-H' C 2 £ n y* r/3 CD Cr Äs-B ^2"» go?» ^.CTr. !*1 i c 11! Cr r — ®,P SL - «i §y? 3^o ?as: er- Iss ‘J.K, ZAß o - itX)' ?. S P r> S»% ®'5 rin @2 d 2- ^,2 5 5 Mittwoch, 6. November |912 162. Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Nummer umfofet 10 Leiten. cs alle Das iu# 1.1111. vuii tiuge, nein, yuuu ivuu •*-> v v v 1,1 -■ so mütterlich herzlich, so rührend schlicht und so voller, weicher, warmer Seele, daß man eine große Freude an ihrer Darstellung | mentsntzung in die Luft zu sprengen. Gerade zur rechten jedock, bekam der Hauptminister Wind davon, und er ließ Führer verhaften und töten. — Ein Gottfried-Keller-Haus in Zürich. sich gegenwärtig auf einer Studienreise durch Nordamerika befindet, schreibt der „Nationalzta." in einem Aufsatz, daß Wilson „persönlich ein sympathischer Kandidat" sei, eine Gelehrter,natur, aber mit guter Beredsamkeit. ,Jlch Ij-örtc seine Kandidatenrede in Trcmonn Hall in Boston, eine etwas theoretisch angelegte Rede gegen die T ruft stader mit scl>arfen sarkastischen Ausfällen wider seine Gegner. Seine Tatkraft bat er im Kampfe zwischen den beiden Flügeln seiner Partei bewiesen und sich dadurch die beherrschende Stellung in seiner Organisation gcsicl ert. Täuscht nicht alles, so wird dieser „Schulmeister", wie er sich selber nennt, int Falle seiner Wahl mit großem Cis er an die Ausführung seines Programmes, auch in wirtschaftspolitischer Hinsicht gehen. Ob er die Widerstände zu überwinden vermag, die sich ihm praktisch cntgegcmtellen tver- dcn, rann allerdings nur die Zukunft zeigen." Die Bemühungen seiner Gegner, ihn als Frerhandler zu diskreditieren, mißlangen. Denn Dr. Wilson gab zur Antwort, selbst wenn er vielleicht gruridsätzlich ein An- hänger des Freihandels wäre, würde er doch niemals für eine Revision der Tarife, die das gegentiKirtige Blühen und Gedeihen von Handel und Industrie untergraben könnte, zu haben sein. Sicher ist, daß Wilson als Präsident ein entschiedener Gegner des Systems fein würde, unter dem die Regierung die Wünsche des Großkapitals ausführt. Berlin, 6. Nov. Tie BerlineramerikanischeK'o- l o n i e lratte aus Anlaß der Präsidentenwahl in dec letzten Nackt im .Hotel Adlon sich eingesunden. Tie Damen waren in großer Toilette erschienen, die Herren in Frack. Im Saal wehte eine amerikanische Fahne. Zwei Uhren zeigten die Stunden in New Port und Berlin an. englische Knabe ist immer ein großer Politiker) und die Suffra-, gelten mit dieser Auszeichnung beehrt. Dieser „Guy" wird durch die Straße herumgetragen und die Jungen singen den altehrwürdigen Knüttelvers: „Gay, Guy, Guy, Stick hi in in the eye; Hang bim on the lamp-post, And obere let bim die. (Guy, Guy, Guy: steche ihn ins Auge: hänge ihn auf bat Laternenvfahl und dort lasse ihn sterben.) Dafür bekommen die Knaben einige Geldstücke, damit sie Feuerwerke kaufen können. Am Abend des 5. November wird der „Guy" unter dem Jubel der Zuschauer auf einem großen Freudenfeuer verbrannt, und die Eltern selbst haben gar nichts dagegen diesen Gebrauch mit ihrer würdigen Gegenwart zu beehren. Darnach findet ein sehr abweckn'elungsreiches Feuerwerk statt. Diese Sitte hat ihren Ursprung in der unter Jakob I. im Jahre 1605 zu London entdeckten Pulververschwörung, in der Guy Fawkes einer der Hauptverschwörer war. Nach dem Tode der protestantischen Königin Elisabah, haben die Katholiken große Hoffnungen auf den nachfolgenden König Jakob I. gesetzt, der der Sohn der katholischen Maria Stuart war. Bald aber wurden sic sehr enttäuscht. Tann haben einige von ihnen, anerkannter- maßen nicht aus den besten katholischen Kreisen, eine Verschwörung hatte. Man spürte den Einfluß, den eine kluge, milde Frau aus ihre Umgebung hat, man spürte wie sie in ihrer Muttersorge und ihrer Bcdachtsamkeit das fühlende Herz des Hauses war. Walter Jensen spielte den siebzehnjährige Hans recht gut — burschikos und kindlich, wie es der Dichter verlangt, man merkte seiner Darstellung aber an, daß er seiner Rolle geifrig überlegen war. Fräulein Thale als Luz, die für einen gesunden Geschmack recht unausstehlich ist, traf die Art dieses sogenannten Mädckens sehr gut; das reinste Nervenbündel im Unschuldskleid. Herr Grosser-Braun spielte den frommen Peter, der schließlich mit seiner Luz durchgeht — oder eigentlich sic mit ihm — sehr überzeugend. Cr fand den richtigen Ton für diesen stillen, bedacknsamen Menschen, und auch die Einfalt des Herzens vermochte er gut darzustellen. Eine prächtige Leistung bot Herr V o l ck als Weinhändlcr Kreger. Er hütete sich geschmackvollcrweisc vor der hier so nahe liegenden Uebertreibung und schuf ein seines, sorgfältiges Charakterbild. Den sOberkellner Everbusch spielte Herr Ludwig Grosser mit bestem Gelingen: als ob er vom Schanktisch aus die Bühne getreten sei. Fräulein d e Bruyn gab die Köchin Lenc mit einem glücklichen Gemisch von Anmut und Derbheit, ein braves, solides Mädchen, aber sic sprach nicht immer sehr deutlich und brachte sich dadurch verschiedentlich um ihre gute Wirkung. Fräulein Gaffrey kam als Suse recht vorteilhaft zur Geltung, und Fräulein Scholz als Gräfin Aggern holte sich sogar bei offener Bühne einen starken Beifall. Schärfer und schlagfertiger hätten die Einsätze im Wort- gesecht der einzelnen kommen müssen — und rascher hätten auch die Zuschauer auf die zahlreichen geistvollen Einfälle reagieren können. Tas Darmstädter Publikum ging da, mit dem Groß- herzogspaar an der Spitze, viel mehr mit der Darstellung zusammen. Da scklug jeder Witz ein. Aber auch hier war es ein sehr guter Erfolg, und er wird es auch wohl noch oft werden. N. Euy Zawtes-Tag. Gestern, den 5. November, wurde in England der „Guy - F a w k e s"- Tag gefeiert. Einige Tage vorher machen die Knaben eine lebensgroße, mit Stroh ober Hvbclspänen vollgestopfte Puppe: ihr Gesicht wird mit einer, die am meisten verhaßte Person des Tages darstellenden Maske, bedeckt. Während des Burenkrieges, zum Beispiel, war der damalige Präsident Krüger, als der „Guy" überall zu sehen. Dieses Jahr wurdat Mr. Lloyd George, wegen seines beim Volke nicht beliebten Verficherungsgeseyes (der neueste Züricher Projcft ist der Bau eines „Gottfried- Keller-Hauses, dessen Verwirklichung — es handelt sich voraussichtlich um ein Millioncnunternehmen — allerdings noch eine Reihe von Jahren auf sich warten lassen dürfte. Das „Gottfried-Keller-Haus", dessen Idee im wesentlichen die bekannte Züricher literarische Gesellschaft „Lesezirkel Höttingen" angeregt hat, ist als ein Monumentalbau gedacht, der allen nicht an Theater, Konzertsaal und Kunstausstellung gebundenen künstlerischen Bestrebungen, natürlich in yrfter Linie literarischer Natur, eine würdige Heimstätte bereiten soll. Als Bauplatz ist einstweilen das Gelände zwischen dem See und dem Stadtthcatcr, einer der schönsten noch verfügbaren Plötze, in Aussicht genommen. dfinqli ret monatlich75 LM^oiertel- jätirhd) J)lt. S.L0. Durch .Hbbole- il Hweiqilelled monatlich 6o i>L; durch Die Post btt. 2.— oterteU läbrl. au6|d)L Bcitella. ZeilcnvrerS: total 15 UL, auswärts 20 P'ennig. C lieiredakteur: A Goetz. Verantwortlich hix den politischen Zeit August Goetz, für .Feuilleton', .Vermischtes' und ^Gerichtssaal" R. Neurath, <ür .Stadt und Land" E.Hetz, für den Anzeigenteil H Beck. Ku!0" nlSier Rotationsdnid »fld Verlag der vrühl'fchen Univ. Buch' und Stcindniderei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulfttahe 7. bä vormittags"^"ilhr! vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Dar Baifanproblem. Wenn gestern über den Beginn einer neuen großen Schlackt in' der Tataldfcharebene berichtet wurde, so ist es heute wieder ganz- still davon. Eine türkische Meldung besagt, die Ostarmee habe ihren Rückzug noch nicht vollständig beendet und befinde sich noch nicht innerhalb der Ta- taldscha-Linie. Und aus dem bulgarischen Kriegslager hört man nur, daß die Berichterstatter sich über die allzu harte Zensur beklagten. Wie sich die letzten Schlachten abgespielt haben, das steht auch noch garnicht fest, und die Berichte der Augenzeugen gehen weit auseinander. Der eine meldet, dch türkische Artillerie habe versagt, der andere erklärt, die Bulgaren hätten schlecht geschossen. Der 33er- mittlungsgedanke der Großmächte hat auch noch gar keine Fortschritte gemacht. Wir erhalten folgende Meldungen: Die Härte der bulgarischen Zensur. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Sofia: Die Kriegsberichterstatter beklagen sich über die große Härte der militärischen Zensur. 35 wölken das Hauptauartier verlassen, da sie nichts sehen, noch etwas erfahren können. Die Pforte erklärte offiziell, daß der Rückzug der Ostarmee nicht vollständig beendet sei. Die ganze Armee befiirde sich noch nicht innerhalb der Tschataldscha-Linie. Tic Belagerung von Adrianopcl. Die „Morning Post"' meldet aus Mustafa-Pascha vom 4. ds. Mts.: Nach einer amtlichen Meldung machten gestern die Türken, 26 Bataillone stark und von Artillerie unterstützt, einen Ausfall auf beiden Seiten der Maritza westlich von Adrianopel. Der Kampf dauerte den ganzen Tag. Die Bulgaren machten einen energischen Gegenangriff und trieben die Türken unter großen Verlusten in die Festung zurück. angeftdlt, um den König und seinen Sohn während einer Parla- 3 eit Nr. 262 * Der •lefccner Anzeiger erschein, täglich, außer Sonnlagö. - Beilagen: viermal wöchentlich GlrhenerKamUienblätter. iroeimal wöchenN.lirett- blatlsbrdenNreirSiehen (Dienstag undfirenag): zweimal monatl Land» wirtschaftliche ZeiftraAen yernjprech - Anschiüy'e: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse Kit Depeschen: Anzeiger «ießeu. mehr angepaßt. . . , , . , Auch die Darstellung selbst war aut einer sehr enreulicken Höhe. Herr Tworkowski verstand es sehr gut, den widerspruchsvollen Charakter des Dr. Esch einheitlich zu gestalten: er schuf einen Mann von Geist, nur die sonnige Warme des Organs fehlte ihm. Seine Stimme ist etwas spröde — und nur im leichten, leisen Ton modulationsfähig, weshalb auch seiner Darstellung manchmal etwas hartes, a(hit scharfes anzuhaftcn scheint. Eine kluge, liebe Frau Gertrud war Fräulein Brehm, Giehcirer StcifcHfycatcr« , Tas Prinzip. Lustspiel von Hermann Bahr. Gießen, 6. November. Es ist ein gutes Zeichen für die Absichten und für das Streben unserer Bühnenleitung, daß sic Hermann Bahrs neuestes Lustspiel, das am 19. Oktober in Darmstadt und an anderen Bühnen seine Uraufführung erlebte, so rasch auf den Spiclplan bringt. ES erübrigt sich, heute nochmals näher auf das Stück einzugchen, da wir es ja sofort nach der Darmstädter Ausführung ausführlich behandelten, und nur das sei angeführt, da«; sich Hermann Bahr vor einigen Tagen gelegentlich eines Vortrages in Frankfurt a. M. über sein „Prinzip" fast in demselben Sinne äußerte wie unsere Besprechung. Die Abricht seines Lustspiels ist durchaus ernst. Ernste Gegenwartsfragen hat er in das tolle Spiel um die gräfliche Köchin verwebt, hier und da cingcstreut, — und diesem ernsten Untergründe batte auch die hiesige, von Direktor Steingoetter vorzüglich eingerichtete Aufführung glücklicherweise weil mehr Beachtung geschenkt, als die in Darmstadt. Für den Kritiker ist es nicht ganz leicht, sich vollständig von dem nachhaltigen Eindruck des großartigen Bühnenbildes im Darmstädter Hofthcater frcizumackien, aber mit umso größerer Freude muß man anerkennen, daß unsere Bühne mit ihren begreiflicherweise bescheideneren Mitteln sein schöne und gut abge- ftimmtc Einrichtungen bot. Von der neuen Ausstattung, die nach Angaben Direktors Steingoctter von Theatermeistcr Havre ch t, Theatermaler S ck w e d l e r und Belcucktungsinspektor Keim hcrgestcllt war, möckfte ich der >tüchc in unserem Theater sogar den Vorzug geben. Sie war nicht so auffällig blau wie die Darmstadter und auch den Bühnenanweisungen des Dichters wett Tic (Srinigfcit der Bulgaren. Sofia, 5. Nov. König Ferdinand besuchte gestern die Verwundeten in Iambol, von dar Bevölkerung herzlich begrüßt. Die Königin, die gleichfalls in Jambol eingetrosseu ist, besichtigte die Spitäler und unterhielt sich freundlichst mit den Verwundeten. Die Königin stickt eigenhändig eine Fahne für die mazedonisck>e Freiwilligen legttm. Ms daS maz.donische Exekutiv-Komitce dies erfuhr, richtete es an die Königin eine in bewegten Worten abgesaßte Depesche, in der ihr der tiefe Dank der mazedonisckwn Kämpfer ausgesprockien und erklärt wird, »aß das mazedonische Volk sich um diese Fahne als das Emblem der nationalen Einigkeit scharen werde. Die griechische Kolonie in Sofia richtete ein Spital mit 20 Betten ür Verwundete ein. Ein Augenzeuge über die Schlacht bei Lnelc-Burgas. Ko n st a n t i n o p e l, r>. Nov. «Telegramm eines Privatkorrespondenten.) Die Kämpfe in der letzten Stellung bei Bisa und L u e le - B u r g a s waren, genau wie bet Kirk Kiltsse, zunächst von vollem Erfolge begleitet. Darüber kann kein Zweifel bestehen, da ein höherer ausländischer Offizier, der feit mehr als drei Jahren in türkischen Diensten steht und die Schlackt unter Mahmud Mukhtar Pascha: mitgcmackft hat, bei seiner Rückkehr heute erklärte, daß der rechte türkische Flügel gesiegt und auch der linke unter Hamdi Pascha standgehalten habe. Erst in der Nacht, als starke Regengüsse einsetzten, hätten die Türken, ohne daß die Bulgaren angriffen, die eroberten Stellungen wegen Nahrungsmangel geräumt. Es liegt also genau der gleiche Fall wie in Kirk Kilisse vor. Die Truppen siegen unter Malftnud Ptukhtars Führung, aber die vollkommen versagende Verpflegung bewirkt den Rückzug. Zu ihrem Erstaunen fanden die Bulgaren auch dieses Mal am anderen Morgen die türfifcl)31 Eleetoren zu cr wählen, so daß der Präsidentschafts-Kandidat, der den Sieg davontragcm soll, 2< 6 seiner ihn vertretenden Elec- toren durchbringen muß Falls weder Taft noch Wilson noch Roosevelt 2ü6 Elec'.orarstimmen oder darüber erhalten hätte, so würde sich das Unterhaus des >tzongresses, unter den Bestimmungen des 12. Artikels der amerikanischen Bundesverfassung vom Jahre 1804, mit der Wahl des nächsten amerikanischen Präsidenten zu befassen haben. Bei dieser Abstimmung hätte jeder der 48 Einzelstaaten eine Stimme, die sich nach der Parteiangehörigkeit oder Mehrheit seiner Vertreter im Repräseniarltenhause richtet. Ter PräsidentsckMtskandidat, der 25 dieser Staatsstimmen erhalten würde, wäre gewählt. Nach der obigen Meldung hat also Wilson wirklich 266 Eleetoralstimmen erhalten Am ersten Mittwoch im Dezember, diesmal also am 4. Dezember ds. Js., treten nunmehr nach dem Wahlgesetz die Wahlmänner in der Hauptstadt ihres Staates zusammen und geben je zwei Stimmzettel ab für den Präsidenten und den Vizepräsidenten. Die Stimmzettel gehen an den Kongreß in Washington und werden dort am zweiten Ni i t t w o ch im Februar gezählt. Hat einer der Kandidaten die absolute Mehrheit, so wird er als gewählt erklärt, andernfalls geht das Wahlrecht an das Repräsentantenhaus über. Dr. Woodrow Wilson, Gouverneur des Staates New- Jersey, früherer Präsident der Princeton-Universität, ragt weit über den Durchschnitt der gewöhnlichen Präsidentschaftskandidaten hervor. Er ist ein Mann von tiefem Wissen, als Lehrer und historifck>er Schriftsteller gleich angesehen, und vor allem das ausgesprochene Gegenstück der Berusspolitikcr. Der Reichstagsabg. Dr. Stresemann, der „Aspern" trifft am 6. d. M. als Stationär der österreichisch- ungarischen Botschaft in Konstantinopel ein. Konstantinopel, 5. Nov. Der Thronfolger ist gestern abend in das Hauptquartier der Ost- -armee abgereist. Drei französfische Kriegsschiffe in Smyrna Smyrna, 5. Nov. Gestern sind drei französische Kriegsschiffe hier eingetroffen. Sie erwarten weitere Befehle. Die deutsche Antwort an die Türkei. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der türkische Boffchafter teilte gestern (Montag) dem Auswärtigen Amt das Ersuchen seiner Regierung mit, auf Einstellung der Feindseligkeiten hinzuwirken und damit den Frieden vorLubereiten. Darauf wurde geantwortet, Deutschland würde bereit sein, den Wunsch an die Regierungen der gegen die Türkei Krieg führenden Staaten weiterzugeben, wenn auch die anderen Großmächte hierzu geneigt wären. Allerdings stände es bei den kriegführenden Regierungen, ob sie auf den Wunsch eingehen wollten oder nicht. Rußlands Antwort. Petersburg, 5. Nov. Rußland gab auf das Ansuchen der Türkei die Antwort, es sei bereit, mit den anderen Großmächten zusammen zu vermitteln unter der Bedingung, daßdieMächteple in pouvoirer- hielt en. Vie Teilungssrage. Petersburb, 5. Nov. Ein zuständiger österreichischer Diplomat äußerte einen: Vertreter des Abendblattes „Birshewija" gegenüber: Außer den auch von Sasanow anerkannten wirtschaftlichen Interessen im Balkan tfai dort Oe st erreich auch pvlitischeJnter- cssen, die aber nicht territorial und den Bestrebungen der Dalkanstaaten, wie Denjenigen Rußlands nicht entgegengesetzt sind. Sie sind besonders in Albanien vorhanden. Als einer adriattschen Macht kann das Schicksal Albaniens Oesterreich nicht gleichgültig sein. In dieser Frage verständigte sich das österreichisch Kabinett mit Italien. Es ist anzunehmen, daß diese Frage russische Interessen nicht berührt. Der Wiener „Reichspost" zu folge empfing Erzherzog Ferdinand den Grasen Berchtold in fünfviertelstündiger Audienz. Das Blatt bemerkt: Man kann annehmen, daß. in dieser wichtigen Unterredung auch die roid/tigen, die Zukunft des Reiches so nahe berührenden Fragen, welche jetzt für die Monarchie durch die auswärtigen Ereignisse aus die Tagesordnung gestellt wurden, zu eingehender Besprechung gelangten. Tas hohe Vertrauen, das Gras Berchtold bei der Krone genießt, und das auch in dein warmen Verhältnis des Erzherzog-Thronfolgers zu dem Lenker der auswärtigen Politik zum Ausdrucke kommt, wurde sicherlich in dieser wichtigen Unterredung neu bekräftigt, so daß das volle Einverständnis zwischen dem! Thronfolger und den: Minister des Aeußern auch in den schwebenden wichtigen Fragen sich nicht verändert hat. Die Agence Havas meldet aus London: Nach Aus- künsten aus Wien und Berlin soll die Antwort der Dreibund möchte auf den französischen Vorschlag ziemlich zufriedenstellend (plutot satissaisanle) sein. Die Dreibundmächte anerkennen die Nützlichkeit der Vermittelung, bemerken aber, daß eine solche nicht auferlegt werden könne, sondern von wenigstens einem Kriegführenden nacl>gesucht werden müffe. Sobald ein solches Ansuchen aestellt sei, -würden die Dreibund »nächte geneigt sein, mit der Tripelentente sich zu vereinen, um nach Bedingungen zu suchen, unter welchen eine Vermittelung eintreten kann. Der Petersburger „Temps"-Korrespondent meldet, Rumänien und Bulgarien seien zu einer Verständigung betr. einer Berichtigung ihrer Grenze gelangt, welche das Gebiet von Silistria beträfe. Die Lage der Griechen. Athen, 5. Nov. Eit: griechisches Kanonenboot besetzte gestern die Psara, auf der bereits im Jahre 1821 die Freiheitsflagge gehißt worden war. General Sapnndjakis telegraphiert, daß die türkischen Gefangenen in Prevesa sich im Augenblick der Einschiffung au] 810 beliefen, darunter 58 Offiziere, 600 Soldaten und 152 albanesischc Baschiboznks. Bon» belagerten Stutari. Skutari, 5. döov. Auf das Drängen der beunruhigten Bewohnerschaft richtete:: die Konsuln der neutralen Mächte ein gemeinsames Schreiben an den Kronprinzen Danilo als Ober kommandierenden der montenegrinischen Belagerung^'truppen, mit der Bitte, eine Schädigung der mohammedanischen Bewohner und die Be- sclftidigung der Gebäude der neutralen Mächte zu ver- mcibtui. Kronprinz Danilo gab feine Geneigtheit kund, der Bitte zn entsprechen und fügte hinzu, daß die Musel- man en den tiirfifrijeii Kombattanten zuzurechnen seien Auch bei den b esten Kanonen sei es unmöglich zu verhindern, daß einzelne Geschosse an s o l ch en Plötzen explodierten, wohin sic nicht gerichtet seien. Nach dem wiederholten Mißbrauch der weißen Fahne gegenüber den Montenegrinern bestand Danilo daraus, daß seine Antwort in Gegenwart eines Vertreters einer neutralen Macht übergeben werde. Deshalb begab sich der österreichisch-ungarische Militärattache Hcruptmann S? ubka znm Hafen von Skutari, wo am Nachmittag die Uebergäbe der Antwort erfolgte. Konstantinopel, 5. Nov. Die Blätter erfahren durch eine vorgestern aufgegebenc Depesche aus dem Vilajet Monastir: Ain Tage vorder fand in der Gegend von B a n i k a und Florina ein Gefecht mit einer griechischen Division statt. Tie G r i c ch e n w u r d e n z u r ü ck g e w v r - fen. Die türkischen Truppen besetzten Banika. Eine tau send Mann starke Bande steckte das Dorf Jakub Bey in der Gegend von Florina in Brand. Sie wurde von den Truppen zersprengt. Die Serbe»» als Sieger^ Belgrad, 5. Nov. Im Katschanikapaß ließen die Türken 21 Geschütze und eine große Menge Munition zurück. Privatmeldungen zufolge sind die serbischen Truppen bis 50 Kilometer »tördlich von Saloniki vorgerückt. Die hxfflitfy? Kolonne soll vor Monastir eingetroffcn sein. Eine Rede des Grase»» Berchtold. Ofenpest, 5. Nov. Der Ausschuß für Auswärtige Angelegenheiten der Delegation des Reichsrates trat um .5 Uhr heule nadxmittag zu seiner ersten Sitzung sufammcn. Graf Berchtold ergriff das Wort zu folgenden AuSführtntgen: Turd/ den Friedens sckluß in Lausanne ist nad) einjähriger Wafseugang vnnfchcn Italien und der Türkei zum "lvscklutz gebracht und unser Verbündete»- in den unbcftrirtencn ,’l^^ne‘\nvu5^r : ' an der norbairifaitifrhen Muiic gelangt. ~>tr haben das unirigc dazu bei getragen, um den FnedcnSsthkch zu crleidytvrn. Unmittelbar danach mürbe die Sou veränität Italiens über Libyen anerkannt. Ick.möchte mit dem Ausdrucke aufrichtiger Genugtuung erwähnen, daß unser Alliierter auf diese Weise zu den von ihm seit Dezennien angestrebten Ziel gelangte und ein weites Feld gefunden bat, die hohe Kultur des Heimatlandes auf fremden Boden zu verpflanzen. Die Beschleunigung des Ausgleichs zwischen den Kriegführenden har zwar den Ausbruch einer K o n f l ag ra t i on auf dem Balkan nicht hintanhalten können, aber immerhin verhindert, daß die ohnedies ernste Lage noch weiter kompliziert werde. Auch von diesem Gesichtspunkte aus müssen mir das Zustandekommen des Friedenscharakters in Lausanne willkommen heißen. Gelegentlich meiner kürzlichen Anwesenheit in Italien konnte ich mich überzeugen, daß unsere Haltung hinsichtlich des vom König- reid» mit der Türkei geführten Krieges nickt nur seitens der Regierung, sondern auch von der Bevölkerung vollauf gewürdigt wurde. Die sympathischie Aufnahme, welche mir in dem verbündeten Königreiche zu Teil wurde, möchte ich nicht in letzter Linie and) auf diesen Umstand zurückführen. Der warme Widerhall aber, den diese Stimmung bei uns gefunden bat, kann als eine Bürgschaft für die neue Festigung des A11 i c» n zv e r häl tni s s es, mithin aud» des Dreibundes dienen. Sehr ernst hat sichdieLageim nahen Orient gestaltet, wo sämtliche Balkanstaaten ju den Massen gegriffen haben. Es ist Ihnen bekannt, daß die Diplomatie der Großmächte über die Anregung PoincarSs seit dem Ausbruche der Feindseligkeiten es sich angelegen sein läßt, durch tvechselseitige Fühlungnahme die Möglichkeit anzu- balmen, im gegebenen Zeitpunkte vermittelnd aufzutreten und baburd) bic Kricgsgrcuel einigermaßen abzukürzen. Wir haben im engsten Einvernehmen mit unseren Verbündeten und in reger Fühlung mit Rußland und England an diesem Gedankenaustausch teilgenommen und befinden uns auch derzeit im Kontakt mit den Mächten, überzeugt, auf diesem Wege auch einem bei uns allgemein gehegten Wunsche zu dienen, daß der Brand tunlidcst bald gelöscht wird. Ter bisherige Verlauf des Krieges brachte den Ballanstaaten große Erfolge, Erfolge, unter deren Einfluß dieselben ihr selbstgewähltes Ztel wesentlich verrückt haben. Während ursprünglich die Einführung von administrativen Reformen, welche die Lebens- und Existenzbedingungen der Stammesgenossen im Osmanischen Reiche verbesseni sollten, das Postulat der Balkanstaaten gebildet hat und als solches auch in den Kriegsmanifesten zum Ausdruck gekommen ist, find gegenwärtig die Aspirationcm der Verbündeten viel weitergehender Natur uni) mit dem Prinzip der Integrität der Türkei nicht mehr vereinbar. Für unsere Politik, die von keinen Expansions- Tendenzen beeinflußt ist, kann nur bie Sorge maßgebenb sein, das Bedürfnis nach Erhaltung des Friedens mit der obersten uns auf erlegten Pflicht 3 u vereinigen: T i e Interessen der Monarchie vor jeder Einbuße zu schützen. Wir haben burd) unsere bisherige Haltung gegenüber den Kriegsereignissen Zurückhaltung und Mäßigung bewiesen, die allen Ortes gewürdigt worden ist. Wir gedenken aud) weiterhin auf diesem Wege zu verharren, im Bewußtsein der uns innewohnenden Kraft, die die volle Sicherheit bietet, daß wir unserer Stimme Geltung verschaffen können. Ich zweifle nicht daran, daß dies uns möglich sein wird, ohne mit den berechtigten Ansprüchen anderer in Widerstreit zu geraten. Wir sind bereit, der burd) die Siege ber Balkanstaaten geschaffenen neuen Lage in weitgehender Weise Rechnung zu tragen und so die Grundlagen zu einem dauernden, freundschaftlichen Einvernehmen zu denselben zu schaffen. Andererseits aber haben wir das Recht, zu verlangen, daß die legitimen Interessen ber Monarchie durch die Neuregelung der Dinge kernen Schaden erleiden. Tie ruhige und maßvolle Haltung des uns eng befreundeten Königreiches Rumänien war für den Verlauf der Ereignisse von nicht zu unter sch ätzender Bedeutung und wir hoffen, daß seine auf ber geographischen Lage beruhenden, namhaftenJnteressen entsprechendeBerücksichtigungsindenwerden. Ich bin bemüht gewesen. Ihnen, soweit mir dies unter den gegebenen Ömftänben möglich war, ein übersichtliches Bild der augenblicklichen Lage zu geben und möchte nur noch die Bitte an Sie richten, das Vertrauen, welches Sie mir bei früheren Anlässen gcsd-enkt haben, in diesem ernsten Moment dadurch znm Ausdruck zu bringen, daß Sie sich mit meinen knapp bemessenen Ausführungen begnügen und davon abfefcn wollen, auf einer Erörterung derselben im einzelnen zu bestehen, die bei dem heiklen Charakter der in Sdjroebe befindlichen Verhandlungen meine Ausgabe nicht zu erleichtern geeignet wären. Die Ausführungen des Ministers mürben wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrodjen und ihrer ganzen Tendenz nad) sympathisch ausgenommen. A m Schlüsse ertönte lebhafter Beifall und Händeklatschen. Sie Sitzung wurde hierauf geschlossen. Eine Aussprache im englischen Nnterhause. Im englischen Unterhause fragte King Sir Edward Grey, ob er gehört habe, daß die Balkanverbündeten bereit seien, mit der Türkei über den Frieden zu verhandeln, aber nicht geneigt seien, Friedensunterhandlungen mit den Großmächten anzunehmen, weiter, ob mit Rücksicht auf die Siege das Recht der Balkanverbündeten, der Türkei die Friedensbe- bingungen vorzuschreiben, vollkommen anerkannt sei. Grey erwiderte: Er habe eine Andeutung über das, was King im Sinne habe, von den Balkanstaaten nicht empfangen. Soviel er wisse, wolle bisher mit Rücksicht auf das Ergebnis des Krieges niemand den Balkanstaaten das Reckst streitig machen, Bedingungen aufzustellen, unter denen sie zum Friedensschlüsse bereit seien. (Beifall bei den Ministeriellen.) Er glaube nickst, daß die Großmächte langsamer gewesen seien und langsamer sein werden als irgend jemand, ihre eigenen Anschauungen dem Gang der Ereignisse anzupassen. M o r r e l l fragte an, ob bereits ein Vorschlag einer der Großmächte, die in der Lage seien, eine Vermittlung anzubieten, vorliege, um die kriegführenden Parteien zu vefföhnen, wie es seitens Amerikas beim Abschluß des russisch-japanischen Krieges der Fall gewesen sei. David Mason fragte an, ob die Pforte ihren Botschaftern telegraphiert habe, sic möchten die Großmächte unterrichten, der Türkei werde jede Aktion, die auf eine Einstellung der Feindseligkeiten abziele, willkommen sein. Grey erwiderte, es sei natürlich wahr, daß die Pforte an die Mächte appelierte, aber er möchte betonen, daß, obwohl diese Mächte zurzeit ihre Meinungen austauschen, es für die Mächte eine sehr heikle Angelegenheit sei, zwischen zwei Kriegführenden zu vermitteln, wenn sie es nicht auf Ansuchen beider Parteien könnten. Grey erklärte in Beantwortung weiterer Anfragen: Die foebnt veröffentlichte Meldung, daß die britische Regierung der bulgarischen eine Warnung irgendwelcher Art erteilte, ist durchaus unMtreffend. Was ferner die Bewegungen und Absichten der britischen Schisse betrifft, sind es diejenigen, welche Asquith gestern angab. Die Bestimmung der Schiffe ist, wie ich glaube, qcnmi dieselbe mic die der Schiffe, welche die anderen Nationen absandten, lieber die Aussichten der Schiffe verständigten sich die Mächte gemäß den Ansichten, die die Konstantinopeler Botschafter einschließlich des englischen ausdrückten. Soviel im weiß, ist die Lage in Konstantinopel wie gestern. Sie kann dahin aufgefaßt werden, daß Besorgnis vor den künftige»» Entwickelungen besteht, wenn der Krieg sich den Toren Konstantinopels nähert. Bisher ist es in der Stadt zu keinerlei Unzuträglichkeiten gekommen. Aus den (Erinnerungen von Anton von Perfall. „Ein richtiger Junker, sestge»vurzelt auf seinem Boden, der Heimat seiner Sippe icit 400 Jahren: das alte Schloß nxnt ber* ausblickend über das schönste bayerische Land bis zur Alpenkctte, seine ganze Jugend erfüllend, sein ganzes Denken und Empfinden, in altväterischer Enge erwachsen, mehr instinktiv von dem ehernen Sckritt einer neuen Zeit durchtzittert": mit diesen Worten hat der eben verstorbene Anton von Peffall einmal sich selbst gekenw zeichnet, und als seinen Beruf hat er be)d)ciben und frohgemut „Weltenbummler und Geschichtenerzähler" angegeben. Was er nickt tervorgehoben hat, das ist die ihn auszrickme»»de seltene Empfänglichkeit seines Wesens, eine Empfänglichkeit, die auf die Reffe der Natur und der Kirnst mit gleicter Kraft reagierte. Tiefe Eigenschaft ist es gewesen, die für Anton von Perfall seine Freundschaft mit Wilhelm Leibi, man darf nwhl sagen, zum größten und tiefsten Erlebnisse, das ihm beschieden war, gemacht hat. Ein wahrhaft großartiges Tenkmal dieser Freundschaft bleibt der Nachwelt dauernd erhalten: es ist Perfalls Bildnis als Jäger, nrie er, die Büchse überm Rücken, den Hund zu iFüßen, vor einem Weidenbaume am silbergrauen See den Beschauer prüfend anblickt: die Berliner Nationalgalerie ist es, die diesen kostbaren Sckatz hütet. Anton von Perfall hat davon erzählt, »oie dies erstaunliche Werk entftanben ist. Ter junge Peffall auf seinem Sckftosse — er war damals 21 Jahre alt — und der Leibl da unten int Torfe Unterschondoff am See, die zwei hatten sich gefunden, hatten eine gute Freundschaft miteinander geschlossen und pürschten mitsammen fleißig auf alles, was auf dem See unö um den See jagdbar war." Ein Natuffanatismus (so cn^ählt Peffall) hatte uns ergriffen, ein jäher Drang, immer mdjlr in Has aufzugehen, alles abzustteifen, was uns dabei hinderlick; — das Gewand am Leibe war uns zuwider. Shutbcn verbrachten wir nackt auf dem Teck seines Kutters, auf freiem See, bald uns hineinstürzend, bald auf dem Rücken träumend, bald mckend, bald nad) Möven und Tauchern schießend. Oder wir verkröche»» uns in das Moos, tief hinein in die Schilfwildnis, und hielten da eine förmliche Bucht- und See-Siesta. Tie Sonne oerbrannic uns, der Regen toufd) die Farben au5 unseren Gewändern; wir waren Wilde geworden, so weit es nad) möglich war." So waren die beiden eines Tages wieder auf der Jagd, als Peffalls Blick von einem Hör gefesselt wurde, der auf Büchsenschußweite vom Ufer auftauchte. „Vor mir stand ein Weidenbaum, dessen Geäst mir die Sicht daraus nahm. Ich trat auf ein Stück Holz, das in der Wiese lag, — da tauchte der Hör nneber auf. Ich wollte mich we»tden, den Freund darauf aufmerffam machen, der auf diese Distanz jeden Hör mit der Büchse schoß — ich blieb in halber Wendung wie erstarrt, so brüllte er mich an: .Halt! Stille! Rühr Dich nicht!" Tabei zog sich seine Stirne in tiefe Falten, und der Blick eines Lldlers ruhte auf mir. Die zurückgedrehte Hand schmerzte mick etwas, ich wollte sie wenden — da schoß ihm das Blut in das Gesicht stnd seine Faust ballte sich „Willst du die Hand lassen, Mensch!" Id» sah, wie das Herz ihm schlug, wie er jede Linie mit dem Auge berührte, in sich einsaugte — in dem Augenblick toar das Bild „Der Jäger" geworden. „Großartig!" flüfterte er immer wieder, die Augen halb zugekniffen, „und das Muind>en in der Luft! Wer das so machen Fönntc!" Peffall redete ihm gut zu, es zu versuche»» Weit, k. Metz, ZSs «Ma * Mr "LM EL Wnuis °w>er mg, M ?Lr *>c ;£?$•* L-AÄ7. Wheite vvm Ufa ;kffQi Geäst m? das in T ,3* Mte müj •(mi diese 7 dl«b in Halbei b ,^alt! Stille' jteÄ '.Willst bu bit ' 'M ichlug, ich ei Mugte - in btn ."Großartig/ Patinen, „mtb ba- Tonnte!" Perfaü dl am Ende inner inen die Sitzungen, en- Wer er wE lcS Bild, das Per Meisters entstcha schassens. „M i mir näher. Ti! ihm aus mich aus Sott habe sie fdi; mich alles gequält !e, und ich möge al Kram ist die höb- !g des Bildes bilde! t Perfall imb &iH flüchtig, im'Ämter. , unb bann gar nie in. Er ging in bic a stand er sich selbst, ;n mir sprach: > ihm, die erste st item. Bannen ü >s Jager ein S-B bildet es auch eins )tc Anton von Per> ; iht in unmittelbare ersall selbst bekam 3«; m W“Kef®S ZS"Zi Ä«pt rücfcrftattet ft HÄ- I- »• „;: QaÜ gclt- Men.ru ^Zseld? i^^dne Sen*M , an, l“JJ ^Äainmtt^ sbLTTw*,* '’£*** Ä* zu n^fet bei rifttg Der % Z« y 6^ 1 :r. n, 5. M 1912- chthaus sarbciter P-3- A ,ollem Acholl. Dcü ch zurzeit in unters nhnachten v. 3- h Burschen E- kennn! Ulrichstm km * itgebracht batte. Ä- >te sich mit ihm w Unterwegs, machte ir eingeschlmen nm emand an W '^sB .»Iss** Letzte Nachrichten, von, Nrieg. Sofia. 6. Nov. Nach amtlichen Nachrichten aus dem Hauptquartier >st die türkische Nachhut bei Eorlu und Sarai geschlagen worden. Ihre Verluste sollen außerordentlich groß sein. ____ -Muttersreude ist die reinste Freude- frtflt dn alte» Wort, dock sollte jede Muller daran denken daß idr neuer Berns in crftec Vinte auch 'Liflidjtcii auserlegt. Sic muh sorgen, datz ibr Kind die rictitinc. zweckcntspreckendc tliabrung erhall. und wenn sie nickl felbit fiiUeii kann, zu einer kiinstlicken Nahrung greisen, die allen An .orderunacn aenügl. ufere" bal fick als Nährmittel für die kleinen lyrbrnbiixocr schon feit langein heftend bewahrt, cd nt nähr- ,,ail und lcickl verdaulich, wohlschmeckend u. ausgiebig im tnebrauche^ die Säuglinge gedeihen bei seiner Anwendung ganz vorzüglich, hv“/. ^eri^tsfaaL M ordvrozeß Koch. X Hanau. 6. Nov. Die Verhandlung gegen den Arbeiter Georg Joses Koch aus Bergen £egen Ermordung seiner iünf- Hebnjäbrigen Tochter wurde gestern beendigt Die Geschworenen sorachen Äoch des Mordes schuldig und verneinten die tzrei Schuldsragen bezüglich der Blutschande. Das Urteil lautete -demgemäß auf die Todesstrafe und auf dauernden Verlust per bürgerlichen Ehrenrechte. Von der Anklage der Blutschande wurde noch freigesprvchen. Der Angeklagte nahm das Urteil gelassen auf, wie er auch während der Verhandlung durch nichts bewiesen hatte, daß ihm seine Tat besonders nahe ging. Karlsruhe, 5. Nov. Das O ber kr i e g s g e r i ch t ver- ereilte heule den Dragoner und Hilsstrompeter Adolf Prüsscr l i r ch e n b a u e s in Arnstadt gewinnen. Tie Ziehung findet bestimmt (ohne Verlegung, am 23. und 2b. November statt. Es werden aber auch noch mehvere andere hohe Gewinne gezogen. iÖi'an versäume nicht, sich rechtzeitig mit Losen zu versehen. • Lose i 1 Mark sind bei den Losverkaufsstellen oder bn oem Generaldebit LotteriebankG. m. b. D. Eise- ! n a ck zu bestellen. _________________ b*/n Cuftfcbiffdbrt. Görz, 5. Nov. Ter Militärilieger Oberleutnant Petro- v i c s ist gestern aus bedeutender Höhe abgcstürzt. 5r erlag seinen schweren Beriefungen im Garnisonlazarett. Ehartres, 5. Nov. Ter Fliegcrunteroffizicr Mareckal stürzte in Douville mit feiner Maschinc aus einer Döhe von 150 Meter ab. Er war sofort tot. Pari-, 6. Nov Hiesige MWer erhalten bk Nachricht- daß die Bulgaren dieWasserleitung nach Kon st an- tinopel entzwei geschnitten hätten. Athen, 6. Nov Die Verluste der Griechen bei Ienidge betragen an Toten 6 Offiziere und 14 5 Soldaten und an Verwundeten 33 Offiziere und 737 Soldaten. Brüssel, 6. Nov. Der belgische Gesandte in Konstantinopel hat Maßregeln zum Schuld der belgischen Staats^in- gehörigen getroffen. Sie sollen im Falle der Not an Bord eines österreichischen Sänffes gehen. Kleine Eaaeschronik. Der ehemalige Oberleutnant D o f r i ck t c r hat in die 2 ch e t - düng von seiner Gattin eingewilligt. In Montreal hat ein Groß feuer die Gebäude der Eonsumer Cordage Eompann und der Eanadian Bae Eompany zerstört. Ter Sclwden beträgt über 2 Millionen Mark. .1uT einem blinden Schacht der Zeche „Zentrum" bei Bock u m entlud sich bei Sprengarbeiten aus unbekannter Ursache voreilig ein Schn ß und l v t e t e d r e i B c r g l e u t e. Wetteraussickten in Hessen kür Donnerstag, den 7. Nov. 1912: Mein i eiter und trocken, lags milb, nachts Frost. Den echten „Kornfranck“ gibt es nur unter diesem Namen! Die Pakete si nd grün und haben dunkelgrüne Bänder» Für \ Tanzstunde - Ball u. Gesellschaft-- reizende Neuheiten in '/2fertigen Roben ^fertigen Roben ?„“tT fertigen Taillenkleidern blM- Kinder- Roben 6.25,8.50,9.- bis 12.50 Grosse Auswahl in neuenStoffen zu Ballkleidern Gebr. Imheuser Marktplatz 9—10 Marktplatz 9—10 Giessen, 6. November 1912. 7365 Familie Bölzel Wieseck, den 6. November 1912 Familie Wilhelm Löffert Familie Andreas Weber herzlichen Dank. 7368 Danksagung. 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Dieselben helfen ausgezeichnet und ist die Wirksamkeit allseitig von hervorragenden Leibärzten, autzer anderen auch von dem bekannten veibarzt Sr. Heiligkeit des Papstes, Pius Xv Professor Dr. Guiseppe Petaeei, mit bestem Erfolg erprobt und begutachtet worden. Atinerdcm liegen zahlreiche andere Anerkennungen von Alitoritätcn vor, 8 ewig cm glänzender Beweis für die GJüle des Amol, as in keiner Familie als sfamilienhausmittel fehlen feilte. Liebigshöhe. Donnerstag 4 bis (i Uhr Kaffee-Konzert DW-Z