162. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 82 Erstes Blatt 162. Jahrgang Samstag, 6. April (912 Ter Siebener Anzeiger JHW A 'WM' Ä Ve,uq»pretS: erscheint tögltdfi außer ■ ▼ monatlich 75Y'L,Dicrte(- SonnlagS. - Bettaqen: 1 A jA h A A ▲ AA W Ak AA Ak _jA ▲ A A Jk A jährlich Alk. 2.20. durch IrrAr MS itrAinAr-Ä äääKDHllr IKr lilr I (Ttenstaqnnb^retiaq); 1A^ ■ H W W ■k^, H M v3k H _ ^hkyClL H BL W ■ *B «L ■_ Zeilenpreis: lokal löPst W< M W W W< W W B Iw' W W' iSMBk aus.vätts 20 Psenniq. wirtschaftliche Seitsraaen ▼ B M ~ ™ W ~ ~ ~ Chefredakteur: A. Goetz Fernfprech - Anschlüsse: M. ®jjr Verantwortlich für den für die Redaktion 112, 2^^ r • * .. A ** w politischen Teil: August SS General-Anzeiger für Gberhessen LL-ZL tül^di^r^esnümmtt RotationsöruS und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- »nd Zteindruckerei H. Lange. Redaktion, Expedition und VruSerei: Schulftratze 7. f>et-l0für tat bis vormittags 9 Uhr. Bübingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle vahnhofstratze 16a. An^eigent'eü: H." Beck. Die heutige Nummer umsaht 18 Seiten. Ostern! Wetzen, 6. April. Meder läuten für die Christenheit die Glocken zur Auferstehung! Alles toaä das Herze betrübt und traurig macht, soll hinter uns geworfen werden. Des Winters Ungemach lveicht bald dem Wonnemond, und in den größeren Abschnitten des menschlichen Lebens ist ein erweckender Strahl der Lenzsonne nicht minder eine Naturnotwendigkeit. Daß es sich beim Osterfeste nicht nur um ein berauschendes Vergessen der Irrsale des Erdenpilgers, und nicht um ein Freudenfest handelt, das irdische Schlackenreste zurückläßt, bewirkt Der Charakter des Christentums als Ewigkeitsreliaion. Die christliche Lehre ist nichts Starres, Lebloses uho Unveränderliches. Nur der Geist, der in ihr lebt, ist ewig. Er feiert immer von neuem Auferstehung! Er durchdringt alles Irdische mit Trost und Frieden, erweckt alle Saiten des menschlichen Gemütes zu wahrhaft gutem Wandel. Und bedarf es größerer Wunder, um des Menschen Sohn, der in diesem Gerste die gläubige Welt von allen Sünden befreit, zu preisen und arrzubeten? Wenn es nur auch auf andern Gebieten, zum Beispiel in der Politik solche erlösenden Mächte geben wollte! Hier gehen aber die Tendenzen bunt durcheinander, und was der eine als groß und heilig verehrt, das möchte ein anderer am liebsten vernichtet und verdammt sehen. Aber auch in dieser unruhigen, verdrießlich durcheinander gehenden Welt brauchen wir von Zeit zu Zeit eine Auferstehung. Und sie wird uns, wiederum nur rein geistig, in dem Gedenken an das Wirken unserer großen Männer. Wenn Bismarck, der am 1. April 97 Jahre alt geworden wäre, leibhaftig wieder unter uns wandelte und mit feinen Feueraugen den Kurs beobackstete, den die heutigen Lenker uns beschert haben! Aber „das unentdeckte Land, aus dem kein Wanderer Wiederkehr^, hält ihn uns zurück, und nur seines Geistes Hauch dürfen wir ncühspüren in dem Sehnen nach politischer Auferstehung. Dann wird vielleicht einst auch ihn der silberne Glanz der Sage umschweben, gleichwie sie den großen Kaiser Karl aus seiner Gruft aufstehen ließ und von Kaiser Barba- rckssa die Kunde verbreitete, daß er noch nicht gestorben un* fm unterirdischen Schlosse sich verzaubert Halle. Der jetzige Reichskanzler hat lich au seinem Kaiserlichen Herrn nach Korfu begeben, und es entsteht wieder einmal eine Verlegenheitspause in der deutschen Politik. Es ist bezeichnend für den heutigen obersten Beamten, daß das Volk von ihm noch niemals einen befreienden Gedanken laut hat aussprechen chören. Wäre es im Interesse der Zielbewußtheit unseres Volkes nicht wünschenswert gewesen, daß auf die vielen englischen Ministerreden auch einmal ein deutsches Wort von der zuständigen Stelle gefallen wäre? Lloyd George hat von „epileptischem Anfall von Militarismus" gesprochen und dabei doch aller Vermutung nach die deutschen Wehrvorlagen im Auge gehabt, die zahlreichen Männern in Deutschland als nicht völlig ausreichend erscheinen. Herr v. Bethmann- Hollweg schweigt. Unb die englisch-deutschen Beziehungen würden doch nur besser gestaltet, wenn den englischen Anmaßungen ein Dämpfer ausgesetzt würde. Und auch in der inneren Politik schreitet der Kanzler nicht frei und leicht dahin. Wer alle die amtlichen und halbamtlichen Ausstreuungen über die Vorgänge im deutschen Bundesrat gelesen hat und die Widersprüche sah, die zwischen der Reichsregierung und den Vertretern der Bundesstaaten Hotter öer Stammler stine Tausendjahrserinnerung an seinen Tod, 6. April 1912). Die auf den 6. April fallende Tausendiahrserinnerung an den dichter und Musiker Notker den Stammler führt uns zu einer 5er bedeutendsten deutschen Bildungsstätten des früheren Mittelalters, in jenes Kloster St. Gallen zurück, das zu so vielem Glanze einer ruhmreichen Ucberlieferung in neuerer Zeit auch^iwch durch die Dichtung verherrlicht worden ist. Tort war es, wo der fromme Notker ums Jahr 900 wirkte, ,von Körper, nicht im Geiste, schlicht, in der (Stimme, nicht in öer -Seele stammelnd, in göttlichen Dingen erhaben, in Widerwärtigkeit geduldig, zu allem milde, ein scharfer Aufseher in öer Zucht, bei plötzlichen und urwermuteten Singen schüchtern" — rme ihn Ettehart, der Klosterchronist, spater so reizend ge- schudert hat. Noch bis zum heutigen Tage lebt dieser stille, schüchterne, mit körperlichem Mangel behaftete St. Galler Mönch durch eme Dichtung fort, mit der er das Gefühl der Menschen im Refften aufzuvegen verstanden hat. Notker ist es, der die berühmte S«menz „Media vita in morte surnus", zu ^tja): ..Mitten im Leben sind wir vorn Tode umfangen", gedichtet hat. Diese Antiphone hat durch ihre strengen, malmenden ^orte und ihren mächtigen melodischen Klang einen so erschüt- hervorgÄracht, daß ihr nahezu zauberische Kraft zugeschrieben imirbe. Zur Schlacht einander entgegenstehende .Heere luchten sich durch dieses Lied gegeirseittg dem Untergange zu ^Ihen,imd kirchliche Verbote wurden notwendig, um den abergläubischen Gebrauch des Liedes zu verhindern, damit es nicht im Sinne unholder Zauberei und Verwünschung gegen andere gesungen werde. Schließlich ist es noch als Kirchenlied in die lutherftche Kirche übergegangen. Sm allgemeinen wissen wir natürlich von dem Leben des Tichtermonchs nicht viel. Er imirbe wohl ums Jahr 840, und smar, ttne Meyer von Knonau wahrscheinlich gemacht hat, im Thurgau, vielleicht im Orte Jonswil, geboren. Klösterlick>en Uemtcrn bat er sich nicht viel April, die der Kongreßteilnehmer am Mittwoch, 10. April, abends statt, die formelle Eröffnung des Kongresses am Donnerstag, 11. April, liy4 Uhr, izn großen Hörsaal der Universität. Es sind bisher etwa 100 Teilnehmer aus allen Teilen des Reiches, tellweise auch aus dem Auslande (Oesterreich, Schweiz, Schweden, Norwegen, Belgien, Rußland und Finnland) angemeldet. Auch wir heißen die Anwesenden für die Stadt unb die Bürgerschaft herzlich willkommen und hoffen, daß sich die Gäste in den Räumen der Universität und in der Stadt Gießen wohl fühlen werden. Für Samstag, 13. April, hat die Stadt Gießen zu einer Wagenfahrt mit Imbiß aus dem Schisfenberg in entgegen- kommender Weise eingeladen, wobei unsere Gäste Gelegen- heit haben werden, unsere aufstrebende Stadt und ihre schöne Umgebung kennen zu lernen. Mit dem Kongreß ist eine A u s st e l l u n g-in der Klinik für Psychische und nervöse Krankheiten verbunoen, die von Donnerstag bis Sonntag mittag dem Publikum zugänglich sein wird. Genaueres darüber wird noch mitgeteilt werden. Also ein herzliches Willkommen und gutes Gelingen für die Kongreßarbeit! ♦* Auf zum Turnen. Mit dem Schlüsse des Schul- ahres ist für manchen Knaben die schöne Zeit vorbei, in >er er mit gleichalterigen Schulkameraden die freie Zeit reim Spiel verbringen könnt-! Jetzt kommen die Lehr- ahre, in denen der weitaus größte Teil des Tages in der Werkstatt, der Fabrik, der Schreibstube oder im Laden zugebracht werden muß. In dieser Zett, die mit der Entwicklung des menschlichen Körpers so eng verbunden ist, ist es doppelt wichtig, daß die jungen Leute nach der meist einseitigen Berufstätigkeit die Feierabendstunden richtig, d. y. ihrer Gesundheit dienlich ausnützen. Es ist deshalb eine sittliche Pflicht der Eltern und Lehrherrn, dahin zu wirken, daß ihre Pflegebefohlenen durch körperliche Hebung ihre Kräfte und Gesundheit sich erhalten und stählen. Mögen alle den Satz beherzigen, dessen Richtigkeit schon im Altertum erkannt worden ist: „Nur in einem gesunden s ch n 111 e n, |ü daß die Versorgung mit Lobensm.tteln be# reits Schwierigkeiten macht. Ter durch den Sturm und die Schneemasjen im ganzen Lande angerichttte Schaden ist außerordentlich groß. ♦ Unglücks fälle in den Bergen. Sieben Gymnasiasten unter Der Führung von Profes,or Cerk vom Laibacher Staatsgymnasium wurden auf einer Tour auf denH 0 ch stuhl von einem Schnee st urm überrascht. Ter Professor stür z te ab. Tte Gymnaiiasten konnten sich in eine Schutzhütte retten, von wo sie telegraphisch um Entsenoung einer Hilfscxpechtion ersuchten. Tiefe, auf Landweyrsoloaten unter Führung dreier Ossiziere beuch.nd, brachte sie wohlbehalten nach Laioach zurück. Die Leiche oes Projessors Cerk ist geborgen worden. — Ter Referendar Fritz Sailer aus Stuttgart, der mit 15 Gejährten eine Schitour zur Ascherhütte auf den Rot- vleißkopf machte, ist gestern bei der Abfahrt unterhalb bet Ascherhütte aogestürzt. Er erlitt einen Schädelbruch und von der anderen Richtung die elektrische Bahn. Da beide ^ahr- zeuglenker an der engen Stelle langsam fuhren, ist größerer Schaben nicht entstanden, beide Wagen konnten die Fahtt fortjetzen. * * Die Grove MÜhlstrave joll nach Den Osterseler- tagen mit Kleinpflaster versehen werden. Landkreis Gießen. - -- W i es eck, 4. Ap^tt. Am 1. ii^rjeiertag feiern Schneidermeister Johannes Horn und Ehefrau Luise, geb. Müller, in körperlicher und geistiger Frische die goldene Hochzeit. Beide Jubilare sind noch sehr rüstig. KtklS Friedberg. Friedberg, 4. April. Der 2 2. Hessische Feuerwehrtag findet in unserer S.adt in Verbindung mit dem goldenen Jubiläum der hiesigen Frer- wllligen Feuerwehr vom 22—24. Juni statt. Die Verhand- lungen des Feuerwehrtags werden Samstag nachmittag abgehalten, aus den etwa 250 Wehren werden 350 bis 40u Vertreter erwartet. Abends findet aus bem Festplatz „Seewiese" Vorfeier mit Brandangriff statt. Der Hauptfesttag dürfte 5—6300 Feuerwehrmänner aus allen Teilen Hessens hierher führen. Vormittags werden die Sehenswücdigietten der Stadt besichtigt. Um 11 Uhr ist Paradeaufstellung aus der Kaiserstraße, daran schließen sich Geräteübung, Vorbeimarsch, Branddienfmbung und Ueberreichung von Ehrenzeichen. Um 1 Uhr ist Festessen, um 2 Uhr Auf- ftellung des Festzuges. Ter Zug geht durch die Burg nach der Seewiese, wo der Festakt vor sich geht. Für Montag sind Frühkonzert, Besichtigungen, Umzug und Volksfest geplant. Von den Wehrleuten, die vor 53 Jahren dewBerein ins Leben riesen, leben noch 13, nämlich: Gg. Falck, Emil Becker, Karl Berg, Gg. Schenk, Gustav Preuster, Wilh. Kreuter, Aug. Frank, K. Walz, Moritz Stahl, Mick>ael Hock, Phil. Windecker und Melchior Boll. Aus Anlaß des Festes wird eine Festschrift her hiesigen Wehr herausgegeben um) als Festgabe den auyiuuriigta Lvehcen uoci.rdu.jt. — Sein 25jährig es Jubiläum als Stabtdiener tonnte Herr Geißler begehen. Starkenburg und Rheinhessen. (w) Darmstadt, 4. April.- Dec unter dem Verdacht, den Dorndieler Raubmord begangen zu haben, verhaftete Tagelöhner H i v e l wurde wieder aus der Hast e n tl assen, nachdem der Gerichtschemiker Dr. Popp-Frankfurt festgestellt hatte, daß die Fingerabdrücke des Mörders mit denen des Festgenommenen nicht Übereinstimmten. (d) M ainz, 5. April. Der Dragoner Bertram K ü m p e l von der 3. Schwadron des 6. Dragvner-Regts., der als Bursche bei Oberstabsarzt Dr. Neumann tätig war und aus einem Orte bei Bonn stammt, hat sich gestern nachmittag aus seinem Burschenzimmer durch einen Schulz in den Kops getötet. gewandt werden soll. . m. . , .. 3. seitens der beiden Kreisverwaltungen Wetzlar und Bledenkovs eine elektrische Bahnverbindung von Gießen nach Krosdorf—Vetzberg—Rodheim und von Gießen über Heuchelheim—Atzbach— Dorlar—Waldgirmes—Naunheim—Niedergirmes—Wetzlar möglichst gefördert wird. , (Die Vereinbarung zu 3 ist unabhängig vom Zustandekommen der Bahn Wetzlar—GladeKbach.) Diese Vereinbarung, die am 3. Aprll bie Zustimmung des Kreistages des Kreises Wetzlar gefunden hat, ist geeignet, den Interessen Wetzlars, Gießens und des Hinterlandes, besonders auch des Biebertales gerecht zu werden und das hervorragendlte Hindernis für den Bau der Hinterlandbahn zu beseitigen. Allerdings muß von der Stadt Gießen und den zunächst beteiligten Gemeinden des südöstlichen Teiles des Hinterlandkreises darauf gesehen werden, daß der Bau der Gießener Anschlußbahn gleichzeitig mit dem Bau der Bahn Wetzlar—Biedenkopf erfolgt und der Fahrplan so eingerichtet wirb, daß die Leute auf der Anschlußstation keinen unnötigen Aufenthalt erleiden. Tie im 3. Tell der Vereinbarung erwähnte Absicht, eine elektrische Bahnverbindung über Gießen nach Wetzlar über Heuchelheim—Dorlar—Naunheim zu schaffen, gehl auf eine Anregung der Handelskammer Wetzlar zurück. Eine Rentabilität für die Bahn ist wohl kaum zu erwarten unb sie wird von der Stadt Gießen in absehbarer Zeit wohl nicht gebaut werden, da die beteiligten Gemeinden Opfer in einer Höhe bringen jnüßten, wie sie nicht zu erwarten sind. Dagegen ist das Projekt der elektrischen Bahnverbindung nach Krofdorf durch die mit dieser Gemeinde zurzeit schwebenden Verhandlungen inzwischen wesentlich gefördert worden. • • Tageskalender. Museum des Geschichtsvereins. Sonntag, 7. April (1. Oslertag), von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Museum für Völkerkunde wegen baulicher Vercinber- nung statt: 1. Rechnung für 1910 unb 1911. 2. Voranschlag für 1912. 3. Ergänzungswahl zum Vorstand. 4. Vortrag: „Ter ländliche Friedhof in Oberhessen in seiner Geschichte nach Platz und Grabdenkmal geschllbett". Rv- ferent Herr Pfarrer Schulte-Großen-Linden.) 5. Anträge und Mittellungen. Indem wir die Mllglieder des Vereins und alle sonstige» Freunde unserer Bestrebungen, insbesondere die Herren Bürgermeister und Lehrer, sowie die Herren Geistlichen zu dieser Ver- ammlung freundlichst einlaben, ersuchen wir um möglichste Verbreitung dieser Bekanntmachung. Gießen, am 3. Aprll 1912. . Der Vorsitzende des Kreisvereins Gießen des Vereins für ländliche Heimat-, Wohlfahtt- und Kunstpflege. __________________________ur u 1 1 11 a v r_________________________ Bekanntmachung. Alle Anfragen unb Mittellungen, die den Bau der elektrischen Ueberlandanlage der Provinz Oberhessen — also den Bau der Fernleitungen, Transformatoren-Statwnen und Ortsnetze, jotvy die Einrichtung der HcmsInstallationen und Mowren-Anschlüsst — betreffen, sind an die Bauleitung für die elektrische Ueberlandanlage der Provmz Oberhessen, Friedberg, Frankfurter Straße 28 (Fernsprecher Bekanntmachung. Betr.: Die Wahlen zur Landwirtschaftskalmner Indem wir im Nachstehenden die in der Darmstädter Zellunc erschienene Bekanntmachung über die Wahltage veröffentlichen, weisen wir die Großh. Bücgermeistev nochmal» auf die Vorschrift des § 7 Abs. 3 der Wahlordnuna sowie darauf bin, daß sie sich mit den Bestimmungen dec Wahlordnung vor der Wahl eingehend vertraut zu machen haben. Wegen der Bestellung der Wahllommissare wird alsbald weitere Verfügung ergehen. Die Landwirtschaftskammer sieht bie Tätigkeit der Verbandsangehörigen als Mitglieder des Wahloorstandes al» ehrenamtlich an und hat erklärt, für sie lerne Tagegelder bewilligen zu können. Wir empfehlen den Großh. Bürgermeistern die Mitglich« da Äahlvorslände hiervon zu verständigen. Gieren, den 6. Aprll 1912. Grotzheczognmes nreisamt Gieyen. I. V.: Sanger mann. Bekanntmachung bie Wahlen zur Landwittschaftskammer betreffend. Aus Grund der §§ 7 unb 27 der Wahlordnung vom 23. Dezember 1911 ^d bestimmt, daß die Wahlen der Ver- 16. Januar 1912 lrauensmänner am Samstag, den 13. April l. Js. unb bie Wahlen ber Mitglieder der Landwirt- schaftskammer und der Ausschüsse für die Provinzen am „ Samstag, den 27. Aprrl l. Is. vorzunehmen sind. Darmstadt, den 2. Aprll 1912. .Großherzogliches Ministerium de» Innern. v. Homöergk, Zur Hinterlandbahnfrage. In der letzten Zeit haben zwischen der hiesigen Stadt unb den beteiligten preußischen Kreisen Verhandlungen ftattaefunben, die auf eine Verständigung über bie gegen- ätzlichen Interessen der Städte Wetzlar unb Gieren m rer Hinterlandbahnfrage abzielten. Zwischen Vertretern der Kreise Biedenkopf, Wetzlar und Marburg und unserer Stadtverwaltung ist dann auch am 28. Dezember 1911 »ine Vereinbarung zustande gekommen, wonach 1 die Stadt Gießen sich mit ihrem Bauvorhaben solange zurück halten wird, bis die staatliche Nebenbahn Wetzlar—Btcden- kopf gesichert ist, oder wettere vorbereitende Schritte nur im Hinblick aui das Zustandekommen dieser Strecke unternimmt, 2 . seitens der beteiligten 3 preußischen Kreise der Forderung der Stadt Gießen aus eine Verbindung mit einem ltt erscheinenden Punkte der Bahn Wetzlar—Gladenbach (Biedenkopf) leine Hindernisse bereitet, vielmehr möglichste Förderung zu- Ein Wct fliig Paris-Peking. Ter ,9JlatinN kündigt an. bau er Die Veranstaltung eines Aerovlcuilvetifluges D a r l s - P e k 1 n g plane. ' Vie Methnlaliohowervistungen vor Gericht, sy. Berlin, 4. April. Die Verhandlungen sind jetzt nicht wegen der Materie jelbft von Interesse, als vielmehr wegen der Begleitumstände. Gleich zu Beginn der heutigen Sitzung kam es zu einem Zusammenstotz zwisck-en dem Vorsitzenden und dem Verteidiger Dr. Wetthauer. Der Sachverständige Wolff bat um feine Entlastung, Dr. Werthauer widersprach und begründete diesen Widerspruch. Der Vorsitzende bemerkte hierzu, es genüge, wenn gesagt werde, daß widersprock-en wird, es bedürfe keiner weiteren Begründung. Nunmehr gelangt bei; Fall bes Posiscyaffners Kollin zur Verhandlung. Es sollen üm mittag vor seinem Tode bei dem Gastwirt Dahle diordhäuser getrunken haben. Nach dem Gutachten des Sachverständigen Unger handelt es sich um einen chronischen Alkoholisiert. Auch der Sachverständige Medizinalrat Hofmann hält eine Vergiftung durch Methylalkoholgenuß nicht für gegeben. Bert. R.-A. Dr. Werthauer stellt nun verschiedene Anträge, bie der Vorsitzenbe kurzerhand ablehnt. Deshalb bittet der Verteidiger um Gerichtsbeschluß. Auch das Gericht lehnt bie Anträge nach iUczer Beratung ab. Nunmehr stellt ber Verteidiger Wetthauer den Antrag, sämtliche bisher vernommenen Sachverständigen wieder an Gerichtsstelle zu schäften, weil er an sie noch verschiedene Fragen zu stellen habe. „ .., Auf wiederholtes Befragen der Verteidiger, ob der Posstchaftner Koglin auch gestorben wäre, wenn er den Methylalkohol nicht getrunken hätte, und was er unter Hilfsursache verstehe, antwortete ber Sachverständige Dr. Stürmer, daß er tief bedauere, einmal den Ausdruck Hilfsursache gebraucht zu haben. Er bittet die Verteidiger, ihn zu helfen, wie er sich hier ausdrücken solle. Verteidiger Dr. Werthauer: Die Verteidigung ist nicht dazu da, den Sachverständigen zu helfen, sondern um zu fragen. Sachverständiger: Ich bin also der Ansicht, daß der Methylalkohol nach meiner Ueberjeugung bei dem Schaffner Koklin den Einttttt des Todes beschleunigt hat. Bert. Dr. Jaft6 stellt den Anwag, daß Methylalkohol überhaupt nicht giftig ist und deshalb auch bie tätliche Wirkung nicht durch ihn herbeigeführt werden kann. Diese Behauptungen will er durch eine Reihe von Personen beweisen, die sich täglich bei ihm als Zeugen dafür melden, daß nicht bloß von ihnen, sondern auch von vielen anderen Actthyl- alkohol in großen Massen zu Schnaps verwendet unb getrunken worden ist und keiner von ihnen Schaben genommen hat. R.-A. Dr. Werthauer stellt den Antrag, die Verhandlungen abzubrechen und die Sache an die Staatsanwaltschaft zurückzugeben, denn es sei Tatsache, daß eine Voruntersuchung nicht stattgefunden habe und die Sache ziemlich beschleunigt behandelt wurde. Wenn nun aber einem Manne vorgeworfen wird, den Tod von 100 Personen verschuldet zu haben, könne verlangt werden, daß die Sache gründlich untersucht werde. R.-A. Jvers beantragt, den Angeklagten Zastrow aus der Haft zu entlassen, Dr. 3aff6 beantragt Haftentlassung für Mayen, Dr. Puppe schließt sich dem Antrag auf Vertagung an. Der Staatsanwalt widerspricht dem Vertagungsantrag, da dieser nichts anderes bedeute, als die Wiedereröffnung ber Lllillllutck iyeiieruana|l«r „ 10 — 9 „ ialfreiritter 13 So E. Köller,Bruchsal SveAialzucht Goldwnandot teS, von mehrmals prämiierten Tieren, 15 Eier 3 Mark unter Nachnahme versendet Wild. Mciistngcr II., Kcsselback bei Gieffen. 12619 Frist Dreffltt.BttWci!i, (Dillkreis.) Fabrikation: Wafferdickter Segeltuck-Wageudecken, Pserdecken und Schürzen. Nur gute, haltbare Ware. Muster und Preisliste gratis und franko._____________2575 Mellersburg. Am 3. Feiertag findet gut besetzte Tanzmusik statt, wozu ergebenst einladet 26201 Heinrich Weller. Staufenberg. 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Feiertag 02842 ,Jagdschlösschen‘ Dutenhofen bei Heilands Nachfolger in Lich, wozu ergebens! M. Stil. einladet Anfang 4 I hr. Telephon 423 02902 Telephon 423 Eintritt frei! Ausgewähltes Programm'. Unser diesjähriger 2594 Willi. Bittendorf, Gastwirt 02913 ES lodet ergebens» ein Geerg PelL $ gliedschaft wende man anwesenden Turnwart. Ab 2. Osterfeiertag: Täglich Konzert der bekannten Kapelle Holzapfel. 2. 3. 4. Großes Militärkonzert ausgesührt vom Mufikkorvs bed Infanterie Regiments Wilhelm". Direkt.: Oberrnnnkmeisler W.L'dber. Eintritt 50 Psg. lieh. Berndt. Anfang 4 Uhr. Es ladet ergebenst ein Bäckerverein „Frühauf“ ■ Giessen. - Gabelsberger. Wir eröffnen am Montag, den 15. April, abends 8*/2 Ubr, in unserem Vereinslokal „Caf6 Ebel" einen neuen Anfänger-Kursus für Damen und Herren. Unterrichtsgeld 6 — Mk. Gleichzeitig tritt d.Sommcr- Unterrichtsvlan in Kraft, der in den nädisten Tagen unseren Mitgliedern zugehen wird. Anmeldungen find zu richten an Sekretär Lob, Mühlstratze 31. tv3/« KabclSberger Stenographen - Verein (E. V.) gegr. 1861 Damenvcrcin Gabelsberg. OsterbaN, verbunden mit Theater inbel am 1. Osterfeiertag, abends S Ubr, in Stciu'S Saalbau statt. Es ladet ergebenst ein Der Vorstand. MgergesellsAst. Ostersonntag, nachmittags: Textors Terrasse. Ostermontag: Frühtour Gleiberg. «Abmarsch vorm. 8 Uhr von der Lahnbrücke.i OsterdicnStag: tzkniitl. Suionunrnjcin im Vcreinslokal. Turnverein Giessen gegr.1846 Eigenes Bereinsbaus und Turnplatz Steinstratzc 3. Turnplau. Stenographen-Yerein „Siolze-Schref. welche sich für die ■vUlllUl, Gründung eine« Damen Vereins n. Stolze Schreu interessieren, werden um Angabe ihrer Adresse gebeten. (v”/8 Der 1. Vorsitzende. K. Reitz, Neustadt 4. folgenden Abenden. 1. Freiübungen u. Riegenturnen Dienstag und Freitag, Ab heute unser großartiges kslt-Prograinm Riegcuturneu f. Turner u. Zögt. Dienst, u. Freit. abend87, b. lOUHr Kürturnen s. Turner und Zögl. Mittmodi abend 8'/, bis 10 Ubr Fechten Miltw. abend 87, b. 10 Uhr Schülerturnen Mittwod, 5-6 Uhr, Turnen der Damcnabtcilung Donnerstag abend 8V2 bis 10 Uhr Turnen der Männerabteilung SamStag abend 87» biß 10 Ubr Ucbungsabend d. Säugcrchors Mittwodi abend 9 bis 107, Uhr im Gambrinus lZUrchstrafie) (v30/3 Wegen Erwerbung der Mit- sich an den aus dem Turnplatz Der Vorstand. Aus Veranlassung der Geschäfts - Uebernabme am ersten Osterfeiertag: Grosses Künstler - Konzert! Halbjahres beginnen am Montag, den 15. April. Gemrnt wird Jenny Dramatisches Lebensbild in 3 Akten. Das jüngste Meisterwerk der berühmten Kinodarslellerin Asta Nielsen. Am 2. Osterfeiertag von i Ehr an: :: Tanzvergnügen :: Zum Ausschank gelangen Münchener Löwcn-Brau Gictzener Union Bier Tragödie in 2 Akten. Lemke als Klavierstimmer Humoristisch. ZN der Wolfshöhle Gin Tierdrama von ungewöhnlichem Interesse und großer Dramatik. Pariser Scherzartikel Humoristisch. Pathe Journal, aktuell. I. Osterfeiertag Grosses Streichkonzert Bürgervcrcin Gicßcn. Freitag, den 12. April 1912, abends SV2 Uhr, im Saale des Hotel Einhorn Hauptversammlung. Tagesordnung: 1. Iabresrllckblick im Verein. 2. Rechnungsablage. 3. Ergänzungswabl deS Vorstandes. 4. Anträge § 23 der Satzungen. 5. Verschiedenes. Um 10 Uhr: Allgemeine Bnrgerverjmmlung. Tsmordnunz: Verkehrsverhältnisse. lVorortsverkehr der elektrischen Strahenbahn, Bahnsteig' sperre und Bahnhossvlatz, Vinterlandbahn, Kunstsammlung und Museen u. a. m.) Zu recht zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein D3/, Der Vorstand. Stieoflripliew- Mlschift .Gabelsberotr“ Glessen. Wir beginnen Montag, 15. April 1912, abends 7,9 Ubr, im Hotel Etlchorn neue Lehrgänge für Stenographie und Schreibmaschine für Damen und Herren. — Unterrichtsgeld 6 und 4 Mk. Anmeldungen an Hrn. Lenz, Wolsstratze 4, oder zu Beginn des Unterrichts erbeten. Gießen, 6. April 1912. 7. Militärturnabteilung amSamstag Das volkstümliche Turnen beginnt an allen Abenden um 7* „ das andere Turnen um 87, Uhr pünktlich in der Turn balle des Realgmnnasiums, Ecke Ludwig- u. Bismarckstraße. Anmeldungen werden an den Turnabenden durch die Turn warte u. sonst schriftlich durch den 1. Sprecher, Rechtsanwalt Kaufmann, sowie den 1. Schriftführer, Lehrer Gg. Kling entgegengenommen. Der Voranschlag für 1911/12 liegt bei unserem Rechner Otto Ai euer, Ludwigstraße, in der Zett vom 22.bts 29. April zur Einsicht der Mitglieder offen. II. Unsere diesjährige ordentliche Frühjahrs-Mitglieder-Versammlung findet Samstag, den 20. April d. IS., abends 9 Uhr, pünktlich im Darmstädter Hauö statt. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. RccknungSablage. 3. Vorstands- u. Turn- raiSwahl. 4. Gau°v)ubiläumSfest. 5. Verschiedenes. Wir verweisen auf Satz 33, Abs. 3, der Satzungen und Satz 4 der Ordnung für die Vorstands u. Turnratswahlcn und bitten um zahlreiches Erscheinen. III. Am 1. Feiertage Frühschoppen auf der Kneipe, am 2 im Postkeller. Gesangverein Gemütlichkeit. 1. Ostcrieiertag. Schöne Aussicht. 2. Otterseiertag: M1Ä1MN im üijrocii. INachm: AuSfiug auf den Schiffenberg. Um zahlreiche Beteiligung bittet Ve/t Der Dorstatrd. «>editerrtege am Mittwoch, Frauenabteilung am Montag, Turrren d. Studenten Donnerstag, Männerriege am Dienstag, Schülerabteilung am SamStag von 6—8 Ubr und [öon 8—11 Uhr. Am .3. Osterfeiertag Utilitär Konzert ausgeführt von der Kapelle des hiesigen Inf.-Regti. „Kaiser Wilhelm' unter persönlicher Leitung des Obermusikmeisters Herrn W. Loder. 61803 Anfängen beiden Tagen 4* «Lhr. Eintritt45Pf. II. Osterfeiertag Tanzvergnügen Anfang 4 Uhr wozu ergebenst entladet Klein-Linden Gasthaus zur „Deutschen Eiche“ Am 2. Osterfeiertag: Grosse Tanz-Musik Leben Ein packendes Drama auS dem wirklichen Lsben. Keine Phase ist unnatürlich, Spannung v.Anfang b.Ende. Der großartige Film umfaßt 3 Akte und ist von ersten Bühnenkrüften gespielt. Die Liebe des Fischers Großartige Komödie. King derDetekliv Die außerordentlich spannende Handlung und das vortreffliche Spiel des Hauptdarstellers stempeln diese» Detektiodrama zu einem dec besten seiner Gattung. Moritz als Heger Posse gespielt von Herrn Prince. Das Lösegeld der Ehre Ein Drama auS den englischen Kolonien. L» Uniler-M Humoristischer Schlager. Pathe Journal Interessante Wochenschau. Reoue des Humors Verein ehenialiger 116er (Kaiser-Wilbelm-Regim. in Gietzen) Samstag, den 13. April, abends 9 Uhr: Frühjahrs-Mitgliederversammlüng bei Kamerad H. Sauer.Oswaldsgarten. ♦ 1- Jahresbericht des Vorsitzenden, xagcooronnnfl. 2. ^Bericht des Rechners. 3. Wahl der Rechnungsprüfer. 4. Satzungsänderung. 5. Regiments iubiläum. 6. Bereinssestlichketten für 2. Halbjahr 1912. 7. Verschtedenes. Um zahlreiche Beteiligung bittet ve/4 Der Vorstand. Lie^9sh®he. Biograph Utilitär Konzert Gesangverein Heiterkeit. 1. Osterfeiertag: — ZnMmnkunft — bei Mitglied Seibel. 2. Ostcrfciertag: Ausflug nadi ö-fiurlsruht v*/4 Der Vorstand. Maschinenbauer Gesangverein. Fuunlitll-Zui'uiiMnkMit 1.Osterfeiertag nachm. 4Uhr Schöne Aussicht" 2. Oster feicrtag nachmittags 4 Ubr „Germania". v6. Der Vorstand.