Nr. 257 Erstes Blatt 162. Jahrgang Dienstag, 8. (Moder 1912 Der «testener Snjelget erschein! täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SlehenerZamlliendlälter, zweimal roÖdientLKtcis» blaNsurdenNreisSiehen lTrenstag unbiyrcitaq); zweinial monatl. Land« wirtschaftliche Aeitfraarn Rcmlpred) - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. ExvedidSn 61 Adresse für Depeschen: Anzeiger «Hefecn. Annahme von Anzeigen für die TageLnummer blS DormittagS 9 Uhr. General-Anzeiger für Ober Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei R. Lange. Rcöoftion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Ur. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. yez« gsvrei»: monatlich7öW., viertel- vi irltd) 1'1 L 2.20; dlrrch vlbholo u. Zwerguellen monatlich <»5 Vs.; durch die Vos! 1 u.2.— viertel- |.'.l)vL au-schl. Bestellg, fleilenpreiS: lokal 16Ps^ aasivartS 20 IMemüg. i' hesredakleur: 91 vwetz. politischen Teil: August Goel;; für .Feuilleton', .Vermifchles' und ,Gerichtssaal-: K. 9ku- ratb; iik .Stadt und iland": Ix.pcb; für den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten. Ein Zchachzug der tückischen Diplomatie. Während in ftonftantinopel und im türkischen Volke überhaupt die Krieg 3 In ft wächst und dem Sultan patriotische Kundgebungen dargebracht wurden, bewahren die -Diplomaten der hohen Pforte ihre Geduld und ihren Humor. Sie haben ja freilich das gute Recht und das Wohlwollen der öffentlichen Meinung Guropas bisher schon auf ihrer Seite. Da sie aber aus den Pariser Konferenzen die Witterung erhielten, daß an ihre Regierung wieder Mahnungen zu Reformen ergehn sollten, kamen sie dieser Botschaft zuvor und ließen durch ihre diplomatischen Vertreter beit Großmächten ertlären, daß die Türkei bereit sei, das Rc- ormprogramm vom Jahre 18H0 auszusühren und dement- prechend ein neues Gesetz zu erlassen. Cb unter diesen Um- tänden die Großmächte den in Paris vereinbarten gemein- amen Schritt, dem inzwischen alle Beteiligten zugestimmt haben, unverändert unternehmen werden, ist ein wenig in Frage gestellt. Oesterreich verlangt eine ausdrückliche Versicherung, daß der Besitzstand der Türkei völlig unangetastet bleibe; es hat anscheinend besorgt, daß man den Serben doch vielleicht einige Freiheit im Sandschak 9tovibazar lassen werde. Jedenfalls werden die Mächte nun auch den neuen Vorschlag der Türkei in Erwägung zu ziehen haben, aber wenn es an die Einzelheiten geht, wird man vielleicht einige Jährchen tagen massen, und die Ungeduld der kleinen Ballanktäffer wird fortbestehen. Denn das Reformprogramm vom Jahre 1880 umfaß: nicht weniger als 450 Artikel, vwr auf die Frage, wie die Reformen in die Praxis zu übertragen seien, blieben die Männer, die das Programm im Schweiße ihres Angesichts versaßt haben, die Antwort schuldig. Die einzige Möglichkeit, den Krieg zu vermeiden, be- steht darin, die Baitanverbündeten, die ja auch die Absicht der Türkei auf Zeitgewinnung riechen werden, ganz energisch zur Ruhe zu verweisen. Aber, so soll nach einem Berliner Blatt, aus beutln Regierungskreisen verlautet haben, die Einigung wird nur bis zum ersten Kanvncn- schuß dauern Damit werden die Bulgaren und Serben rechnen; ihr Plan ist eben der Krieg! Reformen für die curopäifchc Türkei. Die türkische Regierung hat, so wird ans Konstantinopel gemeldet, in den letzten Tagen, besonders infolge der Schritte gewisser Mächte, Reformpläne für die europäische Türkei in Aussicht genommen, die auf dem Gesetz beruhen, das am 2 3. August 1880 von einem Ausschuß unter dem Vorsitz des damaligen Ministers des Aeußern Assim Pascha nach Anhörung des internationalen europäischen Ausschusses für Cftrumclien ausgearbeitet worden war. Das Gesetz, das die Folge des Artikels 23 des Berliner Vertrages war, ist durch ein Jrade )anItioliiert, aber nicht an gewendet worden. Die Zusammen beru- fung des Senats bezweckt, wie behauptet wird, bas Haus über die Zweckmäßigkeit der Maßregeln zu befragen, für die das Kabinett vielleicht nicht die ganze VeranUvortlich- keit zu übernehmen wagte. Der Senat konnte am Sonntag übrigens nicht tagen, weil nur acht Senatoren anwefeno waren. Die Absicht der Regierung ist erst in einem beschränkten Kreise bekannt geworden, scheint aber in gewissen türkischen Kreisen, be,onders beim Militär und den Jungtürken, einen schlechten Eindruck hervorzurufen. Das Gesetz von 1880 ist ausschließlich in den Publikationen des britischen Parlaments Jahrgang 1880 Six. 16 erschienen. Die Pforte hat ihren Botschaftern ihren Beschluß bc treffend die Durchführung von Reformen in Mazedonien notifiziert. Ein griechischer Protest in Konstantinopel. Konstantinopel, 7. CIt. Rach mündlichen Vor stellungen überreichte der griechische Gesandte der Pforte eine Rote, in der vroteftiert wird gegen die Beschlagnahme griechischer Dampfer. Weiter wird protestiert gegen die Besetzung von 10 griechischen Dampfern von türkischen Cfsizieren und Mannschaften. Schon wird auch aus den Balkanhanptslädten gerne! bet, daß man an die Reformpläne der Türkei nicht glaube. Und in der türkischen Hauptstadt ist die Kriegsluft noch unvermindert und man betreibt eifrig tie Rüstung zum Kriege. Das Wiener Korrespondenz Bureau meldet aus Konstantinopel vom 6. Oktober: Heute ist der letzte Tag für bie ® inrückung d er R eser 6 i sten. In Konstan ttnopel strömen bie EinoerufÄten zu ihren Bataillonen und durchziehen mit Musik und Fahnen die Straßen, wobei auch b c g e i jt e r t e Kundgebungen für b i c Armee und den Krieg veranstaltet werden. Der Marine- minift er beschloß, alle im Hafen zurückgehaltenen griechischen Dampfer mit je vier Offizieren und einigen Matrosen besetzen zu lassen. In der Provinz dauern die V e r s a m miungc n zugunsten des Krieges an. Gegen 3000 griechische Reservisten sind nach Athen ab gereist. Zahlreiche andere griechische Untertanen verlassen die Stadt. Konstantinopel, 7. Okt. Gestern hat hier ein Kriegs rat ftattgefunben, an dem der Großwesir, der Kriegsminister, der Marineminister, die Generalstabschefs, der Kommandeur der Cfb und Südarmee, sowie alle höheren Offiziere teilnahmen. In dem Kriegsrai wurde die militärische Lage besprochen. Saloniki, 7. Okt. Die Mitglieder des serbischen Konsulates haben bis auf den Generalkonsul Balugtschitsch gestern Saloniki verlassen. Der bulgarische Konsul erwartet stündlich seine Abberufung. Seit drei Tagen wird unuickerbrochen die von Andrie- vitza nach der montenegr'nischen und türkischen Grenze führende F a h r st r a ß e v o n den Montenegrinern ausgebessert. Selbst Weiber und Kinder werden bei den Arbeiten beschäftigt. In Andrievitza sind sechs Bataillone und zwei Batterien konzentriert. Die Treue der Albaner. In der Stimmung d'er Malissoren ist plötzlich ein Umschwung eingetreten. Als Essad Pascha den Fluß Mali überschritt, kam ihm eine aus vier Malissoren- sichrern bestehende Abordnung entgegen, die versicherte, daß sich die Malissoren der Regierung ergeben und kein weiteres Blutvergießen wünschten. Essad Pascha ließ seine Truppen den Marsch nach Skutari sortsetzen. Der LinigungsauLschust in Paris. Die Agenee Havas veröffentlicht folgende Rote: Ministerpräsident Po ine ar 6 hatte am Montag vormittag mit dem russischen Minister des Aeußern Sasonow eme Unterredung, in der er die Antwort Großbritanniens mitteilte, aus der hervorgeht, daß das Einvernehmen zwischen den Mächten über die Bedingungen hergestellt ist, daß unterdessen sowohl Jb ci b en Bälkanländern als in Konstantinopel Schritte unternommen werden sollen. Sasonow telegraphierte den Vertretern Rußlands bei den Ballanstaaten, sie möchten sich mit ihren österreichisch-ungarischen Kollegen ins Einvernehmen setzen, um gemeinsam, und sobald wie möglich, den verabredeten Schritt zu unternehmen. Bei der Pforte werden die Vertreter der fünf Mächte in Konstantinopel den verabredeten identischen Schritt tun. Eine weitere Note bt;r Agenee Havas besagt: Ministerpräsident PvincarS cnTpfing am Montag nachmittag den englischen B o t sck a f t e r. Er hatte darau7 nacheinander mit dem türkischen Botschafter und den Gesandten von Griechenland und Bulgarien Unterredungen. Tic Mißstimmung und Ungeduld in Bulgarien und Serbien. Die bulgar ische Sobranje hat der Mobilmachung und den sonstigen Forderungen der Regierung zugestimmt und der Ministerpräsident Geschow hat die Sitzung am Montag mit folgenden Worten geschlossen: Die Volksvertretung hat alle legislativen Maßnahmen, die die Regierung vorgeschlagen hat, angenommen. Diese Maßnahmen sind nicht zahlreich, aber sie find entscheidend für das Schicksal unseres Landes. Wir wollen hoffen, daß dieses Schicksal in der cndgiltigcn Schaffung des Friedens und in dem höchsten Glück Bu 1 gariens bestehew w i r d. Da der König allen Beschlüssen der Sobranje zustimmt, hat er mich beauftragt, in seinem Namen die außerordentliche Sitzung der Nationalversammlung zu schließen. (Andauernder Beifall.) / Während der kurzen Pause, die dem Schluß her Sitzung vorauSging, stimmten zahlreiche Abgeordnete die Nationalhymne an. Die Abgeordneten haben zugunsten der Armee zum Ankauf von Militärflugzeugen auf ihre Diäten verzichtet. Dem „Temps" wird von seinem Sonderberichterstatter, aus Sofia gemeldet: Die ins Auge gefaßte österreichisch-' russische Aktion in Sofia hat hier ein gewisses Uni behagen hervorgerufen. Man ist der Ansicht, daß das! Zusammenwirken Englands und Oesterreichs in den Balkansragen, welches unangenehme Präzedenzfälle ausweist, für Bulgarien nichts gutes bedeuten kann. Bon sehr berufener Seite erklärt man, daß diese Intervention^ falls mau durch sie den Krieg zu verhindern hofft, mir-* kungslos fein werde und daß sie, wenn sie nach dentz Kriege erfolge, dem Bestreben der Balkanvölker zuwider; laufen werde. Ucbcr die Absendung eines Ultimatums au die Türkei das wahrscheinlich jeder Battanslaat getrennt stellen wird,, sind nach Angaben von zuständiger bulgarischer Seite bisher keine Beschlüsse gefaßt worden. Vorher dürsten die Forderungen Bulgariens den Großmächten mitgeteilt werden, so daß eine Ueberstürzung der Ereignisse schwerlich eintritt. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Belgrad: Von unterrichteter Seite wird erklärt, der Vorschlag Poincarss biete Serbien zu wenig des Tatsächlichen und die türkische Note ließe nur erkennen,, wie wenig ernst es der Türtei mit der Durchführung der Reformen sei. Es iönne nicht oft genug betoiu werden, daß Serbien keine Gelüste nach dein Sanoschak hege. — Vor Ende dieser Woche dürfte das Ultimatum der Pforte nicht überreicht werden. Der Konjcrtoerein und sein Programm für den Winter 19(2/15. Vom Konzertverein wird uns geftpricben: Der Vorstand des Konzertvercius veröffentlicht im Anzeigen teil dieser Wummer als Ergebnis seiner nunmehr mit einer Airzahl .von Künstlern, Kapellen und Behörden abgefa;lD)fenen Verhandlungen, die vollständige Reihenfolge der musikaiiichen Darbietungen im bevorstehenden Winter. Wie im Vorjahre werden auch diesesmal ''IO Konzerte im ganzen veranstaltet, von denen 9 in das Wintersemester und das 10. in das Sommersemester fallen. Sie gliedern sich in 3 Soliiicnabcnöc, 3 Kammcrmuiitabenbi* und 4 Ehor- und Orchesterkonzerte. Die erwählten Künstler bürgen baiür, daß unsere Musikfreunde ganz außergewöhnlich geiiuiji-eichen Darbietungen entgegensetzen dürfen. Mit Absicht sind hauptsächlich solche allentl-alben bewunderte, reife Künstler berufen luoroen, die bisher in Gießen noch nicht zu Gehör kamen. In diesem Sinne sei besonders hingewtesen au,: Fran Kammersänge.i.i Hermine Bose 11 i aus München und den bekannten Pianisten Professor Josef P e nt b a u r aus Leipzig mit seiner an Li.zrscye Zuge gemahnenden Vortragsweise. Er wiro int Eröisnungslönzert nicht nur als Solist auftreten, sondern auch mit seiner Frau und würdigen Partnerin hervorragende Kompositionen für zwei Kiamere voi.ragen. Eine weitere interessante Bekanntschaft in der von alten diesjährigen Bayreuthbesuchern ob seiner herrlichen Stimme und Geuauungs frait gepriesene Bassist Kammersänger Paul Knüpfer von der Berliner Hofoper und die jngendliä-e Geigerin Frl. E v a ii g e l i n e Anthony aus London, welche int vergangenen Winter in vec schiedenen Städten Mitleid, m.mlands Uu^e Anerkennung erntete. Im Mittelpunkt des Interesses duiite der Kölner Geiger Adolf B u s d) stehen, der noch ein Jüngling und Ooui scyo.t (i.i aneriaiinter Meister in seinem Fache ist. Seine vollendete Tecynik unö Jein mit tiefer Empfindung gepaartes Spiel bildeten üoerall die Sensation der Konzerte. Das Engagement des jugendlick-en Künstlers ist auch um deswillen 1 reu big zu begrüßen, weil er demnächst eine glänzende Stellung in Wien aniriu, die ihn für voraussichtlich lange Zeit unserem Musikbezirke entziet?.. Für Gießen fein Reu Ung, aber in dankbarer Eiinnerung von ihrent letzten Austreten im Konzertverein her, bei dein sie so herzlich ge,eiert wurde, ist die ausgezeichnete Kütt|ikri.t .s.r,ji-iinidiigctiit Frl. Gertrud Geyers bach aus Darmstadt. Auch sie inlgt in kurzem einem ehrenvollen Ruse nach Wien, so daß die Gelegenheit, iic noch ein mal hier zu hören, gewiß gern mangenommen nnrd. Die Ausführung der Kammermu|it liegt dem bewahrten Dnol der Herren D r a u t m a n n , Redner und Öeg_ar ob; außerj ihnen werden an "diesen Abenden auch tüchtige Sangeskünfller, Frl. Karola Hubert aus Köln u. a. austreten. Für die Orck-ester- und Chorabende sind 2 auswärtige Kapellen gewonnen, das verstärkte Sinfonieorchester des Frankfurter Palmengartens (der Stamm des neugegründeten Tonkünstlerorck/esters), sowie die Meininger H o f 1 a p e 11 c. Der zweite Absckstuß ist insofern von besonderer musikalischer Bedeutung, als die „M c i it i n g e r" im Februar am 1. Tage unter Max Reger ein Sinsonielonzert, am folgenden Tage unter Pros. Trautmanns Leitung m Beethovens M issa s o - lemnis spielen werden. Das Sinsoniekvnzert unter Siegers Leitung bringt einem von vielen Seiten und der Kritik geäußerten Wunsche entsprechend unter anderem eine B r u ck n e r s ch e Sin- jonic, sowie unter Mitwirkung des akademischen Gesangvereins das Regerftye Chorwerk: Die Nonnen. Im 1. Sinsoniekonzert pom 17. November unter Trautinanns Leitung wird sich der Liebling der Frankiurter, Herr Robert Hutt, nut seiner köstlichen Denorüimmc Horen lassen und im sinfonischen Teil soll — gewiß zur Freude aller Musikfreunde — Beethovens 7. Sinfonie erklingen. Den Besastuß der Saison bildet das herrliche '(Requiem von Berlioz, bcianntiid) ein Eyvr- und Jnslrumeiilaiwerk enien Ranges, das neben dem Hauptora-ester noch mehrere Reöeiwrchefter erfordert. Die vorstehenden Mitteilungen werden zur Genüge bartun, wie sehr der Konzertverein bemüht ist, den Must: reunden gute Musik in jeder Form zu bieten. Er hegt die Zuversicht, daß «einen Be- [trebungeu das Interesse des Puolckums nicht fehlt, und daß fie durch zahlreichen und regelmäßigen Besuch per Konzerte die unerläßliche Unterstützung fiiiden. Abonnenten scieit^ daran erinnert, daß ihnen die seither iiinegel-abten Platze bis 2u. LUober längstens zur Verfügung gehalten werden, sofern fie nicht innerhalb biefer Frist irgendwelche Aenderungen bei Herrn Ernst Ehallier ausdrücklich beantragen. Das Abonnement bedeutet uörigens — worauf Musikfreunde beionders aufmertfam gemacht werden — eme erhebliche Ermäßigung gegenüber den Einzelpreisen der Karten. Die Konzerte finden (außer den 2 Orchester- und 2 Chorkonzerten; in der Universitätsaula statt. Zu näherer Aus- fuiiit ist Herr Ernst Ehallier jederzeit bereit; bei ihm werden auch 'Jtcuanmcluuiigen zum Avonne.,:ent eiuQeaenaenonimcn. öcrliner Lheatirbries: Der neuche v.umcnti,al. Wenn Oskar Blumenthal einen „2B a f f e n g a n g" in einem breialiigen Lustspiel mit deut Publiium ausficht, bann ist es natürlich ein Waifengang der Kritik mit der Liebe. Kritik und Liebe find ja Die beiden Mächte, die ihn uno seine Helden jung erhalten; Die eine spornt ihn durch ihren Tadel an, die andere perwöhrit ihn durch ihre Gunfl. Und wie Krilil zu Liebe fuhrt, das ist so reckst der Inhalt seines neuesten Werkes. Der bekannte Dickster Dartois, der seinen schriftstellerisck)en Ruhm bereits durch zwölf Duelle mit Kritikern außerordentlich gesteigert hat, steht vor dem dreizehnteii Duell, dem Schiusals- Wasfengang. Aber diesmal muß er die Spitze seines Floretts senken, bevor sie sich mit der seines Gegners gelreuzt, denen der böse Kritikus, aus dessen Blut er Reklame sckstagen roiil, ist eine Dame uiid natürlich bie schöne Unbekannte, die er liebt. Wie anders konnte dieser Wassengang enden, als mit der Verlobung? Aber wir sind ja erst am ersten Aktschluß, und so müssen die beiden Duellanten künstlich getrennt, Hinlangehalten werden, bis zum Dritten Aktschluß, wo die emanzipierte Fechterin in schämigem Erröten ihr Ja flüstern wird. Dazu braucht unser nie verlegener Autor folgende Requisiten: einen Onkel, eine Malerin uno eine Zackst. Statt der von Anfang an erwarteten Verlobung zwischen Dichter und Kritiker erfolgt beim zweiten Aktschluß Verlobung zwischen Onkel und Malerin, wobei der Onkel natürlich der Onkel der Dame und bie freigeiuige, leidenschaftliche Malerin Die frühere Geliebte des beleidigten und liebenden Schriftstellers ist. Und diese .Verlobung enolgt auf der Jach: des Onkels, wo im zweiten Akt alle zusammen kommen. Diese Zackst ist die cigentlicl-e ck-aralteristi- sche Rote des neuesten Blumenthal. Der Theaterzettel hatte aus sie üereil» tzingennesen, indem er von den extra für das Lufispiel angefertigten, von dem königlichen Hofltzeatermaler Kautsky entworfenen Dekoration erzählte. Als den Blumentt-al mit der Jacht im zwecken Akt wird man sich das Stück merken müssen, denn sonst unterscheidet er sich in nichts von seinen vielen, vielen Vorgängern; nur daß es noch mittelmäßiger, langweiliger und an komisipen Ein- lällen immeo ärmer ist, als die meisten Kinder dieses fruchtbaren Vaters. Um die im yoeiten Akt geschloffene kerlegenyeitsoerlobitng auizuheben, braucht Blumenthal den ganzen dritttn Akt, unb dann fäll: der Vorhang rasch über den versöhnten Duellanten. Der Verfasser des „Weißen Rößl"" kommt uns diesmal französisch, und Das nt das heimtia. Komische an der Sache. Es schwirrt und wimmelt in dem faden Dialog von sranzosftchen Namen, und wir sollen glauben, dieser Autor sei aus den Boulevards und in der Auch die serbische Skupschtina stimmte den Vorschlägen der serbischen Regierung fru. Türtisch-montcncgrinische Kämpfe. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Cetinje: Die Aufständigen in Sera n e befinden sich im Kampfe mit türkischen Truppen Ter Vorstand des deutschen Ltäbtetages und die Hleifchteuerung. Ter Vorstand des deutschen Städtctages trat am Montag vormittag im Ratdause ;u K ö l n -u einer Sitzung zusammen jum Vorsitzenden wurde der Oberbürgermeister von Berlin, Wermuth, gewählt. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung war die ^le is ch t e u e r u n g efragt Ter Vorstand nahm zu den Massnahmen der Regierungen Stellung und saßt folgenden Beschluß- Erstens: der Vorstand kann es nicht als die Ausgabe der deutschen Städte ansehen, dauernd in die Preisgeitaltung der Nahrungsmittel et trug reifen und Mängel der Wirtschaftspolitik durch kommunale Maßregeln auszngleichen^ ... Zweitens: der Vorstand nimmt an, da» Die deutschen Ltaore unter Wahrung des vorstehend ausgedrückien grunbiätzlickren Ltaw. Punktes und in Würdimmg der vielerorts herrschenden Notlage geneigt sein werden, aus den Boden der inzwffchen von ber preußischen Staat-rcgierung beschlossenen und von de,l anderen Bundesregierungen vorausfichlich gleichartig zu treffenden Maßnahmen eine Absckiwtichuna der zurzeit herrschenden ,yleischteuerung zu ver suchen Nach den bisher vorliegenden Erfahrungen und Zmorrna ttonen glaubt der Vorstand allerdings einen durchschlagenden Erfolg dieser Versuche bezweifeln -u müssen. , - Drittens: unter Hinweis am diese Berurchttingen beschließt der Vorstand in einer erneuten P eti ti o n and en Herr n Reichskanzler, barauf hinzuweisen, daß nach Ansicht des Vorstandes die notwendige dauernde Entlastung des Fleischniarktes nur von der Einführung von Gefrierfleisch und damit von einer Aushebung oder Milderting des Paragraphen 12 des Fleischbeschaugesetzes zu hoffen steht. Viertens: der Vorstand wird in Kürze nochmals zu- sammentreten, um über den Erfolg der bisherigen Maßregeln und etwaige weitere Maßnahmen zu beraten. Als Tagungsort für den nächsten deutschen Städtetag wurde Köln gewählt. Deutsches Ucid>. Die Tagung des Verbandes für internationale Verständigung. In der letzten öffentlichen Versammlung des Verbandes für internationale Verständigung, der in Heidelberg tagte, behandelte Geh. Rat Professor Karl Lambrecht- Letpzig unter wiederholtem lebhaftem Beifall das Thema „Tie a u s w artige .Kulturpolitik und die Geschichtswissenschaft". In der Einleitung zu seinen wissenschaftlichen Ausführungen verwahrte sich der Redner gegen die mißverständliche Auffassung einer Aeußerung über die sogenannte „elsaß-lothringische Frage". Mit Bezug auf diese Auseinandersetzung nahm der Verhandlungsleiter und Verbandsvorsitzende Geh. Rat Prof. Dr. Ritter v. Ull- m an n -München Anlaß, im Namen des Zentralvorstanbes folgende Erklärung zu verlesen: Um Mißverständnissen vorzubeugen, stellt der Vorstand des Verbandes fest, daß er durchaus auf dem Standpunkt steht, daß es keine internationale „elsaß-lothringische Fra ne" gibt und daß vonseiten des Verbandes eine solche Behauptung nicht aufgestellt worden wäre. — Weitere Vorträge hielten Prof. Dr. Walther Schücking Marburg über „Die wichtigsten Aufgaben des Völkerrechts" und Prof. Dr. Martin Rade- Marburg über den Beitrag der Kirchen zur internationalen Verständigung. tReichstagsabgeordneter Dr. Becker liegt, der „Alzeyer Ztg." zufolge, an einem schweren Gallen- steinleiden erkrankt in seinem Heimatsorte Ludwigshöhe darnieder. Die Anfälle sollen sehr schwerer Natur sein. ♦ Eine deutsch-dänische Luftpost? Nach einem Kopenhagener Blatt hätte die deutsche Postverwaltung der dänischen vorgeschlagen, eine regelmäßige Luftpost zwischen Deutschland und Kopenhagen einzuführen, die namentlich dann wirksam werden soll, wenn die u n g ü n st i g e n E i s Verhältnisse den regelmäßigen Postverkehr zwischen dem Kontinent und den nordischen Ländern unterbrechen. Christlicher Gewerkschaftstag. Am Montag vormittag traten in Dresden in Gegenwart Don Vertretern der staatlichen unb städtischen Behörden die C h r i st l i ch e n Gewerkschaften Deutschlands zu ihrer achten Hauptversammlung zusammen. 2hi$lan&. Der belgische Staats Minister Seern a c r t f. Staatsminister A u g u st B e c r n a e r t. der Präsident der Interparlamentarischen Union, ist heule im Alter von 8-1 Jahren Avenue de l'Opöra so heimiscl wie ein alter Pariser. Aber Vas Spießbürgerlict.e, das Sä wersällige, daS bei allen Wortspielen und „Witzbrillanten" Geistlose steckt um'crnt Blumenthal nun einmal so im Blute, daß dieser unechte gallische Firniß, dieses mühselige Jonglieren mit verstaubten Effekten aus der Rumpelkarnrn.w der Augier und Meilhac mehr belustigt, als all die flachen Späße, die in der bekannten „Perlenkette" aiwinandergereihl sind. Auch die Tarstellung im Königlichen Schauspiel- Hause hatte uiärts Französisches, mar gut deutsch, und man bedauerte nur, daß so ernsthafte Schauspieler wie Elewing und Frl. H a n u e nt a n n «n diese menschlich so lmwahren Figuren eine gewisse psyckwlogische Kunst verschwendeten. Tas Publikum der königlichen Bühne war wie immer freundlich und beifallsfreudig. Dr. P. L. — Dte frankfurter Ausstellung zur Bekämpfung der G e s ä> l e ck> t s k r a n l h e i t e n wurde am Sonntag für bie Allgemeinheit eröffnet. Tie umfaffeude Ausstellung bietet ein vollständiges Bild der wissensäxn'tliävn Erforschung der Ge säüeckuskrankheiten und gibt durch bildliäw nud graDbiidn’ Tar- stellungen, sowie Tabellen und Röntgenbilder einen umfangreichen Ucberblirf. Taueben führen Modelle und Bilder die Errungen- schaffen der Syphilissorsäning vor. Bet dieser Abteilung erregen btr Schaustellung derSalvarsanerzeugung, sonne die groß- atttge Bildersammlung aus Okbnmrat Ehrlichs Instimt besonderes 'ÄufKbfn. — Gegen die Futuristen. AuS Paris, 5. Oktober, nnrb gemeldet: Tas VTrnieinderatsmitglieb Lampue Hal an den UnterstaatSsekrctär der sätönen Künste, Berard, ein Schreiben gerichtet, tn dem er in sckurfen Worten seiner Entrüstung über dte tn^Herdnsalon aiiv-gencllten Bilder und Skulpturen der Mnbiftcn uiro (VHtunitcn Lust madn und bie Heb erzeug« ng aussvricht, ber V»»tf1 ItaatMefretar werde ftch nach Besichtigung des Herbstsalons 11 n»ckr das Recht Habe, ein öffentliches Gebäude E^Er^Bande von Uedeltäteni tu überlassen, bie sich in der Welt ber Künste^so benähmen, tmc die '?Uxidxn im gernebitltäten Leben üb « f t .In. W i e n ut 'der Mannte Lwrwffcke^llni^s^ ÄÄÄftÄ ”'nOt «“« * 68Ä in Luzern gestorben. Beernaert, der im Jahre 1828, tn Ostende geboren war, gehörte zu den bedeutendsten Voutikern feines Landes. Er hat über 40 Jahre Jang in Belgien bie wichtigsten Posten bekleidet. Im Jahre .1873 trat er zum enten Male in die Regierung als Arbeitsminister und verwaltete dann in verschiedenen klerikalen Kabinetten die Portefeuilles ber at etwas Behagliches, wenn sie sich mit ihren plumpen Körpern in Trab setzen und man ganz und gar ihrer Gutmütigkeit vertrauen dars. Einer, der noch seine großen Stoßzähne trug, machte sich ab und zu den Spatz, den Holzstaub der Manege mit dem Rüssel aufjiineunten und auszupuyen. Schließlich versetzte ihm einer der Wärter zornig einige kräftige Peitschenhiebe, und anstatt diesen Störer mit dem Rüssel durch das Zeltdach zu befördern, ließ er ganz einfad) seine Tu mm hei len. An einer Schaukelpartie, die sodann die inbiidyen Kolosse unternahmen, nahm auch ein hübsches Pserdck)en teil, dem bei dem traulichen Tete 6. tete aber doch nicht so ganz geheuer war. Schließlich legte sich der 'Herr Luigi Talotta auf dem Boden nieder, und sein Lieb lingdclcfant schritt bedächtig ein paarmal über ihn weg, um sich bann auf ihm nieberzulassen: eine Last von 20 000 Psunb. Als bas Tier fobann auf Befehl seines menschlichen Meisters bieten mit bem Rüssel emporhob unb vom Schauplatz hinwegtrug, gab es fröblidjen Beifall. Auch fünf ostasiatische Kamele zeigten gute Dressuren im Lausen unb Nieberlegen. Von be- ionberer Wirkung waren bie Tänze unb Gesänge einer Neger- truppe, wovon bie weiblichen Mitglieder, sehr junge hübfdje s.ytäbd)en, fid) als idjneibige Balletteusen «ulpuppten, naäi- bem sie, in entspreä-ender Gewanbung, >uerft lieimatliche Hopser gemacht hatten. Die schwarzen Geifflemeii vollsührtcn das gewohnte unb beliebte Trommeln auf dem Srett erb ob en: alles Leben und alle Intelligenz geht in die Seine; die obere Partie, and) Verstand und Gemüt, zeigen eine nur wenig »»adelnde Passivität. Ein Negergreis, mit einer blinkenden Schwertklinge, raste einen Kriegstanz. And) diese originellen Bilderchen erregten lebhaften Beifall. Einen gewissen Gegensatz dazu boten die japanischen Hofkünstler, die eine vollendete Harmonie typn Kraft und Gewandtheit offenbarten. Es tarnen die bekannten Hebungen an der Bambusstange, dann aber einige Balancier künste unb reizenbe Handfertigkeiten. Alles wurde lä- dielnb unb in größter Gelassenheit vorgebracht. Wenn sich bie Lanbsleute Nogis gegenseitig einen leid)ten oder schweren Gegenstand zuwerscn, so erfolgt dies mit so meisterhafter Sicherheit, da ß man gar nicht auf den Gedanken kommt, es könne and) einmal ein Fehlwurf passieren. Einer dieser Künstler zeigte sich auch als Gelenkigkeitswunder mit ganz erstaunlichen Leistungen, ein anderer tat sich als Seiltänzer hervor. Ein ähnliches Trio waren die als Teufel anfgeputzten Hutdr oher, die in allerlei schwierigen Stellungen mit kleinen Stäben Tücher in den Lüsten schwenkten unt> formten und daneben als Sprung künftlcr lebhaften Beifall erzielten. Eine Hauptfehenswürdigkeit bot aud) Direktor Henry mit feinem tadellos jedem leisen Druck gehorchenden Schulpferd, sowie mit seinen übrigen Dressuren. Reiter und Reiterinnen brachten gleichfalls einen angenehmen Wechsel in das Programm, und ivas bann an Humor noch fehlte, besorgten die drolligen Spässe ber Clowns. Ein »wiberspenmger, spassig breffierter Efel svielte dabei eine Haupt rolle. Am fävmngenden Reck versetzten bie Geschwister W a 1 - lenda bie Zuschauer in Spannung unb Bavunberunq Lebhaft beivcgtc Reiterbilder, wobei ber reiche unb sckwne Pferbcl'efitz des Tirektors Henry zu guter Geltung kam, idjloffen die Vor- Itcllung. Wir können den Besud) deS Zirkus beßens empfehlen - «in Kürbis Uon 108 Pfund ist gegenwärtig tn ber Gescbaftrfftelle des Gietzener Anzeigers ausgestellt Ter schwerste aus der Gießener landiv Kreisschaü ausgestellte Knrbis wog nur M Pfttnb, er wird alfo von dem jetzt ausgestellten Stück nod> um 9 Pfund übertrossen Der Züchter des schönen zkürbrs ist Herr Georg Hoß' vom Nahrungsberg. w n " Von einem Automobil überfahren wurde gestern abend in ber Steinstraße ein 3-, Jahre altes Ktnb. s.as Kind wurde alsbald nach ber Chirurg. Klinik ge" brackt unb es stellte fick heraus, baß ber erlittenen Verletzungen lediglich m Hautabschürfungen bestanden und Lebensgefahr nicht besteht. Ten Fahrzeuglenker trifft feine Schuld, denn das Kind lief hinter einem mit Stroh beladenen Wagen her und zupfte Stroy heraus. Als es dann auf das Trottoir laufen wollte, kam aus entgegengesetzter Richtung das Automobil und das Kind lief direkt davor. *♦ Ungetreues Laufmädchen. Eine vorübergehend sich hier auf haltende Herrschaft hatte ein 16 jähriges LaufnTädcken angenommen. Gestern wurden mehrere goldene Ringe unb sonstige Gold- und Silbersachen vermißt. Eine' Nachforschung bei dem Lausmädchen ergab, daß es alle die fehlenden Gegenstände, die einen ziemlich großen Wert haben, fortgeschleppt hatte. Der größte Teil fand sich in feinem Besitz vor und konnte ber Herr schäft 5urikfgegeben werben. Offenbar kannte bas Mädchen den Wert der Gegenstände gar nicht. Landkreis Gießen. A Grünberg, 6. Okl. Ter diesjährige Gallus markt findet am 16. Oktober statt. Kreis Büdingen. A Ortenberg, 7. Okt. Ter „Kalte Markt" findet vom 28. bis 31. Oktober statt. Am 28. und 29. Oktober ist Vierde- und Fohlenmarkt, am 29. Oktober Rindvieh- und Schoveine- marft. Ter Krämermarkt dauert bis zum 31. Oktober. Auf der Bahnlinie Stockheim—Gedern werden mehrere Sonderzüge eingelegt. Kreis Alsfeld. f. Kirtorf, 7. Okt. Heute nachmittag gegen Vs6 Uhr brach in der Scheuer des Heinrich Hannstein I. Feuer aus: es griff so schnell um sich, daß auch die N a ch b a r s cheu e r n des Ludwig Köhler alsbald in Flammen standen. Beide Scheuem brannten bis auf die Mauern nieder. Turch die Hydranten der Wasserleitung war es möglich, das Feuer rasch und sicher auf seinen Herd zu befdjränfai. Als Brandursache wird Selbstentzündung vermutet. Kreis Lauterbach. ~ Herbstein, 7. Okt. Zur Erweiterung deS Wasserwerks wurden der hiesigen Gemeinde mehrere im fiskalischen Walde befindliche Quellen durch die Domanial- vcrivaltung zur Verfügung gestellt. Um dieses Quellengebiet m Eigentum der Gemeinde zu bringen, wurde mit der Forst» dchörde ein gegenseitiger Gelandcaiistausch von je 6 Hektar Nabelholzivald im „Burgfrieden^ bewerkstelligt. Eine verauszahlung findet von keiner Seite statt, die auf den Grundstücken stehenden Holzbestände verbleiben den seitherigen Eigentümern, sind jedoch bis 1. April 1913 abzutreiben. Die von der Gemeinde beabsichtigte kätifliche Erwerbung deS Qtlellengebiets konnte nicht berücksichtigt werden. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 7. Okt. Sdion einigemal hat die Stabt» oerorbnetenüerfammlung beschlossen, ein stäbtisches Schlachthaus zu erbauen. Aber immer stellten sich bem Beschlüsse Hin- berniffe entgegen. Im fommenben Frühjahr soll enblid) bas Schlachthaus erbaut werben. Es kommt in den Stabtteil Fauerbach, in die N^he des neuen Güterbahnboss. Zurzeit wird feine Erlaubnis für ein Privatschlachthaus mehr erteilt. — Gestern abend begann das Wintersemester des Lehrerseminars. Direktor Tr. Schäfer hielt eine Ansprache und stellte den neuernannten Lehrer Referendar Junk vor, der an die Stelle des nach Büdingen versetzten Seminarlehrers Baldauf kommt. h. Friedberg, 7. Okt. Ter Bureaugehilfe Wolff von hier wurde am Samstag von einem nach Frankfurt fahrenden Zuge überfahren und so fdyroer verletzt, daß er heute früh seinen Verwundungen erlag. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 6. Okt. Die Feier ihres 50jähr. Bestehens beging heute die Darmstädter Volks- bank, nachdem tn der am Freitag abbehalteneii Generalversammlung eine I u b i lä u m s st i f t u n g beschlossen worden war. Bei dein heutigen Festakt begrüßte der Vorsitzende des Aufsichtsrates Roll die Gäste, darunter auch ben Finanzminister Dr. Staun. Direktor PH. Stein gab eine eingehende Geschichte der Volksbank und dankt dann den großen Banken, welche dem Institut in seiner Entwicklung so große Dienste geleistet hatten. Rühmend gedenkt er besonders auch des jetzt verstorbenen Direktors T hiv r w a r t-Frankfurt, der der Volksbank ein treuer Freund und Berater war. Er machte dann die Stiftung bekannt, aus deren Mitteln befähigte Handwerker durch Reisestipendien, Zuwendung für Mittel zur Beteiligung an Ausbildungskursen usw. gefördert werden sollen. Im Namen des Ministeriums überbrachte Ministerialrat Hölzinger Glückwünsche und überreichte dem Direktor Stein das Ritterkreuz 1. Kl. des Philippsordens. Weitere Ansprachen hielten Bürgermeister Müller, der Annxil't der deutsckfen Genossenschaften Prof. Dr. Erüger-Char» lottenburg, Iustizrat Dr. Alberti- Wieslxtden im Namen der Deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften, Direktor Malz im Namen der Dresdener Bank, Geh. Re- gierungsrat Noack im Namen des Landesgewerbevereins und der Zentralstelle für die Gewerbe, Gewerberat Falk im Namen der Hess. Handwerkskammer, Direktor Meisel usw. Ein Festessen sckfloß sich an. M. Offenbach, 7. Okt. Das von der Stadt eingeführte holländische Schweinefleisch ist nunmehr eingetroffen unb wirb von 3 hiesigen Schweinemetzgem und in einer Verkaufsstelle im Schlacht Hof verkauft. Bezahlt wurden für Fleisch wie gewachsen mit Beilage 85 S]g., Gähnten mit Sein 90 Pfa Kovi mtt Backen 60 Psg Füße 55 Psg., Speck und Schmalz' 88 Pfg., Vorderschinken 8o Pfg., Rippen und Halsstück 1 Mf zurechtgeschnittenes Bauchfleisch 95 Psg. und Bauchabschnitte 80 Pig. bas Pmnb. — Ter Masästnist Peter W olf geriet in einer in ber Walbstraße gelegenen Wirtschaft mit seiner Frau m Streit, ben ber Vorarbeiter tVarl Hecker zu schlichten suchte. Wolf zog im Verlaus beö Streites seinen Revolver und feuerte ihn auf H. ab. Hecker wurde in die rechte Kopfseite getroffen und schwer verletzt ins städtische Krankenhaus gebracht Die beiden batten im Laufe des Tages eine Anzahl Wirtschaften besucht unb dem Alkohol gehörig zugesprochen. Wolf will in ber Notwehr gehanbelt haben, da Hecker mit einem Messer auf ihn losgegangen sei. ’ Kreis Wetzlar. == Wetz l a r , 7. Oft. Eine größere hier abgehaltene Versammlung befchlotz, im Jahre 1913 eine Ausstellung für heimliche H a n d w e r f s f u n st und Industrie für den Kreis Wetzlar altzuhalten. . $ °d)c ( beim ,7. Oft. Die Frau eines hiesigen Land- wiNS gen et dcimTr eichen mit ber Dreschmaschine mit ber vin ^ne Znhnräbe r. Drei Finger würben abge- quetsebt unb bie Hanb schwer verletzt. Tie Fran mürbe noch Än- legung eines Nolverbanbes in die Klinif nach Gießen verbracht. Gctrcidc-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen LandwirtschaffSratS vom 1. bis 7. Oktober.1912. Tie Verschärfung der politischen Lage am Balkan übte auf bem Getrnbemarkte naturgemäß eine befestigenbe Wirkung ans, penn im Falle eines Krieges würden Serbien und Bulgarien für bte Jcriorgung ausscheideii, und von noch größerer Seixiriintg mären tue ^dtroicrigfeiten, die sich dem rumämschen und russischen i^eireibeerporr durch fricgerifdK Verwickelungen in ben Weg stellen mürben, xurd) bie Zriebensverbanblungen zwischeii der Türfri unb Italien unb gewisse Zugestänbnisse der Pforte gegenüber bar ■oaliannaaten crsd-emt bie Lage in etwas freunblidjerem Licht immerhin lyabcn bie Verhältnisse auf bem Frachtenmärkte sich lusukLrlt 'Ilentzundung «fffl iudst- '&-Nb ' arfE £ L JI°Mtn bnt BbÄ '!> ^.^hvrine- ’>■ «us Verzüge cung dkg »nehrerr im ^omanial. -uelltnqebiet il der Forst, je 6 Hektar ll'gt. Eine »e auf den n seitherigen treiben. Die oerbung des rat die Stabt- s Schlacht- Beschlüsse hin- ■ endlich das ibtteil Sauer* eit wird keine . — Wern seminars. Ille den neune Stelle des kommt. : Wolff von iurt fahrenden er heule früh hres 50jähr. r Lotts- en Qkncral* beschlossen |te der Dor« irunter auch PH. Stein t und dankt Alt in feiner i. Rühmend ien Direktors k ein treuer i die 5Hf* Handwerker zur Beteiligen sollen. ‘inifterialrat m Direktor ns. Weitere der Amval-t ger-Char- t im Wen fenschaften, xt, Geh Re* verbevereins :berat F«" tot Weisel ibt ängefiihrte ,r eingetroM in einer W den für Mb Bein 90jfy» ■ und alsstülk i Ml. Bauchabs^"^ ■ Mott' geriet nit seiner Fr°u Bg »w •* ww»8,0iS Verkling r^. '"ÄWE den Surfet M den BenE @s5. trie für äS i*wÄ ’gSSi Haler ytoflqen Weizen ) (— (+ ö) 172'/,(4- ( + ) (- 1) 205 9ran(hirt a. Dl. 21 !'/,(- 193 (+ 2) Olt. 210.25 ( 4- 0.50), (- (+ 2) 2) 171 172 169 168 1) 1) 1) Mannheim Straßburg QJhindicn 170 174 173 174 170 178 188 1) 1) X) 1) 1) 19 )'/,(- 205 ( — (- (— (+ (- l- (4- 3) 1) (+ (+ ) 1) 176 177 175 174 205 190 108 198 2 0 176 203 (+ ( + Röntq4berg Danzig Stettin Uofen BreSlau Berlin Magdeburg Halle Veipgifl Dre-den Rostock Hamburg Tusselborl 1) 2) ) ) 1) ) (- V- (- 217' ,(— 220 ( — 230 (- ) 1) ) 3) o) 4",) ) 204 199 207 202 210 206 206 204 20) 2"! 216 216 (+ 2) (- ) (+ 1) (- ) 182',( + 185 (— 190 (- 185 ( + Weizen: Berlin Weltmarktpreise: — Dez. ?10.75 (4- 8), Heft Cft. 194.15 (4- 2 Paris Ott. 222.40 (-1- 2.40), Elücago Tez. 110.95 (+ J .95), Liv rvool Tez. 169.35 ( t- 2.55). Roggen: Berlin Okt. 175.'. l-f- -75), Tez. 174 75 /+■ 4.00). Haler : Berlin Olt. 18 >.25 ( * 5.00', ic.vl7a.7o (-f- 5.25). Futicrgerste: Lndruss frei Hamburg unverzollt Okt. Tez. jSG.OO (-j-2.50i. Diais Sa Plata Olt./Qlov. 113.00 (-r O.öOi 2.Unrt. Nwch weiter jugeW, da die Türkei den griechischen Skiffen ke Durchfahrt durch die TarbaneUcn erschwert, und io kommt «s, daß die Frachtraten vom Schwarzen Meer neuerdings idtm mngezogen haben. Eine weitere Stütze sanden die 0>etreidevrene in oer letzten Woche in der Knappheit, des inlanbucfp Angebotes. Die Landwirte sind zurzeit vollständig durch die .Y)atnrua7ternte -und die sehr rückständigen Feldarbeiten in Anspruch genommen, |o daß an einen Ausdrusch in stärkerem Maße vorläufig nicht zu denken ist. Allerdings bestand für Weizen, namentlich für die meist unbefriedigenden Qualitäten wenig Kauflust, auch druckten jm Äeferungsgeschän versclnedentlich 2lnd>enungen, walkend ipatere Sichten unter dem Einfluß der Politik an zieh, n, den Oknnnii aber nicht voll behaupten konnten. BerhältNiSmatzig bester war die Nachfrage für Roggen, zumal auch der Extwrt fortgesetzt An- sprürlte stellt. Rußland ist trotz feiner angeblich großen Ernte mit Offerten sehr zurückhaltend Einen sehr mten Eindruck macht nach wie vor der Hafermarkt. Das Angebot vom Jnlande ist sehr spärlich, so daß die Preise trotz großer Vorstcht der Käufer erneut angezogen haben. Ter anrtütfr Berich ^r Preußen äußert sich in Ungünstiger Weise über die Haferernte unb stßllt ^ne Ermäßigung der Ertragsschätzung in Auslicht, xa aüch Rußland sich zurückhaltend zeigte und zuletzt sogar frühere gängig zu madxm suchte, so .nutzten int Ltfferungsgescl)äft «twa 5 Mk. höhere Preise als vor 8 Tagen bewilligt werden. Emen besonders besestigenden Einfluß übten die politiichen.Verhalttimc und die dadurch bewirkte Verteuerung der Frachten am die Preise für ruffifdic Gerste aus. Aud> Mais war fester gehalten, zumal die Maisernten in Rumänien und Sübruölanb namentlich in qualitativer Beziehung viel zu wünschen übrig lasten sollen Es stellten fid) die Preise für inländisches betreibe am letzten Markttage in Mark vro 1000 kg wie folgt: Wintersemester 1912 13 mit der Vertretung des als Kaiser-Wil- helm-ProsessSr nach Amerika gehenden Professors Dr. Krueger in Halle a. S. beauftragt ist, bat einen 9hif als ordentlicher Professor an die Universität Marburg als Nachfolger von Geheimrat Prof. H. Cohn erhalten. Gerichts««!. Tarmstadt, 7. Okt. Ter Taglöhner Husar in Offenbach, der am 25. August 1911 seine Schn»ägerin aus Eifersucht und Rachsucht erstochen hat und kurz vorher eine 21 »jährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte, wurde vom hiesigen Schwurgericht zu zwölf Zähren Zuchthaus und zehii Zähren Ehrverlust verurteilt. Vermischter. * Gin Muttermord'? In ihrer Wohnung Gersten- gaffe 45 in Prag wurde die 45 jährige Witwe Koblitz mit abgeschlagenem Kopfe aufgefunben. Tie Tat ist vermutlich in der Nacht zum 1. August verübt, aber erst, jetzt entbetft worben, weil man die Frau in der Sommerfrische glaubte. Ter Verdacht richtet fid) gegen ihren seither vers'chwunbenen 25 jährigen S o h n, einen Tunichtgut und Alkoholiker, der seine Mutter wiederholt mißhandelte und wahrscheinliä) die Tat beging, um die Ersparnisse seiner Mutter, 10- bis 15 000 Kronen zu rauben. * Frostschaden. körte nach einer Mel düng aus Koblenz die Weinernte am Rhein, sowie an der M o s e l und der L a h n bis auf ctiva^cin Zehntel der Ernte v o l l st ä n d i g. Auch an der Mosel, Saar und Ruver soll die Weinernte znm Teil vernidstct sein. Nach der „Trierischen Zeitung" beziffert sich der Sdiaden auf Millionen. Tiefe Nachrichten Khcincn recht beängstigend, es ist aber zu bedenken, daß die Traube schon einige Grad aushalten kann. Ganz so schlimm wird es also nid)t sein. * Explosion. Am Sonntag abend gegen 8 Uhr explodierten im Patural Werk der Firma de Wendel bei Hevingeu zwei Gasmotoren. Ter Schuppen wurde in die Luft gesprengt. Neun Arbeiter wurden verletzt, doll) schwebt keiner in Lebensgefahr. Ter Materialschaden ist weniger bedeutend, als man erst annahm. Tie drei Hochöfen sind bereits wieder in Betrieb, die beiden anderen werden in einigen Tagen wieder betriebsfähig fein. Kieme C-""?chronik. Stürme und Ueberschw e m mung en verheeren die Ostküste Spaniens. In Micante drangen die Fluten bis in die Häuser. Ein Kind in der Wiege wurde von den Fluten fortgetrieben unb ertrank. Ter Schaden ist bebeutenb. Aus brr Wohnung des Majors z. D. v. Fritsche in Wien entwendeten Einbrecher Wertpapiere im Betrage von 100 000 Kronen, ferner eine Sammlung alter Münzen unb Uhren, darunter Anbeuten an weilanb bett Kronprinzen Rudolf, dessen persönlicher Adjutant der Major gewesen war. Wie erst jetzt bekannt wird, wird Professor Hildebrand aus Halte a. S., der von Bozen aus eine Bergpartie unternahm, feit dem 14. September vermißt. UiiwcrfUätstl'lflcbricbfeh. hk. Marburg, 8. Okt. Ter Privatdozent für Philosophie Tr. Erich I aensch in Straßburg i. Els., der für das Handel Essen (Ruhr), 7 Okt. Am K o h l e n m a r k t ist die Markt läge anbauernb feft. > Amtlicher Wetterbericht. Öffentlicher Wetterdienst, Gieße» WetterauSsrchten in Hessen hlr Mittwoch, den 9. Oft. 1912 Meist beiter und trocken, Temperaturen wie seither. Letzte Ilncbricbtcn. Die ncnc Wendung in der Baltankrifis. :/: Konstantinopel, 8. Okt. (Priv.-Tcl.) Infolge deS gemeinsamen Schrittes der Botschafter von Rußland, Oesterreich- Ungarn und Frankreich, auf den hin die Türkei die genaue Turchführung des Gesetzes über die gleichmäßige Behandlung aller Nationalitäten versprach, ist eine wesentliche Entspannung der Lage cingctrctcn. Eine unmittelbare Kriegsgefahr scheint damit beseitigt zu sein. Tie türkische Regierung beabsichtigt, zur Turchfühning der Reformen einen aus türkischen und fremden Beamten bestehenden Aussdmß zu bilden. Ein Gegenvorschlag der bulnar schen Regierung. Paris, 8. Okt. Wie der „Matin" aus Sofia meldet, behauptet die bulgarische Regierung, daß sie amtlich noch keine Kenntnis von der Note der Mächte erhalten habe. Sie scheint aber ihren Jnl-alt -u kennen, da sie bereits einen Gegenvorschlag audarbeitet. Sofortiae Demobilisierung in VHrlarab und Sofia verlangt. :/: Petersburg, 8. Okt. (Priv.-Tel.) Deute wird in Belgrad und ui Sofia eine scharfe Note ber österreichischen ii n b ber russischen Regierung überreicht werden, in ber die sofortige Demobilisierung verlangt wird. Zn Konstantinopel wirb in einer Note beider Mastste die sofortige Durchführung des Artikels 23 des Berliner Vertrages verlangt werden. * Vom Marineluftschiff. Friedrichshafen, 8. Okt. Bei ber aestrhen Abendsahrt des Murinelu ft schiff es hat sich die F U n ke n t e l eg r a p h i e vorzüglich bewährt. Heute werden die Probefal-rten fortgesetzt. Am Mittwoch ist Ruhetag, während am Donnerstag eine Fernfahrt nach Berlin unternommen werden soll. Ter Eisel>bahnardeiter-Au8ftand in Spanien beendet. Madrid, 8. Okt. Ter normale Dienst ist auf allen Eisenbahnnetzen wieder hergcstcllt, mit Ausnalnnc des S ü d - netzes, wo die Ausständigen die Forderung betreffend die Aufhebung ber Versetzung eines Werkmeisters und die Forderung höherer Löhne aufrecht erhalten, denen sich die Gesellschaft aus Gründen der Disziplin und aus finanziellen Rücksichten widersetzt. Ein Eiienbahuunf ill. Nord Hausen, 8. Okt. Bei der Haltestelle Niedergebra der Bahn Nordhausen—Leinefelde sind von einem! G ü t e r z n g mehrere Wagen e n t g l e i ft, so daß die Strecke fünf Stunden lang gesperrt war. Der Materialschaden ist bedeutend. Der erste Schritt ins lieben der Ham- pflege zusammen, je milder die Seife umso zarter wirb die Haut. Tie Mnrrholinseise förbert geradezu vorbildlich die Hautpflege. |b,e/ Essen wir zuviel? „Alle Kultur geht vom Magen aus." Dieses bekannte Wort tlinqt bizarr und vielleicht etwas übertrieben, ist aber nn steril durchaus wahr. Es kennzeichnet die Bedeutung einer zweckmäßigen Ernährung ebenso knapp als zutreffend. Tas zunehmende Znteresse für diese wichtigen Fragen ist nicht zuletzt den großen Erfolgen der Erttälxrungsforsch- ung, besonders während der letzten Jahrzehnte, zuzuschreiben. Dabei waren hauptsächlich deutsche Autoritäten — wie Exzellenz von Leyden, der Altmeister der Diätetik, gtubner u. a. — Bahnbrecher und Führer. In letzter Zeit hat allerdings auch das Ausland — besonders Amerika — beachtenswerte Leistungen aufzuweisen, die sich gerade mit der eingangs gestellten Frage beschäftigten. So wurde von Professor Ehittenden in ganz sorgfältigen Untersuchungen nachgewiesen, daß eine Eiwerßmenge von SO, ja sogar von 50 g pro Tag (neben entsprechender Zufuhr von stoylenhydraten und Fetten» selbst bei schwerer körperlicher und geistiger Arbeit vollkommen genügt. Also erheblich weniger als selbst die arme Bevölkerung genießt , Es wurde festgestellt, daß schon ein Drittel der jetzt durchschnittlich genossenen Speisen ausreichend sei, die Leistungsfähigkeit des Körpers auf der Höhe zu halten. Man muß sich eben überlegen, daß das Essen nur die verbrauchten Stoffe ersetzen und den Körper im Gleich)- gewicht hatten soll. Ebenso, daß man nicht von dem lebt, was man ißt, sondern von dem, was man verdaut. Jede Nahrungsmenge, die über den normalen Bedarf hinausaeht, ist deshalb ivertlos, ja oft schädlich, besonders wenn die Verdauungsorgane dauernd damit überlastet werden. An den immer häufigeren Gesundheitsschädigrmgen durch übermäßiges und einseitiges Essen hat die moderne Kultur einen erheblichen Anteil. Früher, so lange der Mensch noch im Urzustände lebte, war sein Geschmack einfach, und er folgte bei der Auswahl der Nahrung mehr seinem Instinkt. Dieser aber ging im Laufe der Jahrhunderte fast ganz verloren. Der Kulturmensch fragt nicht mehr so sehr danach, was ihm nützt, sondern er genießt, was ihm schmeckt. Ebenso ißt er nicht bloß, wenn er Hunger hat — wie es natürlich wäre —,. sondern einfach, wenn es „Essenszeit" ist. Und deshalb oft ohne Appetit und viel zu viel. Er aebraucht bann allerlei Reiz- unb Anregungsmittel, um sich Die für baS Essen nötige „Stimmung" zu erzwingen. Er liebt anregenbe geistige Getränke unb stark gewürzte Speisen. Dieses Ueberlaben bes Körpers mit ungeeigneter Kost geht jeboch nicht ungestraft vorüber. Es treten allmählich bireftc Schäbigungen ber Verbauungsorgane auf. Mit Appetitlosigkeit unb Magenverstimmung fängt es an, um bei Vernachlässigung oft zu schweren Magenleiben, Darmträgheit, chronischer Verstopfung usw. zu führen. Sobalb nun Magen unb Tarrn, auf deren Funktion der Appetit von großem Einfluß, ist, träger arbeiten, wird auch die Ausnützung der Speisen und die Blutbilbung mangelhaft. Ein sogenannter „circulus vitiosus“ macht sich bemerkbar, ba ein Organ vom anberen abhängig ist. Die wichtigsten Organe, tute Gehirn, Rückenmark unb Nerven, erhalten burd) bas Blut nicht mehr bie nötigen Mengen Ersatzstoffe zugeführt. Meist entsteht bann jenes Abgespanntfein, jene Erschlaffung ber Nerven, jene allgemeine Erschöpfung an' Körper unb Geist, über bie zurzeit saft jeber zweite Mensck; klagt. Es ergibt sich bie unglaublich klingenbe Tatsache, baß bie übermäßige Speisezusuhr eine birefte Unter- ernähmng verursacht, so wie es z. B. von bem vor einiger Zeit verstorbenen amerikanischen Eisenbahnkönig Harriman berichtet würbe, ber trotz seines Riesenreichtums buchstäblich Hungers starb. Tas sicherste Mittel zur Vermeibung berartig schwerer Gesunbheitsstörungen ist natürlich eine vernünftige Ernährungsweise. Eine große Anzahl Personen Farm jeboch infolge beruflicher ober gesellschaftlicher Verpflichtungen nicht immer so zweckmäßig leben wie sie möchte unb wie es nötig wäre. Bei ebensovielen Leuten — besonberS älteren — sinb bie Verbauungsorgane bereits burch jahrelange Ueberanstrengung geschwächt. Dann kann natürlich eine Aenberuug ber Er- nährun g allein ent weber gar nicht ober boch nur sehr langsam helfen. Wohl aber bie Unterstützung unb Neukräftigung bes> Verbauungsapparates burch ein geeignetes Mittel. Ein solches ist bie Somatose. Weil sie bereits aufgeschlossen (vorverbaut) ist, nimmt sie bie Tätigkeit bes Magens nicht mehr in Anspruch, säubern wirb birekt von ben Mageuwänben aufgesaugt. Sie erspart Verbauunasarbeit. Durch erhöhte Absonberung ber wichtigen Verbcruungs- säfte, Steigerung bes Appetits unb allmähliche Wieber- kräftigung ber Verbauungsvrgane hilft sie bie gleichzeitig genossenen Speisen leichter und grünblicher verwerten. Sie leistet Verbauungsarbeit. Wer seinen Mahlzeiten regelmäßig eine Kleinigkeit Soma tose zufügt, erzielt unter reichlicher unb gesün- berer Blutbilbung eine bessere Ernährung imb Kräftigung bes gesamten KDrpers, einschließlich ber Nerven. Tie Somatose ist beshalb zu empfehlen: Allen, die sich körperlich und geistig überanstrengt haben, besonders aber Appetitlosen, mit schlechter Verbauung, Nervösen, Rekonvaleszenten, ebenso schwäckilid)en, älteren Personen, bie von Zeit zu Zeit zu einer Auffrischung ihres Allgemein- befinbens unb Kräftezustanbes bebürfen. Man soll überhaupt bei Bebars eines Kräftigungsmittels zuerst bie Somatose versuchen, bie bie größte Wahrscheinlichkeit eines Erfolges bietet. Sic ist bas erste, reine Albumoseupräparat,' seit nahezu 20 Jahren bewährt unb noch immer unübertroffen. Ihre Wertschätzung seitens ber sachverstänbigen Aerztekreise zeigt sich in ben über 260 wissenschaftlichen Arbeiten, die in der Fachpresse erschienen sind. Eine gleiche Beachtung gerade seitens ber maßgebenbsten Beurteiler ist von keinem ähnlichen Probukt nachweisbar. Man verlange die S o m a t o s e in der nächsten Apotheke ober Drogerie, entweber flüssig in Originalflaschen zu M 2.50 (zwei Geschmacksarten: „süß" unb „herb") ober in geschmackfreier Pulverform. Von bieser sinb Packungen zu M 1.40, M 2.60, M 5.—f, M 12— erhältlich. Für längeren Gebrauch sinb bie großen Packungen als etwas vorteilhafter zu empfehlen. c*/e ZwkMn funbe Winterware )tf. 2.75, größere 50 Kilo M Bei Husten Katarrb,Vcrickleimunannb „üiirri“, Pak. 30'1319- bie beit Eukalyvr.-Menlhol-Bonbons Nieberl.:PelikairAvotbcke. Abfallholz p.Ztt.1.20Mk.,freieAnmhr. Holzbearbcirungs - Fabrik E. H. Müller. I Danksagung. 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Wegen der Hypothek und der weiter erforderlichen Gelder, sowie wegen etwaiger Besichtigung des An- wesens wende man sich an Herrn Sparkassenrechner Wagner in Lang-GönS, Pmggasie 2. Gießen, den 7. Oktober 1912. A a a b, Nechtsanwalt, als jlonkursverwalter. Brühl’sehe Universitäts - Druckerei, Schidstr. 7. Liebtgshöhe. Donner*> ag 4 bis 6 Uhr **“ KafleeKonzert Wltalnr teilen Direkt.: Hermann Steingoetter Tieuötag, d. 8. Cft. 1912, abcudS n Uhr 2. Dienorag-Abonn.-Borstell. Gewöhnliche Preise. fiel Lärm nm nithls Lustsvicl in 4 Auszügen von William Shakespeare. Ende 10-/. Ubr. (a’/10 Mittwoch, d. 9. £ft. 1912, abends 7 Uhr, 2. THttiuod) - Abonn. - Borst. Gewöhnliche Preise. Der Traun) eia Leben Dramatisches Märchen in 7 Bild. v. 5ranz Grillparzer. Ende gegen 9»/« Uhr.