ter ers be 6255 - 50 Dank eiten gelegent- und Fran. 52$ le-Vereii muß die Lesehr. )ficn bleiben: ;• m Theater itir [i* ihlung. efl. Kenntnis- , > einen DD (sep.) I zu den üb- k bei Festlich- I s empioblen. )Ust tksterweg 1. Wert Brauhaus unj 162. Jahrgang Zweites Blatt Ir. 179 Erscheint täglich mit Aufnahme des Sonntag». Tie „Gießener ^bmilienblältcr“ werden dem .Anzeiger^ viermal loöchcntlid) beige!egt, dar „Kreisblatt für den Ureis Sichen" zweimal „öchemlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Oonncrstag, 1. August ;-)12 Rotationsdruck nnb Verlag der Br ü bischen Universität» - Bnch- und cteinbrurfeteL R. Lange, Gießeii. Redaktion, Expedition und Druckerei: Stbul» (trabe 7. Expedition unb Verlag: .*1. Sebaftion:e glückstage mit einem Motorboot nach Binz gefahren war, erzählt: Die Anlegebrücke in Binz für die grossen Salondampser be* steht aus einem schmalen, 7(X) Meter lang in das Meer gebauten Steg, der aus dünnen Brettern zusarnmengesügl ist und schon Tage lang nicht nur beim Anlegen der Schiffe, selbst beim Betreten hin und herschwankte. Bon jedem Reisenden, der ankommt oder abfährt, wird ein Brückenzoll von 10 Pfennig erhoben, die Murtarfarte gibt keine Berechtigung zum Betreten des Steges, so bah täglich Hunderte von Mark der Badeverwaltung durch diese Einnahme zusliesten. Trotzdem tat die Badeverwaltung nichts für eine dem großen Verkehr entsprechende, gründlich fundierte Landungsbrücke. Tast nur niemand ohne Nickel durchgelassen wurde, darüber herrschte scharfe Kontrolle, aber eine Aufsicht Deutsche Kolonien. Eine Rede des Staatssekretärs Dr. Solf in Johannesburg. Johannesburg, 30. Juli. Staatssekretär Dr. S o l sagte heule abend bei einem ihm zu Ehren veranstalteten Banket im Deutschen Klub, er kehre mit der Gewißheit nach Deutschland zurück, daß Deutsch-Südwestafrika eine große Zukunft habe. In Britisch-Südafrika habe er gesehen, wie die Zukunft DeutsclpSüdwestafrika sein werde. Dr. Sols betonte den Wert harmonischer Beziehungen zwischen der deutschen Kolonie und der südafrikanischen Union. Tardanellenfahrt her fünf Torpedoboote, in dem es u a heisst: Am 18 Juli um 11*; Uhr nc.±to waren die Torpedoboote bei den Dardanellen und fuhren mit einer Gesclurinbigkeit von 12 Seemeilen in die Meer enge, während auf den beiden Eingangsforts „Elles Burun" wie „ttnmkale" Scheinwerfer in Tätigkeit waren. In folge der starken Meeresströmung wurde die Geschwinoig-- teil auf 15 Seemeilen erhöht Ter Scheinwerfer von „Mum- kale" f a h d i e italienische Flotte nicht, auch waren sie dem Bereiche der Scheinwerfer von Mrn Elles bei nahe entkommen, als plötzlich das Torpedoboot „Aslora" von einem Lichtkegel mehrere Minuten verfolgt mürbe. Um »köln Geheimrat Simon Die Ab stimmung wurde nach Bünden vorgenommen und ergab bei 215 abgegebenen Stimmen: für Leipzig 106, für Hannover <•>, uir Möln 33. Ta somit eine absolute Stimmenmehrheit für keine her in Betracht kommenden Städte vorhanden war, mußte eine Stichwahl Hattfinbcn, die das Ergebnis hatte, daß Hannover mit 114 Stimmen gewählt wurde. Nach einer kurzen aber lebhaften Debatte über die Frage, ob der angekündigte und beim ersten Kommersabend abgesetzte Vortrag des Reichs und Landtagsabgeordneten Tr. Groß Wien) über die Notlage der Deutschen in den Ostin ar keif zulässig sei, entschied die Versammlung in besahen dem Sinne, »voraus Dr. 6'roß als Obmann des Deutschen SchulvereinS in Wien in kurzen Zügen ein Bild von der Tätigkeit des Tentsckien SchulvereinS in den Ostmarken und von der dortigen Notlage der Deutschen gab. Er sprach zunächst dem Deutschen Sängerbund für die tatkräftige Unterstützung des SchulvereinS feinen Tank aus und schilderte dann die Schwierigkeiten, welche dem Schulvereiu von maßgebenden Stellen, namentlich von den autonomen Landgemeinde- Verwaltungen in den Weg gelegt werden Er betonte, daß das Eindringen des slawischen Elements in die Ostmarken die größte Gefahr für das Deutschtum sei und zeigte an einer Reihe von Fällen, wie der Schulverein arbeite und welche Erfolge er erzielt habe. Er kam bann auf die Roseggerstütung zu sprechen unb schloß mit ber dringenden Bitte an die deutschen Sänger, zum Wohle des Deutschen Volkes dafür zu sorgen, daß das Deutschtum in den Ostmarken nicht zu Grande gehe Der Sängertag beschloß, den im vorigen Jahre gefaßten Beschluß, daß die Einzelbünbe zu der Roseggerstiftung Beiträge zu leisten hätten, zu erneuern. Ter Rest der Tagesordnung betraf interne Bundesangelegen' Heiken, worauf der Sängertag geschlossen wurde. — Mit einer Abschi ebsseier in der Städtischen Festhalle, die durch musikalische Vorträge der Nürnberger Negimentsmusiken verschönt wurde, erreichte das 8. Deutsche Sängersest sein Ende. Liur Auslösung ber Kammer Tie Regierung vet laugt, dem Sultan das Recht zu geben, die Kammer, falls 'n zulöscii. iiichbem sich ! gleich falls ber Senat dafür ausgesprochen hat Tic Wiederaufnahme der Kammersitzung wurde, da Me Kammer nicht beschlußfähig war, aus morgen verschoben Tic Taktik der Jungtürken schellt Obstruktion zu sein Der Sultan begnadigte 130 Personen, darunter Ific Minister und Würdenträger des Sultans Abdul Hamid. Trotz des gestrigen Vertrauensvotums unterzieht die jutigtürkische Presse das Regierungsprogramm einer sehr f scharfen Kritik. Der Deputierte Babanzade erklärt im s „Tanin": Obwohl die neue Regierung behaupte, daß sie die Geschäfte nur übernommen habe, um die Ruhe wieder- herzustellen, handele sie doch so, als ob sic den Kampf beginnen wollte. Es sei eine neuerliche Massenentlassung von Beamten zu befürchten. Durch diese Maßregel werde die größte Verwirrung hervorgerufen werden. Konstantinopel, 31. Juli. „Jkdam" erfährt, daß zahlreiche alvanesischc Rebellen aus Alessia die tztraße Skutari-T irana besetzt hätten. Sie verlangen die Kammerauslösung. vermehrte Schutzzölle in den Niederlanden. Haag, 31. Juli. Der Bericht des Ausschusses zur Prüfung des Zolltarifgesetzentwurfs ist veröfsent licht worden. Die Gegner des Schutzzolles bekämpfen den Entwurf erbittert, denn die Industrie, die ihn brauche, wünsche ihn nicht. Tic Gegner sind der Ansicht, daß das Gesetz für Holland gefährlich sei, da Holland so günstig für den Handel liege, noch gefährlicher, weil es der Re gierung das Recht gibt, zu Repressalien zu greifen, wenn das Ausland die Produkte der Industrie, des Handels ober der Schiffahrt der Niederlande belastet. Man wies nach, daß das Ausland bereits Maßnahmen trifft für den Fall, daß der Entwurf Gesetz wird. Tie Anhänger des Entwurfes betrachten die Re -ressalien als Präventivmaßnahme. Ter Minister des .Aeußcrn verteidigt die Repressalien, indem er hervorhebt, Holland sei zurzeit dem Auslande gegenüber machtlos. — Die Regierung nahm mehrere Abänderungen an den Entwürfen vor, die hauptsächlich in einer Herabsetzung der Zölle auf Mehl, Orangen, Zitronen, Mandarinen und getrocknete Fische bestehen. Auf der anderen Seite sind Zölle aus Holzschuhe, Manusakturwaren, Kleidungsstücke, Salz, Zucker, 4ab(if und Kolonialwaren bestehen geblieben und ein neuer Zoll von einem Gulden auf 100 Kg. für Sananen geschaffen worden. Papier soll fortan mit einem Lertzoll von sechs bis zehn Prozent verzollt werden. Zinn Steinstr^ vom 4. W egcHlub'Gutcl aWirtV ■Än an Prrlflf-. W -> M Stift: ÄF StoN1*. lu * g(6re»'l‘ AiesAlM^' cöc " AM-1 r 2Ius neuen Briefen Uhlandr. Im Herbst dieses Jahres werden fünfzig Jahre verflossen skiu, feit Ludwig Uhland starb Der Scktvä bische Schill er verein «benlt fdton jetzt dieses Tages Uird) die Herausgabe des zweiten WMndes von Uhlands Briefwechsel, ber gleich dem eilten bei I. I? Gotta erscheint. Er bringt außer bereits früher gedruckten Zricien von und an Uhland aus den Jahren 1816—lb33 nicht Weniger als jüuflialbhunderl bisher unbekannte, darunter solche boii unb an Varnhagen, Justinus Kerner, Hermann'stürz, Adal krt Cl-amisso, Friedrich Rückert. Am intimsten gehalten sind die $iicie an die Eltern Uhlands und an seine Frau. Seinen Lieven ttidt er mit Vorliebe Reisebriefe von seinen Fahrten. „Seinem toben, herzlichen Weib" schreibt er von einer Reise, die durchs H gradier und Lcmtcrtal zum Bodensee führte: „Durch waldige Gegend kamen wir unter anhaltendem starken I legen nach 7 Uhr auf den Heiligenberg, wo wir einen Jierrlichei'. €nincnuntergang hätten genießen tonnen, wenn die Lonne an iiiicm Tage jemals recht auigegangen wäre. Auch am anderen borgen war es regnerisch und trüb, doch gegen 10 Uhr ward cs tylcr, man übersah den Bodensee, nur das Gebirg wollte nck li.iU entschleiern. In dem Schlosse, das die im vorigen Sommer Erstorbene Fürsten von Fürstenberg bewohnt hatte, sahen wir den poßen Saal, mit einer unzähligen Menge von Ahnenbildern r.l herrlicher Aussicht über die Seegegend Bei Uhldingen, einige ßiunden von Heiligenberg, fuhren wir nach Mainau über. Aw km See ward es mir reckst frisch ums Herz, ick: dachte, wie sich äkinc Frau solcher Wasserfahrten freute: wenn ich sie aber K't gar sehr vermißte, so entbehrte ich sie doch nicht ganz ungern tur dem wohlbekannten Stege. Wir fernen in Konstanz noch prüde recht an, um den Sonnenuntergang vom Domstübchen tr betrachten, da hätte wieder meine Fran dabei seyn lollen. T r Hi,mmel war nickst so klar wie damals, über UcberHngen im donnerte ein finsteres Gewitter, dennoch gieng die .rönne \ hin ter Hohentwiel und den anderen Hegäuburgen herrlich unter, ' eit dem leuchtenden Widerschein im Untersee. Die Vorarlberger Ferge waren ganz verhüllt, aber der Säntis und die sieben tubnrften waren recht wunderbar anzuschauen. Der Regen der 1 Trigen Nackst hatte sie weit hinunter mit Schnee bedeckt: ne > raren niemals wolkenlos, aber auf den Schnee und bieJSolfen ’ Md die Sonne ein glühendes Licht, das mit grauen Lchatten H ßbstach und wechselte. Geblendet fliegen wir, ich nun zum dritten- : mal die finstere Tunntrcpve hinunter. Wir hatten uns aur ' knrvfehluug eines Reisenden, diesmal int Hecht, einem guten ' Lirtshause, das Aussicht aui den See hat, einauartiert." Aus derselben Reise bestieg er den Freudenberg bei Evvis knien. Im Frembenbuch sad er „unsren Namen vom 10. Jul. ' l£20. Lebhaft erinnerte ich mich jenes schonen Tages, an dem wir den Mittag in Arbon, das ich vor mir sah, unb den Abend auf diesem Freudenberge zugebracht: und so viel Schönes erwartete uns noch auf unserer Reise! Unter den neueren Inschriften des Buchs gefiel mir folgende am besten: „Heute, b. 26 Ülpr. 23 bin ich Martin Rott, Bockwirt von Mühlhausen im Elsaß, hier auf dem Freudenberg gewesen unb habe Alles sehr genau beobachtet, damit ich den Meinigen zu Hause Alles deutlich erklären könnte." Besonders interessant und wie die bereits zitierten bisher unveröffentlicht ist em Brief, den der T:d)t?r 1825 an Cotta richtete. Bekanntlich hat Uhland zusammen mit Gustav Schwab die Gedichte Hölderlings bei Cotta herausgegebeu — Aus diese Tatsache bezieht sich bas Schreiben, das wertvolle Urteile über Hölderlin enthält: „Euer Hochwohlgeboren empfangen hiebei die Sammlung von Hölderlins Gedichten, wie sich dieselben nunmehr nach Schwabs und meinem Erachten gestalten würde. , Wenn wir Einiges im Hefte durchstreichen zu müssen glaubten, so wird dieses durch das in den Beilagen Hinzugekommene, worunter Mehreres, wie die schonen Fragmente ausgewogen werden. Wir giengen davon aus, daß Alles wegzulassen sep, was aus einer Periode stammt, in der des Dichters ausgezeichnete Eigenthüm lichkeit sich noch garnickst entwickelt hatte, wie dieses z. B mit den Hum neu in den Stäudlinschen Almanachen der Fall ist, welche noch offenbare Nachahmung von Schiller find: sodann, daß auch dasjenige wegbleiben müsse, worin die Klarheit des Geistes schon bedeutend getrübt erscheint. In letzterer Beziehung mag die Grenzlinie schwerer zu ziehen seyn: aber Stücke, wie Pathmos, Chiron usw. konnten nicht wohl ausgenommen werden, wenn daran gelegen ist, daß Hölderlins Poesie, beim ersten Erscheinen feiner gesammelten Gedichte, in ihrer vollen unb gesunden Kraft sich darstelle. Eher könnte vielleicht bei einer künftigen Auflage aus Brot und Wein, Heimkunft usw. noch Einiges hinzugefügt werden, daher auch die Handschriften aufzubewahren senn werden. ■ ber Sinn für eine arostartige Poesie in Deutschland nicht erstorben ist, so muß diese Sammlung Aufsehen machen: es dürfte darum auch räthlich fein, mit der Pcrlagshandliuig nur auf eine Auslage von bestimmter Anzahl Exemplare abzuschließen." — Eine deutsche arktische Expedition Aus Drontheim wird gemeldet: Sechs Teilnehmer der deutschen arktischen Expedition find hier eingetroffen. Ebenso sind die Ausrüstungsgegenstände und der Proviant für die Expedition an gekommen. Der Leiter der Expedition, Leutnant Schröder, wird hier erwartet. Tas Expeditionsschiff „Herzog Ernst" geht Anfang August nach der Nordostküste von Spitzbergen. kf. Schmetterlingsfälscher. Dieser Tage hat ein Prozeß in London interessante Enthüllungen über Schmetter lingsfälschungen gebracht. Einem bekannten englischen Schmctter- lingssammler waren von einem Händler eine Reihe selten schöner Präparate ;um Kauf angeboten worden, und trotzdem er gewöhnlich nicht mit unbekannten Leuten zu unterhandeln pflegte, ging er dock angesichts des billigen Preises und ber außerordentlichen Schönheit der angebotenen Exemplare auf den Kauf ein. Ader, wer begreift sein Erstaunen, als er einige Tage daraus feine Neuerwerbungen einem Londoner Zoologen vorlegte und dieser sie, nachdem er sie durch die Lupe geprüft, als außerordentlich geschickte Fälschungen bezeichnete! Ter Professor, der in dem Prozeß als Sachverständiger geladen war, war auch in der Lage, das Verfahren der Fälscher genau anzugeben. Sie gehen in der Weise vor, daß sie einen ber gewöhnlickwn Schmetterlinge präparieren, seine Flügel bann mit einer dünnen Gummischicht überziehen und diese hierauf in bestimmter Weise mit Farbstaub bestreuen, unb zwar wird der Farbstaub je nach der Farbenzusammenstellung des Originals, das man nachahmen will, ungeordnet Tie Fälscher haben sich aber nicht allein damit begnügt, seltene Schmetterlingsarten nachzuahmen, sondern sie haben auch völlig neue Exemplare „erschaffen", die manchem Gelehrten, der von ihnen betrogen worden ist, viel Kopfzerbrechen verursacht haben mag. — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissen- schäft. Tie preußische Akademie der Wissen schaf- ten hat dem Professor der Philosophie an ber Berliner Universität, Geheimrat Tr. Stump', zur Weiterführung bes von ihm begründeten Monogramm-Archivs 1000 Mark und durch die philoiophisck-Histonsche Klasse dem Museum für Völkerkunde in Lübeck zur Veröffentlichung eines Werkes über die Pangwc- Neger 1000 Mark bewilligt. — Den SO. Geburtstag feiert am 2. August ber Professor ber Kunstgeschichte an ber Bonner Universität Geh. Regierungsrat Tr Karl I u st i. Der bekannte Kunsthistoriker ist am 2. August 1832 zu Marburg als Sohn bcs Orientalisten unb Ticksters Professors K. W. Jnsti geboren, studierte in Marburg unb Berlin Theologie unb Philosophie, be- fonbers als Schüler von Ed. Zeller, Theodor Waitz, Joh Gildemeister und Emst Henke unb promovierte am 22. Dezember 1859 mit einer Arbeit über die ästhetischen Elemente in ber Platonischen Philosophie. 1860 habilitierte er sich in Marburg Tür Philosophie, erhielt 1867 ein Extraordinariat für Archäologie unb Kunstgeschichte unb zwei Jahre später das Crbinariat für Philosophie an der Marburger Universität als Nachfolger von Theodor Waitz. 1871 kam er nach Kiel als Nachfolger Wilhelm Diltheys und 1872 als Ordinarius für mittelalterliche und neuere Kunst- geschickte nach Bonn als Nachfolger Anton Springers. Nach dreißigjähriger Tätigkeit an der rheinischen Hochschule trat er im Frühiahr 1901 in den Ruhestand. beim Heranbränqcn deS ahnungslosen Publikums wurde als nicht notroenbig unterlassen. M Tie Tarne schildert bann die bekannten Vorgänge beim Einsturz der Brücke und fährt fort: Tas Kurhaus und bie Cafes waren im Augenblick leer. .Tie Kapellen verstummten Tie Gäste, bie ihre Angehörigen auf ber Brücke vermuteten, stürzten dorthin und erkämpften sich den Durchgang zur Brücke, die endlich — abgesperrt war Ein Vater suchte lachend, dem Irrsinn nahe, sein Kind und lüftete bie xecfen bcr darunter LicgcnDcn, die gerettet waren, bis er unter einem kleinen Tuch die Leiche seines uindes fanb. Ein furchtbarer Zug bcr Geretteten, noch die Tobesangst auf ben Zügen, kam in kleinen Abstänbcn, in Tischdecken und geborgten Mänteln eingehüllt, triefend und sich kaum schleppend, bannst, mit zerrissenen Haaren durch die entsetzte Menge Tas Betragen der Angestellten des Kurhauses brachte die empörten Zuschauer bemahe zu Tätlichkeiten. Zwei Herren und Drei Tarnen, alle fünf eben noch dem Tod entronnen, in bunte Kaffeedecken gehüllt, suchen Unterkunft im Kurhaus, als dem nächsten der Häuser an der LanDungsbrücke. Es wird ihnen die Antwort: „Dir können sie nicht ausnehmen, es ist alles besetzt." „Zn irgend einen Saal" ruit es aus dem Publikum. Tas yeht nicht, da ist heute R ä u n i o n." Ta erreichte aber bie Empörung des Publikums den Gipfel, und es brach den Verunglückten selber durch bie Angestellten Bahn, um "ihnen endlich das Tach zu erzwingen. — Ein ähnliches Erlebnis hatte ein Herr, bcr gerettet war, wassernast, in einen Mantel gehüllt, die Brückenbarriere passierte, und bcr nicht burchgelassen werben sollte, weil er keinen Groschen bei s i ch hatte. Sein Gelb steckte im nassen Anzug ober in bcr See. Tas alles sind gerade keine ehrenvollen Denksteine für die Verwaltung des Lstsccbabes Binz. Auch in bcr „Voss. Ztg." war zu lesen gewesen, das; nach dem Unglück am Brücken eingang noch Groschen erhoben worden seien._____________________________________ Au» Stafct uttö £atiö. Gissten, 1. August 1912. ♦♦ Aus dem Militär-Wochenblatt. Gar- nisonverwaltungs-Jnspektor Hoffmann in Halberstabt würbe als Kontrolleführer nach Giesten versetzt Dem Zahlmeister Welsch vom Znsanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116 wurde der Titel Lberzahlmeister verliehen. ♦* Der letzte diesjährige badische Feriensonderzug wird von Gießen am 15./16. August 3.31 Uhr nachts abgehen. Tie zu diesem Zuge erhältlichen ermäßigten Fahrtarten nach Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg, Basel, Triberg, Villingen. Schaffhausen und Konstanz gelangen vom 5. bis einschl. 11. August zur Ausgabe. Die wahlweise nach mehreren Stationen gültigen Fahrkarten können ab Offenburg auch zur Fahrt mit gewöhnlichen Zügen über die hochinteressante Schwarzwaldbahn verwendet werden. ** Königlich Preußische Klassenlotterie. Tie Erneuerung der Lose zur 2. Klasse der 227. Lotterie must mit Vorlegung der Lose 1. Klasse spätestens bis zum 5. August abends ti Uhr geschehen sein. Auch müssen Die Freilose zur 2. Klasse gegen Rückgabe bcr Gewinnlose 1. Klasse bis zum vorerwähnten Zeitpunkt eingesordert sein. Landkreis Gießen. ? Lang-Göns, 31. Juli. Am Sonntag, 4. August, sollte dahier ein Missionsfest ftattfinben, muß aber wegen der weiteren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche aus- follen. Im Vor- und Nachmittagsgottesdienst in der Kirche wird jedoch ein Missionar sprechen. -m. Hungen, 31. Juli. Die von der Firma Lolat- ölicBen in Beton erbaute neue Brücke am unteren Ausgange der Stadt ist nunmehr soweit fertiggestellt, daß sie dem Verkehr übergeben werden kann. Sie ist mit den beiderseitigen Platten-TrottoirS etwa 8 Meter breit. Die Brücke, auf der jetzt bequem zwei Fuhrwerke gleichzeitig passieren können, entspricht nun dem heutigen Verkehr und mit ihr ist einem lange Jahre bestandenen Uebelstande abgeholfen. — lieber ein ungewöhnlich starkes Auftreten der Wespen wird in diesem Jahre allenthalben geklagt. Tie lästigen Besucher kommen scharenweise biS in die Behausungen. b. Kesselbach, 30. Juli. Unsere Kirmes findet am 1 8. 91 n g u st statt. Kreis Büdingen. w. Büdingen, 29. Juli. lSchössengertchtSsihnng) Ter Zimmermann B. V. von Welnljaar und der Melzgcrgeselle I. H. von Wolf werden wegen Uebertrctung der Nadiohr-VerkehrS- Lrdnung je in eine Geldstrafe von 1 Mk. ober je 1 Tag Hast verurteilt. — Ter Handelsmann B Seb in. von Kilianstädten wirb wegen Betrugs als nicht hinreichend überführt von Strafe und Kosten freigesvrochen. — Ter Maurer B. T. von Marborn wird wegen BctrngS in eine Geldstrafe von 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Tie W. E. Ehefrau und bie F. R. Ehefrau, beide von Eckartshausen, werben wegen gegenseitiger Körperverletzung in folgende Strafen verurteilt: a) die E. zu 6 Tlf. ober zwei Tage Gefängnis, b) bie 91 zu 3 Mk. ober 1 Tag Gefängnis. — Ter Taglölmer 91. H. von Hainchen, z. Zt. in UntersuchnngSbast, wirb wegen Lanbstreicherei zu einer Woche Hast verurteil.'. Aach vor- düst ter Stra c erfolgt U berweisung an die Lanbespolizeibehörde. — Tic Taglohner H. M. und W. Et, beide von Hauigrünbau, werden wegen gemeinschaftlicher vorsätzlicher Körperverletzung mittels gefährlicher Werkzeuge in folgende Strafen verurteilt: n) M. zu 3 0 Mark oder 6 Tage Gesängnis, b St. zu 50 Mark ober 10 Tage Gefängnis. (6) Echzell, 31. Juli. Am letzten Sonntag veranstaltete bie Ortsgruppe Ober Hessen des GriZfon-Klubs ihr Promi lienfeft. Mit ihr war das 3. Preistontauben- schießen verbunden. Am Morgen versammelten sich die Schützen, etwa 20 Herren. Jedem 3drüben wurden 20 Tauben geworfen. Es standen 10 Ehren preise, »nm grvszcn Teil von Mitgliedern gestiftet, uir Verfügung des Richterkollegiums Ter erste Preis wurde mit 17, bcr 2, 3., 4. unb 5. Preis mit 16, der 6 , 7. und K Preis mit 15, der 9. Preis mit 14 und der 10. Preis mit 13 Treffern vergeben. Am Rachmittag fand Preiskugclschießen bcr Tanten stakt Auch hierbei waren die Leistungen ganz vorzüglich. Tic vier vrackttvollen Ehrenpreise wurden mit 32, 28, 27 und 27 Ringen erbeutet Außerdem wurden von den Tamm eine Anzahl Ehrenscheiben hcrausgeschossen Rach BccnDigimg des Schießens sand in den, in einen Tannenwald umgewandelten Räumen des Restaurant Sehbolb Preisverteilung und Konten statt Letzteres wurde von den Mitgliedern des Eck zeller Musikvereins vorzüglich zu Gehör gebracht Reden und ein Tänzchen trugen viel dazu bei, die vorzüglickfe Stimmung noch zu heben. Kreis Alsfeld. /\ 91 n 9 dem Ohmtal, 31. Juli. Eine solch vor- treffliche Kornernte wie die jetzige haben wir während beS letzten Jahrzehnts nicht gehabt; gegen die vorjährigen Erträge wirst sic jetzt die dreifachen ab. Sie nähert sich nun ihrem Ende, ist aber auch schon größtenteils eingefabren worden. Die Kornhausten standen in einer Zahl im Felde, wie man sie so nur in der Wetterau sieht. Dabei sind Stroh und Körner gleich gut ausgewachsen. Da der Fruchtsegcn dre Scheitern füllt, so muß das Korn gleich gedroschen werden. Die Daiupfdrefchmasch.nen beginnen schon ihre Tätigkeit. Hoffentlich geht nun in Bälde der hohe BrotpreiS zurück. Kreis Friedberg W. Bad-Nauheim, 31. Juli. Das letzte Künstlerkonzert der Großh. Kurkapelle -Winder- stein-Orchester) unter Mitwirkung des Hofopernsängers Paul Seidler-WieSbaden wurde von Eduard M o e r i ck e, dem Kapellmeister vvm Deutschen LperiE)aus, Berlin^Lharlottcn- burg, geleitet. Es gelangten Liszts sinsonische Dichtung „Tasso lamenw e Irionfo" und Beethovens Leonoren-Luver- türe Nr. III zur Aufführung. Sic gab Gelegenheit, die eigenartige und feinsinnige Eyarakterisierungslunst des Dirigenten au bewundern. Das volle Haus dankte mit reichem Beifall. Hofopernsänocr S c ib (er, ein klarer, ansprechender Tenor, fand für die Wiedergabe Schumannscher Lieder und der Gralerzählung aus Lohengrin sehr freundliche Aufnahme. — Das nächsten Samstag, 3. August, stattfindende 5. Künstlerkonzert verspricht wieder sehr genußreich zu werden. Die Leitung hat Professör Hans Wind erste in und der mitwirkende Solist ist der hessische Hof- tonzertmeister Gustav Havemann, der bekannte vorzügliche Violinist. Er wird das Brahms-Konzert in T-dur sowie das Mozart-Konzert in A-dur, beide mit Begleitung des Orchesters, zu Geyör bringen. Tas Orchester spielt Mendelssohns Ouvertüre zum „Märchen von der schönen Melusine" und Mozarts Ballettmusik aus der Pantomime „Les petits riens". Hessen-Nassau. X Hanau, 31. Juli. In der vergangenen Nacht hat sich hier die bei einer Beamtenfamilie in Stellung befindliche Erzieherin Antonie M a t t o aus Leipzig aus dem Fenster ihres Wohnzimmers aus die Straße gestürzt und einen Bruch beider Beine sowie eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. Der Beweggrund für die Tat ist unbekannt. fc. Treysa, 30. Juli. Beim Baden in der Schwalm ertrank der Lokomotivheizer Schnickel von hier. Das normale IDetter im August. Unser meteorologischer Mitarbeiter schreibt uns: Tic Welle, die der Gang der Temperatur im Jahreslaufe zu beschreiben pflegt, hat bereits ihren höchsten Scheitelpunkt erreicht: bcr August steht schon merklich unter bem Zeichen bcs absteigenden Astes ber Temperaturkurve: ganz besonders gilt dies für bie Nacht temperakuren, bie infolge zunehmender nächtlicher Wärmeausstrahlung stärker zu sinken beginnen, sobald flarer Himmel sich einstellt. Tie mittlere Tages temperatur beträgt in den Ebenen Mitteldeutschlands am 1. des Monats normalerweise 18 — 19° und sinkt bis zum 31. auf 16—17°. Auch die Nach- mittagswärme zeigt einen ähnlichen Rückgang von 24—25° auf 22—23°. Für die Nacht betragen die entsprechenden Temperaturen 13—14° unb 12—13°. Im August sind die Wärmeunterschiede zwischen Ebene und Gebirge schon merklich geringer als im Juni und Juli, denn die Wärme hat sich allmählich auch den hölfereu Luftschichten durch Mischung und Leitung mitge- teilt. Dieser Ausgleich der Tcmperaturgcgcnsätzc zwischen dem Erdboden und den höheren Atmosphärenschichten ist im September noch vollkommener. Nachts kann es schon häusig vorkommen, baß bie Berge wärmer als bie vom Bodennebel bedeckten Taler sind, eine bei klarem Winterwetter regelmäßige Beobachtung. Im allgemeinen kann der August noch viele heiße Tage (Tropentage mit über 30° Wärme, bringen, wie wiederholt im vorigen Jahre. Auch 1892 am 18. August stieg bie Wärme auf 36—37° an. Dagegen lassen bie Nachttemperaturen schon bcutlich ben Einfluß ber zunehmenben Wärmeausstrahlung erkennen. Ein Sinken ber Temperatur auf 5 unb 6° unb noch tiefer in ben frühesten Morgcnstunben ist besonbers zu Ende bcs Monats eine normale Erscheinung. Ja Reif kann in exponierten Tallagen leicht vorkommen. Daher sind bie Tagesschwankungen bcr Temperatur auch noch recht groß unb betragen im Mittel etwa 10° wie int Juli. Im Sept, sinken sie aber bereits auf 9° herab. Die größte Tagesschwankung von 20° würbe am 8. August 1859 beobachtet. Die mittlere Monatswärme beträgt im Rhein- unb Maingcbict unb am Ranbc bes Taunus runb 18° im Tages- burchschnitt, 24° im nachmittägigen unb 14° im nädttlidien Mittel Das Sinken ber Tempcratltr ist in ben ersten 10 Tagen bcs August noch unbebeutenb unb wirb erst in ber zweiten Hälfte stärker. Eine außerorbentlich hohe Temperatur hatte ber vorjährige August. Eine ähnliche Hitze brachten bie Jahre 1857 und 1859 mit 26 Sommcrtagen. Dagegen war ber August 1896 so kühl, baß selbst im warmen Maingcbict kein einziger Sommertag zustanbc kam. Bezüglich seiner Bewölkung ist ber August in vielen Gegenben Mittclbeutschlanbs bcr heißeste Monat bcs ganzen Jahres: nur bie Hälfte des Himmels ist im langjährigen Durchschnitt mit Wolken bebeckt. Ein sehr trüber August herrschte im Jahre 1882, ein sehr heiterer 1898 unb 1911. Auch 1886 war bcr Augusthimmel sehr klar, außerorbentlich trübe aber 1897. Die Nebel Häufigkeit nimmt allerdings zu, boch pflegen diese morgcntlicheii Strahlungs- unb Talncbel bei höher fteigenber Sonne sich halb aufzulösen. Entsprechenb ber geringen mittleren Bewölkung ist auch bie Nieberschlagsmengc gering, ganz besonbers im Vergleich zum normalen Juli, bcr ja in uuferer Gegenb von allen Monaten bie größte Regenböhe zu bringen pflegt. Frankfurt hat als normales Mittel ber Jahre 1857—1907 eine Regen höhe von 59 Millimeter gegen 73 Millimeter im Juli. Natürlich schwankt bie Regenhöhe stark nach bcr Orlslagc unb steigt mit zunehmender Höhenlage bcs Landes. Jür Hessen gelten im 10jährigen Durchschnitt svlgenbe Nicbcrschlagslwlrcn in Millimeter (nach ben Berechnungen des Großherzoglichen Hydrographischen Bureaus in Darmstadt>: Worms 73, Oppenheim 65, Mainz 62, Alzey 66, Bingen 54, Walb-Mickxldach 106, Bensheim 86, Gernsheim 76, Felsberg 105, Groß Gerau 63, Langen 79, Darmstadt 76, Beer selben 103, Groß-Umstadt 79, Ottenbach 17, Schotten 89, Bab- Salzhausen 71, Grünberg 76, Lich 70, BadMauheim 61, Fricb berg 60, Herchenlmin 101, Gebern 99, Bübingen 88, Vilbel 64, Gießen 56, Herbstein 89, Alsfelb 62 Millimeter. Ter vergangene Juli war sowohl in seinen Tempera tu r- aG auch in seinen Regenverhältnissen dem vorjährigen sehr ähnlich. Auch die allgemeine Druckverteilung auf bcr nörbHdxm halbkugel zeigte denselben Typ wie im Vorjahr. Ein außer - orbcnilid) beständiges Hochdruckgebiet überlagerte bas Festlanb Europas unb erwies sich als ein Teil bes staubigen Awrcnhodis. Das mußte roieber übernormal warmes unb trockenes Wetter im Infolge haben. Nur vom 30. Juni bis 6. Juli lag in ganz Teutfd'lanb bie Mitteltemperatur bieses Zeitraums unter dem Normalwcrt, meist im Betrag von 0—2 Grab. Nur Trier hatte eine über 3 Grab nicbcrc Temperatur. An allen anderen Tagen lag die Temverattir dagegen 2—3 Grad über bem Normalwert. Nachflebend feien bie Temperattlrabweidmngen für bic nnduigftai f?rte mitgeteilt (4- zu warm, — zu kühl». 7—13 Juli Frankfurt a. M. -2.7, Aachen 3.1, Magbeburg 3.1, Bremen 4 5, VerUif 4.1, Breslau 2.9, Memel 1.6 Grab. 14.— 20 Juli in derselben Reihenfolge^: 0.7, 1.3, 1.6, 1.9, 3.2, 17 3 1 Grab 21 2 7. Juli: 0.5, 0.6, 1.3, 1.6, 2.3, 0.9, 1.4 Grad. Atter Ding< kamen so extrem höbe Temix*rahirvn wie im Vorjahre nickt zur Entwicklung. Vom 3. Juni bis 6. Juli erreichten die Maximal- temperoturen in Mittel- unb Sübdeutscklanb knapp 25 Grab nictrt am '> Juli . nur in Ostbeutfcklanb wurden 27 Grab er- reicht. Ader bereits am 12. stieg Die Wörme in ganz Teuticklanb diesmal mit Ausnahme Ostbeuiichlcmds auf über 30 Grob an ?iCnu k ^niveratur von allen Stationen hatte Trier mit 14 Grab am 13 Juli Aebnlick lagen bie Temperaturverhältniss. voni 11 20. Juli, bie Vockstwarme trat meist am 17. unb 18 rin ctwfl. kühler war bic Pcrwbe vom 21 27., bas Maximum mtt nahe 30 Grad nel im Venen auf den 25 Juli Audi bie Rcgcmällc ivaren m ben meisten Gegenden zu gering r.od) gingen besonders in Sübbcutfcblahb (am 20. unb 21. außerorbentlick bringe (Mthttcr nieder, btc große Regen liefe- Tock dürften diese iahen Niedericklöge sehr raick ben F| zugeführt worben sein, ohne nachhaltig ben Boden zu befeu Denn überall klagt man über große Bobenlrockenbcit. ' folgende Regenmengen wurden vvm 1—30. Juli gemessen: bürg 47 (—), Memel 111 I—), Berlin 20 - , Metz. 3rai 37 (—), Karlsrulw 83 (+', München 148 , Paris Dien 119 (— zu trocken, -r zu seuck: In einzelnen Okgi Memel, Berlin kommt bic Dürre bcr vorjährigen fast c Memel batte nur 4, Frankfurt a M. 7 Regentage auizuw Auch dieser Sommer steht ausgesprocken unter bem 3cieben Trockenheit.______________ Gießener Strafkammer. Gießen, 30. Juli. Der Beamte der Sittenpolizei. Degen Amtsanmaßung würbe bcr Schneiber K. B von Gi, zu einer Gelbstrafc von 25 Mark, welche im Jatte ber Uw brmglichfeit mit 5 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, ,'onne bic Kosten des Verfahrens verurteilt. Er hatte fick am R. 9. Juli 1912 bem Stubiercnben H. I unb seiner Begleit/ gegenüber als Beamten ber Sittenpolizei bezeichnet, bcr im 'Lb sophenwald auf bie LicbcspärcHen acht zu geben habe. Tic 3i kämm er nahm an, baß er bas Delikt begangen Habe, um Trinkgelber zu verschaffen. Bei ber Strafzumessung fiel die | Herige Unbestraftbeit unb bas sofort abgelegte Geständnis . Angcttagten strafmildernd ins Gewicht. Wegen Körperverletzung im Amte wurde der Lehrer L. A. von Glashütten unter Zubilligu^ mildernder Umstände zu einer Gclbsttase von 75 Mark d«. urteilt. Er hatte eine Schülerin, bic vom Armenamt in Offen, bad) a. M. einer Familie in Glashütten zur Erziehung über, geben war, in einer Weise mißhandelt, die sich als Hebe. .. schreitung seines Zuchtigungsrechts darstclltc. Wegen Beleidigung eines Gerichtsvollziehers^ war bcr Angeklagte, Kaufmann E. H. S- von Bellmuth, vem Schöffengericht in Ortenberg zu einer Gelbstrafc von 25 AiHD verurteilt worben. Trotzbem er eingestanb, bie bclcibigenbcn A». gerungen getan zu haben, hatte er Berufung eingelegt. Tic; würbe als unbegrünbet zurückgewicsen. Wegen schwerer Körperverletzung, begangen an seiner Ehefrau, war bcr Angeklagte I. S. ln|] Schlitz vom Schöffengericht in Schlitz zu einer Gefängnisstr^r von 4 Wochen verurteilt worben Die Strafkammer eradÄl biefc Strafe für burckaus angemesfen unb wies bie Berufung ! Angeklagten als unbegrünbet zurück. Wegen fahrlässiger Gesangenenbefreiung, . würbe ber Gesängniswärter A. D. von Vilbel, bcr burrf) unvov sichtige Aufbewahrung eines Gefängnisschlüfscls bas EnttvrichW eines Gefangenen ermöglicht hatte, zu einer Gelbstrafe von 75 9v|: verurteilt. Ein Heiratsschwinbler. Wegen Betrugs im wicberbolten Rucksalle würbe bcr Sehnlich D, Z. aus Wiese, ber zurzeit wegen bes glcidien Bcrbrecbent in Hersorb eine Gefängnisstrafe von einem Jahr zu uerbüfri 1 hat, zu einer Gesamtstrafe von einem Jahr unb brri Monate, Gefängnis verurteilt. Er hatte bic Zeugin M. S. von Cbtv Wöllstabt durch Vorzcigen cints Rettamc Tmlsendmarksdicins, die Vorspiegelung, er sei Obermontcur, unb bas Versprechen da Ehe veranlaßt, ihm Gelb zu leihen. Strasmilbcrnb kam in Vc tracht, baß bic Betrogene nur um einen geringen Betrag qc schäbigt worben ist. Von bem Vergehen ber Milchfülschung hatte bas Schöffengericht in Schotten bie Angeklagte E. 3. frei- gesprodnm. (Segen biefc» Urteil hotte bie Staatsanwaltschaft Be- nrfung verfolgt. Die Berufung würbe unter Abänderung bcr schösfengerichtlichen Kostenentscheidung im übrigem als unbcgrM> zurückgewicsen. Wegen Verbrechens wider die Sittlickkeit ‘ wurde der 14 jährige Volkssckuler K. A von Stockheim zu rinn Gefängnisstrafe von 2 Wodym verurteilt. Degen des 'fugend. lid)en Wters des Angeklagten, seiner vernachlänigten Erzichmq unb seines unumwunbenen Gestänbnifses beschloß bic Strafkammer, ihn zur bebingten Bcgnabigung zu empfehlen. Landwirtschaft. — BesichtigungaußcrhessischerGcmüsebaub^ triebe. Tie Landwirt fckaftska in mer für bas Groh Herzogtum Hessen will ben Hessischen G-müsezüchtern Ari । legenheit geben, sich einmal den bedeutenden und altni Gemüik- bau von Bamberg unb Würzburg nebst UmncbuM anzusehen. Sie veranstaltet baher bei genüg en der Beteiligung am 16. unb 17. August eine Besichtigungsrrise dorthin unter Führung von Obst- unb Wrinlmuinfp^-ftor Psemer-Tarmnadt. t Bayerische Jachleute stehen bereitwilligst zur Verfügung. Tic Ad-t fahrt erfolgt am 15. August mittags 11,37 Uhr ab Tarmsradt, k bie Rückfahrt am 17. August abend.', baß bic meisten Teiln Inner ' noch an bicsem Tage ihren Wokmott erreichen können. Ar- sickitigt werben Gemüsekulturen in Würzburg, Vrilshöckbeim, Etwashausen, Albertshofen, Baicrsbors, Esieltrid) unb Bamberg, darunter auch Frühgcmüsckulturen. Tie Teiln. Inner wollen sich» bis längstens 10. August bei ber Lanbwirtsd»itskammcr, 9ibcn* straße 34, melben, worauf ihnciz weitere Miurilung zugehen rvir> vermischte». kf. Vom Wäsckermabel zur Primabonna. 3cif einigen Tagen hat Lonbon eine neue Sensation: frrau Ami Slwrwin, eine bekannte englische Sängerin, hat in bem '.Irbntc rinnendror ber Lonboncr Vorstubt Elcrkcwvctt ein Wäschermädrl cntbeckt, bas burch seine gcrabem außergovöhnlich schon unb volle Stimme nach ihrem Urteil ,prr Primadonna geradezu proben- niert ist Wie Fräulein Louisa McEuin. bi jetzt 24 Jahre rilrtt, überhaupt dazu gekommen ist, einem Gesangverein bei'.uneten, laufet wie eine Romanze. Bor nicht allzu langer Zeit erfdnen vor der Wäscherei, in ber Prräulrin Louisa sich mühsam ihr täglickks Brot herbiente, ein alter Geigenspieler, ber einige Weisen herunter- liebelte. Die Mäbchen baten ihn, auch ein Lieb zu spielen, und begleiteten ihn mit ihrem Gesänge. Aber, nur eine au.' b* Sdxir sang zu Ende, und baß ivar Louisa McEuin: bic andere» batten in großer Bewunderung aufgehört und lauschten nnbdtM den Tönen, bic aus Louisas Kehle hervorauollen. Als bas Li», zu Enbe war, trat brr Greis mit Tränen in ben Augen aut das Däschermöbcl zu unb mit einigen Worten stammelte er, bah n eine solch schöne Stimme nie in seinem Leben gehört habe. „Uw ich verstehe etwas bavon, glaube cd mir, mein Kind!" So fd>loi ber Greis sein Sob. Louisa aber nahm sich ben Rat des ‘.llnu ihre Sitipmc weiter auszubilden, zu Herzen, trat dem Ardcitv' rinnenchore bei, wo sic selbstverständlich fofort ben Lener « Begeisterung versetzte. Tiner stellte sie ^rau Amy cbernni vor, bic dann auf einer Abcnbgescllsd>aft vor einer Reibe n* kunitverstönbiycn Gästen bas Wäschermädel fingen ließ. Unb ailf nxrren hingerissen?^ Im Nu waren bic Mittel gezeichnet, * tj ermöglichen, bas; Fräulein Louisa ihr Waschfaß verlassen nr> Gesangsunterricht nehmen kann. Eine Reihe uamhafter Künstle unb Künstlerinnen haben sich angcbolcn, Jröulein Louisa umsonst weiter zu bilden. kf. Welche Stadt bat ben stärksten Verkehr' 3n allen GrotzUädten ist in den jüngsten Jahrzehnten der febr ganz ungeheuer gewachsen, unb man l e kommt einen BegnN von Innern Umfange, wenn man fich die Beben fung bcr Zadle» vergegenwärtigt, die bas „Straub Magazine" über ben tM* bernen Gromtabwerkehr veröffentlicht In London erm® er feine größte Höhe auf dem kleinen, im Herzen bcr Eitn belegene« Platze, an dem die Börse, die Bank von Englanb unb ba-> Äausto» poinc liegen, lieber diesen Platz flutet fünf unb einen halben Tfl8 in Der Woche, nämlich von Montag früh bis Samstag miuags, in bem Zeiträume von zehn Tagesstunden ein Strom von einer IHctccrologifd)c vcobachtungcn -cr Station Sichen. $3 eiter 6»*/« brtdjfc kostenfrei Muffler 4 (Sie., ftrcibttrg Br,r. höchste Temperatur am 30. bis Bl. Jul» Siiedrigsle , , 30. , 31. , Niederschlag : 4,6 mm. Als „ebensogut“ wie I Mer* Vanillin - Zucker Ueberall zu haben! 1 Päckchen 10 Pitz. WWW, 320. 2. 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Direktor: Dr. Haupt. iZ <(ben Million Mtzacknger und von 50000 Wato«eflt. frteilt fid> der Verkehr nod) unregrImatziq, und «war w. daß Lälstc der ^uMänger unb brr uafrOTge witdl i MansioN'vousc.Ccke saniert. Mn tnoer ^astülle de« mo- ,-nen Oirosckadlverkehres kann bet kaum wemigrr berühmte Plav !>cr der Großen Lper in Paris, wo die Boulevards, die Rue te la Pair, die Avenue de l'Opera ufm. ud> kreuzen, nKttcirern la der ^agenverkehr ist an dieser Stelle sogar noch großer, denn Ln bot 63 000 Fahrzeuge im ragcSdurckschnitt hier gezahlt Lchrend die Zahl der Fußgänger „nur" enod out 450 000 mifkjt lub Für Berlin geben die Beobachtungen einen Anhalt, du E für den Verkehr aus der Friedrichstraße an der Ecke der ' 000 Fußgänger in der Stunde, was oho einem T.rqesverkehre 300000 Fußgängern gleichkommt. Ebenso groß ist der Der' 4r auf dem Wladimirski-Prospekt in P et er 6b ur g , wäh tab man aut dem Graben in Wien nur 2/5000 Fußgänger . hat. Für die Puerto del Sol in M a d r i d, wo zehn große -fronen münden, liegt eine Zählung vor, die den Zeitraum von >• ^tunben umfaßt, und in dieser Zeit wurde ein Verkehr von iV) 000 Personen gezählt. Endlich mögen noch die Zahlen für htfbe Nillg ^lufer-Allce lucjntc öl»l»9/r>3 »H fo* fort anderw. z. vern». Näh. bei Abermann & ftfinn. Scltcrswesi (Jfciita) ver 1. Cfiobcr fl Simmern», in. Bad ii. Zentralheizung zu uerm. Architekt Nicolaus, 4531 Süb Anlage.___ 7 Zimmer ,'irt luiLWcubauSlcplcrftr. 5 sindv.fos.nochzwei7 Zimm- Wob»., d. 'JIcua. entfvr. ein- aer.it. m.Etagenheiz.vers.. z. v. **’, Abermann A Kling. Babnbofftr. 54, 1. Em ne, 7-Z.imnter Wohn, ver l.Seot. oder 1. Ctt. ah uerm. 15153 Zu erfr. Wilbelmttr. 35. | 6 Zimmer | II. (s'tnac, ß Zimmer mit Zubehör, (9no und clcttr. Vidit per fof. ob. svät. z. venn. 4135t Slld-Anlage 23. 6 Zimmer ] Sch. 5-Zimmerwolinunii per sofort zu vermieten. 3G13|______SelterSwcg 35. Scltcrswcn (Neubau» v. 1. Oktober 5-Zim.-Wol)tt. mit Bad u. 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Wer in solcher Zeit starkwirkende Genußmittel tvi^den Morgenkaffee auSschaltet und sich dafür dem Id‘7, -Kakao zuwendet, wird die angenehme Entdeckung machen, daß dieser in gleichem Maße anregt, ohne die Nerven zu erregen und anzugreifen. Man wird dann den dauernden Gewinn davon tragen, nicht tvieder dem Hange nach allerlei immer stärkeren Reizmitteln zit verfallen. Ta Reichardt-Kakao nicht überall erhältlich ist und viele andere Fabrikate nicht dauernd behagen, versorge man sich für den Ferien-Bedarf in der nächsten Ausgabestelle. Eine solche besindet sich in Gießen bei Frau Emma 5el!heim, Bismarckftraße 38.