Nr. 235 Erscheint täglich mit Ausnahme des sonntags. Tie „Gietzener ZamMenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Ktcisblott für den Kreis Lichen" zweimal wöchentlich. Tie ^Landwirtschaftlichen Seit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 162. Jahrgang Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Samstag, 5. Ottober 1912 Rotatioirsdrrlck und Verlag der Brühl'scheu UniversilälS- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gieren. Redaktion, Expedition und Truckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaklion:^^ 112. Tel.-Adr.: illnzeigerGießen. von der russischen Armee. Die russische Armee ist in den letzten Jahren, was Organisation, Unterkunft und Ausbildung betrifft, umsang- rcid>cii Aendcrunqen nnterworfen gewesen. Es ist demnach von hohem Interesse, wenn sie seht dem deutschen Nachbar in ihrer neuen 6Kstalt vorgestellt wird. Es geschieht dies in einem Buche, das unter dem Titel „Tie Russische Armee" soeben im Berlage von E. S. M ittler L So h n in Berlin zur Ausgabe gelangt. Die darin niedergelegten Vditteilungcn sind auf sehr umfassendem Material gegründet und enthalten alles, was bei dem in Rußland über Heer und Flotte gebreiteten Geheimnis zusammcngetragen und gefolgert werden kann. Seit dem Kriege gegen Japan hat man in Rußland versucht, in eifriger Arbeit die erkannten Mängel zu beseitigen Die gesamte Heeresverioaltung wurde in der Person des Kriogsministers zusammcngefaßt: er allein behielt das Recht, dem Zaren Vortrag zu halten. Hand in Hand mit der Neuorganisation ging eine anderweitige Verteilung der Truppen auf das Reich. Die Umbowaffnung der T-eldartilterie mit Sclmellfeucr- geschützen war im Jahre 1911 durchgeführt. Für alle Waffen ist eine Feldnnifvrm in Schutzfarbe zur Einführung gelangt. Ganz besondere Sorgfalt hat die Heeresverwaltung der Verbesserung des Offizier- und Unteroffizierkorps ge widmet. Der Zar genießt als der Oberbefehlshaber der Land- und Seestreitkrafte sehr weitgehende Vorrechte. Er ist der „Herrschende Führer" von Heer und Flotte. Der' M riegsminister ist die nächste Instanz nach dem Zaren. Eine gewisse Unabhängigkeit genießt nur der Kriegsrat, der unmittelbar nach dem Zaren steht. Die Mitglieder sind meist inaktive höhere Generale. Ter General st ab untersteht wie bei uns einem Chef, der aber bei grundlegenden Entscheidungen über die Kriegsbereitschaft des Heeres durch das Generatstabstomitee unterstützt wird. Die Selbständigkeit des Ko rp s ko m m an d en r s ist dadurch erheblich eingeschränkt, daß er dem Kommandierenden seines Militär-Bezirks untergeordnet ist. Die Regime n t s k o m inandeure sind für den gesamten Dien stund Wirtschaflsbetrieb ihres Regiments verantwortlich. Ihre Urlaubs und Strafbefugnisse sind erheblich höher als in Deutschland. Der älteste Stabsoffizier ist der Gehilfe des Regimentskommandeurs. Im Kriege führt über alle auf einem Kriegsschauplätze operierenden Armeen und selbständigen Truppenkörper der „Sj ö ch st kommandierend c" den Oberbefehl. Den Stab des Höchst ko m man di eren den bildet das Große Hauptquartier, an dessen Spitze ein Chef des Stabes steht. Bei der MobiL machung werden drei bis fünf Armeekorps zu Armeen zu- sammengefaßt. Im Frieden wie im Kriege gibt es 346 Infanterie- und Schützenregimenter mit 1252 Bataillonen, 68 Kavallerie- und „Reiter"-Regimenter, sowie zwei Halbregimenter mit 404 Eskadrons und Sotnien. In Europa sind vorhanden 391 Batterien, in Asien 93 Batterien Artillerie. Ueberdies noch schwere Artillerie des Feldheeres. Selbstverständlich sind auch alle technischen Truppen der Neuorganisation der Armee angepaßt worden. Tie Festungstruppen der Armee umfassen auch die Festungsartillerie und die technischen Abteilungen. Tie russische Armee verfügt noch über eigenartige Hilfsformationen, von denen einige im Kriege eine wesentliche Rolle zu spielen berufen sind, und zwar über Grenzwachen, Gendarmerie, Lokaltruppen, Milizen und Disziplinartrnppenteile. Ersatztruppen bestehen für bic Kavallerie und die reitende Artillerie schon im Frieden. Die Kosaken haben bis heute die Heeresverbände bewahrt, zu denen sie sich in früheren Jahrhunderten zusammenschlossen. Es gibt in Rußland elf Kosakenheere. Ter nominelle „Atameu", der Chef sämtlicher Kosaken Heere, ist der Großfürst-Thronfolger. Das Offizierkorps der russi- schen Armee entnimmt feinen Ersatz allen Sclnchten der Bevölkerung und bietet demnach lein einheitliches und.geschlossenes Bild. Aus der Rechtsprechung des Reichsgerichts. VII. Beschädigung durch b ic Straßenbahn. Mitschuld a u f Seiten des Beschädigten. — E. d. RG. v. 6. Juli 1911 in Bd. 77 S. 211 Tie Händlerin Frau L. war bei dem Zusammenstoß ihres von ihrem Kutscher M. geleiteten Fuhrwerks mit der Tampfstraßeubahn verunglückt. Ter von ihr bezw. ihrem Ehemann erhobenen klage gegen die Straßenbahngesellschaft wegen Entschädigung hatte das Oberlandcsgerichl stattgcgeben. Es kant in Betracht, ob nicht den Kutscher M. ein den Unfall mitvcrursachcudes Verschulden traf, weil er, um mehrere vor ihm befindliche Fuhrwerke zu über- holen, mit seinem Wagen in übcrinäßig rascher Fahrt auf die rechte Straßenseite in die Fahrbahn der Straßenbahn vorgefahren war. Auch behauptete die Beklagte ein Mitverschulden der Frau L., insofern sie es unterlassen habe, gegen dieses ungehörige und zu rasche Vorfahren ihres Kutschers M. eiuzuschrciten. Tas Oberlandcsgerichl hatte diese Punkte nicht berücksichtigt. Tas Rciä>sgcricht verwies die Sache au das Obcrlaudesgericht zurück, damit dasselbe auch diese Punkte untersuche und feststelle. Sowohl eine Mitschuld vcs Kutschers als auch eine eigene Schuld der Frau L. sei zur Anwendung des § 254 BGB. geeignet, nach welcher Bestimmung dann, wenn bei Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgcwirkt hat, die Verpflichtung sowie die Höhe des Schadensersatzes von den Umständen ab» hängen soll, insbesondere davon, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen ober bent nnberen Teil verursacht worben ist. Insbesondere könne bas etwaige schuldvolle Verhalten des Kutschers M. — auch ohne Mitschuld der Frau L. — zu einer teilweisen Zuteilung des Schadens an die Beschädigte L. selbst nach §§ 254, 831 .BGB. gegenüber der beklagten Straßenbahn führen. Nach § 831 BGB hat der Dienstherr für den Schaden anfzukommcn, den ein Bediensteter in Ausführung seiner dienst licheu Verrichtungen einem anderen zufügt, wenn der Dienstherr nicht beweist, das; er bei der Auswahl des Gehilfen mit der erforder licbeit Sorgfalt verfahren ist Ter 8 254 spreche zwar zunächst nur von der Anrechnung eignen Mitverschuldens des Beschädigten und sehe eine analoge Anwendung des § 831 BGB. und die Anrechnung einer Mitschuld eines Bediensteten zu Lasten des be- schädigten Dienstherren nicht ausdrücklich vor: allein eine solche analoge Anwendung des $ 831 BGB im Fall des § 254 BGB. entspreche dem Sinn dieser gesetzlick en Bestimmungen und sei geboten. Ter Frau L. müsse also eine Mitsckmld des Kutschers nach ;? 254 BGB. — wie eignes Verschulden — der Beklagten gegenüber sich anrechnen lassen, wenn sie nicht beweise, daß sie bei der Auswahl ihres Kutschers M. nfit Sorgfalt verfahren fei., Keine Verwechslung mit andern Emulsionen ist möglich, wenn Sie ausdrücklich Scotts Emulsion verlangen und darauf bestehen, diese zu erhallen. Der Name „Scott" bürgt für die Güte und Wirksamkeit des Präparates, das auf eine — wohl beispiellose — 37 jährige Wertschätzung zurückblickt. Wer sich und seinen Kindern den Nutzen einer mustergiltigen, in allen Ländern eingeführtm Lebertran-Emulsion zuteil roerben lassen will, der kaufe Scotts Emulsion, denn nur diese ist nach dem eigenartigen Scottschen Zubereitungsverfahren hergestellt. Es gibt nur eine Scotts Emulsion. Frankfurt am Main Teppiche 5.25 M. 7.50 M. 12.50 M. 17.25 M. Linoleum M Tischdecken; Bunte Madras-Garnituren M. M. 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Vangc Zeit trank sch täglich über 1", Liter Branntwein, Rum oder sonstige Sviritiosen und nebenbei noch einige Flaschen Bier! 7,ch schädiatentein Geschäft und meine Gesundheit und behandelte meine Familie elend-meine wahren Freunde mieden mich und id> wurde allen eine unwürdige unroiü- tommene Last l» Jahre lang setzte ich dies Leben »ort und mein Fall wurde als hollm.ngsloö betrübtet. Ad>.versuchte veridüedeue „Mittel", tedoch vergeblich. Fetzt aber habe ich eine ircudtge Botschaft für Trinker und deren Mütter, Frauen und Schwestern. Dämo?vÄköhol - mnT^Tn“S’ghrcö^tRL Ts war°un?ift cdn Es reitete mein Leben. Ich wurde und bin ein geachteter Mann und geniehe jede Wohltat der Befreiung van dem uuerwiinschicn Alkohol. Ich verlor rasch und auf "ia” Wundervolle Nettung. Meine Behandlung nahm drei Tage in Anspruch. Wenn ich mich aus meine Willenskraft verlassen hätte, wäre ich noch heute ein ^runkenbvld, da ein Sklave des Alkohols keine Willenskraft besitzt,.solange er trinkt. » freute mich so 'ehr, ein ediies Mittel gesunden 311 haben, das; ich mich entschloß, mein Leben der Befreiung anderer von diesem Fluche w widmen. !>tcm Erwin ift auherordentlich. In acht Fahren habe ich das Mittel au viele Tau,ende-Manner und Frauen-geliefert, und Leute in den verschiedensten Lcbeusuellungeu haben es mit Erfolg angewendet. Wenn es mir gestattet wäre, die Namen bcrjcnigcii zu nennen, welche durch- dic schnell und dauernd wirkende Methode gerettet wurden,Fo würde fl 1; das Publikum staunen. Ich gebe das Geheimnis in meinem Bucke Preis, lenflllO welches idi frei au jeden ibezw. Berwaudteu oder Freund sende, der Ul UllO Alkohol in irgend einer Form im Uebermau genieht. Ten Trunkeubo d zu retten ist mein einziges Lebenswerk. Ich freue mich Ober >ede Rettung; jedes Opfer besitzt meine Symvathie. 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Seile, Seilenpulver etc. überflüssig und zwecklos ist Im übrigen halte man sich an folgende bewährte Vielfach prämiiert mit Goldenen Medaillen und Ehrenpreisen Fach- und andern Ausstellungen 1 Kessel auf; dann die Wäsche sofort hineintun, zum Kochen bringen und nur einmal '/4 —1/? Stunde unter zeitweiligem Umrühren am Kochen halten. (Bei besonders schmutziger Wäsche empfiehlt sich vorheriges Einweichen in Henkel’s Bleichsoda). Nach dem Kochen läßt man die Wäsche einige Zeit (am besten über Nacht) in der Lauge stehen; sie ist dann rein und blendend weiß. Zum Schluß wird die Wäsche in klarem, möglichst in warmem Wasser sorgfältig ausgespült. Der Erfolg ist überraschend! Hile Schmutz-, Staub-, Schweiß-, Fett-, Kakao-, Tee-, Blut-, Tinten-, ja sogar alle Obstflecken sind spurlos verschwunden. — Rasenbleiche ist nicht nötig, da Persil der Wäsche nicht nur die blendende Weiße, sondern auch den frischen duftigen Geruch der Rasenbleiche verleiht. Dies ist besonders vorteilhaft für die Reinigung der meist scharf riechenden Kinderwäsche. Aber noch einen weiteren Vorzug besitzt Persil! Wie durch wisseesdiaft- liche bakteriologische Versuche festgestellt ist, wirkt Persil stark desinfizierend und zwar schon bei der niedrigen Temperatur von 30—40 Grad, d. h. beim Waschen in handwarmer Lauge. — Dies ist besonders wesentlich lür das Waschen von Bunt- und Wollwäsche, die bekanntlich nicht gekocht werden darf und deshalb in Erkrankungs- fällen gern zur Trägerin von Krankheitskeimen wird. Während sonst oft recht umständliche Desinfektionsvorbereitungen getroffen werden mußten, genügt jetzt einfaches Auswaschen in handwarmer Persil-Lauge, um etwaige Krankheitserreger zu beseitigen; die Desinfektion ist vollständig. Erhältlich nur in Originalpaketen, niemals lose. < HENKEL & Co., DÜSSELDORF. 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