162. Jahrgang Erstes Blatt Anzeigenteil: H. Beck. Büdingen: Kernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnffofftrahe 16a. Die heutige Nummer umfcfßt 10 Seiten. Arbeit wie -um inneren Ausbau bc5 Reiches stets in mehr ober seine Stimme den So-ialdemokraten geben. haben wird, vollständig versagt, die Entwickelung des Reiches, wenn die staatsfeindlichen Verneinung in diesen malS eine ausschlaggebende Stellung grundlegenden Fragen ic- erhalten sollte. Wie also beit bürgerlichen Parteien Nr. 6 Der Siebener ünjeiget erscheint täglich, aiiüet SoimtagS. - Beilagen: n tc i inn l wöcheiultch E'.rhenerKnnlliei'. blätter, zweimal wöck',enrl.l»r«ir- blattsiirbcnllreir Sietzen (Tienslagnnd Freitag»; zweimal inonatl- Land- wirlfchaftliche 3eitf ragen Ferniprech - Anschlüsse: lür die Redattion 112, Lerlag n. Expedition 51 Adresse für Teichen: Anzeiger «ießeu. Annahme von Anzeigen für dte Tagevmnnmer bis vornuttagö 9 Uhr. auch im übrigen die Gegensätze unter . zum Ausdruck kommen mögen, bleibt doch das eine bestehen: Weder in der Hauptwahl noch in der Stichwahl Tann ein in ernster Zeit um die Zukunft des Vaterlandes besorgter Mann vom tiMijch-ttalteMchcn Kriegsschauplatz. Rom, 7. Jan. Tie „Agenzia Stesani" mclbet auS Tripolis: Gestern stellte ei'ne Erknndungsabteilung der Kavallerie fest, daß d-aS Land im Umkreis von acht Kilometer von Ainzara vom Feinde geräumt ist. In Bengasi war die Lage am 5. Januar unverändert. In Terna wurden am 6. Januar auf die im Dau besindlichen Festungswerke Schüsse abgegeben, die wirkungslos waren. Tripolis, 7. Jan. In Hams tourbeit gestern zwei Bat- taillone, die zum Schutz? bet Verschanzungen an einer entfernten S.eac ix.-tvc.iviiti??:', i>;.i ,U/>reichen Arabern angegriffen. In einem heftigen Kampfe, der fast drei Stunden dauerte, erlitten die Araber schwere Verluste. .tic Jtattener litten 81 Verwandele. Keine Fricdensneigunz bei der türkts.i,en Regierung. Konstantinopel, 7. Jan. (Wiener Korr.-Bureau.) Hier ist von einem Rundschreiben des Groftwesirs, in dem er seine Ueberzeugung von einem baldigen Abschluß des Friedens ausspricht, nichts bekannt. Das Rundschreiben des Großwesirs vom 2. Januar, in welchem er den Provinzialbehörden seine Ernennung mittcil'te, enthielt nur die üblichen Ratschläge bezüglich einer guten Erledigung der Geschäfte und der Aufrechterhaltung der Ruhe und des guten Einvernehmens aller Elemente der Bevölkerung. Ein amtliches Kommunique stellt fest, daß die in tendenziöser Weise verbreiteten Gerüchte über die Absicht eines Friedensschlusses jeder Grundlage entbehren. Die Pforte bahnte keinerlei Verhandlungen an und sondierte auch keine europäische Kanzlei. AngesiuM der heroischen Verteidigung der ottomanischen Kämpfer und der militärischen Lage gehe die Meinung der offiziellen Kreise des ottomanischen Volkes dahin, daß aus der Grundlage der italienischen Ansprüche vom Frieden keine Rede sein könne. Der „Tanin" bringt morgen eine vom Minister des Aeußern ausgehende Veröffentlichung, in der die Gerüchte über den Friedensschluß als unrichtig bezeichnet werden, der unter den gegenwärtigen Umständen unmöglich sei. Vom Kriegsschauplatz. Ter deutsche Einfluß. Konstantinopel, 8. Jan. Der Ministeerrat, deut infolge der andauernden Krankheit des Großwesiers Sais As- 1 int präsidiert, beschloß, im Prinzip der Reklamation des deutschen Botschafters gegen bic Schließung der italienischen Bankinstitute st a t t z u g e b e n und die Wiedererösimmg ixr Banken, auch der Banea i?-i Roma, za gestatten. Ties bedeutet, daß der deutsche Einfluß wieder Zeilenpreis: lofal 15t1!., auswärts 20 Vie mich. Ehesredalteur: A Goetz. Verantwortlich für den _ polnischen Teil: August General-Anzeiger für Gbertzchen LW« Rotationsisriid und v-rlag 6er EriiM’fien Univ.-Such- und Stcinbruderet R. fange. Reöaftlon, Srpcöition uni» Druderet: Schnlftratze 7. S"’c.öet-’üi d-n standidaten einzutretm. Gruudsä lich begegnet einer Wehrvorlage, und sei sie noch so groß,'wmn die Regierung ihre Notwcnd.g- teit nachweist, was unter der heutigen politischen Konstellation nicht schwer ist, seitens der Liberales kaum ein Widerstand. Sie aber als Wahlparole benutzen zu wollen, darin wird der Liberalismus vielleicht ein .Haar finden. Denn man hat es .Herrn v. Bethmann- Hollweg bisher immer als ein großes Verdienst a-.rgerec:^ nct, dag er die Lösung nationaler Ausgaben nicht in den Wahlkampf cinbezcg. Bei der fyrtschrt'tlicheu Partei ist jedenfalls die Errnnerung an die Septennatswahlen vom Jahre 188», wo die Kriegsgefahr mit Frankreich und Rußland als Grund für die Heeresverstärmng benutzt wurde, keine erfreuliche. Und wenn auch ijeiue die Fortschri tli.de Vollspartti Militär- uno f ortenstr.uüblich geworden ist und sich damit den Nationatliberalen genähert hat, so werden doch beide Parteien den Versuch Bethmann-Hollwegs, die kommenden Wehrvorlagen in die Wahlerörterung zu ziehen, bis zu einem gewissen Grade als eine Maßnahme ansetzen, die ihren Vorscoß gegen die blauschwarze Mehrheit wesentlich schwächt. Es liegt deshalb der Gedanke nahe, daß, wenn die Regierung damit die Unterstützung der reaktionären Parteien gegen die Sozialbemocrattn bei den S.ichwatzlen durch die Liberalen erreicheir will, sie den Liberalen auch die oben angedeuteten K o n z e s s i o n e n (Raastaßsteuer, Preußische Wahlresorm) in Aussicht stellen muß, sollen btationaltiberale und Fortschrittler bei den Stichwahlen ihren Wählern die Unterstützung üüii Konservativen und Zentrum plausibel machen. Geschieht dieses, so würde, da durch die nationale Wahlparole zwei,ettvs auch die große Partei der Nichtwähler (3 dis 4 Millionen), und zwar zum größten Teile für den Liberalismus, mobil gemacht wird, bei den Wahlen nicht nur die bisherige Mehrheit der Konservativen und des Zentrums gebrochen werden können, nein, es würden auch die Mandate der Sozialdemokratie beschräntt werden können. Die Hauptsache ist, daß der Liberalismus bei dm Stichwahlen aus Grund des Ergebnisses der Wahlen vom 12. Januar geschickt operiert. Wenn keine Aussicht besteht, den schwarzvlauen Block wirklich zu stürzen, wird es seine Ausgabe sein müssen, zwischen Reaktion und Sozialdemokratie so zu lavieren, daß die Sozialdemokratie nicht zum tonangebenden Faktor innerhalb der Opposition wird, auf der anderen Seite aber auch Konservative und, Zentrum nicht in der Lage sind, einen Block zu bilden,' ohne Hinzuziehung liberaler Elemente. Der Liberalismus — das ist für die Neuwahlen die Mindestforderung — muß im kommenden Reichstag das .Zünglein an der Wage bilden. Tie ,,R o r d d e u t s ch e Allgemeine Zeitung" schreibt: In bic kommende Woche fallt der Termin für die Haupttvahl sunt Reichstage. Wir haben dargelegt, welche Grundsätze bet der Wahl für jebeii staatstreuen Mann maßgebend fein sollten und cs war nicht unsere Aufgabe, für oder wider diese oder jene bürgerliche Partei Stellung zu nehmen. Woraus es ankam, war, einen Blick von dem Hader der Parteien hinweg auf die großen Aufgaben des kommenden Reichstages zu lenken und darauf hin- surocifen, wie die Sozialdemokratie sich zu diesen Aufgaben stellt. Montag, 8. Zanuar W2 Oeinnttret 3: monatlich75VE viertel- jährlich Ml. 2.20: durch Abbole- u. Zn -n stielten monatlich 6u Vch Durch bic'Boft D be: ben Regierung nicht in einer nationalen Frage ju verschütten, Werken unterer Gesetzgebung ,mn Schuke.der nationalen in vielen Füllen ungerade gerade sein lassen, unb die Reichsparlei bat von vornherein die Carole ausgegcben: bei jeder liberal-sozialistischen Sttch'.vahl für den liberalen 1 ** Gietzener Lonzertoerein. 5. jlonzcrt: Zweiter Kamurermufikabend. Gießen, 7. Januar. Tie Erkrankung deS Violaspielcrs Herrn Natterer — einer der tleinen Zwischenfälle, die den geplagten Konzertlcitern das Leben noch saurer 511 wachen pflogen — bedingte eine Aendrrung des Programms, die uns den Getcust zweier in Aussicht gestellter Neuheiten (Quintette von CSiar Frank und G. Sgambati) für diesmal entbehren ließ. Tie Lücke wurde aber so rasch als glücklich durch die beiden Trios von Haydn und Scytckert ausgefüllt, und cs jeugt für die reife Künstlecschast der Herren Redner (Violine), Hegar (Violvncetl^ und TraMmmtn (Klavier), dos- die notgedrungene Kürze der Vorbereitung die Qualität per Lecstung nicht zu beeinträchtigen vermochte. — Ter Gesangssolist des Abends pilegt für einen Teil der Besucher im Vordergrund des Jnter- esses ö-u stehen; Herr Hofopernsänger Semper-Tarmstadt (Bariton) glänzte durch prächtige, wohlausgebildele Stimme und durchgeiltig- ten Vortrag: nicht alle Bül>nensänger sind wie er auch in der io ganz anders geatieten Atntoiphäre des rivnzensaaleS gleick) gut zu Hause; hervorheben möchten wir besonders seine tadel- .ose Aussprache und die neben der Wucht der Stimmittel nicht immer zu findende Fähigkeit, auch über ein schönes Piano in allen Stimmlagen zu verfügen. Die Wahl der Lieder zeigte selbständigen Geschmack: die drei Lieder Von Mahler sind — abgesehen etwa von den Schlüssen — nicht dankbar im gewöhnlichen Sinn; es lallet auf ihnen der Mahler eigentliche, in seinen Symphonien oft so befremdende grüblerische und abrupte Geist, der cs nicht so recht zu dem natürlichen Fluß eines Liedes kommen laßt; doch elüschädigt hierfür eine gewisse Größe der Linienführung und der Ernst der Auffassung — die Kompositionen gewinnen sicher bei öfterem Hören. Vn Strauß ist letzteres weniger nötig; seine drei Lieder, denen man übrigens auf den Programmen jetzt häufig begegnet, haben inii der F-dur Sonate (Violoncell und Klarer) des gleichen Bisters die g'ttinLende Faktur und die echt Straußsche erfolgsichere Zuspitzung auf das Wirt'amc gemein Am wertvollsten unter den drei Liedern dürfre der „Traum durch die Dämmerung" sein. Diese Lieder und besonders die, aus der klassizistischen Zeit deS Komponisten stammende Sonate läßt no6) sehr wenig ans die späteren Trillantfeuerwerke von Lawine, Elektra usto. schließen — abgesehen von der nochmals hervorzus ebenden Ge- toaubtbeit und Treffsicher heft, der es auch nichts schadet — ja eher zugute kommt — daß gelegentlich mit unentwegt pompöser Geste eine ganz handfeste Trivialität mit aufgelischtuvird — aber: es iv ir ft, das muß man Ltrnuß lassen, das t ersteht er unb dafür hat er zweifellos eine ganz besondere Begabung und geschulte Routine, der man den Respekt nicht versagen kann. Der Sänger war so liebenswürdig, nach dem „Ständchen" von Strauß den banta.iren Hörern noch ein bekanntes entzückendes Lied von Hugo Wolf zuzugeben. Den würdigen Schluß machte das unvergleichlich schöne V-dur-Trio von Schubert. Es überragt weit alles übrige an musikalischem Gehalt, au unerschöpflicher Erfindungsfülle und uatürlid^m Fluß. Schubert schenkt uns hier echte Feierstiinden für Phantasie und Herz — dabei ohne Spur von Sentimentalität oder gravitalischem Pomp. Wer hier nicht innerlich gehoben und niitgerissen ist, ober gar über die „Himmlischen Längen" sich aufhalten lann, ist zu bttlageu; solch himmlische Musik — zumal in dieser vorzüglichen Ausführung — kann man gar nicht oft und nicht lange genug hören! — Warme Anerkennung gebührt Herrn Prof. Trautmann, der bei sämtlichen 9tummern unermüblich unb mit bekannter Künstlerschast mitwirkte. Ter >ttrtbsaal zeigte (erber einige Lücken, die man der^ Ungunst der Witterung uno der gegenwärtigen Ablenkung der Jnieressen durch politische Kämpfe zugute halten mag. Wo fäirde sich übrigeitö eine idealere Ruhe- und Sammelstätre für alle Kämpfenden als die Friedcnsinsel der Kunst. P. Oas zrauenftndwm an den deutschen Universitäten im Winter (9H 12. An den 21 Universitäten des R^ick)s sind diesen Winter bei einer Gesamtsrudentenzahl von 57 415 2 7 9 5 Frauen als vollberechtigte atabuniidr Lürger eingeschrieben, die höchste Zahl, die das ent wenige Jahre ake zeichnen hat. Ter Zuwachs binnen Jahresftist beträgt 383 und die Steigerung gegenüber dem Sßtnier vor 3 Jahren etwa 150" . Im Sommer 190-5 waren es 137 weibliche Studenten, 1908, als den Frauen die preußischen Univ-ersitäten geöffnet wurden, stieg ihre Zahl auf 1108. Diese rwcnde Steigerung, b:e indessen, wenn auch in geringerem Maße, angel alten hat, ist aber nicht als reiner Zufluß an „Füchsinnen" anänsehen, da zweifellos ein wesetlicher Teil dieses Zugangs schon bisher als „Gastzuhörerinnen" an den Universitäten des Reicks studierten, die den Frauen für das eiaeitt- licke Studium erst in neuerer Zeit zugänglich wurden. Zivar sind auch heute noch nicht alle wirklich studierenden Damen fti der Zahl der Studeniinnen enthalten, ianbern aus rein for.nellen Gründen noch unter den Gastruhörerimven begnyren. Es sind dies die Frauen (deren Zahl übrigens nicht erheblich ist), denen, obwohl sie den Anforderungen für dis Immatriiulation Nicht entsprechen Eonnteii, vom preußischen Kultusminister rum die Beendigung ihrer Studien gestattet wurde. Die reinliche Scheidung her an unserem UnivrrsitärsunterrichL leilhabenden Frauen in S5!'.?enttiNlen, mit l:r 2lbirci;:, auf das StuviuM einen Beruf zu gründen und der „Gastsuhörerinnen", der nur gelcgenthd) Um= r^rsitätsporlesungen beiuchenden Damen, gibt jetzt ein klares Bild von dem zielbewußten Konkurrrnzcampfe der Frau, auf den vor- sch*cdensten Gebieten der Wissenschaft.^ Dieser darf übrigens in ihrer schließlichen Wirkung nicht überschätzt werden, denn nicht gering ist die Zahl ccr Damen, die der veränderten wirtschaftlichen und lozialcn Struktur der Neitzeit entsprechend auf Gebieten und in Stellungen tätig werden, in denen ihre Arbeit für den Mann überhaupt keine Konkurrenz bedeutet; ferner besuchen zahlreiche Damen die Universität nur eine Zeitlang zur Weiierbildung uno ein nickt ganz geringer Teil scheidet ans der wissenschaftlick)en Betätigung schließlich infolge Verheiratung ans. Tie neueste Verteilung der Studentinnen auf bieeinzelnenZweigedesakademischenStublumv und die im Laufe der letzten drei Jahre Darin eingetretenen Aen- berungen zeigen immer deutlicher, nach welchen Berufen ^>ie gebildete Frau vorzugsweise strebt. So stieg bic Zahl der Stuben (innen der Philosophie, Philologie unb Geschichte seit 1908 von 505 aut 1563, die der M a t b c m a 11 f unb N a - turwissenschasten von 175 auf 504 unb die^ Mcb i i inerinnen erhöhten ihre Zahl von 322 auf 582. Tie Staats Wissenschaft en studieren 67 Frauen gegen 40 vor drei Jahren. Rechtswissenschaft 39 gegen 20, Zahn Heilkunde 27 gegen 40, Pharmazie 8 gegen 3 unb evangelische Theologie 5 gegen 3. Tarnach ist die Zunahme am stärksten bei den Fächern Der philosophischen Fakultät, was begreiflich ist, da zur gegenwärtigen Ueberaangszeit noch ein erheb lieber Teil der Studentinnen nur das Lehrerinnenzeugnis besitzt unb sich daher dein höheren Lehramc widmet. Ter allem bei den Zahnärztinneu vorhandene Rückgang, Der übrigens bei den männlichen Kommilitonell in ähnlichem Maße zu beobachten ist, beruht auf der Erhöhung der Anforoerungen für die Vorbildung uno Verlängerung der Studienzeit durch bic neue Prüfungsordnung vom 15. März 1909. Tie Verteilung der Studenlinneli auf die einzelnen Universitäten des Reicks ergibt eine Bevorzugung Der preußischen Hochschulen, was sich aus der Herkunft der Stuben timten erklären Dürfte, da aus dem Norden verhältnismäßig mehr studierende Frauen stammen, als aus dem Süden. Eine jiäber • Untersuchung der Heimatsverhällnisse würde ergeben, daß etwa gegen zwei Trittel aus Preußen stammen und daß etwa 500 AInländerinnen in Deutschland studieren. An der Universität c . Reick^hauptstadt befindet sich denn auch fast ein Drittel, nämlich 845, am nächsten steht Bonn mit 253, Dann folgen Göttingen mi. 224, München hat 188, Heidelberg 165, Freiburg und Münster je 149, Breslau 134, Leipzig 103, Königsberg 98, Marburg 87, Greifswald 74, Jena 69, Halle 62, Straßburg 42, Tübingen 40, Stiel 32, Gießen 29, Erlangen 27, Würzburg 17 unb Rostock 6. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind zurückgegangen L'cünchen, Er- langen, Roswck und Gießen; während die Steigerung koesenlüch (das roic in SUanunem angeben). Zusammen 10u .bö (97 626) 96 677 (luO J4O) 101 383 (95 992) crgebniS des Vorjahres Befördert wurden: Linie (67 i.u2) (57 012) (55 070) Cftbr. Novbr. Tezvr. Sa.: grüne Linie 41 160 (40 624) 39 62 - (48 127) 412 24» (40 922 steigt. Da der Großwesicr schwer krank ist, dürste ein neuer Großwesiec «ernannt werden, enrwcder Hillnr Pascha oder Touftk, der türkische Botschaster in London. rote 69 tiuö 67 255 60140 Auslösung der Kammer herbeizusüyren, um Den ^ungruricn du Aufrechterhaltung ihrer Machtstellung zu sichern. Ter Unter- richtsmniister entgegnete namens der Regierung. — Ter Großwesir, der immer noch krank ist, wohnte der Linung nicht bet. Aus Chal o ns sur Marne wird gemeldet: Tie Snmt= Polizei verurtellte den Straßburger Oberst Lebrecht wegen Spionage zu zwei Jahren Gefängnis-. nehmens für Oktober—Dezember 1911 stellt stch im ganzen auf Mk. 29 103.— gegenüber Mk. 29 073.— im gleichen Zeiträume 1910. Ter Verkehr auf der Straßenbahn hat stch un letzten Quartal 1911 um 6000 Personen gegenüber dem Vor- fahre geueigect. LLährcnd hierbei der Verkehr der grünen Lime um 2600 Personen gegen 1910 zurückgeblieben ist, hat Aus StaOt itnO Land. G, el, en, 8. Januar 1912. Von der Straßenbahn. TaS DerkehröbUd unlerer Ltrageubahn im letzten Viertel fahr 1911 stellt sich recht erfreulich gegenüber dem Zahlen Die Wirren in pcrfien. Täbris, 7. Jan. Tas Todesurteil des Feldgerichts gegen den Führer der Fidais, Hedschiali Dawafurusch, gegen den Reffen Sattor Kchans, den Führer der Fidais des Stadtviertels Ernirhis, Emir Mohamed Khan, welcher dem fünften Regiment Widerstand leistete, und gegen seinen Gehilfen sowie gegen die Mitredakteure des Revolutionsblattes Schurak und K e r i n K Han ist fy-utc vollzogen worden. Sechs Angeklagte wurden freigesprocken. Tas Laus von Dawafurusch wurde in die Luft gesprengt. Ein Teil der Laubitzenbatterie ist ein- getroffen. Tas russische Generalkonsulat ergriff Maßregeln zum Schutze des Vaters des gegenwärtigen Ministers des Aeutzern, des Vorsitzenden des Endschumcn, Adlie Beledie und einer Reihe anderer Personen, welche an den Feindseligkeiten gegen die Russen nicht teilgenommcn hatten, gegen welche die Bevölkerung jedoch äußerst erregte ist wegen ihres früheren Zusammengehens mit den Fidais. Teheran, 7. Jan. Der englische Konsul Smart ist mit seiner indischen Begleitmannschaft wohlbehalten in Schiras ein getroffen. Ausland. Oesterreichische Reisende berichten über österreichfeind- licheÄusschreitungenin den venetianischenGrenz- städten. Oesterreicher würden öffentlich beschimpft und mißhandelt, einige verwundet, andere auf den Bahnhöfen geschlagen, mit Steinen beworfen .und des .Gepäcks beraubt. Tie Aerzte weigerten sich, sie zu behandeln. Tie venetianische Presse verschweigt auf Befehl der Behörden diese Vorgänge. Aus Rom wird gemeldet, der Papst habe an die portugiesische Regierung ein Ultimatum gerichtet, in dem er die Zurückziehung der kürzlich für mehrere Bischöfe erlassenen Musweisungsdelrete verlangte. Falls Portugal diesem Ultimatum nicht Folge leisten werde, würde der .Vatikan seinen Vertreter in Lissabon abberufen. Tem ,,Temps" zufolge wird eine Panzerdivision des französischen Mittelmeergeschwaders nach Gibraltar abgehen, um den König von England gelegentlich seiner Rücksthr aus Indien zu begrüßen. Tie türkische Kammer setzte die Ausshrache über den Artikel 35 fort. Tie Sitzung verlief ruhig. Zwei Deputierte der Opposition wandten sich in langen Ausführungen gegen die Abänderung, die unangebracht sei uitd nur den Zweck habe, die cc stcy aus der roten iruue i:;r v tu j ’^c.-oiun .. ... Zn den 2) o taten CUojec und Dezember wurde die Faar- qclegenbeit stärker und im Novemqer schwächer als in der- eiben Zeit 1910 benutzt (November-Ausfall rund 3500 Personen). Dieses Weniger ist ans den sehr schlechten Geschäftsgang, über den die Ladeninhaber im letzten Jahre zu klagen hatten, zurückzuführen. Wenn die Einnahme der Straßenbahn trotz der stärkeren Frequenz nicht einen entsprechend höheren Betrag gegenüber dem Vorjahre aufweist, so ist dies zum Teil darauf zurückzuführen, daß zweifellos stark auf Marken gefahren worden ist, die noch im Publtkum waren, und dagegen weniger Marken verkauft wurden, daß aber auch bei 11 Fahrten, die mit Marken erfolgen, eine Freifahrt ist, und daß die zahlreichen Beamten, die im Dtcnste die Straßenbahn benutzen, nur zum halben Preis fahren. ** Tageskalender lür Montag. 8. Januar: Stadt- theater: .Die Frchche.' Anlang 8 Uhr. *♦ In Audienz empfangen wurden am Samstag vom Großherzog Gymnasialdirektor Ritz ert von Friedberg, Lehrer Gun drum von Eudorf, Oberlehrer Krämer von Büdingen, Professor Kramer von Friedberg, Geh. Hofrat Pros. Tr. Fromme und Oberstaatsanwalt H o f m a n n von Gießen, sowie Oekonomierat Alles von Nieder-Florstadt. **Ober-VersicherungsamtinHessen. Ebenso wie im Königreich Württemberg beabsichtigt man auch in Hessen auf Grund der Reichs-Versicherungsordnung nur ein Ober- Versicherungsamt und zwar mit dem Sitze in Darmstadt zu errichten. Tiefe Ver,icherungsbehörde wird voraussichtlich am 1. Juli 1912 ihre Tätigkeit beginnen. Zu gleichem Zeitpunkte werden die für die drei Provinzen in Darmstadt, Gießen.und Mainz bestehenden Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung und das Großh. Lanbes-VeMche- rungsamt in Darmstadt aufgehoben werden. Bei dem Ober- Vers icherungsamt wird für jede der erwähnten drei Provinzen eine Spruchkammer errichtet und zur Erledigung der Berufungen usw. aus der Provinz Oberhefsen und Rheinhessen Sitzungen in Gießen und Mainz abgehalten werden. Auf diese Weise wird den Interessen der Versicherten in den beiden Provinzen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Die Errichtung nur eines Ober-Versicherungsamtes in Hessen erscheint aus Gründen der Sparsamkeit durchaus geboten. ** Denkmalrat. Mit Ermächtigung des Großherzogs wurde der Direktor des mit den Funktionen eines Landesurkundenpslegers betrauten Haus- und Staatsarchivs Dr. Julius Reinh. Dieterich widerruflich bis auf weiteres zum Mitglied des Denkmalrals bestellt. ** Reichstagswahl. Wir werden gebeten, auf das heutige Inserat der liberalen Parteien wegen Wahlhilfe Freiburg, Jena, Königsberg, Marburg und Munster zugestosfen ist. Ter verhältnismäßige Anteil der Frau am deutschen Uni- versitätsstudium ist innerhalb der letzten drei Jahre von 2,3 auf 4,8 Prozent gestiegen. Mit den nur an einzelnen Vorlesungen teilnehmenden 1737 G a st z u h ü r e r i n n e n nehmen diesen Winter 4532 Frauen am deutschen Universitälsmiterricht teil, gegen 4184 im Vorjahr. * — Max Klinger über das Bismarck-National- d en km al. Zu der Frage des Bismarck-Nationaldenkmals gibt Professor Max Klinger jetzt im „B. T." einen kurzen aber sehrkritischen Ucbcrblick, in dem cc die ganze Behandlung der Angelegenheit, besonders aber die letzte lÄrtscheidung scharf verurteilt. Ter Künstler, der für den Entwurf Hermann Hahns eintritt, schließt mit den Worten: „Stellt eure Konkurrenz noch einige Jahre zurück. Wir sind noch nicht reif." Kf. Russische Jubiläums marken. Im nächsten Jahre begeht Rußland das 300 jährige Jubiläum der Thronbesteigung des Hauses Romanow. Die russische Postverwaltung hat auö diesem Anlasse beschlossen, eine neue Briefmarkenserie einzuführen. Anstelle des kaiserlichen Adlers, der die jetzigen Briefmarken ziert, sollen sie die Bildnisse der versch.edenen Kaiser tragen, die im Lause der Zeiten das Zarenreich beherrscht haben. Die Kopekenmarke &. B. wird das Bildnis Peters des Großen zeigen. — Ein Raffael in Moskau entdeckt? In Moskauer Kunstkreisen erregt das Austauchen eines Gemäldes Aufsehen, das von Kunstkennern als das verlorene Gemälde „Heilige Familie" von Raffael aus dem 15. Jahrhundert betrachtet wird. Das Bild war erst seit einigen Jahren im Besitze eines einfachen Bauunternehmers, der es beim Abbruch eines Hauses bei altem Gerümpel entdeckt, gesäubert und sich an seüiec wunderbaren Sclwnheit gefreut hatte, bis er es vor kurzem einem Antiquar für 3000 Ntarl verkaufte. Dieser beabsichtigt nun, haS Gemälde nach Berlin zu schicken, um es dort prüfen zu lassen. — Ein Rubens für 3 Millionen Mark. Der Herzog von R u t l a n d hat aus seiner Galerie „Die Krönung der heiligen Katharina" von Rubens, wie ein Telegramm aus NetWork meldet, an einen amerikanischen Sammler für angeblich 3 280 000 Mark verkauft. — Kurze N a ch r i a) t c n aus Kunst und Wissenschaft. Einen Wettbewerb um den Julius H elfftschen Preis schreibt für das Jahr 1912 die Kgl. Akademie der Künste in Berlin aus. Der Preis beträgt 3000 Mark und ist zu einer Studienreise für einen deutschen Landsckxiils- maler bestimmt. Bewerbungen sind bis zum 20. April 1912 an die Kgl. Akademie der Künste in Berlin \V 8, Pariser Platz 4, zu richten. tung auf 5000 Mk. erhöbe. Nach einer einstündigen Pause folgte ein fröhliches Festmahl, während dessen noch eine ganze Reihe von Trinkiprüchen ausgebracht wurde. :Dr. H i r s ch f c l d sprach auf das Wohl des Großherzogs, Bankier B r ü n e w a l d auf die Stadt und Leer Beigeordneter Keller auf die israelitische Religions-Gesellschaft, Lerr Fröhlich auf Tr. Lirschfeld, Dr. Kahn (Wiesbaden) auf Tr. Hirschseck und Frau, Herr Bär auf die Herrn Klein und Würzburger, Lerr Klein auf die Presse und ein Lerr von auswärts auf die Festleitmig. Während des Festessens, das lehr angeregt verlief, und, auch von einem allerliebsten Scherzspiel unterbrochen war, wurde folgendes Telegramm an den Großherzog abgesandt: „Sr. Königlichen Loheit Großberzva von Hessen, Darmstadt. Tie anläßlich ihrer Jubiläumsfeier festlich versammelte israelitische Religionegesellichait zu Gießen entbietet Eurer Königlichen Loheit ihre verehrungLvollste Luldigung. Provinzialrabbiner Tr. Lirfch- seid. Für den Vorstand: Bankier Grünewald. Darauf begann nach einer Pause, die von der, Festleitung eifrig vorbereitete Abendunterhaltung, zu der ein sehr schöner, abwechselungsreicher Spielplan ausgestellt war. Neben verschiedenen Musikstücken und einem witzigen Prolog wurden drei Bühnenstücke aufgeführt, die sehr flott einstudiert waren und lebhaften Beifall fanden. Ter darauf folgende Ball, der alle noch lange in fröhlichster Stimmung beieinauderhielt, bilbcte den angenehmen Schluß des in allen Teilen äußerst würdig und abwechselungsvoll verlaufenen Festes. 25. Jubelfeier 6er3$raelitfd)eii Religions=@ejellfd)aft. Gießen, 8. Januar. Tie hiesige Israelitische Religions-Gesellschaft, die vor fünfundzwanzig Jahren von mir wenigen strenggläubigen Juden gegründet worden war, beging am Freitag, Samstag und Sonntag unter sehr starker Beteiligung und in Anwesenheit von zahlreichen hiesigen und auswärtigen Gästen ihre silberne Jubelfeier. Die Feier wurde am Freitag abcnd durch einen Gottesdienst 'n der Synagoge in der Steinstraße eingeleitet, bei dem der rubere Geistliche der Gemeinde, Rabbiner Tr. Cahn aus Fulda, predigte. Tr. Cahn, der bei der Gründung der Religions-Geiell- chaft tätig mitarbeitete, war in den Anfängen zeitweise von Fulda herübergekommen, um in der jungen Gemeinde die Seelsorge auözuüben, und hatte sie so über die ersten schwierigen und anforderungsreichen Jahre hinweggeleitet. Am Samstag morgen fand im Beisein der staallick/Lli unö städtischen Behörden wiederum ein Gottesdienst in der Synagoge statt, in deren Mittelpunkt bie Festpredigt des ProvinzialraboincrsDr. Lirschfeld stand. Unter Zugrundelegung eine» bekannten Satzes aus den Psalmen dankte der Geistliche b:m Simmel für die Gnade, daß er die Religions- gcsellschast 25 Jahre hindurch auf dem Wege einer gesunden Entwickelung geleitet habe und begrüßte die Vertreter des Staates und der Stadt, den Provinzialdirekwr Dr. U sing er und Oberbürgermeister Mecum, sowie d.e üorigen Gälte, die teilweise von weither zu der Feier gekommen waren. Mit eindrucksvollen, zu Lerzcn gehenden Worten eröffnete Tr. Lirschfeld dann den messianischen Ausblick in die Zukunft, in der sich alle Völker in einer Empfindling, in einem Gottesbewußtsein zu allgemeiner Verbrüderung vor dem Throne beH Unnennbaren zu- sammensänden. Änknüpfend daran nahm der Geistliche den Offen- barungSsatz aus dem letzten Segen des sterbenden Patriarchen Jakob an seine Söhne zum Leitstern seiner Betrachtung: Lallet zusammen und höret ihr Söhne Jatobs und höret auf Jakob eueren Vater. Zum Schlüsse seiner gehaltvollen, mit rethorischer Meisterschaft vorgetragenen Predigt, erflehte Tr. Lirschfeld des Lim- mels reichen Segen für unser großherzvgliches Haus und den .Herrscher des 'Deutschen Reiches. Verschönt wurde die Feier noch durch Gesänge des unter Leitung des Herrn Würzburgers stehenden SynagvAenchoves, der ein treffliches Stimmmaterial und eine vorzügliche Schulung aufzuweisen hat. . . Die weltliche Feier, die am geftrigcn Sonntag in StctnS Garten ungehalten wurde, begann am Vormittag mit einer akademischen Feier, die durch den Chor Preis und Anbetung eingeleitet wurde. Im Anschluß daran gab der Vorsteher der israelitischen Religions-Gesellichaft Lanlier Grünewald einen kurzen Ueberblick über die Geschichte der Gemeinde, die sich aus Heinen Anfängen heraus zu einer ansehnlichen, Achtung genießenden Vereinigung strenggläubiger Juden entwickelt habe, die auch für die Zukunft reiche und »vertvolle Früchte verspreche, Namen der Provinzialdirektion und des Kreisamtes überbrachte yiegicrungdrat Welckerin herzlichen Worten die besten Wünsche für das weitere Gedeihen der Gemeinde, die sich so erfolgreich entwickelt habe. In bilderreicher Sprache dankte Tr. Lirschfeld für die Glückwünsche der Negierung, indem er ausführte, daß wahre Religiosität auch wahre Vaterlandsliebe bedinge und in herzlichen Worten brachte er ein Loch auf den Landesherrn aus, den ersten deutschen Fürsten, der die strenggläichige Judenschaft als selbständige Gemeinde bestätigte. In formvollendeter Rede übermittelte dann der Beigeordnete Kel l e c die Segenswünsche der Stadtverwaltung, die an sich zwar unabhängig von Bekenntnis und Parteilichkeit sein müsse, die sich aber freue, eine so rührige Gemeinde in ihren Mauern zu haben. Ihm toie auch allen folgenden Rednern erwiderte der Provinzialraboiner Tr. Lirschfeld in geistvollen, bLziehungsreichen Worten, die großen Eindruck machten und jedesmal von starkem Beifall begleitet waren. Dr. Cahn ans Fulda, der die, hiesige Synagoge geweiht hat, brachte in längerer Rede die Grüße seiner Gemeinde, 'Dr. Marx cms Darmstadt in lebendiger, farbenreicher Sprache die der hessischen Religions-Gemeinschasten dar. Weiler sprachen dann noch das Vorstandsmitglied der Religions-Gesellschaft in Frankfurt am Main, Lerr Lirsch, der Vorsteher der Religions-Gesellschaft Mainz, Lerr Bondi. Bon hiesigen Vereinigungen sprachen für den Synagogen-Chor Herr Fröhlich, für den Verein La- draskatisch Herr Klein, für die Ortsgruppe Gießen bed Vereins ber Sabbatfreunde Herr Son d h eim, für den Frauenverein Einigkeit Frau Fröhlich, für die Religionsschule ein ehemaliger Schüler. Für den unabhängigen Verein Mischer Lehrer im Großherzvgttim Lessen überbrachte Herr Ehr man n aus Friedberg, für die von hier verzogenen Mitglieder der Gemeinde Herr Strauß aus Frankfurt die besten Wünsche. Zum Schluß der akademischen Feier teilte Herr Bankier Grünewald mit, daß er eine Stiftung fron 5000 Mk. für einen von ber Gemeinde nach zu bestimmenden Zweck aussetze und daß er die bereits bestehende Jakob- und Lelene-Grünewaldsche Stif- Line neue Organisation zur Tuberkulosedekamp ung. Im Reichsamt des Innern traten unter Vorfitz des Staatsministers v. Moeller Vertreter der ver» schiebenen über Deutschland verbreiteten Mittelstandsverbände und führende Persönlichkeiten auf dem Gebiete der Tuberkulosebekämpfung zusammen. Das Reichsamt des Innern war durch Reg.^liat Pähler, das Reichsgesundheitsamt durch Reg.^Rat Hamel vertreten. Auch der Direktor im Reichsamt des Innern Le Wald wohnte ber Versammlung bei. Durch die neue Reichsversicherungsordnung und das Gesetz über die Angestelltenversicherung werden neue Möglich keitender Tuberkulosefürsorge innerhalb des Mittelstqnbes eröffnet, auf die sich die berufenen Stellen beizeiten einrichten müssen. Nack einem Vortrag von Reg.-Rat Dr. B e r g e m a n n (Stettin) und zustimmenden Erttärmtgen von Vertretern der Mittelstandsverbände wurde unter allgemeiner Zustimmung ein Organi- sationsausschuß gewählt, der die einleitenden Schritte unternehmen soll. Besonders wurde der Volksheilstätten- verein vom Roten K^reuH ersucht, die Errichtung einer neuartigen Muster Heilstätte für Frauen und Kinder des Mittel- standes in die Wege zu leiten. Deutsches Reich. Ter Kronprinz wohnte am Sonntag im Kleinen Theater in Berlin der Vorstellung von ,Mttchens^ .Geburtstag" von Ludwig Thoma bei. Das Jahrbuch des Hansa-Bundes für 1912, das überall int Buchhandel zu haben ist, behandelt in kurzen Artikeln z. B. das Thema: „Agrarier und Fleischer- gewerbe", „Beamtenkonsumvereine", bie Zollforderungen des Bundes der Landwirte, die Branntweinliebesgabe u. a. Ferner enthält es die Angaben über bie Entwicklung ber politischen Parteien von 1884 bis 1907, über bie Ergebnisse ber bisherigen Reichstagswahlen, über bie Verteilung ber politischen Parteien im Reiche unb über bie Konfessionsverhältnisse unb Berufsglieberung ber Äbgeorb- iieten. 123 U2u (-ilitilv) (16^uo4) 299 u2j (39jBöö) Tie Einnahme ans dem Perfonenoerlehc bcS Unter' lsinzuw eisen. ** Wohltätigkeitsveranstaltung. Wie uns mitgeteilt wird, ist es dem Großherzog leider nicht möglich, beim Wohltätigkeitskonzert des Gießener Automobil-Klubs anwesend zu sein, da anderweitige Abhaltungen sein Fernbleiben bedingen. Wer gestern zufällig im Vorübergehen Zeuge der Probe im Cafs Ernst Ludwig unter der Leitung des Hofkapellmeisters Kittel war, wird mit allen Beteiligten nur bedauern, daß der Großherzog das Fest leider nicht besuchen kann. Die Probe läßt nur eint sehr schöne Aufführung erhoffen, so daß der Besuch des Festes, soweit noch Karten zu ljabeii sind, sehr empfohlen werden kann. Das Interesse des GroßherzogS für den edlen Zweck bleibt dem Konzert trotzdem erhalten. Tem Automobil-Klub kann für seine gehabten großen Bemühungen nur ein guter Verlaus des Festes und ein guter Kassenerfolg im Interesse des sozialen Zweckes gewünscht' werden. Wie uns mitgeteilt wird, sotten die Zuwendungen aus dem etwa erzielten Ueberschuß nur unter der Bedingung erfolgen, daß die Bedürfnisse des Säuglingsheimes in Gießen gedeckt werden. Die Leitung des Automobil-Klubs bürgt, so glauben wir, für die richtige Verwendung des zu erhoffenden lleberschusses und wird bafür sorgen, baß biefer roicber Gießener Geschäftsleuten unb Lieferanten zugute kommt. *♦ Zur Aufführung der „Frösche" wird uns ge- chriebeu: Eine Erstausiührung nach mehr als 2300 Jahren! Tas Hingt wie ein Märchen!, und doch ist es keins! „Die Fröfche", ein Lustspiel des Aristophanes, hatte seine Uraufführung in Athen im Januar des Jahres 405 vor Christus und wird feine erste Ausführung in Gießen nächsten Montag, den 8. Januar 1912 nach Christus haben. Und wie uns Lerr Regisseur Hacker, der dieses berühmteste Lustspiel der Alten für die moderne Bühne ein- gerichtet, versichert, textlich in derselben Weife wie damals, nut mit Hinweglassung alles dessen, was sick lediglich auf damaliae, kaum dem Fachgelehrten bclännte Verhältnif'se und Personen bezieht und darum unverständlich ist. Herr Hacker suchte die Ciroig- tcitswerte dieses Werkes, das im Wesentlichen den Kampf zwischen Realismus und Idealismus zum Gegenstand hat und darum auch nie veralten kann — nach den jeweilig besten, für jedermann verständlichen Uebersetzunaen zu bringen, und das scheint ihm, wie >ic uns vorliegenden Berichte über die bereits stattgehabten Aufführungen in Darmstadt, Worms, München, Bonn und Saar- brücken hervorheben, auch geglückt fein. ** Konzert. Konzcrtfänger Schöbel aus Marburg beabsichtigt mit Frau Ella Steffens-Hanischfeger aus Frankfurt und der Regimentskapelle am 23. Januar tn Steins Garten ein Konzert zu veranstalten. ♦* |2>er Schützens ercin beschloß, am 10. Februar einen großen MoSkendatt abzuhalten. Sämtlich Räume der LieöigS- hühe sollen dem Feste entsprechend umgestaltct loerden. Tie sorgfältige Vorbereitung verspricht, daß das Fest besonders genußreich und amüsant wird. ** Der Militär-Anwärter-Verein veranstaltete gestern seine Wei hn achts s ei e r auf der Liebigshöhe. Ter Saal war bis aus den letzten Platz besetzt. Nach einem von Frl. Haak gesprochenen Prolog hielt ber Vorsitzende, Obertelegtaphen- assistent dceitz, eine d:r enbpreajenuc Aniprachc, Die mit einem begeistert aufgenommenen Low auf den Kaiser schloß. Ein slott gespieltes Tdeatersiück „Friede auf Erden" und eine humoristische Szene „In der Sommetftische^^ füllten den Lanpttcil des Abends aus. Die Mitwirtenfreil, besonders die Geschwister LKchnitz ernteten ungeteilten Beifall für ihr frorzügliches Spiel. Nach einer sehr reichhaltigen Verlosung setzte bann der Tanz dn, per die Gäste noch seht lange beisammen hielt. ** Maul- und Klauenseuche. Das österreichische Ackerbauministerium hat auf Grund desViehseuchen- überemkommens mit dem Deutschen Reich und des zugehörigen Schlußprotololls die Einfuhr von ftlauenticren zu Nutz- und Zuchtzwecken aus den an Maul- und Klauenseuche verseuchten Gebietsteilen des Deutschen Reichs, unter diesen aus Starken bürg und Oberhefsen, bis auf weiteres verboten. ** Vom Wetter. Durch die gestern eingetretenen Negenfatte schmolz die Schneedecke im Gebirge schnell zusammen, so daß alle Bäche und Flüsse Locqwasfcr führen. Auf der Bahnstrecke Marienberg Erbach (Westerwald) stand stellenweise das Wasscr :ibc teil Schienen; die Bahn kann nur mit verminderter 0 .schwitt- digkeit fahren, zumal riet vor einiger Zei .>'w> rutfd) Vorkam. Ter Unterbau ist nur leicht beschädigt, i 'ährend Wasserrinnen von Zement völlig unbrauchbar tour- den. ES totrb Tag und Nacht an der Beseitigung der ‘ issermasscn gearbeitet. — Hier ist das bisherige Regen« > .! ter endlich dem richtigen Winterwetter gewichen. Leichter Frost folgte dem Sturm, der die ganze Nacht auf Sonntag wütete. Landkreis Gieheu. (ir) Garbenteich, 7. Jan. Ter Gesangverein Frohsin n hier hielt gestern abend seine Hauptversammlung ab. Aus der Verlesung der Jahresrechnung ging hervor, bafj der Verein 3um erstenmal seit Jahren mit einem Kassenübe» sckuß abschloß, was mit daraus zurückzuführen ist, daß der Verein > ii vergangenen Jahre auf dem Gesangswettstreit zu Wetter einen 1 Ehrenpreis mit Ml. 180 errang. Die Versammlung verlief v; schönster Weise. Dirigent Sames erfreute mit schön zu < -chor gebrachten Liedervorlragcn, zwischen denen kleinere, launige 'i.iivrachen eingeschoben wurden. Zum Schlüsse teilte der Vor > ivtbe Sommer noch mir, daß der Verein sein 30-jähriges ^u'lungsscst durch einen .Gcsangswettstreit habe begehen wollen. Ter Vorstand habe aber, der ungünstigen Ernteergebnisse des I eilten Jahres wegen, geglaubt, leine Mitglieder nicht weiter Plasten zu dürfen und von einem Wettstreite abgesehen, zumal £:r Gesangverein Viktoria auf Pfingsten dieses Jahr einen Wett- i: eit vorgesehen hat. Ter Vorsckstag des Vorstandes fand afl- i..:ge Anerkennung. Ärdv Büdingen. (?) Diebach a. H., 7. Jan. Unser seitheriger Bür- nermeiffcr Gerth wurde einstimmig von allen stimm- Lcrcci,iigten Bürgern wiedergewählt. Ein schönes . »eichen für die Beliebtheit, der sich der Vorsteher unserer Gemeinde bei der Bürgerschaft erfreut. — Dudenrod, 7. Jan. Das diesjährige Geldgeschenk, welches auf Weihnachten der Zweigverein ,-franksurt des B.H.E. einer Gemeinde des Vogels- Lerge» zuweist, siel diesmal unserer kleinen Gemeinde zu. Im Schulsaal sand eine erhebende Feier, der auch die Eltern der minder beiwohnten, statt. Professor Bender- Franksurt hielt eine prächtige Ansprache. Kreis Alsfeld. ^Rainrod, 7. Jan. Tie Ouellfassuug unserer Wasserleitung ist eingestürzt. Vertreter der Kultur- infpeition Gießen und Streii-rat Kranzbühler weilten deshalb hier. Tie Gemeinde will die Baubehörde für den Schaden haftbar machen. KrciS Schotten. -r. Ulrichstein, 7. Jan. Am Freitag mittag waren Goldammern im Lrt, und wenn diese kommen, dann kann man bestimmt aus Schnee oder Kälte rechnen. Richtig, abends siel Schnee und auch gestern den ganzen Tag beinahe hat cs gemustert. Es hielt aber nicht lange an. .'geilte nacht i a: es getaut und jetzt ist beinahe aller Schnee wieder weg. Starkenburg und Nheinhessen. rni. Darmstadt, 6. Jan. Die Gießener Burschen s ch a f ter begingen gestern im Kaisersaal hier unter dem Präsidium des Dr. med. Hos-Tarmstaot die Feier ihres zlv an zigjährigen Stiftungsfestes mit Damen, unter sehr lebhafter Beteiligung, mit einem Festessen, Theaterspiel, Vorträgen, Lall usw. Tie Feier nahm einen sehr guten Verlauf. rm. Darmstadt, 7. Jan. Auf einstimmigen Antrag der Abteilung für Chemie wurde durch Beschluß von Reltor, und groBerit Senat der Techn. Hochschule zu Darmstadt Di» plom-Jngenieur Major d. R. Samuel Eyde zu Kristiania, Generaldirettor der Norsk Hydroeleetrisk Koaelftfacciesels- cab, „wegen feiner hervorragenden Verdienste um die Mtz- ’ barmachuug des atmojphärftchen Stickstoffes für die Zwecke der Chemie und Landwirtschaft" die Würde eines D 0 tt 0 r- Ingenieurs ehrenhalber verliehen. n. Tsfenbach, 6. Jan. Der hiesige Zweigverein vom Vogelsberger Höhenklub beging am Samstag abend seine Weihnachtsfeier, wobei ivie in früheren Jahren auch Kinder von hier ansässigen bedürftigen Landsleute mit Kleidungsstücken beschenkt wurden ^n einem von dem Vorsitzenden verfaßten Einakter „Weihnachtsbescherung auf der Wanderung" wurden alle Mitglieder, die im Laufe des JochrcS sämtliche Wanderungen mitgemacht oder sich sonstwie um den Verein Verdienste erworben, von dem Weihnachtsmmine dankbar bedacht. Eine Weihnachtsver losung von gestifteten Gegenständen brachte nahezu 100 Mk. Einnahme. Hessen-Nassau. )( Marburg, 7. Jan. Tie Viehzählung hätte im Kreise Marburg folgendes Ergebnis: 338'3 Pferde (gegen 3403 in 1910), 25.561 Rinder (26312), 16 226 (11335) Schafe, 27 020 (27 842) Schweine. Bemerkenswert ist, daß einige Gemeinden wieder Schafe angeschafft haben. — Tie Eheleute Zentner Karl Stroh hier begingen am Freitag das Fest,der g 0 ldcnenHack- zcit. Ihnen wurde die EhejübilämnSmÄwitle verliehen. w. Fulda, 6. Jan. Hier wurde gestern ein Oberpostassistent unter dem Verdacht, Wertbriefe unterschlagen zu haben, verhaftet. sc. Wiesbaden, 7. Jan. Der Voranschlag schließt mit 12 480071.42 Mk. gegen 12141077.61 Mk. ab, oas bedeutet gegen das Vorjahr ein Mehr von 333 093.81 Mark. Die Einnahmen aus Steuern und Abgaben betragen 5 785 000 Mk., i. V. 5 807 272.50 Mk. Die Gemeindesteuern sind wiederum mit 100 Prozent, die Grundsteuer mit 2%o des gemeinen Werts, die Gewerbesteuer mit 150 Prozent und die Betriebssteuer ebenfalls mit 150 Prozent der staatlich veranlagten Sätze eingestellt, so daß die Steuersätze die gleichen wie seither sind. Die Erträgnisse der Wertzuwachs- und Umsatzsteuer mußten infolge der wirtschaftlichen Lage bedeutend herabgesetzt werden. Tie Grundsteuer erscheint mit 1500 000 Mk. gegen 1460000 Mk. im Vorjahr, die Gewerbesteuer in dem gleichen Satz des Vorjahres mit 300 000 Mk., die Betriebssteuer mit 22 000 Mk. wie im Vorjahr, die Gemeindeeinlommensteuer mit 2 800 000 Mark gegen 2 610 000 Mk. in 1911, die Umsatzsteuer mit 180 000 M t. gegen 350 000 Mk., die Wertzuwachs steuer mit 60000 Mk. gegen 125000 Mk. im Vorjahr. Infolge Aufhebung der rlommuiialabgabepflicht au| Wild und Geflügel ist die Akzisesteucr niedriger eingestellt und zlvar erscheint sie im Etat mit 302 400 Mk. gegen 367 700 Mk. im Vorjahr. Ein höherer Betrag ist infolge Erhöhung der einzelnen Sätze für die Hundesteuer eingestellt worden und zwar <5 000 Mark gegen 45 500 Mk. in 1911. Für die Lustbarkeits- ftcuer find 44 400 Ml. gegen 39 400 Mk., fur die Schank-, ionz ess io ns steuer 50 000 Mk. gegen 65 000 Mk. int Vorjahr und für die Kanalbenutzuugsgebühr 450 000 Mk. gegen 420 000 Mk. im Vorjahr ausgeworfen. Luftjcviffahrt. P a r i s, 6. Jan. Aus Anregung des Gemeinderats von St. Germain-du-Bois, Departement Saone-et-Loire, werden sämtliche 36 000 Gemeinden Frankreichs aufgejordert werden, für das Militärflugwesen Frankreichs all- jährlich einen der Einwohnerzahl entsprechenden Beitrag zu leisten. Der Gesamtertrag dieser Spende wird auf vier Millionen veranschlagt. Dcrmifdbtc*» * Kälte in Nordamerika. Aus Neuvork wird gemeldet: Eine furchtbare Kälte herrscht im ganzen Lande, namentlich in T u l u t h. Viele Menschen sind erfroren. Im Süden ist die Obstblüte vernichtet. Infolge der Kälte herrscht hier viel Elend. Tie Asyle für Obdachlose sind überfüllt. Für die Obdachlosen wurde deshalb die städtische Leichenhalle geöffnet. In Neuy ork selbst find vier Personen erfroren. Kleine Eagerchronit. Der 70 jährige Windmül lenbcsitzer Franz in N c n e n b 01 F geriet in das Mühlengrtriebe und wurde zermalmt. Ter Unfall wurde erst gcnurlt, als am Vormittag die Mühle trotz des m Windes nicht ging. Bei einem Brande, der in einem Hotel in Düsseldorf ausbrach, ist ein geistesschwacher Mann verbrannt. Zwei Maschen, die aus dem obersten Stockwerk bcrabiurangcii, erlitten Arm- und Rippenquetschungen; rn gleicher Weise wurde ein untcnftcOcnber Mann, auf den eines der Mädchen fiel, verteilt. Der Brandmeister und drei Feuerwehrleute erlitten Verletzungen. Ter wegen Vergiftung j.incr Geliebten angeklagte Pastor Rickeson ui Boston hat das Verbrecken cingestarwen. Tn- Fall hat seit Wocken daS größte Aufsehen erregt. Bei Bondy in der Nähe von Paris fuhren gestern abend zwei Züge zusammen. Eine Frau, ein kleines Mädchen.und vier Männer wurden getötet, (r.’ncn zwanzig Personen verletzt. Zwei Personenwagen uns z.vei ertragen wurden vollständig zerstör!, ytato einer anderen Meldung joUcit 10 Personen getötet lein SingesanSt. (Für Form und Inhalt aller unter bicicr Rubrik stehenden Ar ■ ul-.rmnunt die Redaktion dem Publikum gegenüber fcinul.' Veran'mortung.) Gießen. Wenn mau die Sonn- und Feiertage die Straßen hiesiger Stadt passiert, kann man sehen, wie Leute be5 Straßen- reinigungs-JnstilutS dabei sind, den vorhandenen Schmus zu beseitigen. Trotzdem konnte man auf den Fußsteigen unzählige ancfeürbc Hausen — Exkremente) mehrere Tage liegen sehen. Wohl am meisten verunreinigt war die Wilhelmstraße. DaS Publikum mußte geradezu Bogen macken, um sich nicht zu beschmutzen. Anscheinend erstreckt sich die sonntägliche Straß 'n- rcinigung nur aus die Fahrbahn. Nach Ansicht des Einsenders müßt e diese aber auch aus die Fußst eigc ausgedehnt werden, zumal sie mit so wenig Kosten durck-zusühren wäre. Den Passanten aber wäre damit ein unschöner Anblik und daS öftere Beschmutzen der Schuhe und Kleidung erspart. • Grüningen. Der Vorstand des Jugendvereins stellt mich, den Besitzer des ungeförten durchseuchten Fassels (der, nebenbei bemerkt, als Simmentaler Reinzucht im Herdbuche eingetragen und gekört ist) indirekt als Verbreiter der jetzt leider hier wieder aufgetretenen Maul- und Kl'auenseuck>e hin. Als ick im August v. I. bei größter Hitze diese Seuche im Stalle fjatte, habe ich mich im Interesse aller Mitmenschen so mit meiner Familie verhalten, daß jede Verbreitung d^r Seuche ausgeschlossen mar, das weist die Behörde. Ter Gendarmeriewacktnieister erklärte mir, am 2. Januar d. I., Ihnen hätte eine Belobung gehört! Das genügt mir. Ick bin der Ansicht, daß die Gemeinden diesen Sommer weit vorsichtiger waren als jetzt. Ich kann die Seuche ja nicht mehr in den Stall bekommen, das ist wissenschaftlich sestgestetlt, aber ich möchte verschiedenen Mitbürgern empfehlen, wenn ihnen die Verfügungen des Bürgermeisters vielleicht unangenehm erscheinen, einmal nach Lang-Göns zu gehen und Erkundigungen über die dortigen Vorsickstsmafuegeln einzuholen. Der Federviehhändler ist an der Seuche nicht beteiligt. Amtlicher Wetterbericht. WetteranSstchten in Hessen am TienStag, den 9. Januar 1912; Trübung, geringe Niederschläge, milder. Letzte Kadiricbtcii* Trier, 8. Jan. Die Mosel und ihre Nebenflüsse führen Hochwasser. In der Eifel herrscht seit SamStag Schneefall. P aris, 8. Jan. Bei den gestrigen Senatswahlen wurden gewählt 5 Reaktionäre, 23 Progressisten, 19 LinkS- repudlilaner, 48 Radikale und 3 Sozialistisch-Radikale. Die Linksrepublikaner gewannen 8 und die Sozialistisch-Radikalen ein Mandat. Die Reaktionären verloren 2, die Pro- gressislen 4 und die Radikalen 3 Mandate. Zwei Wahlergebnisse stehen noch aus. INeu York, 8. Jan. Gestern find hier 12 Personen erfroren. Tie Kälte hat jetzt nachgelassen. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme seitens der Eisenbahn-Beamten imd -Arbeiter und aller Vcibtiagenben, sowie für die trostreichen Worte ües Herrn Pfarrer Schulte am Grabe, für den Gesang des (ücfanguc-cino und die vielen Kranz- und Btumenspenden beim Hinscheiden meines lieben Gatten, unseres guten Vaters, Schwagers und Onkels des Im 1*1 kepacli sagen innigen Dank. 305 Großen-Linden, den 8. Januar 1912. Die iieiirüiicrniitn Hiitttblitbkm«. Obersörsterei Strupbach. Rutz- und Breunbolz Versteigerung am Ticnötag, 16. Januar. 1) 10 Uhr uortn. in Königsberg, Wirtschaft Gottlieb Geller: Dinrikt Herrnstrauch, (Steten: 26 Stamme mit 13 Fitm^ 19 Rm. Viutzscheit m Rollen, 31 Rm. Rutzknuovel, 4i Rm. Brennscheü und StnüppcL 126 Rm. Reiser 3. Vuchcn: 91 Rm. Scheit und Änüovel. 186 Rm Reiser 3. . 2» 12 Uhr mittags in Erda, Wirtschaft Dörr: Distrikt -talbero, Gichcu:32Stck. z. T. schwere Stämme mit38Fstm. "1 Rin. Bremischen und MnüööcL 64 Rm. Reiser 3., Stabcb bolz: 144 Stamme mit 19 Fstm., 295 Stangen ly 297 2. und 490 3. Kl.__________________________________________B8/! Vortrag. Am Dienstag, de« 9. Januar d. Js. werde ich in Steins Garten einen öffentlichen Vortrag halten betr. MmrMli* 11ml poiiliäe EsMIiiiigBiiziiieBtetelagfflliieii Der große Saal wird gut gelüftet, geheizt und l3/i Uhr geöffnet sein. Der Eintritt ist frei für alle Erwachsenen. Auch Damen sind willkommen, dieflauration findet statt, ober Tabakrauchcn vor und während meines Vortrags ist nicht gestattet. Der Vortrag beginnt punkt 8y4 Uhr. D6/t Spohr, Oberst a. D. [000209 Danksagung. öür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme ” und die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer D Schwabe bei dem Hlnscheiden memes lieben y Gatten, unseres heben Vaters, Bruders, Schwagers und Onkels Hcrrn Karl Tiebel, Sattler sagen wir tiefgefühlten Dank. £5 Frau Marie Diebel K und Familie Wacker, VergebNg non Katialisatiöiiötilbeltcll. Die zur Erweiterung der zlanalisation in der Gießener, Garbenteicher und Ernst-Ludwig -Straße, sowie im Holzweg zu Steinbach erforderlichen Arbeiten und Lleferungen sollen in 2 Losen öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, 2lrbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen während der Tienstftunden auf dem AmtsZinuuer des Unterzeichneten (Rcgiernngs- gebäude am Landgraf-Philipp-Plotz), Zimmer Nr. 24, zur Einsicht offen. Schriftliche Angebote, deren Unterlagen gegen Erstattung der Herstellungskosten abgegeben werden, sind bis Dieuötag, den 23. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, postfrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bet dem Unterzeichneten abzugeben. Freie Wahl unter den Bewerbern bleibt Vorbehalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, den 5. Januar 1912. Ter Großherzogliche Zireisbauinspektor. Hechler. und Ausführungen verkaufe jetzt mit 10°[0 Rabatt trotz meiner billigst gestellten Preise. Franz Neumeier Sonnenstrafle 20.taw Kullmsichcl mit Beil D.RdiLN; 280848 ganze Lange 45 cm a. Extr.-O.ual. Stahl. Unubertrofien zur Jreiitcllung v. Kulturen Ent- ienmng v. Forslunkröutern, au Läuterungen, Ausputzen v.Jagdiiiegen.S:ck-'.'Rk.3.7v. Ernst Steinhaus. UPcrdohl i. L8. lC’/8 BdeHetsi Sr 30 Pfg. S*n" ™ Ml> Sie werden nach einmaligem Gebrauch gegen ßusteitu Heiserkeit nichts anderes mehr kaufen, wie „ Apfelsinen in Kisten von 420, 714 und 10M Stück. Zitronen große gelbe in Kisten von 300 Stück. Pariser Kopfsalat täglich frisch. Kartoffeln gelbfleischig und gut kochend empfehlen zu billigstenTages- preisen geg. 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