Samstag, 6. Juli M2 Qualität. Niederlage beizubringen. r Ter „Tanin" bezeichnet die Gerüchte, da,; bic Regierung Der Kommandant der Gendarmerie von Konstantinopel, B j u vid-Pascha, wird heute mit einem besonderen Auftrag nach M o n a st i r reisen. „ , „, Eine lokale Korrespondenz meldet aus Ucskub: Gestern ereignete sich ein Kampf zwischen Truppen und . a l b a ne fisch en Meuterern. Es gelang den Truppen, die semd- liche Stellung zu nehmen und den Rebellen eine ooliltäubij • energisch durchgcsuhrt wird unb zwar so, daß bic Steuer-vermeiden wotten. schraube, die in den letzten Jahren nicht unwesentlich an- gezogen würbe, auch einmal einige rückläufige Beivegungcn Engländer und die Teutschcn mögen sich füglich fragen, warum nicht aus einer ähnlichen Grundlage ein gleich gutes Emvei nehmen zwischen beiden Ländern bestehen sollte, -ta-3 Blatt bespricht sodann die Begegnung in bezug auf den italienuch-turlifchen Krieg und die Lage in der Türkei und fährt dann ,ort: Wir wollen nur sagen, daß wir in England etwaige Beprebungen Deutschlands, Rußlands und Lesterreich-Ungarns in der Frage der Orientpolitik zusammenzuhalten, mit den herzlichsten Wünschen begleiten. Nur so dürfen wir hoffen, daß das europäische Konzert wicdcrt-ergcstcllt und mögliche unheilvolle Folgen des Krieges politische Wochenschau. Giesten, 6. Juli. Ter Kampf um die amerikanische Präsidentenwahl ist diese Woche durch die schließlich einstimmig erfolgte Nomination des Professors Wilson zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten wesentlich vereinfacht worden. Ta Wilson auf dem linken (fortschrittlichen) Flügel der demokratischen Partei steht, ist damit die Spekulation Roosevelts auf ein Auseinanderfall'en der demokratischen Partei zunichte geworden. Trotzdem will Roosevelt das Rennen nicht aufgeben und hat für Anfang August einen Konvent seiner neuen Partei nach Chicago einberufen. ES ist jetzt schon ziemlich sicher, daß die in zwei Lager gespaltenen Republikaner bei der Präsidentenwahl nicht durchdringen, so daß mit der Wahl Wilsons gerechnet -verden kann. Mit ihm würde ein Mann gewählt werden, der besser als Roosevelt und Taft geeignet ist, den Kamps mit der Uebermacht der Trusts aufzunehmen und die Macht der amerikanischen Plutokratie aus ein erträgliches Maß zurückzuführen. Die Wahl Wilsons wäre auch für uns von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da er als Gegner der Trusts auch den übertriebenen amerikanischen Hochschutzzoll bekämpft und Anhänger einer Tarifreform ist. In der Weltpolitik würde Wilson wohl, den Grundsätzen seiner Partei entsprechend, sich zu- rücrhaltend zeigen und sich außerhalb Amerikas jeder Einmischung enthalten und auch keine übertriebene Vermehrung der Flotte wünschen. Deshalb könnten auch wir Wilsons Wahl zum Präsidenten nur begrüßen. erster Klasse. * Paris, 5. Juli. In einem Artikel über die Kaiser- bcgegnung von Baltisch-Port schreibt der „Petit Parisien": Mgesehcn davon, daß Frankreich von Rußland Versicherungen erhallen hat, so scheinen auch die gegenwärtigen Umstände ziemlich schlecht geeignet, um eine sehr intime Annäherung zwischen Rußland und Deutschland zu begünstigen. Rumiche Offiziere werden wegen Spionage in Deutschland und deutuhe Oißziere unter derselben Beschuldigung in Rußland verhaltet. Solche Zwischenfälle sind nicht dazu angetan, bic FreunchchaN zu fördern. Die Zusammenkunft von Baltisch-Port zeigt onen- kundig, daß Petersburg und Berlin in courtoisicvollcn ^Sezrehun- I gen leben und daß beide Reiche eine unerträgliche Spannung Wichtiger als Baltisch-Port und die amerikanische Präsidentenwahl war für die hessischen Steuerzahler, besonders für die Beamten und Lehrer, die letzte Tagung der hessischen Zweiten Kammer, die der G c Halts au f- besser u n g galt. Tie Verhandlungen endigten zwar mit der Annahme der Anträge des Finanzausschusses, doch ist damit das Schicksal der Vorlage noch nicht entschieden, da die Regierung auch bei dieser Gelegenheit unbedingt den Standpunkt vertritt, daß ohne dauernde Deckung keine neue dauernde Ausgabe geschaffen werden solle. Nach ihrer Ansicht hat der Finanzausschuß der Zweiten Kammer diesem Grundsatz nicht genügend Rechnung getragen. Die Verhandlungen darüber spitzten sich teilweise so zu, daß der Präsident — ein im hessischen Landtag fast unerhörter -r.ad einmal einem Regierunasvertreter eine leise Rüge erteilte, doch löste sich schließlich alles in Wohlgefall-en auf. Auch die zur Deckung der Besoldungserhöhungen vorgeschlagenen Maßnahmen wurden nach den Ausschuß- -anträgen gutgeheißen. Es ist nicht zu vertennen, daß^damit den StäMcn, den Landgemeinden und den einzelnen Steuerzahlern neue und teilweise recht schwere Lasten auferlegi werden, auch abgesehen von der noch in Aussicht stehenden allgemeinen Steuecerhöhung. Wenn diese Belastung den- noch als notweirdig anerkannt und von den davon Betroffenen ohne großen Widerspruch übernommen wird, so darf wohl die Hoffnung ausgesprochen werden, daß die schon seit einigen Jahren auf der Tagesordnung stehende Vereinfachung der Staatsverwaltung in absehbarer Zeit Ausland. Im österreichischen Abgeordnetenhaus beantwortete der Minister des Innern, Freiherr von öeinotb die Interpellationen, betreffend den Zwischenfall, der sich am Sonntag während dem Umzuges der Sokolistcn in P r a g mit den deuischen Studenten zutrug. Der Minister schilderte den bedauerlichen Zwischenfall eingehend und stellre fest, daß mir zwei Siudenten verletzt worden seien, von denen einer in das allgemeine Kranken-,' Haus übcrgeführt worden sei, das er bereits am 2. Juli verlassen, habe. Die Polizei sei stets bemüht gewesen, Konflikte hintanzuhalten, und auch die Veranstalter der Festlichteiten hätten oas Bestreben gezeigt, aus Vermeidung von Konfliiten hnizuwirken. Auch die Sokolistcn hätten sich bemüht, die Polizei bei der Aufrechterhaltung der Ruhe zu unterstützen., Tie Ausschreitungen seien hauptsächlich von halbwüchsigen Burschen ausgcgangcn. TaS Publikum sei denselben ferngeblieben. Der der franz. Kammer unterbreitete Gesetzentwurf über das N a t i o n a l f e st zu Ehren der I e a n n e o A r c bestimmt, daß dies Fest am zweiten -Sonntag im Monat Mai des Jahrestages der'Befreiung von Orleans stattzufinden habe, wid ferner, daß in Rouen auf dem Platze, wo bic Jeanue d Arc verbrannt wurde, ein Denkmal mit der Aufschrift errichtet werden solle: „Ter Jeanne d'Arc das dankbare französische Volk". Bei den am 8. Juli beginnenden großen englischen Flottenmanövern werden sich insgesamt 88 000 Köpfe auf der Flotte befinden. Tie zur Verwendung gelangenden See-, streitkräfte werden in zwei Flotten gegeneinander operieren, von denen die eine von Admiral Prinz Ludwig von Battenberg und die andere von Abmiral Sir George Eallaghan befehligt werden wird. . . lieber Vigo wird gemeldet, datz sich unter den portugiesischen Flüchtlingen eine große Bewegung bemerkbar macht. Es verlautet, daß ein Teil des porkugiesl'chen mit den Flüchtlingen zu einem gemeinsamen Schlage vorgch.n weroe. In Schunska Wolia bei Lodz starb in einer jüdischen Familie ein christliches Dienstmädchen, worauf Der Pöbel einen Progrom veranstaltete. Viele Juden wurocn vcrwunoet, mehrere Säufer zerstört. Militär wurde auf geboten. Zahlreiche Verhaftungen nmrben vorgenommen. Roosevelt hat die Grunbzüge des Programms der neuen Roosevelt-Partei bekannt gegeben und erklärt, das demokratische unb bas republikanische Parteiprogramm ’,c;j m Lin Verständnis für die soziale und industrielle Bewegung Wc zu 1 Lande. Er werde in der Wahlkampagne auf die.Verteuerung der Ingredienzien 'liaubctmer tim t'JLpr Padciai» tz-L IS2SST ■clc^on 262 reffen: rrktn. und offeün cIbb Tinge er Süss- nd gut" (1 Butter •inkeier üe etc. xk-t .n zu wollen. Vezn gSvrets: monatlich75Ps^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abholo- u. Zweigstellen monatlich Cd Ps.; durch die Post Mk.2.— viert el« jäbrL ansschU Bestellg. Zcilenoreis: lokal 15P', oiisivartv 20 lienni Ebesredaktenr: A-Gociz. VerantivoNlich für den politischen Zeil: August Goetz; für .Ftinlle- lou .Benin) chles' Ul ' ,(Seiidu5faalw: K. Neurath; für .Stabt und Land": E.Hcß; für den Anzeigenteil: H. Bcck. Im Mittelpunkt des polittschen Interesses dieser Woche stand die Kaiserzusammenkunst in Baltrsch- Port. Fürstenzusäinmenlünste haben zwar heute nicht mchr dieselbe Bedeutung wie in früheren Zetten, in denen } vielfach bic Entscheidung über Krieg und Frieden in der , Manb der Hcrrsck-er lagen. Aber auch jetzt noch sind die Monarchenbegegnuugen als ein Gradmesser für die Wärme , der Beziehungen zwischen den Völkern anzusehen und manche der letzten Zusammenkünfte zwischen europäischen Fürsten bildeten den Ausgangspunlt wichtiger politischer Vorgänge, lieber Krieg und Frieden allerdings pflegt durch solche Be- g gnuilgen nicht mehr entschieden zu werden. Dazu ist das allgemeine Friedensbedürfnis unb bic Verantwortung, den irieben zwischen ben europäischen Hauptvölkern zu stören, ui groß. Und dennoch ist cs möglich, daß bic Zusammcn- mn|t bcs russischen unb bes deutschen Kaisers im gewissen Sinne ben Fricbcn bebeutet, nämlich ben Frieben zwischen Der Türkei unb Italien. Es ist ohne weiteres anzunchmen, daß bic Untcrhaltuiigcn ber beiben Kaiser — und vielleicht mehr noch die der sie begleitenden leitenden Staatsmänner - dem sich lang hinschleppenden Krieg um den Besitz der lripolilanischen Saubwüste gelten. Denn abgesehen bavon, haß der bis jetzt noch glücklich lokalisierte Krieg bei der Unsicherheit der politischen Verhältnisse auf der Balkan- Halbinsel sich leicht zu einem europäischen Krieg auswachsen kann, auch die wirtschaftlichen Interessen aller Staaten werden von ihm aufs tiefste berührt. Die wenigen Wochen Darbancllensperrc Ijaben namentlich bic Getreideausfuhr Rußlands empfindlich berührt, so baß ber Wunsch Ruß- LanbS nach einer Bccnbigung bcs Krieges wohl begreiflich ist. Deutschland bcfinbct sich allerdings als Verbündeter Italiens und Freund ber Türkei babei in einer nicht ganz leichten Lage, wenn es bic Rolle bes ehrlichen Maklers mit demselben Geschick führen soll, wie es dies 1878 zwischen Rußland unb der Türkei getan hat. Was sonst noch in Baltisch-Port verhandelt wirb, entzieht sich naturgemäß ber öffentlichen Kenntnis. Aber bas geht aus ber Zusammenkunft unzweifelhaft hervor, daß Deutschland unb Rußland keine gegensätzlichen Interessen haben und Frankreich noch lange darauf warben kann, bis das verbündete Rußland ihm die Kastanien aus dem Feuer holt. Tie Nervosität unserer sranzösisck>en Nachbarn über die Kaiscrzusammenknnft ist deshalb begreiflich, und wenn die Pariser Presse jetzt darauf ausgeht, Deutschland bei Japan mit der Behauptung zu verdächtigen, es wolle Rußland den Rücken zur Betreibung seiner ostafiatt- tischen Pläne frcihalten, so braucht man das nicht weiter tragisch zu nehmen. dfnbt*“* bd« ori5cl>^K»Ä Nr. 157 Erster Blatt 162. Jahrgang Ter Siebener Anzeige, Ä £*> ■ GichenerAnzeiger slenifprech-Anfchlüfte: General-Anzeiger für Gberqeffen Aimahm^ von Anzeigen Hotatiott$öni(t und Verlag der vrühl'schen Univ.'vuch- und Stcinörudcrei n. Lauge. Redaktion, Expedition und Druckerei: zchulstrahe 7. bis JÄ“ vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhosstrahe jba. In diesem Betracht kann sich Suroya icbrni Versuch, den Frieden zu besestigen, nur günstig Beigen. Ter Zar und der Kaiser iverbcn ihre Anschauuiigcn über bie besten Liittci zur Beendigung des italienisch-türkischen Krieges austauichen und diese Besprechungen können niemand beunruhigen, aber es liegt auf der Hand, daß auch in Zukunft die biplomatiiftoc Organisierung Europas unangetastet bleiben wird. Die Situationen find eben stärker als die Mensä>cn. „Execlsior" meint, bei der Zwammen kunst werden vielleicht zahlreiche Fragen erörtert werden, aoer diese Besprechungen werden iauni die Grcnzeii einer auvgcjcidHiclcn Gourtoijic sehr überschreiten, eine Eourtoijie, die noch durch die kommens zu. ... laus die Friedcnscrhaltung gerichteten Wünsche des Zaren erhöht Heute morgen empfing ber Kaiser ben ^roßfiirsteti werde. 5 3uü Die „W cftminfter G a z e 11 c" Nikolaus Nicola lewttlch ^gmschafl als ni 5'tQiictb^cgnung. Tie Bcziebimgen zwischen Deulsä Befehlshaber bes Petersburger Militarbistrikts. Gegen unb Rußland bieten ein gutes Beispiel für bic £1)ck Bulows, 10 Uhr holte ber Zar ben Kaiser von ber „Hoyenzollerit' bic ^^ppieruiig der Machte vereinbar sei mit den ircunb ab. Die Monarchen begaben sich an Lanb. I [l(bcn Beziehungen zwischen Rtttgliedern verschiedener Gruppen, Heute vormittag um 10 Uhr lanbete bie Dampspmassc. I niemand, dem der Friede am Herzen liegt, wird wuwchen, Kaiser W i lh c l rn in ber Unisorm seines Whborg--e Vorbeimarsch entgegen. Sobann begaben sich bie uJcajefta-1 ....x x;« mAnm >irh fünlim fraacn. warum ten zu Fuß nach dem Parabcplatz. Nach bäm Abschreiten der Front erfolgte eine Besichtigung des Wyborg-Reg i*- ments, bie im Exerzieren einer Kompagnie unb eines Bataillons unb in einem zweimaligen Vorbeimarsch bestand yuerbei koteyierten Großfürst Nikolaus Nieolaje- witsch unb die Vorgesetzten. Der Kaiser dankte den Truppen in russischer Sprache. Darauf brachte Kaiser Nikolaus ein Hurra auf Kaiser Wilhelm aus unb bic)er ein H^rra ,------- „ „ aus ben Zaren. Ter Zar bantte ben Truppen. Kaiser 33in)clm I oerbinbert werden. besichtigte die Fahne und sprach mit den Georgsriltern -------------------- --- Tie Majestäten und Großfürst Nikolaus ließen sich gemein- $je £aje jn tzek TÜrZei. sam mit dem Regiment photographieren und kehrten unter . ( n .. ^er «enat verhandelte gestern dem Hurra der Truppen und des Publikums zuru . uf I bcn besetze iitwurs, durch welchen den O s f i z i c r c n dem Rückwege wurden die Festung sw-alle besichtigt. Gegen L c r b 0 t c n ro\rb, Politik zu treiben. Der Kricgsministcr bc 12 Uhr 30 begaben sich die beiden Kaiser, der Reichskanzler 1 flrünbctc bcn Entwurs und erklärte, was die Ereignisse in Monasttr und Prinz Adalbert mit den Umgebungen aus bic Jacht anIangc, |0 es unrichtig, daß die Tesertcurc ihre Forderungen „Standart", wo Frühstück ftattfand. , überreicht hätten. Richtig sei, daß in Monastir Prollamationen Kaiser Wilhelm war von dem glänzenden Verlaus stattgefunden hätten, doch seien diese apogniph. Der Kriegs- und her Reaimentsbcsichtiauna sehr befriedigt. Er zog viele Manncnrinister fuhr fort: Tie Minister dunen keiner tzartei r* f fixiere und zahlreiche mit dem Georgs kreuz dekorierte An-! angehören. Aber ich sage, dal; ich das Programm der Partei '5 5 Ei V« ölfi S Rack Ablauf der für Einheit Mid Fortschritt billige und das Programm der libe gehorige de^ Regiments ins. Gepttach. Nach;flIcn Entente ablehne. Ter Senat nahm daraus den Gcsetzentivurs Besichtigung unternahmen die Maseftateu einen längeren «ßriniü) an und ging in die Spczialdebattc über. Gang zu den aus der Zeit Peters des Großen stammenden I "n Prinzip uno gmg . . Befcstigungswerken. Währeiid dieses Ruiidganges wurde das schon erwähnte Gruppenbild, das Kaiser Wilhelm im greise seines Regiments zeigt, ausgenommen. Der Paradetag war von herrlichstem Wetter begünstigt. Das Städtchen prangt in reichstem Flaggen- und Guirlan- benschmuck unb bietet an der leicht gekräuselten tiefblauen Scc ein reizendes Bild. Von allen Seiten ist die Land- «SB ÄW.“ ÄAsS stelle für bie Monarchen mit Teppichen, weißen unb roten at5 -------- ;. -------------- v Blumen unb Palmen entzückenb geschmückt ist. Deutsches Reich« B a l t i s ch - P ort,5. Juli DerKaiser begab sich Staatsminister a. D. H o d r e ch t, der' bereits auf dem Weg.- Mit dem Prinzen Adalbert und Gefolge gegen 5 Uhr an Besserung war, erlitt einen Schlaganfall, der eine leichte Bord des „Moltke",, wo er kurz darauf den Zar n m9utfa£&t'fc empfing. Tie Majestäten besichtigten den „Moltke unter I ^ic Blättermcldung, daß der russische Hauptmann Koste- Führung bcs Kommandanten, Kapitän Ritter von Mann,! kitsch nach Leipzig übcrgcsührt werden soll, entbehrt jeder Bc- cingehenb über eine Stunde. Zum Schluß nahmen die gründung Die Untersuchung wird vielmehr vorlänsig in Berlin Maicstüten einen Imbiß in der Kajüte. Kaiser Wilhelm weitergeführt. „,. r , .. . „ . . acfcitetc den ^ar zum Standart". Um 7 Uhr empfing Tret f r a n z o) ische O f l i z i er e vom Husarenregiment er äufbec Jo^onetn" die Vertreter der reichsdrut- überschritten bei 3t« « “ rourom scheu Kolonie in Reval mit Konsul Koch an ber Spitze, nach Luxemburg abg I 1) b c . Botschafter Pourtales stellte bie Herren vor, bie seine Abressc überreichten unb vom Kaiser selbst mit Orbens- auszeichnungen bedacht wurden. Auch der Reichskanzler! zog die deutschen Herren ins Gespräch. Baltisch-Port, 5. Juli. Der deutsche Kaiser verlieh dem Ministerpräsidenten Kokowzow den Schwarzen Adlctorden, dem Minister des Aeußetn, Sasonow den Verdienstorden der preußischen Krone, dem General Tatischtschew die Brillanten zum Sloten Adlerorden erster Masse, dem Hausminister Baton Ftedcricksz ein Geschenk, Hofmatschall Graf v. Benckendorff die Brillanten zum Gtoßkteuz des Roten Adlctordens, Generaladjutant Baton v. Meyendotff die Brillanten zum Großkteuz des Roten Adlerordens, Kricgsministcr Ssuchonlinow das Groß- lreuz des Roten Adlerordens, Generaladjutant Dedjults die Brillanten zum Roten Adlerotden erster Klasse, General Fürst Orlow den Roten Adlerorden erster Klasse, Generalleutnant Sajontschkowsky den Königlichen Kronenorden erster Klasse mit Brillanten, Oberst Leontjeff, Kommandeur des Wyborg-Rcgimciits, ben Roten Ablerorben zweiter Klasse mit der Krone. Auch verschiebens Offiziere des Regiments erhielten Auszeichnungen: ferner Marineministet Gtigotowitsch das Gtoßkteuz des Roten Adletotbrns, Generaladjutant Abmital Nilow bie Brillanten zum Roten Ablerorben erster Klaffe, bic Vizeadmirale Kajasjeff unb Mankowsti erhielten ben Roten Abler- orden erster Klaffe, bie Kontrcabmirale Graf v. Heyben unb Tschagin bic Brillanten zum Königlichen Kronenorden aussuhrt^________——— Die Kaiierydfammentunft in valtisch-port. Baltisch-Port, 5. Juli. Bei ber gestrigen G a l a - täfel an Bord der Jacht „Stanbart" trauten bic Monarchen cinanbcr in herzlichen Worten bes Will- **Orbensangelegcnhciten. Ter Großherzog hat dem Verlagsbuchhändler Gg. Thieme zu Leipzig und dem B. 4= 15 5 4 6 14 (14 700/04) Hiernach verfügt England nach Armee Di a r i n e 647 708 für als zweite und Frank- •• Knnstvere in. Die vollständig neue Gemälde-AuS Fleischversorgung der Städte. r pro Kopf der Bevölk. 44 21 9 17 insgesamt 947 825 568 340 736 399 338 049 196 259 455 801 1 067 684 insgesamt 461 983 899 342 338 623 173 509 194 643 118 794 354 956 An der Spitze der Ausgaben hiernach Rußland, dem Deutschland (24 7UO/10) (25 400/11) (23 50012' (26 000/12) (31 300^11 (21-400/11) (23 400 11) (27 900/11) (23 000/09) (28 500/11) (14 000 05) (10 300,05) (27 900'11) ( 7 300/00) ( 7 900/95) Abstande Nordamerika als zweite und Deutschland als dritte Macht folgen. Den grüßten Satz, pro Kopf der Bevölkerung weist für die Armee Frankreich,/für die Marine England auf; den kleinsten Satz für die Armee Japan, für die Marine Oesterreich.Ungarn. e i n. Die Wirkung war furchtbar. Drei Pullmcmnwagen wurden aus den Schienen gehoben und rollten die Böschung hinunter, während die anderen Wagen sich übereinander türmten. Tic Maschine und zwei Wagen des Expreßzuges stürzten gleichfalls die Böschung hinunter. Auf dem kleinen Bahnhose herrschte eine entsetzliche Verwirrung, nachdem das Unglück geschehen war. Das Jammergeschrei der Verletzten, die Angstruic der mit dem Leben Tavon- gekommenen durchhallte die Dunkelheit, und die Beamten zeigten sich vollständig kopflos. 35 von den Getöteten waren während des Schlafes überrascht worden. 2llle Toten waren schrecklich zugerichtet. Zwei Männer und eine Frau wurden unter den Trümmern des Zuges von spitzen Holz- und Eisensvlittern förmlich festgenagelt. Sie schrieen vor Schmerzen wie wahnsinnig, man konnte ihnen aber nicht helien, und als endlich Hilfe kam, war ihr Jammergeschrei bereits für immer verstummt. Nach bisherigen Feststellungen sind 42 Personen getötet und über 60 schwer verletzt worden, während von den übrigen Fahrgästen nur verhältnismäßig wenig ganz ohne Verletzungen davon gekommen sein dürften. Deutschland . . ( ugland . . . m ankreich. . . CUnlien . . . . Japan . . . Ccflcrr.-Utigavn Rußland . . . Verein. Staaten von Amerika . 6,94 19,72 8,53 4,96 3,73 2,27 2,28 5,61 rangier Aus Stadt und Land. Gießen, 6. Juli 1912. pro Kops der Bevölk. 14,23 12,46 18,55 9,66 3,76 8,72 6,86 6,80 533 943 die Armee . f. 11; i . f. 39; , . Ul;, . f. 9; „ . f. 13; „ ** TageSkalender. Kinematograph: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstellung. Gemäldeaus st ellungdes Kun st Vereins im Turm- Haus am Brand. Geöffnet täglich (mit Ausnahme von Samstag), von 11—1 Uhr. Museum des Oberhesfischen Geschichtsvereins. Geöffnet Sonntag vornnttaas von 11—1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr. Jubiläums-Gauturnsest des Turngaus Hessen: Samstag abend 8 Uhr: Begrüßungs und Jubiläumsfeier. Sonntag vormittag 6 Uhr Beginn des Einzelwctturncns, 8 Uhr Wettsechlen. Mittags 1 llbr Festzug, nachmittags Festrede, allgemeine Freiübungen, Musterriegenturnen, Wettspiele. Abends Konzert mit Aufführungen in der Festhalle und auf dem Festplatz. Montag vormittag Jubiläumswetturnen und volkstümliches Wetturnen; nachmittags Festessen, Volksfest; abends Konzert und Tanz. f. 6 s. 14 Der Zirkus Schumann und die presse. Frankfurt a. TI., 5. Juli. Das Verhallen des Zirkus Lchumann gegenüber der Redaktion der .Volksininine" beschäftigte generu den hiesigen Journalisten- n n b Schrift sleller- Verein. Tie einmütige Auffassung ging dahin, daß es sich um eine die ganze Presse angehende Angelegenheit handle, die eine ent- schiedene ctelltingnahine erfordere. In der Sitzung lunrbc eine Entschließung gefaßt, die das gemeinsame Vorgehen der Frankfurter Presse freudig beorüßt. Ter Vorstand des Reichsverbandes der deuiicbeu Presse soll von dem Vorfall unterrichtet werden, um eine allgemeine Stellungnahme des Verbandes herbeizuführeit. . Fertigstellung der im Bau befindlichen oder bereinigten Schiffe über 66 Linienschiffe und 44 Panzerkreuzer, zusammen also über 110 große Schiffe; Deutschland dagegen nur über 37 Linienschiffe und 15 Panzer- lretizer, zusammen also über 52 große Schiffe. England wird also auch in Zukunft mehr als doppelt so stark wie Deutschland sein. Eine andere Tabelle vergleicht die Gesamtausgaben der Großmächte für die Landesverteidigung (Heer und Flotte in den letzten zehn Jahren; wir lassen hier nur die Zahlen für 1912 folgen. Es gaben aus in 1000 Mark: Verwaltung und Badedirektor in Bad-Nauheim, Geheimen Baurat Dr. Karl E s e r und dem Grosch. hessischen Krcisrat Karl 2 ch l i e p- h a k c zu, Friedberg den Königlichen Kronenorden 3 Klasse, sowie >cnt Postinspektor Will). Kl e i n st e u b e r, bem Bahnhofsvor- kljcr Karl Krichn, dem Grosch. hessischen Polizeikommissar Wtlh. L-child wacht er, sämtlich in Bad-Nau heim und dem Bureauvorstehcr bei der Bade- und Kurverwaltung in Bad-Nauheim Phil. Faust den Kronenorden 4. K-lassc verliehen. Das Wetter der Festtage. Ein attßerordentlich ausgedehntes Hoch dc tickgebiet, das sich wieder als ein Teil des subtropischen Maximums erkennen läßt, hat seine Lage über dein westlichen Meere verlassen, um ostwärts wandernd das Festland in seinen Bereich zu ziehen. Damit ;at am Freitag überall trockenes Wetter sich eingestellt, gcimit am selben Tage tvie im vorigen Jahre, in dem die Trockenperiode am 4. Juli begann. Es besteht große Wahrscheinlichkeit, daß der hohe Truck sich längere Zeit erhält und sich lesonders über das russische Festland aiitzbreitet. Das bat trockene, heiße O stwinde im Gefolge, die in den nächsten Tagen (Festtagen) unsere Witterung beherrschen, so daß in dieser Hinsicht von sehr günstiger Witterung gesprochen werden kann. In landwirtschaftlicher Hin'icht sind diese Ostwinde wegen ihrer auStrockneiiden Wirkung weniger^ angenehin, zumal noch cm großer Feuchtigkeitsmangel im Erdboden vorhanden ist. Diese zur Trockenheit neigende Wetterlage dürfte sich einige Zeit erhalten, wie denn überhaupt auch der diesjährige Sommer keinerlei Einlagen zu ejncm Regensommer hat. Ec ivird höchst wahrscheinlich gegen das langjährige Mittel eher zu trocken als zu feucht aus« fallen. 9 — 37 12 — 66 7 — 28 7 — 16 1 — 16 4 — 16 7 = 16 6 = 37 ieid) als dritte Macht folgen! DaS größte Marinebudget Oat im laufenden EtatSjahre England, welchem in weitem .'utschland . . -glaub . . . . . > a 4 reich . . . kalien . . . . ■ wan..... csterreich-Ungarn Rußland . . . . : ereinigte Staaten 7 eutschland . . (- instand .... Frankreich . . . Jialien .... 7avan ..... x'efterreid)-Ungom Rußlanb .... Vereinigte Staaten ist, daß die Preise bedeutend niedriger sind als die Turch schnittspreise der letzten Jahre. Es wird nach den L. N. N. nicht gezweifelt, daß der Erfolg dieser Maßnahmen außerordentlich günstig ist, und es kann nur geraten werden, dies neue Verfahren zur Erzielung billiger Fleichspreise für die Bevölkerung, das den nur tu berechtigten Klagen auf diesem Gebiete ein Ende machen soll, auch «rnderswo schleunigst nachzuahmen. Dem Verlag praktischen Arzt Sanitätsrat Dr. Wilhelm "Orth zu Darmstadt das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ter König von Preußen bat dem Kurdirektor, Obersten z. D. von F r a n k c n b c r g u n d P r o s ch l i tz zu Bad- Nauheim den Roten Adlerorden 3. Klasse mit der Schleife, dem Großh hessischen Oberförster Johs. Eggers zu Kirtorf, bisher tu Bad-Nauheim, dem Bürgermeister Tr. Gust. Kaps e r, dem Postdirektor Rud. F l a s ch c n t r ä g e r, den Aerzlen Tr. Theodor ty r o c b c t und, Tr. Franz G r o c d e l, sämtlich zu Bad-Nauheim, und dem Großh. hessischen Obergarteninspektor Ludw. Dittman n zu Darmstadt den Roten Adlerorden 4. Klasse, dem Mcd^inalrat, Pros. Dr. Isidor Groedel zu Bad-Nauheim den Kronenorden 2. Klasse, dem Vorstande der Bade- und Kur- Die Städte Ulm und Neu-Ulm haben mit einer Genosse nschaft einen neuartigen Vertrag abgeschlossen, der der Bevölkerung vor allem billige und gleichmäßige Fleischpreise und gleichzeilig den Landwirten den Absatz des Mastviehs 'sichern soll. Die Genossenschaft hat den Städten jährlich bis zu 1000 Mastschweine im Gewicht von zirka 220 Pfund zu liefern, welche Zahl in den folgenden Jahren nach Vereinbarung gesteigert wird. Als Einheitspreis für die nächsten fünf Jahre sind 63 Mark für deii Zentner Schlacht gewicht und 50 Mark für den Zentner Lebendgewicht fest- lesetzt worden, fo daß der Bevölkerung viel geringere jZreisc als der Durchschnitt der letzten Jahre angerechnet werden. Die Genossetischaft errichtet auf einem von den Städten unentgeltlich bereitgestellten Grundstück eine Mastanstalt, die aus ganz einfachen Bretterschuppen und einer Futterzentralc bestehen soll. Die Städte verzinsen das Kapital, das znm Bau der Mastanstalt nötig ist und von der Genossenschaft hergegeben wird, die auch die ganzen Kosten und das Risiko des Betriebes zu tragen hat. Besonders wichtig und interessant ist der Punkt, in dem bestimmt wird, daß die Kosten für die F ü t t e r u n g (Futter- aerste, Fleisch- und Fischmehl) von den Städten durch Anweisung lausender Kredite hergegeben werden. Dieser Kostenvorschub wird dann nach und nach durch die Lieferung der Schweine zu einem vorher bestimmten festen Preise gedeckt. Außerdeni haben sich die Stadtverwaltungen dadurch gesichert, daß sie das Pfandrecht über lebendes und totes Inventar haben und daß in dem Vertrage die Bestimmung ausgenommen worden ist, daß das Vermögen der Genossenschaft der Stadt für ihre Aufwendungen haftet. Das Pfandrecht an den Versichernngs- wlicen besitzen die Städte gleiclffalls, und es muß jedes in der Anstalt befindliche Schwein zu durchschnittlich 60 Mark versichert werden. Tie Abnahme der Schweine erfolgt vertragsmäßig durch die Städte zu dem oben erwähnten recht billigen Preise, die wiederum die Tiere an ie Fleischer abgeben, wobei lediglich der Selbst- o st c n p r e i s bererfjnet wird. Die Fleischer haben ihrerseits etnen Vertrags mit der Stadtverwaltung abgeschlossen, nach dem sie das fleisch der von der Genossenschaft stammenden Schweine zu einem besonders festgesetzten mäßigen Preise an die Bevölkerung zu verkaufen haben. Tie Fleischerläden werden durch eine Aufschrift nut der Preisangabe des vorrätigen Fleisches kenntlich gemacht, und das lvesentlichste in sozialer Beziehung stellune, ist täglich von 11 bis 1, Sonntags von 11 bis 3 Uhr, Mittwochs nachmittags von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Ausnahmsweise ist morgen Sonntag die Ausstellung nur von 11 bis 1 Uhr geöffnet. " HerbergSverkehr. Im Juni kehrten in der Her» berge zur Heimat 1071 Gäste (gegen 931 im Jun: 1911) eilt; darunter waren 229, die Herberge gegen Arbeitsleistung annahmen (215) und 842 Selbstzahler (716). — Für den Arbeitsnachweis waren im Juni 107 offene Stellen geweidet, von denen 88 mit 52 Arbeitern und 36 Handwerkern besetzt werden konnten. Vermittelt wurden 32 Stellen außer» halb und 56 in Gießen. Ter Nachfrage nach Zimmerleuten, Schreinern und Stellmachern konnte nicht gedient werden. ** Landes-Hypothekenbank. Durch Entschließung des Ministeriums der Finanzen vorn 25. Juni d. I wurde der Staatsanwalt Dr. K r u g in Darmstabl für die Dauer des Urlaubs des Oberstaatsanwalts von Heffert neben dem Staatsanwalt Bernhards zum „Stellvertreter des Treuhänders" bei der Hessischen Landes-Hypothekenbank bestellt. " Gießener V o l k S b a b. Im Juni wurden 13 396 Bäder verabreicht gegen 11 711 im Mai 1912 und 11560 im Juni 1911 oder im Durchschnitt täglich 447 Bäder gegen 378 im Mai 1912 imb 385 im Juni 1911. Ter Besuch im einzelnen verteilte sich wie folgt: ' Schwimmbad: 5390 Männer, darunter 999 au 10 Psa • 1721 Frauen, , 387° 10 Wannenbäder 1. Klasse 306 Männer, 149 Frauen ' , 2. , 947 , 640 , Brausebäder 1. Klasse 1445 Männer, 441 Frauen. , 2. , 1697 , 521 Abluft- u. Dampfbäder sowie Massage zus. UbMänner, 24 Frauen 4..e Personenwaae wurde von 310 Personen benutzt und das Bad von 4 Personen besichtigt. •' Warnung vor einem Schwindelinstitut. DaS Institut G. 91. Mann in Paris, 15 Nue du Louvre, verspricht in marktschreierischen Anpreisungen alle möglichen Krankheiten auf schriftlichem Wege zu heilen G. A. Mann, dec früher als Präsident des Instituts of radiopathy figurierte, ist in Paris wegen Kurpfuscherei mit 6 Monaten Gefängnis und 3000 Fr. Geldbuße bestraft worden. Trotzdem ist eS ihm gelungen, noch zahlreiche Personen in Deutschland zum mindesten an ihrem Verntögen zu schädigen. In Mainz wurden, laut Bekanntmachung deS dortigen Polizei- amteS, einem armen Arbeiter mit einem Wochenlohn von 20 Mk. durch das Institut Mann in kurzer Zeit 160 Mk. abgenommen. Für nichtssagende .Bebanolungsbriefe^ und einige Zuckerplähchen mit Eisen, Mangan und Anis erbebt das Institut jedesmal 40 Mk. durch Nachnahme. Der OrtS- geftlndbeitSrat in Karlsruhe und das Berliner Polize,prästdium haben bereits vor dem schwindelhaften Treiben des Jnstitiits Mann gewarnt. Wer sein Geld nicht unnütz verlieren will, hüte sich vor der Ausbeutung durch diesen Schwindelbetrieb.' Willkommen in Gießen. i, Deute und morgen kehren tausende von Festgästeu hier ein, um das goüicne Jubelfest des Turngaues Hessen hier zu feiern. Die Stadt Gießen ist stolz darauf, daß gerade sie zur Feier dieses Festes auSersehen wurde. Ter Wert des deutschen Turnens ist in Gießen besonders anerkannt. Tie Turner ei ist seit fast hundert Jahren hier bodenständig und zwei blühende Turnvereine, die zusammen weit über 1000 Mitglieder haben, legen Zeugnis davon ab, daß das Turnen auch heute noch im öffentlichen Leben der Stadt die Bedeutung hat, die es seines vaterländischen, sittlichen und gesundheitlichen Wertes wegen verdient. Ter Gau Hessen, der heute in 117 Vereinen über 10000 Turner aus dem größten Teil von Oberhessen, sowie den preußischen Kreisen Wetzlar, Marburg, Kirchhain, Frankenberg und Biedenkopf umschließt, ist seit seiner Begründung stets gern in Gießen eingekehrt; bis jetzt allerdings weniger zu frohen^ Festen als zu ernster turnerischer Arbeit. Seit 50 Jahren bildet unsere Stadt nicht nur den geographischen, sondern auch den geistigen Mittelpunkt des Gaues Hessen.^ Zahlreich sind die turnerischen Anregungen, die von den Turntagen und Vorturnerstunden in Gießen hinausgetragen wurden in das Land. Aber auch empfangen haben die Turner Gießens durch die Anregung und Sie wechselvollen Beziehungen innerhalb des Gaues. Denn das ist eine der bestell Seiten der Turnerei, daß sie sich nicht nach Ständen, nicht als Stadt und Land abschließt, sondern alle vereinigt, die in der Förderung der Leibesübungen eilte der wichtigsten vaterländischen Ausgaben erblicken. Mit berechtigtem Stolze feiern die Turner heute das Jubelfest ihres Gauverbandes, der sich aus lleinen Anfängen zu seiner jetzigen Bedeutung durchgerungen hat. Aber nicht nur ein frohes Fest wird diese Haibjahrhundert- feter unseren Turnern sein, sondern auch ein Fest der Arbeit. Am Sonntag und Montag finden turnerische Wettkämpfe aller Art statt, die zeigen werden, daß die Turner von heute getreu dem Geist ihrer Vorgänger, ihre Hauptaufgabe immer noch in der Förderung und Pflege des Jahnschen Turnens erblicken. Und wenn daneben manches Nene au turnerischem Gebiet zu sehen sein turb, so bestätigt dies die Wahrheit des alten Spruches „Wer rastet, der rostet". So mögen denn die Gießener Festtage aufs neue das Wort bekräftigen, daß das Turnen dazu dient, dem Vaterlande ganze und tüchtige Männer zu ergehen! Möge den auswärtigen Turnern ihr hiesiger Aufenthalt eine Quelle reiner Freude und späterer ftoher Erinnerung werden. In diesem Sinne heißen wir Sie hier herzlich willkommen! Schweres Eisenbahnunglück in Nordamerika. Corn t n o (New York), 4. Juli. Ein Schnellzug stieß in einen auf der Station nebenbei, Personenzug der Lacka- wanna-E.ienbabn, der von New York nach Buffalo bestimmt war. Tic bei bei, hintersten Wagen des Personenzuges wurden mngcivorfcn Tic meisten Insassen imirbcn tot daraus hervor- nejogen Cs sollen 30 Personen getötet und 50 verletzt sein .iic meisten Pastagiere schliefen, als her Zusammenstoß erfolgte nnb wurden im «chlaf getötet. Das Geschrei der unter den Trümmern festgellemmten ccbmcrDerlvunbctcn war furchtbar Tic Unverletzten machtn, sich sofort an die NettungSarbeit. Bald bim and) Hilfe aus dem drei Kilometer entfernten Corning Ter Führer des PersonenzugS erklärte, daß er die Blvcksignale ricktia emgcicklagen batte, es habe jedoch ein starker Nebel aeberrscht -ter (Mibrer des Expreßzuges sagte, daß er weder das Signal noch Die Laterne am Ende dcS Personei,zugeS gesehen l;abc uod) auch die Laterne, bie ein Eisenbahner hin- und berschwenkte' Zu dem schweren Unglück wird noch weiter gemeldet' Der verunglückte Zug war mit Ausflüglern dicht besetzt die den 4 Juli, einen amerikanisckicn Nationalfeiertag, an den Niagaraiallen zubrmgen wollten. Der Zug mußte bei der Station Cornnig langer alS vorgesebei, war, hatten, da noch einige Wagen Wagen (ntflcbdngt werden sollten, als der Buffaloexprvßzug mit einer Geschwind,.,keit von 60 englischen Meilen bcninacbramt kam. Da w dichter Nebel herrschte, daß man kaum die Hand vor den Augen iah, bemerkte der Lokoiiustivführcr bes heran- kommenden Zuges nicht das Haltesignal. Mit voller Geschwindigkeit sauste er in den anderen Zug hin- ver Streif der Seeleute. London, 5. Juli. Die Anstrengungen, welche in 1 i’n letzten Tagen hinsichtlich der Beilegung des Dock- - rbeiterstreikes .gemacht wurden, sind so gut wie gescheitert. Dgs Streikkomitee veröffentlicht heute abend eine Erklärung, in der es heißt, daß der Streik ans unbestimmte Zeit fortgesetzt wird. Der Streifführer Anderson erklärte, die 9lrbeiter seien mehr denn je entschlossen, die Arbeit nur unter gerechten Bedingungen auszunehmen. Le Havre, 5, Juli. Im Laufe des heutigen Nach- mittags nahmen die Truppen mehrere Verhaftungen wegen Werfens mit Steinen vor und zerstreuten Ansammlungen von Streikenden. Die Polizei schloß mehrere Cafös, in die sich die Unruhestifter geflüchtet hatten Juli. Tie Dockarberter beschlossen aus Solidarttat mit den eingeschriebenen Seeleuten den Streik. Es ereigneten sich keine Zwischenfälle. Bordeaux, 5. Juli. Weil einige Dockarbeiter versuchten, über Absperrungen um Fr'achtdampfer vorzn- "nngen, kam es zu einem Streit zwischen Pokizei- b e amte n und den Dockarbeitern. Mehrere Polizeibeamte wurden leicht verletzt; vier Personen wurden verhaftet. ® b Juli. 70 Offiziere der Com. pagnte Mixte haben sich dem Streik der eingeschriebenen Seeleute angeschloffen. Marseille 5. Juli. Die Offiziere uud Ma. s chi n, st e n beschlossen, da nur zwei Gesellschaften die Forderungen bewilligt haben, sofort in den Aus st and zu treten. ' Lebenshaltung Hinweisen und sich an die Lohnarbeiter und die Farmer wenden. In Mexiko sind bie letzten Rebellen gruppen zer- streut wordm. Im Nordwesten dauert der Kleinkrieg jedoch fort. Kriegsflotten und Landesverteidigung der Großmächte. Der soeben btrauSgegebcne .NauticuS 1912' enthält wiederum eine Fülle lehrreichen, authentischen Materials zur Beurteilung der deutschen und fremdlänbischen Seeintereffen und ber zu ihrem Schutz seitens der einzelnen Machte getroffenen Maßnahmen. Wir behalten uns vor, baS umfangreiche Werk, welches namentlich nach der reirlschaftlich-lech- nifchen Seite hin gegen bas Vorjahr bebeutenbe Erweiterungen erfahren hat, im einzelnen zurückzukommen und begnügen m3 heute mit der Wiedergabe einiger besonders wichtiger Tabellen, in welcher die von Deutschland und den anderen 'ccinäcbten 1912 beschlossenen Verstärkungen natürlich bereits mit berücksichtigt sind: a) Anzahl und Deplacement der Linienschiffe. (c. — feitia, i. V. — im Ban ober bewillig,; die emgetimmnerten i'imcniahlcn bestehen sich auf bie ncueften Typen jebes Landes, d e dahinter slebenbe Jahreszahl ist bas Jahr ber Beivilligung - . . . . f. 28: i. B. - - - - s- 54; „ „ . . . . f. 21 ; , „ ....19;,, - - - - f- 15; „ , - . . - i. 1-'; , „ . . . . f. 9; „ „ . . . . f. 31; , „ b) Panzerkreuzer. Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: R. Lange. KiEiematograpli 06619 Bahnhofstr. 54 Bahnhofstr. 54 empfiehlt billigst 4716 Bereinslokal. (V6/t Der Vorstand. empfiehlt zu billigstem Preis >. J. Dreifuß Tel. 753 W Visitkarten billigst Brtthl’sche Druckerei. murt* wegen versuchten Verbrechens gegen den 8 3 des Spionage- Mutter seiner Braut, Olga Kling, ausbewahrt, wovon diese Kenntnis erhielt, es aber unterließ, Anzeige zu erstatten icue Gemälde-AnS- ntagS von 11 bis ),§ 5 Uhr geöffnet )ie Ausstellung nut Wetzlarer Kirschenwäldchen. Herzkirschen und feinste Sauerkirschen, frisch vom Baum. T;ipl. frischer Kaffee und Kuchen. Prächt. Landaufenthalt. beste Verpfleg. 016 4J Heinrich Otto, Gastwirt Bekanntmachung. Be 1 r.? Feldbereinigung in der Gemarkung Lang-GSns. In der Zeit vom 5. bis einschließlich 11. Juli l. I. liegt aus dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Lang- Göns das Verzeichnis der Kreszenz- und Pachtentschädigungen pro 1912 für die Wiesen der Flur IV Gern. Lang-Göns und Flur XI der Gemarkung Großen-Linden zur .Einsicht der Beteiligten offen. Einwendungen hiergegen sind bei Meidnng des Älusschluises innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei Großh. Bürgermeisterei Lang-Göns - schriftlich einzureichen und zu begründen. Friedberg, den 1. Juli 1912. Der Großherzogliche FeldbereinigungskommissSr? (gez.) Schnitt spahn, Kreisamtmann. Amtlicher Wetterbericht. Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hefien h"it Sonntag, den 7. Juli 1912: Meist heiter, trocken, warm, Gewitterneigung. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen. Der Herr Universitäts-Professor hat in feinem Eingesandt in Nr. 151 des „Gieß. Anz." so weit über das Ziel Bekanntmachung. Betr/: Vornahme von Walzarbeiten. Die am 8. Jurri d. Js. angeordnete Sperre der Kreisstraße Hof-Graß—Rodheim wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 2. Juli 1912. Großherzogliches Kreis amt Meßen. Dr. Usinger. Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 6. Iuli: 17 0 K Bauer scher Gesangverein Wir ersuchen unsere Mit- glieder sich am Fettzua zum Gauturnfest recht zahlreich zu beteiligen. Aufstellung l/,1 Uhr am Oswaldögarten. Nächste Singstunde fitwet Mittwoch, den 10. Juli statt. |Ve/7| TerVorstand. Ilafurtheafer «leasen -sck)wedischen Handelsvertrages seit April gestattet ist, hielt sich bisher aus mäßiger Höhe. Liebet Saßnitz, wo eine Quarantäneanstalt für die Einfuhr errichtet ist, sind l-.s jetzt etwa 500 Stück Großvieh einge führt, von denen etwa LOO Stück nach Berlin gingen, während der größere Teil nach West--, d.-utschland, Köln, Iserlohn, Dortmund usw. verkauft wurde. Äe Zufuhr mub den Quarantaneanstattcn Lübeck und Rostock war >reit bedeutender. In Lübeck kamen seit April jede Woche 100 Stück sllnvedischcs Vieh und in den letzten Wochen des Juni sogar bis 170 Stück an, während Rostock in letzter Zeit wöchentlich 700 bis itung des 1. Vorsitzenden, Apotheker Hempel-Köln, ihr Sommerfest auf dem schön gelegenen Sängerberg (feiern. Mittags ist Festzug vom Bahnhof aus. Als Oiiiftc u*rbcn teilnehmen eine Abordnung Offiziere, die hiesige Nemeindevertrettrng, sowie alle hiesigen Vereine. Die Fest- inifif wird ausgeftchrt von einem Teile der 116er !*'gi- nentsmusik. h. Rodheim v. d. H., 5. Juli. Ein Schadenfeuer zerstörte gestern die Scheuer der Witwe Schmidt bis auf die Grundmauern. ehrten in der Her- 1 im Juni 1911) jen Arbeitsleistung 16). - Für den offene Stellen gc- d 36 Handwerkern 32 Stellen außer- ,ach Zimmerleuten, gedient werden. - Dauer des llrlmB Ztaatsanwall„BM T bei der 11560 Ml Ium J n 378 'M M /S nzelnen verteilte R 999 zu lOflfc 387 , 10 ' 149 Frauen, 640 . 441 Frauen- icnutzl unv br(in(lit“t . s... Louvre, ver “ (le -n , 1U heilen. *-Ä-in schadigen- -lortgenPol-S"' nft 3' u"‘ ■ “n "»,0» iflf)ine' 6.nr5fibhim i »'N ,5* "kntlcklich 1 - **ääj IU>5 itonjett Best.Rcinigung,eichach, billig I Prima w KartoReln 6at ÄW und bim B. A iU Tarmfiabt U^^"dilckl°r It ?S°F' bisher M Rainer, dem W zu Bad-Nauheun Mr Ludm. Titt. 1" 4-/lasse, dem ■ Ju 'Lad-Naubeim r bflöc.- und Jhn- Gchelmen Baurai at.'lar(3dili£p3 «« 3 Älafie, sowie >cnt Babuhossoor.- Posj^cskommisiar lauhcim und dem lung in Bad-Nau- ! verliehen. in außerordentlich h wieder als ein u läßt, hat seine sen, um ostwärts z>> ziehen. Tanul h eingestellt, genau dem die Trocken- große Wahrschcin. seit erhält und sich sbreitet. Das Hot olge, die in den ttcrung beherrschen, icr Witterung gc- scher Hinsicht smd Wirkung weniges stitzkeüsmnMl im ockenheü neigende i, wie denn über« inerlei Anlagen zu wahrscheinlich gegen als zu sencht anS- Lnftschiffahrt. Fernfahrt des Schütte-LanK. Mannheim, 5. Juli. Ucbcr die gestrige Fernfahrt des '^nlschisfes ^chutte-Lanz macht die Lusn'chiffwerst folgende Mit- 'eliiug: Das Wetter war an sich nicht ungünstig, jedoch machten Icä> lokale Wcioittcr, die sich über der Pfalz und dem Rheinland entluden, »eitweisc recht unliebsam bemerkbar. Bei Riederich n st e i n , das um 5 Uhr passiert wurde, nmßle wegen Benzin- rolwbrnchs der vordere Motor über eine Stunde gestoppt werden, '.'heb Beseitigung des Defektes wurde Andernach gegen 6 Uhr i.lerflogen und unt 7 Uhr langte das Luftschiff in Köln an luh enunen Schleifen landete es glatt vor der Militärluftt'chisf- clle. Rach Mitteilung des Führers des Luftschiffes, Haupt- jnann Müller, betrug die größte Höhe, die während der Fahrt ncidjt wurde, 600 Meter. Für den heutigen Tag sind end- iiültiflc Dispositionen noch nicht getrossen. Das LnftscÄff wird iirdigeselnm und dann wird man sich darüber entscheiden, ob man nach Düsseldorf fahren,oder die Rückreise antreten wird. London, 5. Juli. Zwei Militärflieger, ein Offizier und :iil Unteroffizier, sind heute morgen bei Sttnehenge tätlich abge- stürzt. । Letzte Nachrichten. Magdeburg, 5. Juli. (Priv.-Tel.). Bei der Maschinenfabrik R. Wolf in Buckau sind größere Unter* scylagungen eines Kassenbeamten entdeckt worden, der Spekulationsverluste erlitten und idiese durch Kafserckchiebnn*^ gen verschleiert hatte. Wie ein hiesiges Blatt angibt, sollen diese Unters ch lagun gen 250000 Mark betragen, nach einer Mitteilung der Firma selbst sind sie bedeutend niedriger. geschossen, daß der Deranstaller der Festlichkeit keine Antwvtt darauf geben will. Nachdem die Sache nun gar nicht zur Ruhe kommen kann, seien einem an der Feier als Gast ^Beteiligten einige Worte zur Aufklärung gestattet, damit über die Veranstaltung kein falsches Bild entsteht. Vier Herren, die fett Jahren als ausgezeichnete Sänger in weitem Kreise beliebt sind, batten beschlossen, einem ihnen befreundeten Herrn anläßlich einer Familienfeier ein Ständchen zu bringen. Sie holten sich die polizeiliche Erlaubnis ein und sangen wie üblich vor dem Hause einige Lieder. Diese Lieder wurden so sormvollendet zum Vorträge gebracht, daß die Zuhörer von dem schönen Gesang sicherlich einen großen Genuß hatten. Tie Herren wurden daraufhin zu entern Glase Wein gebeten und haben dann in der Wohnung auf der geräumigen Diele noch eine Anzahl der schönsten Volkslieder gelungen. An der Feier nahm auch an junger Künstler teil, der über eine wmtderbare Tenor- stimme verfügt und der in liebenswürdiger Weise einige seiner besten Gesänge aus bekannten Opern zum Vortrag bradüe. Bemerken möchte ich noch, daß diese Solis sowie auch die QuarttttS, um kein überflüssiges Geräusch zu machen, ohne Klavierbegleitung gesungen wurden. Die sämtlichen anwesenden Damen und Herren lauschten dem wundersdwnen Gesang mit großer Andacht, und ahnte wohl niemand, daß er eine unangenehme Störung in der Nachbarschaft verursachen würde. Durck» das Eingesandt wurdett wir aber eines besseren belehrt. Der Herr Einsender bezeichnet den Gesang als eine skandalöse Belästigung. Der Schreiber dieser Zeilen batte Gelegenheit mit einigen Nachbarn persönlich zu spreckien, und wurde ihm die Versicherung, gegeben, daß der Gesang alles weniger wie eine Belästigung gewesen sei. Der Herr Einsender sielst also mit seiner ungeheuren Kritik ganz allein, und ist es von ihm wohl eine große Ueberhebung, im Namen der sämtlichen Anwohner »u reden und Polizei und Stadtrat um Hilfe anzurufen. Ein derartiges Vorgehen ist geradezu unerhört, denn wo soll es hinführen, wenn bei solchen und ähnlichen Veranstaltungen die Amvohner zu solchen Maßregeln greifen wollen. * Gießen. Wenn man auch dem Einsender wegen de? Gesanges in der Stephansttaße nicht unbedingt beipllicksten kann, so muß doch feftgcfteUt werden, daß unsere Polizei nicht entschieden genug gegen den Lärm vorgeht. In unserer Universitätsstadt Gießen, wo in jeder Sttaße Leute wohnen, die geistig tätig sein müssen, ist der Lärm geradezu zur Plage geworden — besonders das Klopfen von Betten und Teppichen hat allmählich Formen angenommen, die keineswegs geduldet werden dürsten. Vom frühen Morgen bis spät in die Rackst besorgen rücksichtslo-fe Menschen diese Arbeiten, die zweckmäßigerweise in den Vormittagsstunden zu geschehen hätten. Wenn hier die Polizei energisch einschreiten wollte, das wäre zweckmäßiger, als gegen Leute, die im Augenblick ausgelassener Freude einmal singen, obwohl auch hier natürlich Grenzen gezogen werden müssen. In unserer nervösen Zeit ist Ruhe das beste Kürmittel. Vermischte». *DashöflicheEhineslein. Das geringschätzige Urteil Rncauts de la Marliniöre in Lessings „Minna von Barnhelm" über die deutsche Sprache, wenn er sagt: „Was ist die deutsche ^prak doch für ein plump, für ein arm Sprak!" wird anscheinend auch von den Chinesen geteilt.. Selbst die jüngste Generation des cknnesisdxm Volkes scheint von unserer Muttersprache nickst recht erbaut zu sein, wie die „Kiaulschan-Poft" durch eine drollige Geschickte belegen zu können glaubt. Einem Leser der „stiautschau- Post" begegnete ein kleiner chinesischer Bursche im Alter von etwa 10 Jahren auf einem schmalen Wege. Er wünschte, vorbeigelassen zu werden, und diesem Bestreben verlieh er Ausdruck durch das Wort: „Excusez!" Natürlich war der Deutsche ob der Pfiffigkeit des kleinen Schlitzäugigen belustigt, und er fragte ihn auf chinesisch: „Ei, exeusez, was ist denn das? Erlläre mir das doch!" Um eine Erklärung war der Kleine nicht verlegen. Allerdings gab er sie nicht auf chinesisch, auch nicht auf französisch, von dem er doch eine kleine Ahnung zu haben schien, sondern auf — deutsch. Ter Kleine sah ihn forsch an und sagte bann mit ziemlichem Nachdruck: „Weck!" Spruchs und stolzierte weiter. * Unwetter in Berlin. Am Dienstag abend ging im Norden, Nordwesien und Nordosten von Berlin ein Unwetter nieder, wie es die Reick-shauptstadt seit langem nicht zu verzeichnen gehabt hat. Zahlreiche Blitzschläge zündeten, lieber» schwemmungen wurden von vielen Straßen und Plätzen gemeldet, so daß die Feuerwehr in ständiger Bewegung war. Am schlimmsten hauste das Wetter in der Schönhauser Allee. Hier stauten sich ab 7 Uhr abends die Straßenbahnwagen. Tausende von Men schen, die ihre Wohnungen im Worben der Stabt, in Pankow unb Riederschönhansen aussuchen wollten, harrten vergeblich der Weiterbeförderung und mußten zu Fuß den Heimweg antreten. Die Zahl der Kellerüberschwemmungen ist ungeheuer. Besonders in der Gegend des Gesundbrunnens wurden die Telephonkabel durch die in das Erdreich bringenden Wassermassen beschädigt, was zu einem Kurzschluß führte und die Aufhebung des Telephon- verkehrs zur Folge hatte. 'Ein gedungener © a 11 e n in 5 r b e r. Montag nacht wurde der Zeichner und Leiter eines Pensionats in Sevres bei Paris namens Eiere, als er mit seiner Frau aus dem Theater heimkehrte, durch eine aus dem Hinterhalt abgefeuerte Kugel t ö t- l i cf) verwundet. Tie Untersuchung ergab Verdacht gegen Frau feiere, die auch muh längerem Leugnen gestand, daß sie ihren Gatten, der sie seif vielen Jahren schlecht behandle, durch einen gewissen Baratt habe erschießen laßen wollen, dem sie für die VoUfi'chrung des RlordeS 500 Franks gegeben habe. Faratt wurde vor kurzem aus einer Irrenanstalt entlassen. Er hat die Flucht ergriffen. — Vorn lustigen Onkel Sam. Was die Wissenschaft kann. Der Photograph sagt zum Gutsherrn: „Ich habe sehr schöne kinematographische Aufnahmen von dem Leben aut Ihrem Gute gemacht." „Habt Ihr meine Arbeiter in Bc> wegung gebracht?" fragt der Gutsherr. Der Photograph: „Ich denke doch." Der Gutsherr: „Großarttg, die Wissenschaft, was die alles kann!" — I n der Apotheke. Der neue Apo- thekergehllfe hat soeben ein Rezept für eine Frau gemacht, die dafür einen Dollar unb zelm Cents hat zahlen müssen. Kaum ist die Frau tneg, so merkt der Gehilfe, daß der Dollar falsch ist. Eilends stürzt er zum Besitzer und teilt ihm die betrübliche Tatsache mit. „Run und die zehn Cents," fragt der Herr ruhig, „sind die gut?" „Ja, Herr," entgegnete der Gehilfe, „die scheinen echt zu sein." „Run," meint der Apotheker, „da brauchen wir uns keine grauen Haare wachsen zu Iaffen, da haben wir immer noch genug verdient." — Verraten. F-rau: „Was würdest Du tun, George, wenn ich Dich als Witwer zurücklassen würde?" Mann: „Run, ich denke, dasselbe nric Du, wenn ich Dich als Witwe zurückließe." Frau: „O du gemeiner Kerl! Und Du hast mir immer gesagt, Du könntest nie eine anberc nehmen." — Eine Autorität. Zstrei Herren sind in einem eifrigen Streit über den Wert eines Buckves. Endlick» sagt der Ente von ihnen, der selbst Schriftsteller ist: „Rein, John, Du kannst das nicht beurteilen, Du hast niemals selbst ein Buch geschrieben." „Das ist richtig," antwortet John, „aber ich habe auch nie ein Ä gelegt, und doch kann ich ein Omelette besser beurteilen, als irgendeine Henne im ganzen Staat." — Di e A n g st vordem Klingelbeutel. „Hoffen Sie immer noch, den alten Geizkragen zu einem regelmäßigen Besucher Ihrer Kirche zu machen?" „Ja, und mehr denn je." „Wieso denn?" „Wenn die Regierung wirklich an fängt, halbe Centstückc zu prägen, so nehnte ich das für ein gutes Zeichen." Kleine Cagerchronik. Das Automobil des Ritters Selchow aus Rudnig (Kreis Ratibor) überfuhr in Bad-Wurzelsdorf im Jsergebirge einen Knaben, der halb batauf seinen Verletzungen erlag. Gegen Selchow wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Der Flieger Wienczier, gegen den ein Steckbrief erlassen wurde, stellte sich selbst der Staatsanwaltschaft. Ter Flieger behauptet, der Anzeige liege lediglich ein Racheakt zugrunde. Wilh. KohltMMi! Küferei, Neustadt 12 Jauchefässer Waschlnitteu ßtbr. Weinsätzchen zu Stachel- und Johannis- beermein empfiehlt ;4529 PH. Lommerkoru, Käserei, Bleichstraße 12. Abfallholz v.Ztr. 1.20 Mk., freieAnsuhr. HolzbearbeitungS - Fabrik E. H. Müller, ß Selbsigekelt. la. naturreinen Apfelwein Weingrüne frisch entleerte Weinfässer G Cauöendjabrfeier der 8tadt Leun Nachmittags 3 Uhr M/ anschliessend 4678 Eintritt an beiden Lagen a Person ao pfg. Auszug aus der Leuner Ohronik mit fest-und (Musikprogramm sind auf dem featplatz erhältlich Der fe8t-Hu68cku99 M? W# W G W W V W G V G G H G W G W W d H G G G G W G G v G W W G w M/ G M/ W Sonntag und (Montag in den Vormittagsstunden Aufziehen der Leuner Stadt- wacbc. Küiderfcstzug, daran Kinderspiele und Reigen. Später Lanz. —— am 7. und 8. Juli 1912 Sonntag, den 7. "Juli: i. f estgottesdienst 9% Uhr. 2. Um 2'/. Uhr f estzug. 4 historische Gruppen aus der Zeit König Konrad I. 912 bis zur Verleihung der Stadtrechte durch die Grafen von Solms-Braunfels 1664. 6 Gruppen, welche Deimatsitte und Leuner Gewerbe wie: Zünfte, Glockenguss, Spinnstube, Meberei, Bergbau und Landwirtschaft darstellen. 2 Gruppen aus der neueren Zeit. 3. Huf dem festplatz. Begrüssung und Ansprache. Konzert ausgeführt von der Kapelle des Inf .-Reg. JSr. 88 aus (Mainz unter persönlicher Leitung des Derrn Obermusikmeister Jung, Von 6 Uhr ab: Lanz und Darbietungen wie: Gesangsvorträge, fackelreigen, (Uaffentanz und Pyramiden. Am Abend grosses feuerwerh. ■Pabmlan • äusser den fahrplanmässigen Zügen verkehrt ein Gxtrazug 2---71 r * Giessen ab ir", Dutenhofen ab 1268, CUetzlar ab ioe, Hlbshausen ab 111, Burgsolms ab iie, Braunfels an 1”. Sonntagsfahrkarten haben Gültigkeit. (Montag, den 8. Juli Vormittags 11—i Uhr frühkonzert auf dem festplatz. Gleiberg-Verein Generalversammlung am 13. Juli 1912, nachmittags 4 Uhr, auf der Burg Gleiberg. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage 1911/12, 2. Geschäftsbericht 1911/12, 3. Feststellung deS Voranschlags 1912/13, 4. Geselliges Bei- sammensein. _______________________Der Vorsitzende. Zagdschlöhchen Dutenhofen Televbon 423 [4030] Inh.: Gg. Peil. ■ .......... - Beliebter Ausflugsort. — ■■ Schöner, schattiger Garten, großer Saal, Terrasse. Gute Küche, Helle und dunkle Biere, Weine ersterI-irmen. Taiisendjahr-Feier der Stadt Leun. Zu den Festtagen am 7. und 8. Juli halte ich meine Wirtszelte auf dem Festplatz, sowie mein Hotel- Restaurant am Bahnhof Braunfels bestens empfohlen. Hochachtungsvoll «77 Frau C. Funke Witwe. Speisen und Getränke in nur bester Qualität. am 105344 Privat--taunlmhl ixeue Kartoffel NKssMM erteilten jeder Tageszeit vr.Qualität,empfiehlt billigst Pfund 35Pfg., verkauft am - Vanlkc,Tanzlehrer, Sonncnstr.« Triebplatz R. Mass. l(LZ4! Wolfstrane i). [04404 V» XDvl|tG Xcl. 88. [,6n| ♦ ♦ O O CO JumeniKiiitriiiritnft. 1.00 (für das ganze Fest gültig). WlcrfllUtfiMim ‘ ScibeI- ©crmania-Drogcrie, Frankfurter Str.; L. Kalkhof Nachf., West. XHllUU|J,uUUl ♦ Anlage; Jakob Häuser, Kaufmann, Ludwigstr. 36; Noll, äatf er •'Drogerie, Kaiser-Alleo; R. Buchacker, Iigarrenhandlung, Neuen Baue; PH. Stier, Friseur, Neuen Baue; Köhler, Schulstr.; Louis Scharmann, Iigarrenhandlung, Lindenplatz; Moritz Scmmler, Kaufmann' Walltorstr.; ffiebr. Michel, Walltorstr ; Karl Eichmann Wwe., Ederstr. 1; Ehr. Bieker, Kaufmann' Neustadt; Hch. Noll, Papierhandlung, Mäusburg; Ernst Jung, Papierhandlung, Seltersweg; Wilhelm Semmler, Iigarrenhandlung, Seltersweg 25. “Än ilrr Herrendauerkarten Mk. 1.80 Damendauerkarten Mk. 1.20 Einmaliger Eintritt ben für Sonntag, den 7. Juli Mk. 1.00; für Montag, den 8. Juli 60 Pfg. Für die Mitglieder des Turnvereins und des Männerturnvereins Dauerkarten Mk. 1.00. eeeeeeeeeeeeeeoeeeeeeeeeeeeeeee