auf den Zeugen B. und versetzte ihm mit dem geschloffenen Messer einen Schlag ins Gesicht, so daß eine blutende Wunde entstand, hierauf ging R. auch auf den Zeugen P. los und brachte ihm zunächst mit offenem Messer am Arme eine b Zentimeter lange, tiefe Schnittwunde bei und gab ihm außerdem noch einen Stich in den Rücken. P. mußte sich sofort in ärztliche Behandlung geben und war drei Wochen arbeitsunfähig. Mit Rücksicht auf die zutage getretene rohe Gesinnung des Angeklagten und mit Rücksicht auf die vielen Vorstrafen wegen gleicher und ähnlicher Telikte erkannte das Ge- richt gegen R. auf eine Gesamtgefängnisstrafe von 1 Kahr und 2 Monaten Ter Angeklagte W. der für seinen Kollegen R. Partei ergriffen hatte, suchte R. dadurch zu unterstützen, daß er nach de ff en Gegner nut Steinen war«. Er trat dabei eine Fensterscheibe der gegenüberliegenden Wirtschaft, die in Scherben ging. W., der ebenialls vielfach vorbestraft ist, erhält ivegen Sachbeschädigung 3 Wochen Gefängnis und wegen Werfens mit Steinen nach Menschen eine Woche Haft. Bon der Anklage des groben Unfugs und ruhe- störenden Lärms wurden sie freigesprochen. Ter Angeklagte R., der mit Rücksicht auf die Hohe der gegen ihn erkannten Strafe fluchtverdächtig erschien, wurde sofort in Hast genommen. Hinterziehung der Wandergewerbe st en er. Ter Reisende G. von Usingen besuchte im Auftrage deS Kaufmanns Sch. von Usingen verschiedene Bewohner von Ruppertsburg, ohne im Besitze eines WandergewerbcfcheineS zu sein. (&. und Sch waren deshalb durch Strafbescheid in eine Ordnungsstrafe von je 10 Mk. genommen worden. Beide beantragten hur auf 'gerichtliche Entscheidung. TaS Amtsgericht Laubach erkannte auf Freisprechung, weil bic Angeklagten eine Bescheinigung der betr. Bewohner von Ruppertsburg verlegten, die die allgemeine Aufforderung enthielt, daß Sch. oder sein Vertreter die Unter- zeichneten aussuchen sollten, damit sie Bestellungen machen konnten, '.'li f Berufung deS Staatsanwalts gegen dieses Urteil erkannte bie Strafkammer gegen beide Angeklagte auf eine Geldstrafe von je 10 Mk. TaS Gericht war der Ansicht, daß eine derartige all- gemeine Aufforderung nickt als vorhergängige Bestellung im Sinne der Gewerbeordnung aufgefaßt werden könne, daß eS sich vielmehr hier nm einen Gewerbebetrieb im Umherziehen handelt, der wander- gewerbesteiierpflichtig ist. wandern uni) Reisen, SäSer und Sommerfrifdjcn. = Salzungen, 31. Aug. Dis zum heutigen Tage futd 4230 Personen zur Kur hier eingetroffen. — " ---1 -------— ■■ .........1 a Irrsinnstat eines ehemaligen schweizerischen Soldaten- Am Freitag kaufte sich in Romanshorn ein kürzlich aus dem Militärdienst entlassener fünfundzwanziajähriger Soldat namens Hermann Schwarz nach seiner Heimkehr scharfe Munition. Um 7 Uhr abends begann er plötzlich von seiner Wohnung aus mit einem Lrdonnanzgewehr aus das Publikum zu feuern ; er tötete durch den ersten Schuß einen Bahnangestellten namens Weber. Als ein Fleischeraeselle seines Nacbbars in seine Kammer eindringen und ihn festnehmen wollte, tötete er auch biefen. Dann schoß er von feiner Dachkammer aus in die dunkle Straße hinab, tötete einen drit- ten und einen vierten Mann und verwundete eine Person tödlich und sieben weitere zum Teil schwer. Vierzig Schützen belagerten das Haus und feuerten auf dasselbe in oer Hoffnung, den Wahnsinnigen zu treffen. Es herrschten im ganzen Dorf Furcht und Entsetzen. Im untersten Stock des Hauses war noch eine Frau mit ihrer Tochter eingeschlossen: sie schwebten in Todesängsten und fonnten nicht heraus. Trotz aller Vorsichtsmaßregeln ist der wahnsinnige Soldat aber in der Dunkelheit und lvährend der allgemeinen Aufregung seinen Belagerern entkommen. Es hat den Anschein, als ob et sich nach bem Bodensee geflüchtet hat. Von der Brücke einer einem Dr. Baenziger gehörigen Fabrik hörte man die ganze Nacht das Kttallen seiner Schüsse, manchmal fünf utiD acht hintereinander. Es ist rätselhaft, wo der Soldat so viel Munition her hatte, da er über Hunden Schüsse abgegeben hat. Angst und Aufregung waren in ber Bevölkerung so gestiegen, daß man sich in der dunklen Regennacht nicht aus den Häusern wagte. Heute wurde bei der Durchsuchung des Hauses das Gewetzt aufgefunden. Tageben steht fest, daß Schwarz noch einen Revolver bei sich trägt. Auf die Fährte des Flüchtigen wurden Polizeihunde gesetzt. Ter Geistesgestörte ist schließlich von der Polizei überwältigt worden, nachdem er noch einen Verfolger, den Küfer Enderli, erschossen hutte. Schwarz hat sich selbst durch Schüsse schwer verletzt. Er tötete insgesarnr sieben Personen und verletzte mehrere schwer. Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauen- seuchc in Hesse« vom 24. bis 80. August 1912. KreiS: Am 24. August waren verseucht: Vom 24. bis 30. August sind neu verseucht : Vorn 24. bti 30. August ist die Seuche erloschen in Darmstadt . Arheilgen ——- —— Bensheiin . —■ — — Dieburg . . -— — Erbach . . . Neustadt, Beerfelden —- — Är.-Ge>au. — — — Heppenheim — — —— Offenbach . Tietzenbach — — Gießen Lang-Göns — — Alsfeld .. . Gontershausen —— — Büdingen. . — — —— Friedberg . — — — Lauterbach. Holzmühl — Holzmühl Schotten. . —— — — Mainz .. . — — — Alzey.... — — — Bingen . . . — — — Oppenheim. Worms. . . — — — — — Handel. # Bergwerks-Versteigerung. Arn 11. September kommen beim Kgl. Amtsgericht Braunfels a. d. Lahn die der Ck werkschaft Vindobona gehörigen Bergwerke „Haus Dramen" uni? „Landeskrone"/ unweit von Braunfels und Leun gelegen, zur Versteigerung. Sie sollen auf Hauptzügen liegen und eine Lager mächtigkcit bis zu 4 Meter führen. Ter Eisenstein, der abgebaut wurde, soll 50 000 Tonnen und darüber gehabt haben. * Nieder-Scheldener-Hütte, A.-G. Die Gesellschaft stellt den erzielten Rohgewinn für 1911/12 auf 98 165 Ml (i. V. 52 665 Mk.- fest, wovon 36 707 Mk. (i. V. 27 074 Mk) für Abschreibungen, 4458 Mk. (i. V. 0) für gesetzliche Rücklage sowie 2000 Mk. (i. V. 0) für die Talonrücklage verwandt unD 46 000 Mk. als 4 Proz. Dividende (L V. 0) zur Verteilung kommen sollen. Stanfcesamtsnad>rid>ten. Großen-tinden. (Wiederholt, weil ein DruckseLer vorgelegen.) Geborene: August 23. Dem Magazinsarbeiter Lndwll Schäfer II. ein Sohn, Walter. WatfenborivStemberg. (Nachträglich eingegangtn.) Eheschließungen: August 24. Heinrich SameS, Bäcker zu Dori-Gill, mit Maria Philipp zu Watzenborn. — Karl Schmitt, Schlosser, mit Katharina Jung, beide von hier. Geborene: August 27. Dem Werkmeister Karl Wilhelm Hof ein Sohn, Karl. hniL tat tehöltoe. wird VB* io allen Fallen, wo Sie Rheuma. McxcnicbuM, und Kopfweh. Rechen- MaKeoschmerzentepl*t,l”T Amol int auch ein unlrcneiW Tollcttcmlttcl. Amol stirbt, erquickt, erfrischt. lebt! Anerkannt und empfohlen von hervorragender Acrztco. Prell M Hasche SO Pf, 75 PI- 126 *U 2 »• Amol-Venaud, Hamburg. Zu haben in allen Apotheken u. Drogerien« Wasserdichte Wagendecken “S’Ä?1 Ludwig Lazaros, Asterwcg 53. Fernsprecher