Die heutige Nummer umfafjt 14 Seiten. Arn, ver- polis eine türkische Provinz bleibe. Tic Antwort soll cnd- gültig sein. nberg- Bolck (Dr. £>rb), Herr Rappeport (Dangel). N. Wissen f München über Augs- von morgen Tardanellen will wissen, Schritte der t iufbiii. von Stetj An der Aufführung waren beteiligt Herr B a k o f (Rektor', Frl. de la Chapellc Elisabeth'/, Frl. de Bruyn (Helene/, Herr Brachwitz (von Räcknitz , Frl. Schrnibt (Bettina), Herr statt. Es ist hiermit eine Leistung geschossen, die sich Leistungen Englands und Frankreichs roürbig an stellen kann. Ein neuer italienischer Oberbefehlshaber zur See. Rom, 5. März. (Agenzia Stefani) Ter Ministerrat beschloß, dem Könige die Ernennung des Vizeadmirals F a r a v e l l i zum Oberbefehlshaber der vereinigten scestreitkräite vorzuschlagem Serkin—München. Im Jahrc 1850 mußte ein Reisender, der von nach Berlin fahren wollte, auf dem Umweg steigung des Thüringer Waldes, die scharfen Kurven im Alt- mühltal, der Abstieg von München zum Tonautal, die engen Kurnen im Saaletal die virtuelle Länge um ein Bedeutendes heben. Die Züge werden mit einer Turchschniltsgei'chwin- digkeit von 100 Km in der Stunde geführt Sie haben in beiden Richningen nur in Nürnberg und Halle Ver- kehrsaufenthalte, außerdem ist je ein kurzer Betriebsausenihalt zum Ansetzen der Schiebelokomotive, und zwar auf der Fahrt nach Berlin in Rothenkirchen, auf der Rückfahrt in Probstzella, vorgesehen. Lokomotivwechsel findet n u r in Nürnberg und Halle an die nächtliche Durchfahrt von Schiffen durch die untersagt ist. Das Blatt „Terdicman-i Hakikat" daß die Pforte in Beantwortung der sondierenden Mächte erklärte, daß sie, selbst wenn Italien einen den besten die Seite bürg, Hos, Leipzig, Halle Köthen, Magdeburg oder Köthen- Jüterbog nach Berlin reisen. Der schnellste Zug hierzu brauchte, so schreibt der „Internationale Volkswirt", Berlin, 24 Stunben. Langsam wurden die Abkürzungsstrecken Jüterbog -Bitterfeld und München—Ingolstadt—Treuchtlingen ausgebaut, und in den 70er Jahren fuhr der schnellste Zug auf dieser Linie etwa 18 Stunden. 1885 wurde die erste namhafte, vom sächsischen Eisenbahnwesen sich unabhängig machende neue Verbindung bergejtcllt, und zwar Berlin—Probstzella—Bamberg München Die Schnellzugsverbindung sank auf 12 Stunden. Durch den Ucbergang der Bayerischen Oübahn an den Staat und ourck die Herstellung der Abkürzungs linie Wiesau—Hos, wodurch der Umgang über österreichisches Gebiet Eger vermieden wurde, war indischen die Regensburger Linie in scharren Wettbewerb mit der Bamberg—Hofer und Probst zellaer getreten, und ein gegenseitiger Betrieb in der Herstellung schneller Verbinduiigcn zwiickren ben beiden Hauptstädten Deutschlands begann. Nichtsdestoweniger trat eine entschiedene Herabdrückung der Fahrzeit er ft ein, als die Internationale Schlafwagen gesell sck, oft den Nordsüdexpreß Milte der neunziger Jahre schui, der die Verbindung aut 10 Stunden herabdrückte. Das blieb das Marimum der Höchstgeschwindigkeit zwischen den bedien Städten, und erst die vor einigen Iabren begonnene Politik Preußens und Bayerns, scknellfabrende Schnellzüge einzuführen, bat jetzt einen gründlichen Wechsel oerbeigeführt. Am 1. Mai wird, wie schon gemrfbet, der schnellste deutsche Zug auf große Entfernungen zwischen Berlin und München fahren, und zwar in folgendem Fahrplanbild: Ab Berlin 1.10, iHalle 3 Uhr, ab 3.04, in Nürnberg 7.37 an, ab 7.43, in .. (ünchen 10.08. Der Gegenzug verläßt München 8.10, in Nürnberg 10.25, hier 6 Minuten Aufenthalt, Halie 3.02, ab < in Berlin 4.56. Es ist also gelungen., die Entfernung von 657 Km. in 8 Stunden und 46 Minuten surückzulegen, trotzdem die Ueher- bayerischen Akademie der Wissenschaften — Tie Bürgervertretung in Roftock nahm einstimmig eine Vorlage des Rates an, nach der eine Lnftwarte, d. h. ein Observatorium zur Erforschung der höheren Luftschichten, gegründet werden soll — Wie die „Tribuna" aus Pompeji meldet, Haden die vor zwei Monaten begonnenen Ausgrabungen zur Entdeckung eines neuen wichtigen Teils in der vergrabenen Stadt geführt. Man hak auch Inschriften von großem Wert und reiche archaeologiscke Schätze gefunden. — Gestern nachmittag wurde durch den König der Belgier in Brüssel eine Internationale Miniaturen- ausstellung eröffnet. Ter König von Sachsen, der > önig von Württemberg, der Großherzog von Hessen und viele privaten Persönlichkeu^n von D>eutschland haben aus ihren Sammlungen wertvolle Stücke gesandt. Die Ausstellung hat fttro* speüiven Charakter. Bayern- einzulrelen. Vor allem dürfe die Finanzhoheit der Einzelstaaten nicht gemindert und das Besteuerungsrccht tH*> Reiches nicht aus das Besteuerungsgebiet der Bundesstaaten aus- geiichnt werden. Die ungcminderle Finanzeinheit her Einzcl- fiaatcn sei schlechterdings erforderlich, weil ohne sie die Kultur-» aufgaben nicht erfüllt Werdern kömiten. Wie Krone und Rc- gieruitg bisher die Empfindungen und die Rechte der v r o - tcstantischen Bevölkerung gcadüct haben, so solle es bleiben. — Kurze Nachrichten aus Kun st und schäft. Der Vertreter der Nationalökonomie und Statistik an der Universität Straßburg i. Els. Tr ohil et jur. l> c. Georg Friedrich Knapp begeht am 7. März seinen 70. Geburtstag Geboren am 7 März 1842 zu Gießen, studierte er in München, Berlin und Göttingen, promovierte 186.5, mar bann im statistischen Seminar von E Engel in Berlin tätig, wurde 1867 Vorstand des Statistischen Bureaus der Stadt Leipzig und zwei Jahre später a o. Professor an der dortigen Universität. 1874 kam Knapp als orbentlicber Professor nach Straßburg. Er ist korrespondierendes Mitglied der preußischen unb Angriff ouj die Dardanellen ober gar auf Konstantinopel unternehmen sollte, beit Frieden zurückweisen werde, der nur möglich sei, wenn Tri- Die Sperrung der Tardanelleu. Wien, 5. März. Die „Neue Freie Presse" meldet auZ Konstantinopel: Die Pforte beschloß, die TarbaneHcn nachts z u sperren , um sich gegen einen italienischen lieber» fall zu schützen. Der Kriegs, der Marineminister unb bei Minister des Innern hatten eine längere Besprechung über die zu ergreifenden weiteren Maßnahmen zur Verteidigung der Dardanellen. Der Kriegsminister konferierte auch mit dem Minister itr hübsch zu .Kreuze zu kriechen Hütte. Diese Anträge langten u. a. die Anberaumung der Landtagswahlen auf den Bubach, ujammtitui ■i Srtitttti ügeLSftÄ» 0 öeibtiu lasse, \ tr.,1 Sm.: 3 trat 191m.: 7> , 66 Buche i eifer i$cin QartenMa i Wtllul,!'»! Buchen 6) Tidttodl kugel 1: | ) Baumln^M beiter 2. i.AbonmlM ßpriigcl . 91aiitrwa| rüflcl^esal ilathenrot* ■ ich Juiaoinl Au.' Lt'iM beiter 2. SÄ Ahorn- u » Eiche-, M ■ itmrügel ähe abcra: igel, 12 i: i BuchettV d 3 Dieter Ne .1 Eichens M: 10 lod;Sutf)r.‘3| c lanflbte* une, L2-£s , 27 Tiulk (.<' mid Vangsfl inb Elches öde, itämmc.!;;’- 8) W cl,46 W pvwald?^ nitfldc. li?f , Prügel iser il«^ cholen. ung. )0t®K- 3"H iersleiM 1 B»che^ o'iditcn. Si- Buches- n 4; lan unter. Ag. 5s., tut a Wald 2, auf wr,r. !r vttM ben Sonntag, Trennung von Kirche und Staat, Zurückziehung des der sitrstlick)en Zivilliste bewilligten Zuschusses »an 32 000 Mk., bessere Besoldung aller Lehrer und Einführung der Vermögenssteuer. Das wäre, mit Ausnahme der Bertürzung der Zivilliste, in die der keineswegs reiche Fürst «Mnther unmöglich willigen konnte, auch vom liberalen Standpunkte aus zu billigen gewesen, wenn nicht die Sozialdemokraten — und darin zeigt sich ihr ganzer Uebermiit — der Regierung mit diesen Forderungen ein Ultimatum schärfster Form gestellt hätten. Erklärten sie doch, daß, falls ihre Forderungen von der Regierung zurückgewiesen würden, sie den Haushalt ablehnen und auf weitere Verhandlungen nicht eingehen würden. Staatsminister v. d. Recke beanttvortete diesen sozialdemokratischen Vorstoß zunächst damit, daß er seinerseits die Wiedereinbringung der Wahlresormvorlage vom Jahre 1910 ankündigte, die Anfang Dezember desselben Jahres gescheitert war, weil die damaligen sieben sozialdemokratischen Abgeordneten durch Verlassen des Saales das Haus beschlußunfähig machten. Er warf damit sozusagen ein "ornpeusationsobjekt in die Debatte des Tages, wenn er 'ich auch darüber klar sein mußte, daß die Sozialdemokratie m eine Reform, die den größten Teil der höchstbesteuerten (Wähler in die Kategorie der allgemeinen Wählerschaft ge- rjorjett und damit dort das bürgerlich Element wesentlich verstärkt hätte, niemals willigen würde und es also auch so zum Konflikt zwisck)en der Parlamentsmehrheit und der fürstlichen Regierung gekommen wäre. Die tanWagsauflöfiing in $d)roarjburq=Rubolfta6t Bon dem Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt mit einen 89917 Einwohnern hat man eigentlich mit Ausnahme .er letzten Zeit nur selten etwas gehört Ruhig und Harm os fröhlich floß das Leben in diesem deutschen Kleinstaat ahin, das Verhältnis zwischen Fürst und Volk war das lenkbar patriarckgilischste, denn in diesem schönen Länd chen ist beinahe jeder hoffähig, der nur über einen Frack , verfügt Auch parlamentarische .Kämpfe gab es nicht, obwohl bas Fürstentum schon seit 60 Jahren eine konstitutionelle Verfassung sein eigen nennt, nach der der Landtag aus 16 Mitgliedern besteht, von denen 4 durch die Höchstbesteuerten und 12 von den übrigen Wahlberechtigten in direkter unb geheimer Wstimmung gewählt werden. Die Zetten mußten sich in dem Maße ändern, wie die Industrie in das stille und arme Ländchen ihren Einzug hielt. Heute ist es fast völlig industrialisiert, und der Landtag, der schon vor 6 Jahren von der Sozialdemokratie beherrscht und damals aufgelöst wurde, weil er dem Fürsten e-ünther die Erhöhung seiner Zivilliste (268000 Mk.s um ,32000 Mk. verweigerte, weist auf Grund der letzten Wahlen November 1911) 9 Sozialdemokraten und nur 7 Angelsörige her bürgerlichen Parteien auf. Die Geschichte dieses ersten deutschen Landtags, in dem die Sozialdemokratie die Mehrheit hat, ist immerhin interessant aenug, um uns anläßlich seiner Auflösung!^ die am Montag erfolgte, einiges daraus ins Gedächtnis zurückzurufen. Er wurde am 23. Februar eröffnet, und die Sozialdemokratie hatte nichts Eili- t'cres zu tun, als über den Kopf der bürgerlichen Parteien inwcg, also entgegen jedem parlamentarisckien Brauch, das pvciköpfige Prästdinm mit den Genossen Winter und Hartmann zu besetzen. Aber damit nicht genug: Sie brachte auch ichleunigst eine Reihe von Anträgen ein, die, wenn sie auch nicht sozialistische Programmpunlte direkt verkörperten, der Regierung doch hinlänglich zu Gemüte führen sollten, daß iie jetzt der Sozialdemokratie zu Willen zu sein und vor «gen 1* ’ verde"' (fittint ) del * j derdor^' ... $1^52 ii Dom italienilch-tüttischen tzriegrschauplatz. Wieder ein Angriff der Türken und Aiaber. Tripolis, 5. März Agenzia Stesani.) Gestern früh brach ein Bataillon, eine Abteilung Kavallerie unb eine Gruppe .Kamelreiter von Tripolis auf unb zog über Ain Zara gegen Birel Turf, um den Ort, der als Bir Redancenif bcjfidnict wirb, zu erkunben. Von hier au4 waren nämlich, wie man nnnahm, Gruppen von Türken unb Arabern ausgezogen, um Ain Zara nachts burch Schüsse zu beunruhigen unb Plünderer in die Oase von Tabjura zu entfenben. An dem Ort angekommen, ging von bem Bataillon eine in Reihen detachierte Kompagnie unb eine Kavallerieabteilung zum Schutz der rechten Flanke vor. Der Ort würbe jedoch verlassen gesunden, man fand aber Spuren eines kurz vorher verlassenen Lagers. Es war 11 Uhr vormittags, als plötzlich die ans dem rechten Flügel stehende Kompagnie von etwa dreihundert Arabern angegriffen wurde, die augenscheinlich beabsichtigten, die rechte Flanke des Bataillons zu umgehen, um den Rückzug nach Ain Zara abzuschneiben. Die Kompagnie nahm den Kampf sofort mit einem großen Feuer auf. Ta aber ber Feind ständig stärker wurde und seine Umgebungdbcroegung mit Nachdruck fortsetzte, gab der Befehlshaber des Bataillons den Kompagnien den Befehl, gegen die bedrohte rechte Flanke nacheinander aufzumarschieren, um das Manöver des Feindes zu vereiteln unb die Verbindung mit Ain Zara aufrecht zu erhalten Ter Kampf dauerte b i s 5 U h r nachmittags, bis die Askari eine beherrschende Stellung gesunden hatten, woraus sie sich ordnen und den Feind zum Rückzug zwingen konnten. Das Bataillon kehrte nachts nach Ain Zara und von da nach Tripolis zurück. Es führte neun Tote unb 28 Verwundete, die es während des Tages verloren hatte, mit sich, ebenso deren Massen und Munition. Die Verluste des Feindes betrugen über 100 Tote. Zu dem Kampfe bei Derna am 3. März wird gemeldet, daß der Feind eine Front von über vier Kilometern entwickelte und Artillerie unb Maschinengewehre in Tätigkeit treten ließ. Im lebten Augenblick ließen bie Türken alle Reserven am .Kampfe teilnehmen, die durch bie italienische Artillerie große Verluste erlitten. Unter beit Gesallenen befinben sich viele türkische O s s i z i e r e. Währenb deS Kampfes war bie Haltung der italienischen Trupp«» sehr gut. M. 56 Erster Blatt 162. Jahrgang Mittwoch, 6. Mär; 1912 »GiehenerAnzeiger »lrlfchastliche Seitfraden ▼ ~ ■ ” " ▼ ■ ” _ ■ ▼ ▼W ” Chefredakteur: A Goetz. Lr tr MÄ ö e»" General-Anzeiger für Gderheffen ZLsck- J1“!''*™«'-'« Rotatlonsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.Guch: und Sleindruckerei R. fange. Rcdaltion. 4rpeöition und Druderet: SdjuIHrafte 7. dis vormittags 9 Uhr. vüdingen: Zernsprechkr Nr. 269 Hrschäflsstelle vahnhofstrahe I6ru Anzeigenteil: Beck. Gieszener Stadttheatek. Das Glück im Winkel. Schauspiel von Hermann Sudermann. Gießen, 6. März. Die gestrige Aufführung von Sudermanns romanbastem Schau siel „Das Glück im Winkel", in dem ber Dichter nach Steigers bvas boshaftem, berühmt geworbenem Ausspruch „der Theater ^ui ber kleinen Leute einen rohen Junker zum^Verspeisen vvr- ‘Mtf und einen waschkappigen Dulber vvn Schulmeister als ibefoen «rherrlickte '. hätte in ber seinen Turchbilbung, die man Uhr angebeiben ließ, auch hohen Anforderungen gerecht werben Jjtmen, wenn bie Mehrzal>l ber Darsteller sich verpflichtet gefühlt ■hätte, so deutlich zu sprechen, baß sie stets verständlich geweien bäten. In den Besprechungen und verschiedenen Eingesandts Gießener Anzeigers ist schon häufig ans diesen Mißstand hin •'Ttoiefcn Wochen, ohne daß eine dauernde Ben'erung eingetreten , ^ärc, obwohl es bod) eine der selbstverständlich,len Pflichteir läntd ernsthaften Schauspielers ist, wenigstens deutlich zu frechen. Im weiteren ist es aber — von dem tünttlernchen I «rnz abgesehen — auch ‘eine Frage der Höflichkeit und des igstes, in der ein Künstler doch eigentlich vorbildlich icin Witte. , vielleicht ist man gestern von der an sich berechtigten (rripngung :u.^gegangen, baß die Dichtung einen gebämpiten -ton erwrdere, Kj er wenn man schon in ber siebten Parkettreihe nur mit ceßter Anstrengung bie Worte verstehen konnte, die man kurz , vorher noch gelesen liat, dann muß man sich doch mgen, datz unvorbereitete Theaterbesucher, der das Stück vielleicht gar '<& kennt, von der ganzen Vorstellung nichts weiter mitnimmt erregte Nerven und eine gereizte Stimmung. Es in cniT? Hie zu bebauern, daß eine so gut vorbereitete und auch in darstellerischen Leistungen durchaus erfreuliche unb rühmens- ^erte Auffühning durch die Bequemlichkeit unb NackUamgreit pnger Mitwirkenden einen so überaus unangenehmen vTinbrua Krterließ. .Sehr wüm'chenswert märe es gewesen, wenn nian die ^trche Pause zwisckien den ersten und zweiten Autzug gelegt hatte, fie wegen des Szenenwechsels viel eh.', am Platz geweien i ^re. So, wie es gestern gehandhabt wurde, hatte man zwei IMie Pausen zu Überstehen, des Aeußern. Es verlautet, daß die Regierung auch Verleidi- gungsmahnahmen Tür Smyrna unb die Inseln des Archipels ins 2luge saßt. Die Pforte teilt amtlich mit, baß Herr v d. Recke scheint es aber doch für angebracht gehalten zu haben, nod) einmal mit der sozialdemokratischen Mehrheit zu verhandeln, weil er sich von der Auflösung des Landtags und von dem Ergebnis der Ncuivahlen schwerlich eine andere Zusammensetzung versprechen konnte. Und die fozüildemokratische Partei scheint diesen Versöhnungsverhandlungen um so geneigter gewesen zu sein, als die beabsichtigte Herabminderung der ZimNiste des Fürsten, der die Sympathien aller Bevölkerungsschichten genießt, einen Sturm der Etttrttstttng hervorgerufen hat. Ist doch Fürst Günther für fürstliche Verhältnisse so arm, daß die größeren Hofsestlichkeiten auf Kosten seiner Schwiegermutter, der Prinzessin Adolf von Schönburg-Waldenburg, ausgerichtet werden müssen. Die AuSgleick)Svcrhandlungen haben denn auch am 26. Februar int Schwurgerichtssaale deS Justizgebäudes zu Rudolstadt, wo der Landtag seine Sitzungen abhält (! !), stattgefunden. Cs schien sich auch ein Vergleich anbahnen zu sollen, da die Sozialdemolratie auf die Herabsetzung der Zivilliste verzichtete und die Vermögenssteuer vertagen wollte, während die Regierung bereit war, eine Vorlage über bie Trennung von ztzircye und Staat einzubringen und bei der Wahlreform von den 763 Höchstbesteuerten nur 263 in die allgemeine Wählerklasse abzuschieben. Aber die Bermitte- lungsverhandlungen haben doch nicht zu dem erwünschten Ziele gefüh-rt. Es scheint das daran gelegen zu haben, daß die Regierung hinsichtlich des Inhalts der Vorlage über die Trennung von Kirche und Staat keine der Parlamentsmehrheit genügende Erllärunyen abgeben konnte, die Wahlreform auch in ihrer abgeänberten Form der Sozialdemokratie unairnehmbar schien und sich die Regierung hinsichtlich der beiden anderen Reformen (Erhöhung der Lehrergehälter und Vermögenssteuer) spröde verhielt. So trat die Sozialdemokratie auf ihren alten Standpunkt „Verweigerung des Etats" zurück, der Konflikt war gegeben, und der fürstlichen Regierung blieb nichts anderes übrig, als den Landtag, nachdem er die Vorlage betr. Abänderung des Wahlgesetzes abaelehnt hatte, aufzulösen. Ob sie bei den Neuwahlen auf ihre Rechnung kommt, ist natürlich sehr die Frage. Dafür spricht mir die Popularität des Fürsten Güntyer unb der llebermut, den die Sozialdemokratie zunächst zur Schau trug. Das Programm des Ministeriums hertiing. München, 5. März. In der heutigen Sitzung der Kammer ber VCbgeorbncten gab Ministerpräfibent Freiherr von H e r t l i n g im Namen dos Gesamtministeriums eine Erklärung ab, in ber er betonte, baß bas Ministerium kein parlamentarisches sei unb auch nicht als ein Ucbergang zum parlamentarischen System bezeichnet werben könne. Er und die anderen Minister gehörten keiner politischen Partei an. lieber bie Stellung zu ben Patteien führte ber Minister aus, daß es ein n normaler Zu stand sei, wenn Regierung und Parlamentsmehrheit sich feindlich gegenüberftänben, wodurch der gedeihliche Fortgang und der leichte Gaira der Verwaltung gehemmt würden. Die Regierung müsse eine Mehrheit im Parlament haben und es müsse auch trotz der durch den Wahlkampf hervorgerusenen Erbitterung möglich sein, sich zu positiver Arbeit zusammenzufinden. Das neue Ministerium sei homogen und im Parlament werde ein einheitlicher Wille in Erscheinung treten. Vor allem sei die Autorität des Staates bodnuhalten und zu stützen im Sinne der geschichtlich gewordenen und allein berechtigten, verfassungsmäßig gestützten Monarchie. Den Parteien werde das Ministerium kein Hindernis entgegensetzen, solange sie auf dem Boden der Verfassung ständen. Ferner betonte der Minister, daß die christliche Re l i g i o n bescknitzt und erhalten werden unb die Gruirdlage des gesamten Erziehungswesens bilden solle. Bezüglich der Stellung Bayerns im Reiche und zum Reicks werde er wie sein Vorgänger es als seine Pstickt erachten, den Reichsgedanken in Bayern zu hegen unb zu krustigen unb im Bimbesrate für bie Rechte Aus den Reichrtagsaus'chüffen. :: Berlin, 5. März. Ter Bvdstetauß'chuß verhandelte heute beim Kanalamtstitel des Haushalts des Reichsamts des Innern zunächst über die Mirage der Haf- tung der Lotsen für Sachschaden. Beim Kapitel Reichsgesundheirs- amt wurde hierauf die Frage der Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche sehr eingehend behandelt. Das Zentrum Hal in einer Entschließung einen Ergän-ungsetal beantragt, zu Stipendien bei der Erforschung der Maul- und Klauenseuche und zu einer großen Prämie für den Entdecker des Seuchenerreyers und des Heilmittels. Diese Entschließung wurde schließlich einstimmig angenommen. Tie Erllärungen des Reichsgesund- heitsamtes lauten nicht gerade optimistisch. Tie Aufsuchung des Erregers wird vom Reichsgesundheitsamt nicht als die zurzeit wichtigste Aufgabe betrachtet, vielmehr die Gewinnung von brauchbaren praktischen Mitteln. Ein Serum scheint gesunden zu sein, aber es ist wegen des hohen Preises nicht geeignet für ausgiebige Verwendung; wesentlich wäre es, das Gift der Maul- und Klauenseuche künstlich zu züchten, damit ein billigeres Serum gewonnen werden kann. Es sollen nun sämtliche vorhandenen Mittel erprobt werden. Die bisherige Erprobung hat aber ein negatives Ergebnis gehabt. Eon konservativer Seite wurde der Wunsch geäußert, es möchte bei der Bewilligung von Mitteln in Anbetracht der durch die Finanzreform geschaffenen günstigen Finanzlage weniger engherzig vorgegangen werden. Hieraus erwiderte der Schad sekretär: die Finanzlage des Reiches sei und bleibt so, daß die Notwendigkeit besteht, die gesunden Finanzgrundsätze auch fer- n er bi n an zu wenden, was s i ch im weiteren Verlaufe der Etatsberatung zeigen wird. Die Wahl xr. Beckers, Der Wahlprüfungsausschuß begann heute mit der materiellen Prüfung der beanstandeten Mandate. Die ganze heutige Sitzung nahm die Prüfung der Wahl des einer Fraktion nicht angehörenden, früher nationalliberalen, Dr. Becker-Hessen in Anspruch, ohne daß man schon zu irgend einer Entscheidung kam. Er ist in Bingen- Alzey in der Stichwahl gegen den volksparteilichen Kandidaten Pfarrer Korell mit 12 012 gegen 12 010, also mit nur zwei Stimmen Mehrheit gewählt worden. Die Verhandlung über die Gültigkeit oder Ungültigkeit einzelner Stimmen gestaltete sich im Ausschuß äußerst kompliziert. Den Bericht für die Ungültigleit der Wahl Hal Abg. Dr. Neumann-Hofer (Vp.), das Gegenreferat Abg. Quarck (nl.); irgendeine Stellungnahme der Ausschuhmitglieder nach Parreirücksichten war nicht zu bemerken. Nach dem offiziellen Wahlprotokoll handelt es sich um zwei Stimmen, die im Wahlbezirk Sprendlingen mehr gezählt wurden als Wahlluverts vorhanden waren. Nach der früheren Uebung des Wablprüfungsausschusses werden in solchen Fällen die überzähligen Stimmen kassiert und dem Sieger in Abzug gebracht, da ja das Wahlgeheimnis die Feststellung nicht ermöglicht, für welchen Kandidaten die überzähligen Stimmen abgegeben sind. Während der Verhandlung traf nun heute ein Telegramm im Ausschuß ein, wonach zwei Wähler erklärt haben, sie hätten jeder zwei Stimmen für Korell abgegeben. Ein Zwang zur eidlichen Vernehmung der Wähler ist ja nun nicht möglich, da dem das Wahlgeheimnis entgegenfteht. Im Ausschuß gingen die Meinungen auseinander, ob nun trotz dieser telegraphischen Meldung die beiden Stimmen dem Abg. Becker abzuziehen seien, was von volksparteilicher Seite vertreten wurde. Zunächst wurde die Entscheidung über die Frage Sprendlingen aus- gesetzt. Man wandte sich dann den Wahlprotesten zu, deren einige sich auch gegen den unterlegenen Kandidaten richten. Tas bisherige Ergebnis der Prüfung ist, daß Dr. Becker vier Stimmen, Korell drei Stimmen zugezählt erhält. Die Prüfung wird morgen fortgesetzt; vermutlich wird das Ergebnis eine weitere Beweiserhebung s ein. Der Ausschuß für das Reichs- und StaatSaugehörigkeitgeseh begann heute seine Beratung, die sehr eingehend geführt wird und daher einen langsamen Verlauf nimmt. Nach der Vorlage lautete die grundlegende Bestimmung des § 1: „Die Reichsangehörigkeit wird durch die Staatsangehörigkeit in einem Bundesstaat erworben und erlischt mit deren Verlust." Diese Fassung wird durch Annahme eines Antrags der Nationalliberalen geändert. Es heißt jetzt: „Deutscher ist: erstens, wer die Staatsangehörigkeit in einem deutschen Bundesstaat besitzt. Elsaß-Lothringen gilt im Sinne dieses Gesetzes als Bundesstaat. Zweitens: wer die Reichsangehörigkeit unmittelbar besitzt." Nach 8 2 wird die Staatsangehörigkeit in einem Bundes st aate erworben durch Geburt, Legitimation, Eheschließung und durch Aufnahme. Die Nationalliberalen beantragen, statt ,church Aufnahme" zu setzen „durch Aufnahme des Angehörigen eines anderen Bundes st a a t e s". Dieser Antrag wurde abgelehnt; er wird aber voraussichtlich in der zweiten Lesung wieder ausgenommen werden. Deutschem Ueieh. Aus Wilhelmshaven wird berichtet: Der Kaiser verließ am Dienstag um 10 Uhr vormittags die „Deutsch- lund" und begab sich auf dem Wasserwege zur kaiserlichen Werst, die er unter Führung des Staatssekretärs v. Tirpitz besichtigte. Der Großherzog von Oldenburg ist am Dienstag zur Teilnahme an den Besichtigungen eingetroffen. In der badischen Zweiten Kammer teilte der Minister des Innern Freiherr v. Bo dm an mit, daß die badische Regierung mit der Regierung von Elsaß-Lothringen ins Benehmen getreten sei über die Fortsuhrung der RheinregulierungbiS Basel. Bezüglich dec Schisf- barmachulig des Oberrheins bis Konstanz habe man sich mit der Schweiz über die Bedingungen eines Wettbewerbes zur Gewinnung von Entwürfen geeinigt. Es schwebten zur- zeit noch Verhandlungen wegen Zusammensetzung des Preis- gerichts. Ausland. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Ofenpest: Der Mimslerrat beschloß, daß der Ministerpräsident am Ton- nerstag dem Kaiser den R ü ck t r i 11 d e S g e s a m t e n K a - binetts anbiete, falls der Kaiser den Standpunkt der ungarischen Regierung in der W e h r r e f o r m bezüglich der Einberufung der Ersatzreservisten nicht annimmt. ■X-_____________________ ___________ Hcer und Flotte. Ein französischer Gesetzentwurf über bas Militärflugwesen. Paris, 6. März. Heute nachmittag brachte der Kriegs- nimmer M tller anb in bcr Kammer den Gesetzeiitwurs über das Militärflugwesen ein, durch welchen der „fünften Masse" emo lelbltändige Organisation verliehen werden soll. In der Begründung des Entivurfs heißt es u. a.: Die Armee hat gleich dem ganzen Lande mit leidenschaftlichem Znterege die rasche Entwicklung des Flugwesens in den lebten Zähren verfolgt, und sie hat sich bemüht, alle Fortschritte des- leloen^zu Gunsten der nationalen Verteidigung nutzbar zu machen. Die Selbständigkeit der „fünften Waffe" bedeute nicht, daß die- lelbc ein geschlossenes Korps biloen solle. Das Personal werde ne V. teilnet) mer von 1866 und 1870/71 eine M armor Schon jetzt kori man sich einen Begriff machen, wie praktisch der 9leubau f-i liehen Abteilung zur besonderen Zierde. dem Verband der Vereine ehemaliger 116er beitrctcn wolle Ans der Versammlung heraus wird eine ganze Reihe gut e <<.• Theater- »Hänsel und zeigt außer Silhouetten und Zeichnungen eine sorgfältig aus geführte Ansicht von Gießen in Aquarellmalerei. Es unserer Stadt gelegene Fürstliche Salinenhof ist m ist die beste Stadtansicht auß dieser Zeit, gemalt von C. W. einen neuen Pächter (Karl Flemming, Sohn des seitherig^ Lberaintmann Flemming war feil ebenso Joi. Hegele als Kassierer, Wilh. tlleeb als 1. ödjriittübnt; als 2. Vomhender Will,. Dern, 2. Schruttuhrer Robert Will als Beisitzer Kieb und Wilh. Krick. In diesem Jahre soll eine totali der Verein seine erste diesjährige M o n a t s v e r s a m m : u n bei Restaurateur Haubach ab. Bezüglich der Regiments oagabun bu6* am nächsten Sonntag obenb gelten Gut- scheine. Weitere Gelegenheit zur Verwendung von Gutscheinen werden noch die beiden Vorstellungen am Palm-Sonntag bieten. Da die Spielzeit mit dem 31. März schließt, ist es ratsam, die Entnahme von Gutscheinen von jetzt ab ein- zuschränken. ” Unsere städtischen Werke haben, um für alle Möglichkeiten gerüstet zu sein, ihren nicht unbedeutenden Kohlenbedarf bis Mitte Mai gedeckt. •• Besitzwechsel. Tie Stadt Gießen hat die 2850 qm iimfassende Besitzung deS SchneidmüllerS Euler am Hainm für Zwecke des EleltrizitätSwerkeS für 100000 Mk. gekauft. ** Fleisch aus dem AuSlande. Ein Konsortium trägt sich mit der Absicht, wie in Frankfurt a. M. und Köln, auch Gießen mit Fleisch aus Holland und Schweden zu versorgen. Tie Verwirklichung des Planes, unsere Stadt mit wohlfeilerer Fleisch nah rung zu versorgen, hängt von dem Entgegenlommen der städtischen Verwaltung und der Kreis- behöcde, sowie der Möglichleit ab, das eingeführte Fleisch in Gießen verzollen zu können. beträgt 74 cm, der Umfang 192 om. Fräulein von Klip- stein schenkte eine tadellos erhaltene schöne Bronzefibel arbeiten sind in den letzten Tagen so beschleunigt wordc, und zwei Bronzenadeln aus Hallstadt im Salzkammergut., daß der Neubau wohl un Mai dem Verkehr übergeb» Justizrat Grünewalb stiftete einen großen, massiven werden kann. Tie drei Unterführungen und die beiden Val - Bronze hals ring, gefunden m der bronzezeitllchen Siede- iieiQbaflcn gehen ihrer Vollendung entgegen, ebenso dr lung dec Lindener Black. Der Ring gereicht der vorgeschicht- direkte Anschluß an die Wettertalbahn. Schon setzt fori hier: Ausspruch der Enteignung. ** Verein ehemaliger 116er. in einer Versammlung beschlossen, für die Feldzug« ** Cine öffentliche Sitzung des Provinzial - A u s s ch u s s e s findet am Samstag, 9. März, vormittags 8/4g Uhr, mit folgender Tagesordnung start: 1. Entügiiung von Gelände zuc Karlsstrage und zum Ernst- Ludivlgcing zu B a d - N a u h e i m. 2. Antrag der Gemeinde L-teinsurth auf Ablösung der der Gesamrsamilie Löw von und zu Steinfurth obliegenden Verpsiichrung zur Anerhält!" *♦ Tageskalender kür Mittwoch, 6. März Verein: d. Opern-, oiHeilung im Sladtthealer: M Lehrerpersonallen. Uebertragen wurde dem bericht des 1. Vorsitzenden G. Schrader war zu ersehen, bau 6tr Schulamtsasplranten Jak. KrauS grill aus Niedec-Weisel Verein rüstig vorgejchrmen ist 14 AlNglleder gewonnen hat »» WU.an .» dem HkrÄ’ÄÄÄ’Ä Lehrer Hch. Schmidt zu Rtiddmgshausen eine Lehrecstelle an der Gemeüibcschule zu Großen-Liuden. *'Titeloerleihungen. Der Großherzog hat dem Bauinspektor für besondere BauauSführimgen Hugo Land- mann zu Offenbach, dem Baumfpeklor des HochbauainkS Sieburg Ludw. Klump zu Dieburg unb dem KreiSbau- inspektor deS Kreises Darinsladt Hch. Baltz zu Darmstadt den Charakter als ,Baurat* verliehen. Am SamS:ag 6iel: sprechend abyeändert werden könne. In Friedenszeiten werden £ den Militärfliegern gewisse Vergünstigungen gewährt und bei tödlichen Unfällen ihren Hinterbliebenen dieselben Rechte bewilligt, wie dcn Hinterbliebenen berimjti:iege©e- LeieV'tdÜe ber Vorsitzende mit, daß ihm aus den tetfaxtbentm opfpfcn. ^a^ie durchschnittlich -o -itllwncn pranks vor- teilen Ober Hessens Nachrichten von alten Kameraden sujegangc; gcic* • seien, nach denen dort Bereinigungen gegründet uxrbcn sollen, di Gretel"; Ehaiupagnervisioueii. Auiaug 7 Uijv. ♦ ** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Werlführer Martin Wesp zu Arheilgcn, in Diensten der Firma Ferdinano Schm-dt, Posamenten,abr.t zu Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit oer Inschrift „Für treue Arbeit" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. '* Psarrpersonalien. Der Großherzog hat dem Pfarrer Adolf Korell zu Königstädten die evang. Pfacrstelle zu Nieder-Jngelheim übertragen. Stadttheater. Zu der Aufführung von .Lumpaci- da» Publikum angelegt ist. Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt, 6. März. AIS Beröber deS Raut- Mordversuchs wurde heute mittag der 26 Zahl alte Schuhmacher und Aushilfskellner Ludwig Gölz a i Schönberg a. d. B. ermittelt unb verhaftet. Er leugH energisch, bie Tat auSgeführt zu haben, obroobl man t < beiden geraubten Uhren unb ben ganzen gestohlenen St-. « betrag von 40 Mk. genau in ben Geldstücken, wie sie di bgcljnlien wurde, zeigte, daß sich tüchtige Züchter hier bereu- gebildet haben. Tie Einuahinen waren Alk. ö29,4ö und die Ausgaben Att. 288,76, somit ist ein Kasfenbestand von Alk. 240,vS vorhanden. Ter settheitge Vorsitzende Scirrader wurde roiebergciüäili, Aur Stadt und Land. wie st en. 6. März 1912. Tie Hinterlandbahn. AuS Rodheim ). d. i> wird und geschrieben: Tie in Nr. 53 des Gieß. Anz. veröffentlichte Zuschrift betr. die Hinterlandbahn, war gewiß vielen auS der Seele gesprochen. Es tut bitter not, daß endlich einmal diese für die Orte des südlichen Kreises Biedenkopf, des Verstals und der Hohensolmser Gegend, nicht minder aber auch für die Stadt Gießen selbst so üveraus wichugc Frage enecg.scher in die Hand genommen, daß aber auch die Oeffentkichleit über den derzei.iaen Stand dieser Frage orientiert w^rd. Mit geradezu unheimlicher Heimlichkeit wird das Projekt Gladenbach —Wetzlar von dem betreffenden Komitee und allen amtlichen Instanzen auf das energischste betrieben, — und von Gießen aus werden seit einem Jahre alle an einer Verbindung mit Gieren interes,ierten Kceije immer wieder beschwichtigt und aus e.ne „in nächster Zeit" zu haltende Versammlung vertrö,tet. Wenn erst einmal die Verbindung nach Wetzlar sicher ge^dd, bezw. ausgeführt ist, dann soll auch eine solche nacl) Gießen, bezw. ins Biebertal „in wohlwollende Erwägung" gezogen werden: mit diesem Zuckerbrot wird uns oer Muno gestopft. Auf solche Zutünstsmusik aber pfeifen wir; denn n>er garantiert uns für die Verwirklichung? Wir verlangen aber jetzt schon feste Garantien dafür, daß man nicht im einseitigen Interesse der Stadt Wetzlar wichtige Ver- tehrsinteresien weiter Krei,e einfach tocschweigi unb mit Füßen tritt. Wir find gewiß, daß wir im Sinne von bieten Tausenden von Bewohnern der Orte des Biebertals und seiner Umgebung, der weitecliegenden Orte tote Frankenbach, Crumbach, Kdrchvers, Altenvers, Weipoltshausen, Rolshausen usw. bis zur Bahnlinie ^öiederwatgern—Gladenbach sprechen, wenn wir an die Stadt Giefjen und an die Verwaltungen der Kreise Biedenkopf und Marburg und an alle beteiligten Ortsvorstände den Ruf ergehen lassen: „Sorgt dafür, daß die projelciecte Bahn die rechte Linienführung und den Anschluß nach Gießen Ansstellluig abgeljalteii werben. -m Laiigb, 5. Vlärz. Der Kriegeroerein htt vom Vorstand ausgearbeitcten Verbands!atzungen genehmigt. T nächste Vertreterveriammlung des Verbands srndet am Säoista^. 19. Mai, hier statt. Hinsichtlich der Aenderung der Verein, satzungcn, die sich in einigen Punkten als notwendig enviefer, wurde eine Anzahl bestimmter Anträge festgelegt. Beschloijen wurde, möalichn bald durch Töchter von Mitgiiedern eine Sammlung Kur Anschaffung einer V e r e i ns f a^hne zu Dermitalieu. Auch soll der Vorstand vergrößert und ein Schießausschuß gebüt:1 werden. Die bestellten Gewehre sind eingetroffen und sollen dem näa-st gegen AnerkennungSuriunde ausgegeoen werden. Bei künftigen Sterbesällen sollen die Kameraden im „Gießener Än- zciger" zur Beteiligung an der Beerdigung ausgesordcrt werden Eine S cyneider- Aus «per rnng m auch in Gießen zu erwarten, wenn die Lohnslreitigseiten zwijchen dem x2lrbfilgebcr- nnb dem Arbeitnehmeiverbanb nicht erledigt werden. Wenn das nicht der Fall ist, so ist für ben 9. März eine allgemeine Aussperrung der Schneider in 168 Städten, zu denen auch Gießen gehört, beschloffen. •• Selbstmorbversii ch. Gestern abenb gegen 10 Uhr geriet em angetrunkener Arbeiter in ferner Wohnung mit einer Frau in Streit nnb bie Schutzmannschaft mußte Frieden Nisten. Nachdem die Ruhe hergcsiellt war, brachte sich bei Aiann mit einem Brotmesser drei Schnitte in den Unter- a r m bei in der Absicht, sich die Pulsadern zu öffnen. Auch hierbei mußten Schutzleute einschreiten. Sie brachten den Verletzten zur Wache und legten einen Notverband an; ein Arzt verbesserte den Verband unb bann begab sich bcc Ver- letzte zu feinen Ellern, aniiatt zu seiner Frau. Landkreis Gießen. --- Lollar, 5. Marz. Am ^uiuitag hielt im Ortr- gewerbeverein Lollar und Umgegend RechtSanwal: Kaufmann aus Gießen einen Vortrag Über bas Erb- recht des B. G. B. unb das Testament. Ter gut besuchten Versammlung entwickelte der Vortragcnbe die^ cun> regeln bes neuen Rechts und zeigte an Hand von Beispielen, welche große Umwälzung das neue Erbrecht gebracht hat. Besonders behandelte der Redner die Frage der Schulden- ha.tung der Erben und die Frage, wie sich d.e Handiverier als Nachlaßgläubiger gegen Schaben schützen. Hinsichtlich des Testaments wurden alle Jorinen erörtert und namentlich die Rechtsprechung besprochen, bie sich an bas sogenannu^ „eigenhändige" Testament angeknüpst hat. Tie sich an- Ichließende Aussprache zeigte, welch großes Interesse die erschienenen an dem Gegenstand des Vortrags hatten und die klaren Ausführungen des Redners erleichterten bas Ver- stehen des Vortrages sehr. — Leihgestern, 4. März. Gestern hielt der Kaninchen- unb GeNügelzuchlvercin (aller Verein) feine Hauvl- v e r s a ui m 1 u n g bei Gastwirt A. Tern ab. AuS dem Jahres» schlüge zur Unterstützung des Regiments, namentlich bei der Em quarticrung, der in großer Aniabl zu erwartenden Festgasre g. maäst. Einstimmig wurde die Gründung des Verbandes uno t- in der großen Armee rekrutiert werden. Doch werben bie Offiziere chaffunq und li-itcrring des Faselviehs dieser . .n:e:.ide. und Unteroffiüere je nach Bedarf, Alter und Neigung zu ihrer 3. Reklamation gegen die Beigeordnetenwahl in Qu eck früheren Waffe zurückkehren können. Ter Fliegerbestand wird 4. Enteignung des Grundstücks Fl. I Nr. 68 der Gemärt:n.- jeweilig im Dekret-Wege festgesetzt, damit er den Umstanden ent- Friedberg (Hofrette der Iohs. Gröninger II. Eheleute' Ueberfallene angab, bei ihm oorfanb. Kreis Wetzlar. w. Wetzlar, 4. Dtärz. Der städtische Borans chlcg wurde in Einnahme und Ausgabe auf 648 805.78 Mk. K ' gesetzt. Die Steuersätze bleiben dieselben wie im vorig r Jahre, nämlich: Grundsteuer 225 Proz., Gebäudesteucc -'l 1 ■ Gewerbesteuer 225, Einkommensteuer 225 und 103 Proz. Ur- läge von Steuersätzen für Einkommen nicht über 'AM Der Vorsitzende glaubt, daß der Höhepunkt der * schraube erreicht sei, da im nächsten Jahr eine ganze "2tr- ■ der alten Anleihen nicht mehr erscheinen werde, so 225 Proz. entspricht einem Satz von 3 für das Taufend 0 Steuer nach dem gemeinen Wert. x Krofdorf, 4. März. Das SR u ft c r u n ß * geschäft im „Schützengarten" zu Wetzlar ist sur Bürgermeisterei wie folgt festgesetzt: Bürgermeistecei bad) am 15. unb 16. März unb Bürgermeisterei Launsv^ Mittwoch, den 20. März. Cordier aus Frankfurt a. M. 1794. Frau Konditor Lind Pächters) übergegangen. überwies eine Anzahl sauber geschnitzte alte Kuchenformen, ein halbe« Menscheualler Pachter von fürstlichen GulShöi^ Em interessantes, mächtiges WrrtfchaftSgefäß, etwa aus unb wurde von dem Fürsten entsprechend geehrt, indem ihr dem Jahre 1200 vor Chr., das 1910 in Oder-Hörgern der Titel ^Toiuäuenraf verliehen wurde. — BiS zu '-tiegim tut Verein mit großen Bronzenaöeln und Bronzearmband deS Frühjahres sollen die Psla sterarbeiten in hieligr freigelegt wurde, konnte aus den Trümmern nut großer stabt beenbigt sein. Mühe wieber zusammengesetzt werden. Tie Höhe der Urne Kreis Friedberg. m. Bab-Nauheim, 6. Alärz. Die Bahnhos^- •e 'JJlufeum. Die W. Gailsammlung ist burch zwei große, kunstvoll eingelegte Truhen bereichert worden. Ein Gedenktafel m der Kirche anbringen zu lasten. Gießener Stu deut en sla in ui buch aus dem Jahre 1792 Kreis Büdingen. ? Bübingen, 5. Viarz. Der in unmittelbarer Rä c ’W-; hielt im Lu-, ib Rechlsanvr!: über bas 6üJ it Ter gut M igenbe bucniu- b von Beiipiela, cht gebrach, VdA ge bet Schult» I bie Hanbivc,» tzen. Hinsicht^ :ert unb ncmtm n das fogenaniu t, Tie sich tw ,es Interesse tu! trags halten d .chterten bas geehrt, inde«' _ BiS zu eiten in ^let !« in'ti c IL chei,, der RaninQuin) seine Haun- Äus dem * ZE SL- MeniäJ? jeuttten -7' &IK:< M bei ün ben &e££ erW^:' i flenebm;;: ? w am ifla, "r Mifl tnr,z. < &SJ: lassen. nb gegen 10 ü r c Biohnunq r., fl »lugte iytn. n , brachte sich Ut in den Unte:. zu öffnen, ue brachten i» lutcbanb an; ir |Qb sich bet v;. u. tu GerlchtisaaU Sraf Wolff-Metternich roeqtn fialfdftpiels vor «rricht. .=h. Berlin, 4. März, Hieraus toirb in die Vernehmung M Kraken Wolff'-Mettcrnid, weitergejahrcn. Ich hatte, so sagte ,r u. a aus, im F-ebruar 1910 eine sehr reiche englische Fa •uhe Tinnen gelernt, deren Haupt Besitzer von Goldminen in < ütHvrfioirifQ ,st. Ti eiet lud mich nach London ein und ich h$r im Mai 1910 dort hin. Tie ersten drei Wochen verkehrte iti Taft auoschlietzlich in dem Lause des Engländers. Später hb mich der Forslassessor Bergell zu einem Diner in einem Lottl ein und da lernte ich den Baron Korff-rtönig kennen. ; j) hatte natürlich ferne Ahnung, daß der Mann ein Falsch- (vieler war. Kor ss-König stellte mich auch dem Kapitän Newton t?r. Ich habe jeden Morgen eine englische Lektion genommen, um 9 bis 11 Uhr ritt ich im Hydepark, wozu mir der Eng- ! irdrr ein Pferd zur Verfügung stellte, und dann waren wir in tz.scllschast mit König in einem Lotet. Kons-König machte aus »ich den besten Eindruck. — Vors.: Wovon lebten Sie in t-.mDon? — Angeklagter: Ich hatte doch 1200 Mark bei mir gib außerdem luden mich mein Bruder und die englische Fa- rihf ein, fernerhin unterstützte mich auch Baron Lorss König. - Vors.: Wohin fuhren Sie von London auS. — Angesl : Rach Scheveninyen, da ich krank war. Bon Scheveningcn btn ci nach Troumlle gelah en. Bei der Durchfahn durch Paris ias ich Korfs-König. Später fuhr ich nach Wien und heiratete botr - Bors.: Laben Sie nicht von Wien aus kleine Reisen gemacht? - Ving fl : Nein, ich habe dort ia eine Stellung gehabt und Dir lern übt, mich ehrlich betreffs Leben zu schlagen. Aus die Frage x4 Vorsitzenden, ob er Buies, Schenk v. Schweinsbcrg, Tartier mb die anderen Mitspieler dieser Falschsvielcrbande schon srühat -einen gelernt habe, erklärt der Angeklagte, daß er Schweinsberg iimal im Lotcl Kaiserhos getroffen, die übrigen Angeklagten Irr nicht gekannt habe. Eines Tages wurde ich von Korss-Konig ^televhoniert, ich möchte ins Gambrinus-Nestaurant in London 'sonnen, dort stellte mir Pauli den Leutnant Backhaus aus 5: .lvold vor, der einen Deutschen kennen lernen wollte, der i;d) ein wenig seiner annehmen könnte. Am selben Abend wurde ncch gespielt unb B. und ich verloren zusammen 14 000 Mark. Ps mir abrechneten, sagte Backhaus, er habe kein Geld und röb sein Ehrenwort, daß er am nächsten Morgen die Sache regeln nlrbe. Nach zwei bis brei Tagen kam er zu mir unb ersuchte rrd) um ein Darlehn von 5000 Mark unb gab mit bann ein juncr, das sein Schuldbekenntnis über 7000 Mark enthielt. : sätet ließ ich mir anstatt des Schuldscheins einen Wechsel ..-jrn. — Nach der Pause wird das von der Berliner Äti« ri nalpolizei hergestellte Photographiealbum der internationalen 'jielcr den Angetlagten Bujes und Metternich sowie den Zeugen Fit. o. Röder und v. Werner vorgelegt. Sie ioltten ans dem raieleralbum fcststellen, ob baninter sich Stallmann alias Korfs- pinig befinbe. Weder Metternich noch Frl. v. Rüder noch Werner Lunten eine Photographie von Korss-König entdecken. Dagegen teilte Ftl. v. Röder fest, daß einer der Photographierten Schenck ron Schweinsberg ist. Ter hier abphotograplsterte Lerr sei aber nicht mit ihr im Schlitten gefahren. Danach wird in die Ver- tanblung des Falles Backhaus fortgefahren, worauf der Zeuge Ldcrleutnant Friedrich Karl von Backhaus vernommen wird. 2tr Zeuge erklärt bann weiter, daß er zuerst nicht spielen i stille, er fehle aber bann doch, nachdem er sich vergewissert [igle, daß er 400 bis 500 Mark bei sich habe. Er hat zuerst 101 Marl gewonnen unb da hat Metternich ihn gefragt, ob Itt nicht bie Bank übernehmen wolle. Dann wurden bie Sätze tndoppelt unb bie Bank vprlor. Nunmehr spielt sich eine fcneg t e Szene ab, in der der Angeklagte Graf Metternich, kr Zeuge v. Backhaus unb der Vorsitzende hart aneinanber erraten Ter Angeklagte Graf Metternich wollte an den Zeugen Üit Frage stellen, ob er ihn nicht unter der Angabe, er möchte lur Kavallerie übertreten, um ein Darlehen von 5000 Mark ge» beten habe. — Angekl : *Es ist boch eine Schuftigkeit von einem dkutfcheu Offizier ... — Vors.: Derartige Ausdrücke weise ich trnkhiebcn zurück. Sie haben sich heute schon mehrere fold)c Ausdrücke gegen preußische Offiziere erlaubt, dagegen muß ich ntrrgifd} protestieren. — Angekl.: Ich möchte doch bie Sache ^weisen, aber id) darf ja keine Frage stellen. Der Oberleutnant du mir alle möglichen falsche Vorspiegelungen ... — Vors.: Ich : flärc nunmehr die Sitzung für geschlossen und beraume bie nächste Sitzung auf morgen mittag 12 Uhr an, damit Sie, Herr vraf, sich bis dahin erholen können.________________________________ Die Klosterbrüder von Lzenstochou. sh. Petrikau, 4. März. Zum Schluß bet Beweisaufnahme und vor Beginn ber Plä- kslMS in dem Prozeß gegen ,die Klosterbrüder von Ezenstochau t:eignete sich noch ein sehr auffälliger unb charakteristischer Zwi schenfall, ber hier bas Tagesgespräch bildet unb zu allerlei kerniulungen und Kombinationen Anlaß gibt. Der Angeklagte, Mönch Olesinski, wurde vom Vonitzen den, Erz. Wotrow, zum michtertische gerufen unb noch einmal aufgeforbert, seine Wabmehmungen über Jas na Gora, die er etwa nodi nicht erzählt habe, hier mitzutcilen. Gleichieitig wurde der Lauptangeklagte Tamozy M a z o ch ebenfalls vor den Richter^ tisch beorbert. Olesinski erklärte nun mit großer Bestimmtheit, baß Damazu M a z o ch unmöglich so viel Geld aus dem Klosterschatze gestohlen haben könne, wie er selbst angebe, er müsse andere geheime Quellen gehabt haben. Olesinski fragte dann den Angeklagten Damazy M a z o ch wörtlich, indem er auf daS vor den Richtern stehende Kruzifix hinwies: „Sede mu in bie Augen und sage mir vor Gott, wann hast du so viel Geld stehlen können, wie du angibst". Mazoch: Um bie Mittagszeit. Cie* sinSki: DaS war vollstänbig unmöglich. Die Türen, welche zur Schatzkammer führten, waren von innen mit großen Stab- eiscn verankert, man konnte also von außen gar nicht an die Schätze heran. M a z o ch auf bas Kruzifix binroeiicnb: Ich schwöre bei Gott, baß ich mir das Geld aus der Kirchenkasse holte. Cie* siNski (in großer Erregung unb bie Faust gegen Mazoch ballend': Tn Lügner unb Mörder, sage doch hier den Herren Richtern die Wahihvit. Warum hast du den Wenzel ermordet? Gestehe cs im Angesichte des KruzifireS. Du hast eS getan, weil Wenzel dir drohte, er werde deine schrecklichen und ungeheuren Geheimnisse ans L'id)t bringen. (Allgemeine große Erregung.) Damazy Mazoch wurde aschfahl und konnte kein Wort hcrvorbringen. Ter Vorsitzende, der dieses Zwiegespräch ruhig hatte gcsck>ehen lassen, erklärte nunmehr, daß eine weitere Unterhaltung der Angeltagtcn nicht angängig sei. In ber Bevölkerung schwirren allerlei Lesarten über den Zwischensall. Man nimmt an, daß OlesinSki Recht hat unb daß Damazy Mazoch tatsächlich Geheimnisse halte, deren Aufdeckung durch Wenzel er befürchtete, weshalo er ihn ermordete Man fchenkt auch ber Aussage Glauben, daß die Geldmittel MazochS aus anderen Quellen geflossen sind, als er bisher selbst angegeben habe. Von diesem Standpunkt aus wäre es auch crhärlid), daß Damazy Mazoch den Prior Reimann durch die Trolning gefügig machte, rr werde dafür sorgen, daß die Regierung das Kloster überhaupt schtieße unb das Klostervermögen konfisziere. Was das Strafmaß anlangt, so kommen für Damazy Mazoch die ßtz 1453 m und 1655 des russischen Strafgesetzbuches in Betracht. Tiefe sehen vor den Verlust sämtlicher persönlicher und Standesrechte, Zwangsarbeit von 15 bis 20 Jahren, ober auch Zwangsarbeit auf unbegrenzte Zeit, d. h. also lebenslänglich. And) Pianko, Blasikiewicz, Starezewski unb Helene Mazoch werben Zwangsarbeit erhalten, Olesinski außerdem noch den Verlust seiner persönlichen unb StandeSrechte. In juristischen Kreisen rechnet man bei ihm mit einer Strafe von iy2 dis 2i/2 Jahren. Bei Cyganowski kommt ber § 297, bei Pertkiewicz ber § 225 in Anwendung, die Zuchthausstrafe von 3 Jahren vorsehen. In ihren Plädoyers hielten die Vertreter der Anklage diese in vollem Umfange aufrecht Sie plädierten gegen Damazy Mazoch auf schuldig des Mordes an feinem Vetter Wenzel Mazoch, in Verbindung mit Unterschlagung, Betrug und Urkundenfälschung. Gegen Pianko, Blasikiewicz, Helene Mazoch unb Star- czewski lauteten bie Plädoyers auf Begünstigung ober Beihilfe zu bem Mord und auf Diebstahl von 9000 Rubeln, gegen Pertkiewicz auf Beihilfe zum Diebstahl, begangen durch Anfertigung der falschen Schlüssel, gegen Olesinski auf Diebstahl unb schließlich noch gegen Helene Mazoch auf Führung falscher Zeugnisse. Llngesclndt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Rebaltion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 5. Marz. Zu bem Bericht über die Versammlung der Fortschrittlichen Volkspartei seien mir einige Worte gestaltet, da Herr Erkelenz, wie natürlich, sich auch mit ber wirtsd)af1lichen Vereinigung des Reichstages befdwftigt hat. Er sagte zunächst, bie w. V. sei nur noch mit 8 statt mit 22 Manbaten int letzten Reichstage vertreten. Laut des 2. Nachtrages zum Reichstags-Hanbdud) ber 12. Periobe zählte sie aber nur 17. Von bieten wurden wiebergewählt bie beiden Christlich- Sozialen Behrens und Dr. Burckhardt, die Deutsch-Sozialen Herzog unb Tr. Werner (Gießen), bie Christlich-Sozialen eroberten Siegen zurück mit Lic. Mumm, bie Deutsch-Sozialen Waldeck mit Viet- meyer unb Marburg mit Rupp; dazu kam der an Stelle Stauffed gewählte Bund!er Gebhart. Außerdem wurden wiebergewählt bie beiben Bünbler Vogt: biefc zoaen es aber biesmal vor — weshalb weiß id) nicht — sich ber deutsch-konservativen Partei anzuschließen, der eine als volles Mitglied, der andere als Hospitant. Audi zwei Mitglieder des bayerischen Bauernbundes wurden gewählt, von denen der eine, Bachmeier, in einer früheren Periode sich wie zwei andere zur w. V. gehalten hatte. Diesmal blieben sie beide wild. And) wenn man von einigen anderen Herren absieht, die der w. V noch hätten zutrcten können, ist der Zusammenbruch nicht so schrecklich — statt 17 Herren 12, von denen mehrere auch gleich im ersten Wadigang gewählt wurden btc fonidmttli.t* Volkspartei brachte im ersten Wahlgange niemanden durch. mäh renb die Freikonservattven von 25 auf 13 gesunken sind Vielfach wurde allerdings angenommen, die Reform Partei würde sich tn irgend einer Form mu der w. V verschmelzen — schon der ver- ftorbene Abgeordnete Köhler hatte sich als Reformer darum bemüht — leider ist das nicht eingetreten: weshalb weiß ich nickt Ta nun die w. B mmt mehr stark genug ist, um selbständig eine Beteiligung an den Komunssionen verlangen zu können, so läßt sie sich den Konseroattven zu zähl en, aber nur z u diesem Zweck, sonst ist sie selbständig unb denkt nicht daran, ihre Selbständigkeu aufzugehen. So tst das Mitglied Behrens in der Budget-Komiuis'ion: später werden an leine Stelle treten Herzog und Tr. Werner: in der Petition- M'ony- miiiion sitzt zurzeit Dr. Burckhardt. Meines Erachtens hat ixe w.B. ganz klug gehandelt, indem ne so verfahren ist. Tie gleicht Partei Frcilonservativcn^, die wie gesagt statt 25 nur noch 13 Mann stark sind, hat das nickt tun mögen und ist daher in keinem Ausschuß vertreten, während ihr Mitglied Frhr. v. CKnnp früher lange Jahre Vorsitzender ber Budgcl-Kvmmission war. Dr. Heuse r. Handel. 4'/, prozentige Anaiolische Eisenbahn-Obls- g a t i o n c n. Eine neue Anleihe der Anatolischen Eisenbahn- gcfcllfcbaft wird am Dienstag, 12. März 1912, zum Kurse von 96' . Prozent zur Zeichnung ausgelegt unb zwar am biefigen Platze von der Darmstädter Bank unb ber Mitteldeutschen Kreditbank. (Siehe Inserate.) Märkte. fc. >7ranffnrt a. M. Schwein em arkt'be richt vorn 6. März. Aickaetrieben waren 1095 Schweine. Bollslcischige Schweine von 80 bis 100 ker Vebcubaeividit 53.00—65.00 ‘1’IL, Ecklacktgeivicht 6^.00-70.00 ‘DiL, Dollfieifdiige Schweine unter 80 hzx Lebendgewicht 52.00-51.00 Dlk., Schlachtgewicht 68-70.-0 TIL; vollfleiMnge Schweine von 100—120 ki; Lebendgewicht 54.00—55.00. Mk., Schlachtgewicht 68—70.00 '1’1 f.: vollsteischige Sd)weine von 12o bis 150 tg Lebendgewicht 54?0—55.00 Mk., Schlachtgewicht 68.0Q—70 Pik. Geschäst: mäßig rege, bleibt Ueberftanb. WetteranSfichten in Lessen für Donnerstag, den 7. März 1912 • Wechselnd bewölkt, höchstens noch geringe Regen<äste, kühl. Letzte 2incbricbtcn. Aus der Hessischen Zweiten Kammer. bs. Darmstadt, 6. März Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 91 i Uhr In ber Weiterberatung des Hauptvoranscylages wünscht Abg. Raab bei Kap. 10, Staat sei sc nbahnen, eine Besserstellung ber Beamten ber Main-Neckar-Bahn und beschwert sich über die schleckte Beförderung der Arbeiter in den Arbeiterzügen. Weiterhin wendet sich der Redner gegen einen Erlaß ber Eisenbahndivektion Mainz, in ber diese ihren Arbeitern die Beteiligung an'fozialdemokratischen Viweinen verbietet, unb fordert zum Schlüsse eine Erklärung der Regierung. — Abg. Fulda spridn über die Verkehrsverhältnisse zwischen Frankfurt und Darmstadt. — Präsident Köhler teilt mit, daß ein von den ?lbg. Reh, Henrich und Raab unterzeickneten Antrag eingegangen sei, ber die Bereitstellung von 6000 Mark fordere, die zur Unterstützung von Beamten der Main-Neckar-Bahn verwendet werden sollen. Ein Antrag des Abg. Dr. Weber verlangt für die E r w c i t e r u n g d e S B a h n h o f e s S ch o 11 e n die Vorlage anderer Pläne. — Abg. Dr. Osann wendet fid) gegen die Abg. Fulda unb Raab. Die Arbeiterbewegung m Ruhrkohlengebiet. Köln, 6. März. lPriv.-Tel.) Tie Lage im Ruhr- kohlengcbiet wird nach wie vor als kritisch angesehen. Im Dortmunder Revier wurde die Arbeit^nur wieder ausgenommen, weil die radikalen Führer noch 5 Tage warten wollen, um dann einheitlich den Kampf zu beginnen. Born Bergarbetteraußstand in England London, 6. März. Es ist Grund zu der Annahme vorhanden, daß ber Ausstand in den Kohlenbergwerken diese Woche nicht überdauert. Die Bergarbeiterverbände sind entgegenkommender geworden, da fid) die Volksstimmung in wachsendem Maß gegen sie wendet. e Casablanca, 6. März. Zwei Kompagnien wurden von Angehörigen des Ardromstammes bei Suk-el Acba angegriffen. Die Angreifer wurden zurückgeschlagen. Die französischen Truppen Hatter zwei Verivundete. Marmeladen Südfrüchte 17 Pfund per 10 la. '/< Pfund Pflaumen Mischobst Aepfelriuge Pfirsiche Aprikosen Birnen, kalifornische Prachtbirnen Feigen Birnhutzclu Kablian im Ausicknitt AngkWIWt Holl. Pollhcriiigc Muiops o WiMckhcriiW z Hering in Seite 65 70 u. 80 100,120 90 90 30 25 Marmelade, gcm. , 150 , 250 Pfund 35 , 40 , 50 , 60 , 60 , 60 Kunst-Gelee Apselgclee Rhein. Aepfelkraut Erdbecr-Marmelade Aprikosen- „ Fohauniöbcer» „ Pfd. 35, 40,50 u. 60 Pfg. Pfund 45, 60 , Pfund 20 Psg. - 24 * . 36 . 10^60 . 16 s.üiäa . ZwetschcumuS 5-Pfd.-Eimer 150 Pfg. 250 , -----1 KoHaln Hch. Kalbfleisch WSW W«« Seltersweg 12 Telephon 285 Vi Dose Wirsing Lpinat Marotten Junge Erbsen 40 Pfg. 50 , 40 , 50 , 80 , 55 , 80 , 90 , Leipziger Allerlei Vi Pflaumen, süß Mirabellen, Metzer Vi Reineclauden Vi Brechspargel V, Dose 80, 100. 120 Pfg. Stangenspargel Vi Dose 180, 160, 180 Pfg. ttohlrabi in Scheiben l/t Dose 40 Pfg. Weite ui »KoöservßD Für ß*leingestie! Por-ellan-Grabvlatten «auch mltPhotogravhie», wetterfest, liefert billigst u. schnellstens Spezialgeschäft-11680 Albert Sparfeld Porzellanmalerei, Gieße«. rchnilirzeAlizüge zu oerleihen bet Karnbach, BaHnHofstr. 27 laEsislieF Hihe wert! sich uns. ausf. Kat. grat. eati-tom. z. 1. Gefliiaclbof Westfalen, Giferfeld '3ieg) ___ zlllß- hbÖ LkkWe in nur crickl.Ware enivnehlt au den bill.Preis. M.Simon, Wallwrstr. 43. P“*j Tel. 614, Neueldeen bringen Gewinn, wenn sie unter Patent-oder Gebrauchsmuster- schutzgestelltwerden. Diesbe- wirkeginn oes Unterrickts 16. Avril 1912. Anmeldungen nuumt die Unterzeichnete Dienstag, den 19. Rlärz und Montag, icn «■äDti1 «°ni» übt. II HmhaltunMulc, -tciustratzc 10. Hauswirtschaftlichcö Seminar, l=iäbrigcr Vebrgang mit itaatlicbcin Cramett, Aufnabnie im Avril. , Oaucxbaltuiia-sidiulc, ' .'jäyrtger Lehrgang, Amn"^ c un April und Oktober. nr o, ' Anmeldungen baldig't erbeten. Nähere Auskuun uno Lrosvekte durck die Vorsteherin: A. Den tick- in Kder beliebigen Schriftart u K«rt®" rll llRärtCtl forte.rowle mit Zirkeln aller 9tudentirCI in langjährig erprobten Qualitäten empfiehlt :: Mehul Haydn 14. 48. 40. Mühl- Ntr. Tief, n- plane PlüichdivanS Schreibtische 22.- 35.- 7.50 weg Mühlstr. Nr. 3 Hessische Möbeihalle ^illigkrMobrlmlui nur gegen Barzahlung Strümpfe :Socken: 18- 19 - 6.50 gütiger Mitwirkung des Örchcstcrpcrcins. Musiklehrer Gernhardt. Vortrags folge: 1. Bruchstücke a. d. Cvcr „Joseph" .... 2. 6i-dnr-Symphonie (mit dem Pauken schlag)............... Kolosseum Theater-Variete, Glessen Overetten - Schwank in 3 Akten von S. Zlraav- Musik von Paul Lin«. Lensationkller Lacherfolg in allenStädteu! Donnerstag, den 7. März 1912, abends pünktlich 81/, Uhr in der neuen Universitäts-Aula Bim mcrtlschc Tische ul Linoleum- mit den reizenden, praktischen und brauchbaren Geschenkbeilagen können Sic nur in obiger Packung bekommen. Alleiniger Fabrikant auch der Ninpin“ so beliebten Schuhcreme 1,SII 111 Carl Gentner, 5-drttl ckem.-teckv. Prag.. Göppingen. ------ Eintrittskarten für Nichtmitglieder sind abends an der Kasse zu Mk. 1.— zu haben. Angehörige unserer Mitglieder zahlen die Hallte. Garderobe ist abzugeben (io Pfg.) ttleiderschränkc Waschkommoden Nachtichränke (sngl. Bettstellen 18.—, Vertikos 29.—, Das V • ■ • echte Mtaler 6i*f Dir.: Hermann Stelngoettff Freitag, d. 8. Mär» 191t abends 8 Ubr: 19. Freitag - Abonn-BorU r Gewöhnliche Prelle. TieBildschnitscr Eine Tragödie braverLe v von Rar! ^chönherr Hierauft Neuheit'. Aeuhe1 “‘""““mta/®.”'*" Zum Schluß: Neubelt! «Mens Wnrls» Lustspiel in. einem Akt v.- . Ludwm Ldoma. 1 Ende IOV4 Uhr. " I Eichenes Schlafzimmer statt Mk. 590.— nur Mk. 380.— Speisezimmer statt Mt. 800.- nur Mk. 650.— Komplette buchen $«.65.—, 90.—, 120.- Hessische Möbelhalle Grdentl. Hauptversammlung SamStag, 16. März 1912, abends 9 Uhr, bei Kamerad Arnold (Schivkapaß) Tages-Ordnung: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Etlvaige Anträge, 4. BerleihungoonDienst- abzeichen, 5. BorstandSwahl, . ~ 6. Verschiedenes. ADI Uniform: Dienstanzug, volle Ausrüstung. Der Vorstand. Liebigshöhe. Donncretag 4 bi» 6 l hr Kaffeekonzert ‘ ^tbkr lF ^.l^krhani .