«Die heutige Nummer umsatzt 10 Seilen. Dcr Minister hat sich offensichtlich bemüht, Europa von seinen Friedenswünschcn -u überzeugen. Er spricht aber zugleich von „äußerster Zurückhaltung", von einer „Sache, die sich unglücklicherweise jedem Vorausblick entziehe" — und so kann man annehmen, daß die Kriegsgefahr durchaus noch nicht beseitigt ist. Zwar sollen auch England und Deutschland den russisch-französischen Vorschlag schon zustimmend besprochen haben. Eine Pariser Meldung besagt darüber: Tcr französische Botschafter in London Paul Cambon hat, da Sir Edward Grey abwesend ist, den Vorschlag Poin- carös Sir Arthur Nicolson übermittelt. Wie der Botschaster dem Ministerpräsidenten Poincarä telegraphierte, ist England einer gemeinsamen Aktion günstig. ES zieht vor, daß diese Aktion in Konstantinopel von allen Großmächten solidarisch, in den Öaupb Habten der Balkanstaaten jedoch von Oesterreich und Rußland unternommen werde. Was Deutschland anlange, so habe Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter den französischen Botschaster Jules E a m b o n empfangen und weder dem Wesen noch dcr Form nach gegen den Vorschlag Poincares irgendwelche Ein- wcndungcn erhoben, aber erklärt, daß mit Rücksicht aus die Wichtigkeit der Frage er dem Kaiser Vortrag halten m ü s s c. Kiderlen-Wächter habe übrigens aus seiner Ucberzeugung, daß diese Antwort eine günstige sein werde, fein Hehl gemacht. Die Antwort Oesterreichs. Wien, 6. Okt. Der französische Botschafter Du- maine überreichte gestern dem Grafen Bericht old den Vorschlagderfranzösischen Regierung, welcher die Durchführung der geineinsamen Aktion der Mächte, vor allem zur Verhinderung des Kriegsausbruchs und zur Erhaltung des Statusquo aus dcr Balkanhalbinsel, bezweckt. Die französische Regierung gab abermals einen Beweis ihrer friedliebenden Gesinnung, nachdem sic sich schon seit dem Ausbruch der Balkankrise in dankenswertester und eifrigster Weise bemüht, einer drohenden Kouflagranon in icnen Gebieten vorzubeugen. Die Österreich lsch-ungarische Antwort wird, so besagt eine amtliche Korrespondenz, ehestens und gewiß so ra>ch erfolgen, als eS im Interesse der Verhandlungen dienlich erscheint. Inzwischen wird schon gemeldet: Wien, 6. Okt. Die Antwort der österreichisch-ungarischen Regierung auf den französischen Vorschlag ist bereits dem Botschaster Dumaine zugegangen. Die Antwort soll dem Vorschläge Poincares günstig sein. Die deutsche Regierung hat in der Wochenrundschau der „Norddeutschen Allgem. Zeitung»"' folgende Mitteilung herausgegeben: Tie r u h i g e r e A u s f a s s u n g , wonach die Mobilisierungen auf dem Balkan nicht unmittelbar den Ausbruch des Krieges bedeuten, behielt vorläufig recht. Ob Aussicht vorhanden ist, daß es gelingen könnte, den Krie g ganz zu verhüten, lassen wir dahingestellt. Nacydem aber ernstliche Verhandlungen der Mächte darüber, int Gange sind, einen eventuellen Krieg zu lokalisieren, so ist Teutschland an der Frage nur sehr indirekt interessiert und kann mit Ruhe die gemeinsamen Entschließungen der beiden nächsibeteiligten Mächte, Oesterreich-Ungarn und Rußland, abwarten. Ihrem gemeiuschast- lichen Vorgehen werden sich die anderen Maaite zweisellos anschließen. Die Wirkung in Konstantinopel AuS Konstantinopel wird gemeldet, daß die Botschafter Rußlands und Frankreick)s beim Minister Nora- dunglstan vorsprack)cn, der daraus mit Kiamil Pascha eine Unterredung hatte. Die Diplomaten der Balkan- länder erklären fortgesetzt, daß kein Schritt den Krieg verhindern könne. Sie würden alle, so heißt es, gleichzeitig Konstantinopel verlassen, wüßten aber noch nicht, wann. In der Versammlung der Entente liberale wurde eine Erklärung angenommen, welche die Regierung auffordert, den Vorschlag einer Konferenz nicht anzunehmen, sondern den, Krieg zu erklären. Tie Erklärung wurde in die Provinzen telegraplstert und auch dem Sultan vorgelegt. Eine Versammlung des jung türkische n Komitees, an der über 20 000 Menschen teilnahmen, nahinl eirre Erklärung an, die der Regierung Unterstützung verspricht, wenn sie ihre Pflicht tue. Tie Ausfuhr von Getreide ist verboten worden. Eine ernste Rote dcr Türkei an die Mächte. Die Pforte veröffentlicht den Text zweier an die Mächte im Wege der türkischen Botschaften gerichteten Noten vom 2. und -L Oktober. Die erste tut in eingehender Weise dar,-, daß die Mobilisierung der Ba l ka n st a a t c n k e i n e B c r e ch t i g u n g h a b c, die zweite führt aus, daß, wie die Pforte vorausgesehen habe, das mündliche Eiw» schreiten der Mächte bei den Balkanstaaten nicht den ge-' wünschten Erfolg erzielt habe. Selbst wenn der eine oder der andere dieser Staaten geneigt uxirc, den Ratschlägen Der Mächte zu folgen, würde er durch die Furcht, das zlvi- schen den Staaten geschlossene Ablommen zu verletzen-, daran gehindert werden. Andererseits könnte die Uebcrreizung der Völker dieser Länder nur durch drohende Schritte besänftigt werden. Tiefe Ueberreizung habe natürlich einen Rüuschlag her- gerufcn bei der ottomanischen Bevölkerung und Armee, die bereits durch die verbrecherischen und blutig gen, seit Jahren begünstigten Umtriebe aus der Fassung gebracht worden sei. Die ott omanische Regierung sei daher bereit, die letzte Herausforderung anzunehmen und jeden Angriff auf die Sicherheit des Reiches zurückweisen. Die Lage sei äußerst ernst. Wenn sich die Mächte zu viel Zeit lassen sollten, unt sich über die zu ergreifenden Droh-maßnahmen zu einigen, so könnten sich die Ereignisse überstürzen und die Feindseligkeiten beginnen, bevor es zu einer Intervention käme. Die Türkei tue ihre Pflicht, indem sie noch einmal auf die Gefahren Hinweise und die Notwendigkeit, dieselben unverzüglich zu bannen. Tas ist ein Standpunkt, der die größte Achtung und Zustimmung aller Unparteiischen verdient. Das türkische Volk hat sich verhältnismäßig ruhig und besonnen gezeigt, aber märe geradezu in Mißkredit gekommen, wenn der erwähnte patriotische Rückschlag ausgeblieben wäre. K o n st a n t i n o p e l, 6. Okt. Die Verwaltung des Roten Kreuzes beschloß in Konstantinopel, Adria- nopel und Ucstub Hospitäler zu errichten. Die Schüler der obersten Klasse der Militär sch ule werden als Leutnants in die Armee eingereiht. — Zwei ägyptische Prinzen ließen sich als Freiwillige Noch keine Entscheidung. Auch der Sonntag hat in der Ballaitkrisis noch keine Ueberraschung gebracht. Ter große Rat der Diplomaten ist noch bei der Arbeit. Wie utopistisch die Vorstellung von einem dauernden friedlichen Einvernehmen aller Großmächte ist, das zeigt sich gerade jetzt wieder. Alle Welt ist davon eingenommen, daß das Feuer auf dem Balkan erstickt werden müsse, aber von einem Handsesten Zugreisen ist nicht die Rede. Zuerst werden immer iwch die natio- iialen Interessen allerorts abgewogen. Der Sitz des internationalen Dämpsungs-Aussa-usses ist gegenwärtig in Parts. Dort ist der russische Minister Sasonow eingetroffen und von dort her tönen große Worte. Man spricht von einem französischen Vorschlag und rückt geflissentlich die Bemühungen des russisch-französischen Bundes in das Vorderlicht. Was nach einer Pariser amtlichen Meldung über den Inhalt einer solchen Vorstellung an die Balkanmächte und die Türkei verlautet, klingt ganz verständig. Der Vorschlag soll lauten: Tie Mächte mißbilligen die kriegerische Haltung der Balkan st aalen; zweitens: Die Mächte werden teineriei Aenderung des territorialen Statusquo auf dem Balkan gestatten; drittens: die Mächte werden die Verwirklichung der Reformen in Mazedonien selbst in die Hand nehmen. Ruffische Phrasen. Dazu hat der russische Minister des Auswärtigen, Sa- fonoiu, einem Redakteur des „Temps" noch eine Aufklärung gegeben, die an Unbestimmtheit und Phrasenhastigkeit wenig zu wünschen übrig läßt: Ich will keine Voraussage machen, aber ich kann sagen, daß wir uns bereits heute einem Resultat gegenüber befinden, dem Resultat nämlich, daß sich Europa in den letzten drei Tagen wieder gefunden bat. Di a n hat gefragt, wo i st E u r o p a ? Nun, Europa befindet sich in der redlichen Bemühung,^ welche gegenwärtig unter Mitwirkung aller Nkächte erfolgt. Selbst den Fall angenommen, daß die Bemühungen nicht genügt, unt den Krieg zu verhindern, so hat sie doch wenigstens die Feststellung gestattet, daß derselbe Gedanke, ja das Gefühl derselben Pflicht, die Staatskanzleien leiten kann. Ter Friede Europas findet in dieser Gemeinsamkeit eine starke Bürgschaft. lieber die Gefahren einer Balkankrisis kann und will ich nichts sagen. Tas i|t eine Sache, die sich unglücklicherweise jedem Vorausblick entzieht und betreffs welcher die äußerste Zurückhaltung geboten ist. Heute vormittag haben Ministerpräsident Pvincars und ich nach einem neuen, aber vielleicht nützlichen Vorgel-en die Gesandten Bulgariens, Serbiens und Griechenlands solioarisch entgangen. Wir haben ihnen formell unsere Gesichtspunkte dargelegt. Ich weiß nickst, welche Form die Aktion der Mächte haben wird. Was uns anlangt, so sind wir bereit, die zwei möglichen Methoden anzunehmen: Entweder gemeinsame Aktion ober eine Aktion Rußlands und Oesterreich-Ungarns int Namen der Großmächte. Wir haben [eine Hintergedanken und sind überzeugt, daß dies auch bei den anderen Mächten der Fall ist. Tic Ausnahme, die der Vorschlag ui den verschiedenen vanptstädlen gemnom hat, beweisi dies. Ich freue mich, das; meine seit langem geplante Reise mit siefcr Krise zusammenfällt. Nr. 256 Erstes Blatt 162. Jahrgang Montag, L Mover 1912 Der «letzener Anzeiger O täfc TT 9 mmalliAT* *Bl.mertfl- hämssIHiAIzAdi AI* VI |TTAU£■ ßr bsksss sssässsOsi< llr 11I ZIIIIIlIIIIlI xä» Set.äx v Fernsprech'Anschlüsse: polinschen Teil: A,raust UEW Seneral-Anzeiger fit Sbetqessen WM Lnnahm? m>n Anzeigen Hototion$fcni(f und Verlag der Vrühl'schen Univ. Buch- und Ztemdrnckerei H. Lange. Redaktion, Erpedition und vruckerei: Zchulftrahe Land":^E.Heß; für den riö Donmtata^nU9mub” Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 SeschüflLstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: H. Beck. Lin Großmeister der modernen Ll)em.e. (Zum '<0. Geburtstage irmil oilwers, 9. stöber.) ES gibt wohl kaum einen Ehemiier, dein auf dem Gebiete der organischen Chemie so viele Erjolge von größter praktischer Tragweite beschiebcn gewesen sind, wie dem Leiter des Chemiscl-en Institutes der Universität Berlin, Emil Fisck-er. Bereits mit 23 Jahren gelang ihm sein enter gro^r Lüstag: die Entdeckung des Phenylhydrazins, eines Stosses, der mit den versckstedenen Zuckerartcn wichtige Reaickonen em gebt. Von hier aus l)at Emil Fischer bann iveiter das Gebiet zahlreicher für das rnenschlickst Seb en wichckgen Stoffe erforscht. Zunächst war es bas Gebiet des Zuckers, in bas er tiefer eindrang, und seine Erfolge auf diesem Gebiete trugen ihm bald den Ehrennamen des „Zucker- sischers" cm. AuS den einfachen ckstmiichen Stoßen, nämlich aus Kohlensäure und Wasser, also auS den Elementen Wanersloif, Saueriioft und Kohlennoff, die der Hauptsache nach alle lebenben organischen Wesen au,bauen, ist es ihm gelungen, die Zucker- arten und Stärken shntheli,ch aufzuvauen, ivobei er als Energiequelle die ultraoioletieii Strah.eu verwandte, die die Ouecksüber- lantpe zusammen mit ihrem sichtbaren Lichte ausstrahlt. Einem etwas aoberen Gebiete geboren loei.cre ersolgreickze Synthesen an, nämlich die gewiiser Pilanzcuallaloide, die der Ehemlker zu derZGruppe der Purine stellt: das Con'ein, das sich im Ha-fee und Tee ftndet, sowie das TyeobromlN, das Allaloid des Kakaos, hat Fischer synthetisch bargcucllt. Auch die Lr- rinbung, wie man die Herstellung neuer Stoffe ivohl nennen muß, von einigen medizinisch nua)iigen Stossen, nämlich von Veronal und SajoDin i|t Fisa-ers Werk. Besonders der erste dieser beiden Stosse, der vor zei-n Jahren zuerst hergestellt worden ist, spielt heute als Schlasmiftel eine wichtige Rolle in der Heilkunde. Diese letztgenannten Arbeiten Fischers liegen aber etwas außerhalb der Reihe der Untersuchungen, die ihn allmählich von einer Synthese zur anbereit bis am das Gebiet der biologisckstn Chemie geführt haben. Seit der Mitte der neunziger Jahre hatte Fischer sich von der Zuckersorschung der Ciwrißsor,chung zugewandt, der Unter- Nlchnng einer Gruppe von Stossen, die biologisch von größter Bedeurung ist. Es ist ihm gelungen, die verwickelt gebauten einzelnen Eiweißanen zunächst analylisch auf einfaax Atomoerbin- düngen zurückzuführen und dann aus dem umgefeljrten Wege, von Aminosäure ausgehend, Die verschiedenen Eiweißarten (Polypeptide) synthetisch darzustellen. Tiese Untersuchungen sind es, die ihm zusammen mit den ersolgreichen Zuckersorichungen den Nobel- Preis und Ehrungen durch eine ganze Reihe gelehrter Gesell- ja-asten eingetragen haben. Neuerdings hat sich Emil r)isck>er dem Studium der Fermente zugewandt und ist Damit tieser in das Gebiet der Biologie ljineingelangt. Mit diesem schritt hat er zwei Zweige einer Wisstensck)ast, die Biologie und die Chemie, die ursprünglich als einheitliche Wissenschaft betrieben wurden, einander wieder sehr nal-e gebracht. Was srüher von Zoologen und Botanilern unter Dein Mikroskope untersucht wurde, i|t letzt der chemischen Behandlung zugängig. Eine viel im Zusammen.-ange mit Fiia-ers Synthesen erörterte Frage ist die nach der synil)eli,chen Herstellurig einiger für das menschliche Leben wichtiger Stoffe. Fischer hat beispielsweise den Nachweis geführt, bag die Seide, sowohl die vom Seidenspinner wie Die von einigen Spinnenarien gewonnene, int wesent- lid)cn F-ibroin ist, ein Stoff, Den er synthetisch im Laboratorium Herstellen kann. Allein Die Herstellung synihelisck^er KuiftlseiDe wird Darum noch niemand betreiben, weil die Natur diesen Stoss bei weitem wohlseiler liefert. Ebenso ist es vorläusig mit der Synthese der Ciu-eißjiofse. Sie ist möglich, aber Die Forschung ist noch nicht so weit, daß man kün.üicye Nayrungsmitiel im Laboratorium des ChemiterS wittsa-aitlich henteilen kann. kf. * — Anstandsregeln und Gesundheitslehre. Ein großer Teck unserer gesellschaftlichen Litlengesetze, unserer sogenannten Anstandsregeln, leiten bekanntlich ihren Ursprung von Der GesunDheitslehre her. Tas Zuhalten DeS Vtundes beim Räuspern und Hrnien, das Zerlegen des Fisches mit der Gabel, oas Verbot, beim Essen mit dem Messer in den Mund zu fahren, alle diese Vorschriften und Verbote und iwch viele andere entstanden wie von selbst durch das enge Zuiammenleoen Der Menschen und durch die Rücksick-t, die man au, das Wohlergel-en und die Gesundheit seines Mimtenschen nehmen mußte. Wenn es nun auch jedem einleudjtet, Dag es vor allem die Hygiene war, die diese Gesetze vorschrieb, so gibt es doch zuivetlen Dinge, bei denen der Ursprung nicht so ohne weiteres auf per Hand liegt. Mancher hat sich wohl schon gefragt, warum es als umajiatico gilt, beim Kaffee die Brötchen oder das Gebäck, das dazu gcgcfien wird, in Das Getränk einzutauck^n. Und doch waren auch hier in erster Linie gesundheitlia-e Rucksicksten matzgebend. In Der Ausstellung „Ter Mensch" zu Tarrnstadt sehen wir in her Abtrilung „Atmung, Verdauung" in einem Glasbehalter Zwieback ausgestellt unh daneben in einem anDeren Glasbei-älter Die Speichel menge. Die beim Verzehren Dieses Zwiebacks vom Mund abgesondert und den Ver- Daiiungsorganen zugesuhrt wird. Tie Menge Des Speichels, der für Die VerDauung eine so wichtige und wertvolle Rolle spielt, beträgt etwa l2 Liter. Würde Der Zwieback vor dem Verzehren eingetaucht, so entfiele Der Reiz zu Dieser starken Absonderung von Speichel, Der gcrahe in Der troctenen Besck-assenheit oer Speise liegt; es wurde mithin weniger von dem wichtigen Verdauungs- fait gebübet, der unserem Magen ein gutes Teck seiner Arbeit abnimmt. Tie Ausstellung zeigt uns das an Dem Beispiel eines Apfels. Von dem saftigen Fleisch dieser Frucht geht, wie man an Den vorgesührten Gläsern sieht, kein besonderer Reiz zur Speichelbildung aus, die abgesonderte Menge ist deshalb nicht annähernd so groß wie beim Zwieback. Aus diesen Grüiwen pflegt man auch kleinen Kindern oder Leuten mit schwachem Magen den trockenen Zwieback zum Kauen z» geben, weck dieser durch Die starke Speichelabsonderung tm Hhtnöc vorverbaut, oder besser gesagt, angebaut wird, so daß Der Magen keine große Leistung mehr zu 1 verrichten braucht. Alton sieht hieraus. Daß viele Der aeselljchait-- lichen mitten im tugiia/en Verteyr, uoer oie vielteickst mancher, Dem sie nicht ge,allen, die Nase rümpfen mochte, nicht ohne Gruiw enlftauDcn sind und daß selbst kleine, un,chtinbare Tinge im Grunde genommen eine tiefe und ernste Bedeutung haben. — Tas Ende des Princeß Theaters in London. In unfern Tagen, wo sich so viele neue Theater nach kurzem Bestehen mit mehr oder weniger Slandal sang- und klanglos in „Kientoppe" oder Varietees venoandeln, ba Die Direktoren schon mit dein Skelett im Hause ihre Tätigkeit beginnen, nimmt es taum Wunder, wenn auch Stätten, Die in Der Gescknchte bes Theaters einst eine btbcutcnbe Rolle gespielt haben, halber Vergessenheit anheim,allen und abgerissen werben. In Lonbon wirb in Diesen Tagen ein Bau fallen, Der einst große Zeiten gesehen, auf Dessen Brettern glänzeiide Sterne ber englischen Bühne gespielt haben. Es ist Das Princeß Theatre in ber Oxsorb Street. 1840 wurde es eroaut, und sein Baul-err, ein Bankier, trug den echten Theaternamen Hamlet. Nach einer kurzen Zeit, in Der er als Musikhalle unD Panoramatheater biente, begann feine große Zeit, als Charles ftean 1851—1856 die Leitung hatte. Tas war die Blüteperiode Des englischen Theaters, als durch vorbckdlia-e Aufführungen Shakespeare neu erweckt wurde. Hier trat später Ecken Terry zuerst auf und begründete ihren glänzenden Ruf mit ihrem Mamillius in „Ein Winter Märchen" und als Puck im „Sommernachtstraum". Hier trat auch Kate Terry unter Kean auf, deren Ruhm Den der großen Schwester zeitweise fast verdunkelte. Hier feierte „Antonius und Cleopatra" in einer glänjenoen Saison allabendlich Triumphe. Toch auch Die Literatur der Zeit ist in bedeutenden Werken au, dem alten Theater gepflegt worden. George R. Sims und Shirley, Charles Reade und Hall Caine sind hier zu Wort gekommen, und an manche Ausführungen haben sich Theaterskandale und prinzipielle Auseinandersetzungen der ernsthasten Kritik gehuipft. Ter verflachenden Londoner Bühnenentwialung entsprechend wurde später mehr die Pantomime und der Sketch gepflegt, und es gehört zu den lebendigen Theatererinnerungen, als Charles Warner in Reade's „Trink" auftrat. Eine Blüte bedeutete für das alte Theater der große, unvergessene Schauspieler Wilson Barret, dessen Hamlet bewunderungswürdig war, und dessen Wiedergabe der lapioaren Verse aus Henry Arthur Jones' Melodrama „Ter Silberkönig", in dem er zur Darstellung bringen sollte, er sei als Mörder erwacht, „O Gott, dein Universum dreh' zurück und gib mir Gestern wieder" berühmt geworden war. — Jetzt weicht auch hier das Geistige dem Leiblichen, denn an der altehrwürdigen Theaterstätte, Die so viel Glanz und Größe gesehen hat, wirb ein Hotel mck allem Komfort Der Neuzeit errichtet. Sic transit gloria theatri! — Kurze Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. Am 7. Oktober feiert Emil Claar, der langjährige Intendant der städtischen Theater in Frankfurt a. M., jeinen 7 0. Geburtstag. - ■ — L aus ötr Gdenwäldrr kandwirtlchaft. forderlich find. ♦♦ Die Maul- und Klauenseuche ist in Hessen keine Tierausstelluna wegen Ausbruch und Gefahr der Klauenseuche stattfinden können, umso freudiger wurde es jetzt begrüßt, als diese jetzt wieder einmal nach langer kedrs hinzuwirken. Gr erstreckt sich zurzeit nur auf ftlein- Linden und dessen Landbestellbczirk, also Ullendorf a b L. und Lützellinden. Wir haben also hier das seltsame Verhältnis, daß man wohl nach dem über eine Stunde entfernten Lützellinden -seine Briefe nur mit 5 Pfg. zu frankieren braucht, aber nach den dicht vor den Toren Gießens liegenden und mit ihm eine wirtschaftliche Einheit bildenden Orten Wies eck und Heuchelheim 10 Pfg. er« zur Ausführung gelangen konnte. Ter so schon im Weschnitztal gelegene £rt Fürth war für diese Ausstellung recht günstig und glücklich von der Göns und auf dem Hof Kranichstein bei Darmstadt. Neue Seuckenfälle sind in der Woche nicht vorgekommen, so daß anzunehmen ist, daß die Seuche im Erlöschen begriffen ist. ♦♦ Neuer werbu ngen des Museums am Pause und ohne Befürchtung einer weiteren Seuchengefahr ___ ... ... fast ganz erloschen. In der Woclie vom 28. September bis 4. Oktober herrschte die Seuche nur noch in Sang* Deutsches Reich. Eine nationalliberale Tagung in Heidelberg. Das am Samstag in der Heidelberger Stadthalle zu Ehren der hier versammelten 32 n a t i o n a l l i b e r a l e n NcichStagsmita lieber veranstaltete Bankett war von 1800 Tarnen und Herren besucht. Ansprachen hielten Professor O n ck c n als Vorsitzender des Heidelberger nationalliberalen Vereins, Geheimer Rat Rebmann als Chef der badischen Landtagsfraktion B a s s e r m a n n als Führer der ReichStagsfraktion, Geh. RegierungSrat Beek dankte den Veranstaltern des Banketts im Namen der ReichStagsfraktion. Ausstellungsleitung gewählt und freundlich begrüßte er seine Besucher, die sich an diesem Tage hier zahlreich ein- gefunden hatten. Aus einem yanz nahe beim Ort passend gelegenen Wiesengelände bot sich hier dem Auge der Aus ltellungsteilnehmer ein recht schönes und lehrreiches Bild gemeinschaftlicher _ , bltermin für neuen Landtag wurde nicht bekannt gegeben. Bei dem vom Präsidenten der Ersten Wammer ausgcbrachten Hoch auf den König blieben hie Mitglieder der s o z i a l de nr o kr a t i- schen Fraktion im Saal unb erhoben sich von ihren Sitzen. Ausdehnung des Mrchbarvrtsverkehrs, die in bei ben Fällen - 4 n 5 rfr auch vor der Landesgrenze nicht Halt gemacht hat, ver- : bieWWg« <Än des landwrrt,ch Kammer-Ausschu'ses für Smrkenburg fand ^„„Lrien. Er erstreckt sick »u»eit nur auf Klein- heute rm Zuchtb^rrk III zu Furth r. O. statt, gleichzeitig verbunden mit einer reichhaltigen Obstausstellung und land- wirtsch. Bodener^eugnisse, sowie Maschinenausskelluug. Diese Ausstellung beschränkte sich auf den Kreis Heppenheim, sowie aus den gebirgigen Teil des Kreises Bensheim. Auch in diesem Bezirk hatte seit zwei Jahren bezüglich der Tierzucht des Odenwaldes. Auch die Obst- und Produktenausstellung war in vier größeren Räumen des Schulhauses vorteilhaft für seine Besucher untergebracht und bot so viele und schöne Erzeugnisse diesjähriger Mühe und Arbeit des dortigen landwirtschaftlichen Betriebes, welcher teilweise so segensreich belohnt war. Wenn auch schon bei etwas vorgerückter und arbeite reicher Jahreszeit, so war diese Ausstellung in Fürth in der Tierzuchtabteilung dennoch zahlreich in allen Vieh Eine Friedenstagung in Heidelberg In Heidelberg wurde am Sonntag vormittag die erste Tagung des vor anderthalb Jahren in Frankfurt gegründeten Verbandes für internationale Vcrständi- g u n a durch seinen Vorsitzenden Geheimrat Professor Dr. Ritter v. U llm an n-München feierlich eröffnet. Der von etwa 200 Personen, darunter 20 StaatSrecbtSlchrern und mehrerer Vertreter des Auslandes besuchten Versammlung waren mehrere Vor- standSsitzuugcn, sowie eine geschlossene Mitgliederversammlung vor- angcgangcn. Tic öffentliche Versammlung wurde eingeleitet durch eine Eröffnungsrede des deutschen Vorsitzenden über „Wesen und Zweck deS Verbandes". Ten ersten Vortrag hielt Professor Dr. N i p p o l d-Oberursel über „Die auswärtige Politik und die öffentliche Meinung". Als zweiter Redner sprach unter Beifall der Begründer der Conciliaiion Internationale, SenatSmitglied Baron d'EstournelleS de Constant-PariS über „Friedliche Austragung internationaler Streitfragen" wie sie durch die Haager Konferenzen erfolgreich angebahnt sei. Er zollte der deutschen Friedenspolitik herzliche Anerkennung. Tie elsaß- lothringische Fraae sein ein moralisches und nicht durch einen Krieg zu lösendes Problem, wie es auf den bewundernswerten weiten Blick des deutschen Kaisers hin, welcher die friedliche Erschließung Chinas inauguriert hat und ließ seine Ausführungen gipfeln in dem Satz: Ein deutsch-französisches Zusaipmengehen ist möglich: sind aber Teutschland und Frankreich einig, dann muß die übrige Welt folgen schrank» und ist dementsprechend mit lieiligen Figuren en relief geschmückt. Unsere ho Unentwickelte vorgeschichtliche Sammlung hat weitere bedeutsame Funde auszuweisen. Bei G a m b a ch wurde im August d. I. ein aus dem »wetten vorchristliclfen Jahrtausend stammendes Grab angeschnitten, das reichen Bronzeschmuck und sieden verschiedene Gefäße enthielt, barunter eine große Urne m*it Brandresten, die umgestülpt, auf einem flachen Stein lagerte. Tas Grab wird im Museum wieder hergestellt werden. Gleichfalls wurde bei E b e r ft a b t ein bronzezeitliches Grab aufgedeckt, das das Skelett einer Frau barg. Tie Bestattung enthielt als Beigaben Ohrringe, eine tadellos erhaltene Gewand- nadel, Reste eines Kettchens und Teile eines Halszierrats aus Bronzerollen und finden Bernsteinperlen bestehend. Ein ähnlicher Schmuck wurde 1899 auf dem Trieb freigelegt. Im Flußbett der Lahn wurde ein Stück von einem mächtigen Stirnzapsen des Wisents (bison priscus) ausgebaggert und dem Museum gescl^enkt: im Jahre 1891 fand man gleichfalls in der Lahn am sogen. „Felsen" zw.'i unversehrte Hörner. Das Museum erfreut sich Sonntags eines sehr regen Besuchs aus allen Volksschichten, der für den warmen Anteil zeugt, den die Einwohner von Gießen und Umgegent) an dieser Bildungsstätte nehmen. ** Auf eine 25jährige Reisetätigkeit blickte am 6. Oktober der Kaufmann Alexander Ringel, Mit- Inhaber der Firma Ringel & Walther, zurück. ♦* Heber Seefischbehandlung und Zubereitung wird in dieser Woche an mehreren Abenden eine prarktische Unterweisung für Frauen und Mädchen in der Koch schule des AlicevereinS unentgeltlich ftattfinben. ** Vorlesung von Ern st Zahn. Den QHe&cnern steht am 25. Oktober ein Kunstgenuß besonderer Art bc- vor. Der Schweizer Dichter Emst Zahn hat sich bereit erklärt, an diesem Tage eigene Dichtungen vorzutragen. Zahn hat sich im Laufe bet Jahre eine große Lesergemeinde erworben, denen die Kraft, liefe und Schönheit seiner Dichtungen viel gegeben hat. Umso wertvoller wird es seinen Verehrern sein, den Dichter persönlich kennen zu lernen. Ernst Zahn hat in letzter Zeit Ehrungen besonderer Art er- fahren, sein Kanton hat ihn zum Präsihialrat und die Philosoph. Fakultät der Universität Zürich wegen seiner Verdienste um die Schweiz zum Ehrendoktor ernannt. ** Gießener Stadttheatcr. Die fünf Frankfurter. Karl Rößlers gemütvolle unb mit gutem Humor vorgetragene Komödie von den fünf Brüdern Rothscktzld, die gegenwärtig überall ihre Triumphe feiern, ging gestern abend in einer guten Darstellung über unsere Bulpre Herr Norden, der eine sehr geschickte Regie führte, spielte den Salomon wie in der vergangenen Spielzeit zu äußerlich, zu wenig geistig Turch seine etwas g^wungene Darstellung unb feint forcierte AuSspraä)e war et zudem nicht immer gut verständlich. Herr V o l ck ist alS vor- zügltäzer Anselm zu erwähnen: er gab die zahlreichen, witzigen Aussprüche mit Behagen und Biederkeit. Als Frau Gudula ent- zückte Fräulein Brehm, durch die warme Mütterlichkeit ihres Spieles. Neu und sehr anerkennenswert waren Herr Jensen als Jaköbche unb Herr Kliewer alS Fürst von Klcmsthal. Bon den übrigen, die sich durch ihre guten Tarsttllungen schon in der vergangenen Spielzeit hervortaten, sind noch Fräulein he Bruyn als nmnteres Lottclien, Herr Goll alS Herzog vom Taunus, Herr Gro,ser als Karl und Herr Bruchwttz als ^ä^n .Sehr hübsch war Frl. Gafsrey als Wirtschafterin, Frl. Thale als Eveline und Frl. Schol, als Fürstin. ••Ter Reichs bankbau an der Lonystraße ist, soweit Erd- und Maurerarbeiten in Frage kommen, der Unter- nehmerfirma Abermann & Kling übertragen worden. Sie hat mit den Arbeiten bereits begonnen. ** Die Schlußübung der Freiw. Gail- fchen Feuerwehr sand am Sonntag nachmittag fbatt. Regierungsrat Langermann als Vertreter Branddirektor Braubach, Polizeiamtmann Gebhardt, Beigeordneter Keller nebst einigen Stadtverord- neten, Vertreter der Gießener Freiwilligen Feuerwehr, Ver- m l Somitatskolonne, sowie der Ches des Hauses EÄ- Kommerzienrat Gail und sein Vetter Herr rverdincmb Gail eingefunden Die Wehr stand um 2Vs Uhr nackmitttags in Paradeausstellung auf Oswalds- mExerzierübungen der gesamten Wehr sowie die Vorführung der einzelnen Geräte stattfand. Hiernach erfolgte auf das Borrmannfche Anwesen in der Neustadt ein ,-^andangmss, der in allen seinen Teilen als sehr gut bezeichnet n»irt>e. ddach der Hebung hielt Regierungsrat Lang er mann im Hofe des Gerätehauses eine Ansprache, inX cVl€r die Leistungen der Wehr sehr anerkennend aussprach, dem Steiger Wallbrecht das vom Großherzog ^ientcld)eJl fto 25jährige Zugehörigkeit zur "elpt Urkunde überreichte und ein Hoch aus den Pro- tektvr der Freiwilligen Feuerwehren, den Großherzog, aus- braartc, in das begeistert ein gestimmt wurde. Auch Branddirektor Braubach sprach der Wehr seine Anerkennung über die gut gelungene Hebung ans und ermähnte zur rastlosen ^bctterarbeit auch in den Wintermonateii. Bei dem sich anschließenden gemütlichen Zusammensein bei Kamerad tarier vergingen die Stunden bei ernsten und heiteren Ansprachen, sowie Gesangs- und Musikvorträgen in der angen^ni)ten Weise. eintragen. Die BevlKkerung beteilig-t sich eifrig an den Zeichnungen für den Kriegsfonds. Es verlautet, daß die Pforte seit gestern den Dampfern verbot, Fvhle an Bord zu nehmen. Vie (Eröffnung des serbischen Parlaments. Belgrad, 5. Okt König Peter eröffnete heute vormittag die außervrdeutliche Session der Skupschtina mit einer Thronrede, m der es heißt: Bei seiner korrekten Haltung konnte Serbien mit Recht unb Grund erwarten, daß man im ottornanischen Kaiserreiche an die Einführung von Reformen schreiten und unserem blutsverwandten Volke ein friedliches Leben unb Entwicklung sickern werde Hierdurch wären auch die Hindernisse für eine friedliche Entwicklung und den Fortschritt Serbiens beseitigt worden. (5c- blieb nicht nur dabei, — auch die hohe Aufmerksamkeit der Großmächte — ich konstatiere dies mit Befriedigung und tiefer Tank barkeit — wendete sich mit sreundschaftliä^m Rate nach Konstantinopel wegen der Bedrängnis, die wie die übrigen Chriilen auch unser christlicher Volksstamm in der Türkei erleidet. Bedauerlicher Weise nützte all dies nichts. Statt mit den erwarteten Reformen wurden wir vor einigen Tagen durch die Mobilisierung der türkischen Armee an der Grenze überrascht. Auf diesen Akt, wodurch unsere Sicherheit bedroht^ nt, hatte Serbien nur eine Antwort: Mit dem Ukas vom 30. September wurde die Armee mobilisiert. Das heißt denn doch, die Tatsachen ganz und gar zu verdrehen. Man will der Welt glauben machen, man fei durch die türkische Mobilisierung überrumpelt worden. (Eine außerordentliche Sitzung des bu Mischen Parlaments. Sofia, 5. Okt. Am heutigen Tage der Unabhängigkeitserklärung Bulgariens trat Die Sobranje zu einer außerordentlich en Sitzung zusammen. Der Kü- n i g eröffnete die Sitzung mit einer Thronrede, in der er ausführte: Die allgemeine Mobilisierung in unserem Lande hat die Verkündigung des Belagerungszustandes im ganzen Königreiche notwendig gemacht. Gemäß Artikel 73 der Verfassung sind Sie zu- lammenbcrufen worden, um dem Erlaß über die Erklärung des Belagerungszustandes Ihre Zustimmung zu erteilen unb ebenso Die gesetzlichen Maßnahmen anzunehmen, die durch die sctzvere Zeit bedingt werden, die unser Land durclHumachen hat. 3n der Ueber- Äcugung, daß Sie in richtiger SclMung ber höchsten Interessen des bulgarischen Staates Ihre Pfliäst erfüllen »verben, erflehe ich Gottes Segen für Ihre Arbeiten. (Ein tiirtisch-montenegrinische; Gefecht. Nach der „Neuen Freien Presse" überschritt am Donnerstag eine montenegrinische Abteilung ben Tarafluß, um in ben Sandschak Noviba za r einzu- dringen. Ein Lager ber Montenegriner würbe von Türken umzingelt unb in bem sich entspannenden Gefecht sollen über hunbert Montenegriner gefallen sein. Die .anderen Montenegriner gingen wieber auf bas montenegrinische Ufer zurück. Der verantwortliche Brigabekommanbeur würbe nach Cetinje abberufcn. gattungen ber verschiebenen Rassen für eine berartige Bei anstaltung beschickt unb zwar: 1. Pferbe unb Fohlen mit zirka 44 Stück, 2. Simmenthaler Bullen, Kühe unb Rinder 75 Stück, 3. Obenwälber Bullen, Kühe unb Rinder 78 Stück, 4. Schweine, Eber und Zuchtsauen 30 Stück, 5. Ziegen 80 Stück. Die Tierabtcilung Pferde war vorherrschend mit leichterem Wagenschlag der Norddeutschen Rassen, bes. Oldenburger, vertreten, auch das etwas schwere belgische Pferd, meist ans rheinpreuß. Zuchten ab stammend, war durch einige sehr gute Zuchtstuten mit schönen Fohlen vertreten, so daß wohl die meisten für diese Ab tettiing vorgesehenen Preise austzegeben werden konnten; nur wenige Tiere gingen von Preisen leer aus, ein Beweis dafür, daß man auch mit der Pferdezucht im Odenwald erfreuliche, sichtbare Fortschritte gemacht hat! In ungleich besserem Maßstab gegenüber der Pferdeausstellung waren beide Rinderrassen Simmentaler und Odenwälder zum gegenseitigen Wettbewerb erschienen unb kann auch barüber in ben letzten Jabren im Vergleich früherer Ausstellungen ein ganz erheblicher unb besserer Fortschritt konstatiert werben. Die ausgestellten Tiere beiber Rassen würben fast alle in einem gleichmäßigen unb guten Nährzustanb vorgeführt, es war mehr im allgemeinen eine Ausgeglichenheit zu erkennen, man burfte hier annehmen, daß mit Verständnis und planmäßigem Vorgehen in beiden Rassen seither weiter gezüchtet worden ist, sowohl inbezug auf das Körpergewicht, als auf Milchleistung. Während bei Simmenthaler das ausgestellte Bullenmaterial reichhaltiger und besser als bei der Odenwälder Zucht vertreten war, so fehlte es jedoch nicht in letzterer Abteilung an guten Kühen und Rindern mit ansehn- ächenr Körpergewicht und entsprechenden Milck^eichen. Es konnten denn auch die für diese Abteilung vorgesehenen zahlreichen Preise nicht allein alle vergeben werden, sondern es mußten noch von der Ausstellungsleitung ve^chiedene Preise weiter zugebilligt werden, damit nicht eine große Anzahl Tiere leer ohne Preise von ber Ausstellung abzugehen brauchten. Außer ben vorher schon angeführten Tieren ber Odenwälber Rasse bot sich noch ein besonders chönes Bilb biefer Abteilung, eine Kollektion von zirka 14 Stück ausgesuchten, starken unb schönen Tieren bes bekannten Züchters Liefert vom Zuchthof Frohnhof i. O., die aber außer Preisbewerb blieben! Herr «Liefert hat es verstanden, seinen Zuchtviehhof in kurzer Zeit zu einer entsprechenden Höhe und Leistung zu bringen, welches allgemeines Lob verdient und darum auch jetzt auf der Notviehausstellung vor einigen Wochen zu Biedenkopf in so reichem Maße anerkannt wurde! Nicht ganz so vorteilhaft wie die RindviehauSstellung war die Schweinezucht vertreten, gute Zuchtsauen waren vorhanden, doch ließ das Material der Eber noch oft zu wünschen übrig und ist noch verbesserungsbedürftig. Auch die Kuh des kleinen Bauern, die Ziegen, hatten schöne und rassereine Tiere mit guten Milchzeichen zur Schau gestellt, welche eine große Anzuhl Preise belohnte. Fassen wir das gesamte Bild dieser hier erwähnten Anstellung noch einmal mit einigen Worten zusammen, so rarf sicher angenommen werden, daß dieselbe für die Züchter des Odenwaldes zur BorwärtSstrebimg der Viehzucht wieder ein neuer Ansporn war. Möge er segenbringend m Zu- hmft wirken. Att» Statt und Land. Gießen, 7. Oktober 1912. ** TageSkalender für Montoa, 7. Okt. Eröffnungsvorstellung des Zirkus Henry auf OSwaldSgarten. Anfang 8l/4 Uhr. * ** In Audienz empfangen wurden Vvm Groß- Her z v g am Samstag u. a. Pfarrer Grein von Kaicheii und Rektor Prof. Dr. Eck von Gießen. "Ordensangelegenheit. DerGroßherzvg Ijcrt dem Obersekretär der städtischen DerwaÜung PH Schäfer zu Mainz die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 4. Klaffe erteilt. " Lebrerpersonalien. In den Ruhestand verletzt wurde der Lehrer an ber Grmeindesckulc zu König. Jakob Ditter auf sein Nachsuckeu, unter Anerkennung seiner lana- lährigen treuen Dienste: der Lehrer an ber Gemeindeschulc ui Steinbach (Kr. Erbach) Jobs. M ü l 1 e r auf sein Nachfucken unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste: ber Lehrer an ber Gemeinbesckule zu Bobenheim Joh. Metzger auf fein Nack neben, unter Anerkennung seiner langiährigen treuen Dienste^ kr Sefrtcr an brr ®mrinbrf<6ute ju Et aZnn M @öjc[ auf fern Nackiuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste: der Lehrer an der Gemeindeschule zu Nieder-Erlenh»)tz Hch Äetzler auf sein Nachsuckeu, Er Aneri^^f^ treuen Dumste: der Mehrer an ber Gemeindcschule zu Schwalhenn Könr. Bormuth auf fnn Nachsuchen, unter Anerkennung ferner langiahrigen treuen Dünste. Aus diesem Anloc- wurde ben drei letztgenannten das 9iitrerfrcui 2 Klaffe Verdienstordens Philipps des Großmüttgen vergehen äu«be»nung ber Ortätast aus Nachbar- rtc%ad)nntr^ta antmachuug b-s Rrichs,anders treten Biebrich mir Mainz, sowie Frankfurt mit Offen* dach zu ben Platzeii mit DLachbarorts-Berkehr. iufe Au» Reffen. Zur Beamienb'solduugdvorlage. rm. Darmstabt, 6. Okt. Zur Be-amtenbesoldungs- vorlage hat der Berbanb ber hessischen Unterbeamten an bie Regierung und an bie Kammern eine Vorstellung gerichtet, in welcher darauf hingewiefeii wirb, baß die Kammerbefchlüsse vom Juli d. I. betr. die penfions- fähigen Zulagen bei den Gerichts- und Kreis- amtödienern unrichtig berechnet feien, oder daß ein Irrtum vorliege, indem man dieser Beamtenkategorie statt der ihr zusteheiiden Zulage von 15 Proz. nur eine Zulage von 12 Proz. genehmigt habe. Brandplatz. Tie Sammlungen des Museums haben eine Anzahl mertvoller Neuerlverbungen zu verzeichnen. Ter bäuerliche Hausrat, F-ayeneen, Porzellan und Zinn, sowie alte Werkzeuge, darunter eigenartige Sattlerwerkzeuge, haben eine wesentliche Bereicherung erfahren. Ein sauber gezeichnetes, s immungövolles Aquarell stellt die Badenburg und Umgebung aus dein Anfang des vorigen Jahrhunderts dar. Ein kunstvoll aeschnitzter Schrank aus Eichenholz, ber Barockzeit (17. Jahrh.) angehörig, findet allgemeine Bewunderiing. Ter Schrank diente ehemals zur Aufbewahrung von kirchlichen Gewändern Paramenten- Born roürttem6crnifc6cn Landtag. Stuttgart 5. Okt. Durch königliches Dekret wurde heute vormittag gegen 11 Uhr der Landtag in "' ' Sitzung beider Häuser aufgelöst. Ter D a den neuen Landta Uc6ct die Feier deS 75jährigen Bestehens der Firma Ferdinand >-chichau wird aus Elbing noch gemeldet: Tic Beamten der Firma aus Tanng, Elbing und Pillau überreichten einen Ehrenschilb, ber Verein Teulscher Schiffswerften eine Adresse. Am SamStag mittag fand ein Umzug der Arbeiterschaft der Firma statt, an bem 5000 Arbeiter unter Begleitung von 12 Musikkapellen ttunanntm. "dr fand in Gegenwart von deS Innern, des ReichSmarineamkeS, des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten und deS HandelS sow.e der Spitzen ber Militär- unb Zivilbebörden WestpreußcnS ein icirrhd)cr Cmptang tm eaalc deS VerwaltungöqelxnideS der (-chiäickuwern statt, Miniuerialdirektor L e f e n S k i vom HandelS- muuitcrüint gab chic Reihe von OrdenSauSzeichnungen bekannt. 13Re su €nt, fc zu ^en ■’Hft: .?iu hess^ 5 .Sepkmbe? IM «tue BlJM b ^Mdjen bc. !eums fttn *y.Ä ??eWnen. A Sinn, ^Sattlerwerk. tttoten. (jin E stM bic 9 b« vorigen \®W QUÖ l«8- findet ^te ehemals l Paramenten, ^en Figuren vorgeschschl. kauszMeUek. 5 dem zweiten M-Mitten, Mene Gefäße candresien, die Tas Grab n- Gleichfalls 'rab ausgedeelt, lttnng enthielt ttene Gewand- s Halszierrats clen bestehend, -rieb freigelegt, n filtern mach- ) ausgebaggert 891 fand man sei unverfebrte ags eines sehr i, der für den r von Gießen tynen. :i0teit blüfte iingel, Mit- ib Zubereitung n eine pra'k- ) Mädchen in ch ftattfinben. len OHeRtncrn »erer Art be- lat sich bereit vorzutragen. Lesergemeinde üt seiner Dick- mrb es seinen en zu lernen, nderer 9rt er- ilrat unb die wegen seiner ernannt. flnf Frant- gutem Humor hild, die geym' abend in einer d e n, der eine vie in der vcr- i. Durch inne Ausspraclie war lck ist vor- reichen, wiptgen ■au Gudula ent- Mriichkeit ihres Herr Jensen von Aaustbal. ellungen schon m od) Fräulein de Bruch-v'S ' t. G°ffl"K z-rl. Scholla onysiraße ist J0’ nmen, »«* n worden, die ■teil* few * wH-» ♦JÄ* iM «m 7 Mit «Ät och fwijL. auf* 12Ä? ortragen ♦* Warnung. Man schreibt uns: Ein Reisender, der sich Beloss nennt, schädigt Geschäftsleute in Gießen und der weit«« Umgebung dadurch, daß er sich als Vertreter der Maggi <2>ee.liaxni m. b. H., Berlin, auSgrbt und deren Bouillon-Düncl stkacii sofortige Zahlung zum Manf anbietel. Beim Ocffnen der Büchten zeigt sich jedoch, das; Oriqinal-Maggi-Büäüen in milautever Absicht mit ein ein Bouillon-Würfel unbekannter Herkunft nachgetullt sind. Also Achtung, wer sich vor Schaden bewahren will. Landkreis Gießen. 2\ Grünberg, 6. Oft. Der Bezirkstag des HassiabezirkS Grünberg fand heute in Oden Haus en unter starker Beteiligung der Kriegeroereine statt. Nach kurzen BegrüßungSworten gedachte der Präsident, Bürgermeister Ranft-Grünberg, deS verstorbenen Bürgermeisters P. Sann-WeiterShain, der den dortigen Verein feit Bestehen geleitet hat. Dann erfolgte Berichterstattung über den Hasfia- tag in Nieder-Olm und über daS Vereinsleben im Bezirk; daS Vortragöwcsen wurde den Vereinen ans Herz gelegt, ebenso daS Lesen deS hessischen KameradS und das Sammelwesen. Der Bezirksvorstand wurde wiedergewählt. Kreis Alsfeld. △ Alsfeld, 6. Oft. Eine wichtige Entscheidung in der Frage des seit fast 4 Jahren geplanten Bahnhofs- umbaues tras gestern von der Eisenba hübe Horde ein. Ter Bahnhofsumbau hat wiederholt den stadtvorltand, die Interessenten und die Bahnbehörde befestigt, mehrfach wurden Pläne entworfen, dann geändert und schließlich verworfen. Bekanntlich war Wohl der grötztc Teil der Einwohner, besonders die Geschäfts welt, dagegen, dass der Bahnhof mehrere Hundert Meter nach Altenburg zu kam. Jetzt hat die Bahnbehörde endgültig das Projekt ausgestellt, daß das Bahnhofsgebäude an dem alten Platze bleibt. Ter Neubau wird nur mehrere Meter zurück gestellt, so daß an die Stelle des alten Gebäudes Gleise und Bahnsteige kommen. Ter Güterschuppen kommt an den Zellerweg aus das Wallachsäie Grundstück. Bahnmeisterei und Wasserturni werden weichen müssen. Die Brücke an der Grünberger Straße wird abgebrochen und der Bahnkörper wir!) über die Straße geführt. Ter ganze Bahnkörper wird ettvas gehoben, da bei Altenburg die Bahn von Nieder-Aula eingeführt werden soll. Starkenburg und Rheinhessen. ---Darmstadt, 6. Oft. Der hessische 91 n ro a 16 - tag, unter dem Vorsitze deS IustizratS Caufe- Mainz, lehnte heute mit allen gegen 7 Stimmen den Antrag Soldan- Mainz ab, der dahin zielt, Vorstandsmitgliedern, die eine gewisse Zett im Amt waren, die Wahlfäh,qkeit vorübergehend zu entziehen. Einem Bericht deS IustizratS Lichten-Mainz. der die Reformbedürstigkett der hessischen Gebührenordnung behandelte, stimmte die Versammlung mit lebhaftem Beifall zu. — Iustizrctt Grünewal d-Gteßen berichtete im Auftrage deS Vorstandes über die, Pri v a t a n ge st e ll t en-Vers t ch e- run g, und empfahl der Anwaltschaft dringend, diesem Gesetz, wie überhaupt dem Gebiete der sozialen Fürsorge ihr Interesse zuzuwenden, auch die NechtSvertretung vor dem Rentenausschuß und den Schiedsgerichten nicht abzulehnen. Bezüglich der Aufbringung der Beiträge empfahl der Redner folgende Entschließung, die einstimmig angenommen wurde: ,Tie Kammerversammlung erklärt, daß ihrer Auffassung nach eS bem G e i st e und der Absicht des Gesetzes über die Versicherung her Prioatongestellten entspricht, wenn die Beiträge je zur Hälfte von den Arbeitgebern und den Angestellten getragen werden; sie empfiehlt den Kollegen des Kammerbezirks, nach dieser, der gesetzlichen Anordnung entsprechenden Regelung der Beitragsleistung zu verfahren." Zur Begründung wurde geltend gemacht, daß die Mitwirkung der Arbeitnehmer bei Aufbringung der Lasten erzieherisch wirken und denselben zum Bewußtsein bringen solle, daß eß sich um eine organisierte Selbsthilfe für das Alter, die BerufSunfähigkeit und die Hinterbliebenen handle. — Justizrat Schmitt-Mainz berichtete über die Tätigkeit deS Vorstandes in Bezug auf StandeSfragen. R. B. Darmstadt, 6. Oft. Der Andrang zu der Ausstellung „Der Mensch" war heute während des Soilntags wieder sehr stark, im Laufe des Vormittags kamen sieben stark besetzte Sonderzüge hier an. Um den Massenverkehr $u bewältigen, mußte die Ausstellung schon um 7 Uhr geöffnet werden, zu welcher Zeit bereits zwei Sonderzüge mit Metallarbeitern aus Mannheim hier eintrafen. Weiter kamen Mvei Züge der Beamten und Arbeiter der preußisch-hessischen Eisenbahnverwaltung hier an. Ein Sonderzug aus Gießen und je ein solcher aus Heidelberg und Wiesbaden verstärkten die Massen der Besucher, die heute, wie am vorigen Sonnlag, die Zahl 7000 bedeutend überschritten hat. Die Gesamtzahl der Ausstel- lu ngsbefucher, für deren ordnungsmäßige Abfertigung und Führung durch die Ausstellung besondere Vorfehrungen getroffen worden sind, hat jetzt die Zahl 153000 überschritten. m. Offenbach, 6. Okt. Die neue evang. Friedenskirche im Süden unserer Stadt ist nunmehr nach einjähriger Bauzeit fertig gestellt worden und wurde heute ihrer Bestimmung übergeben. Die Baukosten der Kirche, die nach den Plänen des Professors Pfütz er-Darmstadt ausgeführt wurde, belaufen sich auf 150 000 Mk. Zu der Einweihung hatten sich neben der Geistlichkeit, den An hängern der Gemeinde sowie Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden das Großherzogspaar eingefunden, das in Begleitung des Hofmarschalls und einer Hofdame um 10 Uhr im Automobil hier eintraf. Unter den Klänaen eines Posaunenchors betrat das Großherzogspaar die Kirche. Nach dem Vortrag des Chorgesanges durch Eden evangelischen Kirchengesangverein nahm Superintendent Dr. Flö rin g-Darmstadt die Weihe der Kirche vor, wonach unter prächtigem Orgelspiel das Glockengeläute der Kirche in harmonischer Weise erklang. Die Festpredigt hielt der Bezirksgeistliche Pfarrer Palmer. Nach dem Schlußgebet und Vaterunser durch Dekan Wehsarg-Egelsbach unter Orgelbegleitung und Glockengeläut wurde stehend von der Gemeinde „Nun danket alle Gott" gesungen und mit der Erteilung des Segens die Weihe beendet. — WormS, 6. Okt. In der letzten Sitzung der Handelskammer wurde an Stelle des auSgefchiedenen bisherigen Vorsitzenden, Kommerzienrat Baruch, der bisherige stellv. Vorsitzende, Kommerzienrat Kölsch zum Vorsitzenden gewählt. Tie dadurch notwendige Neuwahl eines stellv. Vorsitzenden bezw. von zwei stellv. Vorsitzenden wurde auf die erste Sitzung deS neuen Jahres vertagt, in der nach esetzlicher Vorschrift sowieso eine Neuwahl der Vorsitzenden gattzusinden hat. t Hessen-Nassau. # Rodheim a. d. Bieber, v. Okt. Unter sehr rühriger Obst- und^Gartenbauverein hatte gestern und heute im Saale deS Gastwirts Bender eine Lokal-Ob st auS st ellung veranstaltet. Zwischen 50—60 Aussteller haben gezeigt, daß die Obstkultur und Obstoerwertung auf der Höhe ist. Wundervolles Tafelobst haben das Hofgut ai'i der Schmitte, der Hof Haina und Förster Möhringer-ForsthauS Haina, Pfarrer Vömel- und Lehrer Eloes-Rodheim zur Schau gebracht. Wegemeister Hagener-Rodheim zeigte in einer ausgestellten großen Sammlung, daß die Obsternte auf der Staatsstraße Abendstern—Fellingshausen reich an vorzüglichen Obstsorten und anscheinend mit vielem Verständnis die Sortenwehl getroffen ist. Frau Wegemeister Hagener zeigt eine Ausstellung von Obst- und Gemüsekonserven und Frau Pfarrer Vömel steht ihr mit ihrer Sammlung selbst hergestellter Marmeladen in nichts nach. Der Bestich der Veranstaltung war an beiden Tagen sehr zahlreich; ihren Schluß bildete heute abend im 9luSstellungölokal em stark besuchter Familienabend mit Lichtbildervortrag und Verlosung, der sehr harmonisch verlief. Er wird desbcuo, weil er ein gefährliches Schin'alntshmdcrmB bildet, wahrsäunnlich gesprengt Jüerben, Kleine Eageschronik. Die Einweihung deö erstenKaufmannS-Tr- holungSheims sand am gestrigen Sonntag in feierlichster Weise in Traunstein statt. (Ausführlicher Bericht folgt) 9lus Bavonne wird gemeldet: In der Nacht drangen: Einbrecher in das bei Dibart gelegene Sckstoß der Königin Natalie von Serbien ein. Was gestohlen ist, konnte noch nicht sestgestellt werden. Man glaubt bat Verbreckrern auf der Spur zu sein. Luftschiffahrt. Johannisthal, 6. Okt Der Flieger Ernst Alig, der spätnachmittags mit einem Monteur als Passagier auf einem Kühlstein-Eindecker aufaeftieqen war, ist in der Nähe der großen Ballon- Halle aus 200 Meter Höhe infolge Flügelbruches abgestürzt. Beide Flieger sind tot. Bet etwa IbO Meter flog einer der Flieger auS dem Flugzeug in weitem Bogen heraus. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. : Wetteraussichten in Hessen für Dienstag, den k. Oft. 1912 Vorwiegend heiter und trocken, nachts kalt, stellenweise Nachtfrost . ------------- ----! ■ - ! fff Letzte Nachrichten. Die Befchlüffe deS bulgarischen Parlaments. Sofia, 7. Oft. Die Sobranje beschloß, an die' Parlamente in Belgrad, Athen und Cetinje Begrüßung S- depeschen zu schicken. Sodann genehmigte die Sobranje einstimmig den UkaS über die Verhängung deS Belagerungszustandes, sowie den Ukas über die Mobilisierung der Armee. Landwirtschaft. Eine Geflügelausftellung in Alsfeld. A Laubach, 6. Okt. Eine Bezirks-Geslügelaus- st ellung wurde heute int Solmser Hof abgehalten. T-en Ehren- vorsitz hatte Graf Wilhelm zu Solms-Laubach übernommen. Bürgermeister R. Ritter eröffnete die Ausstellung. In den drei Hauptabteilungen Wassergeflügel, Hühner und Tauben konnte man sehr schöne Rassetiere von hohem züchterischen Werte bc nnmbeni. Der Landwirtfchaftskammer-Ausschuß für Oberhesscn hatte eine beträchtliche Summe für Preise gestiftet Die Preis Verteilung hatte folgendes Ergebnis: A. Wasserg öflüg cl: Ehrenpreis der Landwirtschastskammer und ein anderer Ehrenpreis: H. Högy-Laubach, 1. Preis H. Högy-Laubach, 2. Preis Leibjäger Becker-Laubach, 3. Preis Herrn. Stotz-Laubach, lobende Anerkennung: Karl Michcl-Laubach, K. L. Stotz-Laubach und K. Pitz-Laubach; 8. H ü h n e r: 1. Klasse: Sammelkasse: Kammer- Ehrenpreise: Ioh. Dörnis-Laubach, R. Kriesel-Laubach, Konr. Högy III.-Ruppertsburg: 3. Preis K. Pitz-Laubach, I. Dörnis- Laubach, H. Högy-Laubach, H. Swtz-Laubach, lobende Anerkennung; Otto Schombert-Laubach: 2. Klasse: Italiener: Ehrenpreis der Lanbwirtschaftskammer: Joh. Döruis-Laubach, Jean Boehm-Laubach, 2. Preis I. Dörnis-Laubach, 3. Preis O. Schombert-Laubach, K. Pitz-Laubach, Max Stein-Ruppertsburg, I. Dörnis-Laubach, lobende Anerkennung: Wilh. Högy-Klein-Eichen, Otto Schombert-Lcrubach, H. Swtz-Laubach, K. L. Swtz-Laubach, Fr. Spuk II.-Laubach, K. Pitz-Laubach; 3. Klasse: Wyandottes: Ehrenpreis der Landwirtschastskammer: H. Högy-Laubach, 2. unb Ehrenpreis Leibjäger Becker-Laubach, 3. H. Högy-Laubach. Fr. Högy-II.-RuppertÄurg; 4. Klasse: Minorka: Ehrenpreis der Landwirtschastskammer und 1. Preis Rud. Kriesel-Laubach, Ehrenpreis und 2. Pr. I. Dörnis-Laubach, 3. Preis Rud. Kriesel- Laubach, I. Dörnis-Lauback), lobende Anerkennung: H. Swtz- Laubach: 5. Klasse: Hamburger: Ehrenpreis und 2. W. Högy- Klein-Eichen, 1. und Ehrenpreis: H. Höchy-Laubach, 3. Preis W. Högy-Klein-Eichcn, H. Swtz-Laubach, H. Högy-Laubach, lobende Anerkennung: Rud. Kriesel-Laubach, H. Högy-Laubach; 6. Klasse: Plymoutb-Roks: 3. Preis Bürgermeister Hoffmann- Klein-Eichen, lobende Anerkennung: K. Pitz-Laubach; 7. Klasse: Zierhühner: 3. H. Högy-Laubach, 1. Anerkenn.,: H. Högy-Laubach; C. Tauben: 1. Klasse (deutsche Kröpfer): 1. und Ehrenpreis Hch. Högy-Laubach und Leibjäger Becker-Laubach, 2. und Ehrenpreis Heinrich Högy-Laubach und Leibjäger Becker-Laubach, 3. Pr. Hch. Högy-Laubach, Leibictger Becker-Laubach, Konr. Högy III., Ruppertsburg, Karl Pitz-Laubach, lobende Anerkenmmg Hch. Högy- Laubach; 2. Klasse (Brünner Kröpfer): 1. und Ehrenpreis K. Pitz- Laubach, 2. und Ehrenpreis Hch. Högy-Laubach, 3. und Ehrenpreis Fr. Spuck-Laubach, 3. Preis Hch. Högy-Laubach, K. Högy III.- Ruppertsburg, K. Pitz-Laubach, lobende Anerkennung Hch. Högy- Laubach, Fr. Spuck-Laubach, Karl Pitz-Laubach und Wilh. Högy- Klein-Eichen. vermischtes. Dampferunglück auf der Unterelbe. Ein schweres Tampserunglück, bei dem glücklicherweise keine Menschenleben zu beklagen waren, ereignete sich am Samstag auf der unteren Elbe. Ueber den Unfall wird uns aus Hamburg gemeldet: Ter Dampfer „V a n d a l i a" von der Fam- burg-Amerika-Linie ist vergangene Nacht bei der Fahrt elb- abwärts in der Nähe des Krau tsan des mit einem von holländischen Schleppern elbaufwärts geschleppten Dock zusammengestoßen, das in Flensburg gebaut und für die Reiherstieg-Werft in Hamburg bestimmt ist. Tie „Vandalia" wurde schwer beschädigt und sank etwa in der Mitte des Fahrwassers von 14 Meter Wassertiefe bei niedrigem Wasserstand, so daß nur die Masten und Schornsteine aus dem Wasser ragen. Alsbald nach dem Unfall passierte der Dampfer „Graecia" der Hamburg-Amerika-Linie ebenfalls elbabwärts gehend die Unfallstelle und beschädigte sich den Boden derart schwer, daß das Schiff, dessen Piek und Raum I voll Wasser liefen, aus Strand gesetzt werden mußte. Ein Taucher, mehrere Pumpdampfer und Leichter der Hamburg-Amerika-Linie befinden sich an der Unfallstelle, um die „Graecia" zu leichtern und abzudichten. Der Dampfer „Graecia" hatte 20 Passagiere an Bord, die mit dem Dampfer „Stade" der gleichen Linie nach Hamburg zurückgekehrt sind. Tie Mannschaften der „Vandalia" sind mit einem Stader Dampfer von Krautsand nach Hamburg unterwegs. Hamburg, 5. Okt. Tie beiden holländischen Schlepper „Tonau" und „Schelde", die das von Flensburg nach Hamburg bestimmte Tock schleppten, das in der Nacht mit dem Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie „Vandalia" kollidierte, wurden auf Veranlassung der Hamburg-Amerika-Linie beschlagnahmt. Tie „Graecia" soll nach erfolgter Dichtung der Lecks am Sonntag nach Hambrug gebracht werden. Bei den Leichterungsarbeiten an dem im Fahrwasser der Elbe gesunkenen Dampfer „Vandalia" der Hamburg-Amerika-Linie hat sich herausgestellt, daß der Dampfer nicht zu heben ist. Wichtig für Asthmatiker. Die Erfahrung des Herrn Hermann van der Berg in Wesel muß ein Trost für alle Asthmatiker fein, indem ihnen ein Weg gezeigt, wodurch dieses lästige liebel sofort gelinden werden kann. Er schreibt: »Aftmol-Astbma-Pulver" bat bet mir vorzüglirl gewirkt. Ich batte oft schwere Anfälle von Atemnot, sobald ich aber dieses Pulver gebraust batte, spürte ich sofort große Er- leidjtcxung und weide es jedem Astdmaleidendcn empfehlen. 'Astmol Aftluna-Pulvcr kostet die große Blechdose M. 2.60, in Apotheken erhältlich. Wo nicht vorrätig wende man fldi an Engel'Apotheke, Aranhuvt a. M.I!)'/>. 27291. A&M Braut-Seide von Mk. 1.35 an per Meter, in allen Farben. Franko und wchon verzollt ins Haus geliefert Reiche Musterauöwahl umgehend. (D*/» G. Henneberg, Hofl. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich. DieGesangspnk braucht nicht auszufallm, meine Lerren, wen» Eie sich angewöhnen, Wybert-Tablette» bet sich zu führen und bei belegter Stimme oder rauhem Kols davon zu nehmen. „6s gib, kein besseres Wittel, um die Stimme sofort klar _______________ und frisch zu machen." Dies ist der Inhalt zahlloser Zeugnisse über die in ihrer Wirkung unerreichten Wybert.Tadlette», die in allen Apotheken und Drogerien 1 Mark pro Schachtel kosten.Nieder- lagen in Gicsten: Bclikan-Avotbeke u. Löwcn-Drogerie. Weshalb bürgert sich der Hannovera Grudeherd überall ein? Tie Antwort ist ganz einsach, weil in jedem Haushalt jeden Standes^ , m „ kein anderer Herd die Vorteile bietet, die Anschaffungskosten nicht groß, die Jnbetriebbaltung einfach und spottbillig ist! Alles dies anerkennt man wie folgt: Hiermit erkläre, daß ich mit dem gekauften Grudeherd „Erika" sehr zufrieden bin. Solange habe ich im Winter abends ein kaltes Zimmer gestmden! Jetzt ist mein Zimmer Tag und 9(acbt warm, habe jederzeit heißes Wasser, morgens früh sofort meinen Kaffee fertig und kann jederzeit Alles sofort nach Wunsch bereiten. Ich bin wirklich glücklich, daß ich mir Erika zugclegt habe und begreife nicht, daß man diese Wohltat nicht schon früher hier haben konnte. Bemerken will ich noch, bah der Verbrauch an Brennmaterial ganz gering ist Ich verbrauche bei Feuerung Tag und Nacht pro Monat für Mk. 1.-. Cassel W., Wiesenstrabe 2, 22. Dezember 191L M. Häring. [D’/io Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich. Fabrfkaet: August JaesM« Darmstadt. Kinder-Mäntelchen, -Jäckchen, Häubchen. A. Salomon & Cie. (a*/10 Straußfedern, M. Reitz Ww., Riegelpfad 20. (6375 .. Sänger*-Schauspieler, finden bei Heiferkeit, Hultenrelz, Himmlichen Störungen afw. in den Coryfin-Bonbons ein außerordentlich bewährtes Linderungsmittel Ak % wirkfame Subftanz enthält jeder Bonbon 0,02 g Coryfin (Aethylglycolsäurementhylester). Diese neue Mentholverbindung ist trotz lang anhaltender, intensiverer Wirkung ohne den schädlichen Einfluss mancher Älteren Präparate. Neben sehr günstigen Urteilen aus Arzte-Kreisen liegen auch zahlreiche lobende Anerkennungen erster Bühnengörsien vor. Anwendung: Etwa zweiftündlich einen Bonbon langsam im Munde zergehen lallen. Der angenehm kühlende, schmerz stillende Einfluß auf die entzündeten Schleimhäute wird ralch bemerkbar. Das fo lästige Gefühl von Kragen und Kitzeln im Hälfe läßt nach, ebenso der dadurch ausgelöste Hustenreiz. Die Stimme wird wieder frei und wohlklingend. Originalfchachteln zu M. 1.50 in den Apotheken und Drogerien. ii? in- Bonbons"™ Zeichnung auf 4Vlo Siemens - Schuckerfwerke - Obligationen frühestens rückzahlbar zum ß. März 1918. Unsere Bank legt in Gemeinschaft mit anderen Banken und Bankfirmen den Betrag von M. 20000000.- zum Preise von 100% *v- am Sonnabend, den 12. Oktober 1912 zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Anleihe ist eingeteilt in Stücke ä M. 1000.—. Die Zinsen sind fällig am 1. März und 1. September. Wir nehmen von heute ab Zeichnungen auf obige Anleihe, von welchen solche mit Sperrverpflichtung vorzugsweise berücksichtigt werden, zu den Bedingungen des Prospektes entgegen. Die Abnahme der Stücke kann bis zum 30. Oktober 1912 erfolgen. Giessen (Johannesstrasse 17, gegenüber der Johanneskirche), 7. Oktober 1912. Mitteldeutsche Creditbauk (Filiale Giessen) obannessaal Gehalten. Es SUd-Anlace 7 6006 Süd-Anlage 7 \WscheMj Cognac Th. Bäulke, Tanzlehrer. 07581 Ferd. Nennstiel Der neueste, vervollständigte Eintritt frei! 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