Zweiter Blatt 162. Jahrgang Nr. 185 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag-. auf ezeitigt. K 6clcgcnl)di *• RatMUot Scltcrswcg ft dieses strass T gefesselten Arme mich zu iemüse und 6:: ährt. Zu haben; der den 3 4 5 6 3-4 4—5 6-6 6-7 7-8 in Bayern 160 Mk 57 Pfg, in Württemberg 120 Mk 38 Pfg. in Baden HO Mk. 34 Pfg., 1,00 1,50 2,00 2,50 3,00 2,25 3,00 3,75 4,50 Ti« „Siebener .fawlllewblätter" werden dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beiqelegt, daS „KrtlsblQtt fir den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Leit» fragen" erscheinen monatlich zwennal. hingen und was sonst bei Land und Leuten Sitte wäre, was alles sein größtes Interesse zu erregen schien. Aber endlich fand ich es doch an der Zeit, nach Hause zu gehen, besonders, da meine schmerzen ansingen. Als ich mich von änderungen gezeitigt. In Pleß-Rubnick wurde am 3. Februar an stelle des doppelt gewählteit Polen Graf MielzynSki der Pole Donnerstag, 8. August 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversuälS - Buch- und kteindruckerei. 9L Lange, Dieben. Tie Nachwahlen zum Reichstage. Tie Ersatzwahl in Pfarrkirchen am 5. August ist die siebente Ersatzwahl zum Reichstage während der Neuwahlen getvesen Bis auf eine Ausnahme haben diese Ersatzwahlen im Parteibestande des Reichstags keine Ber- jt oder 1 pro Mille des BersicherungskapitalS dürfte im Per« M gleich mit den Anforderungen anderer Bersicherungsanstal- jt len immer noch als kein hoher zu bezeichnen sein. Bon b den Brandversicherungsanstalten der übrigen süddeutschen Zur Erhöhung der Vrandverficherungrbeitrage in Hessen. lieber die Erhöhung der Brandversicherungsbeiträge ,on 6 Pfg. für 100 Mark Umlagekapital im Jahre 1911 nif 10 Pfg. in diesem Jahre wird uns von berufener Beite geschrieben: Die Brandversicherungsbeiträge bilden keine feststehen- ten Prämiensätze, sie werden vielmehr alljährlich nach dem tt.darf besonders festgestellt Der Bedarf setzt sich zusammen aus den Brandschadensvergütungen des vorhergehen- Redaktion, Expedition und Tniderei: ©Aul- ftroBt 7. Expedition und Verlag: es»* 51. Redaktion:«^ 11L. Tel.-Adr> Anzeiger»,eßen. Berwaltungskosten im Durckrfchnitt der Jahre 1898 bis 1908 * eine Million Mark Versicherungskapital: auf Verwirk! ichuiia, als der Rat der Stadt Dresden gar nicht mehr eine Volluniversität anstrebl, nngen der kaum zu überwindenden Widerstände, sondern nur eine enge Verbindung zwischen der Technischen und Tierärztlichen Hochschule, mit der ein werterer Ausbau des Hochschulwesens verbunden iverden soll. Bündel erschien, den er dem Sultan überreichte. Einem anderen Eunuchen wurde gewinkt, und er muhte mir eine Flasche Rosenöl über den Kopf gießen: ein Duft, der wohl ein Jahr lang an mir haften blieb. Unterdes faßte der Sultan in den Beutel, nahm eine wunderbare Brosche von ^Perlen und Brillanten heraus und steckte sie mir an. Tann griff er wieder hinein und brachte einen historischen Schmuck, fedy Armbänder, Timbi, Binarghiri, Mi- komoketi, für jeden Arm drei, heraus, die er mir anzulegen versuchte Leider waren sie für die dünnen und schmalen Gelenke der Araberinnen eingerichtet, so daß sie bei mir nur mit vieler Mühe zugeschraubt werden konnten. Er ließ darauf nochmals andere kommen und wechselte dreimal. Aber ich mochte ihn dann nicht mehr analen und ertrug die Pein, obgleich mir das Blut in den Händen erstarrte. Ich wollte nach Verlauf einer halben Stunde auf stehen und mich bei ihm empfehlen,' aber er erlaubte mir das nicht, ich mußte noch bleiben. Es waren unter den anwesenden Frauen auch verschiedene schon alte, recht häßliche, und als ich mich erkundigte, wer die Tarnen seien, sagte er mir, das seien Schwiegermütter zur Aufsicht seiner Frauen. Wir sprachen dann noch über Minber- erziehimg in Teutfchland, über alle möglichen Wohlfahrtseinrich- ,id Hornhaut gibt »lieres mie 8arn Sünfn-r 'm jnOlKarn- kleines Töchterchen, getragen von einer schwarzen Amme. Unter den tiefen Verbeugungen Der Haremsdamen gingen wir nach dem nächsten Saal, wo an der Tür Eunuchen aufgevflanzt waren, die uns den Weg nach den beiden Thronsesscln, die dort ausgestellt waren, wiesen und dann wieder ihren Platz an der Tür ein* nahmen. Ter ganze Harem folgte und stellte sich um uns herum auf. Ter riesengroße Raum enthielt nur Tiwans und unzählige Kristallkronen: aber die Tarnen dursten sich, solange ich t>a jvar, nicht setzen. Ter Sultan nahm fein kleinstes Kind auf den Schoß, das mit Amuletts und Schmucksachen unglaublich behängt war, sogar durch die Ohren und die kleine Rase. Als ich den Sultan fragte, wie das kleine Kind das aushalten könnte, meinte er, das alles wäre nur mir zu Ehren angelegt worden. Er hielt das Kind auf dem Schoß, die andern beiden Kinder standen zu meiner Rechten, und seine drei Favorittnnen standen vor uns. Ueberwältigend war der Anblick der wunderbaren Kostüme der Haremsfrauen, unter denen sich große Schönheiten befanden, besonders unter den Abessinierinnen. Sie trugen alle kurze Samtröcke in verschiedenen Farben, der Saum war mit Edelsteinen besetzt. Unten sah man bis zum Knöchel ein weißes Atlasdein, dann kamen die silbernen Spangen um die Knöchel. Die Achen der Füße, die auf Sandalen ruhten, waren mit kostbaren Brillanten geschmückt. Von ber Taille bis zu der Schulter ging ein seines durchsichtiges, in* pjsches Gewebe mit von der Schulter aus lang abfallenden Aermeln, alles mit Gold gestickt. T,e Haare waren meistens in lang herunterhängende Zöpfe frisiert. Auf dem Kopf hatten sie diademartige Spangen mit langen Goldgehängen, die über einen zarten Schleier fielen. Hals und Arme waren geschmückt mit den kostbarsten Ketten und Armbändern, an denen besonders die kunstvolle Arbeit auffiel. Run entwickelte sich zwischen uns ein Gespräch, während mir arabifdwr Kaffee in goldener Schale gereicht wurde. Ter Sultan bemerkte meinen kleinen Orden und wünschte eine Erklärung dafür. Als es mir gelungen war, sie ihm zu geben, drückte er sein höchstes Erstaunen aus. Er sagte, auch die Frauen Arabiens nehmen bei etwaigen Kriegen teil, aber nicht in der Weise, wie ich ihm das schilderte, sondern sie hatten die Pflicht, ihre Männer aufzureizen. Auch wunderte er sich, zu hören, daß man Frauen £rben verleihe, aber, fügte er hinzu: „wenn man das schon tut, bann müssen sie schön sein und nicht so lumpig wie dieser", und bat mich, ihm zu gestatten, mir den Orden zum „Strahlenden Stern" zu verleihen, denselben, den er meinem Mann verliehen hatte. Ich machte ihm klar, daß ich nicht glaubte, ihn in Europa tragen zu dürfen: darauf hatte er die Idee, mir daraus eine Brosche unfertigen zu lassen. Als ich auch das ablehnte, winkle er einem der Eunuchen, bet bald daraus mit einem großen, dicken Zeitübel geschrieben: Einen der Originalität nicht entbehrenden Vorfthlag macht, wie man uns berichtet, der Verein zur Förderung Dresdens und des Fremdenverkehrs. Er hat eine Eingabe an den Rat der Stadt Dresden gesandt, wofür er für den bekannten Plan einer Universität cintritt. 9hm ist diese Frage im wesentlichen eine Geldfrage; erhält die Regierung gewissermaßen eine Universität von der Hauptstadt geschenkt, so wird sie sie genehmigen, genau wie es mit Frankfurt a. M. der Fall war. Um nun die nötigen Gelder zu beschasfen, schlägt der Verein die Bildung eines Patronats- Vereins vor, für den er den größten Teil der in Dresden lebenden 3 0 0 bis 400 Millionäre und der 600 Millionäre zu gewinnen hofft, die in nidyt nach Leipzig neigenden Orten wohnen. Jeder von ihnen soll jährlich einen Mindestbeitrag von 1000 Mk. leisten — so hofft der Fremdenverkehrsverein. Da aber auch dann noch nicht genug Geld vorhanden sein würde, schlägt die Eingabe vorsichtshalber noch die Gründung eines Vereins Der Stifter der künftigen Universität vor. Jeder „Stifter" Ijättc eine einmalige Mindestgabe von 10000 Mk. aus dem Altar der großen Idee zu opfern. Diese gewiß gutgemeinten Vorschläge sind doch etwas allzu phantastisch, und sie haben um so weniger Aussicht politische Tagesschau. Ter Schrei nach Universitäten. Aus Dresden wird der „Tägl. Rdsch." über Staaten werden z. B. in diesem Jahre von 100 Mark Umlagekapital an Beiträgen erhoben: von Bayern 15 Pfg., von Württemberg 11 Pfg. neben der Entnahme von 2514 777 Mk. aus dem Reservefonds, von Baden 14 Pfg. feinen Haremsdamen verabschiedete und ihnen mein Bedauern ausfprach, ihnen nichts mitgebracht zu haben, da ich ja nicht hätte ahnen können, daß mir diese Ehre zuteil werden würde, ich hätte sonst für ein Faß Bonbons gesorgt, bat der Sultan, ich möchte zur Erinnerunq mein und meines Mannes Bild aus Europa schicken, was auch später geschah. Mir hatten die Frauen des Harems das Herz recht schwer gemacht. Sie sahen alle unglaublich melancholisch aus. Sie hatten absolut keine Freiheit, burfren nur hinter vergitterten Fenstern leben, wenn die Gitter auch von Gold waren, und wenn sic ab und zu ins Freie fuhren, dann saß der ganze Troß immer zu vier und vier m einem Wagen, bis an die Augen vermummt, und über die Fenster der Karaffen waren dicke türkische Tücher gehängt, damit keines Mannes Auge sie zu sehen bekäme, und so ging es manchmal im Galopp^durch die Straßen und Wälder, ohne daß sie auch nur eine Spur von frischer Luft einatmen konnten. Als ich nach meinem Sultansbefuch zu Hause ankam, amüsierte sich mein Mann über meine in Gold ein gezwängten Arme, die ich kaum bewegen konnte, und wir tauschten gegenseitig die Eindrücke dieses Tages aus." s durchschnittlich im Jahre 10,3 Psg. Beitrag erhoben. Erst von den 90er Jahren an ermäßigen sich die Beiträge, wenn auch noch Ausnahmejahre wie die Jahre 1893, 1903 £unb 1904 mit je 10 Pfennia Beitrag vorkommen. Ein äAusschlag von 6 Pfg. kam aber seit Bcstel-en der Anstalt nur sechsmal vor. In den Berichten über eine kürzlich abgehaltcne Versammlung einer Jnteressentcngruppe wurde Klage über tic hohen Berwaltungskosten der hessischen Brandversiche- mngsanstalt geführt. Demgegenüber sei zur Aufklärung I folgendes festgestellt. Nach den in den „Mitteilungen des Verbands öffentlicher Feuerversicherungsanstalten in Teutfchland" veröffentlichten Ergebnissen der Brandver- isicherungsanstalten der Süddeutschen Staaten betragen die Po sprich gcivahlt. Ter bei den Hauptwahlen in Köln unterlegene Zen- trumskandidat Trimborn konnte am 1. März im Siegkreis Waldbröl gewählt werden, nachdem der ZentrumS- abg. Becker zu seinen Gunsten auf das Mandat verzichtet hatte. . ,. Als Nachfolger für den Abg. Frhr. v. H e r 111 n g nach einer Berufung zum Ministerpräsidenten in Banern wurde am 22. März in Münster-Cösfeld Dr. Gerlach (Ztr.) gewählt. r c , Tie vierte Wahl wurde notwendig durch das Ableben des Alterspräsidenten T r ä g er, der am 9. Mai in Barel- Jever nach zweimaligem Wahlgange in seinem bei den Hauptwahlen unterlegenen Parteifreund Wiemer einen Nachfolger fand. Tic Ersatzwahl für den 2£bg. Roeren, der aus der Zentrumspartei wegen der bekannten Zwistigkeiten der Kölner und Berliner Richtung ausgeschieden war und sein Mandat iiicbcrgclegt batte, sand am 30. Mai in Saarburg-Merzig statt, er wurde ersetzt durch den Abg. SB er r (Ztr.). Tie erste Veränderung im Parteibeskairde brachte die Ersatzwahl in Hagenow, die durch die Ungültigkeitserklärung der Wahl des Abg. Pauli (fonfj notwendig war; für ihn wurde am 29. Juni der Freisinnige Siv- k o v i ch in der Sttchwahl gewählt. Für den verstorbenen Abg. Bachmeyer im Wahlkreise Pfarrkirchen wurde am 5. August der Parteigänger des Verstorbenen, der Bauernbündler Bauer, gewählt. An den Nachwahlen nahmen teil das Zentrum mit 3, der Freisinn mit 2, die Polen mit 1, die Konservativen mit 1, der bayerische Bauernbund mit 1 Mandat. Das konservative Mandat siel dem Freisinn zu, die übrigen Mandate wurden behauptet. Erledigt ist zurzeit das Mandat in Schlettftadt durch den Tod des Elsässers Dr. Will. lieber die Stellung des verstorbenen Kardinal« Fischer zum ZentrumSzwist weiß die der Kölner Richtung feindliche ,$tö(n. Äon.' interessante Einzelheiten zu berichten, für die wir ihr die 53er- nntroortung überlassen muffen. Danach war der Kardinal einer der vertrautesten Freunde dcS früheren 9lbg. Roeren und seiner Anschauungen, bis eS den Kölnern auf einem nicht ganz einwandfreien Wege gelungen sein soll, Fischer für sich zu gewinnen. Die Korrespondenz erzählt: .Aus dem Wege persönlicher Konnexionen, aus dem die Bachemilen bisher viel erreicht haben, machte man sich an den Kardinal heran und operierte wieder mit den oben angedenteien Imponderabilien, die im Leben des Kirchenssirsten eine so große Rolle gespielt haben. Man machte Er. Eminenz klar, daß die Bewegung Roeren-Bitter sich im Grunde gegen daS Ante he n und die Autorität deS Erzbischofs richte, stelle doch die Llterkonkkrenz die verwegene Behauptung aut, in der Erzdiözese Köln sei nicht alles in Ordnung, dort hätte sich unter den Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen den Jahres, den Verwaltungskosten, dem Beitrag an die landesfeuerlöschkasse und den Beiträgen an die Gemein- i-n für erhöhte Feuersichcrheit der im Hydrantenschutz I Sehenden Gebäude. Während die Verwaltungskosten und tr.c genannten Beiträge in den einzelnen Jahren verhält- ? nickmäßig nur geringe Veränderungen aufweisen, initcr- I hegen die Brandentschädigungen naturgemäß mehr oder reniger großen Schwankungen. Die Erhöhung oder Min- . berung des jährlichen Brandstcucrausscylags hängt hier- ~ »ach hauptsächlich von der Höhe der Brandcntschädigungen MdeS verflossenen Jahres ab. Die ungewöhnlich hohen Ukkandentschädigungen des Jahres 1911 von über 1 600000 R klart gegenüber denjenigen des Jahres 1910 von nur 14.4 000 Mark sind die Ursache, daß der Brandverftchcrungs- btitrag von 6 Pfg. im Jahre 1911 auf 10 Pfg in diesem Hahre erhöht werden mußte. Die Inanspruchnahme der jstnsen des Reservefonds oder des Reservefonds selbst zur l.ilweisen Deckung des Bedarfs ist bei einem Ausschlag tun nur 10 Pfg. gesetzlich nicht zulässig. Erst wenn der ' chresbedarf die Erhebung einer Umlage von mehr als 10 Pfg. und bezw. mehr als 12 Pfg. erfordert, ist der Fehlbetrag aus den Kapitalzinsen und aus dem Reservefonds ,4 bestreiten. Der besondere Notsonds, dessen Bildung tilrtfid) von einer Seite gefordert wurde, ist hiernach in bin Reservefonds bereits vorhanden. Ta der langte!) rige Turchschnittsausschlag 10 Pfg. betrug, so wurde int Gesetz die Grenze für die Heranziehung des Reservefonds jur teilweisen Deckung des Bedarfs auf einen Ausschlag b.jii über 10 Pfg. festgesetzt. Ein Ausschlag von 10 Pfg. tehen. ___________________________ Zur Regelung der Beamtenöiäten. 3m Harem des Sultans von Zanzibar. Alle Wohlgerüche wittert der gesittete Mitteleuropäer, wenn er daS Wort „Harem" lieft. Tanzende Frauen gestalt en in weiten Gewändern husckten durcheinander, in der Mitte des Gemaches, dessen Wände Koransprüche zieren, muß eine Fontäne rautcken, t unb der Gebieter des FraucnhauscS sitzt mit untergetchlagenen keinen, die Nargileh im Munde, selbstzufrieden auf entern Pol,ter nid fdjaut auf alles, was ihm untertan. Ganz so üppig ist es im illgemeinen für die Herren der Schöpfung im Orient nicht.^id) Hehrere Frauen zu halten, ist eine Geldfrage: nur wenige Du eit ’Joint können sich diesen Luxus leisten. Ta is^es außerordentlich ' interessant, einer Erzählung zu folgen, die die Frau des Legation, 'wies Kayser, der im Jahre 1892 auf einer Jmpeknonsrettt Zanzibar besuchte, in ihren Erinnerungen, die sie bei -Ltetn* leimet (Ernst Vohsen in Berlin) unter dem Namen „A uS de n ! Infangen unserer Kolonien" erscheinen ließ, wieder iibt. Frau Käufer ist die erste europäische Dame ge refen, die der Sultan von Zanzibar empfangen und der er seinen Harem gezeigt bat. Tie Berfas,ertn war zu die,em resuch in keiner Weise mit Garderobe versehen. La,,en nnr )ic Hbft ihre Erlebnisse erzählen. „Ich dachte bei mir, es Jonn ja lufit darauf ankommen, zog cm schlichtes, weißwollenes gncdmdjci bewand an, steckte meinen kleinen Orden vom -trüge 18,0 an litb fuhr nun auch in großer, prunkender Begleitung vor dem kultanspalast vor. Ter Sultan empfing micki zur angegebenen Laid Ali war eine außer,t vor n-bmc Persönlickckeit und imponierte mir durch feinen lernen ^all mb die ganze Art, wie er mit mir als Europäerin umging. Run hinkte er feinen Ministern ab, die fich entfernten, gab mir feinen len und führte mich hinüber durch den (Harten i n jein Harems- - hrnS. Ich hatte mich vorher beim Konsul in ausiuhrlicher igeiie chcr das Zeremoniell erkundigt und wußte, dar. ick den Grutz kx schwarzen Sklavinnen, die sich im Vorraum vor uns aus die Cncbe warfen, nicht erwidern durfte. Taun, gingen wir Die rr^ppe hinauf Ta stand in einem langen, ichmalen zaal »ein tr.iQer Harem, 94 Frauen an beiden Seiten militari,cb junge* reHt, alle auf das Kostbarste geschmückt und machten ihren ^alam. deine drei Kinder kamen mir entgegen; ein kleines Prinzetzchen ton ungefähr zehn Jahren, ein Knabe von acht und cm ganz in Hessen 93 Mk. 48 Pfg. Eine gleich günftige Stellung in Bezug auf die Höhe Berwaltungskosten nimmt die hessische Anstalt auch .... übrigen Gedäudeversick-erungsanstalten des Reiches gegenüber ein. Ein Grund zur Klage gegen unsere Anstalt über zu hohe Verwaltung^osten dürfte hiernach nicht be- Wenn dann noch unsere Landbvten in ihrem bekannten Streben nach Ersparnissen, die ihnen zustehenden Tagegelder von 11 Mark auf 6 Mark, also um einen Taler herabsetzten, so würde dem Staat ein schönes Stück Geld gespart. ----- Der diesjährige Beitrag entspricht übrigens dem früheren ..... » langjährigen Durchschnittsausschlag seit Bestehen der vrand- i t'i riicherungsanstalt von 1 pro mitte des Bersicherungskapi- ®tald. In dem Zeitraum von 1880—1890 wurden sogar Wir erhaUei, folgende Zuschrift: Tie von der Hess. Mgierunp beabsichtigte Aendcrung der eitherigen Verordnung über die Tagegelder der Beamten dünkt mir ebenso unzweckmätzig zu sein wie die bestehende Sie wird weder die Beamten, die auswärtige Geschäfte verrichten müssen, noch die Landboten, noch die Nörgler und Neider befriedigen. Allen kann man es ja nicht recht machen und die richtige Lösung der Frage bietet viele Schwierigkeit. Ter gerechten Lösung käme aber nach meiner Uederzcugung solgender Vorschlag am nächsten: Bei DienstverrichtunAcn außerhalb des Wohnsitzes werden die zwei ersten Stunden nicht bezahlt. Von ocr zweiten bis achten Stunde, also für nicht mehr als sechs Stunden, erhält der Beamte für jede Stunde eine scst- gclcgtc Vergütung. Sie betrage beispielsweise 50 Pfennig, 75 Pfennig oder 1 Mark. Tann kriegt ein Beamter bei 2—3Stunden auSwärt. T ienftgeldjälte M—,50 ober JL — ,75 oder^t 1 1,60 . „2 rt- w Morse" rextorsTe »■•SÄ W Liede»* SS-SK-? Sc« fi&t N-r Sttttm :iendct per Zen'«' [. 3.50 unter Mtir-I achnaker eben nickt, wenn mr t Recontipimn Pjg.' einreib'. Iler-Drogerie, Seltern« Otto Scham- Offeriere frifj« itmi* -12 cm land-1®® 50 Pfg- kft.vöö.Gurkm. Augen oe-3 i^rzvischosS eine gesät) rlicke Religionsinengerei entwickelt, di« bereits die klntholiken des ErzsprengelS in ihrer Mehrheit verseucht habe und das ganze katholische Tentschland zu verpesten drohe! Dazu kam der Briei, den Cardinal Kovo an ein Fräulein v. Schalscha gerichtet halte, über die .Verseuchung deS Westens-. Als alles das keinen vollen Eriolg hatte, wurde' die Ente Par- dini losgelah'en. Man brachte dem empfindlichen Kardinal bei. auf Anregung der Männer um Roeren »nid Bitter, die nachgerade an allem schuld sind, habe der Papst den rön ischen Prälaten Pardini nach Köln geschickt, um die Erzdiözese und ihren Cber- hirten auf Modernismus zu untersuchen. Ter Effekt war durchschlagend! Mischer zitierte verschiedene Anhänger der Lsterkonserenz zu sich, schenkte aber deren Erklärungen feinen Glauben und führte vor feinem Kleruö bittere Klage über die Pardmi-Lpionage, die nie existiert hat!" Väckerverbanürtag in Marburg. § Marburg, 7. Aug. Zum 15. ordentlichen Verbandstage des Zwergverbandes Mitteldeutschland des „Germania"-Verbandes deutscher Bäckerinnungen sind zahlreiche Bäckermeister aus Hessen-Nassau und Hessen hier eingetrofsen. Nachdem am Montag abend eine Vorstandssitzuna vorangegangen war, fand am Tienstag im festlich geschmückten Stadt- saale die erste Hauptversammlung statt. Hierzu hatten sich Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Handwerkskammer und Innungen einaefunden. Ten Vorsitz fiihrte Herr Fischer-Frankfurt a. M. Nach den üblichen Begrüßungsansprachen erstattete Herr Busch-Gießen den Jahresbericht. Diesem ist zu entnehmen, daß der Verbeut d jetzt in 22 Innungen rund 1300 Mitglieder zählt. Die KassenverhLltirifse sind gut zu nennen. In die Siebener-Kommission wurden Vertreter aus Frankfurt, Kassel, Marburg, Eschwege, Hanau, Dillenburg und Wiesbaden gewählt. Auf Antrag des Obermeisters Borne- mann-Kasfel wurde beschlossen, die Bezirke fallen zu lassen und statt der Bezirkstage in Zukunft nur noch Verbanos- tage für Mitteldeutschland abzuhalten. Derselbe Redner rerbreitete sich dann über die Bäckereiverordnung, die eine große Plage für die Bäckermeister bedeute und geeignet sei, viele Existenzen zu vernichten. Es wurde schließlich eine Entschließung angenommen, die Staatsregierung zu ersuchen, die rückwirkende Kraft der Bäckerei- Verordnung aufzuheben, damit nicht alle Betriebe, die nicht den gesetzlichen Anforderungen genügten, einfach geschlossen werden könnten. Zur Besteuerung der Konsumvereine wies Herr Sander-Wiesbaden nach, welch großen Schaden die Konsumvereine den Gewerbetreibenden zufügten. Mcht nur Arbeiter gehörten den Konsumvereinen an, sondern auch viele Beamte. Er forderte auf, die Konsum vereine nach dem Umsatz zu besteuern. Ihm schloß sich Herr Zw er g el-Frankfurt an, der über das Kleingewerbe und seine Feinde sprach. Er empfahl dringend, daß alle Bäckermeister der Organisation beitreten möchten. Nur auf diesem Wege ließ sich etwas erreichen. Auch Herr Kyrmse-Wetzlar, der über die Mitglieder der Konsumvereine sprach, gab der Meinung Ausdruck, daß viele Beamte die Konsumvereinsbewegung, die doch nur die Sozialdemokratie stärke, unterstützten. Die Regierung und die Abgeordneten mühten Abhilfe schaffen. Reichstagsabgeordneter Rupp- Marburg führte aus, er sei ein Gegner der Konsumvereine und der Warenhäuser. Landtagsabg. Prof. Bredt-Mar- burg wies darauf hin, daß der Landtag daran fei, den Handwerkern und Gcwerbetteibendeu durch gesetzlick-e Maßnahmen zu schützen. Nachdem noch ein Redner aus Biebrich die Schäden der Konsumvereine für das Bäckergewerbe geschildert hatte, wurde eine Entschließung, die die Umsatzsteuer für sie verlangt, angenommen. Ueber den „Ar- b e i t g e b er - S ch u tz'v e r b a n d" berichtete der Dezernent des Zentral-Verbandes, Schleich aus Berlin. Er verlangte strenge gesetzliche Maßnahmen gegen Boykott und Streikpostenstehcn und forderte zum Beitritt zum Arbeitgeber-Schutzverband auf. Eine Hauptaufgabe sei auch, die Arbeitswilligen zu schützen. Nach vierstündiger Sitzung wurden die Beratungen auf morgen vertagt. Die heutige zweite Hauptversammlung nahm um 11 Uhr im dicht besetzten Saale des Restaurants Seev- bode ihren Anfang. Zunächst berichtete Herr Sattler- Wiesbaden über die Frage des Backverbotes an den drei hohen Feiertagen. Er schilderte die Erfahrungen, die man besonders in Wiesbaden damit gemackst hatte und schlug eine Entschließung vor, bei den hohen Festen vom ersten Feiertag 8 Uhr früh an bis zum zweiten Feiertag abends 8 Uhr das Backverbot eintreten zu lassen. Verschiedene Redner traten warm bafür ein, die drei freien Nächte im Jahre seien nickst nur eine Wohltat für die Gehilfen, sondern auch für die Meister und deshalb sei die reichsgesetzliche Einführung dieser Ruhezeit sehr zu begrüßen. Die Entschließung fand Annahme. Uber die Nah- r u u g s mittel - Industrie - Berufsgenossenschaft sprach dann Herr F r i y - Wiesbaden. In der sich anschließenden Aussprache wurde von der Gründung einer eigenen Berufsgeirojsenschaft abgeraten, da z. B. von den 1300 Mitgliedern des Zweigvcrbandes nur 400 Versiehe- rungspslichrig seien. Ter Vorstand möge nur daraus sein Augenmerk richten, in dieser Berufsgenossenschaft mehr Einfluß zu gewinnen. Mit diesen Vorschlägen war die Versammlung einverstanden. Lieber das Hesesyndikat sprach Herr Ochs-Frankfurt Er schilderte die Mißstände, die sich im Lause der Zeit für das Bäckergewerbe heraus gestellt hätten und schlug eine Entschließung vor, alle Klagen über das Hefesmrditat zu sammeln und den Zentralvorstand zu ersuchen, beim Ärnditai eine Herabsetzung der Hefepreise zu beantragen. In der sehr regen Aussprache hierüber wurde betont, daß trotz der Konkurrenz der ringfreien Hefe febrilen durch den Heseaufsehlag das Syndikat einen Mehr- verdienst von 4—5 Mill. Mark erziele. Tie Unabhängig^ keit von diesem Syndikat sei jedenfalls erstrebenswert. Aus der Mitte der Versammlung wurde unter großem Beifall mehrfach scharf gerügt, daß der Verbandsvorstand in Berlin mit dem Syndikat paktiere. Die Entschließung sand Annahme. Zu dem Anttag des Gesamtvorstandes, Besuch des Zen- tralverbandslages, bemerkte Herr Runkel-Marburg, daß die Vertreter vorher genaue Weisungen bekommen und auch bis zum Schlüsse der Verhandlungen ausharren müßten. Nach Erledigung einiger unwesentlicher geschäftlicher Sachen wurde als nächstjähriger Versammlungsort Dillenburg gewählt und für einen späteren Verbandstag Hanau in Aussicht genommen. Ter seitherige stellv. Vorsitzende Fischer-Frankfurt wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt. Weiter wurden in den Vorstand tells neu-, teils wiedergewählt: Bornemann-Kassel, Runkel-Marburg, Zwergel-Frankfurt, Sander-Wiesbaden, Simmer-Fulda und Rauch-Frankfurt. Herr Rompel-Limburg sprach über den Lehrlingsmangel im Bäckergewerbe, der in anbetracht der besseren Arbeitsverhaltnisse nicht zu begreifen sei und dann wurde der Verbandstag mit einem Hoch auf den Vorstand und den Gesamtverband Germania, geschlossen. Es schloß sich ein Ausflug nach Bad Marbach an. Gießener Strafkammer. Gießen; 6. Aug. Verworfene Berufung. Der Pflasterer G. M. von Nieder-Mörlen hatte den betrunkenen K. H, der versehentlich in die Wohnung des G. M. geraten war, schwer mißhandelt und war deshalb von dem Schöffengericht Bad-Nauheim zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zu der Verhandlung über die von dem Angeklagten eingelegte Berufung war dieser nicht erschienen, weshalb die Berufung verworfen wurde. Zurückgewiesene Berufung. Der Taglöhner L. W. S. von Alten-Bufeck war wegen einer an dem H. V. von dort begangenen Körperverletzung von dem Schöffengericht Gießen zu einer Gefängnisstrafe von drei Wochen verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte Berufung eingelegt, die jedoch nach Vernehmung mehrerer vom Angeklagten benannter Zeugen als unbegründet zu- rückgewiefen wurde. Aus die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das in der Strafsache gegen die Eheleute H. in Burkhards wegen Milchfälschung ergangene Urteil des Schöffengerichts Schotten dahin gcändett, daß die sämtlichen Kosten der angeklagten Ehefrau zur Last gelegt wurden. Unter Aus schluß der Oesfentlichkeit wurde gegen den praktischen Arzt I. H. von Steinfeld verhandelt. Hinsichtlich der ihm zur Last gelegten Beihilfe zur Abtreibung wurde er freigesprochen, wegen Urkundenfälschung dagegen zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erklärt wurde. Die Strafgesetznovelle vom 19. Juni 1912, die am 5. Juli 1912 in Kraft getreten ist, zeigt allenthalben ihre segensreiche Wirksamkeit. In der heute hier verhandelten Strafsache gegen den Schlossergesellen F S. von Böckcndors wegen Diebstahls im Rückfall und Bettelns fühtte sic sogar zur Einstellung des Verfahrens hinsichtlich des Diebstahls, da der nach der Novelle bei dem Diebstahl geringwertiger Gegenstände aus Not erforderliche Antrag des Eigentümers nicht gestellt war. Der Angeklagte hatte in Rainrod ein Paar vor einem Haus stehende Schuhe weggenommen, angezogen und seine eigenen, die zerrissen waren, an den Platz gestellt. Bor der Novelle wäre diese Tat nach §§ 242, 244 St.G B. mindestens mit 3 Monaten Gefängnis zu almden gewesen. Wegen des Bettelns wurde der Angeklagte zu 4 Wochen Haft verurteilt: drei Wochen davon wurden durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erklärt. Bedrohung. Das Schöffengericht Bad-Nauheim hatte den Major a. D. P. S. von Bad-Nauheim wegen Nötigungsverfuchs und Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 20 Mark verurteilt. Der Angeklagte hatte den Landwirt W. M. im Wald in der Nähe von Bad-Nauheim aufgefordert, zehn Schritte vor ihm her auf die Polizei zu gehen, weil er seinen Hund nicht vorschriftsmäßig an- geleint habe. Dabei hatte der Angeklagte dem D. M. das Gewehr vor die Brust gehalten. Der Angeklagte hatte sich als Jagdbeständer für berechtigt zu diesem Vorgehen gehalten. Die Strafkammer erkannte unter Aufrechterhaltung des schöften- gerichtlichcn Utteils hinsichtlich der Strafe, daß die Tat des Angeklagten sich lediglich als Bedrohung darstelle. Universitäts-Nachrichten. — Marburg. Prof. Dr. Matthes, Direktor der medizinischen Klinik in Marburg, hat, nach der Hochschulkorrespondenz, den Kultusminister gebeten, von seiner Versetzung nach Königsberg i. Pr. Ab stand zu nehmen. Lnstschissahrt. Ein Fernflug von Johannistal nach Danzig. Johannistal, 7. Aug. Heute morgen 4 Uhr 52 Minuten stieg Oberleutnant Bertram mit Leutnant Steffen auf einer Rmnplertaube zu einem Fernflug nach Danzig aus. Der Flug Paris—Berlin. Paris, 7. Aug Der Flieger de Moulinais, der heute von Paris nach Berlin fliegen wollte, ist nicht abgeflogen. Er wird den Flug unternehmen, wenn es das Wetter erlaubt. Der bockbeinige Magistrat. Zu welchen Konfeguenzen ein bis aufs äußerste getriebenes Festhalten an einer vorgefaßten Anschauung führen kann, hat man wohl des öfteren im Leben des einzelnen schon beobachten können. Daß aber diese Erfahrung sogar ein groszes (fkmein- wesen machen muß, dürfte nicht alle Tage Vorkommen. Und doch ist der Magistrat der Stadt Lehrte derzeit in dieser nicht gerade beneidenswerten Lage. Ein früheres Mitglied der Stadtverwaltung hatte vor etlva zwei Jahren einen größeren Komplex um rund 20 000 Mark an die Stadt verkauft, nachdem lange Verhandlungen geschwebt batten, weil der Magistrat für die Grundstücke nur 18 000 Mark bezahlen wollte. Schließlich ging aber der Magistrat auf die Forderung von 20 000 Mark ein unter der Bedingung, daß zu einem bestimmten Termin das Terrain der Stadtverwaltung zur $ertügunq stehe und der Kaufpreis in bar erlegt werde. Zur Sicherheit wurde dieser Vertrag zwischen den beiden Parteirn notariell ßstgeergr. Usz nun der vereinbarte Termin berankam, weigerte sich der Magistrat die Grundstücke zu übernehmen, aus welchem Grunde, ist außei halb der Stadtverwaltung wohl niemandem redn bekannt Ter Verkäufer, welcher wohl schon mit dem Erlös für seine Grundstücke gerechnet haben mochte, fand die Weigerung der weisen Stadtvärcr gänzlich unbegreiflich und ersuchte nun nach und nach alle in Betracht kommenden Instanzen, bis zum Reiärsgerudk hinauf, um ihre Ansicht. Zum großen Acrger der Sladloerwal. tung gaben die sämtlichen angeruicncn Instanzen dem Manne redn. Nun versteifte sich aber der Magistrat auf sein nach seiner Anschauung unzweiielHaftes Recht und verweigerte tro^ gerichtlicher Entscheidung die Uebcrnabmc der GrundNück unb die Bezahlung des Kauibctragcs. Ter Verkäufer lief nun nochmals zum Kadi bezw. zum Gerichtsvollzieher und ließ den hoch, weifen Magistrat kurzerhand pfänden. Damit wollen sich aber die Stadtväler nod) nickt beruhigen, sondern sie beabsichtige«, den Streit um die Ländereien ihres früheren Kollegen nöligen- falls von vorne zu beginnen. Daß dieses Verhalten des Magistrats in weiten Kreisen Befremden und recht eigenartige Meimingt. äußerungen hervorruft. ist ebenso selbstverständlich, wie die Spannung, mit der man allgemein den Ausgang dieses eigenartigen Streites entgegensicht. Gewitter. Bon Friedrich Kuschel. „Auf jeden Menschen wohl, ob alt oder jung, macht der Aufruhr der Elemente einen tiefen Eindruck. Es beruht biet wohl auf der Verbindung der Wesenheil jedes organischen Leb«A mit bet Natur. Nicht allein die Majestät des Blitzes und Tcmners bringt eine Erschütterung in unserem Nervensystem hervor, sonder» durch das Gefühl der Lebensunsicherheit, der Nähe einer Lebensgefahr, wird solche durch eine gewiße drückende Spannung noch erhöht. Dieselbe wird nod) mehr gesteigert, wenn wir uns in Situationen befinden, die uns eine Gefahr näher legen, unz> kann bei nervösen ober schwächlichen und kränklichen 'Juiünai « bis zum Versagen der Willenskraft ausarten. Daher ist es wohl geboten, Ratschläge und Winke zu beachten für unser Verhalten bei Gewitter im allgemeinen, die geeignet sind, in uns das Gefühl einiger Sicherheit zu erwecken. Mit diesen 2^orten leitet Hauptmann Kuschel in feiner jedermann zu empfehlender Schrift „Vorsicht auf Reisen und im Verkehr" München, Verlag der Teutschcn Alpcnzeitung, Preis 75 Pfg.) das Kapitel „Gewitter" ein. Er fährt dann fort: Wenngleich Blitzschläge den Menschen treffen können, auch an Orten, die dne Gefahr iud< vermuten lassen, an denen die Begünstigungen für eine ci£, irische Entladung uns noch unbekannt sind, so sollen wir uns doch vor den uns bekannten Situationen hüten, die uns mit Wahrscheinlichkeit in Gefahr bringen können. Wir sollen die Gefahr nicht leichtsinnig heraudforbent ober doch gewisse Vor- beugungsrnaßregeln nicht außer acht laßen. Als gefahrbringend kommen vorwiegend alle Leitungen ii Betracht. An erster Stelle stehen Metalle, insbesondere nufredt ragende Gegenstände, als: Eisenschicnen der Ballone, Wasser- lcitungs- und Gasröhrcn, eiserne, ins freie mündende Rauchrohre u. a. m., insbesondere wenn dieselben mit der Erde in Berührung stehen. Aber auch nicht metallene Gegenstände sind leitungsfähig, zumal, wenn sie vom Regen durchnäßt sind, z. Masten, Fahnenstangen, Bäume, Hobe Schornsteine und Türmt Unter allen diesen Gegenständen sollen wir bei Gewitter uns nicht aufhalten. Müßen wir vor dem mit Gewitter verbundenen Regen ux# bedingt Schutz suchen, so wähle man einen abgeschlossenen Torweg. Stall, Schuppen, bei Vermeidung von Zugluft. Bezüglich eines Untertretens unter Baumen, welches indessa gänzlich zu unterlassen ist, beachte man den alten Spruch: Vor den Eichen sollst du weichen, Tannen und Fickten wähle mit nickten, Pappeln und Weiden sollst du meiden, Mer die Buchen kannst du suchen. So sehen wir auch an vielen, an den alten Waldrirsen zumal, die vernarbten Spuren von Blitzschlägen. Am sichersten gehen wir ruhig in der Mitte der Ettaßi weiter, auch durch Wald, da ja dann die zu Seite stehenden Bäum« eher als Blitzableiter dienen und bet Regen nicht weiter als bis auf die Haut bringt, ein Regenbad aber Herz und Gemüt stärkt und erfrischt. Allerdings setzen sich solche Empfindungen oftmals in Wider» spruck mit der Sorge für unsere Garderobe. Auch kann, wenn das Gewitter über uns steht, schon rasches Laufen, Reiten oder Fahren eine elektrische Entladung auf uns selbst begünstigen. Selbst in den Straßen brr Städte ist das Gehen unmittelbar an den Häusern nicht rötlich, besonders wen» das Regenwasser über die Dächer strömt: da Wasser ,ehr leitungs- föhig ist. Bei schweren Gewittern des Nachts rüste man stets einer möfl^ liehen Blitzgefahr gegenüber. Kleidung, Licht, Schlüssel, Tofu men h sind bereit zu halten, oder besser noch, man kleide sich, rontn auch nur notdürftig, an. Denn man bedenke wohl, daß ein zündender Strahl alles in seiner Umgebung Entzündliche i'orort und urplötzlich entzündet und die Menschen in der Nähe betäubt. Fenster und Türen soll man schließen und sich in deren unmittelbaren Nähe nicht aufhalten. Herd- und Cfaifcutr ift nicht gefahrbringend. „Den Schläfer wecke ich — Ten Esser schlage ich." Wohl mag der kracherrde Tonner den Schläfer wecken: der Esser kann aber auch im Falle eines Blitzschlages in seiner Nähe den Tod durch Ersticken finben, wenn er gerade einen Speife- bissen im Munde hat. Insofern kann dieser Spruch sich i« Wahrheit gestalten - _____!^. ___________ ' ■■■■ ■■■■■■! — „1—M»MW vermischter. *25 Mark jährliche Gehaliszulagc. Tif Gemeindeverwaltung des Seebades Binz auf Rügen, das in den letzten beiden Wochen so viel genannt wurde, schei-t über die Bewertung der geistigen technischen Arbeit recht sonderbare Anschauungen zu haben. Nach der „Deutschen Zindustriebeamten-Zeitttng" bezog der technische Betriebsleiter für die Elektrizitats-, Wasser- und Kanalisationö- anlagen der Gemeinde Biuz bis vor kurzem das fürstliche Gehalt von 2100 Mark jährlich Eine Nebenvergünstigung irgendwelcher Art kam nickft hinzu. Für diese 175 Mark Monatsgehalt hatte der Glückliche neben den ! rufende» Arbeiten noch die gefarrtte technische Korrespondenz fto die Neubauten, BaHeanlaaen usw. zu erledigen. Wer kann es ihm da verübeln, daß er schließlich auch die sicherlich nicht unberechligte Forderung einer Gehaltserhöhung vor- brachte? Nur die verehrlichc <^emeind«)erwaltung von Binz hatte für seine Wünsche kein Verständnis und es beburffr <3^. .ft»"' )it * _>,(-< xs i ’JÜnW"1 ISitriW 4 Zirifb alic> ß.Slück.li tz.,jfkl fei» bo-.rp L, in einer Ä * SS? piSSJ ■ililttr von » « Der R bi. der M Urtigcn .W i" «eengcn. M selbst naS ° Kit m Xn Co« j. jM und tf! «n au-b Seiltm Mi Statt tma- jagte, fonn ottf läiö Palais latrirm. ^ii Sucher gkidiMii ppt Porträt i k Billig au.' ; loi noch eine W ivird in I ci öobn! - bi * Zranzi Set Rüniller ist täten einer gern fggt ber ivreunb I cr ju riechen, n h ffack -oechfe In Horö eines 5 DtttT. wi Hal »S bei der Geei fit ins Aad schi< Iran betreten b fcfeen aber doch toi?' „ttntt erklärlich. e recht tnmrigi faltui sehr bös. «le« l'che A »Hei atnnin?s ’ »tltbeb ' ^albu Ein neuer Frauenberuf TVrobftxfrt, Fkht trauen! 40-41 84-86 34-00 80-00 el 85.00—86.00 84.00—85.')) Lebendgewicht. 66.00—67.00 84.00-85.00 Wetter Auftrieb: Rinder 94 (Cd)|cn 20, Bullen 0, Kühe 74), Kälber 444, Mk. bi« 7. 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Man wird keinen Augenblick !« 3roriT'c( sein können, wo man das Paradies der Köchinnen •j suchen bot, wenn man folgendem Inserat lieft, das vor einigen ; cfloi tn einer Reihe von pennsylvanischen nrunqen erschien: , fbte M6d)in für ein Landlmus gesuchc tzöchles tvehalt: eigene Jvbnung, bestehend aus <,tMav. Ankleide-, Bade und (*Hummer r-it schon- r Aussicht auf blumenreichen irrten: wöchentlich einen ^otfimitlnrr fi'.’i; und einmal wöcl>entlich eine ^ünf^.jfilometrr- SutofobTi". Tatsächlich sind in Amerika gute Köchinnen ebenso festen wie meiste Raben, und sie werden dementsprechend befahlt. xxt .\) air_h.au ist schon zufrieden, wenn die .'löchin ein Ei gut zu freuen kann oder den Pudding nur halb v rpfuscht Dabei sind l-ehälter von 50 Mark wöcl-entlich bei freier Station an der Tagesordnung. * Der Meisterboxer a l s Caföbesiher. John' fon, der Neger unsterblichen Ruhms, der tn dem denkwürdigen Kampfe von Reno den Vertreter der weihen Rasse, .'csfricS, zu Boden schmetterte, ist unter die Caftzbesiber § gangen. In Chicago bat er soeben einen Palast ausgemacht, tr selbst nach amerikanischen Begriffen alle- bisher Togemesene reit m den Scharten stellt. Prunk, Luxus, VerschMendung gibt cs in tzillle uno Fülle, darin summen alle Zeitungen übernn. Ob ox-r auch O^cschmack sich in allem offenbart, davon werh kein ein- |t«c4 Blatt envas zu berichten Wie Zohnson in einem Interview selbst sagte, tnun kein Moulin rouge, Icotabexo, Pavillon Mas- rotte iup "Palais de banfe der Welt mit seinem kleinen „Empor,um" nciteifmi. Den Clou des Caf4s bildet ein Bild, das sich dem Skfudper gleichsam direkt in die Augen „nxritt": es ist das lebens- profie Porträt des Herrn Box-, CafätierS in einem Rahmen, kr völlig anS Zwanzig Tollargoldstückcn besteht und der außer- km noch eine Reihe funkelnder Diamanten aufzuweifen bat. Plebs wird in Johnsons Caf6 nickt zugelafsen, und auch — welch ein .Hohn! — der „Nigger" ist in dem Lokale verpönt! * Französischer Witz. Ter Stillebenmaler. Ter Künstler ist in die Aufgabe vertieft, btt malerischen Schön- ktten einer gerupften Gans auf bie Palette zu bannen. „Tu," sagt der Freund und nähert seine Nase dem Modell, „sie sängt fd)on an zu riedien, matt muh sie essen " „Aber nein, erst wenn sic bie Farbe roedrfelt - Wozu der Hausarzt gut ist. An Bord eines Mittelmeerdompsers: „Uno wo ist Ihre Schwieger- nmtter, was haben Sic mit ihr angefangen„3a, sie wollte uns bei der Seereise begleiten, aber ich sagte dem Doktor, er möge sie ms Bad schicken " — Moderner Üomfott. Der Reisend« kim Betreten des ihm reservierten Hotelzimmers: „Ja, Sie ver- kißen aber doch modernen Komfort? Wo ist denn hier elektrisches Sübtv" „ihnen im uontor des Wirts, mein Herr." — Unerklärlich. Ter Chcgcmahi, der in sehr später Nacktstunbe in recht trauriger Verfassung heimkehrt, wirb von seiner resoluten Valtin sehr böse empfangen: „Wo kominst Du denn her? Und altsrul-g^ [ ins «vf W« M-d?.eL-’W • techmlchk ” - und MS kurzem da- everwalM Kerner cmvfcble von derselben Kirma Vaket-Schmierseifc in festem Zustande, Seifen- saNd, Saalburgia - Ucruseisc, Putzcremc in Vlcch- und GlaSstäschchcn. t Mk. Letzte 21adiriditcn. Limburg, 7. Aug In dem D-Zug Gießen-Limburg, der um 10.23 Uhr in Limburg cintrifft, verstar b gestern abend döhlich Generalsuperimendeut Rogge aus Kddlenz. Der Verstorbene hatte vor Antritt seiner Reise in Kassel verschiedene Speisen zu sich genommen, nach deren Genus; sich Unwohlsein und Ohnmacht einstelltcn. Man nimmt deshalb an, daß Rogge an Vergiftung gestorben ist. Kurz vor Weilburg trat der Tob ein Von der ^Staatsanwaltschaft Limburg wurde bereits die Obduktion der Leiche angcorbnct. vruchleidende >£■ Tie größte Erleichterung bei Garantie vollständiger Zurück Haltung bietet mein fett 1894 fick glanzend bewährtes, Tag und 'Nackt tragbares Bruchband Extrabcqncm obne Feder Einen cs Kadrikat. Zahlrrncbe Zeuamire Vctb- u. Vorfallbmden, Geradehalier-Gummtitrümvie Bc stellungen nack Muster werden mtnenommen in Wetzlar. Montan, 12.Aunust,9—12Udr, toaüb. J. Ke**cL Ihr- riychb.-sikj.L.S>ziss Grien Stnttgart Spielplan der Knrbansülftatcrs Baö Hauhctm. T . August: ,rie fe ’.te cuionnc. den 14. Sluguft: .Tal kleine Obotolabenniubdjen.* Freitag, den 16. August: »Ei a/ Sonntag. l^Anin't: .Matbiaö t>iolliiiger.''^ Sämtliche Artikel billigst und mit Gutscheinen! Allein-Verkauf für Gießen: - Alois Staudt, Heilen Säue 17 «'iit'P’h her aban-Svarvereinigung. höchste Temperatur am 6. 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