Donnerstag, 7. November 1912 162. Jahrgang Erstes Blatt Giekener Anzeiger viertel« die iloft 'Bi 9 c t n a i ret S: monatlich 7.) Vk Giert el- jäbrhd) Bit. 2.20. hurd) ?lbbole- il ZwklqsteÜen monatlich 6o "BL; durch ;äbrl. nuSldjL Benellg. ZeilvlvrrtS: total dii5innrt‘ SO B»enniq. Cheiredatleur; 91 Goetz. Verantwortlich für den polmichen Zeil: August Goetz, für ,‘tteutlle- ioiie, ,Bevini|cblc6* und .Merickussaai": R. 'Jlcu- taib, für ,Stabt und Land": ’S.J'cb; für den Anzeigenteil; £> Beck. Nr. 263 Ter Gießen er Anzetgei erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: oiermal roöcbcntlich SleßenerFamiliendlättcr, zweimal loöcbcntl.KteiS: blatt fvrdenNreirSiehen (Xienetag und Freitag); zweimal monatl Landwirtschaftliche Seittraarn Fernsprech - Anschlüsse: -MW General-Anzeiger für Gberhessen fötn°bie,tz^°qe^nummer Rvtationzdrvck Mtö Verlag der vriihl'fchen Univ.-Vuch- und Steinöruderet K. Lange. lledattioy, lkrpedition und Druckerei: Zchuistratze 7. bi! vormittags 9 Uhr. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschästrstclle vahndosstratze 16a. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten« An der pKftcrfüftc. Man schreibt uns aus kundigen Kollmialkreisen: An der Pfefferküste Oberguineas, in der „freien" Negerrepublik Liberia sind höchstbedenkliche Unruhen aus- aebrochen. Mehrere Faktoreien, darunter deutsche, sind bedroht. Zum Schuhe unserer Landsleute hat die deutsche Regierung die Entsendung eines Kanonenbootes angeord- nct. Ein Hamburger Großhandels Haus erhielt unterdessen auch eine Depesche, monach die schwarzen Angestellten seiner Faktoreien ermordet wurden und die Europäer sich wahrscheinlich in Lebensgefahr befinden; die Regierungstruppen der Republik erwiesen sich zum Schutze der Weihen ungenügend. Diese Hiobsbotschaften kommen auf direktem Wege aus Liberiens Hauptstadt Monrovia Hier zeigt sich bereits der Segen des neuen deutschen Kabelnetzes! Das Kabel nämlich, das durch die Deutsch-Südamerikanische Telegraphengesellschaft von Borkum nach Brasilien gelegt ist, wurde 1909 bis Santa Eruz auf Tenerifa eröffnet und erhielt von hier eine Abzweigung über Monrovia nach den deutschen Schuhgebieten in Westafrika. Zn absehbarer Zeit wird man dort wohl auch drahtlos telegraphieren, so daß bei Gefahr im Verzüge sehr rasch eingegriffen rver-- den kann. Leider ist für die Europäer in Oberguinea an diesem heißesten aller .Küstenstriche der Erde fast immer Gefahr im Verzüge. Von den 80 bis 90 Weißen in Liberien sind etwa 60 Deutsche. Es ist auch nicht das erste Mal, daß ein deutsches Kriegsschiff in den Gewässern dieses Staates zu tun hat, der einst aus einer Ansiedlung freigegebener nordamcrikanischer Sklaven hervorging. Ende Januar 1909 schoß das liberische Kanonenboot Lark auf sechs britische Schiffe und ein deutsches, weil sie innerhalb der Gebietsgewässer der Republik Signale, die wegen angeblichen Schmuggelverdachts gegeben worden seien, nicht beachtet hätten. Ein zweiter Zwischenfall ereignete sich am 23. und 24. Februar 1910 mit dem deutschen Kreuzer „Sperber vor Kap Palmas, der dem liberischen General Padmore Hilfe gegen die aufständischen Grebo angetragen hatte; die Ablehnung dieses Anerbietens wurde Ende März von englischen und französischen Blättern als eine deutsche Schlappe hingestellt, bis Anfang April die Aufklärung des Sachverhalts den Vorgang richtig stellte. Die jetzigen Unrichen sind eine Folge der finanziellen Zerrüttung Liberias, das auf dem internationalen Markte keinen sonderlichen Kredit genießt und tuTsscn Budget sehr anfechtbar erscheint. An der Spitze des Negerstöates steht ein Präsident. Als Volksvertretung fungieren 13 auf zwei Jahre gewählte Repräsentanten und 8 auf vier Jahre gen-ählte Senatoren. Die Regierung wird besorgt von sechs Ministern. Der wachsende Fremdenhaß der Liberianer mag seinen tieferen Grund in den sog. „Grenzregulierungen" haben. 1907,08 wurde das Land im 9Lorden und Osten gegen französisches Gebiet hin begrenzt, richtiger: beschränkt, im vorigen Jahre 1911 gegen englisches (Gebiet. Ein großer Teil des llbe- rischcn Hinterlandes fiel schon dadurch an England, daß das Kaure-Labun-Gebiet von Sierra Leone aus besetzt wurde. Genährt und geschürt aber wird der Fremden- lPaß durch die wirtschastliä>e und politische Ablstingigkeit von Nordamerika, in die der schlecht geleitete Reger- ftaat immer mehr gerät. Als am 1. April 1910 bekannt wurde, daß wieder einmal ernste Unruhen ausgebrochen wären, erklärten am 26. Juli die Vereinigten Staaten, Das normale Wetter im November. Der Temperaturabfall geht im November langsamer als im Oktober vor sich. In den Tal lagen Süd- und Mitteldeutschlands sinkt die Tagendempcratur von 6—7° am 1. ds. Mts. aus rund 3" am 30.; der Rückgang der Temperatur betragt danach nur 3—4° gegen 6° im Oktober. Die mittleren Monatstempera- turen betragen in Frankfurt 4.6°, Karlsruhe 5.0°, München 2.1° Sähe Münchens 530 m , Straßburg i. E. 4.5°, Stuttgart 4 8°, mrg 3.5°, Berlin 4.0°, Wadren 5.8°, Hamburg 4.1°, Helgoland 5.7°, Königsberg 2.2. Aus den Höhen unserer Mittel- gebirge (über 900 mj sinkt die mittlere Novembertemperatur bereits unter den Gefrierpunkt. Feldberg (Taunus) hat noch 0.3 Wärme, während der Brocken pnd der Feldberg im Schwarzwald bereits 2—3" Kälte ausweisen. In Höhen von 3000 m um Hochgebirge) beträgt die Monats lern peratur des November bereits rund 8° Kälte. Auch im Flachlande kann der Monat schon winterliche Kältegrade im Gefolge haben. So wurden am 23. im Jahre 1858 in ganz Mittel- und Süddeutschland 14—15° Kalte beobachtet. Im Mittel bleibt jedoch die Nachttemperatur iwch 1—2° über dem Gefrierpunkt. Tic höchste Novemberwarme wurde nm 5. 1899 mit 19—20° beobachtet. Frosttage kommen tn nmerer Gegend im Durch'chnilit 8 mal vor. Tie größte^Anzahl der Frvst- tagc erreichte der November 1858 mit 23 -Lagen. Innerhalb des Großherzogtums Hessen betrug die Novembertemperatur während des Zeitraums von 1901—1910 in Daiwi- ftabt 4 4°, G'eßen 3.9°, Bad-Nauheim 3.4°, Mainz 4.8°, Offenbach 4 1°, Michelstadt 3.6°, Schotten 3.1°, Worms 4.1°, Alzey 3.9°. Tie mittlere Eintrittszeit des ersten Frostes fällt m Michelstadt auf den 16. Oktober, Schotten den 25., Bad-Naubeim den 30. Oktober, Gießen und Offenbach 3. November, Mainz und Worms den 4., Alzey den 5. und Darmstadt den 6. November. Bogels- berg und Odenwald werden erheblich früher vom Frost betroffen als die ytiebemngen Rhein Hessens und Starkenburgs. Zur Charakteristik der Niederschlagsverhältnisse dienen folgende Mittelwerte des 9?oDembcr: München 49 mm, Straßburg 45, Stuttgart 47, Karlsruhe 49, Frankfurt 49, Hamburg 48, Berlin 43, Königsberg 54 mm. Erheblich größer sind die Niederschläge aus den Höhen der Mittelgebirge: Brocken 140, Feldberg (Taunus 82, Schneekovve 63 mm. Der Niederschlag fällt ment hier tn Lckmee- form. Auch der November kann große Gegensätze in seinen Niederschlagsverhältnissen ausweisen. 1867 fielen in vielen Gegenden nur 10—20 mm, während 1872 über 150 mm üieliad) beobachtet wurden. Der W etter char aller hängt eben ganz von der daß sie über die Republik Liberia die Kontrolle auf finanziellem und militärischem Gebiete zu übernehmen ent- schloffen sei. Der Präsident sollte mit amerikanischen Fi- nanzleuten eine Anleihe in Höhe von über 113 Millionen Dollars abschließen. Das Abkommeti sollte Mitte dieses Jahres 1912 unterschrieben werden. Aber der 1. Juli kam und die Verlsandlungcn waren immer noch so ungeklärt wie vor Beginn. Vorgesck>lagen ist, daß die Zoll- einnahmeii als Unterpfand dienen und von je einem deutschen, englischen, sranzösischen und amerilanischen Vertrauensmann kontrolliert werden sollen. Diese weihen Kontrollbeamten halten sich bereits in Monrovia auf, bis jetzt ohne Tätigkeit. Die Engländer sind es ge- lvesen, die das Zustandekommen der Anleihe bis jetzt verhinderten, weil sie im Anschluß an eine frühere Anleihe die Kontrolle über die Zolleinnahmen beanspruchen und von keiner Seite ein gangbarer Weg gesunden wird, um iene alt.m Rechte in ein neues Ueber- einkommen überzuleiten. Die mißliche Folge für den Negerstaat aber ist, daß er kein Geld und somit auch nicht Machtmittel genug besitzt, um ein Mindestmaß von Ansehen aufrecht zu erlitten. Und so wendet sich das ganze „Temperament" der schwarzen Bevölkerung ungezügelt gegen die Fremden, die für die traurige Lage des Landes veranllvort- licht gemacht werden. Traurig ist jedeitsalls die Lage der Firmen, die mit Liberia im Handelsverl)ältnis stehen und deren Angestellte jetzt einer gereizten und erbitterten Bevölkerung preisgegeben sind, wenn die militärische Hilfe nicht mehr rechtzeitig am Platze erscheint. Dem deutschen Handel dürfte jedenfalls, auch wenn jetzt im übrigen alles gut abgeht, der neue Zwiscltzmsall mit Liberia eine ernste Warnung sein. Berlin, 6. Nov. Amtlichen Nachrichten zufolge sind an verschiedenen Orten der liberianischen Küste Unruhen unter den Eingeborenen ausgebrochen. Mehrere Faktoreien, darunter eine deutsche, sind bedroht. Wie wir hören, ist zum Schutze von Leben und E'.gentum der Reichsangehörigen die Entsen- dungdeszurzeitinDualastationiertenKanonen- b 0 01 e s „Panther"" in die Wege geleitet worben.__________ hangen und Bangen in Uonstanünopel. Aus der türkischen Hauptstadt kommen recht verworrene Nachrichten. Einmal heißt es: die Stimmung ist wieder besser, neue Truppen sind angekommen und an die Front abgegangen, Brot ist endlich in ausreichender Menge beschafft worden, und Kiamil Pascha, an der Spitze der Regierung, rechnet jetzt wieder ernstlich mit einem Siege bei Tschataldfcha. Tann aber verlautet wieder das gerade Gegenteil: Der Kronprinz ist von der Front wieder in Konstantinopel eingetroffen, imb von einem aus der Schlachtreihe Zurückgekommenen wird berichtet, daß vor Tschataldscha garntchts, absolut garnichts, vorbereitet sei. Ein Glück für die Türken ist es vielleicht, daß infolge der Regengüsse die Wege aufgeweicht sind und die Bulgaren daher auf ihrem Bormarsche länger aufgehalten werdeit als sie es wünschen. Man kann den Konstantinopeler Berichterstattern nicht viel Vertrauen schenken; mancher mag aus Pflichtgefühl, mancher infolge natürlicher erlebter Schrecknisse phantasieren. So ist die Meldung vielleicht auch nur der bloßen Vorahnung eines solchen Kopfes entsprungen, daß der Sultan Mohammed V. seine Sachen schon gepackt habe, nm in Asien eine neue Residenz aufzuschlagen, wonach dann eine andere Nachricht, der Sultan habe dem unglücklichen Abdul Hamid großmütig den Aufenthalt in Konstantinopel gestattet und ihm ein schönes Schloß zum Wohnen überlasten, wie reiner Hohn aus- steht. jeweiligen Lage der Tiefdruckgebiete ab, die sich im voraus nicht einmal annähernd beurteilen läßt. Für Hessen hat das Großh. Hydographische Bureau in Darmstadt folgende Niederschlagsverteilung festgestellt (1901—1910): Worms 38, Oppenheim 39, Mainz 40, Alzev 37, Bingen 41, Gernsheim 38, Bensheim 55^ Groß- Gerau 41, Darmstadt 48, Beerfelden 109, Michelstadt 67, Offenbach 44, Schotten 68, Bad-Salzhausen 46, Grünberg 56, Lich 46, Bad-Nauheim 47, Friedberg 53, Herchenhain 97, Gedern 82, Vilbel 50, Gießen 41, Grebenhain 93, Herbstein 87, Alsfeld 47 mm. Die mittlere Zahl der Schneetage, die besonders für den Wintersportler Interesse hat, beträgt in den Niederungen etwa 1—2 Tage, steigt aber auf 10 Tage im hohen Vogelsberg und Odenwald an. Eine Schneedecke tritt im Mittel nur an einem Novembertag an, soweit das Tiefland in Frage kommt. 1887 und 1902 hatten aber selbst Rhein- und Mainebene bis 6 Tage mit Schneedecke. Ter Novemberhimmel ist ausgesprochen trüb; nutzer Dezember hat eine noch größere Bewölkung aufzuweisen. Tie mittlere Zahl der trüben Tage beträgt 15 und mehr, die der heiteren nur 3. Das Bewölkungsmittel ist rund 7 der zehnteiligen Bewölkungsskala. Ter vergangene Oktober war, die letzten Monatstage ausgenommen, in ganz Deutschland zu kühl gegen das lang- ]übrige Mittel. Die kühlsten Perioden herrschten vom 29. September bis 5. Oktober und vom 6—12. ds. Mts. Die größten Temperaturdeprefsion hatte Trier mit 6.7° unter dem Mittel vom 6.—10. Oktober und 3.7° im Mittel des Monats Geringer war die Abweichung im mittleren Rhein- und Maingebiet mit — 2.9° in Frankfurt. Noch geringere Abweichungen hatte Nori)deutschland Berlin 2.6° zu kalt, und das Nordseegebiet 2.4° zu falt Bremen). Die mittleren Monatstemperaturen lagen in Sud 4. Mitteldeutschland bei 6—7° Wärme, Berlin batte 7.6° und nur im Osten sank die Monatstemveratur unter 6° (Königsberg rund 5°. Gelegentlich brachte nächtliche Wärmeausstrahlung schon erhebliche Frosttemperaturen. So wurden in Trier am 7. 6° Kälte beobachtet, desgleichen in Frankfurt Main und Süd - deutschland. Dagegen blieb der Osten des Reiches bis zum Monatsende von stärkerem Nachtfrost verschont, nur Königsberg meldete am 22. 5° Kälte, die noch wiederholt im Osten zur Beobachtung gelangten. Die Niederschlagsmengen sind sehr verschieden ausgefallen. Frankfurt hatte 113 mm Regen (normal 57 mm), Iroar also erheblich zu feucht. Kalsruhe und München mit 70 Tie Bulgaren haben ihr Hauptquartier geteilt imix scheinen kräftig auf der Verfolgung begriffen, n>obci man natürlich auch nicht allen Eigzellpriten unbedingt Glauben schenken darf. Sehr widerspruchsvoll sind heute die Meldungen der Serben. Die auf dem Umweg über Rom gemeldete Nachricht vom Falle Monastirs ist wohl verfrüht. Denn anbere Meldungen sprecksen nur von der Besetzung Prilcps und anderer nördlich von Monasrir gelegenen Orte. Wir verzeichnen folgende Meldungen: Die militärischen Aussichten der Türken. Konstantinopel, 6. Nov. (Bon einem Privatkor- respondentcn.) Aus den Mittellungen der hierlser zurück- gekehrten Kriegskorrespondenlen und Militäraltachös läßt heute sich auch das Bild von dem Verlauf der Sclstacht bei L u c l e - B u r g a s - B i s a auf dem linken Flügel der Türken gewinnen, llebereinsrimmcnd wird angegeben, die türkischen Truppen kämpften mit großem Mut. Mahmud Mukhtar selbst nahm mit drei Bataillonen zwei bulgarische Batterien im Sturm. Erstz nachdem in der Nacht ein wolkenbruckstirtiges Gewitter niedergegangen war, rückten die türkischen Truppen/ die fast sechs Tage lang unter Brotmangel gelitten hatten, in Unordnung ab. Die bulgarischen Truppen stießen auch auf diesem Flügel nicht nach. Es wird versichert, daß die Bulgaren wegen der vollkommen grundlosen Wege kaum vor. zweiWochen dieneue Verteidigungslinieder Türken werden angreifen können. Die Stellung? von Tschataldscha, wo sich eine größere Zahl neuen Divisionen befindet, sei unter den jetzigen Umständen taunti zu nehmen. Es komme nur darauf an,.daß die Verpflegung jetzt endlich durchgeführt werde. Daß dies jetzt geschehen wird, geht aus einer Tatsache hervor, die nicht telegraphiert werden darf. Der Berichterstatter der „Franks. Ztg." meldet nochv aus Konstantinopel: Die strategisch bedeutsame Tschataldschalinie ist zurl Stunde noch in der Hand der Türken. Dreißig frisches Bataillone sind zur Verstärkung dort eingerückt.^ Mit einiger Energie und etwas Zielbewußtsein müssen sie auch xhne die Mitwirkung Europas die sehr ermüdete bulgarische Armee; von der Einnahme Konstanttnopels abzuhalten im Stande sein-i Man glaubt, daß ihnen das auß gelingen wird. Es liegt int türkischen Charakter, oft erst im entscheidenden letzten Augenblick die Willenskrast zusammenzuraffen. Die Raison ö'ätrc der euro--. päischen Türkei war die Armee. Versagt sie vollends, so würde auch die europäische Intervention fruchtlos bleiben. Das türkische Hauptguartier befindet sich diesseits der Tschataldschalinie in Hademkoi. Konstantinopel, 6. Nov. (7 Uhr abends.) Die, Regierung bereitet einen kräftigen Widerstand auf der Tschataldschalinie vor. Verstärkungenz werden abgesandt, um die Truppen zu. ermutigen. Dcn-^ selben Zweck verfolgt auch die Entsendung der Ulemas zur. Front. Dem „Al Emdar"" zufolge begann heute der 23or»] marsch der Armee. Eine amtliche Bestätigung liegt nicht: vor. ü Nach einer Mitteilung der Pforte ist die Blockade- der butgarischen Häfen vorläufig aufgehoben; worden. Der Sultan besuchte am Dienstag nachmittag die Verwundeten im Hospital Nischantasch und tröstete fic.i Der Berliner ,Lok.-Anz." meldet aus Konstantinopel: Die Stimmung ist hier wieder zuversichtlicher. Neue Regimenter, die einen vorzüglichen Eindruck machen, treffen bezw. 65 mm, überschritten kaum den normalen Durchschnitt (74 unb 58 mm). Desgleichen hatte Metz nur 60, Berlin nur 38 mm Regen. Im übrigen Deutschland wurden folgende Niederschlagsmengen gemessen: Trier 68, Bremen 37, Königsberg 35, normal 63 mm. Faßt man alle Beobachtungen zu einem Gesamturteil zusammen, bann muß wegen seiner Niederschläge der Ottober im Durchschnitt des ganzen Reiches als normal bezeichnet werden. Nord und Ostdeutschland erhielten zu wenig, Mittel- und Süddeutschland teilweise zu viel Regen. Die Temperatur war aber überall untemormal. Die allgemeine europäische Luftdruckverteilung hat im Oktober starke Aenderungen durchgemacht. Zu Beginn des Monats lagen intensive Sturmlwirbel im Norden. Am 3. aber bildete sich über dem westlichen Meere ein Hochdruckausläufer, der ostwärts wanderte und sich mit dem asiatisch- russischen Hochdruckgebiet vereinigte. Letzteres erreichte in den folgenden Tagen eine außerordentliche Ausdehnung und brachte Rußland die ersten stärkeren Fröste. Es hielt sich über dem östlichen Europa bis 3um 28., während in Westeuropa bald wieder Zyklonen auftauchten und Mitteleuropa Regen brachten. Dabei rief em kräftiger, weit nach Süden reichender Lustwirbel vom 28. ab in ganz Deutschland ungewöhnlich warme Südwinde hervor, so daß die Morgentemperaturen bis 10° anstiegen. Die Erwärmung erstreckte 'ich bis in große Höhen. So flieg selbst in 3000 Meter Höhe die Temperatur von 10° in den Tagen des 24.-26. Oktober bis 0° am 28. und 29. Oktober an. Die hohe Wärme hatte eine rasche Verlagerung der westtichen Luftwirbek nach Osten im Gefolge, so daß bereits am 1. November ein emp- iindlicher Temperaturrückgang eintrat, wobei die Südströmung nach Norden drehte. In verschiedenen Gegenden DeutscAands fällt am 2. November geringer Schnee. Die augenblickliche Wetterlage mit tiefem Druck über Rußland, ist sehr stabil und läßt für die nächste Zeit rauhes Herbstwettev. mit gelegentlichen Regen oder Schneefällen, letzteren besonders; in unseren Gebirgen erwarten. Dr. A. Pepp 1 er. « — Kurz e Nachrichten aus Kunst und Wissen-' schäft In München starb der Kumtmaler Karl Kunsts der mit großem Erfolg den bayerisch-volkstümlichen Plakatstil pflegte, im Alter von 28 Jahren. — Die 4 2. Versammlung der Südwestdeutschen Irrenärzte wird am 9. und 10. November in Straßburg im Hörsaal der psychiatrischen und Nerveullinik abgehallen. von allen Seilen ein. Vor allem gibt es wieder Brot für die Truppen. Tie „Boss. Ztg." will aus Konstantinopel wissen, Kiamil Pascha, der bisher durch Russen beeinflußt worden sei, habe sich jetzt durch die Darlegung fremder Fachleute überzeugen lassen, daß ein Kampf bei T scha ta l d s che a us si ch t s r e i ch sein könne. Nach einer Konstantinopeler Havasrneldung s chickt sich der Sultan an, mit seinem ganzen H of und Regierung nach Asien über; u siedeln. .Tie Archive sollen bereits gepackt und alles zum Umzug bereit Jein. Abdullah Pascha ist angeblich abgesetzt worden, weil er vollkommen versagt habe, dafür sei 5) am di Pascha mit der Führung des linken Flügels beauftragt worden. Ein türkischer Offizier, der von Tschataldscha zurückgekehrt ist, behauptet, dort sei nichts zur Verteidigung vorbereitet. Die türkischen Beamten und die Pforte scheinen nicht mehr an Wider st and gegen die Bulgaren zu denken. Es herrscht allgemeine Mutlosigkeit. Tie Soldaten sengen und brennen beim Rückzug alle Dörfer nieder. Dabei sollen viele bulgarische Bauern erschlagen worden sein. Aller dings wurde vorher aus allen bulgarischen Dörfern auf die Truppen, vor allem auf allein reitende Offiziere, von Komitadschis und Bauern oft mit Schrot und Jagdmunition geschossen. Auf dem Rückzüge von Bisa und Seraj sind viele Soldaten in der Panik niedergetreten worden oder, vor Hunger erschöpft, im meterhohen Sck;lamm stecken geblieben. Die Gefechtsverluste selbst sind anscheinend nicht sehr hoch. Allerlei aus Konstantinopel. Konstantinopel, 6. Nov. Wie verlautet, sind bei Midi« die Trümmer des türkischen Schiffes „T s ch a m l y" gefunden worden, das auf eine von den Bulgaren im Schwarzen Meer gelegte Mine gestoßen und gesunken sein soll. Den türkischen Blätter:: zufolge hat das Kriegsministerium angeordnet, daß alle Offiziere, die sich noch nicht bei ihren Regimentern eingefunden haben, als Deserteure zu betrachten sind. Zahlreiche Flüchtlinge aus Pristina sind in der Hauptstadt eingetroffen. Der frühere Sultan befindet sich in dem Palais Beylerbeh. Er wird dort entgegen kommend behandelt. Eingeiveihte Kreise versichern, daß der Sultan sich weigere, den Beschluß des Ministerrats zu genehmigen, wonack) Abdul Hamid nach Brussa gebracht werden sollte, daß er seinem Bruder vielmehr den Aufenthalt in Konstantinopel gestatten wolle und ihm ein großes, eines früheren Souveräns würdiges Palais zur Verfügung stellte. Der „T a n i n" rät der Öffentlichkeit, besonders den Nichtmohammedanern, den übelwollenden und alarmierenden Gerüchten keinen Glauben zu schenken. Der Schutz unserer nichtmohammedanischen Landlente, sagt das Blatt, ist nicht nur eine Pflicht der Menschliche feit, sondern auch eine religiöse Pflicht. Alle Mohammedaner kennen diese Wahrheit. Es wäre ungerecht, zu glauben, daß die Mohammedaner Ausschreitungen begehen würden. Konstantinopel, 6. Nov. (Reuter.) Die Botschafter haben darum ersucht, einem zweiten Panzerkreuzer die freie Durchfahrt durch die Dardanellen zu gestatten. Die Bulgaren auf der Verfolgung. Der Kriegsberichterstatter der Wiener „R e i ch s p o ft" meldet aus dem Hauptguartierder bulgarischen Ostarmee vom 5. November: In den letzten Tagen wurde eine Teilung des großen Hauptquartiers vorgenommen. Stara-Zagora lag schließlich nur mehr in Bezug auf die Operationen gegen Adrianopel und die Leitung des Nachschubdienstes günstig, für die Leitung der Operationen der Feldarmee jedoch zu weit ab von dem Schauplatz der- entscheidenden Kriegs- opcrationcn. Daher wurde die Teilung derart vorgenommen, daß nur das sozusagen repräsentative Königliche Hauptquartier noch aus bulgarischem Boden verblieb, wäh- rend das eigentliche militärische Hauptquartier mit dem Generalissimus General Sawow und dem Chef des Generalstabes Fitschew auf Kirk Kilisse vorgeschoben wurde. Nach dem Fall von Adrianopel soU dann auch die Verlegung des Königlichen Hauptquartiers erfolgen. Die Verfolgungsoperationen der Hauptarmee gegen die türkische Feldarmee werden trotz oer enormen Inanspruchnahme in der dreitägigen Schlacht fortgesetzt. — Die Offensive erfolgte, entsprechend der Gruppierung der bulgarischen Hauptarmee in der Schlacht von Luele-Burgas-Visa, in zwei Hauptrichtungen. Eine südliche Armeegruppe drängte in östlicher Richtung über Corlu nach, während der zweite Vorstoß aus dem Norden über Saraj und Jstrandscha erfolgte. Tie südliche Gruppe rannte die türkischen Nachhutstellungen hinter dem Beazko-Jderf-Flnß bei Karischadiran und Gekerler sowie hinter dem E r g e n c - F l u ß durch einen gleichzeitigen Frontalangriff und Umgehung des linken Flügels ccher I sch.e n ge r le r - Musclimki über den Haufen und warf die Türken in die Deroute hinter Corlu. Das ungestüme Nachdrängen der Bulgaren scheint neuerlich eine vermehrte Verwirrung unter den türkisck^en Massen hervorgerufen zu haben, denn trotz der großen Gefahr, durch die bulgarische Nordgrmppe in der rechten Flanke umgangen und abgeschnitten zu norden, habe:: starke türkische Krä f t e hint er C o r lu neu crdings Stellung genommen, wo sie von den Vulgaren aus den Richtungen Gekerler, Karahasa nko et und Mueselimkoei angegriffen und nach heftigem Kampfe unter großen Verlusten zurückgeworfen wurden. Die bulgarische Nordgruppe ist mit starken .Kräften im Vorgehen über Saraj begriffen inti) erreichte mit ihrem linken Flügel, etwa eineinhalb Division-en, die Höhen von Stranza. Eine weitere Offensive dieses bulgarischen Flügels wird nur mit schwächeren Kräften südlich auf Tschcrkesloei und Jeniizloei erfolgen. Der Hauptteil geht ohne Rücksicht auf die südlich stehenden türkischen Streitkräfte direkt über Stranza gegen den Raum zwischen Dcr- kossee und Tschataldsckx: vor, während die südliche Armeegruppe der Bulgaren den Hauptstoß erttlang an der Bahn über F-enarkadikoei frontal gegen Tschataldscha führt. Die allgemeine M'sicht bei diesem Vorgehen ist, die nicht ab geschnitten en Teile des türkischen Heeres durch scharfes Nachdrängen noch vor der Tschataldscha. P v s: t: o n zu r Sch l a ch t zu stellen und glcidt- jcitig mit den geschlagenen türkischen Truppen in diese Stellung cinzudringen. Erst wenn dies nicht gelingt, soll ein normaler Angriff unter Mitwirkung von schwerer Artillerie Platz greifen. Die unaufhaltsame Offensive der bulgarischen Armee wäre trotz der außerordentlichen Leistungen der Truppen nicht moalich, wenn nicht der Ver- pslcgungs- und N ach schu b a p P ar a t tatsächlich ohne Klagen funktionieren würde. Das Zusammenarbeiten von Intendantur und Generalstab ist ideal zu nennen. Man erkennt hieraus die außerordentlich vorbereitende Friedensarbeit des bulgarischen Heeresappa- rates. Die Trophäen aus den letzten siegreichen Kämpfen sind außerordentlich zahlreich. Die erbeuteten Schnellfeuerbatterien werden, soweit Munition vorhanden ist, zu der Verstärkung der mit altem Material ausgerüsteten Rc- servedivisionen verwendet. Größere Verluste als bei Luele-BnrgaS. Sofia, 6. Nov. Nach einer aus am t lich en>Kr e i- sen stammenden Nachricht aus dem Hauptquartier ist die Nachhut der Türken aus mehreren Stellungen zwischen Corlu und Saraj nach äußerst heftigem Widerstand auf Tschataldscha zurückgeworfen worden, wobei die Türken größere Verluste erlitten hätten als bei Luele-Burgas Die Agence Bulgare meldet: In den fünftägigen Kämpfen um Luele-Burgas und Bunar Hiss' ar erbeuteten die Bulgaren 37 Schnellfeuerbatterien und machten über 2000 Gefangene. Die Verluste der Türken betragen ungefähr 25000 Tote und Verwundete. Die Stimmung der Türken ist gedrückt. Bis jetzt haben die Bulgaren auf der Linie Adrianopcl-Konstantinopel vier Lokomotiven und 243 Waggons mit Beschlag gelegt. Auf der Strecke Luele-Burgas- .Kirk Kilisse ist der regelmäßige Verkehr wiederhergestellt. Der Geist unter den bulgarischen Truppen ist nach wie vor ausgezeichnet. Monastir gefallen? Rom, 6. Nov. Der „Tribuna" wird aus Belgrad gemeldet, daß sich Monastir heute nachmittag 2 Uhr den serbischen Truppen ergeben hat. Heber die Einnahme von Prilep wird aus Uesküb gemeldet: Tie bei Kumanowo und Veles geschlagenen türkischen Truppen in der Stärke von 20Bataillonen mit Artillerie nahmen zwischen Veles und Prilep eine Rückzugs st ellung ein. Obwohl infolge der schwierigen Terramverhältnisse die serbische Artillerie nicht in Tätigkeit treten konnte, gelang es der serbischen Infanterie trotz des türkischen Artilleriefeuers, die Türken aus ihren Stellungen zu verdrängen. Das 5. serbische Infanterieregiment erstürmte hierbei mit dem Bajonett die türkische Artilleriestellung. Hierauf traten die Türken den Rückzug an und die Serben nahmen ohne weiteren Widerstand Prilep ein. Der Kampf, der gestern bei Demir Kapu stattfand. war hartnäckig und endete mit der Niederlage der Türken und der Einnahme des Passes durch die serbischen Truppen. Die große Brücke über den Wardar- fluß ist unbeschädigt. Gestern traf eine Kolonne des serbischen Generals Zivkowitsch in Ipek mit den Montenegrinern zusammen. Grausamkeiten der Serben? Ter Berliner „Lok.-Anz." meldet aus Semlin: Die fremden Kriegsberichterstatter beim serbischen Heer haben die Heimfahrt ang etreten. Sie wurden geflissentlich von den Schlachtfeldern ferngehalten, können daher auch die Gerückste nicht dementieren oder betätigen, wonach die S erben die Albaner systematisch ausrotten und ihre Dörfer verbrennen. Tatsache ist, daß gefangene Albaner die Damen vom Roten Kreuz kniefällig baten, sie nicht aus der Pstege zu entlassen, weil sie sonst auf freiem Felde erschossen würden. von der Belagerung Adrianopel?. Die türkischen Blätter veröffentlichen Telegramme ihrer Korrespondenten aus Adrianopel über den Kampf im Gürtel von Adrianopel. Die Bulgaren erlitten ixtbei große Verluste. In dem Ka,mpf am 31. Oktober bei Akb unar erbeuteten die Türken 48 Wagen mit Munition. Ein bulgarisches Bataillon wurde gänzlich vernichtet. Die türkische Artillerie zerstörte einen bulgarischen Transport von Lebensmitteln. Am 31. Oktober warf ein bul- garischerFliegereinSchriftstückindieStadt, in dem gesagt wurde, daß nach dem Fall von Kirk-Kilisse der Widerstand der Garnison von Adrianopel unnütz sei. Sie solle kapitulieren. Der Kommandant von Adrianopel veröffentlichte darauf -eine Proklamation, in der er ausführte, man dürfe dem bulgarischen Schriftstück keinen Glauben schenken, Adrianopel könne sich gegen 10000 Kanonen und Hunderttausende von Soldaten halten. Die Regierung fordere nur die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahret:. Ungefähr 300 Dörfer des Wilajets Adrianopel sind von ihren Bewohnern geräumt worden. Bon der türkischen Westarmee. Konstantinopel, 6. Nov. Ein amtliches Telegrammd es KommandeursderWe st armee vom 5. Nov. meldet: Nach zweitägigen: Kampfe ist eine griechische Division zersprengt worden. Wir haben eine große Menge Kriegsmaterial erbeutet und Soroviecvo hrieber gewonnen. Ein serbisches Kavallerieregiment nebst einer Maschinengewehrabteilung wurde bei Drenowo, nördlich von Prilep zerstreut. 48Pferde wurden genommen. Der Kampf dauerte den ganzen Tag und verlief günstig für uns. Ein anderer Kampf, der ebenfalls den ganzen Tag dauerte, spielte sich in der Gegend von dem Gute Abdi Pascha ab und zwar zwischen einer türkischen Abteilung und einer aus Kruschewv stammenden Bande, die zersprengt wurde. Bei Janina erlitt der Feind große Verluste und wurde bis Pen topigadia/zurückgeworfen. Wie aus Uesküb amtlich gemeldet wird, hat-die serbische Armee Kitschevo und Kodscha eingenommen und ohne Aufenthalt bei: Vormarsch in nordwestlicher Richtung vonPrilep nach Süden fortgesetzt. Abends fanb ein dreistündiger Minifterrat unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Pasitsch statt. Einer Privatmeldung zufolge soll Djakova von den Serben besetzt worden fein. Die bulgarisch-mazedonische Armee. Belgrad, 6. Nov. Die bulgarisch-mazed»- nische Armee ist rasch durch das Strumatal nach dem Südei: vorgerückt und bat gestern: den Rupel-Paß besetzt. Sie setzt den Marsch aus Damir Hissar und Seres fort Die Kämpfe der «riechen. Athen, 6. Nov. Die griechischen Verluste in der Schlacht bei Jenidze betrugen sechs Offiziere und 145 Soldaten tot, 33 Offiziere und 737 Soldaten verwundet. Tie Verluste des Feindes sind sehr groß. Die Türken haben ihre Stellungen am Warodar aufgegeben. General Sapundjakis meldet aus Arta, daß der Kamps bei Anghi gestern den ganzen Tag dauerte. Die griechischen Verluste find gering. Ein Hauptmann ist gefalle::. Ter Berliner ,Lok.-Anz." meldet aus Saloniki: Tie Griechen stehen nach einem glanzenden SiegüberdieTürker. •ebn Kilometer vor Saloniki, dessen Gvuveri:eur wegen Uebergabe der Stadt verhandelt, während die Truppen einen letzten Widerstand oerfudjen wollen. Saloniki dürfte spätestens am Montag fallen. Die Insel Tancdod besetzt. Athen, 6. Nov. Admiral Kunduriotis meldet: Tie Insel Tenedos ist um 3 Uhr nachmittags durch ein griechisches Geschwader besetzt worden. Oesterreich gegen Serbien. Graf Berchtold soll dem österreichisch-ungarischen Gesandten in Belgrad nach Ofenpest berufen haben, um ihm Weisungen über die künftige Politik der Monarchie Serbien gegenüber zu erteilen. Eine Festsetzung Serbiens an der Adria wird, |o heißt es, Oesterreich-Ungam zur Aufwerfung der Machtfrage nötigen. Kaiser Franz Foscs an die Delegationen. Ofen pest, 6. Nov. Aus Anlaß des heutigen Empfangs der Delegationen beantwortete Kaiser Franz Josef die Huldigungsansprachen der Präsidenten folgendermaßen: Mit aufrichtiger ©efriebigung und wärmsten Dank nehme ich die Versicherung ihrer treuen Ergebenheit entgegen. Seit dem Zusammentritt der letzten Delegationen sind ernste kriegerische Verwicklungen auf der Balkanhalbinfel ausgebrochen, welche eine erhöhte Wachsamkeit gebieten. Im Hinblick darauf, daß bedeutende Interessen der Monarchie durch den Konflikt de- rührt werden können, erscheint die baldige Wiederkehr geordneter polittscher und kommerzieller Verhältnisse im nahen Orient dringend wünschenswert. Meine Regierung wird bereit fein, im Einverständnis mit den verbündeten Kabinetten an einem geeigneten Zeitpunkt an der auf die Wiederherstellung des Friedens abzielenden Aktion der Großmächte teilzunehmen. In der letzten Delegationssession wurden mit einer dankenswerten Opferwilligkeit für Heere und Marine außerordentliche Kredite bewilligt, wodurch die Schlagfertigkeit unserer Wehrmacht eine erfreuliche Stärkung erfuhr. Das lausende Erfordernis meiner Kriegsverwaltung bewegt sich in normalen Grenzen. Nur zur Lösung der Unteroffizier frage die die notwendige Ergänzung des durch das neue Wehrsystem bedingten organisatorischen Ausbaues der Armee und der Flotte darstellt, wurde ein Mehrbettag angesprochen. Die Verhältnisse Bosnien und her Herzogew:na sind dank der loyalen und patriotischen Haltung der Bevölkerung in einer ruhigen Entwicklung begriffen. Ein reichhaltiges legislatives Arbeitsprogramm wird dem Lande Gelegenheit geben, den kulturellen und wirtschaftlichen Fortschritt beider Länder zu fördern. Ich bin überzeugt, daß sie an die Prüfung der Ihnen zugehenden Vorlagen mit bewährter Einsicht und pflichtgetreuem Eifer brrantreten werden und wünsche Ihrer Arbeit einen gedeihlichen Erfolg. Ich heiße Sie herzlich willkommen! O f e n p e st, 7. Nov. In der gestrigen Sitzung der Delegation griff der Sozialist D r. Ellenbogen den Thronfolger Franz Ferdinand heftig an. Die ganze öffentliche Meinung verwahre sich gegen die Nebenregierung im Belvedere (hie Wiener Reiwenz des Thronfolgers) ganz entschieden. Die Welt habe den Eindruck, daß der Kaiser bei: Frieden wolle. Es liege also eine bewußte Herabsetzung der Autorität der Krone vor, wenn diese Friedensabsichten ständig durchkreuzt würden. Karten des Kriegsschauplatzes. Im Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig sind einige interessante Karten des .Kriegsschauplatzes erschienen. Von den 8 in 7 Farben ausgeführten Karten, die hier auf einem Blatte bargeboten werdcn:, gibt die Hauplkarte im Maßstab 1:2800000 eine Ueberstcht über die Balkanländer. Die verschiedenen Schauplätze der Kämpfe veransdwnlichen Spezialkarten, von denen das serbisch-montenegrinisch-türkische Grenzgebiet im doppelten Maßstab der Hauptkarte wiedergegeben ist, während da« Gebiet der bulgarisch-türkischen Kämpfe in dem ungewöhnlich großen Maßstab 1:1000 000 dargestellt wird. Einen Vorzug vor den übrigen Kriegslagen bietet die farbige Hervorhebung der Angriffslinien der verbündeten Balkanstaaten und der sonst schwer zu findenden Gefechtsorte nebst den Tagen der Kämpfe, wodurch der Karte dauernder Wert verliehen wird. Die in dem großen Maßstab 1:180 000 gezeichnete Karte des Bosporus kann als wertvolle Bereicherung der bisherigen Kartenliteratur gelten. Großes Interesse bieten die Lagepläne von Adrianopel mit der bulgarischen Einschließungslinie und von Belgrad sowie die beiden GeschichtSkarten, welche die höchste Machtentwicklung der Türkei bis zum Jahre 1699, deren ferneren Verfall sowie das allmähliche Wachstum der Balkanstaaten vor Augen führen. Äii» Stadt und Land. Gießen, 7. November 1912. Der Blumenschmuck unserer Stadt wurde wie in früheren Jahren, in den ersten Tagen des September prämiiert, nachdem bereits im Juli eine Borwertung erfolgt war. Die zuerkannten Preise wurden im Laufe der vergangenen Woche berteüt. Tie Verteilung gestaltete sich folgendermaßen. Es wurden vergeben: 1. für hervorragende Leistungen in der S ch m ü cku n g ganzer Wohngebäude 5 erste, 4 zweite und 1 dritter Preis; 2. füt besonders schöne und gut unterhaltene Galerien- und Portalbepflanz- ungen 4 erste, 3 zweite Preise; 3. für geschmackvolle Bepflanzungen von Fenstern und Balkons 2 erste, 23 zweite und 30 dritte Preise. Hierzu muß bemerkt werden, daß es die maßgebenden Herren für richtig gehalten haben, die Zahl der Preise zu beschränken und diese selbst so wertvoll zu wählen wie es die zur Verfügung stehenden Mittel zuließen, um auf diese Weise einen erhöhten Anreiz zur Nacheiferimg zu schaffen. Daß dabei mancher, von opferwilligem Gemeinsinn und Liebe zur Sache zeugender Blumenschmuck diesmal leer ausgeheu mußte, ist zu bedauern, ließ sich aber im Hinblick auf die bescheidenen Mittel nicht ändern. Es wäre im Interesse der Sache sehr zu begrüßen, wenn dem Verkehrsverein mehr Mittel zur Verfügung ständen, damit die erfreulich einsetzende Schmückung der Wohnhäuser mit Blumen immer allgemeiner und dadurch besonders die Altstadt freundlicher würde. Es wäre dann auch eher möglich, die einzelnen Blumenfenster der Kleinwohnungen mit zu berücksichtigen, soweit sie von erfolgreicher Pflege Zeugnis oblegen. Nicht weniger wünschenswert wäre die Verteilung von Preisen an die Hausbesitzer, die ihre Vorgärten in mustergültiger Weise bepflanzen und pflegen lassen. Daß eine Anregung in dieser Hinsicht dringend nötig ist, empfindet wohl jeder^ der fremd hierher kommt. Obgleich der vergangene Sommer mit seinem unaufhörlichen Regen und trüben Tagen der Blumenpflege nicht so girnfhg war wie der Sommer 1911, konnte man doch mit Befriedigung eine Weiterentwickelung in der Schmückung einzelner Häuser wahrnehmen. In einigen Straßen hat sich bereits ein erkennbarer Wettbewerb herausgebildet. Den Privathäusern folgen erfreulicherweise bereits einzelne öffentliche Gebäude. So hatten beispielsweise die Stadtmädchenschule in der Schillerstraße und das Militärlazarett einen Blumenschmuck aufzuweisen, der in jeder Hinsicht vorbildlich genannt werden kann. * ** Tageskalender für Donnerstag, 7. Nov.: 1. Volks- Abonnements • Konzert der Regimentsmusik. Abends 87« Uhr in Steins Garten. gesetzt. Kreis Schotten. Soennecke D7i Der C. C. der Hassia zu Giessen 4. Morgen Freitag mfit gr. Lend. Weißkraut, Rotkraut, Wirsina, Zwiebel, Blnmeukobl, Lohlrabcu zu bt(L Preis, ein. Verl. i. yose d. Wirtsch. Bolter, Bahnhosstr. Unterfertigter C. C. erfüllt hiermit die traurige Pflicht, seine lieben Ehrenmitglieder, Alte Herren und Inaktive von dem am 2. d. M. zu Hamburg erfolgten Ableben unseres lieben Letzte Nachrichten. Der Balkankrieg. Sofia, 7. Nov. In den Kämpfen zwischen Sarai und Corlu erlitten die Türken, die unter dem Beseh! von Rasim Pascha standen, eine vollständige Niederlage und fläch- Visitkarten billigst I Brühl’üche Druckerei. hilft, hat teholfea. wird helft® in allen Fällen, wo Sie voe Rheuma, Hexenschuss. Zaho- und Kopfweh, Rücken- und Macenscbmerzeo geplagt sind. Amol ist auch eio universelles Tollettcmlttel. Amol stärkt, erquickt, erfrischt, belebt! Anerkannt und empfohlen von hervorragenden Acrzten. Preis ä Flasche 75 PL, 125 M. 2 AL Amol-Verund, Hamburg. Zu haben In allen Apotheken u. Drogerien« teteu in völliger Unordnung nach der Ntchtung von Tschataltscha. Sie verloren etwa 100 Geschütze und viel Krieg-, material. Konstantinopel, 7. Nov (Agence HavaS.) Ans der Pforte fand gestern abend ein Kriegs rat statt, in dein die militärische Lage keineswegs als verzweifelt angesehen wurde. Es wurde beschlossen, den Krieg fortzusetzen. Konstantinopel, 6. 9h)». Die Presse fordert die Bevölkerung auf, ein nationales Derteidigungskorps zu bilden, denn der Ausfall der Vermittlung durch die Mächte sei ungewiß. Die Rettung der Türkei hänge von der Verteidigung der Tschataldscha-Linic ab. Den Blättern zufolge erschien die griechische Flotte vor den Dardanellen, entfernte sich aber bald wieder. Aus Aegypten gingen dem Kriegsministerium 20000 Pfund freiwillige Spenden für Kriegszwecke zu. Der General st abschef der türkischen Ar- mee in Tripolis, Fethi Bey, ist in Konstantinopel angekommen. Er begab sich von dort sogleich in daK Hauptquartier. Wie es heißt, ist seit gestern ein heftiger Kampf im Gange zwischen der bulgarischen Armee und 40 000 ManndertürkischenTruppenunterMah- mud Mukthar Pascha, der sich auf dem Rückzug von Visa nach Tschataldscha befindet. Mahmud Mukthar, dessen Lage günstig sein soll, erbat sich Berstär- in allen Arten. Qualitäten und Ausführungen von Mk. 3.— bis 200.— bei A. Salomon &. Cie. (a7/.- A. H. Hans Frees Pfarrer em. geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Erzeugnisse der JflöbefFabrik ffq. Ehrhardt & tfofine Werkstätten für Handwerkskunst ♦ Darmstadt ♦ erwerben sich durch ihre zweckmässigen schönen Formen, die Gute des Materials und der Arbeit, immer neue Freunde. — Interessenten werden gebeten, die ständige Ausstellung von Musterwohnungen Feldbergstr. 36 zu besichtigen und kostenlose Zusendung des neuen Albums 7 „ Wohnliche Innenräume,t zu verlangen. (Id*1u Zwiebeln trockene,gesunde Winterware 50 Kilo Mk. 2.75, größere Posten bedeutend billiger, versendet Ludwig Erb. Echzell in der Wetterau. Telephon-Anschluß. 16444 ind. November IS". r Stadt Tagen deSfchtmb« rroertung erfolgt^ vergangenen odematzn. N M . oeistungcn - Ichö»- Wciie.etnvy, B d-bel zu bedauern- hi SansbE ieserS'Kt. SghäCg zumelskN' Lei Einkauf von Giotil, modernes Waschmittel, er- soarcn Sie geg. Konkurrenz« sabrikate, die garantiert nicht bester sind, bei 10 Paketen von einem Pfund eine Mark. 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Rcntlammcr als Ablösungssumme für die S t r e u verech- tigung, die hier zunächst nur interessiert, zu entrichten habe: den Streubcrechtigten der Gemeinden Niederstoll und Uephausen 10 106,48 Mk., denen von Pfordt 16 489,52 Mk. Die Kosten, die durch die Ausmittelung der Mlösunyssumme entstanden waren, sollte die Gräsl. Rentkammer, und im übrigen jebet Teil die Kosten tragen, die durch die Vertretung seiner Interessen entstanden seien. Alle sonstigen Kosten hätten zu 1/3 der Rentkammer, zu 2/3 den Streuberechtigten zur Last zu fallen. Gegen das Urteil des Kreisausfchusses war von beiden Seiten Rekurs verfolgt worden. Wie schon mitgeteilt wurde, verhandelte her Provinzialausschuß in seiner Sitzung vom 26. Oktober b. I. erstmalig in der Sache. Heute wurde das Urteil wie folgt verkündet: Die Entscheidung des Kreisausschusses Lauterbach wird aufgehoben. Die Gräfl. Rentkammer hat als Ablösungssumme für die S t r e u berechtigten zu entrichten: den Streuberechtigten der Gemeinden Niederstoll und Uetzhausen 5044,43 Mk., denen von Pfordt 8821,92 Mk. Die Kosten des Verfahrens, einschl der der anwaltlichen Vertretung der Berechtigten, hat die Grafl. Rentkammer zu tragen. Hierauf wurde in die Verl-andlung über die W e i d e berechtigung eingetreten, sie aber nicht zu Erwe geführt. Es soll über b iese in der Sitzung des Provinzialausschusses vom 20. b. M. weiter verhandelt werden. a Ober-Schmitten, 6. Nov. Heute avend bra-nnte hier eine Scheuer nieder, in der die Dr^chnmichme tatig iwr. Angeblich entstand das 'Feuer infolge Umifallei^ emer Pewoleum- laternc Ter Dreschrvagen ist mrtverbrannt, dre drrekt anliegenden Wolmaebäudc wurden von der Feuerwehr gerettet. Kreis Büdingen. Büdingen, 4. Nov. (Schöffengerichtssitzung.) Der Heu- tzändler W. K L. hatte gegen einen amtsrichterlichen Strafbefehl wegen Ruhestörung Einspruch eingelegt In der hurtigen Hcmpt- verhandlung wurde er als nicht hinreichend Übermut von Strafe und Kosten freigefprochen. - Die Strafsache gegen Eh ^Weißbinder in Bübingen, ixegen Beleibigung des Nachvvachtlws G. in Bübingen wurde durch Vergleich erledigt. — Der Pächter CH. B. wnt Rinberbüger^of wurde wegen Bedrohung zu 10 Mk. Geldstrafe ober 2 Tagen Gefängnis verurteilt. — Der Landwirt J E IV von Bübingen würbe wegen Bebrohung als nicht hmrerchenb überfuhrt freigesprochen. — Der Lausbursche W. L. von Seckbach unb der Installateur Ö. K. von Frankfurt a. M.,beide zurzeit hier ui Untersuchungshaft, wurden L. wegen Hausftrckxnsbruch zu 3 Wochen Gefängnis und wegen Ucbcrtrctnng des § dbb1 StrGB zu 5 Tagen Saft, K. wegen Hausfriedensbruch und Bebrohung zu einer Gesamtgefängnisstrase von 26 Tagen imb wegen Uebertretung des § 366 7 StrGB. zu 5 Tagen Haft berurtedt. 14 Tage von der erlittenen Untersuchungshaft werden auf bic erkannten Strafen ausgerechnet. — In der PrwatNagesache des Kriestierarztes Tr. K. Sch. von Gelnhausen gegen den Bürgermeister P. Sch. von Burgbrecht wegen Beleidigung wurde der Dauptverhandlungstermin zwecks weiterer Beweiserhebung aus- Kreis Friedberg. l. Butzbach, 6. Nov. Gemeinderatssitzung.) Der Sanierungsvorschlag der Butzbach—Licker Eisenbahn wurde bekannt gegeben. Ter Gemeinderat konnte sich auf Grund eines Gutachtens noch nickt bum entschließen, seine Zustimmung hierzu zu erteilen. Ter Finanzausschuß unterbreitete andere Vorschläge, die die Zustimmung der Versamlung fanden. Dieser Beschluß )ol£ den beteiligten Gemeinden zugesandt werden. Der Gehalt des Stadt- rechners Bayers darf wurde nach den Bestimmungen der Ausschreibung der Stadtrecknerstelle festgesetzt. Der Entwurf einer Dienstanweisung für den Stadtrechner wurde genehmigt. — Dem neugegründelen Kirchengesangverein wurde die Abhaltung einer Singstunde wöchentlich in dem Singsaal in der Turnhalle — Vereinshaus — gestattet. — Die Einivrüche gegen den Orlsbau- Vlan nördlich der Taunussttaße wurden abgeroiqcn, mit Ausnahme des des berrn Professors Wämser, der Rechnung getragen wurde. Starkenburg unb Ryeinhcfsen. Darmstadt, 6. Nov. Am Dienstag abend zwischen 8 und 9 Uhr wurde an der Ecke Wald- und Wilhelminen- slraße eine ältere Dame von einer unbekannten Mannsperson zu Boden geworfen und ihr eine schwarze Handtasche mit etwa sechs Mark, sowie nod) verschiedenen Waren Inhalt gewaltsam entrissen. Der Täter ergriff die Flucht in der Nichtiing nach der Altstadt. Hessen-Nassau. F. C. Frankfurt a. M., 6. Nov. Großes Aufsehen erregt die Meldung aus Petersburg, daß der frühere russische Generalkonsul in Frankfurt, v. Baumgarten, verhaftet worden sei. Apollonius v. Baumgarten hatte 17 Jahre, bis vor Jahresfrist, den Posten eines russischen Generalkonsuls in F-ranksurt inne mit einem Gehalt von 20 000 Mk. Das Generalkonsulat umfatzt die Regierungsbezirke Wiesbaden und Kassel, Teile der Provinzen Rheinland und Westfalen imb die Provinz Ober Hessen. Herr von Baumgarten hat seinen Landsleuten, bic um Untcritützuugen baten, über seine Mittel hinaus zur Seite gestanden. Auch ist er mehrere Male von solckien Leuten pekuniär geschädigt worden. ES »st anzunehmen, daß er dafür die fehlenden Beträge verausgabt hat. Daß er, wie manche annehmen, die fehlende Summe für politische Zwecke verwendet hat, ist vollständig ausgeschlossen, da er sich um Politik nie gekümmert hat. v. Baumgarten war, ehe er den Frankfurter Posten einnahm, bei den riif|ifck>en Gesandtschaften m Dresden, Lissabon und München als Legationüsekretär tätig. In 9Jiund>cn lernte er seine Gattin, bic Tochter bes verstorbenen Oberkammer- Herrn Freiherrn Schenk zu Schweinsbcrg-WelderShausen kennen. Vor etwa 4 Jahren traten in der Baumgartensckien Ehe Disharmo- nien ein, infolge deren Frau v. Baumgarten nach Wiesbaden zog. v. Baumgarten ist nicht unverniögend und hat noch ein großes Erbe zu erwarten. kungen, die bereits abgegangen sein sotten. Rjcka, 6. Nov. Der österreich-ungarische Milttärattvck« Hauptmann Hubka, der bic Antwort des Kronprinzen Danilo nach S k u t a r i überbrachte, gibt von der AuS- ührung seiner Mission folgende Schilderung: Er sei mit denk Dampier „Neptun" um 8,30 Uhr morgens in Siroka angekommen. Trotz der weißen Flagge und der öfterrcichischmngarischen Fahne seiber T ampfer von ber Küstenbat ter r e l e b» haft beschoffen worben. Man zählte etwa 20 Schüsse, von benen giücflicbcriveifc ferner getroffen habe. Das Feuer hörte erst aus, als Hubka ben Solbatcn in türkischer Sprache zurief, er verlange als österreicktifch-iingarischer Cfritier, baß man baS Völkerrecht respekttere. Hubka würbe nach der Landung tn Siroka auf ein Ruberboot unb von dort nach ber türkischen F-eltting gebracht, wo ihm durch den Festungskommandanten H a s s a n B c y alle El-ren erwiesen wurden. Ter Kommandant entschuldigte sich "wegen des Bombardements des „Neptun". Nach der Ucbcrrcichung der Antwort des Kronprinzen an den österreickstschen Generalkonsul sei man in Begleitung einer Ehreneskorte zum Hafen zurückgckchrt, wo die Einschiffung auf dem „Neptun" erfolgte. Paris, 7. Nov. Der „Petit Parisien" meldet aus angeblich sehr zuverlässiger Quelle in Belgrad, der serbische Ministerrat habe beschlossen, die offizielle Warnung der Wiener Regierung, Serbien solle sich aller militärischen Operationen in Westalbanien enthalten, keineswegs zu beachten. Malta, 7. Nov. Die vier Schlachtschiffe der Prinz Eduardklasse erhtielten gestern abend den Befehl, in See zu gehen. Konstantinopel, 7. Nov. Die Angehörigen der Fvemdenkolvnie sanaen an, sich zu beruhigen. Die österreichischen Familien, die auf den Dampfer Salzburg geflüchtet waren, haben sich wieder ausgeschifft. ein englischer Dampfer gescheitert. Quebeck, 7. Nov. Der Dampfer Royal George, der 901 Passagiere an Bord hat, stieß in der Nähe von St. Lorenz in voller Geschwind! gleit auf einen Felsen. Seine Lage ist ernst. Mehrere Schleppdampfer sind zu seiner Hilfe abgegangen.______________ •• In Audienz empfangen wurden vom Groß- heezoq gestern u. a. Pfarrer Dr. Koch von Langd und Bürgermeister Dr. Kayser von Bad-Nauheim. — Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem i Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Homberg Aug. Grünewald eine Lehrerstelle an der Gememdeschule zu Ehringshausen. •• Amerikanischer Konsul. Der zum Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Amerika in Frankfurt a. M. ernannte Herr Heaton W Harris, dem das ReichSexequatur erteilt wurde, ist zur Ausübung konsularischer Verrichtungen in Heflen zugelasieu worden. ** Normaluhr in Gießen. Das Univ ersi- tätsgebäude ist wäbrend der letzten großen Ferien mit einer neuen llhranlaae versehen worden. In den Haupträumen sind elektrische Uhren aufgestellt worden: an die Stelle des alten Schlagwerkes, das Anfang und Sckiluß der Vorlesungsstunden ankündigte, ist ein elektrisch betriebenes Läutewerk getreten und auch die große Uhr an der Vorderseite des Gebäudes ist durch eine elektrisch-betriebene Uhr, mit elektrischer Beleuchtung, in den Abendstunden, ersetzt worden. Die ganze Anlage wird von der Normaluhr des physikalischen Institutes aus in Tätigkeit gesetzt. GleicÄeitig ist auf dem Tach des physikalischen Institutes eine große Antenne in Form einer Toppelharfe aus starken Kupserdrähten errichtet worden. Mit Hilfe dieser Vorrichtung können die Zeitsiguale, die täglich von den großen fmtkentelegraphischeu Stationen in Paris und in Norddeich ausgesandt werden, aufgefangen und zur Kontrolle des Ganges der Normaluhr des Institutes benutzt werden. Es ist möglich, den Stand der Normaluhr auf diese Weise bis auf Bruchteile einer Sekunde in mitteleuropäischer I Zeit festzustellen. Auf Grund dieser genauen Zeitermitte-1 lung wird die Uhrenanlage der Universität wöchentlich einmal so einreguliert werden, daß das Springen des Minutenzeigers die mitteleuropäische ^eit mit einer Genauigkeit von wenigen Sekunden angtbt. Gießen besitzt also nunmehr in der Uhr am Universitätsgebäude die seit langer Zeit gewünschte Normaluhr. Es wäre nun aber auch dringend zu wünschen, daß die Turmuhren, die oft bis zu mehreren Minuten voneinander und von der mitteleuropäischen Zeit abweichen, wöchentlich wenigstens einmal mit der Normaluhr verglichen und nach ihr ein- reguliert würden. ** Bako fs Kammer-Li chtspiele haben seit gestern eine Neuerung eingeführt. Um in der Reihe der kmematographischen Vorführungen Abwecl)slung zu bringen, trägt Direktor Bakof zwischen den einzelnen Nummern Dichtungen ernsten und heiteren Inhalts vor. So rezitierte er u. a. gestern Emanuel Geibels prächtiges Gedicht „Der Tod des Tiberius" und erzielte damit eine tiefgehende Wirkung. Das Publikum nahm die Neuerung mit Interesse und lebhaftem Beifall auf. Die kinematographischen Vorführungen waren bei aller dramatischen Spannung einwandfrei. Namentlich gefiel wieder die kinematographische Wochenübersicht. Landkreis Gießen. — Wieseck, 5. Nov. Am Donnerstag, den 7. Nov., abends 8 Uhr, findet eine nichtöffentliche Gemeinderatssitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Holzhauer-Akkord und Wegebauarbeiten, hier desien Genehmigung; 2. Viehzählung, Ernennung eines ViehzählungS-Autzschufles; I. Baugesuch des Friedrich Belloff am Llchtenauerweg; 4. Re- parntur im Pfarrhaus, hier Neulegung eines Fußbodens im Amtszimmer; 5. Gesuch deS Geflügelvereins um Stiftung eines Ehrenpreises, hier nachttägliche Genehmigung; 6. die Einfriedigung der Herren Laudon unb Wacker; 7. Amtsgeschäfte der Bürgermeisterei, sowie der Polizei und deS Feld- personalS; 8. Autoverkehr, Schreiben der Firma Büssing- Braunschweig. I Damen-g.Herren- Stieiel in nur guten Qualitäten und in den modernsten Formen empfiehlt Franz Neumeier Sonnenstrasse 20. WoMncMe in grösster Auswahl von 80 Pfg. an. [o»n vermischter. * Geheimnisvoller Selbstmord. In Paris wurde am 2. November Bawn Gedalia, der ehemalige Sekretär des verstorbenen .Herzogs von Bellevue, in seiner Wohnung er hä n g t aufgefilnden. Er hiMerlieh einen Zettel mit den Worten: töte mich am 1. November um 3,40 Uhr nachmittags." Nachforschungen ergaben, daß der Selbstmord erst am 2 November verübt wurde. Baron Gedalia soll am Abend des 31. Oktober, wv im Bois du Bvulvgne die Prostituierte Souavin ermordet wurde, von einer ihrer Freundinnen in der Gesellschatt der Ermordeten gesehen worden Tein und zwar gegen 7>,2 Uhr, tn der Stunde des Mordes. Die Angelegenhett erregt m Parts große» Aufsehen. Detteraussickten in Hessen lür Freitag, den 8. (Nov. 1912: Meist heiler, trocken, kalt, Nachtfrost. äSä! Bshäck. Fischß! E. E. Müller. - § Mark«».«. ,,tn I VÜ;- Mr t. »«iioiien. S'ÜK; SÄ' Me hieee. h Ä“1 daraui' geordneter K" Orient drin. des Friedens ab. 3n der letten vpierwilbg. ."lche Kredite lgkett unserer rning erfuhr Altung bewegt sich ' ünteroffizierstaoe ’ neue Wehrshsim w und der Flotte Die BerhLltnissi dank der loyalen einer ruhigen End 5 WMogtamm turellen und wirt. )ck bin überzeugt, 1 Vorlagen mit bt herantreten werden Erfolg. Ich heiße I Jung der Delegation en den Thron- Die ganze Sssent- nregierung hi rs) ganz rutschigen, den Frieden wolle. Autorität der hont ^kreuzt Jrarixn. ti. als in tom H e§ erschienen. &• e hier aus tim !artt im MaW iidn. Die verschie- 1 Spezialkatten, vor Grenzgebiet im dop- m ist, während baf ungewöhnlich groha ich Vorzug vor bfl Hebung der Angriff der sonst schwer p ^nderKämVit. : wird. Die in dm > des Bosvorus kam artenliteratur gelten. Übriaitopel mir inie und von Beb n, welche die boW 1699, deren iemeren. »r Balkan-aalen vo: ■ Dann nehmen Sie Suchen Sie? hv% 1 Päckchen 10 Pfg. — 3 Stück 25 Pfg. 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