Nr. 8 Ter Gießener Anzeige, erschein« täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich (sicßencrSamiliinblätter, üivetmal ivödicnti.Kreis* blaUfQrbenKrtisdießen (T icnstag unb ^reitaa); zweimal monatL Land- tvirlschaftliche Seitfracen nermvrech-Auichliilie: für die 'Jiebattioii 112, Verlag u. Exvedibon 51 Adresse V Tepeschenr -lnzciger (gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesmmuner bis vormittags 9 Uhr. 162. Jahrgang Blatt Rotationsdruck und Verlag der vrühl'fchen Univ.-Vuch- und Zteindruckerel N. Lange. Anzeigenteil: H. Beck. Büöingen: Fernsprecher Nr. 269 Seschäslsstelle vahnhosslrasje 16». Mittwoch, 10. Januar 19(2 VkznaSvretS: monailich75M., viertel- fäluitd) 2!k. 2.20; durch '2lb()olc- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch tucl;oft lUf.2.— vtcriel- jährL ausschl. Benellg. Zeilenvreis: lokal lö’Uü auSwäns 20 P'euniq. Chefredakteur: 91. Üfoeit. Verantwortlich für den __ polnischen 5.cd: Auaust Anzeiger für Oberhessen LSsS Rcöaftton, drpciiiion und vnickerel: Schulstratze 7. L°nd-:E.Hetz'°ü/^n Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. tr a Die ReichrtagrwakMwegung. AuS dem Wahlkreis Gicßen-Grünberg-Ridda. Vom liberalen Wahlausschuß erhalten wir folgende Zuschrift „Zur Aufklärung": Noch in letzter Stunde seien ctmge der falschen Behaus tungen widerlegt, mit denen der Antisemrtismus gegen uns ar- bCttCl Um die Schuld der antisemitischen Abgeordneten am Schci lern der Erbanfallsteuer zu verdunkeln, läßt man bte Wähler geflissentlich int Unklaren über die <8citunmungen des Gese^ent- ^urscs. Was enthielt das Gesetz? . Ter Erbanfallsteuer sollten nach dem Entwurf vom 14. Jun. 1909 unterliegen: GrbanniUc an Kinder und kinderlose Ehegatten, wenn der Gesamtnachlaß nach Abzug aller Schulden über 20000 Mk. Wert hatte und das Einzel- erbteil mindestens 10 000 Mk. hoch war. Bestand der Nachlaß aus Grundbesitz, so kamen folgende besondere Bestimmungen in Betracht: , 1. Bei der Berechnung der N a ch l a ß m a s ] e blieb der Wert der Mobilien („Schiff und Geschirr") außer Sctrad)1^ tourbe „icht frer gemeine Wert (Kaufpreis der Grundstüde eingesetzt, sondern der zwanzig fache Be- g des jöhrlicheii Reinertrags. 3. Die Steuer braud)te nicht sofort in enter Summe bezahlt zu werden, sondern in zehn gleichen Jahreszie.cn ohne Zinsen oder in zwanzig Jahreszielen mit 4prozen- 4 Trat ein zweiter Erbfall innerhalb fünf Jahren ein, so brauchte überhaupt keine, trat er innerhalb Junf bis 10 Jahren ein, so brauchte nur die Hälfte der Steuer bezahlt zu werden. ~ r... Beispiel : Verkaufswert eines Gutes (ohne Schuf und Geschirr) 60 000 Mk. Der Reinertrag für Eberfcnen, höch stens 21/2 Prozent, beträgt also ROO Mk. Der zwauzigfache Betrag gleich 30000 Mk. Liervon ab die vorhan- denen S chu l de n mit 6000 Mk., bleiben 24 000 Mk. Es erbte nach dem bürgerlid-en Gesetzbulh die überlebende Witwe Vi — 6000 Mk., die ft euer frei blieben. Den Kindern trug es nod) zusammen 18 000 Mk. War es ein Kind, so mußte es Steuern zahlen — 180 Mk., pro Jahresrate 18 oder 9 Mk. Bei zwei und mehr Kindern bezahlten aud) diele Teilte Steuern, da das Einzelerbteil unter 10 000 Mk. war. Wie äußerten sich nun die Parteigenossen des Derrn 23einer über das Leitern be>- Vorlage? Ta Derr Werner bie Klagen des deutschfozialen Schreinerobermeislers Kniesk in Stallel als unerteblid) ablehnt, sei ihm das Zeugnis des Reichs tags- Eanbibaten der deutschfozialen Partet tm Wahlkreis Marburg, des Schneidermeisters Rupp, em- gegengehalten. Derr Rupp fdjreibt am 1. August 1909 an den Reichslagsabgeordneten Tr. Böhme: „Daß eine kolossale Erbitterung über die meisten neuen steuern auch hier in der engeren Deimat herrscht, bedarf wohl kaum erwähnt zu werden, so daß mir ein treuer Freund aus Fronteul.en unb bellen Bruder erklärten, wenn wieder Wahl ist, |o gebe ich meine Stimme nur einem So:. .... Es ist bod) eine zu, man kann ruhig sagen, bum me Sache, baß bei der Abstimmung über Erbanfallsteuer die Fraktion so auseinander ging. Nod) viel betrübender wirkt es, wenn man bedenkt, datz die fünf Stimmen genügt hätten, die A n n a hme Der Steuer z u sichern. Alsbaim wäre es den, Liberaleti jetzt nid) tmöglid), die gegenwärtige Lage für sich auszuichlachlen." 2 Derr Tr. Werner behauptet, bic Verteuerung der Lebensmittel sei in erster Linie durch den Handel verursacht, 10 habe, ein einzelner Kartoffelhändler in Wiesbaden 400 Waggons von Holland bezogen, zu 4 Mk. pro Zentner verkauft und am Waggon 50 Mk., somit im ganzen 20000 Ml. verdient. Um bleien Betrag sei dieses wicl tige Lcbensrnit.e. für bi? Wfts.adener Konsumenten verteuert Worten. D i e g a n z e G e s ch i ch t e ist v 0 n A—Z u n - wahr. Als b:r antisemit sche Manteb.it in Euenacp, Derr Slajcr, ziemlich dieselben Anschuldigungen vorbrachte, erhielt die Ette- nadjtr Zeitung von der Wiesbadener S^adtvcrw..tung auf _ zln- sraee folgendes Telegramm: „Angaben fi er Kartois l.crlaui d.r Strbt Wiesbaden in allen Teilen falsch. Tat.üch ich kanf.e Wiesbaden im ganzen 6000 Zentner Kartoffeln (unb nicht 400 Waggons =80 000 Zentner), davon Hälfte von landwirtschaftlicher Zentralei nlaufskommiision, andere Dälfte von Händler, welcher billiger war,als Momm.sswn, alle Dänd er waren zur Konkurrenz g z?.,e:i, günitig les Ange.ot wurde angenommen. Frachtermäßigung ist Linern Hänb.er, nur Stadt zugute gekommen, b.i Stauf Ab.i f.rungr.ort abgefch.olien. Ber- .auft wurden Karli fle.'n von Stadl zu 3,50 Mk. frei Haus/ 3. Sc dann behauptete Herr Tr. Werner, Deutschland habe in den letzten Jahren eine Menge Roggen exponiert, verschweigt ater, oaß dieses nur durd) daS von ben liberalen Parteien berämbne Einfuhrschnnsystem ermöglicht ist. Gegen das exportierte Getreide wurde anderes wieder zollfrei eilige,üf)tr, und der Preis des deutschen Roggens dadurch bei ber Ausfuhr um den Zollbetrag von 5 Mk pro 100 Kilogramm ermäßigt. Der in ten letzten Jahren in besonders guter Llua.itlit erzeugte den.säte 'Jb.ggen rotro von russischen Landwirten zu 6,50 Mk. pro Zentner massenhaft gelaust und verfüttert, während die d e u t s ch e n L a n d- ro i r te die russische geringwertige .(Leie zu 7 Mk. pro Zentner laufen und verfüttern müssen. Tiese „nationale Wirt- 1 ckaftspolitil" wird v.m Bund der Landwirte der halb mit großer Zähigkeit festgehalten, weil durd) sie die Großgrundbesitzer in Lst- und Westpreu.'eN ihren Roggen etwas teurer cenaufcn tonnen, wogegen die Menge (.einer Landwirte in Süd- und Westdeutschland nur Schaden davon haben. Ter Wahlausschuß für die Kandidatur Tr. Werner. ersucht uns um Abdruck folgender Richtigstellung: In dem gestrigen Lammelbericht ber Liberalen wird auch über unsere Versammlung am Sonluag in Nidda gesprochen. Dazu bemerke ich: , , 1. Die Versammlung wurde systemattich von den Gegnern gestört, bas Licht ausgebreht. Ein Glas flog aus ben Reihen ber Gegner nach uns, bem Rebnertische. 2. Ich habe nicht bic Versammlung als „Anenkäfig" bezeichnet, sondern jenen „Herren" in der Versammlung, die mid) niederschreien wollten, zugerusen, sie betrugen sich nicht wie gesittete Menschen, sondern wie die brüllenden Bewohner eines Asienstalles. Tas mag unparlamentarisch sein, jedenfalls war bas Verhalten der sog. Freiheitsmänner es in nod) höherem Grade. . . c . , 3. Herrn Gräf wurde das Wort nicht verweigert, fondern durd) den Vorsitzenden crteilr. Als aber die Versamnuung trotz wierer- holter Ermahnung wieder johlte unb schrie, wurde die Versammlung geschlossen. 4. Herr Justizrat Metz hat, obgleich ich ihm die amtliche Drucksache des Reichstags über unsere einstimmige Stellungnahme für bas ReichSlagswahlrecht vorhielt, gesagt, ich spräche bic llniuabr beit. Für diese unerhörte Kampfesw.iie habe ich Herrn Metz allerdings eine Antwort gegeben, die Hörner unb Zähne hatte. Tie „freiheitlichen" Herren meinen wohl, man tonne uns ungestraft mit Schmutz bewerfen. Gießen, am 10. Januar 1912. Dr. Sßeriter, Eine Berichtigung. Wir erhalten folgende Zuschrift: * Ich bitte Sie um Aufnahme folgender Berichtigung: 1. Es ist unwahr, baß, wie in bem gestrigen Sammelbericht behauptet wird, ich zugegeoen habe, baß die Ansichtskarten des Bundes der Landwirte in Amerika gedruckt seien. 2 Es ist unwahr, baß ich Rä>ner des Bundes der Landwirte bin. North, Oberpostschaf, ntt. Vie jüngsten Au;g-abungen in der ilqrcna.la. Tas Arck>äologische Institut von Amerika hat soeben den ersten /torläufigen Bericht über die Ausgrabungen in ber Khrenaiva herausgegeben, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1010 unb in ben ersten Monaten des Jahres 1911 unter der Leitung des Tirettors der amerikanischen Schule in Rom, Pro schor Jiid)aro fRorton, bei Kprene, in den Trümmern ber altgriechiichen Stabt Aeropolis ftatigefunben haben. In der kurzen Zeit würben un- gewöhnlick) glückliche Ergebnisse erzielt. „Zu unserer Freude", so schreibt der Gelehrte, „können wir den Schätzen der Schönheit, die die Welt besitzt, ein so pradnoolles Stück wie einen Kopf ber Athene hinzufügen, das äusser besten Zeit der griechischen Bilbhauerlunit stammi." ^.as aufgefunbene Haupt ist das Werk eines griednschcn Meistfrs aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert, ^ie Gotttn tragt den Eo- rinther Helm, unter bem reiche Haarwellen hervortommen, die int prachwolten Zuge über den Nacken htnobstteßen. „^iiirder- voll wirkt der Kontrast zwischen der Iräftigcn ungebrochenen Kurve des Helmes unb dem lieblichen amnutigen Gesicht. Ler Koot ist ein wenig nach links geneigt, die Augen blicken Treunblta) geradeaus, der Mund ist von prächtiger Ausdruckskraft, zart unb doch ein Ausdruck starken unb festen Charakters. Nur ein grotzer Meuter Tann dieses Gesicht gemeißelt haben, das durch viele Jahrhunderte ans verklungenen Zeiten mit ber Gelassenheit vollkommener Schönheit auf uns blickt." '2Cn derselben Starte fanden die ameriianiichen 'Jlrd’äolagen eine prachtvolle Frauen st a tue, die mit ber berühmten N i t e von Samoihraee überraschende Verwanotichan icigt. „Auch hier bewundert man den großartigen Fluß des Lebens, dieselbe Größe des Entwurfes, dieselbe Meisterschaft der Ausführung, die bem Künstler die Kraft schenkte, einen herrlichen großen Körper darzustellen, der weder tot noch schwer wirkt, trotz ber gewichtigen Geivandumtzüllungen." Tie Arbeiten hatten an bem ^Gipfel des Asropolis-Hügels bei Khrcne begonnen und balb^ stieß man auf einen Säulengang mit anschließenden Räumen und Flügeln, bic zum größten Teile freigelegr werden konnten. Dahinter Uei ein Korrtbor mit einem bemalten Stcinfußbvben: hier falid man eine Anzahl M unzen, die daraus schließen lassen, daß der Bau im 3. Jahr- Hubert v. Ehr. geschaffen wurde. Nicht ohne Jnterene ist es, ,.u erfahren, baß auch das klassische Altertum bei seinen Bauten ein Verfahren kannte, das heute allgemein angewendet wird: die Bekleidung gewöhnlicher Wände mit dünnen M a r m 0 r 0 l a t - teil, bic den Eindruck eines massiven Marmorbaues machen. In einer Anzahl von Räumen sand man eine Reihe solcher farbiger Marmorplatten, bic als Wandbelleidungen wahrscheinlich auch als Bodeiibclleidung gedient haben. Unter ben weiteren Funden beanspruchen eine Reihe von Mosaikfußböden und Teckenm i.ereien wie auch altgriedfische M i n i a t u r ft a t u c 11 c n besondere Aufmerlsamkeit. darunter fällt besonders die Tarstellung eines Athleten „Antonianus" auf, die in halber Lebensgröße ausgeführt ist, der Torso einer Artemis, der Torso einer Nereide unb 15 halb- lebensgroße Frauengestalten aus verschiedenen Epochen vom 3. Jahrhundert v. Ein. bis zum 3. Jahrhundert n. Ehr. Nack) der Annahme Professor Nortons handelt es lick habet wahrscheinlich um Grabfigurcn: auf zwei dieser Franenstatuen ist der Kops mit einem Tuche verhüllt und zwar so, daß nur die Augen unb die s2Lugenbrauen sicht0ar bleiben. Diese Art der Drapierung stimmt genau mit der Weise überein, wie die heutigen Frauen von Kyrene ihren Schleier tragen. In der Nähe der Stätte, der das schon erwähnte Haupt der Athene, wohl das schönste Stück der Funbe, entdeckt wurde, stieß man bei den weiteren Ausgrabungen nod) auf vier K 0 l 0 s s a l sta tti c n, ausnahmslos Frauengestalten; aus ben Arbeiten geht klar hervor, daß auch sie ans'dem 3. Jahrhunbert v. Ehr. stammen. Tie Archäologen haben bei ihren Arbeiten manche Hindernisse überwinden müssen; aud) vor Ausbruch des Krieges war das Graben in den Ruinen bei Kprene nicht ohne Lebensgefahr. So hat auch einer ber Forscher im Dienste der Wissenschaft seinen Tod gefunden, der Mitarteiter Norwnö Herr d e C 0 u. Er wurde durd) drei arabisck;e Wegelagerer ermordet, die nach den Angaben des Leiters der Ausgrabungen, „gedungen waren unb mehr als 50 Meilen weit durch die Wüste gesandt wurden, um ihre Bluttat zu vollbringen". In Tripolis sprach man damals davon, daß die Ermordung de Eous nur ein Irrtum war und daß der Anick'lag Profes'or Norton selbst galt. Eines Morgens, als Herr de Eou zu den Äusgrabilngsstatten ging, ertönten plötzlich Schüsse, und von zw.'i Kugeln burd bohrt, stürzte der Gelehrte zu Boden. Tie schlisse waren von Arabern ausgegangen, bic fick hinter einer Mauer verborgen gehalten und offenbar im Hinterhalt gelegen hatten, -tic Mörder enttarnen und lonnten trotz ber ungewöhnlich tatkräftigen Bemühungen ber türkischen Behörden nicht mehr ergriffen werden. Man nimmt an, daß sie Professor Norton ermorden rollten, um ben Ausgrabungen ein Ende zu machen. Tas Gerücht nennt auch ben Namen des Anstifters, ater die Umstände haben bisher seine Veröffentlichung, bic eine Sensation Hervorrufen würde, nicht genügend gerechtfertigt. * Lin neues Wert von halbe. Aus München wird uns geschrieben: „Ter Ring des Gaukler s", ein Spiel in vier Akten von Max D a l b e, hat soeben seine Uraufführung im fönigl. Residenztheatcr erlebt. Ein Svicl, ein Lheaierspiel, bei dem man keinen Augenblick vergißt, daß es die Welt des Scheins ist, die sich vov uns auftut, ein Stückchen Romantik in einer dichterischen Gestaltung, die allzuviel fünftlid) Konstruiertes an sich hat. Immerhin birgt Törichte Zwilchenruse. Wie töricht und läppisck) sich einzelne Z w i s ch e n r u f c r in der Vcrsanimlung benommen haben, die am Freitagj vom Wa ckanSschuß für die Kandidatur Werner in Gießen veranstaltet wurde, zeigt sich auch an den Folgen. Aus Großcn-Linden erhalten wir heute eine von sieben Abonnenten unterzeichnete Einsendung mit dem Ersuchen um Abdruck. Sie lautet: Welches Verständnis mancher Städter von der Landwirtschaft hat, ist in der am Freitag den 5. l. M. in Gießen ab* gehul.eueii Versammlung bewiesen worden. Als Herr Tr. Wer- n e r von der Maul- und Klauenseuche Ipradi, entstand ein Gelächter. Tr. Werner wies noch auf die großen Sd)ä den hin, die im deutschen Reick) entstanden seien. Unbegreiflich ist es, wie man da noch zu ladjen braucht. Wenn die betreffniben Herren in ihrer eigenen Wirtschaft solche Ausfälle zu bcr.’cidmen hätten wie die Maul- und Klauenseuche sie der Landwirtfckaft unb nod) anderen Ständen verursacht, bann würde vielleicht solch höhnisches Gelächter nicht entstanden sein. Zur Stichwahlfrage. Man schreibt uns: Aus Allendors (Lda.) brachten Sie am 8. Januar T. I. eine „Erklärung", nach der Herr Reid)stagskandidat Erkelenz gefragt wurde, „welchen Standpunkt er tm Falle einer Stichwahl zwischen Tr. Werner und einem Sozialdemokraten einzunehmen gedenke". Merlwüidig, daß die Antisemiten schon vor Erledigung der Hauptwahl gerade bezügl. der Gteßener Stick>wahl von den andern bürgerlidjcn Parteien bindende Erklärungen fordern, aud) im Wahlkreis Alsfeld wurde einem Mitgliede der hiesigen nationalliberalen Parteileitung dieselbe Frage borgelegt, wahrend sie selbst noch in den „Deutsch-sozialen Blättern" vom 6. Jan. schreiben: „In den Haupt Wahlen im ehrlichen Kampf btc Kräfte messen, und in den S t i ch w a h l e n nad) dem Grundsatz der Gleidfberechtigung Vorgehen, bas erscheint und als an ftänbig." Warum verlangt man also vor Erledigung ber Hauptwahl von andern Parteien bindende Erklärungen, die mar doch selbst nicht geben will? Blutrn auS dem Wahlkampf. Man schreibt uns: Ein Mitglied der hiesigen nationalliberalen Partei, daI vor einigen Tagen einige Versammlungen im Wahlkreis Alsfeld |ür den nationauiberalen Kandidaten Heck abhielt, hatte in einer derselben einen scharfen Zusammenstoß mit Parteisekretär Hesse, einem Vertreter der antisemiki- schen Parte'.. Trotzdem Parteisekretär Hesse anerkennen mußte, daß die Ausführungen des nationallibcralen Redners streng sachlich gewesen seien, benutzte er die ihm von vornherein zugesagte Diskussionsfreiheit nicht nur zu einer Hetzrede der schärfsten Art gegen die nationalliberale Partei, er suchte die Wirkung feiner Ausführungen auch durch persönliche Angriffe auf den Hauptredner zu erhöhen, die dieser dann vor der Versammlung ins richtige Licht rückte. Ms Herr Hesse am Schluß seiner Ausführungen gegenüber der Gießener nationalliberalen Parteileitung ausführte: „Sie haben im Frühjahr bei der Ersatzwahl einen tüchtigen Kandidaten gehabt, sie haben sehr eifrig agitiert und Sie haben es auf nur „lumpig e" 2500 Stimmen gebracht und jetzt haben Sie es nicht gewagt, diese „lumpigen" 2500 Stimmen zu zählen," da konnte ihm der nattonalliberale Redner erklären: „Merkwürdig, und um diese „lumpigen" 2500 Stimmen hat Ihre (die antisemitische) Partei vor wenigen Wochen schon für die Haupt wähl geworben? Ich werde die Sache meiner Parteileitung mitteilen." Herr Hesse schien nun doch die Unklugheit seiner Ausführungen das Werk an Gedanken und sprachlicher Form, so viel Schönes, daß ihm ein starker Achtungserfolg überall gesichert sein wird; hier in München, wo der Verfasser eine sehr große Schar ihm sreundschastlid) gesinnter Verehrer hat, war es mehr. Man holte ihn und die Hauptdarsteller schon nad) dem zweiten Akte mit lauten Beifallsrufen vor die Rampe. Mit Fortlassung des Epifodenbeiwerks, das einige recht anschauliche Kulturbilder des 17. Jahrhunderts vorführt, ist der Kern der Handlung leicht erzählt: Aus Burg Eidringen in Franken und in dem an ihrem Fuße sich hinstreckenden Torfe, das als traurige burd) Braird oerroüitetc Ruine im Sonnenglanz des Himmeliahrtstages von 1649 daliegt, treffen sich Henning Schwarz und Susel Radewaldt, beide aus niederem Stande stammende Eidringer, als zu Ehren gekommene Leute wieder. Schwarz hat es zum kaiserlichen Reitergeneral gebracht, wie er glaubt, dank der übernatürlichen Kraft eines ihm dereinst am nächtlichen Lagerfeuer vom leibhaftigen Gottseibeiuns verkauften Zauber- ringes: Susanne, als junges Ting von Soldaten ins Heerfeuer gesckstevvt und schließlich vom alternden Eidringer Schlotzherrn auf seinem Totenlager zu seiner Ehefrau erhoben, iit jetzt die reichbegüterte Herrin von Eidringen. Hennings und ^uianncs Herzen schlagen einanber entgegen; die alte Liebe ist durch die lange Trennung nicht verringert, sondern nur reiner, geläutert und tiefer geworden. So itänbe denn der Vereinigung kein Hindernis entgegen, wenn nickt ber Ring plötzlich vom Finger Hennings verschwunden wäre unb sie nun glaubten, daß der Satan sein Anrecht auf Henning geltend matten werde. Susanne, ganz in dem Wunderglauben mittelalterlicher riii- itfauungen befangen, hält jeden Zweifel für Ketzerei unb befiehlt ihrem Hofmeister unb vermeintlichen Schwarzkünstler Di-ln, um jeden Preis den verlorenen Ring herbeizuschaffen. Er versprickst es, fordert aber als Entgelt Susannes Hand. Diese toiUigl ein, natürlich kommt es aber nicht dazu, denn rechtzeitig wird durch ein fahrendes Komödiantenvaar Hstift als ber einstige Teufel entlarvt, der ben Ring dem damaligen jungen Reiter und späteren General für einen Haufen Golddnkaten aus geschwatzt hat . - - H. B. » — Bauern und das Bismarck- N a t i 0 n a t d c n l mal. Aus Nttinchcn meldet man uns: Hier bildete sich ein Lautesausichuß Bayern rechts des Rheines für bic Errickiumi des Bismarck-Tenkmais. 2er Leiter ber Versammln.: . Professor Benno Becker, übt: scharfe Kritik an bem xuupt ausschuß und erblickte in der Uebcrgeijung bes preisgetrön: :b itü stiers und ber Wahi eines nicht mit d:m Preise ausgez.t., Entwurfes eine schwere Kränkung der gesamten K Ä n st - lerschast. Dieser Ausschuß wird lich mit der Wahl des Teul maientwurfS nicht einverstanden erklären. Bürgermeister Tr. von A gegengenommen. Hessen-Nassau. I aus alt, alt, Auch zahlreich waren die in- T»e Rechnungsablage durch sehr erfreuliches Bild. Ter 9. ^an. Frohsinn ab, die sehr gut besucht war. aktiven Mitglieder erschienen. aus Gießen, in auS Wolfsheim, Präsident Formhals die Wiederwahl bestimmt ablehnte, wiirde Bürgermeister Aumann an seiner Statt zum 1. Bor- sitzenden euistimmig gewählt. Ter Berem sieht unter der Leitung von Musitehrer kosten, (Liegen. Kreis Bübingen. ? Büdingen, 8. Fan. Anlaglich seines LllstimgSfesles hielt der Beteraneii- und iDiihtäioecein gestern einen hübschen Ball ab. Pcosessor Dr. Krämer, der 1. Borsttzende, wies = Londorf, hiesige Gesangverein Ausland. Wie aus Madrid gemeldet wird, hat die spanische Regierung den Plan gefaßt, im iRif gebiet eine aus Eingeborenen bestehende, von spanischen Offizieren befehligte Kolonialarmee von etwa 15000 Mann zu bilden. Tiefe Truppen würden die vorgeschobenen Posten cm- nehmen. Tie Besatzung von Mellila wird jedoch ausschlietzlich aus spanischen Truppen zusammengesetzt sein. Außerdem sollen in Malaga und Algeciras ständig Streitkräfte, in Bereitschaft gehalten werden, um im Bedarfsfälle nach Afrika abzugehen. pH E jiKfitt10 Sjorite? s Hi £ Beitritt ,,.ih tipn.r, Broollyn; Leonhard Exel, 71 Jahre m Waihington. Lauotrets Gießen. Spenden wird gebeten. ** I n Hessen wohnende Niederländer feien daraus aufmerksam gemacht, daß im Militärgesetz der Niederlande eine eingreifende Veränderung ftah|inbet, die sür die in Deutschland wohnenden Niederländer von Wichtigkeit ist. •• In Amerika verstorbene Hessen. Frau Barbara Elise Rieß, geb. Gerhard, 76 Jahre alt, aus Zwingenberg, in Neuyork; Georg Schmitt, 74 Jahre alt, Steinau, in PlltSburg; Julius Althaus, 77 Jahre Rechner Becker ergab em Kassenvorrat am 1. Juni betrug zirka 100 Nit., bei der l)ie|igen Sparkasse hat der Verein em Guthaben von 800 M. Durch den Eintritt neuer Mitglieder hat der Verein wieder gute Kräfte erhalten. Bei der Vorsiandswahl wurde dec alte Vorstand wieder gewählt, nachdem aber der seitherige (EanOwirtfdiaft. ---> Nidda, 9. Ian. Tie vom hiesigen Geflügclzuchi- verein kürzlich abgeI)Qltene Hauptversammlung war sehr stark besucht. Ter herein zählt zurzeit 55 Mitglieder und iü u’ ri del I Uw" ^aui » # Sn; «criuste Sdn, Mk r L.icmtcr< Um einen" W1 erf[» Lieferte» J idb von f Brau Ta-5 g> । aince 6oin nieberge i jungen füll . fleuh i )n Gefells jn ben Aai ! jer Harni» iowie ücrjd j poiiten un TGlbe Sich : lar^ enthi« ; nenber Ge ! Das Gebä> i das in dc 1 flammend beschränke bindern. 1 barten N Barschaft 6 Million gcwälbe s und sprai schmettert wurde eil chigetfemi lern (iqirii mbefchädij öutntt zu teilt mit, besitzt und gesetzt wer! verurteilt. , ? Merkenfritz, 9. Jan. Infolge des zunehmenden Ein» und AtiLladeverkehrs am hiesigen Bahnhose, der sich durch Verladen von Holz und Steinen erklärt, sollen neue Gleisanlagen geschaffen werden. Zu diesem Zwecke taugten Enteignungen von Grundstücken vorgenonimen werden. Kreis Lauterbach. - Lande nhausen, 9. Jan. Gemeinde-Einnehmer Heinrich Schött hier feierte heute mit seiner Ehefrau 'Margarete, geb. Töll das Fest der goldenen Hochzeit. Dein rüstigen Ehepaar wurden aus deut ganzen Kreise zahlreiche Glück,vünsche überbracht und der Großherzog über- sandte ihnen sein Bild mit eigenhändiger NamenSunterschrist nebst besonderem Glückwunsch. U. a. erhielt der Jubilar auch von dem Rechnerverband des Kreises ein fo|ibare6 Schreibzeug. Gemeinde-Einnehmer Schölt bekleidet dieses Amt schon 82 Jahre und steht im ganzen Kreise in hohem Ansehen. X Dirlammen, 8. Jan. In unserem Orte blüht nach namentlich im Winter, die Holzindustrie. Besonders bic Anfertigung von Schindeln wird hier betrieben, auch werocr Rechen, Sensenwürfe und Dreschflegel gefertigt, -ta lui die Studierenden der Forstwissenschaft die Kenntnis der holzverarbeitenden Getvcröe von besonderer Wichtigkeit ist, halte schon Geheimercft Prof. Tr. Heß vor einigen Jahren eine Exkursion hierher unternommen, um den Studierenden bie Verarbeitung des Holzes an Ort und Stelle zu zeigen. Tie Studierenden der Forstwissensäiast waren damals sehr zufrieden über das Gesehene. Prof. Tr. Äveber beabsichtigt, am nächiten ^amötag mu den etu dierenden der Forstwissenschaft wieder eine Exkursion hierher zu unternehmen. Auch soll bei btejer Gelegenheft nebst einigen waldoaulicheii Bildern, bic die tn den Aiedeselschcn Waldungen geübte Versüngungsmeihodc ver- anschaulichen, noch die Hutsabrck in Bfttzenrod besichtigt werden. Auch bei Ser vorigen Exkursion wurde dieser Fabrik ein Besuch abgestattet. '5>ic Exkursion dürste sich loahrsästinlich nur aut einen Tag erstrecken. Kreis Frrevberg. 1^. Friedberg, 9. Jan. Heule morgen nahm für Klasse la des hiesigen Lehrerseminar« die schriftliche Entlassungsprüfung ihren Anfang. Sie dauert bis zum Donnerstag abend. Als Haupttema wurde gegeben: .Welche Umstände bestimmen uns, zu sagen, daß das Drama „Wallenstein* eine SchicksalStragödie ist?" 26 Abiturienten nehmen an der Prüfung teil. L. Bad-Rauhenn, 9. Jan. Der Rechner emeS hiesigen VergnügungSverernS unterschlug aus der Vereins- lasse die Summe von 312 Mk. DaS Geld verwendete er für sich. Anzeige ist erfolgt. △ Griedel, 9. Jan. Ein Unfall ereignete sich am Bahnübergang der Butzbach-Licher Bahn, indem em Bier. fuhrwerk mit dem Zuge zusammenstieß. Ter Fuhrmann hatte bei dem Schneeslurm das Läuteu überhört. Fuhrmann und Pferde kamen mit dem Schrecken davon: der Bierwagen wurde zertrümmert. Starkenburg und Rheinhessen. --- Darmstadt, 9. Jan. Am Montag, 8. Januar, hat ein dreiwöchiger Schuhmacherkurs im Dienstgebäude der Zentralstelle für die Gewerbe begonnen, wahrend ein Kurs im Holz- und Marmormalen in einem Saale der Darmstädter Gewerbeschule vom 15. Januar bis 3. Februar stattfinden wird. Ein Meisterkurs im H o l z b e i z e n undHolzfärben, besonders für Schreiner, Glaser sowie für Weißbinder, der von der chemifchen Prüfungsstation abgehalten wird, nimmt am Montag, 22. d. M., feinen Aniang. Weiterhin wird eine vortreffliche Ausbildungsgelegenheit in moderner Handwerkstechtiit in einem vier- wöchigen Telorationsmalerkurs geboten, der vom 5. Februar ab in dem Dachgeschoß der Landesbaugewertschule in Darmstadt abgehalten werden soll. Der Zeitpunkt, an dem ein Kurs in statischer Berechnung von Ban- kon st ruktionen beginnen kann, läßt sich vorerst noch nicht festsetzen, da eine ausreicheiide Anzahl Anmeldungen noch nicht vorliegt. Der Kurs kommt aber ebenfalls in allernächster Zeit zustande. Bei dieser Gelegenheit seien auch die im Februar geplanten Meifterkurse in der Anfertigung von Kummeten sür Sattler in Groß- Helda vom 29. Januar bis 10. Februar und im Schrif- tenmalen in Darmstadt vom 5. bis 17. Februar er- wähnt. Zu allen diesen Kursen werden Anmeldungen von der Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt noch ent» -Mar " $ Col X Fulda, 9. Jan. In der Rhön dauern die heftigen Schnee stürme und Schneewehen noch an. Aus dem Krcuzberge beträgt die Schneehöhe 40 Zentimeter. «Vers sahen jetzt sollen sich ftoNtntetbn Mn (600 idwinbigjeil leiten betör etcin5 zu>:i -eutci» lande hin. Auch streifte er die kommende ReichsiagSwahl, bei der sich die Mitglieder ihrer Pflicht, die ihnen aus diesem Verhältnis erwachst, erinnern sollten. ? Büdingen, 8. Jan. (Schöncngerichlssitzung^) -ter Zimmermann R. K. aus Czissowa. 5. ßt. ohne selten Wobnun und Aufenthaltsort, hier in Untersuchungshasr, wird wegen Bettelns in eine Haitstrafe von 2 Wochen unter Anrechnung der erlittenen Untersuämngshaft verurteilt. Der Angeklagte wird nach per- büßter Strafe der Landespolizeibchörde überrollen. — -ter Gau wirt A W. und der Küfer L. Kn. beide von Büoingen hatten gegen bie amtsrichter.ichen Strasbesthle Einspruch erhoben, sie werden ui eine Geldstrafe von 2 Mk. ober je 1 Tag Haft verurteilt. — Der Viehhändler H St. van Büdingen hatte gegen einen amt:- ■ richterlichen Strafbefehl Einspruch erhoben: er wurde^zu einer Gerd strafe von 2 Mk. ober 1 Tag Haft verurteilt. — ^.cr Äu,cr K. E. S. aus Germersheim, ohne feiten Wohnsitz z. Zt. hier in Untersuchungshaft, wird wegen Bettelns in eine Hast strafe von . 2 Woa/en unter Ausrechnung b:r erlittenen Untermamngshast verurteilt Nach verbüßter Strafe ist er ber Lanoespolizeihehoroe »u überweisen. — Ter Viehhändler S. Gr. in Tüdelsheim wird . wegen Viehseuchenveraehens zu 3 Tagen Gefängnis Der urteilt. — Ter Dienst knecht W. B. von Aulendieba:.' echalt wegen Sam- beschädigung einen gerichtlichen Verweis 2ct Maucergeielle H. K. B. von Biebles wird wegen Körper nng mittels gcfahr lieben Werkzeugs zu 14 Tagen Gefangne .. .iririlt — xie k.cr Handlung gegen die Hausiererin A. >2ir. geb. Bl. aus Disbacl' ivurde auf Antrag der Siaatsanwaltichaft auf den 1-. tin-'bruar 1912 vertagt. — Der Former G. £). aus Turngen, ohne selten Wohnsitz hier in Untersucoungshast, wird wegen Beltellis zu suni Tagen Last verurteilt. Tie erkannte Strafe wird durch die erlittene Untersuchungshaft sür verbüßt erkckin. — A.vt Jöergmann H. T. wird wegen einsachen Hausfriedensbruchs zu 5 ^agen Ge- sängnis, wegen Beanfteichrleidigung zu einer Geidstraie von la -Vif. oder 3 Tagen Gefängnis, wegen Ruhestörung zu 2 Lagen toast und wegen unerlaubten Schießens zu 3 Tagen Haft verurteilt. Ter Schreiner H. K. und der Arbeiter I. K. werden wegen eui- achen toau-sfriedensbruchs »u je 6 Mk. ober je 2 Tagen Gefängnis Arn camStog abend hielt der ferne H a u p i v e r f a rn in l« n g fBrunner übernahpi den Vorsitz und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen werde, die Künstler zu versöhnen und sie davon abzuhalten, sich bei einem so bedeutsamen Wationaüverfe grollend beiseite ju stellen. 'Der Vorstand soll durch Zuwahl aus ganz Bayern nach Stebarf ergänzt werben. Alan wül als nächste Aufgabe einen Ausruf an das bayerische Volk erlassen, um bie Bayern yur Sammeltätigkeit für das Maiionalbenfrnal derbtizuführen. | kf. Gin Augenzeuge über das Verhör Lud- 'wigs XVI. vor dem Nationalkonvent. In der „Revue hebdomadaire" teilte Guillaume Lerelle bie Uebersetzung einiger Briese eines Engländers namens Henry Tedhead Porke mit, der während ber Revolution in Paris war unb bem Verhöre Ludwigs XVI. vor dem Nationalkonvent beigewohnt hat. Nach diesen Briesen sah Porte in dem angeklagten Könige nicht den Tyrannen, sondern nur den Menschen, wie er beim überhaupt in Ieinem Berichte völlig auf Setten bes Königs zu stehen scheint. In einem Briese sckstldert er, wie ber König in Begleitung einiger Beamter aufrecht und mit festen Schritten den Gerichtssaal betrat und bann bic Versammlung musterte. ,Zch betrachtete ben König sehr aufmerksam," so schreibt Porte „und benierkte, wie er beim Bc- Itreten bcs Saales einen Blick auf bie österreichischen und preußischen Fahnen warf. !Das erschütterte ihn, jcdom konnten es nur die Nächststehenden bemerken. Sehr bald hatte er seine Fassung «wieder gewonnen. Man stellte ihm einen hölzernen Sitz hin, ,'unb Barröre forderte ihn auf, sich zu setzen. Dann wurde bie Anklage verlesen. Während dieser Verleiung blickte der, König 'Barröre an, aber wie es schien, ohne besondere Ausmerksamkeft. Trotzdem antwortete er sogleich aus iede Anschuldigung mit solcher Gewandtheit, daß die Versammlung darüber ins Staunen geriet Als man ihn beschuldigte, er habe das Blut von Franzosen vergießen lassen, antwortete er: „Rein, mein Herr, ich habe nie das !Blut eines Franzosen vergießm lassen." Dieie ttiisstuud^tuig haue fthn im Innersten getrossen, unb ich sah, wie eine Träne aus !seinen Handschuh fiel. Er wollte aber nicht, dast «eine öcuiüc diese seine Schwäche bemerkten und wischte sich deswegen fogleia) über Gesicht und Stirn, als wäre ihm zu heiß." Porte erzählt bann in seiner ausführlichen Schilderung des Verhörs weiter, wie ber König sich schließlich erhob und bem .weiteren Verhöre uehend beiwohnte, welcher Tumult entstand, als der, ungeschictte VJlanuel das Wort König brauckste, und wie Ludwig XVI. schiieß- lid) den Raum verließ, ohne daß ber Vorsitzende ihm eine An> ivort auf seine Fordeiung eines Rcchtsbeistalides gegeben hatte. Porte fügte seiner Sckfilderung noch hinzu, es sei überhaupt lern Versuch gemacht worden, beit König vor seinen blutgierigen Gegnern zu retten, unb behauptet, er habe aber einen Atami^ gekannt, deut man 15000 Franks für bic Bewerkstelligung ber Flucht gegeben Brand eines Geschäftshauses in New-York. weiteres Umsichgreifen des Feuers w Der nerwehr ging von den Dächern der benach am Donnerstag, den 11« Januar, adends 9 llf)v, im Hotel Einhorn Der liberale Wahlansschnsz Freie Aussprache. r-Einnehincr uc Ehefrau Hochzeit. Kreise zahl, erzog über. iSunierschrisl der Jubilar in kosibareS leidet dieses se in hohem m nahm für die schriftliche ie dauert bis irde gegeben: iÜ daS Drama i Abiturienten Mein diesjähr. Hauptka alog über la. sortenechte keiinfäh.Blumen-, Feld- nnd 378 Gemüse- Samen ist soeb. mit billigst gestellt. Nettopreis, erschienen tu steht interess. ».Verlang, kostenfr. zu Dienst. Heinr. Hahn Sam.-Spezialgesch. Kirchstraße 13 Telephon 403. Referenten die Herren: Landtagsabgeordneter Iustizrat Grünewald-Gießen Oberpostassistent Jeneck-Frankfurt a. M. a-/, -chner eines ; der Vereins, sendete er für le blüht noib. besonders bir , auch werdet tigt. Ta süi als der holz^ ist, halte schon ine (£$hiriion Verarbeitung Gierenden der das Wene. mit den etw- iirsion. hier- Gelegenheit die in den Methode der- idjtiflt werden. iit ein Besuch Mich nur aus AnuUchcr Wetterbericht. Oeffentlicber Wetterdienst, Gießen. Wetteiaussirhten m Hessen nm Donnerstag, ben 11. Januar 1913: Trüb, geringe Niedertchläge, Teinpcrnlur wenig verändert. Die Beerdigung von Fra» Margarethe Müller Wwe. geb. Nöding findet am Mittwoch, den 10. Januar, nach mittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt. sMargarine nur auS fit. Rohmaterial. Marke Kostbar 8.00 Mk. „ Delikaten?.30 „ Prima «.25 „ Colonia 6.50 „ „ E 6.00 „ Versd. in Postkolli v. 9 Pfd. an tägl. frisch franko Nach- nähme Adolf Lange. Großhandt, Neun a. Nb. soeben eingetr. u. billigst bei Äug. Wallenfels Marktplatz i ? Telephon 262 Prompter Versand auch liach auswärts. (174 ? GroßeßetlenlZMk. Ober bett, Unterbett, 2 Riffen) mit doppelt flereintQt. neuen Beet- frbein,beff.!Betteni5,i9,24 503)1 f.; l‘/i f*L «etten 15, so, zs.50, »8^0, 32 50Mk usw Bers.geg.^ochnahme Preisliste,Prob.,Berpackg.kostenfr Gustav Lustig k. Größt. @p.;®cid> Deutjchl A «V. D. H. Krcisvcrein Gicircn. Wir machen unsere Diitnl. auf die heutige Annonce über die Donnerstag abend 9 Uhr im Hotel Einhorn italtfiildende Versammlung aller Staats-, Gemeinde-, Privat-Beamten u. Bediensteten ganz besonders aufmerksam und bitten unsere Mitglieder um zahlreiches Erscheinen, v*" 'i Der Vorstand. luer»1 b an, et li aill, mehrere tuuuin wiiunni.ii ja o i >■ »in eil uiu) mubiut geräumt luerben. Ter angcridnctc Schaden ist groß. 3n SB nl meint er bei ki ha nein wurde ein Hans von einer Lawine fortgerissen und drei Bewohner g e t ö t e t. Die Familiengruft des Ritters Tonello, des früheren Be- sitzers bei Werst St. Andrae in 'J rieft, wurde gewaltsam geöffnet. Tie Särge seiner Gemahlin, seiner Schwester und seines Sohnes wurden erbrochen und die Gebeine zerstreut. Ver mutlich ist viel geraubt worden. Dagegen war es den Einbrechern nicht gelungen, den 2arg loncllo* zu öfinen. ßaiifrct und verkehr, Volkswirtschaft. R e i chs g e n o s s e n s ch a f t s b an t' A.-G. Tarmstad t. Tie Hauptversammlung erledigte die Tagesordmmg, setzte die sofort zahlbare Dividende .ruf 3 Prozent'(i. V. 3Va Prozent) fest und genehmigte die Verlegung des Sitzes der Gesellschaft von Darmstadt nach Frankfurt a. M. Kettelns iStencn öet. E toetbeu in -urteilt. ™ amt», V einer K in S vo n ' Wit der- 'Wibe öheun wird verurleill °egen Lach.- ^gesähr- ~ Tie Vch ¥ ?^Qd) Jjcoruar ohne feiten :l»s zu ütnj urch die er-- ^ttgmcmn ^-agen (St, von 15 Mf. >en Lust nnd TurteÜt. - hxgen ein- n Gefängnis "nehmenden ie, der sich sollen neue »cke miijjten üben. Magen-Leber .deren ann ist er noch grünlicher! Mit aller .Hochachtung' H. S. Freibank Heute 12'°' Schweinefleisch 50 Pfg. ignete sich ani em ein Lier- chrmann haue chhrmann und >rivagen wurde !!" ’*°9§n)ah[ ,u§ dieses ♦ Eino blutige Stulägcrei mit tödlichem Ausgang spielte fid) am Montag in Ensisbeim ab. Mehrere junge Burschen hatten tagsüber in der Wirtschaft „Zum lustigen Bruder" gezecht. Familienzwistigkeiten gaben gegen 8 sUhr abends "Anlaß zu einem Streit, in dessen Verlauf zwei der Beteiligten durch Axthiebe getötet wurden. Die Kto töteten heißen Bierler und Gaechtcr und stehen in den zwanziger Jahren. Ein dritter, namens .Hurst, wurde schwer verletzt und liegt hoffnungslos darnieder. Mehrere Ber- haftungen sind bereits erfolgt. * 2er fest gefahrene Automobildieb. Großes Pech hatte ein Automobilmarder, der in der Lehderstraße in W ei* ßensee ein Rennautomobil gestohlen hatte. Ter dreiste Dieb hatte den Kraftwagen aus der Werkstätte eines Mechanikers entwendet und war in der Richtung nach Bernau gefahren, wo er bas Auio verlaufen wollte. Hinter Heinersdorf geriet et je- doch irrtümlicherweise auf einen falschen Weg, der in die Felder führt. In der Tunkelheit fuhr der Dieb nun immer bram los, bis bas Automobil plötzlich, fest saß. Vergeblich versuchte der Lenker, den Wagen wieder flott zu machen und weiter zu bewegen. Es blieb dem Marder schließlich nichts weiter Übrig, als das Auto fin Stich zu lassen. Nur ben lebernen Chaustcurpelv und die Mufftaschen nahm er mit. Gestern morgen wurde der Renner, der mit den Hinterrädern tief in einen 'öturj hinein- gefahren war, von Bauersleuten entdeckt. Kleine dagesdironif. Die wissenschaftliche Deputation für das preußische Mcd'zmal- wesen hat auf Ersuchen des Ministers des Innern die ^-r.age erörtert, ob ein praktisches Bedürfnis zur Feststellung der Vir- g i n i t ä t bei einer Leichenschau vor der Feuerbestattuilg vor- liegt. Tie Frage ist nach eingehender Erwägung verneint worben. Unter diesen Umständen hat der Minister bic fraglich- Bestimmung ausgehoben. . In Rixdorf-Berlin sind in der letzten Zett etwa hundert Laden-und Schaufenster-Einbrüche beruht worden .G Am Samstag wurden 40 Männer und Frauen, die sich an dem Vergnügen eines Muud'.avmonika-Klubs beteiligten, festgenommen. Bei dreien wurde eine große Menge Tiebesgut vorgefunden, so daß sie der 'Beteiligung an einem Tutzend Einbrüchen überführt werden konnten. T.r Arbeiter Grocholski in Berlin erkrankte gestern nack,- rnittag plötzlich unter Erscheinungen, die auf Vergütung durch M e t'h ylal 1 o h o l schließen ließen. Schon wahrend der Magen- ausspülungen im Krankenhaus trat der Tod ein , In der Nähe von Rem scheibt geriet das An t o m o b, l des FabriUientzers Win'erhof aus Remscheid im -Schneegestöber von der Laud'iraße ab und stürzte eine Böschung hinab. Wrnter- hof, sein Bruder und drei andere Personen wurden schwer 1 8. 311U“? I int ’ SZ uar bis 3- ch rXE w-bildE in eit««’S, >r vom S .Sr i- lV®r»6- Vcnnifditc». *Versuchemitneuen Schnellzugslokomotiven Derben jetzt auf der Strecke Hannover—Berlin gemacht. Tiefe sollen sich durch hohe Leistungsfähiakeit bei geringerem ftohlenverbraiich auszeichnen. Es wurden dort ^üge von siebzig Slchsen (600 Tonnew mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 9ö Kilometer in der Stunde ohne Sdnvicrig- feiten beförbert. Die Leistung, die am Zughaken des Tenders ousgeübt wurde, stellte sich im Durchschnitt während einer Fahrzeit von zusammen 335 Min. auf 1021 PS. Tie günstigste durchschnittliche Tampsverbrauch wurde aus der Strecke Hannover—Stendal mit 8,08 Km. für die PS-Stunde erreicht. Der Koblenverbrauch betrug für eine PS-Stunde durchschnittlich nur 1,373 Kg. Diese Versuche sollen nun ausgedehnt werden und dürsten voraussichtlich M einer Verkürzung der Fahrzeit für die v- und L-Züge führen. Auf der Strecke Berlin—Hannover verkehren jetzt schon die schnellsten Züge. Tie Fahrzeit zwischen Berlin— Hannover glaubt man auf drei Stunden herabdrücken zu können. ü c r 1 c t Vermißt werden die Seminaristen Ltichnot und Metzer, welche am 3. Januar Einbeck verließen um eine zweitägige .Harztour zu unternehmen. Sie sind bisher nutzt zurückgekehrt. Die ansgeschickten Erpedittonen waren erfolglos. In Rauda (Altenburgs starb Friedrich 4, heil, der Philosoph von Nanda, der durch sein Selbststudium (ich umfangreiche Sprachkenntniise angeeignet hatte. Am Dienstag vormittag wurde das dlntomobil der (Vtima Hoch L Eo. in 3 wicka u an dein Weißenborner Uebergang von einei'- > Dresden kommenden tt-Zuge ertastt und J20 Meter weit gei. eist. Ter einzige Insasse, der Ebausteur Bazold, wurde mitgeichleist und getötet. Ein Verschulden dev Fahr- personals liegt nicht vor. Das Automobil, das fich auf einer Probefahrt befand, dnrck'rach die gu'ch'. sscne Sckwanke, vermutlich infolge Versagens der Bremsvorrichtung. . Der vor zwei Jahren in Melbourne verstorbene Rentner Franl'liii hat der Gemeinde München 50000 Ml. übcrroaeien mit der Bestimmung, daß die Zinsen alljährlich einem dortigen Wohltätigkeitsverein zugeteilt werden. . Nach in Kiel eingetroreuen Nachnchteti ist in Schanghai der K avitänleutnanl Ebler von der P l a u i tz, erster Otti-- zier des Kreuzers „Nürnberg", ertrunken. . . Mv |. ...... ...... 3 .U^enbon Älb-lns vurde in vergangener Nacht durch eine Fenersbrunft trößtenteils zerstör t. Der Brand ist wahrscheinlich durch mit Teuer -'(•'11^0 "^Viiriacht worden. Ein zweitägiger heftiger Platzregen^ richtete in der. Stadt Balta großen Schaben an. Das ^tratzenpflaster ist aufgewühlt unb die im untersten Stock gelegenen Wohnungen vieler Häuser sind übe schwemmt. . . Ein Schneesturm, der die Gegend von Charkow heimuichte, hat große Verheerungen angerichtet, Bäume entwurzelt unb -radier abgerissen. Tie Straßenbahn .hat ben Verkehr eingestellt. Die Eisenbahnzüge erleiden Verspätungeii. Die Explosion eines Gasbehälters richtete in Nottingham großen Schaden au. Gleichzeitig brach die Zisterne, in der der Gasbehälter geruht hatte. Eine gewaltige Wassermasse ergoß sich auf die Straße. Ein Dienstmädchen IH Gifte. fc. Frankfurt a. M. Schwei 11 eniarftbericf) t vom 10. Ian Aufgetrieben waren 1556 Schweine. Voll fleischige Schweine von 80 bis 100 ktr Lebendgewicht 4^.50 — 51.00 ‘Ulf., Schlachtgewicht 63.00-64.00 '1UL, vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 47.00-48.50 9)1 f., Schlachtgewicht 60 —62.G0 Mk.; voll fleischige Schweine von 100—120 kg Lebendgewicht 49.00—51.00. 'Dir., Schlachtgewicht 632—6.00 Mk.: vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht 49.0o—51.00 Mk., Schlachtgewicht 62.00—63 'Dlf. Gescheckt mittelmäßig, bleibt Ueberftanb. Marmelade aus frischen Früchten Pfund 35 Pfg. 5.Pid.-Eimer Mk. 1.60, lO-Psd.-Eimer Mk. 2.80, Zwctschen-Honig Pfd.35Pf. 5-Pfd.-Eimer Mk. 1.65, lO-Psd.-Eimer Mk. 3 —, Apfel Gelee Pfd. 50 Pfg., 5-Pfd.-Eimer Mk. 2.40, 10-Psd -Eimer Mk. 4.25, Avfelkraut, rheinisches Pfd. 60 Pfg., 5 Pfd. Ml. 2.50 empstehlt sehr preiswert (Störs Mcnjtlo, Marktvlatz 21, gegenüber der Engelavotheke. 365 Rabattmarken des Vereins. Theater Varisle ^Kolossenm“ Dir.: KARL OHM. Tel. 645. Walltoristr. Letzte Hacbricbten. London, 10. Jan. Wie „Daily Chronicle"" meldet, werde sich der englische Arbeiterausstand zu einer internationalen Kundgebung auswachsen. Es würden beständig Verhandlungen knit den einzelnen Ausschüssen geführt. London, 10. Jan. Der Ausschuß des englischen Friedenskongresses hat an alle Handelskammern und andere Organisationen, sowie an einige Großgeschäfte eine Umfrage veranstaltet, in der er um il)re Meinung über eine englisch-deutsche Verständigung fragt. Tie einlaufenden Antworten lauten durchweg im Sinne einer Verständigung. V/S/ TKA R TEN ln jec^er beliebig™ Schriftart und Kartonsorte, -....... sowie mit Zirkeln aller studentischen Vereinigungen liefert zu mäßigen Preisen die B rühr sehe Uruv.-Druckend, Weltberühmte Kieler Fischwaren alles zus. nur Mk. 3.— £eg. Nachnahme. Verp. frei. 30 ff. BücklingetuSpro 1 ten, 1 Dose fst. Heringe in Gel6e. gr. delikate Fleckheringe, Kiesenlachsheringe, 1 fetten Rauchaal und 50 Sardellen Heringe. C. Hagcmann- Fiscbexport, Kiel. !35, Schellfische nnd Knblian fst. Noidsceware, Mittwoch und Donnerstag in lebend frischer Ware eintreffend. Zllkob Materilus Ecke Klinik- und Frankfurter Straffe 1*” iorucuteueiwer Entwialung tejr e. ^n enter Linie lorbeu her Verein die Zucht crstklaistgen Rassegeflügcls unb r"^^6esckmhi ties burdj Verlosung von Tieren und Brutciern, durch Errichtung von Zuchtstationen und Abhaltung von Ausstellungen. _ Die vom Rechner vorgelegte Jahresrechnung ergab keinerlei Anstande. Bei irr »Borstandswahl wurden die Herren Diehl, Svamer, Baer. Stein, Geiß, Hanack, Uhl, Holland unb Luft wiedergewahlt. Am eine Anregung hin wurde beschlossen, auch Kaninchenzüchtern len Beitritt zum Verein zu ermöglichen. Außer dem Jahres Lritrag von 1,20 Mk. soll vom 1. März d. I. an ein Eintrittsgeld von 50 Pfennig von jedem Neueintretenden erhoben werben. Für April d. I. ist für Nidda unb bic Vereine Hungen, Echzell, rrttnberg, Effolderbach und Schotten hier eine Bezirksausstellung : gcvlant, deren Beschickung äußerst stark zu werden veriprtcht. Angrenzende Vereine sowie auch Private aus Nidda roerben um Unterstützung und Stiftung von Ehrenpreisen ersucht ES ict darauf hingewicsen, daß Vereinsmitglieder und deren Familienangehörige zur Ausstellung freien Eintritt haben. Im ver- f(offenen Jahr ist von Mitgliedern über starke Verluste an wertvollen Brieftauben geklagt worden. Veranlaßt düntcn diese ; Verluste zweifellos sein durch das Ueberhandnehmen von Raub- rogeln, wie Habichte, Sperber, Falken u. bergt Mit Freuden • würde es von allen Geslügelzüchtern begrüßt, wenn (ich bic Kreisämter der Sache mehr annehmen wollten und einer gröberen Anzahl von zuverlässigen Personen den Mschuß gegen ein aus- ' reichendes Schußgeld für jedes erlegte Tier übertragen würden. Um einen verstärkten Abschuß herbeizuführen, hat fich der Verein bereit erklärt, für jeden, dem Schriftführer des Vereins ab- gelieferten Raubvogel u. bergt aus eigenen Mitteln em , schütz- gelb von 50 Pf. zu gewähren. Daß hiermit nicht allem der Taubenzucht, sondern auch unseren einheimischen Singvögeln ge- bient ist, braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden. Oessentliche Versammlung aller Staats-, Gemeinde- und Privat- Beamten u. VeLiensteten Das große Geschäftsgebände der Equitable Life Assu- rance Companh auf dem Brcadway in Neutzork ist niedergeb rannt. Nach den bisher vorliegenden Meldungen sind 5 Personen um gekommen. Neuyork, 9. Jan. Tas niedergebranntc Gebäude der Gesellschaft lag im Mittelpunkt des Finanzvicrtcls. In den Räumen befanden sich auch die Zentralverwaltungen der Harriman Eisenbahnen und die Firma August Belmon, sowie verschiedene Trustlompagnien zur Annahme von Te- positen nnd Aufbewahrung von Wertpapieren, deren Gewölbe Sicherheiten im Werte von mehreren Millionen Tol- lars enthielten. Verschiedene Personen, die von dem brennenden Gebäude auf die Straße hinabsprangcn, blieben tot Das Gebäude glich, zwei Stunden nach Ausbruch des Feuers das in dem Restaurant des Erdgeschosses ausbrach, einem lammenden Hochofen. Tie Feuerwehr mußte sich darauf leschränken, ein weiteres Umsichgreifen des Feuers zu verändern. Tie Feuerwehr ging von den Dächern der benachbarten Woltenkratzer vor. Das Geschäft , jen in der Nachbarschaft des Feuers ruhte. Der Sachschaden wird auf 0 Millionen Dollars geschätzt. Die wertvollen Sicherheils gewölbe sind unversehrt. Drei Wächter knieten betend nieder und sprangen dann auf die Straße; sie btzeben mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Von der Straße aus wurde ein Mann bemerlt, der zwischen Trümmerhaufen cingetlemmt war. Es war unmöglich, ihm zu helfen. Die dem Eqnitablegebäude benachbai en Banken sind vom Feuer unbeschädigt geblieben. Die Polizei verwehrt jedoch den Zutritt zu ihnen. Tie Equitable Life Assurance Company teilt mit, daß sie von sämtlichen Dokumenten Tuplikaie besitzt und daß der Geschäftsbetrieb ohne Störung fortgesetzt werde. Jeder rasiert sich selbst «iii„Mulcuto“, d. Sicherheits-Rasierapparat welcher gänzlich schmerzlos rasiert Dl0/t und in zahlreich. Anerkennungsschreiben all der beste gepriesen wird lieber 400 OOO im Gebranch Mk. 2 50 PBX Mk. 3.50 Mulcuto Rasiermesser - Fabrik Paul Müller & Co., Solingen. Donnerstag früh eintreff. Schellfische 1—4 pfundig, 376 Knblinn Anschnitt in feinst, lebendfrischer Nord seeware z. bill.Tagespreiseb. Georq Wallenfels Marktplatz 21 Tel. 46 gegenüber der Engelavotheke. E liitrek Bählmmsnimlns Reichstaaswahl wahlhilse am Wahltage in der Stadt Gießen Jedermann willkommen. Freie Aussprache »7t Tagcs-Orduung d10.; Freie Aussprache Biograph 000264 Ploctstrastc 12 Blockstraße 12 R°i.-Lit. Partei FirUriltl. Eolfsparfti Miippli Bahnhofstraße 54. Bahnhofstraße 54. Nur drei Tage: dem (381 geben. Eine einzig Weniic Tragödie 0256 KlüK-u. Seefische Fluß- nnh rtMe o r Gröhes » Kurt mil Firma ton 7 LU)i an: (Keine Damcnbcdicuuug.1 0268 Die 9lbmebrfommiffion für Hesien und Hcssen-Nasiau. I. A.: Iosef Bauer, Geschäftsführer, Mainz. liefert billigst die Brühl'sche Universität«-,Buch- und Steindruckerei, Gießen, Schule tr. 7. I. M. Schulhof Telephon 119. — Prompter Lersanü nach auSmaris. [2 „Geld" ist „Geld" ist „Geld" ist „Geld" ift Der Wahlausschuß der Vereinigten liberalen Parteien Redner: Rcichstagskandidat A. Erkelenz Geh. Justizrat Prof. Dr. Joh. Biermann Dr. Ernst Bogt. Mittwoch, den 10. Januar 1012, abends Sl|2 Uhr, im großen Saale von Steins Garten Donnerstag, den 11. Januar 1912, abends halb 9 Uhr im großen Saale des Kolosseum Neu eröffnet. Hetzerei u. Wirtsltzs ziun Walltort früher SeemannSheill Donnerstag: ^etzeisuppe Mltater Gielen Dir.: Hermann Steingoetter. Mittwock.d.lO.Fan.lvlS, abends 7 Uhr: 12. Mittwoch-Abonn.-Borst. Gewöhnliche Preise öflnnclcö hmniclsnhrt Traumdichtuna in 2 Teil, von Gerhart Hauptmann. Musik von Mar Marichalk. Ende geg. 9 Uhr. Frcitaa.dcn 12. Han. 1912, abends b Uhr: 14. Freiraa Abonn.-Borttellg Gewöhnliche Preise. ?ic öodiitit non Neid Schauspiel in 4 2lufzügen von Vnbiuin Gangüofer und ytnreo Broeiner. Ende 10»,4 Uhr. Die bevorstehende Ncichstngßlvahl. Redner: Herr Wilhelm Kremser-Frankfurt a.M. Reichstagskandrdat für Wtülar-Altenkirchen und Herr Reichstagskandidat Gg. Beckmann-Gießen Zu dieser Versammlung hat jedermann Zutritt und ist freundlichst eingeladen Kinematograph. 9^" Sowie dos übrige neue Programm. in 2 Akten von eminent künstlerischer Wirkung. Grobartiges spannendes Drama. Unter Nachbarn Große hervorragende Humoreske. Fremdes Recht Ein vorzügliches Drama, ausgenommen auf Es ladet freundlichst ein Gustav Koppen icn Restaurant Mctropol Plockstraste. Jede Hilfe, ist willkommen und dringend erbeten! Montag, S. it. Dienstag, 9. Jam Mithilfe zahlreicher Kräfte im Wahlbüro, Restaurant Metropol, ebenso dringend erforderlich. An die Herren Chefs richten wir die dringende Bitte, hierzu wie zn der Hauptarbeit am Wahltage ihre Angestellten in großer Zahl beurlauben zu wolle». Meldungen an das Wahlbüro, Telephon 899, sofort erbeten. Der Wahlausschuß der eine Enorme Attraktion. der größte Wcltschlager. ein großartiges kinematograph. 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Spannend von Anfang bis Ende. Dieser ungemein fesselnde Schlager erregte überall das größte Aufsehen. Außerdem unser hervorragendes Programm Die Löwen des Tyrannen Der Einbernser: S. M, Wcn. ReMGllGer! Stonfinncnten! CeWpMllstkl'! Seit Jahren treten die Abgeordneten verschiedener Parteien in den Parlamenten in Rücksicht auf bestimmte kleinhändlerische Wählerkreise für eme ausnahmegcfctzliche Behandlung der Genossenschaften, insbesondere der Konsum- Vereine, em. Zur Abwehr dieser ausnahmege- sctzlichcn Bestrebungen sah sich die unterzeichnete Abwehrl'ommission veranlaßt, sämtliche Kandidaten über ihre Stellung zu diesen Bestrebungen zu befragen. Die Beantwortung der gestellten Fragen verpflichtete keineswegs, sich zu einer Forderung des Genossenschaftswesens zu bekennen. Es sollte damit vielmehr lediglich die Bereitwilligkeit des .Kandidaten, eine ausnahmcgesctzliche Behandlung der 2600 Konsumvereine Deutschlands mit l3/4 Mill. Mitgliedern abzulehnen, ausgesprochen werden. Nachstehende Kandidaten haben die gestellten Fragen entweder überhaupt nicht oder ablehnend bezw. ausweichend beantwortet; sie sind alio als Anhänger der Bestrebungen, die Genossen- schaftsbcwegung, insbesondere die Konsumgenossin- sebaftsbeweguug durch Ausnahmegesetze zu erdrosseln, zu betrachten. Im Wahlkreise Gießcn-Grünbcrg-Ridda: Dr. Ferdinand Werner, Oberlehrer. Wir fordern alle gerechtdenkcnden Wähler, insbesondere alle KonsumveremSmitglicder und Anhänger des Genossenschaftsivesens auf, sowohl in der Hauptwabl am 12. Januar, als auch in der Stichwahl, diesen Kandidaten keine Stimme zu Zur Leistung der am Wahltage, Freitag, den 12. Januar, unbebinflt notwendigen Wahlhilfe ersuchen wir dringendft jüngere und ältere Herren, ebenso unsere Damen, ganz bcson crs aber unsere akademische und kaufinämiische Jugend, sich nas an diesem Tage in großer Zahl zur Verfügung zu stellen. Wir laden zur Organisation dieser Wahl arbeit ein auf Donnerstag, 11. Jan., abends 19 Uhr in den oberen Saal des Gesangverein Heiterkeit. Heute abend Wiederbeginn der Singstunde. Um vollzähliges Erscheine» bittet lv,J/•) Der Vorstand Liederkranz! Der heutigen politischen Versammlung wegen \vxolx fällt sinLstunde aus. Nächste Probe Mittwoch, den IT.Januar.