Ur. 57 Erscheint tL-Uch mÜ Aufnahme beS EenntegL S auf bcm zwischen die An- unterschrielnüien Vertrag aufmerksam macht. etwas al P. Er Bo die tte „titftenet LamlllendlSNer^ werten bcm .Brotiger* »termal wöchentlich deigelegt, bal „Krchbtatl fti bte Kreis «letzen" iroetmal wöchentlich. Tie „Landwlrtlchaftllche» Lett- frage," erscheinen monatlich iroetmaL Jntronner ama »ehr. Mg. und 5. dS. Ni! - ,s. Empfang le t lniererhebstklip !arz. erei treiS. '"Meiste, -o. lager? 13% x ehe Ar| lsten fRangs. Donnerstag, 7. März 1912 RstaNon,druck unb Verlag ver Vrühllcheo Unteerfiräta - Buch, und 6tembru(fcctL 9L Senge, Dieben. vorgeschlenkert wird Na. loenigstens bat man uns doch das einst obligate Gaze Ballettröckchen erspart, das stets die fatale Illusion erweckte, als ob cs die Lücke kachieren sollte, wo die untere, den Bewegungs-Mechanismus.enthaltende Körperhälfte an die obere — meist weniger Interesse erweckende — Hälfte angeleimt oder eingeschraubt wäre. — Um das Ballett, dessen „Idee" ohne weiteres aus dem Titel erhellt, bat Paul Lincke eine Musik hcrum- Wahlkrcise _ .. Mg. Dr. Osann (Ntl.^ Tie Klagen des Abg. Dr. ,rulda sind unbegründet. Es verkehren 46 Züge zwischen Frankfurt und Darmstadt, davon sind nur 5 beschleunigte Personenziige. 34 will aber insbesondere mich gegen die Ausführungen bev “ ' "isenbabnarbeitcr sind eine ganz be- UW..X Eiienbahnarbeiter hat die Lerpflich rung, in den Eisenbahndienst zu treten. Wir haben cs in g. B e st i'Ntl.) wünscht Berkehrsverbesserungcn Bahnhvf Osthofen. Abg. Lang i3?tIJ fordert bessere Verbindungen Erbackr und dem zentralen Odenwald. Abg. K o r c 1 l - Königstäbten (Fortichr. Vp.) bittet ... — stellungsverhältnisse der Schaftuer und Sdsaffnctanivärler zu verbessern Wünscht dann noch einige Berkehrsverbcsserungen, besonders zwischen Darmstadt Main;. Wendet sich dann gegen die Ausführungen des Abg. Dr Osann. Den Eisenbahnarbeitern soll kein Stteittccht zugebilligt werden, sondern sie sollen nur nicht zu Bürgern zweiter Klasse herabgedrückt werden. Berladegeleise für den übrigen Güterverkehr einzulegcn und den sich fortgesetzt steigernden Güter- und Personenverkehr durch ein erweiterungsfähiges Bauprogramm Rechnung zu tragen, insbesondere die Möglichkeit der Vergrößerung des unzulänglick>en Empfangsgebäudes hierbei im Auge zu behalten, endlich allen in letztem, landespolizeilichem Prüfungstermin vorgebrachten Wünsche und Einwendungen zu berücksichtigen und zu beschleunigen." Abg. K o r e l l - Angenrod (Bbd.) wünscht einige Bcrbesse rangen. Tie Arbeiter in den einzelnen Bahnmeistereien müßten gleichbezahlt werden. Abg. Soh er r (Zentrum) wünscht, daß der Schnellzug 112 von Frankfurt auch in Dingen halte. Sodann spricht er noch einige andere Wünsch: aus. Abg. v. Brcniano «Zentrum): Man hat Grund, sich über das Verhalten der Eiscnbahndirektion zu beklagen. Man ist der Ansicht, das; zwar für Preußen, aber nicht für Hessen gesorgt werde. Diese Ansicht mußte vvn der Regierung zerstört werden. Tie Abg. Aul er (Ntl.), Friedrich (Bbd.) und Meißki (Bbd.) sprechen Spezial wünsche aus. Abg. Bach (Ntl.): Der Verkehr nach Mainz leidet durch die Umleitung der Züge. Tic Leute fahren nicht nach Mainz, sondern nach Wiesbaden. Dadurch wird Mainz gcschädigt und eine eilag'dti-8.^ Schilderungen des Südens und in dem wir einen Entdecker bei? bcutschen Natur, besonders Holsteins, lieben. Die Bilder, die man dereinst von ihm rühmte, seine Land«, schäften aus der römischen Eampagna und dem Albanergebirge, die krissäische Ebene in Griechenland, sein Abend im Kloster Dusaco in Portugal — sie erfreuen nur noch durch ihre technische Virtuosität, aber Naturstudien, die er als Jüngling und als Mann in Tänemark, Jütland und Holstein malte, sind durch die Schlichtheit und Schärfe ihrer Beobachtung, die Feinheit des Tones und der Luftstirnmung, die fräftige Einheitlichkeit der Durchführung Meisterwerfe, die wie ein frühes Vorausahnen und Gestalten des Großen in unserer mooerncn Kunst wirken Ter Sohn des Künstlers, der Geschichtsschreiber der Kunst des 19. Jahrhunderts, Cornelius Wurlirt, auf den sich ebenso wie auf einen anderen Sohn des Meisters, den bedeutenden Kunsthändler Fritz Gurlitt, viel von seinem feinen Geschmack und seiner edlen Begeisterung vererbte, hat ohne alle Befangenheit dem Vater den Platz angewiesen, der ihm in der Entwicklung der Landschafts- malerei zukommt. Ter unbcirrle Glauben an die Natur als die einzige Lehrmeisterin erfüllte all feine Werke in einer Zeit, wo die Künstler sich so gern zu Handlangern der Aesthetik erniedrigten. Er ließ sich von keiner Theorie in Fesseln schlagen, denn er besaß, wie der Sohn schön sagt, „einen Künstlerstolz, einen Stolz auf das Stintftlertum, dessen Größe sich nur an feiner persönlichen Bescheidenheit messen ließ: in ihm war eine finnige Klarheit, die ihm alles das unpraktische Grübeln und Katalogr- iieren verhaßt machte, das Aufbauen von Schachteln, um die künstlerische Wahrheit in diesen cinpacken zu können. Nicht daß er schmollend abseits gestanden hätte. Tie Besten feiner Zeit waren seine Freunde, Gelehrte wie Stitnftler. Ader er fühlte in seinem Schaffen den Halt, der ihn gelehrte Unterweisung über das Wesen der Stiinft kurzweg ablcbnen ließ. Er fand im sinnlichen Erkennen, in der künstlerischen Geschlossenheit der Weltauffassung die höchste Weisheit, die ihm keine Zergliederung des Erkannten ersetzen konnte. Er fand in ihr auch das reichste Glück." Die Gelehrten mochte er nicht leiden: als Atelierbefuch war ihm ein Bauer lieber als ein Professor. „Der Bauer erkennt, ob ich eine Eiche oder Buche, Buchweizen oder ein Kornfeld male: der Gelehrte will immer was am Bild erklären, er sucht etwas darin, er guckt nicht auf die Leinwand, sondern hinter die Leinwand." Er machte aber auch mit gebildeten Biiberkäufern manche tragikomischen Erfahrungen. So kam eines Tages die große Stifte mit einem verkauften Bilde zurück: der Besitzer war zwar zufrieden, aber er bat, daß die Bauern, die als Staffage in der Landschaft saßen, einen Gesang aufführten. Da machte Gurlitt denn jedem ein dunkles Pünktchen in das winzige Gesicht, dort wo der Mund sich öffnet, und schickte die „Abendlandschajt mit Aba. Raab wenden. Die Eisenbahnarbeiter sind eine sondere Art Arbeiter. Stria I -ei Melsdorf. . ographen-V tolze-Scbrey ier IW» L Ul Es tritt bann eine Pause ein. Finanuninister Dr. Braun: Der Erlaß der Eisenbahn' bireklion Mainz ift nicht von bieser allein ausgcgangcn, sondera auf Veranlassung des EiscnbaHnministers Tie Grotzhcrzogliche Re gierung kann diese Maßnahme nur vollkommen billigen. Für die Stellungnahme der Großh Regierung ist dabei maßgebend einmal die von bcm preußischen Eifcnbahnminister betonte Mcksicktnatnnc und die Sonderheit des Eisenbahnbetriebes: zweitens ist zu be tonen, daß das Recht über die Vereins- und Versammlungsfreiheit nicht beeinträchtigt ist (OhoN Von einer bfirgerlidKn Beschrän hing kann rata die Siebe sein In ber Beratung des R icks vereinsgcfetzes bat der nunmehrige Herr Reichskanzler betont, die Behörden müßten das Recht haben, ihre Arbeiter von -Vereinen und VersammKingen fern^u ballen, deren Zweck dem Wesen des Beamtentums widerstreite Es ist weiterhin auch nicht das Moah tionsrecht der Eisenbahnarckeitcr beeinträchtigt, das Sboalitions- rccht ist kein politisches, sondern ein wirtschaftliches. Es wäre aber zu bemerken, daß gerade die Eisenbahnarbeiter nach § 6 der Gewerbeordnung ein Koalitionsrechl überhaupt nicht lmben. Es wird also in dem Erlaß deS preußischen Eisenbahnministers ein Eingreifen weder in das. Koal ft ions reckst, noch in die Vereins und Versammlungsft ihcit einerseits, noch nach hes'ischem Staatsrrcht andererseits gesehen werden können. Die hessische Staatsregicrnng hat es nicht nötig, sich für verpflichtet zu halten, sich den in dem Erlaß zum Msdrack gebrachten Standpunkt zu eigen zu machen. Ein Antrag Molt Han fordert Ablehnung des Antrages Henrich und Genossen. Mg. Tr. Winkler (Bbd.) spricht einige Wünsche aus. Was den Erlaß ber Eisenbahndirevion Mainz angeht, so unterschreiben bic Arbeiter biefen Vertrag in vollem Bewußtsein seiner Tragweite. Der Redner bespricht dann die Vorteile, die die Eisenbahnarbeiter genießen. Mg. Dr. Weber (Bbd.) begründet seinen Antrag bezüglich des Bahnhofes Schotten, der wörtlich wie folgt lautet: „Wir beantragen, die Kammer wolle beschließen, die Großh- Regierung zu ersuchen, daß sie wirken wolle, daß 1. der zur Er Weiterung des Bahnhofes Schotten vorgelegte Elftwurf nicht zur Ausdhrnng gdrradjt /wird und 2. neue Pläne vorgelegt werden. ME rung. Is. werden eil - le, tieiilrutb, Jb vorfhoarteiSiit = 0L5 tVm, HI i &ym., V..QL1-: ftm.; Efchrf! 3 = L$ idie HL SL1 i Kl. 2 St = 05 8m.: Erle V! . i et = w = 04t 3m.;Su 11 St - 3S »SL 2 ®t=03 Jtih Ahorn ? in. Jlutjreifii tzeiierbäume. 6 igenj. Brettl, ; Reigen), 23)1. inbe; ftniiWL ‘ , Rm.-. 24 Gitte c ) Buche: Ltödk,' am Vorderen m roten + bk mmcin roerta in »Mer hnstation W sorstwaft schrc Gießener Theaterverein. „Hänsel und Gretel" und „Ehampagnervisionen" Cper von E. Humperdinck. Ballett von Thiede-Leonhardt u.Lmckc. (Gastspiel des Darmstädter Hoslheaters.) Gießen, 6. März. Der dritte und leider letzte Opernabend dieses Winters brachte Uns, wenn auch feine Novität, so doch ein als Zugstück edler Gat lang seit längerem fick bewährendes Werk, “n bl'm mJn Heber feine Frcube haben kann „Daniel unb Gretel , bie einige Ddct, mit der Humperdinck durchdringen konnte, verdankt dies den. cemütoollen, echt deutsch anheimelnden Marckemton und mdit Ni aber der reizenden Vertonung desselben, wenn ne auch weniger ursprüngliche Erfindung als Illusttationsgcfck.ck und eine fern innige, glücklickw Hand au Ausgestalten gegebener Motive ocrraL he Instrumentation ist prächtig wie von dem ehemaligen Schuler tick Gehilfen Wagners nickt anders zu erwarten: mancknnal wird vntcr dem Aufwand des ganzen Göttcrdammerilng.' Orchester- cnr last allzuschweres Pracktgewand gewoben, daß die em ackra RSrchenkinder zu erdrücken droht. -- Die ausfuhren^n ^nstler Uten ihr Bestes in Gesang, wie be,anders auch m Uhr Uottcm Seid: das prächtige Besenbinder-Paar (Herr --emvcr und- Frau Rudolph exzellietten daneben noch durch lehr gdungene aä i he Knusperhcre tat hierin des Guten — d abenteuertick iäßlickwn — fast zu viel. War wirklich .rrl- voward und nicht etwa ein Angehöriger des stärkeren Gcicklcchts der m^ diesn yro l-sken Hülle steckte, bann hat sic eine ungewöhnliche ^lblwerleu^ rung grübt: die höllische Gewandtheit, nut ber der Beicnriu ftrfuticrt wurde, hätte einem Ballett Mftglicd alle re gemacht. Ziusikalisch tat fick Frln. Bruker als „®mcl bewnbns hervor Sie sonst wackere Leistung von ,,.0anlel wur htrch ihre etwas flackernde Stimme beeinträchtigt, au ) ' lo mag das Werkchcn als ein ganz nettes, wenn auch nicht tu on hts originelles oder geistreiches Schaustück votieren, eig^nttich ot ttet uns das Ballett älteren Stils etwas abgcstandeir an tr dem Zeitalter der „Reform-Tänze" ist man dock etwa-- trittW M gegenüber dem System des rhythmiichen Bemichlenkerns -ncnal es leider nicht lauter Elfen-Bein ist, was un- da oven Schädigung der großen Stadl Mainz bedeutet auch eine Sclwdiguna des ganzen Landes. Tas Interesse von Mainz und Bingen niuß in der richtigen Weise gewahrt werden. Finanzniinistcr Tr. Brann: Wenn mau all die Wünsche hört, so müßte man annehmen, daß in Hessen grauenhafte Zustände herrsckien. Ich kann diese Wünsche nur zur Kenntnis nehmen, die meisten Redner des Hauses erwarten wohl and) eine direkte Antwort auf ihre Wünsche nicht. Sie wollen wohl auch nur die Aufmerksamkeit ber Regierung haben Das wird geschehen. Ich kann weiterhin nicht in Aussicht stellen, daß id> neue Linien nur befürworten konnte Das gilt besonders für eine Verbindung zwisckieu Cffcnbad) und dem inneren Odenwald Mn Personenverkehr allein läßt sick) eine Bahn nicht rentabel macken Offen- badi bat feinen Mangel an Arbeitern: and» braucht ber innere Obenwald seine Arbeitskräfte selbst. Ich kann nicht weiter ein* gehen auf bie — beinahe hätte id) gesagt zahllosen Wünid». Was Oberhcssen angeht, so wird die Babu Alsfeld Niederaula gebaut. Bezüglich Mücke Grünberg schweben Verliandlungen mit der Firma Lraz in Berlin. Der Abg. Solierr berührte das U'-berfahren eines Platzes wie Bingen Tas ist allerdings reckt nußlick Ick ■ darf aber darauf Hinweisen, daß diese Nidnberechtigung einzelner Plätze nickt etwa bloß zum Nadstecke hessischer Städte ^beklagt wird, sondern daß auch preußische Städte das gleiche Schicksal teilen. Es ist nur ein schlechter Trost, den man Bingen damit geben fan Mg Finger iNtl.) äußert einige Wünsche unb iordert, daß die Primaner und Sekundaner nidst als Scküller betrachtet roerben, sondern daß ihnen gestattet wiirde, and, mit ihren Schülerkarten bie Abteilungen für bic anberen Reisenden zu benutzen Abg Raab Gruiiberg. Der Präsident schließt bic Sitzung nach 1 Uhr. Fortsetzung heute nachmittag 3 Uhr. Nachmittagssitzung. Ter Präsident eröffnet die Sitzung um 3« < Uhr. Abg Adelung >Soz.) bittet um bie Errichtung einer Haltestelle in Dienheim Man müßte alles daran setzen, den Eisenbahn- arbeifmt das Koalitionsreckst zu lterl'd>affcn Ter Mg Wigand bat gesagt, daß die Arbeiter den Eid verweigern Tonnten, wenn sie sich nickt mit ben Bedingungen einverstanden erklären könnten. Die Arbeiter schwören überhaupt keinen Eck. Auch wendet er sich gegen die einzelnen Ausführungen ber Abgeordneten, die den Eisenbahnarbeitern das Koalitionsrecht verweigern. 'Utan nurb dahin kommen müssen, sich mit ben Organisationen zu verständigen Mg. Ulrich (Soz). Ick stelle bie Fra2. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhesjen Lin Maler der holsteinischen Heimat. (Zu Louis Gurlftts 1OO. Geburtstag, 8. März.) Es ist das Scknckfal so manchen Malers aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts gewesen, daß er weit in die Ferne hinaus, nach dem Laicke Italien und zu noch südlicheren Sonnenländern zog, um die Schönheit zu suchen mit heißem Bemühen, und daß er sie bann schließlich fand in der engsten Heimat, in den stillen Wundern ber nördlichen Landschaft. Unter den Künstler- persvnlickkeitcn, die auf solchen romantischen Umwegen eine lange unbeachtete, von uns heute besonders verehrte Heimatskunst heraufführt en, ist eine ber liebenswertesten Gestalten ber Maler Louis Gurlitt, den man früher schätzte wegen seiner farbenprächtigen an» in Er starben an: Zusammen: vom Meteorologische veodachtungen der Station Sletzei. V öetw März > 10,8 *C. -j- 5,5*0. 2 2 7 10 6 KD 1(1) 1 1 2(2) 1 Höchste Temperatur Niedrigste „ Niederschlag: 4,8 mm. Er- bil- genommen. _. _ _ V Hauptabteilung: Direkte steuern, Regalien, direkte Auslagen unb Einnahmen aus verschiedenen Quellen. Tuberkulose Lungeiientzüiidung Influenza Blutvergiftung Herzfehler Lchlaqfluv Tarmkatarrh Kapitel 12: Abg. Wolf-Stadecken (Bhd.). Wir stehen vor einer Höhung der Bezüge unserer Staatsbahnen. Ich kann nicht ligen, daß man die höheren Einkonrmen nicht höher besteuern soll. Wir sollen uns nicht zu sehr nach dem Reiche richten, sondern unseren Charakter wahren. Redner wünscht Ernführrurg der Deklarationspflicht auch für die zweite Klasse. Ern Teü der am 5. bi- 6. , 5. , 6. Der Antrag Henrich und Gen. wird gegen die Stimmen der Fortschrittler und Sozialdemokraten abgelehnt. Der Antrag Tr. Weber wird einstimmig angenommen. Kapitel 11, Lotterie: Ter Antrag des Ausschusses, die Einnahme von 806 810 Mark zu bewilligen, wird einstimmig " --- Sonnenscheü Regen Erwachsene: un ET 6g» Vie lilofterbrüder von Lzenftochau. sh. Petrikau, 6. März. Tie Plaidoh er- der beiden Staatsanwälte und der sechs Verteidiger int Prozeß gegen die Klosterbrüder von Czenstochau nahmen insgesamt drei Tage in Anspruch und fanden erst am heutigen Mittwoch ihr Ende. Als erster Verteidiger nahm Rechtsanwalt Kloin, der Rechtsbeistand des Angeklagten Tamazy M a z o ch , das Wort. Er entschuldigte sich einleitend gewissermaßen dafür, daß er als Katholik und Pole die Verteidigung eines Mannes übernommen habe, der auf geweihtem Boden ein so schmutziges Verbrechen begangen habe. Er habe aber vor Gericht die Rolle eines Offizialverteidigers bekommen. Ten Angeklagten wolle er nicht reinwaschen, zumal dieser selbst eingestanden habe, den Mord und den Raub begangen zu haben. Es müsse aber die Frage geprüft werden, ob btc Tat mit Absicht geschehen sei oder in einem Zustande, der die freie Dillcns- bestimmung ausschließe. Ta sei es Pflicht, den Motiven nachzugehen, die zu der Tat geführt haben könnten. Waclav habe in retdxm Maße die Freigebigkeit seines Vetters in Anspruch genommen, ihm aber dennoch mit Drohungen zugesetzt. Er beleidigte ihn am Tage der Tat in seiner Zelle, indem er ihn „Schubrakwiez" (einen niederträchtigen Menschen) nannte. Außerdem war Tamazy Mazoch in dem betreffenden Augenblicke be- ttunken, und in diesem Erregungszustände hat er bann den Wenzel getötet. Bei den Diebstählen an bet Klosterkasse kann von Raup keine Rede sein. Es liegt einfacher Diebstahl vor. Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von audroärd nach Gießen gebrachte Kranke kommen. J___c*B5Qaffcl 1, - oimmerttj T ^.'va,x V ’iantetu^ueS Wcotg s .'"ucuig AirchUche Nachrichten. 3sraelitifche Rehgionsgemeinöe. Gotlerdienst in der Spnagoae (Süd-Anlage), Sam4 tag, den 9. März 1912: Dorabend: 6.00 Ut)t. RtorgenS: 9.00 Uhr. Predigt. Nach ittags. 3.30 llhc. SabbatauSgan g: 7.00 Uhr. 3sraelitifd)e tteltciionrgesellschast. Sotterdienst. Sabbatfeier am 9. März 1912: Freitag abend 5.50 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-'KuSgang 7.05 llhc. Wochengottesdienst: Morgens 6.45 Uhr, abends 7.00Ubt. der noch dadurch gemildert wird, daß die Einnahmen des Klosters zum Teil ihm gehörten, so daß er das B er fügungsrecht barübe* besaß. Ter Verteidiger kommt zum Schluß und bittet für seiner ttienten um die Gewährung milbernber Umstände. Hieraus kam der Verteidiger des Angeklagten Paulanermönche^ Isidor Starczewski, der Advokat Kafimir Rudnicki u Worte. Ter Verteidiger bemühte sich nachzuweisen, daß den An geklagten keine Schuld tresfen könne. Tie Beweisaufnahme hab vor allem nach keiner Richtung hin ergeben, daß sein Äticn: von dem beabsichtigten Morde etwas gewußt habe. Es folgten die Plädopers der übrigen Verteidiger, die sich verhältnismäßig kurz faßten, während z. B. der Rechtsanwal: Kleina einen ganzen Vormittag gesprochen hatte. Auch sie vcr traten den Standpunkt, daß ihre Klienten unschuldig seien un. «her sreigesprochen werden müßten. Wenn sie sich schuldi: gemacht hätten, so hätten sie doch nur als das Werkzeug i- ben Händen Tamazy Macochs gedient, dessen Befehlen die niederer Klostcrdiener nachkommen mußten. _ Auch der Verteidiger der Helene Macoch wies darauf hin, daß ihr Handeln und ihr Verhältnis zu Tamazy Macoch zwar nicht einwandfrei gewesen fr, ie habe sich aber nichts zu schulden kommen lassen, was der Ärund für eine rechtliche Bestrafung bilden könnte. Man mufft >er Angeklagten glauben, daß sie der Ansicht war, Tama^ Macoch fei ein reicher Mann und wohl imstande, ihr aus eigenem Vermögen Geschenke zu machen. — Tie Angeklagten legten während des Plädoyers ihr gewöhnliches Benehmen an den Tag Helene Macoch schluchzte mehrmals laut aus und Tamazy Macock verbarg sein Antlitz hinter der Barriere der Anklagebank. Du übrigen Angeklagten schienen gefaßter zu sein. Nach Beendigung der Plädoyers wurden die schuldsrager gegen alle acht Angellagten formuliert. Tas Urteil selbst, denen Bekanntgabe erst in den späten Nachtstunden erfolgt, bringt ledig lief) die Bekanntgabe der Strafen, nicht die Begründung. Dies erfolgt vielmehr in etwa vierzehn Tagen schriftlich. Gegen da: Urteil steht den Angeklagten das Rechtsmittel der Berufung an das Obergericht in Warickau zu. Wie es heißt, werden sämtlich Angeklagten auf dieses Rechtsmittel nicht verzichten, so daß de: Prozeß in vollem Umfange noch einmal in Warschau jur Verhandlung gelangen dürfte. Blinddarmentzündung 1 Leberentzündung 1 (1) Krebs 2(1) Verunglückung_______1 (D Summa: 18 (7) ET°.N. -M Sicher und RchmerrloN wirk! ba6 echte Wablauer’irfic ougenmittel. Fl. 60 Big. Nur echt auS der ttroneu Avotve c, Berlin W.8. Devot in den meisten Avotheken und Drogencn. MlMckM schallt laut und frei und am Tage vorher so überanKestreru worden, da.-s am Abend kein * mehr heraus kam. Ein paar« ype Tabletten haben die btimme der rein, den Hals frei gemacht. i sind für niemanden zu enlben der viel und laut zu sprechen hat Eine Schachtel mit ca Tabletten kostet in allen Apotheken nur 1 Mark. "i ‘ Niederlage in Giessen: Pelikan-Apotheke KreuzplÄ» 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr! 2(2) - - 1 — — 1 — — KD - 1(1) - - 1 — — 1 — — 1 — — KD - - 2(1) - - 1 (1) ~________- 13 (7) - 4 Zinin 'dH-Simmern M.tfrebr ba5 eine aber könne er aus seiner Erfahrung als, Vertreter etneS großen industriellen Unternehmens feststellen, daß über tragen, die das Arbeitsverhältnis, Lohn, Arbeitszeit, Behandlung, beträfen, viel besser mit gewerkschaftlich organisierten ^»eitern zu verhandeln unb auszukommen sei als mit nicht gewerkschaftlich organinerten. Was bic Wertzuwachssteuer betreffe, so könne man ja, wie mit Recht Herr Geheimrat Becker hervorhebe, jetzt noch kein Urteil über die Wirkungen dieser Steuer fällen; er, Redner, habe die Meinung gewonnen, daß die hohen auf den Weckfd des Grundeigentums gelegten Abgaben, Stempel und Steuern, erdrosselnd wirkten auf den Verkehr mit Immobilien und auch auf die Bautätigkeit. Letzten Endes drückten diese Lasten Die Mieten in die Höhe. Er bedauere, daß in Gießen Zuschläge zu der Reichswertzuwachssteuer beschlossen worden seien, und er bereue, dabei mitgewirkt zu haben. Er, Redner, sei gewiß damit einverstanden, baß man die Einkommen bis 900 Mk. srerlane, aber dies erfordere eine Million und für diesen Ausfall fei zunächst fein Ersatz da. Bei Verschärfung der höheren Einkommen sei der Wegzug Reicher zu befürchten, Frankfurt |ei nahe bei Offenbach und in der Schweiz bezahle man im Jahr nur so diel Steuern wie in Ofserchach in einem , (Zuruf Ulrichs: Dafür ist man auch in Offenbach!) Redner, ivrtfahrend: Auch das Vergnügen, mit Herrn Ulrich in Offenbach zu wohnen, ersetze nicht den Steuernachteil. Es sei bekannt, daß er, Redner, mit seinen politischen Freunden für die Erhöhung der Deamten- gehälter eintrete, auch wenn eine Steuererhöhuna nötig roerbe. Tie Regierung soll nur einmal sagen, was sie beabsichtige. _ Sehr wichtig sei die Beobachtung und Beurteilung der wirft chaftltchen Sage: mache die Hochkonjunktur jetzt nur eine Noppe, hole sie nur Atem ober neige sich bereits bie Kurve abwärts? Danach entscheide sich, ob man dauernd auf hohe Eisenbahnerträge rechnen könne Er komme beim Minister des Innern hierauf zurück. (Beifall.) „ , . t _ Abg. Kredel (natl.) bittet um Berücksichtigung der Eichen- schaden bei der Steuererklärung. Abg. Lang (natl.) unterstützt diesen Antrag. Abg. Dr. Osann (natl.) wendet sich gegen bie Ausführungen des Abg. Grünewald und zitiert Artikel der Frankfurter Zeitung und des Berliner Tageblatts. Er betont, daß gegen Steuerbefrau- banten Freiheitsstrafen am Platze seien. Er mühe dafür eintreten, daß solche empfindlichen Strafen in Fällen wissentlicher Steuer» Hinterziehung angeroenbet werden. Die fortschrittliche Volkspartei habe er nicht angegriffen, sondern nur auf deren Presse hingewiesen. Geheimrat Becker. Man hat bei der Erbschaftssteuer wohl die Möglichkeit, zu prüfen, ob eine richtige Steuereinschätzung vorgenommen wurde. Wer aber zu Lebzeiten Steuerhinterziehungen begangen hat, wird auch dafür Sorge tragen, daß auch nach seinem Tobe ber hinterzogene Betrag dem Staate unerreichbar bleibt, was ja sehr leicht geschehen kann. Es ist auch die Frage ber Deklarationspflicht der zweiten Abteilung berührt worben. Der Abg. Grünewald hat vorgeschlagen, amtliche Personen mit ber Deklaration solcher Steuerpflichtigen zu betrauen, für bie eine Deklaration Schwierigkeiten bietet. Aber man niuß bebenfen, daß viele Steuerpflichtige gar keine Unterlagen für bie Einschätzung haben. Der Abg. Busolb hat eine Gewerkschaftsdebatte herbei- aeführt. Ich muß dagegen Verwahrung einlegen, daß er gesagt hat, baß eine Animosität der Veranlagungsbeamten gegen bie Gewerkschaften bestehe. Bezüglich bei Wanbergewerbescheine muß gesagt werden, daß alle diejenigen, die ein Wandergewerbe betreiben, auch 'bie Erlaubnis dazu einholen müssen. Es bleibt uns also nichts übrig, als ihnen bie Steuer abzunehmen. Versagen wir biete Scheine, so wird das Gewerbe ohne solche betrieben, unb die Betreffenden müssen bestraft werben. Was bie Warenhaus steuer angeht, so können wir über bie bestehende Gesetzgebung nicht hinaus. Bezüglich ber Organisation der Untererheber liegt ein Antrag Schönberger vor, und wird man sich daher darüber demnächst noch unterhalten. Geheimrat Becker wendet sich bann energisch gegen bie Ausführungen bes Abg. Ulrich. Abg. Raab (Soz.) oerteibigt die Ausführungen feines Parteifreundes Busold. Es folgen noch persönliche Bemerkungen ber Abgg. Grüne- walb und Dr. Osann. Es wird bann zur Abstimmung geschritten. Die Ausschuß- anträge lauten: Die Einnahme mit 24 215 770 Mark, die Ausgabe mit 2 773 984 Mark zu bewilligen: unter Titel 2 ber Ausgaben „5 Kontrollbeamte ber Lokalkasseftellen" eine Stelle dieser Beamten auf den Inhaber zu bewilligen. Die Anträge werden einstimmig angenommen. Schluß ber Sitzung 6*/3 Uhr. Fortsetzung morgen vormittag 9 Uhr. Heber Lisenbahnschmerzen bet Reidistagsabgeoröncten wird uns aus Abgeorbnetenkreisen geschrieben: Wie bekannt, steht ben Reichstagsabgeordneten auf ben beutfdjen Eisenbahnen bie Benutzung aller Wagenklassen zu. Im allgemeinen wirb ber 1.Wagenklasse aus naheliegenden Gründen bei ben Reisen ber Abgeordneten ber Vorzug gegeben. Man reift bort bequemer, ist meistens allein und kann auf ben teilweise recht langen Reisen seine Arbeiten etwas förbem. Auf einigen unserer Häuptlingen, namentlich auf ben Linien nach Süddeutschlanb, macht sich jeboch in letzter Zeit eine starke Benutzung ber 1. Wagenklasse bemerkbar, zumal die guten Züge nach Süddeutschlanb keine 3. Wagenklasse mehr führen. Es wirb barüber geklagt, baß bei biefer Ueberfüllung biefer Züge, die übrigens auch in bet 2. Wagenklasse überfüllt sind, es Faunt noch möglich ist, im Bedarfsfälle mit zwei ober drei Kollegen allein zu sein, um interne Besprechungen abzuhalten. In Ab- georbnetenkreisen wirb verlangt, daß bie Eifenbahnverwaltung auf biefen überfüllten Strecken, bie ihr gut bekannt finb, mehr Wagen einstellt, benn auch aus ben Kreisen ber zahlreichen Reisenden liegen viele Klagen vor. Auf Nebenlinien liegen bie Verhältnisse noch ungünstiger. Hier finb bie Abteile ber oberen Klassen sehr knapp bemessen, so baß oft Abgeorbnete gezwungen finb, in bie unteren Klassen abzuwanbern. ES ist beobachtet worben, baß z. B. bie wenigen Abteile 1. Klasse auf diesen Linien sehr oft als Dienstabteile höherer Beamten benutzt werden, die dem Personal Anweisung erteilen, weitere Reisende hier nicht zuzulassen, weil sie sich auf diesen Reisen oft von Untergebenen Vortrag halten lassen. Weitere Klagen werden geführt über die unnötigen Belästigungen von Abgeordneten durch daS Eisenbahnpersonal, bas noch immer nicht genügenb instruiert zu sein scheint, obgleich ber Eisenbahnminister angewiesen hat, daß die Reichstagsabgeorbneten wie zahlenbe Reisende behandelt werden sollen, kommt es noch immer vor, daß Abgeordnete vom Fahrpersonal aufgefordert werden, eine befhnnnte Klasse zu räumen. Landwirte ist zu hoch besteuert. ___ Abg. Henrich (Fortschr. Vp.) macht Vereinfachungsvorschlage und spricht dann über die Tätigkeit der Kontrollbeamten bet ben Finanzämtern. Aus ben Steuerunterer Hebern erwachse eine neue Beamtenkategorie. (Reimer ist schwer verständlich.) Abg. Busolb (Soz.). Mit Hilfe ber öen>erf|c^Tten ift es den Arbeitern gelungen, bessere Löhne zu erzielen. Die Bei- träge zu ben Gewerkschaften müßten abzuasfähig fein. Es ist soweit gekommen, baß die Arbeitslosenunterstützungen zur Steuer herangezogen worben finb. Es besteht eine Animosität gegen bie Gewerkschaften. Sie finb notwenbig und haben auch dem Staate Vorteile gebracht. „ Abg. Ulrich (Soz.). Die Aengstlichkeit unseres Finanzministeriums, die Besitzenden zur höheren Besteuerung heranzu- ziehen, ist unbegründet Wir haben weder einen Abzug neuer* ' fähiger Leute zu verzeichnen, noch hat der Zuzug gelitten. Diese Furcht ist den unteren Klassen gegenüber nicht vorhanden. Unsere Vorschläge sind seinerzeit abgelehnt worden. Abg. Wigand (Zentrum): Eine Notlage herrscht unter den Kreisamtsgehilfen und Finanzamtsgehilfen. Letztere tragen eine große Verantwortung. Die Finanzamtsgehilfen dürfen wohl auch einen anderen Titel beanspruchen. Abg. Lutz (Bbd.): Wandergewerbescheine sollen nickt an Zigeuner ausgegeben werden. Große Warenhäuser versenden Kataloge unb bieten allerhand feil, ohne ein Lager zu haben. Die Grundstücksübertragungsstempel sind zu hoch. Unsere Untcr- erhebet kosten uns nur 183 000 Mk., wahrend unsere Bezirls- kassierer etwas über 300 000 Mk. kosten. Man mützte das Institut der Untersteuererheber derartig ausbauen, daß wir in icber Gemeinde einen Untereinnehmer anstellen. Die Untererheber würden zur Vereinfachung der Verwaltung beitragen. • Wenn wir die Staatssteuer von den Gemeindeerhebern erheben lassen, bann entstehen keine so großen Kosten. Abg. Finger (natl.): Wir haben bas Unterer&eberfoftem eingeführt, um zu einer Vereinfachung zu kommen. Jebe Ge- meinbe soll seinen Untereinnehmer erhalten. 'Abg. Grünewald (Fortschr. Vp.) erklärt, er habe sich entschlossen, an polemischen Verhandlungen sich nur insoweit zu beteiligen, als ein Angriff gegen ihn ober seine Freunde erfolge. Er sei der Ansicht, daß solche polemische Erörterungen dem Lande nichts nützen. Nun habe der Abg. Osann hervorgehoben, daß bie freisinnige Presse sich der ©teuerbefraubanten angenommen habe, indem sie Gründe gegen bie Einführung von Freiheitsstrafen betonten. Zu ber Frage selbst wolle er, Redner, nicht Stellung nehmen, aber feststellen, daß die Presseäußerungen zurückführten auf eine juristische unb rechtspolitische Darlegung von Justizrat Heinitz in der Deutschen Juristenzeitung. Dieser Schriftsteller — er >verbe bemnächst mitteilen, ob berselbe konservativ, nationalliberal ober freisinnig sei — mache juristische Gründe gegen bie Verschärfung ber Strafen geltend unb bie Blätter aller Parteien, nicht bloß der fortschrittlichen, hätten referierenb über die Heinitzsche Darlegung sich geäußert. Er, Redner, müsse sich daher gegen die Art und Weise verwahren, mit der man die Fortschrittspartei versteckt verdächtige, die Steuerdefraudanten zu begünstigen. Er verteidige manchmal einen Verbrecher, wie dies fein Beruf erfordere, aber nicht das Verbrechen. Die beste Hilfe zur Herbeiführung richtiger Deklarationen werde die Erbschaftssteuer leisten; er verweise in dieser Hinsicht auf die Delbrücksche Enquete. Wenn der Herr Uebel geäußert habe, die Aktiengesellschaften fielen nicht unter die Erbschaftssteuer, so übersehe er, daß eine Aktienaefellschaft nicht sterbe. Sterben tun die Aktionäre unb deren Vermögen falle unter die Erbschaftssteuer. (Zwischenruf: Das Vermögen der Aktiengesellschaften!) Ja, das Vermögen der Aktiengesellschaften werde verkörpert durch die Aktie, sie fei der Träger desselben unb sie vererbe sich; es sei denn, daß ber Eigentümer im Auslande wohne und der inländischen Steuer nicht unterliege. Zweckmäßig werde, damit die erwünschte Deklaration auch die zweite Abteilung ergreife, es vielleicht sein, bestimmte Personen zu bezeichnen, welche ben Pflichtigen die Deklarationen fertigten. Denn bie Abgabe einer Steuererklärung sei „eine schwierige Aufgabe, deren richtige Lösung oft an mangelnder Rechtskenntnis und unrichtiger Auslegung des Gesetzes scheitere". (Heinitz.) Heber die von dem Abg. Busold angeregte Frage der Anrechnungsfähigkeit gewerkschaftlicher Beiträge wolle er sich nicht äußern, Gesang" wieder ab, bie nun den geistreichen Käufer erst recht beglückte. Gurlitt, dem bic berufensten Kenner nachrühmten, er habe Italien am besten zu malen verstanden, hat später oft bebauert, hinaus in bie Weite, nach Dalmatien, nach Griechenland, nach Spanien, gegangen zu fein. „Das alles habe ihn, so sagte er, r nur verwirrt; könnte er nochmals anfangen, so würde er in Holstein geblieben fein, dessen Töne er in späteren Jahren mit Sehnsucht wiederzufinden suchte." Der vertrauteste Lebenssreund des Malers, ihm durch Landsmannschaft und gleiche Gesinnung verwandt, war Friedrich Hebbel, ber an ihn fein schönes Sonett über bie Landschaftsmalerei gerichtet hat. Am Jahresschluß 1844 schrieb Hebbel zu Rom in sein Tagebuch, ber wichtigste Ertrag bes Jahres an Bekanntschaften sei die Freundschaft mit Gurlitt gewesen, „der sich meiner in kranken und gesunden Tagen wacker angenommen". Es war eine Verbindung fürs Leben, die die beiden geschlossen: für ihre Innigkeit ist das beste Denkmal ihr bedeutender unb gebankenreicher Briefwechsel. Gurlitt unterstützte ben bamals noch schwer fämpfenben Hebbel nicht nur burch Darlehen, fonbem er regte ihn auch an durch ergötzliche Geschichten, spendete ihm aus dem reichen Schatze seiner Ideen, die Hebbel treulich im Tagebuch verzeichnet. So gebührt nicht nur in ber Kunst — fonbern auch in der Literaturgeschichte Louis Gurlitt ein lehrenvoller Platz als Anreger und echtem Künstler. — ErforschungdesKaiserin-Augusta-Flusses. Der Aufbruch der vom Kolonialamt und ber deutschen Kvlonial- gesellschaft gemeinschaftlich ausgerüsteten Expedition zur Fortsetzung ber Forschungen im Gebiete bes Kaiserin-Augusta-FlusscS steht „Peterm. Mittigen." zufolge unmittelbar bevor, nachdem der zu diesem Zwecke neuerbaute Dampfer „Kolonialgesellschaft" am 3. Februar die Fahrt von Hongkong nach Neuguinea angetreten hat Der Führer der Expeditton, Bergassessor Dr. S t o 116 , bet bereits seit vier Jahren in Neuguinea tätig ist und als Geolog an ber Erforschung des Flusses unter Prof. Dr. L. Schultze tcilgenommen hat, bat mit seinen wissenschaftlichen Begleitern Dr. Behrrnann, Assistent am Geographischen Institut ber Uni versität in Berlin, als Geograph und Kartograph, Privatdozent Dr. meb. Bürgers auS Königsberg i. Pr. als Arzt und Zoologe, Lebermann als Botaniker unb Dr. Röesicke als Ethnologe am 28. Dezember 1911 Genua verlassen. — Kurze Nachrichten aus Kunst unb Wissenschaft. Der Professor für Kunstgeschichte unb Archäologie an ber Eidgen. Technischen Hochschule zu Zürich, Tr. Johann Rudolf Rahn, wurde auf sein Ansuchen auf 1. Oktober 1912 in den Ruhestand versetzt. Professor Rahn steht im 71. Lcbeirsjahre. — In Großlichter selbe ist ber klassische Philologe, frühere Direktor bes Kgl. WilhelmSgnrn- nasiurns in Berlin, Geh. Regierungsrat Dr. phil. Otto Küblet, im 85. Lebensjahre gestorben. — In Koblenz ist ber Germanist und Musikhistoriker Rockvis Freiherr v. Lt- liencroii im 92. Lebcnsiahrc gcftocb.cn. Eingesandt. (Für Form unb Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Arttkel übernimmt bie Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wieseck. Wohl jeder, selbst ber größte Gegner, muß »r. geben, der Auto-Verkehr nach Wicseck ist sehr nett und auch rentabel. Aber eins, nämlich der Fahrplan, will mir noch nickt so reckt in den Sinn. Der Wagen fährt infolge bes übermäßigen Gedränges, so daß einem der Chauffeur leid sein kann, immer nm hin und her, verpaßt aber hierdurch die Hauptverkehrszeiten Wie gut wäre cs z. B. wenn der Wagen statt 12.5 Uhr, 12.10 ober 12.15 Uhr ab Walltor führe und 12.50 ober 12.55 Uhr ab Wieseck, damit doch wenigstens ben Arbeitern Gelegenhex geboten wäre, in der Mittagsstunde statt zu Rad, mit dem Äuu nach Hause zu fahren, und trotzdem doch wieder pünktlich zur Stelle zu sein. Ebenso ist es für solche Leute, die um 2 Uhr im Geschäft sein müssen, wie es doch wieder eine ganze Menge t.r Wieseck gibt. Beiden Teilen ist es zufolge des jetzt bestehenden Fahrplans nicht möglich, den schon so lange ersehnten Verkehrsweg zu benützen. Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, btt noch bestehenden Mängel zu beseitigen, um allerwärts Zufrieden. heit zu erlangen.E wöchenÜ. Uederfichl der Toüersäüe L fr. Statt Gießen. 9. Woche. Vom 25. Februar biS 2. März 1912. Einwohnerzahl: angenommen zu 31 700 (intL 1600 lüaiui Militär, Sterblichkeitsziffer: 21,6 nach Abzug von 7 Ortsirenrden 9,87 *7~. Kinder arbclDöbn., L’n, n. Zub. z. 1 M. Licbisftr 13. W., Gas, Lp.I ÜDriU.D. f ' V Wobnung X: ienberocr 'S * 1 ^inh. Vöbct IT Holtkestr • : fleraum. 4 itjnunn mit Gai Äleiche und ► 1 Luril au r Ebelstr. 1 »iccstraßl "dl flimmer u r'-kae Familie, r räber au ver ^Alneitr, 2 - 3 ZimiL 'öillimcrw., rJAöcrmJfo h 1.4 - d. Weit '?! 1, ^dungSbalbe: J . .“hl-Sc ärchntzentti . m. -W I 9ab' KM V^oW SiiunMj' 1?ril biyu PlvckW 5 Zimm ,yrtrt y8im^ .Lsalkon.' .^Tun) allem l «jnl zu öi ’ M^oonf «raeöwoae 5-. ..US nut Bad " .cifmflöl]cn daS bügeln u servieren kann, per 1. Avril bei hohem Lohn gesucht. (ftn die Nähe von -vanaii.« Lfierien mit Lohn- anspruchen zu senden an Frau von Maltiy, Langendiebach «bei Hanau a. M.» Perlekle Min die etwas Hausarbeit mit ^räuleilt fefnn allen Hausarbeiten, sucht Stellung zur Führung einesHaushalls oder zu einzelnem Herrn. 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ML, 42 Stöcke. 6) Ttlkebufch, MuSbau: Eichen Rm.: 1 Scheiter, 7 Prügel, 1 Stock, 0,9 Buchenreifer-Prügel,! Larchenprügel. 7) Baumkircher- wald, PeterSwald: Buchen Rm.: 6 Scheller 2. Klafte, 32 Stöcke, 53 Neiservrügel, 27 Eichen-, Eschen-, Ahornvrngel, 7 Fichtenprügel, 1 Fichtenitock, 12Eichen Nutzvrügel (2 Mir. lange (ftartenvfosteni. 8) Schornberg, )lafterwald: Buchen Rm.: 11 Prügel, 12Stammrciser Prügel, 25Elchen- und NadelvrügeL Losbolz und Kohlreiser slächenweife 11. Dienstag, den 12. März nach Zusammenkunft 1<> Ubr auf dem Fägcrbaufe. 1) Bus Schiffen berg, Seifenberg: Buchen Rm.: 23 Scheiter 2. Klasse. 1 Prügel 2. Kl., 149 Stöcke 1. u. 2. Kl., 2 Ahorn- u. Maßholderprügel. 2) Zlotb: 57 Rm. Buche-, Eiche-, Nadel il WeichholzprügeL 5 Eichen- und Lärchen Nutzprügel (2 Mir. lang). 3) Schmittbain, Bnchbolz, Strickberg: 12 Rm. Buche-, Eiche-, Elche- und Kirschbaumprügel, 12 Fichten- prügel (1,5 Mir. lang), 93 Buchen u. Fichlenstöcke, 1 Eichen- abschnitt, 2,6 Mir. lang, 37 Ztm. Durchm. — 0^2M Feslnl. 4) Lingclbach, Röbrenkopf: Prügel Rm.: 1 Buche 2. Kl., 24 Nadel-, 19 Lärchen iNutzvrügel, 2 und 3 Dieter lang). 37 Fichlenzopfreiser (Bohnenstangen), 11 Eichenstämme, 2—7 Mir. lang, 17—29 Ztm. Dm. — 244 Jftm. 5) Hobcr Rain, Langbecke, Fudenrain: Prügel Rm.: 10 Eiche, Kirichbaurn-Weichliolz, 17 Fichte, 1 Fichtenitock: Buchen Rm.: 192Slammretser-Prügel, 194 Stammreiser. 6) Kirchberg: 0,6 Kirschbaum Rundicheit, 109 Buche-, Efche , Eiche , ^ladel- prüacLOH abfib. Bnchen-Stammreifer, V^Etchen-Sinßroller (2 Dur. lang. 0,9Eichen-drutzprügel(l,5 Mir lang), 7Larchen- Nutzprügel (2u.3Dltr. lang), 6 Eichenstamme, 1,2—6^Dltr. lang, 25—42 Ztm. Durchm. — 1,71 Feitm., 27 Stück Eschen Derbstangen =- 1,03 Festmeter (Deichseln und Langwiede) 7) DbomaSbiegcl: 31 Rm. Buchen und Eichenprügel 2. KL, 70 Buchen, Eicken- und Lärchenstöcke, 4 Eichen und Lärchen Nutzprügel '2Mir. lang), 6Etchenstämma4-9Mir. lang, 18—27 Ztm. Durchm. — 1,70 Festm. S) HSlzchen: 14 Rm. Bucken, Eicken- und Nadelprügel, 46 Nadel- und 12 Buckenstöcke. 9)Birken,Brübl, Sckoppwaldsdilkung. 0,6 Kirschbaumprügel, 14 Eicken- u. Buchenstöcke, 12 Buchen reiservrügel. 10) Efclskopf, Gießen. Prügel Rm.: 6 Buche und NadeL Lesholz und Kohlreiser flachenweise. DaS Nutzholz wird gegen 12 Uhr auSgeboten. (B61, bring le-? iegriinbung um V; ttd ber $5 Bt totrbtn [^ •. achten, (o bei', Warschau jiu das :Wen uno !>«■ "dsrei 1 ^h'en, . cht war, ür aus fZi Magien > »nen an k ■ tb S)amat: g?" AaklagL.-' rit stehenden!r*- gegenüber (^ ' ^gner, L. ttunb auchrex:. noch nicht (g * s übermätfiges - n kann, immc c rMvcrkehrsjeL M stall 12 ö j b 12.50 oder 1: ibritem ©degsfa Rad, mit ban : Pünktlich zur 2d um 2 Uhr in ic ganze Men?-, i des jehl befitbeej ersehnten $erH Zeilen dazu btt i IlemäNs Znsmrn Ö.StaM Cie* März 1912. , 16UU Wann ,87 V*. Hinbet ün oer sjahr: 2,-15. em geben »ti it auf von c-'- tttfle einde. 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[88U/io de- Nationalvermögens die Die jetzigen teueren Zeiten lehren auch den, der bisher den Schwankungen der Nahrunge- mittelpreise gleichgtltig gegenüberstand, sparen, sie zwingen energisch, beim Einkäufe die Augen zu öffnen und den hohen Einfuhrzöllen ausländischer Erzeugnisse möglichst zu entgehen. Für die Bevorzugung ausländischer CacaoS und Cbocoladen liegt absolut kein Grund vor, denn die hochentwickelte deutsche Eacao- und Cbocoladen-Industrie ist der auSländlschen mindestens ebenbürtig. Für jedes Kilo AuS- landS-Cacao stellt sich der Änfuhrzoll auf M 0.65, für jedes Kilo Chocolade auf M. 0.50. Der deutsche Fabrikant kann also entschieden preiswerter liefern als der ausländische. Tell-Cacao ist nicht nur billiger als die gangbarsten ausländischen Marken, er ist auch infolge feinster Pulverisierung viel leichter, voluminöser und daher ergiebiger. Der köstliche Geschmack deS Tell- CacaoS befriedigt den verwöhntesten Gaumen. Tell-Chocolade steht in der Qualität den besten importierten Chocoladen in nichts nächste ist dabei nahrhafter als Fleisch, Eier etc und äußerst preiswert. Werden wir also wirtschaftlich klüger und bevorzugen inländische Erzeugnisse! Wir erfüllen dadurch eine vaterländische Pflicht, unterstützen den einheimischen Gewerbesteiß und sorgen für flach Ordnung meiner Läger gebe .. Ich ca, 30 000 Pollen Tapetenreste Insbesondere bessere Sachen zu .ganz bedeutend herab- .gesetzten Preisen ab Tapetenhaus Otto Täubert (früher Robert Hasse. vorm.E ßloedner) Telephon 326 "" Grösstes Spezialgeschäft Oberhess. Verkauf nur noch Seltersweg 81 (Neubau desHerrn ArchitektenNicolaus) Vermietungen II Mietgesuclie Kaufgesiiche Verkäufe. Verschiedenes Stellenangebote Versteigerungen Empfehlungen Stellengesuche Bewährte Qualitäten. Grösste Auswahl. s Lr Heinrich Hahn, Giessen Telephon 403 Klrchelraße 13 Telephon 568. 992 Neuen Baue 17. 185 Vertretung von G. w. b. H. 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Die Anleihe ist zum Handel an der Berliner Börse zugelassen, die Zulassung Hamburg, Konstantinopel, Zürich, Basel und Genf wird beantragt werden. Obige Anleihe ist von unserer Bank gemeinsam mit anderen Bankhäusern am Dienstag, den 12. März 1912 zum Preise von Rud. Sacks Drillmaschinen mitWühlrad, D.R.-Patent, und Schubrad mit Ober- und ünterauslaut Xonfirmanden-ä Stiefel Mb. 21. Sitz ta Nschc d- fröfitait Dr. Der Elul in grosser Auswahl „Nur Ware die das Geld wert ist“ Bier & Henning’s Kopulier ist weltbekannt, billig und doch vorzüglich. Seitheriger Absatz mehr wie 4 Millionen Pakete. 1-WAPM 20 M. 1,-PsimP-Pakct 10 Psg. Alleinverkauf für Giessen: Alois Staudt Kolonialwaren u. Delikatessen Pianos Flügel Harmoniums Ständiges Lager von 150 bis 200 Instrumenten ö t a o ■y ® s- p »> ce 4-r.S; E Schokolade-Hasen und Ostereier erste Sendung frisch eingetroffen und empfehlen l6U) Gesellw. A1 ten pohl, Plockstr. 4 Der beste Beweis für die Vorzüge der Sack’schen Fabrikate. 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