Nr. f 7 Ter »icftener Hnjeiptr erscheint täglich, autzer LonnlagS. - Beilagen: D'frinnl wöchentlich »ittzentrZamlliendlätter zweimal roÖtheiill.Kttis- bletlfürtcn Kreis Giefjtn (Dienstag und Freitag); zweimal mvnotl. Land- «ttftchaftllche Settfraaen 7,en,sprech- Anschlüße: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse h"ir Depeschen: Anzeiger «teßeu. Annahme van Anzeigen für die TageSnummec biS vonniltagS 9 Uhr. Erster Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 7. März 1912 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Rolationrdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.vuch- und Zteiudruckerei R. Lange, Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Büdingen: Zernfprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofftratze 16a. yeznqspreis: rnonatlich75M^vier1el- iährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 66 Pf.: durch die Post Mk.S.— vreriel- jährt. anSschl. Besteilq. ZeilenprerS: lokal 15Ps, anSioan» 90 Pfennig. Ehefredaklenr: A Goetz. Berautioorflich h"ir den politischen Teil: August Soerz-. für .Feuilleton', .Vermischte»* und .Gerichtssaal^: st. Neurath; für .Stadt und Land": E.Hest; für den Auzeigentell: H. Beck. haben es also in der £?anb, die Berlvaltungskosten ihrer Berufs gcnossenschaü recht niedrig zu gestalten. Um dieses Ziel zu er reichen, ist es aber notwendig, das; die Kleinl-ändler vom Bundesrat nickt die teuren Lagerei-Berussgenossenschast überwiesen werden, in der sie gegeirüber den stimmgewaltigen Grossisten und Sped' teuren machtlos sind, sondern zu einer besonderen Klein handelsBcrussgenosscnschaft zusammengefaßt werden. Diese Berufsgenossenschaft würde dem gesamten deutschen Kleinhandel zugleich den tljm so notwendigen festen Zusammen schlutz geben. Er würde ihm die Stotz kraft verleihen, deren er bedarf, um seine berechtigten Forderungen der Regierung und den gesetzgebenden Körperschaften gegenüber mit Erfolg vertreten zu können. Es kann danach keinem Zweifel unterliegen, datz die Ausdehnung der öffentlichen Unfallversicherung auf den gesamten Kl ein- hairdel diesem nur zum Segen gereichen wird. Zunächst ist es erforderlich, datz sämtliche Detaillistcn ihre Geschäfte bei der zuständigen Ortsbehorde zur Unfallversicherung anmelden. Diese Anmeldung hat biszum 15. März zu geschehen. Die Richt- anmcldung der Betriebe bei der Polizeibehörde ist mit einer Strafe bis 100 Mark bedroht. Jeder Detaillist mutz daher unverzüglich bei der Polizeibehörde seiner Anmelde-i pflicht nachkommen. Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten. Anmeldepflicht der vetailgeschäste zur Unfallversicherung. Die Reichsversichemngsordmlng hat in 8 537 Ziffer 11 die Unfallversicherung auf alle „Betriebe zur Behandlung und Hand habung der Ware" ausgedel-nt. Unter diesen gesetzlichen Begriff fallen alle Kleinhandelsunternehmungen, da in ich,en Waren be handelt und gehandhabt werden, z. B. beim Sortieren, Lagern, Einbacken usw Mit dieser Bestimmung wird nicht nur die Vage- aingslätigkeit in den Kleinhandelsbetrieben, sondern auch die Per- kausslätigkeit unter den Schutz der Unfallversicherung gestellt. Unversichert bleibt nur die rein kaufmännische Tätigkeit, die mit her Handhabung der Waren nichts zu tun hat, also die Tätigkeit im ftontor und an der Kasse. Die Ausdehnung der Unsallversicherung auch auf die Per- kausstätiakeit in Kleinhandelsbetrieben entspricht durchaus einem Dünsche des Del ailhandels und es ist der Regierung und dem Reichstage für diese neue gesetzliche Bestimmung nur zu danken. Die berufsgerwssenschaftliche Unfallversicherung befreit den Unternehmer von der Haftpflicht seinen Angestellten gegenüber. Wenn in einem bisher unversickzerten Deta,lhandelsbetriebe ein Verkäufer durch einen Unfall zu Schaden kam, z. B. von einer Leiter ln'rabftel und sich den Arm braches mußte der Betriebs i n h a b e r dem Verunglückten nach den Bestimmungen des Bürger lichcn Gesetzbuches für allen Schaden, den er aus dem Unfall hatte, ous seiner Tasche Ersatz leisten, mit anderen Worten: er war persönlich seinen Angestellten haftpftichtig. Er mußte ihnen nicht nur die Kur- und Krankl^eitskoften voll ersetzen, sondern ihnen euch, wenn sie aus dem Unfall einen Schaden zurückbehielten, aus seiner Tasche eine lebenslängliche Rente zahlen Man vergegen mertige sich nun die Lage eines Detaillisten, dessen Verkäufer sich beim Verkauf der Waren, z. B. in einem Eisenwarengeschäst, eine Rißwunde zuzog, an die sich eine Blutvergiftung anschloß, die nicht nur ein längeres Krankenlager, sondern schließlich sogar die Abnahme der Hand oder des Armes zur Folge hatte. Dem so ferftümmcltcn Verkäufer mutzte dann der Betriebsunternehmer sein Leben lang aus seiner Tasche Rente zahlen. ES ist keine Frage, daß ein derartiger Fall einen kleinen Geschäftsinhaber wirtschaftlich schwer fdmbigen, unter Umständen sogar ruinieren kann Die meisten Kleinhändler I>aben sich gegen solche Eventualitäten wobt schon dadurch geschützt, das; sie sich bei einer Haftpflichtversicherung versichert haben. Aber es ist bekannt, datz die Prämien für die Haftpflichtversicherung recht bock, finb und daß in vielen Fällen die Versicherungsgesellschaften das Vorliegen eines Hastpslichtfalls bestreiten, so datz der versicherte Betriebsunternehmer bezw. der Verletzte ihr Recht gegen die Versicherungsgesellschaft nur in langwierigen Prozessen erwirken müssen. Das s,nd zweifellos große Uebelstände, die so manchen Detaillisten viele Sorge und Unruhe verursacht haben. Die Reichs Versickn'rungsordnnng beseitigt nun diese liebel stände, indem sie dem gesamten Kleinhandel den Schutz der Unfall Versicherung gibt. Dieser Schutz ist ein doppelter. Er umfaßt nicht nur den Angestellten, solchem auch den Gescl>ästs Inhaber. , ... Ter Angestellte hat nach dem Gesetz ein Recht auf die aezetz Uchen Leistungen Er hat hierüber nicht mehr mit seinem Unter nehiner ober mit dessen Haftpflichtversicherungsgesellschaft zu vei bandeln, sondem mit der Berufsgenossenschast, der fein OKschäst angehört. . Der Gesckfäftsinhaber ist durch die bem,sgeno;im,chattlick)e Unfallversichemng von der schiver auf ihm lastenden Haftpflicht Versicherung seinen Angestellten gegenüber befreit. Er zahl! seine jährlichen Beiträge an die Berufsgenossenschaft und hat dann nichts weiter zu tun, als die in seinem Geschäft etwa vorkommenden Unfälle der Berufsgenossenschaft anzuzeigen. Damit hat er seine Pstickst erfüllt Alles mcitere berührt ihn nicht mehr. Es ist nunmehr Sache der Berufsgenossenschaft, sich mit dem Angcltellten Über dessen Entscklädigungsansprüche direkt auseinanderzusetzen. Die Bemfsgenossenscklaft selbst nrirb von den Unternehmern gebildet und auch von ihnen selbst verwaltet. Die Uiilernehmer Vie Universität Frankfurt und der vudaetaurschutz des preußischen Abgeordnetenhäuser. Der Budgetausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses begann am Mittwoch mit der Beratung des Kultushaushalts und nxmhte sich auch der Frage der Universität Frankfurt a. M. zu. Der Berichterstatter fragte den Minister, ob es richtig sei, daß an der Frankfurter Universität keine theologische Fakultät errichtet werden solle, und ob die Stifterin der Universität die Kommune Franlfurt a. M. sein werde. Der Minister antwortete, das; ausführliche Mitteilungen über den Plan der Universität fehlen, betonte aber, daß bisher noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt und auch weder ein Antrag eingelangt, noch vom Ministerium eine Entscheidung getroffen sei. In der Aussprache wurde namentlich von freikonfervativer und nationalliberaler Seite die staatsrechtliche Frage behandelt, wer denn das Recht zur Errichtung der Universität habe: der Staat oder der König. Während aus der Mitte des Ausschusses erklärt wurde, daß die Universität nicht ohne Mitwirkung des Staates und damit auch nicht ohne die Mitwirkung der Volksvertretung errichtet werden könne, berief sich der Minister zu Gunsten seiner Behauptung, daß dies das alleinige Recht der Krone fei, auf die Rechtsgutachten der bekannten Rechtslehrer Anschütz-Berlin, Löhning-Halle und Hubrich- Greifswald. Auch vom Zentrum wurde mit aller Deutlichkeit betont, daß ohne gesetzliche Regelung die Gründung einer Universität unmöglich fei. Sämtliche Parteien, mit Ausnahme der fortschrittlichen Volks Partei, verhielten sich dem Plane gegenüber außerordentlich skeptisch, insbesondere wurde dabei auch das Interesse der Universitäten Marburg und Münster ins Feld geführt. Von fortschrittlicher Seite wurde der Plan sympathisch begrüßt, nament licti deshalb, weil hier in Deutschland zum ersten Male durch private Stiftungen ein großartiges wifsenschaftliches Institut geschaffen werden solle, wie dies in anderen Kulturländern längst der Fall sei. Ter Minister habe daher mit Recht gesagt, es sei ein nobile officium der Unterrichts Verwaltung, einen solchen Antrag nicht von vornherein abzuweisen. Auch sei das Bildungsbedürfnis gewiß vorhanden, denn von den preußischen Universi- täten kämen fortgesetzt Klagen über unhaltbare Zustande, beispielsweise an den Universitäten Bonn und Miel, worüber bei den einzelnen Titeln gesprochen werden soll. Ter Fi- ilanzminister bestritt das Vorhandensein solcher Mängel. Zur Frage der Errichtung einer theologischen Fakultät wurde von fortschrittlicher Seite darauf bin- gewiesen, daß das Bildungsbedürfnis in Hinsicht der Theologie an den bestehenden Universitäten vorläufig durchaus befriedigt 1 Derben könne. Von einem Zentrumsredner wurde die Frankfurter Universität sogar als eine Vergnügungsuniversität bezeichnet, worauf ein fortschrittliches Ausschnßmitglied bemerkte, daß eine solche Behauptung keiner Widerlegung würdig sei. Dieser Redner verwies u. a. darauf, daß seit Jahr und Tag in Frankfurt a. M. ein Gelehrter wirke, der eine epochemachende Erfindung im Interesse des Fortschritts der Wissenschaft und der Menschheit gemacht habe. In der Aussprache spielte auch die Erörterung eine Rolle, ob der H a u s h a l t d c r F r a n k - furter Universität der Prüfung der Oberrechnungs- fammer unterliegen werde. Dem mürbe aber entgegengeyal- ten, baß ber Haushalt kommunaler Gymnasien usw auch nicht ber staatlichen Prüfung unterstehe. Ttr Minister betonte, baß bie Universität Frankfurt im wesentlichen auf benselben Grunblagen organisiert werben müßte, wie bie anberen Universitäten, also baß bie Professoren vom Staate auf Vorschlag der Fakultäten ernannt werden. Bon einer Entschließuiig über die Frankfurter Universitätsfrage wurde wegen der Schwierigkeit der Sache abgesehen. Aus Öen Reid)stagsausfd)üfien. :: Berlin, 6. März. Der verstärkte Geschäftsordaungsauslchuh begann heute bie Beratung ber auf Abänderung der Geschäfts ordnung gerichteten Anträge Die erste Gruppe betrifft die B c • Handlung der Anfragen, worüber die Geschäftsordnung, in den §8^.32 und 33 Bettimmungen trifft, und insbesondere die Beseitigung des im 8 33 gegebenen Verbots ber Stellung von Anträgen bei der Besprechung einer Anfrage. Tie Nationalliberalen und bie Volks Partei gehen im Ausschuß mit gemeinsamen Anträgen vor. Tas Zentrum beantragt zunächst eine Verdeutschung des Wortes Interpellation in „selbständige Anfrag e". Diese Fassung wurde aber einstweilen abgelehnt. Sodann will der Zen trumöantrag auch eine schriftliche Antwort des R e i H s^ kanzlers zulassen, wenn die Ansragesteller sich damit begnügen: diese Anfragen und Antworten sollen dann periodisch in tabclla- riidjcr Form dem Reichstag bekannt gegeben werden. Dies soll die sogenannten „kurzen Anfragen" ersetzen, deren Einführung von der Linken beantragt wird, die im Gegensatz zum Zentrum in jedem Fall eine mündliche Antwort verlangt. Ein weiterer Antrag des Zentrums will für ben Fall, daß zahlreiche Anfragen vorliegen, die Festsetzung eines bestimmten Wochentages, also nach Art des Schwerinstages, für Initiativanträge julaffen, an dem die Verhandlungen stattzufinden haben. Heute wurde gegen bie Stimmen der Konservativen zunächst eine wichtige Neuerung gegenüber dem bestehenden Rechtszustande beschlossen: der Reichstag soll eine Besprechung der Anfrage auch bann beschließen können, wenn der Reichskanzler eine bestimmte Erklärung, ob und wann er antworten wolle, nicht abgibt, ober bie Frist zur Beantwortung auf mehr als zwei Wochen bemißt. Das Reichswohnungsgeseh in Aussicht. Der Budgetausschuß des Reichstags setzte heute die Beratung der ihm überwiesenen Titel des Haushalts des Reichsamts des Innern fort. Bei Hem Titel Kleinwohnungsbau stellte Staatssekretär Delbrück die Entscheidung der verbündeten Regierungen über bie Frage einesReichswohnungsgesetzes, worüber er ja in seiner (Ein unbekannter Gespräch Goethes. Ein hochbedeutsames Gespräch des Polen (Sniarb Kosmian mit Goethe im Jahre 1830, das in der Vor kurzem vollendeten zweiten Llusgabe ber Gespräche Goethes von Biedermann, ber vollständigsten Sammlung mündlicwr »lussprückx des Dichters, nicht zu finden ist, wird von Graf Michalvwski im „Temps ' veröffentlicht. Der Besucher Kosmian war ein begeisterter Nattonalpole, der später am Hofe Napoleons III. lebte unb 18G4 geitorben in. Äon seinem Gespräch mit Goethe gibt er int vierten Bande feiner 1894 in Lemberg veröffentlichten Briese solgende wichtige Darstellung: „1830 wurde ich in Weimar von Goethe empfangen. Auch nicht um eine Sekunde verblümte ich bie etunbe, die in bem kleinen, von Goethe iclbft geschriebenen Stilett angegeben war, bas mich mit folgenden Porten entlud^ ,,rct । Geheime Rai und Staatsininister des Grotzberzogs von ^acknen- Seimar, von Goethe, wünscht >xrrn Kosmian morgen, Sonntag um 12 Uhr zu empfangen." Goethe empnng Mich in dem Zimmer, wo sich seine gewöhnliche Abendgesellschaft zu versammeln pflegte Ta ich meine'Kenntnis der deutschen Sprache nicht Tur genugenb hielt, um mich in ein Gespräch mit ihm nitoulaiicn, anüwrtete ich französisch auf seine 1 lebensiourbigc Amprach^ mbem id) Hinz ii fügte, daß ich ihm das kostbarste, Andmken mnnerRm^ verdanken mürbe. „Mit Vergnügen^ sehe ich e-, antwortete Goethe französisch (er sprach diese Sprache langsam, aber mtt Leichtigkeit^ „ivenn die Fremdeti Mich besuchen kommen, ebre Gesellschaft ersetzt mir das Reisen, ein Bergitugen, da- ich m meinem ''fiter notwendigerweise entbehren mutz, ^nit *> iimen plaudere, habe ich das Gefühl, ferne Lander zu durchstreifen, ohne daß ich mein Haus verlasse. Leute v ih in Polen," fügte er lächelnd hinzu. Das war die Einleitung eines Gespräches «ber mein Bat erfand, über seine Vergangenheit, seine Gegenioart^tim 54 sprach mit Goethe von dem neuen Geitt, der mum ^rv- Dung in der polnischen Literatur, von bem 0* “ ^erneu -Schule, Mickiewi«, dessen Bekanntschatt Goethe einige --io»at vorher gemacht hatte. „Ich bedauere lebhaft, „ lagt«: er, ,, -Aeistern-rrke Ihrer alten und neuen Literatur mcht kennen lernen -u können. Ich würde mit Vergnügen ihm Entwicklung f g - Die Bemühungen, die Poesie zu natioiialiueren, ihr id orüngllchkeit wiederzugebeu, sind gut unb üblich, abe erste diese Mfgcche unternehmen, müßen sich vor lu. treibung hüten, um so die von allen Neuerern begangenen Fehler zu vermeiden. Tas Uebermaß des Eifers, ber Fanatismus möchten schädlich wirken können. Man muß neue Formen schäften, ohne bie alten herabzusetzen Es sclieint mir, daß diese im Entstehen begriffene Schule mit Vorliebe nationale Gegenstände wählen wird. Sie wird in ber Geschickte, in den Legenden, in der Volksphantasie, sogar im Aberglauben suchen. Jede Nation hat ihre eigentümliche Quelle der poetischen Inspiratwu unb sie muß daraus schöpfen. Die Vergangenheit Polens ist reich an Poesie, ihre Geschickte enthält Episoden, Eharaktere, würdig, einen Dichter zu begeistern. Ick finde es merkwürdig, daß keiner Ihrer Schrift^ stellet den Gedanlen gehabt hat, fick mit dem Leben Kasimirs des Mönches.zu bcfd)äitigcn: man würde aus diesem Gegenstand ein Gedicht ober ein historisches Drama ziehen können, bas erfüllt wäre mit interessanten Bildern. Stellen Sie sich nur diesen jungen Mann vor, den eine univürbige Mutter sein Vaterland fliehen läßt, mbem sie ihm den Haß gegen seine Heimat und Inne Laiidsleute einprägt Der Krone beraubt, geht er ins .ylöstet, trotz seiner Jugend, seiner Schönheit, seines königlichen Ursprunges, um den Wünschen seiner Mutter zu gehorchen Stellen Sie sich diesen inneren Kampf vor zwischen den religiösen Gefühl cn und dem leidenschaftlichen Begehren einer Jugend, die sich entfalten will Nachdem er es besiegt hat, legt et feinen Namen ab zieht sich aus der Welt zurück unb wirb Mönch m Cluny. Plötzlich geht das Gerücht, daß Abgesandte eines fernen Volkes nack Glutin gekommen sind, um hier tüten Herrscher zu suchen. Getreu feinem Gelübde entzieht sich Kasimir ihren Blicken: die Abgesandten verlieren alle Hcnfnung, ihn mitten unter den zah. reichen Mönchen zu erkennen. Doch bie Traurigkeit ferner Untertanen, bie Erzählung der Leiden, unter denen Polen schmachtet, erwecken im Herzen des jungen Prinzen «nie GeruhtEine Träne verrät ihn : bie Boten erkennen ihn. Er kann nicht mehr verheimlichen, daß er ihr Herrscher ist. Et neigt sich vor bem Willen Gottes und empfängt bie Krone, die zu innen A k a d. D ä r e r - B u n d : Wiederholung der John Gabriel Borkmann-Aufführung. Abends 7'/, Uhr tu der Turnhalle. •• Lehrerpersonalien. Ueb ertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Nud. Blank aus Haarhaufen eine Lehrerslelle an dec Höheren Bürgerschule zu Badenhausen. •• Richterperjonalien. Der Großherzog hat den LandgcrtchtSrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Aug. Nagel zum Landgertchtödlreklor bei biejcm Gericht ernannt. S Arofdr $ entstand » nble auf bi i freistehende < ünbrannfe. ' : 2 Sief) retten ! »uer total au Ä --sanken, tu r- Feuer Vers I 'vd nicht eher ! - ui der Mühl ^-Wigma W'nb« verheirat fr vermiht fr.-^br Moderne F'scherS 'äg der Mar hat. Die .-'n. MrÄüsse: „Ter M"'es zu und f> ■Btü es technisch ■r bezeichnet es Wichen Singei ttd wird." ä Fried I - lubilau . -ts findet I I .^nntag en ky.i 5*3 Hin LE Iinen sehr I; ijrfoninin I einem < I «er)nni L w .-kN entge I -alte, d I aus bei I.^Mehrei^ ba5 grö^1 > bei ti1 ®u|, ■ *? 's« ° *♦ Die Bewaffnung der hef fischen Gendarmerie. Man schreibt uns: Infolge der in letzter Zeit wiederholt vorgekommenen gewalttätigen Ausschreitungen von Zigeunern, bei denen Gendarmen und andere Sicherheitsbeamten im Kampfe durch Schüsse verletzt oder sogar getötet wurden, war es notwendig geworden, ein größeres Gendarmerie-Aufgebot in einen Teil des Kreises Lauterbach zum Schutze der Bevölkerung zu kommandieren und hauptsächlich die an dem Mord des Mrsters Romanus aus Meßig beteiligten Gebrüder Ebender festzunehmen. Zu solchen außergewöhnlichen Tienslverricktungen, wo es sich um Verfolgung von Verbrechern handelt, sind die hessischen Gendarmen (Fußgendarmen) mit einem veralteten, nach dem Gewehr M 71 umgearbeiteten Chassejwtgewehr ausgerüstet, das wohl vor über 40 Jahren eine moderne und gefürchtete Schußwaffe gewesen i|t, aber gegen die heutigen Gewehre der Truppen eine vollständig unbrauchbare Waffe ist, die wegen ihres größeren Kalibers wohl einen großen Knallefselt erzeugt, aoer teine genügende und sichere Tragweite besitzt. Auch ist die Feuergei chwinüigkert wegen der Einzelladung des Gewehres gegenüber den neuen Sckuß- roajien sehr im Nachteil. Mir diesen veralteten Gewehren sollen nun die Gendarmen, größtenteils Familienväter, den Zigeunern gegenübertreten, die mit den modernsten Waffen aller Art verfehen sind und einen Beamten, ehe dieser aus Schußweite herangewmmen ist, mit ihren besseren Schußwaffen zufammenschießen rönnen. Ter Genoarm ist der größte Feind der Zigeuner, er muß in Wäldern ost einer größeren Bande allem gegenübertreten und ist daher der Gefahr ausgesetzt, sich in einen Kamps mit denselben einzulassen. Man sollte deshalb den Gendarmen, die ihr Leden täglich aufs Spiel setzen, bessere Massen in die Hand geben, d>e wenigstens denen der Zigeuner nicht nachstehen. ** Die Verwendung der Erträgnisse des Blumentags. Bald nach der Abrechnung über den allgemeinen hessischen Blumentag im Mai 1911 wurde aus der Bevölkerung heraus Der Wunsch laut, es möchte über die Verwendung der eingegangenen Gelder Aufklärung gegeben werden und es wurde die Erfüllung dieses Wunsches von der Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen zugesagt. Nunmehr kann diesem Wunsche Rechnung getragen werden. Der Schwerpunkt der Tätigkeit Der Zentrale liegt in Der Einrichtung ärztlicher Beratungsstellen, in Denen Ntüttern unentgeltlich ärztlicher Rat über Die Pflege und Ernährung ihrer Säuglinge erteilt wirD. Nur ausnahmsweise sollen Den Müttern Unter- ftüeungen unD Beihilfen gegeben werden, in erster Linie sollen sie in StanD gesetzt roerDen, sich selbst zu helfen. Die Beratungsstellen haben sich sehr beivährt, sie roerDen stark besucht. Zur Einrichtung Der Beratungsstellen hat Die Zentrale aus Den Erträgnissen Des Blumentages im letzten Jahre airta 30 000 Mk. verroanDt. Es bestehen Beratungsstellen in Alsfeld, Alzey, Arheilgen, DarmstaDt-Bessungen, Bingen, Birkenau, Bensheim, Bretzenheim, Tübingen, Darmstadt-Stadt, Dieburg, Eberftabt, Friedberg, Gernsheim, Gießen, Griesheim, Grotz-Gerau, Groß-Umstadt, Hechtsheim, Heppenheim, Kostheim, Lauterbach, Mainz, Michelstadt, Neu-Isenburg, Ober-RoDen, Offenbach, Pfung- staDt, Viernheim, Worms, Weisenau, WeiterstaDt, Wimpfen (in Vorbereitung Butzbach u. a. m.). In Notfällen roerDen in Den Beratungsstellen Beihilfen in Naturalien, Hafer, Tropon, Milch usw. gegeben. Allmählich sollen Beratungsstellen in allen Orten mit mehr als 3000 Einwohnern errichtet werben, es werden beshalb die Anforderungen in den nächsten Jahren erheblich steigen. Zu den 30 000 Mk. für die Beratungsstellen kamen 8500 Mk. an Honorar für die Aerzte der Beratungsstellen, ein einmaliger Zuschuß von 1500 Mk. an das Säuglingsheim in Gießen, ein? Zuschuß von 2300 Mk. an die Hebammenlehranstalt in Main-,: ein Zuschuß der Zentrale an die in Darmstadt bestehende Milcht Zuschuß zu den Kosten des Eleonorenheims in Darmstadt von 9270 Mk. Für Vorträge von Aerzten, für belehrende Druckschriften, Stillregeln und Merkbüchlein (von denen etwa 40 000 Stück verteilt wurden), für Säuglings- und Wäschebündel wurden größere Beträge aufgewandt. Im Anschluß an die Beratungsstellen wurde die Einrichtung getroffen, den Frauen, Denen VerwanDte oDer FreunDe nicht beistehen können unD denen eine bezahlte Hilfskraft fehlt, für die ersten Tage nach Der Entbindung eine Hilfe zum Waschen, Kochen, Putzen, — eine sog. Haus- pflege — unentgeltlich zu stellen. Diese Einrichtung ist sehr beliebt; sie hat schon manche arme Mutter, die sich durch zu frühes Ausstehen und Arbeiten im Haushalt dauernde Schädigung hätte zuziehen können, vor Siechtum und vielleicht vor dem Tod bewahrt. Eine derartige Hauspflege wird sich allmählich auch in den Gemeinden unter 3000 Einwohnern, wo Beratungsstellen nicht möglich sind, einführen lassen. Außerdem sollen in sämtlichen Kreisen beamtete Helferinnen der Zentrale (Kreispflegerinnen) an- gestellt werden, deren ausschließlicher Wirkungskreis der Landbevölkerung gelten wird. Für die Landkreise von Mainz und Darmstadt sind derartige Kreispftegerinncn schon in Tätigkeit, die weiter vorhandenen drei Pflegerinnen erstrecken ihre Tätigkeit vor Der HanD über Das ganze Land. . ** Kun st verein. Tie für die neue Ausstellung bestimmten Gemälde sind eingetroffen. Es werden diesmal Werke des Münchener Malers George von Hoeslin zur Ausstellung gebracht. **EineMonatsversammlungdesKrieger- vereins Gießen fand am Dienstag statt. Nach Erledigung einiger geschäftlicher Anyelegenyeiten hielt der erste Vorsitzende, Staatsanwall Trümpert, einen sehr lehrreichen Vortrag über „das eheliche Güterrecht des bürgerlichen Gesetzbuchs". Der Besuch der Versammlung hätte besser sein dürfen. Zwei weitere Vorträge stehen in Aussicht. Mitte April spricht Referendar Dr. Locher über das Erbrecht des bürgerlichen Gesetzbuchs und Mllte Mai Oberlehrer Dr. Faber über ein Thema aus der deutschen Literatur. ** Zum Konzert des Evang. Arbeitervereins wird uns geschrieben: Musik- und Gesangsfreunde Dürfte es interessieren, Näheres über Die einzelnen Programmnummern zu erfahren. Zunächst wäre zu erwähnen, was aus Mehuls „Joseph" zum Vortrag auSgewahlt ist. ES ist dies vor allem Die „O uo e r- türe", die in ihrer schlichten Größe rwch heute wie vor hunDert Jahren wirkt, sodann Das „Morgen geb et Der Israeliten", Das geradezu als Schulbeispiel gelten Darf, für Die Erreichung höchster Wirkung nut einfachsten Mitteln (Der Chor, abwechselnb Männer- unb Arauenchor, später gemischt, wirb nur von »roei Trompeten und zwei Hörnern eingeleitet unb begleitet). Tie „R o - manzedesBenjamin" wirb in der Uebertragung für O b o e- Solo mtt Der Original-Begleitung zu Gehör gebracht. Den Beschluß der Stücke aus „Joseph" bildet Der herrliche Chor Der jungen Aegypterinnen ,Ä!obt den Herrn mit Saiten» spiel unb Harfen". *♦ Vom Natur Heilverein Gießen wirD uns geschrieben: In Dem am Freitag ün Steins (harten stattfindenden Vortrag über „Liebe unD E h e" nnrb Schriftsteller Emü Peters u. a. folgende Einzelheiten besprechen: Wann sollst du heiraten'? Soziale und wirtsä-aftliche Grundlagen Der Ehe. Moderne Sittlich- keitsbegriffe des Mannes. Tas Weid von heute. Zweck der Ehe. Vom Wesen Der Liebe. Was ist WahloerwanDtschast? Geistige unb biologische Werte. Tie „Rätsel" der Liebe. Gelbehe unb „Versorgung". Liebesschacher. Natürliche Geschlechtsauslese ober gesellschaftliche Wahl? Tie Liebe, eine formende Kunst. Tie Gatteuwahl. Physiologie ber Sinne. Ter Schonheitsoegrift bei Weib und Mann. Männliche und weibliche Liebe. Geschlechtliche Zuchtwahl. Mäniüiche unb werbliche Gefchl echtscharallere. Tie Zeugung. 2ad Gesetz ber Verervung. Aikoholismus. Wen darfst Du betraten ? Die Geschlechtstrantheiten in der Ehe. Ehe unb Prostitution. Der Geschtechtstrieb, ein Führer zur Regeneration. lLschlechtAehen m der Ehe. Die Folgen lugenüllcher Verirrungen. jvrrtschaflSpolitischen Rede im Plenum vor einigen Tagen eingehende Ausführungen gemacht hatte, für Den Beginn Der Herbsttagung in Aussicht. Aus Antrag der National- liberalen und des Zentrums soll Die Bilbung eines besonberen Ausschusses von 21 Mitgliebern für bie Beratung sämtlicher auf Die Wohnungsfrage bezüglicher Initiativanträge Der Parteien oorgeschlagen werden. Es rourDe schließlich eine eon national- liberaler Seite beantragte Entschließung angenommen, die Den Reichskanzler um Die Vorlegung eines Gesetzentwurfs ersucht zur Revision Des Vereinszollgesetzes vom 1. Juni 1869, woDurch die Bedingungen fettgestellt werben, unter benen ber Bunbesrat einen Erlaß von Abgaben beschließen kann. Ter WahlprüfllvgsauSschuh hatte auch in seiner heutigen Sitzung mit der Prüfung der WahldesAbg. Dr. Becker (natl.) zu tun und verwendete fast Die ganze Sitzung darauf. Abgesehen von den beiden Sprendlinger-Stirnrnen hatte die Prüfung der Wahleinsprüche gestern den Stand des Dr. Becker noch um eine Stimme verbessert. Auch heute konnten ihm mehr Stimmen zugezähll werden als seinem Gegner. Wegen weiterer Stimmen aber, die nach der Behauptung der beiderseitigen Proteste von Entmündigten u. dgl. abgegeben sein sollen, ist eine Untersuchung an Ort und Stelle erforderlich. Darum beantragt der Wahlprüfunysausschuß beim Plenum Beweiserhebung. Auch diese soll, wie auch in den sonstigen Fällen, nach Möglichkeit beschleunigt werden, wie ja auch die Beschlüsse des Wahlprüfungsausschusses im Plenum des Reichstages zu schleuniger Erleoigung kommen werden. Tie ursprüngliche Absicht, sie formell als „schleunige Anträge" zu behandeln, läßt sich nicht durchführen, da die Geschäftsordnung des Reichstags schleunige Anträge nicht kennt. Dem Sinne nach aber wiro sie durchgeführt werden. Die Verhandlung im Plenum wird stattfinoen, wenn der> Antrag des .Wahlprüfungsausschusses etwa drei Tage in den Händen der Mitglieder gewesen ist. — Nach Erledigung dieser Wahl prüfte der Ausschuß noch die Wahlen der Abgg. Tunajski 'Pole, Preuß.-Skargardt) und Jckler (natl., Göttingen). Beide Mandate wurden für gültig erflärt. I bi V PkT* I htau en,t>c Kreis AlSfeld. w. Alsfeld, 5. Rtärz. Stadtvorstandssitzung. Zu Beginn der Sitzung gab Pinächst Gemeinderat Jakob eine persönliche Erklärung dahin ab, daß es ihm fern gelegen habe, mit dem in der letzten Beratung wegen Herabsetzung des Lichtstrompreises von 50 auf 40 Psg. pro Kwsl. gebrauchten Ausdruck „bestellte Arbeit" irgendwie das Ministerium des Innern zu beleidigen. — Po st Verbindung Alsfeld-Neustadt. Tie Postverwaltung wlll das bier bestehende Privatpersonenfuhrwerk künftig eingehen lassen, wenn nicht die interessierten Gemeinden einen jährlichen Zuschuß zu den Kosten leisten. Nach längerer Ausfprache, in der die wenig oerkehrssreuttdliche Haltung der Postver- waltung wiederholt betont wurde, beschloß man, einen jährlichen Zuschuß von 100 Mk. zunächst auf die Dauer von 3 Jahren zu bewllligen. — Bezüglich der Eigentumsverhältnisse an dem Grundstück Flur XXXIL1 Nr. 68, das zwar im Grundbuch der Stadt Alsfeld auge- schrieben ist, aber feit unvordenklicher Zeit im Besitze anderer Personen gewesen ist, wird beschlossen, in Die Ueberschrctbung aus den Flamen des derzeitigen Besitzers einzuwilligen, wenn dieser eine Entschädigung von 50 Mk. an die Stadl bezahlt — Die Angelegenheit wegen Ankauf von Gelände zwecks Verwertung bei der Feldbereinigung wurde der landwirtschaftlichen Kommission zur näheren Prüfung überwiesen. — Ein Gesuch um Ueberlassnng einer Erb begräbnisstätte wurde genehmigt. — Volkss chul' neubau. Ter Zuschlag für die Lieferung der Schulbänke wurde der Alsfelder Möbelfabrik zu ihrem Angebot vor 2166.50 Mk. erteilt Für die Anschaffung von weiterer 8 viersitzigen Bänken wurde außerdem noch ein besondere: Kredit von 144.50 Mk. bewilligt. — Zur städtischer Müllabfuhr wurde beschlossen, dem Fuhrmann Heinrul Ernst Koch das Abfahren für weitere 3 Jahre zu Dem seil herigen Preise von 9 Mk. für den Tag zu übertragen. § Aus dem nör d lichen Lberhessen, 6. März Tie Aufregung der Bevölkerung über die Zigeuner, du durch die irrmorbung des Försters bei Schlitz zunächst o« Dortigen Bezirke ergriff, hat sich auch im Kreise Alssell überall verbreitet Durch Die Anordnung des Kreismnü daß nachts in j ehern Torfe scharfbewaffnete Posten die Dors- eingänge bewachen, erhielt Die Zigcunersurcht einen wtv teren Impuls. Sie beginnt aber jetzt schon abzuflauen, obschon Die Posten nachts von 10 Uhr bis 4 Uhr noch drautzei. Wache hallen. Die Xüren und Fenster werden zeitiger nno I "U Friedb I : i'tssen (sog I i.-itiag im ® I. --rLenllich I I --jr$ D. ^9 I $lung dcö 3 I -,r lionb in I - gtmtinfomtn jr:reibt wie c ■tjitfcert für d ■fr Lttusnchtigv W -.-ungSttcht ii fr: an. I HI. Darms) L ait dm Zusl ii) Tarlehn- Alls < ava ö0 Jaf Ttim, da aus i :en Geschästsi Lmu und Leck ii Kj’uäung eine izijahl gefälscht i Lingen, Deutsches Reich. Aus Wilhelmshaven wird berichtet: Der Kaiser ist am Mittwoch um 12 Uhr an Bord der „Deutschland" bei regnerischem Wetter nach E u x h a v e n in See gegangen. Im Fahr» wasser folgte der kleine Kreuzer „Hela" mit dem Chef Der Hochseeflotte, Mmiral von Holtzendorff. Der „Berliner Lokalanzeiger" melDet aus Berlin: T i e b e i - Den Wehrvorlagen sind dem Bundesrat zugegangen. In Den nächsten Tagen roerDen Die Wehrvorlagen halbamtlich veröffentlicht. Tie Flottenvorlage bringt Das Dritte aktive GeschwaDer, Das gewonnen wirD Durch Verzicht auf Das Reserve- slottenflaggschiff, weiter durch Verzicht auf die Materialreserve unD schließlich durch Den Neubau von Drei Linienschiffen unD zwei kleinen Kreuzern. Die Ausgaben beginnen mit 15 Millionen und steigen in fünf Jahren auf 45 Millionen. Der Reichskanzler setzte sich erst mit Den Finanzministern Der Einzelstaaten in VerbinDung. Tas Wolft'sche Bureau fügt Dieser Notiz fol- genDe Bemerkung zu: Amtliche Auskunft über diesen Gegenstand wird nicht erteilt. Wegen der Reichstagspräsidentenwahl am nächsten Freitag ist eine Einigung zwischen den Fraktionen bis heute noch immer nicht erfolgt. Nach dem augenblicklichen Stande der Angelegenheit erscheint, so schreibt man und aus Berlin, eine solche Einigung auch nicht möglich, da die Nationalliberalen ihre Absicht, nur einen Kandidaten für den Präsidentenposten zu normieren, nicht aufgegeben haben. Die fortschrittliche Volkspartei wird diese national- liberale Forderung unterstützen. Die sozialdemokratische Fraktion wird jedoch für einen nationalliberalen Präsidenten nicht stimmen, da die Nationalliberalen erklärt haben, daß sie ihre Stimmen zugunsten der Sozialdemokratie bei der Wahl von Vizepräsidenten nicht abgeben werden. Die sozialdemokratische Fraktion wird sowohl bei her Präsidentenwahl als bei per Wahl des ersten Vizepräsidenten für ihre Kandidaten stimmen. Das Zentrum und die gesamte Rechte werden bei der Präsidentenwahl für den Kandidaten des Zentrums stimmen und bei der Wahl des ersten Vizepräsidenten für den Kandidaten der Konservativen. Ueber die Taktik bei der Wahl eines zweiten Vizepräsidenten steht indes noch nichts fest. Das „Berliner Tageblatt" meldet aus Leipzig: Bon dem Verein der Fortschrittlichen Volkspartei für Leipzig und Umgebung war der frühere Pfarrer I a t h o für einen Vortrag über geschichtlick-e und persönliche Reliaion geladen worben. Zu dieser Versammlung hatten außer den Mitgliedern auch ein* geladene Gäste Zutritt erhalten. Das Polizeiamt hat jedoch, in der Annahme, daß diese Versammlung den Charakter einer öffentlichen trage, den Vortrag untersagt. Die W i r t s ch. V e r e i n i g u n g hat zur zweiten Lesung des Etats eine Reihe von Entschließungen eingebracht, von denen eine auf Grund der Reichsversicherungsordnung die Schaffung von Berufsgenossenschaften für den Kleinhandel und die Gärtnereien fordert. Tie Fortschrittliche V o l k s p a r t e i hat eine Entschließung eingebracht, in der sie den Reichskanzler ersucht, unter gleich- mäßiger Zuziehung von Mitgliedern aller ^Fraktionen des Reichstags önentliche Reichsenqueten zu veranstallen und zwar über das Interesse der einzelnen Gewerbezweige an der Zollpolitik, über die Lage der Landwirtschaft und das Jnertesse der verschiedena^igen landwirt- schaftlichen Betriebe an der Zollpoltlll, über hie Einwirkung her Zollpolitik auf die Konsumenten, sowie auf die Finanzen vom Reich, Bundesstaaten und Gemeinden. X Nid Da, 6. März. Ter Verein „Krankenpflege' . hielt gestern seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzcnhe grr. ■ Stork bezeichnete bas Jahr 1911 als eins Der günstiasten tu jeder I Beziehung; Denn einmal wuchs Durch zahlreiche ZuwenDungcn -1 Das Vermögen Des Vereins mehr Denn je in einem anDcrn Jahre; 1 soDann ist Die MitglieDerzahl auf Der Höhe geblieben (350;; endlich ist für ein neues Krankenhaus ein verhältnismäßig billiger, aber sehr schön unb gesunb gelegener Platz erworben worden. Auch war ber Gesunbheikszustanb im abgelausenen Jahre gut. Die von Rechner Ruppel vorgetragene Rechnung ergab in Entnahme 4321,74 Mark, in Ausgabe «einschließlich ber ausgeliehenen Kapitalien) 4214,92 Mark. An Sck-enkungen hatte Der herein int ganzen 3127,21 Mark erhalten. Tie Hauptversammlung gab Die Genehmgiung zum Erwerb Des Bauplatzes. Tie ausschetdcn- Den Mitgliedern Des BorstanDes, Bürgermeister Erk, Rentner Rcn- ning und Gastwirt Ruttmann wurden wiedergewählt. Zum Schluß teilte Oberst z. D. Weimer mit, Daß Die Wiederbelebung Deo seit 1897 ruhenden Vereins vorn „Roten Kreuz" beschlossen fei, nicht etwa für Kriegszwecke allein, sondern um zu jeher Zeil für Unglücksfälle ausgebildete Leute zu haben, bie in geschicttei Weife Hilfe leisten könnten (Sanitätskolonne). Er richtet an bie Versammlung bas Ersuchen bes Vereins zum „Roten Kreuz' für ben Fall eines Sieges in bem gegenwärtigen provisorischer unb später in dem neugebauten Krankenhaus Räume zur Unterbringung unb Verpflegung von Verwunbeten zur Verfügung zu stellen. Das Gesuch wurde einstimmig bewilligt. 1870/71 Hai in Nibba ein Lazarett bestauben, im „Gambrinus", in bem zahlreiche Verwunbete gepflegt unb geheilt wurden. — Gestern zogen Sahlreichc Scharen Kraniche über unsere Stabt nach Norden, öffentlich sind es keine falschen Propheten. Die Ba u tätig - c i t des „Gemeinnützigen Bauvereins" wird auch in diesem Jahre rege sein. Dem Vernehmen nach roerDen in der Nähe Des „Karlshofs" vier Häuser gebaut Tie Mittel zur Verhütung D.: Enirsängnts in ihrer fitthcen. gci'unbbeiuicfccn uiw voll-wirtschaftlichen Bedeutung. Tas ber Siebe in ber Ehe, wie es gerooniun, gewahrt und erhalten wird. " Branb. In verstossener 91ad)t gegen 4 Uhr Höne eine SchutzinannSpatrouille in dein Automaten »Restaurant em auffälliges Knistern. Ter Besttzer wurde geweckt. ES stellte sich heraus, daß im Lokale Die Holzgestelle brannten, auf denen bie Automaten stehen. TaS Feuer wurde ab» gelöscht unb so größerer Schaben verhindert. Tie EntstehungS» Ursache bedarf noch der Aufklärung. Landkreis Gießen. s. Lollar, 7. Marz. (Priv.-Tel.). Heute nacht wurden im Hangelstein zwei Bruder, Heinrich unb Philipp Fey, unter dem Verdacht der Wilddieberei verhaftet. Beide sind geständig und kamen nach Gießen in daS Untersuchungs- gefängniS. Ter eine der Verhafteten ist wegen Wilddiebere' mit zwei Jahren Gefängnis vorbestraft. ---Lumda, 6. März. Heute wurde ber seitherige Bürgermeister Peter Schultheiß zum vierten Mal mit 87 Stimmen einstimmig als 33ürgermei|lec wieder- gewählt. = Grüningen, 6. März. Am Montag abend veranstaltete der hiesrge Zweig verein des G ö a n_g. Bundes einen gutoesuchten Familienabend. Ter Saal der Benderschen Gastwirtschaft war bis zum letzten Platz besetzt. Nach gemeinsamem Gesang und srcu>'dllchen Bc- grüßunasworten des Vorsitzenden Kirchenrechnt.rs L e i b i cb hielt Missionar Gs eil-Frankfurt a. M. einen Lichtbilder- vortrag über die Arbeitsgebiete der Baseler Mission. Tie zahlreichen farbenprächtigen Bilder fanden auch hier, wie an anderen Orten, reges Interesse und lebhaften Beifall. Im Verlauf des Abends wies der Ortsgeistliche Pfarrer Römheld auf die Bedeutung der heutigen Zusammenlunft hin. Mit einem ermunternden und ermahnenden Sck)luß- wort des Missionars sand Der wohlgelungene Abend fein Ende. Daß er nicht ohne Eindruck an den zahlreichen Teil» nehmern vorübergegangen ist, haben die Spenden für Die Mission bewiesen, die von den Zuhörern dargebracht wurden. = Linden st ruth, 6. März. Am Sonntag fand ein Familienabend statt, der sehr gut besucht war. Es wurde geboten: Unter Vorbereitung und Leitung des Lehrers Hahn von den Schullindern Das Naglersche Singspiel „Vom Morgen bis Abend (aus dem Tageslebcn Des Kindes)" und Erzählungen aus Der Geschichte un- erer Gegend Durch Pfarrer Hofmann, beides ein- )erahnet durch Gesänge. Ter reiche und herzliche Beifall, >en das Singspiel erntete, war ein Zeugnis dafür, daß bic Annahme irrig ist, um wirklich zu fesseln, bedürfe es der sogenannten Schlager, der Machwerke, die weniger Tiefe als Aufputz oder Abenteuerlichkeit kennzeichnet. Kreis Büdingen. Tie 2 frommer setzte heule bs. Darmstadt. 7. Mär; 9luf Antrag deS die Gtnedbnahing deS Voranschlages fort >e" auSgcsctzt. Abg Dr. 2 sann tvitit da» Kapitel 13 ..Lands! Äapjtel 14 laatSminifterium" wird angenommen. ffe, werden Gin neuer Mordversuch GbenderS? veranschlagt zu Maurerarbeiten Kropp®1 Wäscherei ilhach täglich frucu Optima-Fahrräder Schützenktraße 11 Uw B7a Mann nach Gießen in die den Vorfall mit dem Z i- Zementrohrleeserung Steinzeugrohrlieferung Steinlieferung Aufsetzen der Steine ChaussierungSarbeiten Pflasierarbeiten empfiehlt sich in Herren- und HauShaltungSwäsche. Saubere Arbeit, schonende Behandlung, billigste Preise. seit Jahren anerkannt „vorzügliche Cnolitär Fa. C. Schaaf. SelterSw. 36 H Muschenheim in den Vorstand gewählt. Lich, 4. März 1912. Großyerzogliches Amtsgericht Letzte Nacttrictttcn. AuS der Hessischen Zweiten Kammer. der st".-.-; ftlen ■ lfc roitht, Paris, 7. März. Der König der Belgier wird am 17. d. M. auf der Rückreise von der Riviera hier eintresfcn und mit bent Präsidenten der Republik konferieren. Es sollen verschiedene afrikanische Kolonialfragen erörtert werden. Washington, 7. Mär; Dem Generalstabsches Wood wurden die vollständigen Mobilisierungspläne für 10() GOO Mann wegen der merikanischen Wirren unterbreitet. Zahlreiche amerikanische Familien verlassen das mexikanische Gebiet Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche 2Betterbtenfifte(le GH t ft e il WetterauSlichten in Hessen für Freitag, den 8. März 1912: Meist heiter und troden, kühl, in höheren Lagen Nachtfrost. canlenbilttrl tr Vorjivrnür d lünftiflüen in jtH iche öurotnbunfd lern andern Ich« lieben (350); m tnismätzig oillid erworben rooitc ifcnen Jahre ing ergab in w j der ausge1itd7- halte der Bar »lversammluna e Die aussldti» Erk, Rmlnri 5- vahlt. Zm LL." Bitbeibdtbung k | ntj" beschlossen, j um zu jeder s- i, die in ßtw >). Er ndjttte1 um „Roten tigen prov»on!» । Räume zur Uß= L« aus", in dem P - Gestern j'tabt nach Rc0- Die Bautari? id auch i" erden in der "9- f Mt?" Wasserdichte 1 ' Bugen- u-Zeltdeckcn liefert promot u. billig u. steht mit Sveztaloffert. gern au Diensten Ludwig Lazarus Asterw^3 s>ernfvr//k Arbeitsvergebung. Für die FcldbercinigungSgesellschast Hattenrod sollen durch schriftl. Angebot folgende Arbeiten und Lieferungen in einzelnen Losen vergeben werden. In unser Genossenschaftsregister wurde heute kiiUzetragen bei der Spar- und Darlehnslasse, e. ©. u. H., zu Muschenheim: Nikolaus Spieß III. zu -1 llschenheim ist auS dem Vorstand ausgetreten und °n seine Stelle der Landwirt Heinrich Hofmann II. Zn Kapitel 15, auswärtige und Bundesvt rh 475. 33. Mht Unterfu i.: 'n awteZ 'lc 6nt'V- Arzt gebracht. Bewaff- den Wagen und suchten ab, fanden ihn aber Gesetzliche Gesellenprüfung (Bezirk Lollar). Die diesjährige Gesellenprüfung findet im Monat tlpril statt. 2lnmeldungen haben bis zum 20. März ja geschehen und find 3 Mark Prüfungsgebühr bet beleihen zu entrichten. 5er Prüfungsausschuß d. Lrtsgcwerbes Lollar Rohrbach, Vorsitzender. D*/» „Haben Sie offene Beine, Kramvsadergeschwllre, Hautentzündungen, dann bringt Ihnen Zucker s,Saludcrma' rasch Erleichterung." Aerztl. warm empsohl. Dose 50 Pf. und 1 3)1. stärkste Form» bei W.Kilbinaer,Sellerew 79a, A. Roll, Bobnbosstr. 51 und Ernst Roll, Kaiser-Drogerie. --usses zu und spricht den Wunsch aus, daß die Eisenbahnbrücke, । broeit cs technisch möglich ist, naher nach Dingen zu errichtet :nb bezeichnet es al- ein dringendes Bedürfnis, daß direkt mischen Bingen und Rüdesheim eine Straßenbrücke gebaut wird." Bekanntmachung. Tie Holzoerneigerung vom 5. L MtS. ist genehmiat. Ausgabe der Abiuhrscheine bei den betreffenden Zahlstellen von Dienstag, 12. l. Mts. ab. Hol-überwetsung und erster Fahrtaa am gleichen Tage. B’/« Gießen. 6. Mär; 1912. Großh. Cberförfterei schlffenberg. Tran t wein. (*. Henneberg, Zürich Direkte BezrmsQuelle von Seidenstoffen jeder Art Schon vereollt! — Verlangen Sie Muster? (Dll/i bei Hofbäcker Ariedr. Noll 171 Mänsbnrg 12 ÜTröj .Ubier- Die Verdingungsunterlagen liegen auf Großherzoglicher Bürgermeisterei Hattenrod zur Einsicht offen. Angebote haben tn Prozenten des Voranschlages zu erfolgen und sind verschlosten, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 12. März 1912, vorm. 10 Uhr, bei Groß« herzoglicher Bürgermeisterei Hattenrod emzu- reichen, wo die Eröffnung statlfindet. Freie Auswahl ausdrücklich vorbehalten, Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 4. März 1912. B’/s Grotzh. Aulturin spektion Gießen. H. Steinbach. Kleine Lagerchroml. Am Mittwoch früh gegen 61/« Uhr erfolgte an der Kreuzung der Brunnen- und Invalidenstraße in Berlin ein Zusammenstoß zwischen einem OmnibuS und einem Straßenbahnwagen. Der 2lnprall war so heftig, daß der Omnibus, der voll besetzt war, umschlug. Dabei wurden 14 Personen verletzt. Von den vier schwerer Verletzten wurden zwei inS Lazarus-Krankenhaus und zwei nach ihrer Wohnung gebracht. Die Ursache des Zusammenstoßes ist vermutlich, daß die Bremse deS StraßenbahmvaaenS versagte, als der Wagen die steile Vctc- ranenstratze herabsuhr. Aus dem Dome in Pisa sind zahlreiche wertvolle Votiv- geaenstände und mehrere goldene, mü Juwelen besetzte Kreuze gestohlen worden. Ein Pullmanwaßen der kanadischen Nordbahn ent- gleiste gestern bet der Station Prince Albert im westlichen Kanada beim Passieren einer Brücke und stürzte aus einer Höhe von 20 Metern in den Sputh-Saskatschcwan- fluß. Man befürchtet, daß 10 Personen ertrunken sind und noch eine große Anzahl verletzt wurde, mehrere darunter sehr schwer. Nach Schluß der Redaktion geht uns folgende Drahtnach- richt zu, die wir mit Vorbehalt wiedergeben: 8 Ruppertenrod, 7. März. (Priv.-Tel.) Gestern! abend 9 Uhr ging der Sohn des Landwirts Losch in Kirschgarten von Rieder-Ohmen nach Hause. Aus einem hart am Weg liegenden S t e i n b r u ch wurden drei scharfe Schüsse auf ihn abgegeben. Eine Kugel pfiff ihm hart am Ohre vorbei und eine andere traf ihn in den linken Oberschenkel. Der Verwundete vermochte sich noch und wurde dann später Eingesandt. Gießen, 7. März. DaS Referat im Gießener Anzeiger über die Vorstellung im Stadttheater vom Dienstag abend „DaS Glück im Winkel" bedarf doch einer gewissen Ergänzung insofern, als es nötig ist, daß man die Personen auch nennt, die undeutlich gesprochen baben. Es war dies in der Hauptsache Frl. Mila de la Ehapelle, welche die Frau des Lehrers spielte. Man konnte ihrer Darstellung nur mit der gespanntesten Aufmerksamkeit solaen und hat sie öfters selbst in den vorderen Reihen nur sehr schwer, im letzten Akt überhaupt nicht mehr verstehen können. Wenn auch in diesem Sudermannsckxm Stück im allgemeinen eine diskrete Behandlung deS Dialogs erforderlich ist, so darf darunter doch die Deutlichkeit niemals leiden. Ein guter Schauspieler wird sich immer dadurch auszcichncn, daß er selbst bei leisem Sprechen deutlich bleibt und wer der Sprachtechnik in dieser Richtung nicht genügt, kann niemals als gut bezeichnet werden und verschließt sich selbst den Weg zu höheren Zielen. Auch Frl. de Bruyn, sonst eine sehr talentierte Dame, müßte sich in dieser Beziehung bessern. Ihr Organ klingt beim leisen Sprechen etwas belegt, deshalb ist für sie um so mehr deutliches und nicht zu leises Sprechen eine Notwendigkeit. Am besten sprach das neu engagierte Mitglied Herr Bruchwitz: aller- dings lagbei seiner Darstellung lautes Sprechen im Charakter der Rolle. Möchten sich doch Schauspieler, die es ernst mit ihrem Beruf meinen, ein Beispiel an der vollendeten Sprachtechnik des Herrn Possatt nehmen, der kürzlich den Nathan in Nathan der Weise hier darstellte und den man selbst bei leisestem Sprechen jede Silbe deutlich verstanden hat, hauptsächlich dadurck), daß er die Konsonanten nicht nebensächlich behandelt und selbst wenn er am Ende eines Satzes den Ton etwas fallen läßt, immer vollständig deutlich bleibt. Im übrigen war die Vorstellung „Das Glück im Winkel", was insbesondere die Darstellung anbelangt, wie schon in der Besprechung hervorgehoben, eine ganz vollendete und es ist nur zu bebau ent, daß sie durch solche bei einiger Aufmerksamkeit und gutem Willen leicht zu vermeidende Fehler um ihre Wirksamkeit gebracht worden ist. Ein Abonnent aus den vorderen Reihen des Parketts. Hessen-Nassau. 0 T? ar bürg, 6. März. Tas au- 2 Offizieren, 10 Ober- jä^em und 70 Mann bestehende Kommando deS hiesigen IägerbataillonS, welches seit dem 25. Februar zur Verfolgung der Zigeuner im Rböngebirge weilte, ist gestern abend wieder hier eingetroffen. Leider sind seine Bemühungen ohne Erfolg gewesen. — Tic philosophische Fakultät der hiesigen Universität verlieh dem bekannten Luftschiffer Major v. Abercron in Mühlheim den Titel eines Ehrendoktors. — Der mehrere hundert Mitglieder zählende Marburger Berschönerungsveretu hat wieder bedeutende Mittel zur Pcrsckiönerung und Instandhaltung der zahlreichen öffentlichen Anlagen und Promenaden bereitaestellt. DaS Hauptgewicht soll in Zukunft auf die Vermehrung der schattigenTalpromenaden gelegt werden. x AuS dem Ohm tal, 6. März. Seit aeftern ist die Lhm bei Kirchhain schon wieder aus den Ufern getreten. DaS Wiesental dort bildet einen großen See. ,'orgialtiger geschlossen «cks vorher lieber die Zigeuner, .»tsonders die Ebender, gehen in allen Orten die wildesten Kaubergeschichten um; diese Erzählungen sind alle glatt rhinben Tie Gendarmen sind aus der Schlitzergegend riebet in ihre Standorte zurückgekehrt. Daß man in manchen Ortschaften die Torfwachen nicht allzu ernst nimmt jnb einen sehr gefährlichen Scherz sich erlaubt, zeigt folgen .-es Vorkommnis. In der Mitternacht naht sich in einem Torfe einem Posten unter Gewehr eine verdächtig aus- vbenbe Persönlichkeit; verschallter Rock, tief in daS Gesicht .czogener Hut, Zigeunersprache sind Zeichen, die den Argwohn des Postens erregen. „Wer da?" schalltS dem Ber- Uchtigen entgegen. Keine Antwort. Auch dem zweiten mb dritten Ruf folgt Stille. Der Posten reißt das Gewehr cn die Backe, da ertönt der Ruf: „Ei, ich sein's ja!" Ein putsche aus dem Torfe hat sich den gefährlichen Spaß er- liubt. Der Posten war nicht Soldat gewesen und kannte nicht die Gewehreinrichtung, sonst wäre der Schuß losgegangen und das größte Unheil konnte geschehen. Kreis Friedberg. - Friedberg, 6. März. Zur hundertjähri- genJubiläumSseier 1913 des 13. Husar en-9t egi- ments findet hier im Gasthaus zum Gambrinus am nach- iten Sonntag eine Versammlung der Gruppe Friedberg statt. L. Friedberg, 6. März. Die ®oanjg. Konferenz ’ür Hessen (sogenannte Friedberger Konferenz) tagte heute nachmittag im Saale der .Drei Schwerter* dahier. Sie war nuöerorbentlid) stark besucht. Ter Direktor deS Prediger- semmarS D. Eger hielt einen fesselnden Vortrag über .Die Erteilung deS 'Religionsunterrichts in den Schulen*. Der Redner stand in feinem Vortrage ganz auf den, Standpunkte btt gemeinsamen Schule, wie sie daS heffifche Volksfchulgesetz oorschreibt, wie auch für Erteilung deS christlichen Unterrichts. Er fordert für den Geistlichen nur ein MitderatungSrecht an Str Beaufsichtigung deS Religionsunterrichts, fein 93eauf- ichtigungSrecht im allgemeinen. Eine rege Aussprache schloß ich an. 7000 Mark für bie Gesandtschaft i n Bert," mehr gefordert. StaatSmmister Ewald tritt für die $enillitning der Summe ein, ebenso die Adg.i Molkhan, Dr. dann und Dr. Weber. Abg. Raab vertritt btn sozialdemokratisch ;i Standpunkt. Da- Kapitel wird genehmigt, ebenso tue folgenden Kapitel bi- 22. Bei Kapitel 23, Ministerium des Zirnern, ipridtf zunächst Minister v. Homberg k. Zur Präsidentenwahl. Berlin, 7. März. iTrabtbcritbt.) Der „Berliner Lokal- anzeiger" meldet aus Berlin: Das Zentrum ist bereit, als Entgelt dafür, daß die N a t i o n a 11 i b c r a l e n ihre Stellung zur Sozialdemokratie in der ReichSlmzSvräsitnumSsragc geändert haben, diesen den Präsidentensitz zu überleiten. Wte weiter verlautet, würde daher Dr Paasche ReickstagSpräsident werden. DaS Zentrum, das sich mit dem Ersten Vizepräsidenten begnügen will, wird für dieses Amt Tr. Spahn präsentieren, den zweiten Vizepräsidenten sollen die Konservativen in der Perlon deS Herrn Dietrich stellen. Aber es wird auch eine Kombination erwogen, welche btc Linke nicht völlig auSi'chaltet, und eS würde dann Syndikus D o w e feinen Posten als zweiter Vizepräsident behalten. vorausgesetzt, daß die mehr linksstehenden Parteien an einem Präsidium teünebmen wollen, von dem die Sozialdemo^ traten völlig ausgeschlossen sind. Tie Lage im Ruhrkohlengebiet. Essen a. b. R., 7. März. Die Lage wird als beunruhigend angesehen. Von den 340000 Arbeitern sind zwei Drittel nicht organisiert. Bei diesen, nicht bei den Organisierten, ruht die Entscheidung. In den letzten lagen wurden die Löhne aus verschiedenen Ztuhrzechen erhöht, zum Beispiel bei der großen Hanielfchen Zeche „Rheinpreußen" ab 1. Marz. Die Erhöhung beträgt bis zu zehn Prozent, während die Verbände fünfzehn Prozent forderten. Aussallig ist, daß utiverHältniSmästig viele Belegschaften Krankenscheine fordern. Diese Erscheinung zeigte sich früher vor dem AuSbrttch des großen AuSstandeS. Namentlich auf den Zechen des Dortmunder Reviers haben sich Hunderte von Bergleuten Krankenscheine ausstellett lassen. nach Hause zu schleppen nach Nieder-Ohrnen zum nete Männer begleiteten standssik5 ememberti I j es ihm ing wegen 40W5 .raendwiek.- uw. ”11;; tn emgehen ,., etStg^'k E LM t« W *^5 brew je 8f1-? 1 'r/ unterwegs den Steinbruch verlassen. Heute wurde der Klinik gebracht. Man bringt geuner Ebender in Zusammenhang, den mehrere Leute in der Gegend gesehen haben wollen, so z. B. ein Kaufmann in Ober-Ohmen Ebender soll am Sonntag abend in dessen Laden gewesen sein und die Schulkinder in Ruppertenrod wollen dieser Tage einen Mann, auf den die Personalbeschreibung Gbenders genau paßt, während der Pause ge» sehen haben, wie er über den Schulhof ging. Kreis Wetzlar. g. Krofdorf, 7. Mär^. Heute morgen kurz nach ‘ Uhr entstand in der nahe bei Krofdorf gelegenen See - mühle aus bis jetzt unaufgellärte Weise Feuer, das die freistehende Scheuer bis auf die Umfassungsmauern niederbrannte. Der Besitzer konnte mit seiner Familie nur das Vieh retten. Bis die Feuerwehr erschien, war die 3dwuer total ausgebrannt. Dem günstigen Winde war es ;u verdanken, daß das sehr nahestehende neue Wohnhaus rom Feuer verschont blieb. In Krofdorf hatte man den iw and nicht eher gemerkt, als bis Arbeiter, die nach Gießen tu an der Mühle vorbei kamen, die Meldung brachten. 8. Wißmar, 6. März. Der tn den 30er Jahren sichende verheirate Karl Adam von Wißmar wird seit zwei Tagen vermißt. Da der Hut und daS etwa 30 Mk. enthaltende Portemonnaie des Vermißten in dem Nachen eines diesigen Fischers an der Lahn gefunden wurde, nimmt man cn, daß der Mann den Tod in den Wellen gesucht und ge- finden hat. Die Leiche konnte bis jetzt noch nicht geländet werden. ^8 ttbhib fr- Sei : m letzten? pichen £ chnersLest'. neu Lichts c Mijsion. ; auch hin, c. uslluhe Zusammenli.- menben ;ene Wend-- zahlreichen spenden jut: Macht üm- onntag fand •• esucht war. . :ung des Lehn ersche Singst Tagesleben eschichte i;-. n n, beides herzliche Be^ s bajür, datz h , bedürse es k e weniger Tin chnel. Perlka führt zum dauernden Gebrauch. Ausgeprägte Vorzuje: Kräftiger, kaffeeähnlicher Geschmack, keine lästigen Hülsen oder Schalen, enorm ausgiebig und billig, natürlicher Nährsalzgehalt, durchaus gesund. Man braucht von Perlka nur wenig zu nehmen, um ein gutes, wohlschmeckendes Getränk zu haben. Jeder Zusatz ist überflüssig. Verlangen Sie Perlka bet Ihrem Kaufmann. 1 Pfd.-Pakete 3, Pfg.» Vs Pfd.-Pakete 18Pfg. Allgemeine Nahrungsmittel-Gaseilschaft m. b. H., Berlin W. 9. Ein eingehender Versuch mit dem neuen Kaffee-Ersatz Graben- u. Rohrverlegungsarbeiten „ Berliner HjpoHiekenbank ikliengesellscbail. Die Generalversammlung der Aktionäre hat die Verteilung einer Dividende von 6V10 o für 1911 genehmigt und wisd demgemäss der Dividendenschein No. 10 der Aktien La. A und B mit M. 65.— von heute ab an unserer Kaeee in Berlin. Taubenstr. 22, und den früher bekannt gemachten Zahlstellen einxrelöst. Der Geschäftsbericht für 1911 kann kostenlos von uns selbst oder durch unsere Pfandbriefverkaufsstellen bezogen werden. Die am 1. April 1912 fHlllsen Kupons unserer Pfandbriefe werden bereits vom 15. bittre er. ab an unserer Kasse in Berlin und an den bekannten Zahlstellen einRelöst. Berlin, den 6. März 1912. . DT/» Berliner Hypothekenbank Aktiengesellschaft, . -.4,___,uHollage, 1 ? W da I pl i L --u'mori Laus - vr Ng- Neamlei LU über die öligen. 2te - -27. üctemdcr Iw Kn Unmut I - tu überbau! t, JM» "|ri|«Nfl v'/, Groüberzogliche Cbcriöritcrei TreiS. Holzverfteigerung Ag. fcar.ti Dg. Wiga BbaB die sog rdi wird bet Ter fPorftaaU vV. Der Borstand. V7/. Ag.Singe SmatorteS aus. Tr. F v ltn'enbahn-Tii tenc, dem ist a £jtfrurt a. M.— Die Holzversteigerungen vom 4. und 5. dS. MtS. sind genehmigt. Ueberwcisung deS HolzcS, Empfang der Ab Stenographen-Vereb Stolze-Schrey. NäDer UebllWS-Adenl Freitag, den 8. Mär». fuhrfchcine bei den betreffenden Gr. Untercrhebstellen un> 1. Abführung: Dienstag, den 12. März. Treis n. Lda., den 6. März 1912. Iras. Köhl pen, und daß ite- Fing« 5rir aus, daß i Timbungen gt •‘ürnngen. V. H. C. Zweig-Verein Giessen Freitag, den 8. März und tz k:CD6nMuni| Stenographen- Gesellschaft .Babelsberger" Glessen. Der Verein Wetzlar bat unö zur freier seines Stiftungsfestes nur Samstag, 9. d. M., abends 8'/, Ubr, in den Schützengarten ein- geladen. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. Abfahrt hier 810 Uhr. Stämme: Eiche II. Kl. 1 St. =• 0,55 frm.. III. fl! 3 St. = 1,76 frm., IV. Ml. is St. - 9,34 frm., V. SL ISetl - 6.50 frm., VI. Kl. 39 2 t. = 10,46 frm.; Esche VI. «l 5 St. = 0,61 frm.; B u ch e III. Ml. 3 St. = 152 frm IV. Kl. 1 St. = 0,15 frm.; Hainbuche 1IL Kl. 1 2t. - 0,22 frm., V. MI. 4 St. - 0,51 frm., VI. Kl. 2 St. = 0,27 frm Elsbeere VI. Ml. 1 2t. — 0,21 frm., Erle VI. flL 1 St. = 0tl7 frm.; Linde II. Ml. 1 2t. = 0,43 frm VI.ML 3St. = (X92 frm., V. Ml. 1 St. - 0,41 frm.; M tefer III. Ml. 1 St. = 0,21 frm., IV. Ml. 11 St. - 3,26 frm V. Ml. 2 St. — 0,39 frm.; frichte Vb Ml. 2 5t = 0,25 frm r Kerfrhrs-^ei Häblnhcu große * iß mangels * trabet gesorg Ter Präsiden Kim sei, der i c Unterstützung finden sollet H Henrich und Jbg. Reh (' "r Präsiden «er- den zur ( ^rs nicht jn ^"'vorzulegen. _ Hebel Eällieise. .. Sg. 2r. £; 0 ^begründet fj "mstadt, aber ir □ Mob ivenlr «rt Arbe Eisei £ e-1, iu »Dl £ Sr "'üi'sei _ .Witfr no —^ebenen $ Derbftangen: Esck> e 3 St. — 0,10 frm., Ahorn 20 2t. - 0,95 frm., Buche 40 St. 1,41 frm. Nutzreifig Rrn 3,5 Esche, 387 frichte lLattenholz, Leiterbäume, Gcru-'t stangen, Banrnpsähle und Bohnenstangenl. Brennholz Scheiter, Rm.: 400 Buche I Ml. <2S frelgen., 220 II. «L 1 Hainbuche lRundscheit», 4 Eiche, 4 Linde; Zlnupvel, Rrn 120 Buche, 4 Eiche; Mnüppelreisig, Rm.: 24 Eiche unk Hainbuche, 2 Linde, Reisig, Rm.: t>40 Buche; Stöcke, S«r. 210 Buche, 5 Eiche, 6 Vuibc. Zusammenkunft 10 Ubr vorm.am Vorderen Biegen kovf. DaS Stammholz ist mit einem roten + bezeichnet. Blau unterstrichene Brennholz-dkuntmeni werden nldjt versteigert. Das Brennholz sitzt in nächster Nähe der Kreisstrafre, 20 Minuten von Bahnstation EtchelSdorf Nähere Auskunft durch Grotzh. frorstwart Schmitt w ; EichclSdorf. Eichelsdorf, den 4. März 1912. Grostherzogliche Lberförfterei EichclSdorf. ______________________________fr. V.: M r a tz._________________________| Dienstag, den 12. März I. frS. werden auS do. *° Domanialivalddiftrikten frrrhauSkövfe, Tiefftrutb, Rotbe ilbg. Aiga berg, Buchwald und Langebäum der frorftwartei Eichetr iiuiDenbdm, dorf versteigert: Kolosseum Theater-Variete, Giessen Prang’s Kölner Bühne. Täglich abends 8’/< Uhr: ZubelübttZiibkl Die 01882 geschiedenen Frauen! Ooerctten - Schwank in 3 Akten von K. Mraatz. Munk von Paul Linckc. Lensationeller Lacherfolg in allen Ttädten! frm vord. Theater-Rest. Konzert der Wiener Damcnkapcllc Presto 6 Damen. 2 Herren ÜJlonflts-'Striflminliiiifl im „Raifcrboi" (L Stock Sonntag, den 10. Man Hl 'Sfrcinsroanitenag Haiger—DonSbach—Langer- aubach — Breitscheid — Er' bach - Herborn, 4'/, Ewn. Abfahrt 10 Uhr. frührer: E. Wenzel- Unser dieSj. 2HHiingffvt findet ain 23. Mär» u SteinS Saalbau statt. träge auf Einlad. wolle mrt gell, bis spät. d. 19. bk Mt- an uns. Schriftführer frabe« Markt, gelangen lallen. |r, ♦♦♦♦•♦♦♦« Stadttheater ti* Dir.: Hermann Stelngoettc’. frreitaa, d. 8. Mär» 191*-. abends 8 Ubr: 19. Freitag> Abonn.«Borste Gewöhnliche Preise. TicBitdschnir>ec Eine Tragödie braver Leu e von Karl Schönherr. Hierauf Neuheit! «euhn * 5fr Snrbirr non Sirrrit-' Komödie in einem Akt vm Mar Mell. Zum Schlull: Neuheit! Neubei LMens Geburtstag Lustspiel in einem Akt vor Ludwig Thema. Ende IO-/, Hr- *? lGasch und ;■ loWreir > frccubi WfJ Hun eckt 'n Äy°9i MS?« Ufrb 3 vrächü •^Ilitrt! :L.'an. ■4. e Äuenr, . VjA® Ite b'0| SB, 7.^"