Nr. 235 Erstes Blatt 162. zayrgang Samstag, 5. Oktober 1912 GietzenerAMger Seneral-Anzeiger für Oberhessen Der Siebener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamilienblätler. iroeimnl roöcbentl.Kreis- blatt für ben Kreis Siegen (Tienetagunbnreitaa); zweimal monatl. Land» wirtschaftliche SeilfraAen steruiprech»Anschliisse: für die Redaktion 112, Verlag u. Crvcdilion 51 Adresse für Depeschen: «nreiger «iestcn. V i ’ Annahme von Anzeigen Rotationsdrud Ulld Verlag öer vrühl'fchen Univ.-Buch und Stcinörudcrct R. ränge. Redaktion, Expedition und vruderet: Zchulstraße 7. bis vorrmttags's'u'l)" • Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße löa. Yeznq-vretS: monatlich 75-BI., oiertel- mhrlirt) 'Bit. 2.20; durch Jlbhole- u. Zweigstellen monatlich ßö "BL; durch die Bost "Bit.2.—viertel« fährt. ausichl. Besteiig. Zeileuvreis: lokal 15'BL, auswärts 20 'B'enmq. Chefredakteur. A Äoeq. Vera>itwortlich für den politischen Teil '.Uuqufl Goetz; für .Feuilleton", .Vermischtes» und „©enchtslaal": K. 'Jleu- ratb; für .Stadt und Land": (S.t'CB, für den Anzeigenteil. H. Beck Die heutige Nummer umsaht 22 Seiten. Der Friedensschluh mit ^tali n. Konstantinopel, 5. Ott. Sicheren Nachrichten zufolge hat der gestrige Ministerrat beschlossen, den letzten Vorschlag Italiens anzunehmen. Die Friedenspräliminarien werden nach Antttnft des gewesenen Botschaftsrates bei der türkischen Botschaft in Rom Seif Eddin in Ouchy unterzeichnet werden können. Seif Eddin ist nachmittags nach Ouchy abgereist. Die Bulgaren, Serben, Griechen und Montenegriner haben sich als „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft", erwiesen, denn in erster Reihe ist es der Mobilisierung und den Kriegsdrohungen des so plötzlich improvisierten Balkanvierbundes zu verdanken, wenn die Türken sich entschlossen haben, die italienischen Frieden sbedingungen anzu - nehmen. Wenn auch die Friedenspräliminarien bis heute noch nicht unterzeichnet waren, so stellt doch nach den ein- gelaufcnen Meldungen der Friedensschluß unmittelbar bevor und zwar, wie wir aus Berlin hören, auf folgender Grundlage: Die Pforte erkennt die italienische Souveränität über Tripoli? und die Cyrenaika nicht offiziell an, ^gewährt aber diesen beiden afrikanischen Provinzen volle Selbständigkeit, so daß es also Sache Italiens sein wird, sich mit den dortigen Arabern schiedlich-friedlich oder aber, was der wahrscheinlichere Fall ist, weiter kriegerisch auseinanderzusetzen. Gleichzeitig erkennt Italien die kirchliche Oberhoheit des Khalifen über das umstrittene Gebiet an und gelvährt der Türkei zugleich eine finanzielle B e i h i l f e in Gestalt einer sehr hohen, unkündbaren Anleihe, deren Verzinsung durch gewisse Zolleinnahmen .garantiert wird. Die von den Italienern besetzten Inseln im Aegäischen Meere werden selbstverständlich geräumt. Das sind nach dem, was man hört, im großen und ganzen die Bedingungen, unter denen der Friedensschluß erfolgt. Italien hat im wesentlichen erreicht, was cs wollte, nämlich den Besitz von Tripolis und damit eine ganz erhebliche Verstärkung seiner Mittelmeersteklung. Frci- if,d) werden die Italiener nicht im unklaren Darüber sein können, daß sie ihren Erfolg weniger ihren gewiß nicht zu unterschätzenden militärischen Leistungen, als vielmehr der einigermaßen unerwarteten Gunst der politischen Umstände verdanken. Als sie am 29. September 1911 den Krieg erklärten, waren sie von der Wahrscheinlichkeit eines schnel- len Sieges so überzeugt, daß sie nach den ersten Erfolgen, deren größter die am 5. Oktober erfolgte Einnahme der Stadt Tripolis war, bereits am 5. November jenes Einverleibungsdekret erließen, dessen jetzt erfolgte Verwirklichung sie der Beihilfe der tteinen Balkanstaaten verdanken. Einen entscheidenden Erfolg haben die italienischen Truppen in den Kämpfen um die Oasen bei Tripolis und in der Ehrenaika bis heute noch nicht erzielt, und ihre Beherrschung der Küsten reichte kaum weiter als die Tragweite der Schiffsgeschütze. So hatte das Kabinett Giolitti trotz der politischen Wirren in der Türkei, die zum Sturz deS jungtürkischen Regiments führten, uub trotz der chronischen Aufstände kaum Aussicht, den Krieg in absehbarer Zeit zu einem gedeihlichen Ende zu bringen, wenn jetzt nicht die Zuspitzung der Balkankrisis und die daraus sich ergebende unmittelbare Gefahr eines Krieges nach vier, ja, Italien Giehener Sta-ithenter. Biel Lärm um nichts von W. Shakespeare Gießen, 5. Oktober 1912. Shakespeares Lustspiel von Benedikt und Beatrice, das wir heute unter dem Namen Viel Lärm um nichts feinten, ist vielleicht das reizvollste und feinste, was der große Brite in dieser Art geschrieben hat. In unübertrefflicher Munterkeit rollen Spnich und Widerspruch geistreich, und schlagfertig über die hurtigen Zungen, baut sich Szene auf Szene, die zu wunderbaren Bildern ausgestaltct und vertieft sind, und nicht zuletzt erfreut die klare und icharfgeprägte Charakterzeichnung durch ihre meisterliche Vielgestaltigkeit. Ein Paar von köstlicher Lebensfrische sind Benedikt und Beatrice, die daS wirbelnde Spiel mit, ihrer frohsinnigen Laune so völlig beherrschen, daß zu Shakespeares Zeit das ganze Stück nach ihnen benannt war, und von gleicher Blutfülle sind die beiden biederen Beamten Holzapfel imb Cyprian, bereit Tnven wir — in die neuere Zeit übertragen — auf den Bildern Svitzwegs mit Heiterkeit bewundern. In diesen Gestalten liegt die Größe und der Ewigkeitswert des Stückes, das übrige verfällt, wie M. I. Wolff sehr richtig sagt, bei allem blendenden Glanz stellenweise in Routine; denn der heitere Scherz, der sich so phantasievoll und geistreich gibt, und der folgenschwere Ernst, der uns heute fast bedrückt, sind zu keiner glücklichen Einheit verbunden — es bleiben zwei Teile, die keine rechte Verbindung miteinander eingehen. Um so weniger, als wir sehen, wie da alle?, vorn Zufall abhängig tst, rote da alles wird und uch im guten wie im bösen nur gestaltet, weil immer einer da ist, der unberufenerweise ein Gespräch belaulcht sie lauschen fast alle, spielen alle den Horcher an der Wand, und lasten um von dem, roas sie hören, treiben und lenken. Sie sind alle miteinander Spielbälle der Nachrede, ihre Handlungen Ausslustc besten, wa- sie gehört haben. Und das ist wohl auch der hetero Gedanke des Werkes, daß alle Menschen von ihrer Umgebung abhängig sind, daß sie die Sklaven ihres Leumundes und somit des Zufalles sind. Um diese geistreiche Wsicht nnmalltg zu madjen, läßt der Dichter die Gespräche aut bie es ihm ankommt u nd di e für den Fortgang der Handlung bedeutungsvoll und, eweilig a“ 3 Tm SeS »emr b-l°mchon . Und d°s -b-n null uns heute nicht einmal mehr bei einem einfachen schwank gefallen, wieviel weniger bei Shake,peare.. Es gibt allerdings auch einzelne Kritiker, die gerade dann einen tetnerroogenen Zug feiner Kunst sehen wollen, indem sie eine beständige Betonung des Zufalles in unserem Leben darin erblicken . Tie Schwierigkeiten, die der Darstellung aus die,em steten .Belauschen erwachsen, waren für die Bühne Shakespeares mit eingerechnet sogar nach fünf Fronten, die Türkei zum Nachgeben gezwungen hätten. Ünd sie ließ sich gern zwingen. Dadurch, daß die türkische Negierung sich auf den von Sofia, Belgrad, Athen und Cetinje drohenden Ansturm berufen kann, hat sie den Arabern in Asien gegenüber eine hinreichende Begründung für die Aufgabe von Tripolis, und durch die so geschaffene Zwangslage vermindert sich zugleich der Verlust an militärischem und politischem Ansehen für die Türkei. In Wahrheit war ja Tripolitanieu längst nur dem Namen nach eine türkische Provinz, so daß der faktische Verlust nur gering ist, während andererseits durch die Anerkennung der kirchlichen Oberhoheit des Khalifen der niederdrückende Eindruck auf die mohammedanische Welt verringert wird. Wenn der durch den Friedensschluß bedingte Verlust nur gering ist, so fragt es sich, ob der Gewinn für Italien erheblich größer sein wird. Der Gewinn an Ansehen sicher lich, denn die Italiener haben die schwere Schlappe, die sie einst in Abefsynien erlitten hatten, durch den fetzigen Kolonialfeldzug einigermaßen wett gemacht, wenn sie auch den endgültigen Sieg nicht der eigenen Kraft verdanken. Freilich werden sie sich ihre neue afrikanische Kolonie aller Voraussicht nach erst ebenso erobern müssen, wie die Franzosen Marokko. Aber daß dieser Krieg mit der faktischen Einverleibung von Tripolis enden wird, steht außer Zweifel. Ans Mailand wird gemeldet: Nach einem hiesigen Blatt dampfte die italicnisckie Flotte nach Stampalia ab. Tort erhielt sie burdi Funkcnspruch die Mitteilung, daß Waffenstillstand eingctrct.cn sei. Gens, 4. Ost. Tas „Journal de Gönsvc" erhalt über den Friedens,'chluß folgende Depesche aus Ouchy: Die Ucbcrcin- ftimmung zwischen den Delegierten über die Hauptgrundlagen des Friedensschlusses ist vollständig, dock) wurde nod) nichts unterzeichnet. Heute abend reist B e r t o l i n i nadi Cavour, um Giolitti den Vertragsentwurf zu unterbreiten. Re schied Pascha reist had, Konstantinopel, um den Entwurf dem Ministerrat zu unterbreiten. Der Frieden kann deshalb noch iiid-t als abgeschlossen betrachtet werden. Tie jetzigen offiziellen Friedensunterhändler werden zur Unterzeichnung des Vertrages bevollmächtigt. Die Vermittlungsversuche der ErohmSchle. Der „TempS" bestätigt, daß Ministerpräsident Poin- c ar e die Botschafter Frankreichs bei den Großmächten beauftragt habe, die Dringlichkeit einer gemeinsamen und doppelten Aktion zu betonen, welche _in den Hauptstädten der Balkanstaaten int Hinblick auf den Frieden uitb in Konstantinopel im Hinblick auf die Durchführung der mazedonischen Reformen zu uniernehmen wäre. Die französische Regierung lasse in ihrem Vorschläge zwei Hypothesen zu: Eine gemeinsame Aktion oder eine österreichisch-russische Aktion im Namen i>er Großmächte. Obwohl die Antwort Oesterreichs auf den Vorschlag über die gemeinsame Vorstellung bei den Dalkanstaaten vormittag? noch unbekannt war, ist ihre Annahme als sicher anzusehen, da die am Schluß des Ministerrats am Freitag mitgeteilte Note die völlige Uebereinstimmung Rußlands, Frankreichs und der übrigen Großmächte versichert.^ PvinearS gab zu Ehren SasonowS ein Frühstück, an dem u. a. der russische Botschafter ISwolSki, sämtliche Minister und der französische Botschafter in Petersburg Louis teilnahmen. Präsident Fallier es traf Freitag morgen auf seiner Besitzung Loupilton bei Mezin ein. Sasonow hatte am Freitag nachmittag in der russischen Botschaft Unterredungen mit den Ge- ihren verschiedenen Feldern allerdings nur geringfügig, denn leidster als heutzutage konnten sich da die einzelnen Schauspieler voreinander verbergen, und glaubwürdiger fdiien auch das Lauschen selbst. Da liegt es nun an uns, diesen offenbaren Fehler nad) Möglichkeit zu verschleiern, ihn als nedifdjen Zufall ober grazilsten Scherz barzustellen unb ber Bühne eine entsprechenbe Gestaltung zu geben. Diesen bei den häufigen Verwandlungen ins Ungeheuer- liche wachsenden Schwierigkeiten begegnete die gestrige Ausführung zunächst baburd), baß sie die Bearbeitung Bertrarns zugrunde legte, die sich auf drei Schauplätze beschränkt, und fernerhin durch einen sehr geschickten Aufbau der Bühne, die, von Laubgangen unb Terrassen begrenzt, bas Verstecken sehr begünstigt, ja zum reizvollen Spiele macht. Ta so die Hauptsdiwierigkeiten behoben waren, war alles andere ein glänzender Erfolg, ein Renaissancebild voll ^cift und Farben unb einem Leben, in dem des Blutes starke Pulse sä ugeu. Leuchtende Bühnenbilder hatte man aufgebaut, ttalie- nische Schönheit mit einem lichten, sonnigen Himmel, unb warm- aueUenbc Taseinsfreube fanb sich darin zu Gast. Kam nur hinzu, daß Bertram den Originaltert nickt nur zusammengezogen, wildern au di erweitert bat, nickt ungeschickt zwar, aber doch .erweitert. Unb Shakespeare sollte man nicht verlängern — er ventand vermutlich auch etwas vom Theater. Tie Ausführung, die von Herrn Tworkowski) geleitet wurde, ist mit dem, was ick schon gesagt habe, genug,am. belobt. Auf dem schönen Hintergrund entfaltete sie mit reizender Munterkeit das anmutige Spiel von Benedikt und Beatrice und, verstand es auch, die Geschichte von Claudio und Hero so behüt,am dar- zustellen, daß sie nicht allzu kraß in Erscheinung trat Auch die einzelnen Stiftungen waren vollen Lobes wert, und alle Darsteller sprachen durchweg gut und klar. Herr B rü d j a m ,vielte den Prinzen mit etwas müder Weltmännuchkeit, Herr Kliewer den Gouverneur mit weiser Vatermilde. Fräulein x a g n n gab der armen Hero den schlichten Zug duldender Weiblichkeit, die auch im Glück maßvoll unb beschtiben ist. Nur mit der Lchminle muß sie noch besser umgehen; ihr Naschen ist bisher stets purpurn gewesen. Fräulein Rappo spielte die Beatrice, und sie spielte sie mit Geist unb Feuer; anmutig, liebreizenb, schalkhaft. Herr B r u ch w i tz war ihr als Bencbikt ein ebenbürtiger Liebster, unb es war eine Freude, ihren schlagfertigen Wortgefechten zu lauschen, zu dem der Dichter zwar die Waffen, aber nicht die Fertigkeit geliehen hat. Diese ist ihr eigenes Verdienst. Herr Zen'scn gab dem Claudio, was ihm gehört: em angenehme- Auftreten, das in etivas besticht; — mehr ist aus diesem jog. Edelmann nicht zu machen. Seine äußere Gewandtheit überdeckt die Wcfenlofigkeit feines. Innern, Herr N o r d e n als .Holzapfel sandten Serbiens, Bulgariens und Griechenlands. Wien, 4. Okt. Eine zuständige Stelle bestätigt auf eine Anfrage, daß O e st e r r e i ck bereit ist, mit Rußland als der am Balkan zunächst mitint'ressierten Macht gemeinsam alles aufzubieten, um den Frieden auf dem Balkan zu erhalten. Nach einer Depesche aus Sofia lauten die Forderungen der vereinigten Balkanmäckt' in gemildeter Form auf die Ernennung nicht türttscher Gouverneure für die christlichen VilajetS. Ferner sollen Mazedonien und die anderen europäischen Provinzen einen eigenen Landtag wählen. Kriegsbegeifterung in der Türkei. Konstantinopel, 4. Okt. Gestern veranstalteten Schüler der Universität und der hohen Schulen in der Aula der Universität eine Kundgebung für den Krieg. Sie begaben sich dann mit Fahnen, von einer zahlreichen Menge begleitet, nach dem Kriegsministe- rium, sangen patriotische Lieder und riefen: Auf zum Kriege! Ter Unterstaatssekretär sprach seinen Dank aus und erklärte, die Regierung werde ihre Pflicht tun. Die Menschen durchzogen sodann die Straßen unter Hochrufen auf den Krieg; vor den Zeitungsredaktionen machten sie Halt und kamen schließlich zum Palast. Der Sultan erschien am Fenster und dankte. Als der Menge die Dragomane, die soeben anläßlich des Geburtstages des Sultans ihre Glückwünsche ausgesprochen hatten, begegneten, riefen sie auf französisch: Wir wollen den Krieg! Der griechische Dragoman und der montenegrinische Geschäftsträger wurden mit den Rufen: Nieder mit Griechenland! Nieder mit Montenegro! empfangen. Am Abend kehrt" die Menschenmenge in voller Ordnung zurück und rieft Nieder mit den Balkanstaaten! Während der Kundgebungen vor dem Palast des Sultans äußerte sich der Sultan, nachdem er eine patriotische Ansprache angehört hatte: Ich bin zufrie-, den, den Patriotismus der Kinder des Vater-! landes zu sehen. Das Ottomanentum wird niemals vernichtet werden. Die Kundgebungen dauerten bis in die Nacht hinein. Vor der italienischen Botschaft kam eS zu italienfeindlichcn Kundgebungen. Gelegentlich des Empfanges der Minister aus Anlaß seines Geburtstages äußerte der Sultan: Ich würdige den Emst der Sage unb hoffe, daß Ihr die Rechte unb die Würde des Rtickjes sorgsam hüten unb frerttibigen werdet. Ick habe das Vertrauen, daß unsere Armee ihre Pflicht tun wird. Mit Gottes Hilfe unb Dank der zu ergreifenden Maßnahmen werden alle Sckflvierigktiten überwunden werden. Die Begeisterung der Muselmanen für den Krieg ist ständig im Wachsen begriffen. Gruppen mit Fahnen durchziehen die Straßen. Die Menge ergeht sich in feindlichen Kundgebungen gegen die Balkanstaaten, besonders gegen Bulgarien und Griechenland. In Stambul fanden große Versammlungen statt, die von der Partei der Entente'Liberale veranstaltet wurden. Es sprachen mehrere albanische und ein griechischer Redner. Tie Menge zog sodann zu den Regierungsgebäuden und vor den Palast des Sultans. Die Presse führt eine überaus kriegerische Sprache. Ter „Tanin" sagt, man dürfe nicht den Angriff Bulgariens abwarten, sondern müsse Garantien dafür verlangen, daß Bulgarien ruhig bleibe, widrigenfalls man die Grenze überschreiten müsse. und Herr Grosser als Cyprian waren von luftigster Wirkung, ein Beamtenpaar, dem man es trotz Holzapfels Forderung md)t christlich zu geben brauchte, daß es ... . Na, seien wir höflich unb machen wir Punkte. Herr Dworkowsky spielte ben Ton Juan, ben grunbsätzlick Bösen, mit maßvoller Beherrschung. In kleineren Rollen taten sich die Herren Vol ck als Antonio unb Goll als Pater hervor. K. N. * ff Die Schaukelkur. Manckje Aerzte der Gegenwart erklären das «Schaufeln unb Wiegen der Kinder für verwerflich, weil es nichts sei als mechanische Berauschung, während andere diese uralte unb weitverbreitete Sitte als burchaus empfehlenswert Derteibigen. Von dieser Streitfrage ausgehend, verfolgt Tr Erich Ebstein in der Klinisch-Therapeutischen Wochenschrift die allgemtinere Frage nach dem Auftreten der Schaukclkur durch die ganze Geschickte der Medizin. Es wirb wohl wenigen Nickst- jacMcuten bekannt sein, daß man schon im alten Grieck>enlande eine Art Schaukelkur kannte. Aulus Cornelius Celsus stützt stch wahrscheinlich auf Asklepiades von Dichynien (einen Arzt aus dem ersten vorchristlichen Jahrhunbert), wenn er bie Heilwirkung der passiven Körperbewegung bespricht. Er nennt dabei das Schaufeln auf bewegtem Wasser oder, wenn dieses unb bas Sichtragen ober --fahrenlassen in Sänften ober Wagen nicht anwendbar ist, das Schaukeln in einem aufgehängten Bette. Tiefe Sd'aufelfur sollte beruhigend oder einschläfernd wirken unb sogar aufgeregte Kranke beruhigen können. Ter „Fürst der Aerzte",! wie ber von 980—1037 lebende Abu Mi el Hossein ben Abdallah ebn Sina genannt wurde, kannte die Schaukelkur zur Heilung der Melancholie. Viel später, um bte Mitte des 18. Jalwhunderts, sucht Kratzenftein passiver Körperbewegung bei Wahnsinn als heilend eiiAckühren, unb vor etwa 100 Jahren kannte man die Goxsche Schaukel" als Deruhigungsmittel Geisteskranker. Vor zehn Jahren hat ein österreichischer Arzt die Schaukelkur in ganz anderen Absichten aufs Neue einzuführen gesucht. Alois Ebstein in Prag hat nämlich einen Schaukclscsscl für Rhachitiker und sck-wächlick>e Kinder angegeben, einen richtigen Schaukelstuhl, natür- lid) der Größe ganz kleiner Kinder angepaßt, in dem sie verkehrt^ also bas Gesicht ber Lchnenseite zugewenbet, Platz nehmen. Eine, bedeutende Vereinfachung dieses Htilapparates stammt von Machol. Machol hat nämlich vorgeschlagen, ein bekanntes Kinderfpielzeug mit ganz geringer Abänderung in den Dienst der Heilkunde zu stellen: das Schaukelpferd. Beim Schaukelpferd werden statt der Steigbügel Bretter berartig angebracht, daß sie die Füße genügend sttitzen, um gleichzeitig mit den Rumpfbewegungen kräftige Beugungen des Knie- unb Hüftgelenkes iu ermöglichen. Wie aus UeSlüb berichtet wird, haben sich alle Albanesen vom 15. bis zum 75. Iahr feierlich zur Verteidigung des türkischen Reiches verpflichtet. Unter der albanischen Bevölkerung herrscht außerordentliche Kriegsbegeisterung. Aus Anatolien haben sich -^-00 Zrrkasiter mit Pferden feierlich zur Teilnahme am Krieg gemeldet. Eine Erklärung des türkischen Ministers des Aeahern. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel: Der Minister des Aeunern Noradungbian erklärte beim Zerlassen des Mlnisterrals, dost der D at s en st, l l Nand mrt Jt a- l ien in einigen Tagen zu erhoffen ,ei. Dagegen leim al le Hoffnungen auf eine ' r r edli che Lösung des Dal- kankonflikts trotz aller Bemühungen der Machte stark ge- f U ^Tasselbe Blatt meldet weiter aus Konstantinop:l: Der Minister des Aeiistern erhielt bk Mitteilung, daß D u k g a rren m W a r n a gegen die dortigen Türken Ausschreitungen b e g^e h c n und sie zwingen, statt des Fezes einen Lut au'zu.eücn. ^cr Mu l wurde geschlagen, ein Händler schwer verlebt- 9n vuboS Cöul- garien) wuvde ein mohammedanisches a. ort geplündert und vier Türken ermordet. . Ter Po st dienst nach Bulgarien ist eingestellt, alle Kabel sind überlastet. Die militärische cp eschen- zensur ist so scharf, dast die öffentliche Meinung m der Haupt stadt über die internationalen und provinziellen Vorgänge nur mangelhaft unterrichtet ist. Tie ersten Gefechte? Nach einer Pariser Blättermeldung hat die bulgarische Truppenabteilung die türkische Ortschaft Kovacz, die etwa 15 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, bereits besetzt. Ter Berliner ,Lokalanzeiger" bringt in einer Extraausgabe die Meldung aus Konstantinopel, daß bei Timros ein Gefecht zwischen Bulgaren und Türken und bei Novibazar zwischen Serben und Türken stattgefunden haben soll. In beiden Füllen feien oie Türken siegreich gewesen. Sofia, 4. €ft. Agcnce Bulgare bezeichnet die im Auslande verbreiteten Meldungen von Angriffen b u l garischer Truppen auf türkische Stellungen in den Distrikten Narlek, Dschumbala und Ropdjoz für vollkommen unbegründet. Eine Kabinettskrisis in Rumänien. Nach einer Bukarester Meldung hat das rumänische Kabinett seinen Rücktritt angezeigt Als Kabinettschef wurde der Führer der Konservativen (Sarp dem Könige empfohlen. Ter „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Bukarest: Amt- lich wird erklärt, Rumänien werde sich im Kriegsfälle der .Haltung der Großmächte anschließen. Sollte Bulgarien siegen, so werde Rumänien derartige Kompensationen fordern, daß das Gleichgeivicht wieder hergcstellt werde. Aus 5tabt uu- Land. Gießen, 5. Oktober 1912. Tie elektrische Dahn nach Wieseck Wie wir gestern mitteilten, bat das Kreisamt den zwischen 6cr Stadt Gießen und der Gemeinde Wieseck abgeschlossenen Ber trag über die Weitersühnmg der elektrischen Bahn nach Wieseck nunmehr genehmigt. An den Planen wird gegenwärtig ding gearbeitet und wenn sie fertiggcftellt sind und die Konzession für Die Bahn erteilt ist, kann alsbald mit dem Bau der Linie begonnen- lverden. Voraussetzung dafür ist allerdings, daß die Schienen rechtzeitig von der Fabrik geliefert werden können, was bei der gegenwärtigen DesMslignng gerade in bar Schieneniudnstrie unter Umständen Schwierigkeiten haben wird. So wird z. B. von Darm- stadt berichtet, dast dort der Straßenbcchnbau ins Stocken geraten ist, weil die Schienen nicht reck/tzeitig geliefert werden konnten. Die Linienführung der neuen Bahn ist so gedacht, daß die Bahn einfach den Wiesecker Weg entlang bis in das Herz von Wieseck hinein, bis zur Kreuzung der Gießener-,. Kirch-, Schul- und Philosophenstraste geführt wird. Man hatte auch erwogen, die Bahn die Marburger Straße heraus und dann nach Wieseck zu bis zur Rabenaucr Straße zu bauen, ist aber im beiderseitigen ZiNeressc wieder davon abgefmirmen. Die meisten Bewohner WicseckS würden dann zunächst einen von der Stadt abführenden und bann ansteigenden Weg zurücklegen müssen, wenn sie die Bahn zur Fahrt nach Gießen benutzen wollten. Die Stadt hätte erheblich höhere Anlagekosten gehabt, da sie zum großen Teil einen eigenen Bahnkörper anlegen und aitd* für den Unter (nut mchr hatte aiimmi den müssen. Tie neue Bahnstrecke wird ctioa lu Kilometer lang und erhält außer ernt Ortseingang und am Endpunkt noch einige .Haltestellen. Sehr befriedigt ist man in Wieseck wegen des Entgegenkommens der Gießener Stadtverwaltung bei der Festsetzung der Fahrpreise. Bei den Einzelsalntcn wird der Zehupfennig tarif emsach auf Wieseck ausgedehnt, während für Leute, ,bic regelmäßig die Bahn benutzen, der Preis für die Wochenkarte auf 60 Pfennig bemessen werden soll. Dafür würden sic die Bahn zwischen Wieseck und irgend einem beliebigen Punkt in Gießen in den Wochentagen je einmal hin und zurück machen können. ES ist anzunelmten, daß auch für die, die auch ihre Mittagspause xu Hause verbringen wollen, eine Fahrpreisermäßigung ringe- führt wird Die Gemeinde Wieseck zahlt an die Stadl einen Zu> sckmß von 35000 Mark in sieben Jahresraten von je 5000 Mark und verzinst jeweils btn noch ausstel-cuden Betrag. • ** Tageskalender. Stadttheater. Sonntag nachmittag 3* . Uhr: „'lUUitärfronun" und ,Lo1tchenS Geburtstags; abenbd 7*/, Uhr: , ic stuck isrnnfhivtev/ H i n e ni a i o g r o d b: Täglich Vorstellung. Biograph: Täglich Vorstelluna. B a k o i S K a m m e r - L i ch t s v i e l e: Täglich Vorstellung. Museum des o b e r h e s s i s ch e n G e s ch i ch t s v e r e i n s. Geöffnet <'onntaa vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich. Museum für Völkerkunde. Geöffnet an Sonntagen vormittags von 11—1 Uhr. A n I n fl f nt u i if am Sonntag mittag 12 Uhr in der Süd- Anlage (nur bei gutem Wetter'. Epielplan: 1. Militärmarscli Nr 2 von Franz Schubert: 3. Ouvertüre zur Over: Tie hnngc-i Töeibcr* von Nicolai; 3. Chor der Friedensboten aus der Over .(Sola Rienzi* von R Wagner; 4. .Negerlein tanj*, Intermezzo von O. ^eulchner. , M Veterinärwesen. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurde der Vctermärarzt Dr. Wild. Schmidt an« Darmstadt zum zwecken vctermärärztlichen Hilfsarbeiter be, der Mmisicrialabteilung für öffentliche Gesund- heit-pfleae bestellt. ** Winterboten Sichere Boten kündeten gestern nadmiittag die bevorstehende kalte Jahreszeit an. Es waren dies die erften Kranichzüge — von den Bauersleuten Hohlgänsc genannt. In der Tat scheint dem trostlosen Regensommer ein früher Winter zu folgen. Die beiden letzten Nächte itxircn fchon empfindlich kalt, eine Eisdecke überzog Pfützen und Gefäße. Niemand wird sich auf einen frühen Winter freuen, am allerwenigsten der Landmann, der mit seiner Feldbestellung noch im Rückstände ist. ** Tic Temper atur ift in den beiden letzten Tagen ganz erheblich gesunken. Hier in der Stadt fiel das Thcr niometcr in der Nacht auf 0,1 Grad Wärme, während auf bem .Hoberodskovf bei klarem Vetter gestern und barte fd^n 5 Grad Kälte gemessen mürben. In unserer näheren Umgebung ist ebenfalls ein erheblicher Tempera- turrudetang zu verzeichnen. In Kassel würben ° Grab Kälte, in Marburg 3 Grab beobachtet. '2Uif den hohen hessischen Bergen herrscht starke- Schneegestöber. Schnee ist teilweise liegen geblieben. Von der schneckoppe wirb gemeldet, baß dort gestern 10,2 Grad Kalte herrichte. In Königsberg i. Pr. ist in ber Nacht zum Freitag der erste Schneefall eingetreten. _ ___ ♦♦ Bakofs Kammer-Lichtspiele bringen von heute an einen neuen Spielplan, der u. a. einen drohen Film, die Irrfahrten bes Odysseus t>orml)rt Weber die in Berlin veranstaltete Vorführung spricht fich die gesamte Presse mit größter Anerkennung aus. Ter „Ben. Börsen-Eourier" äußerte sich folqendermanen: „ . -. -taö, was dem kritisch gestimmten Publilüm vorgefuhrt wurde, kann nicht gut übertroffen werden. Tas Bild zeigte uns in großartigen, zum Teil auch landschaftlich und pi legenheit, der Prüfung ber jungen Mäbchen im Vorkehr mit ben Kinbern beizuwohnen und konnten der ganzen Methode und Ausführungen nur unsere volle Anerkennung rntb Bewunberung zollen. Die Kinber waren sehr bei ber Sache unb ihre Arbeiten und Antworten riefen bei den Zuhörern Freude unb häufig Heiterkeit hervor. Es ist geplant, infolge bes großen Iubrangs den Kinbergarten in zwei Abteilungen zu gliedern, eine für vormittags und eine für nachmittags. Ta offenbar in unserer Stadt bas Bebürfnis für Beauffichtigung unb zweckmäßige Beschäftigung der nock) nicht schulpflichtigen Kinder aller Kreise sehr' groß ist, wäre zu wünschen, daß das Projekt, einen „V 0 l k s k 1 n d e r g a r t e n" ins Leben zu rufen, recht bald verwirklicht werden könnte. Zweifellos wäre es ein großer Segen für die große Zahl Kinder, deren Müttern es nicht möglich ist, selbst die Erziehung ihrer Kinder voUständig zu übernehmen, wenn sie in solch einem „Bolkskinbergarten" gegen geringes Entgelt nicht nur Beaufsichtigung fänden, sondern auch allerlei Handfertigkeit lernen könnten. Die drei Hauptsätze eines Fröbelschen Kindergartens: Entwickelung des Geistes, Kräftigung des Körpers, Bildung des Willens, kämen damit allen diesen Kindern zu gut. **Aus der Nahrung smittclbranche. Man schreibt unö: Vom 1. Oktober ab ist cs gesetzlich verboten, daß Getreide- oder Branntweinhese mit Bierhefe vermischt wird: cs kann daher nickst mehr vorkommen, daß man ür letztere denselben Preis zahlen muß, als für die wertvolle Getreidehcfe. Von demselben Zeitpunkte an ist auch für die Hefe Tekla rationszwang vorgeschricbcn. Auf dem Einwickelpapier muß also, selbst bei dem kleinsten Quantum, verzeichnet sichen, ob cs sich um Gctreidchcfe ober um Bierhefe handelt. In letzterem Falle muß vor allem das Wort „Bierhefe" oder „Bierpreßhefe" angegeben sein. Fehlt eine Bezeichnung, dann kann nur reine Getreidehcfe in Betracht kommen. Es liegt im Interesse der Hausfrauen, stets reine Getreidehcfe zu verlangen und sich nicht etwa dadurch beeinflussen zu lassen, baß man bei ber Bierhefe ein größeres Stück erhält; denn Bierhefe ist zum Backen weniger geeignet, als Getreidehefe. Man weise aber auch Getreidehefe zurück, die mit Kartoffelmehl gemischt ist, weil letzteres nicht die geringste Triebkraft besitzt, also vollkommen wertlos ist. Ucbcroies wird für eine derartige Misch hefe fast immer'ber gleiche Preis verlangt, wie für reine Hefe. Es liegt daher im ureigensten Interesse jeder Hausfrau, nur reine Getreide hcsc zn verbacken. ** T er heutige Ob st-und G enfüse ch ar kt auf Oswalbsgarten zeugte von dem reichen Erntesegen, den Garten unb Feld uns gespendet haben. Morgens V,9 Uhr waren schon 150 Wagen aus den benachbarten Orten anaefahren. Allgemein führte man aber Klagen über bie hohen Preise, bie fid) bei Obst unb Gemüse verhältnismäßig nicht viel niedriger gestalten als in dem Vorjahr 1911. ** T i e Wagenführer unserer Straßenbahn haben eben einen schweren Stand, da das Laub nur so -von den Bäumen regnet und, verbunden mit dem Tarn, auf den Schienen eine schmierige Substanz bildet. Dadurch werden die Wagen leicht zum Gleiten gebracht, und trotz der größten Vorsicht und Anstrengung entstehen hie und da Schleifstellen, die den Betrieb sehr erschweren und direkt gefährlich werden können. Zur Minderung der Gefahr sollten Leute bestellt werden, die an den ge fährliclistcn Stellen (Licher Straße, F-riedhofsweg, Frankfurter Straße) das Laub von Zeit zu Zeit abkehren und Sand streuen müßten. Landkreis Gießen. r. Lollar, 4. Okt. Gemeinderatssitzung. Anwesend : Bürgermeister Schmidt, Beigeordneter Gerlach, die Gemeinderäte Weber, Ringleb, Forbach, Bock, Schupp, Schmitt, Römer und Hofmann. Wegen Ucbcrfüllung ber verschiebenen Schulklassen ist bie Erbauung^einer neuen Schule bezw. ein Anbau an bie fetzige neue Schule notwendig geworden. Ter Borfitzendc wird beauftragt, einen Voranschlag einzufordern. — Tcm Ziegenzuchtverein wird bie Abioeibung ber Schmauwiesen für ben seither erlösten Turchschnittsprcis genehmigt. — Der Gcländcaustausch zwischen der Gemeinde und der Witwe Werner wird in der Weise abgeschlossen, daß letztere für 98 Quadratmeter von Gelände, das zur.Straßenerweiterung verwendet werden soll, ein Gcmeindestück von ungefähr 500 Quadratmeter erhält. — Zur Beschwerde des G. Scknoabe wird der Vorsitzende beauftragt, mit Schwabe wegen Erwerbung des Grundstückes durch die Gemeinde in Unterhandlung zu treten. Ter Gemeinde würde dadurch die Errichtung einer Mauer mit eiserner Einfriedigung erspart bleiben. — Auf das Gesuch des Mühlcnbesitzers Christ wegen Räumung des Backbettes wird beschlossen, vorerst nur das Schilf beseitigen zu lassen. Tie Ueberfahrt bei der Holzmühle soll durch Zementrohre hergestcllt werden: die Lieferung der Röhren wird der Firma Sack & JugHardt in Gießen zum Preise von 5,50 Mark für ben Meter übertragen. — Der Gelänbeerwerb in ber Lumdastraße umseits der Lumda wird genehmigt. Die Anwohner sollen angehalten werden, Vorgärten zu errichten. — Ter von Zimmer- meister Nuhn aus das im Sommer gefällte dürre Nadelholz gebotene Preis war der Gemeinde etma# zu gering. Da indes Stilbn nickt mehr zahlen will und die Preise nach eingc;ogenen Erkundigungen überall nickt hoher sind, wird ihm schließlich der Zm'cklag erteilt. Von verschiedenen Seiten wird der Vorschlag gemacht, im kommenden Winter das Stammholz zur 91us- schrcibung zu bringen. 0 Lich, 4. Oll. Seit heute wird hier von aus- wartiaen Händlern Kcltcrodst verladen. Ter Preis beträgt 5.50 Mk. baS Malter. Kreis Alsfeld. f. Storndorf, 4. Okt. Bei ber am Donnerstag voi- lenommenen Versteigerung ber Massen gründ stücke 0118 der hiesigen Feldbereinigung wurde die erkleckliche Summe von 44 735,00 Mk. erzielt, so daß schon ein großer Teil der entstandenen Kosten gedeckt werden kann. — Bei der Verpachtung der Dem eind e gr un ölt ü rfe wurde der Morgen mit 30-40 Mk. gut bezahlt, trotzdem den Steigerern das Entfernen der Hecken und Sterne innerhalb der 9jährigen Pachtzeit zur Bedingung gemacht wurde. Kreis Friedberg. = Bad-Nauheim. 4. Oltbr. Bis zum 3. Okt. und 35 1 37 Kurgäste angekommen, wovon ein genanntem Tag? noch 2085 anwesend waren. Bäder wurden bi§ -um 3. Oktober 468156 abgegeben. Starkenburg und Rheinheffeu. (rm) Viernheim, 4. Okt. Weitere Verhaftungen sind nunmehr in der Wilddieb sgeschichte, bei der im vorigen Monat der Forsthüter Eckert sein Leben einbüßte, durch ben Untersuckungsrid)ter erfolgt. Der burch Eckert beim Silbern erwischte Karl Sponagel von Hebbesheim bei Mannheim hat auf E. einen Schuß abgegeben, als er flüchtete, ber ben Tob des E. herbei- führte. Inzwischen hat sich herausgestellt, baß eine ganze Bande an dem Verbrechen beteiligt ist. Der Vater bed chon verhafteten Sponagel, Gg. Sponagel, ber Anton Ebert würben verhaftet, b» sie verbächtig find, die Tat im Einverständnis und auf Verabredung crusgeführt zu haben. Hkffen-Naffau. ßf Marburg, 4. Okt. Das Wintersemester a» dcr hiesigen Universität nimmt am 15. Oktober seiner Anfang. Die Imni a trikulationen haben m der Zeii bis zum 5. November zu erfolgen. Die Einführung deS neuen Rektors Pros. Dr. Tröltsch findet am Sonntag. 13. Okt., in her Aula der Universität statt. Sport. •* Fußball. Kommenden Sonntag spielt auf seinem Sportplatz an Der Hardt der Gießener Sportverein von 1900 I ■ein erstes Kreismeisterschaftssviel. Der Gegner ist der Kasseler F. E. Sport I. An den Kreisspielen dcS Hessischen Kreises tes Westdeutschen Spielverbandes beteiligen sich^3 Vereine, je 2 aus Gießen und Fiilda, 3 aus Kassel und einer and Marburg. €u Hf ebina litt. Hannover, 4. Okt. Der Flieger Birkmayer» der heute morgen von der Vahren Halder Hride Flüge unternommen hatte, stürzte infolge Versagens des Motors mit seinem Eindecker aus einer Höhe von 15 Metern und wurde am Hinterkopf schwer verletzt. Er starb bald darnach. Vermischtes. Schweres Eisenbahnunglück in Amerika. Westport (Connecticut'). Ein Personenzug der Strecke Boston — NewYork ist entglei st. AchtPersonen wurden getötet und viele verletzt. Die Wagen stürzten um unb fielen auf die Böschung, wo sie Feuer fingen. Verschiedene Personen verbrannten. * Elterliche Nachlässigkeit, lieber den grauenvollen Tod eines kleinen Mädck^ens erhalten wir folgenden Bericht, aus dem hcrvorgeht, daß die Eltenr manchmal sträflicher find als die Kinder: In Dorking (englische Grafschaft Surrey), ver> brannte die vierjährige Irene Hazlet, welche wegen einer Unart zu Bett geschickt worden war, bei lebendigem Leibe. Die Eltern achteten nicht auf das Wehgeschrei ihrer Tochter, weil sie nur eine Ungezogenheit vermuteten. Wahrscheinlich hatte die Kleine mit Streichhölzern gespielt. Man sollte meinen, daß die Schreie eines verbrennenden Kindes von denen eures ungezogenen doch verschieden wären. kk. Was die Löwenbändigerin erzählt. Dieser Tage hat ein Londoner Zeitungsmann sich von der Löwei.'- bändigerin Frmi Torey d^lvilly, die gegenwärtig in London auf-' tritt, interessante Einzelheiten über den Beruf einer Löwenbändigerin erzählen lassen. Fran d'Avilly übt ihren Berus bereits feit dem 13. Lebensjahre au5 und sie hat ihre Beru'swah! noch feinen Augenblick bereut. .Dürste ich niir noch einmal einen Beruf wählen," |o meinte sie, ,fo würde ich Löwenbändigerin. Fragt man mich jedoch, ob ich das Tierbändigen als Frauenberuf empfehle, so müßte ich nein sagen." Das Geheimnis des Löwenbändigers? Es gibt keines! Alan muß die Löwen beherrschen; alles hängt von der Persönlichkeit ab: stnd sie wild, muß man ihnen Furcht einflößen, sind sie von Natur auS sanft und ruhig, so muß man sie dazu bringen, den Bändiger zu lieben. Tie meisten sind übrigens wenig intelligent, aber trotzdem kann man sie zu beinahe allem bringen. — Es gibt wohl kaum einen Löwenbändiger, der nicht in seinem Bernie Verletzungen davon getragen bat. Tie Löwenbändigerin macht hiervon feine Ausnahme. Einmal hat ein Löwe sie angefallen, jedoch nur, weil er sie nicht erkannte. Sie wollte der Vorstellung dadurch Abwechslung verleihen. Daß sie im Kostüme eines Schulmädchens den Käfig betrat Einer ihrer Löwen, der sie nicht gleich erfannte, sprang aus sie zu und riß sie zu Boden, uni) als sie ihn anrief und er die Stimme erkannte, hatte sie schon eine ziemliche Fleischwunde davon getragen. Vompeixfieber kennt eine Löwenbändigerin natürlich nicht, aber — die Löwen kennen es. Die erste Vorführung an einem neuen Orte wird immer etwas schwierig, weil die Löwen sich erst an die neue Umgebung, namentlich an die Verteilung der Lichter, ge- ivöhnen muffen. Kleine öooesebronif. Infolge dichten Nebels stießen auf ber Kölner Vorortbahn nach Glcbback) zwei Straßenbahnwagen zusammen. Der Anprall war so heftig, baß sechs Per-, sonen verletzt wurden. Der Berliner Domchor gab am Dienstag im Saale ber Abelsversammlung in Helsingfors sein hiesiges erstes Konzert mit außerordentlichem Erfolge. Ein vornehmes Publikum spenbete lebhaften BeifaU und verlangte stürmisch Wieberholungen. Prof. Rüdel jourde' burch Ueberreichung von Lorbeerkränzen geehrt. ' _ Als in Berlin ein Schutzmann den Kutscher Johann T h i c l c wegen Zechprellerei verhaftete, wurde er tätlich angegriffen. In der Notwehr feuerte der Schutzmann und verletzte den Kutscher so schwer, daß er auf dem Transport nach dem Ztrankenhause starb. Ein Pariser Fabrikant ließ in einer Berliner Autodroschke einen Karton liegen, der echte Spitzen im Werte von 15 000 Mk. enthielt. vücherlifch. — Ludwig Uhlands 50. Todestag am 13. November ist her äußere Anlaß zu einer soeben erschienenen Biographie von Prosessor Tr. Anhur -Hartmann. Der Verfasser gibt in dieser hübsch gebundenen und illustrierten Lebensscbilderung ilLreis 2 Mk. bei W. Spcmann in Stuttgart) ein mit Liebe gezeichnetes Bild des j.id)tcr5 Uhlands Lebensgang, Familie und Häuslichkeit, sein Wirken und seine Erfolge als Dichter, als Politiker, als Wissenschaftler, sein Lebensabend unb Tod werden in besonderen Kapiteln geschildert. Eine Auswahl der besten Gedichte UhlandS beschließt das Buch. 6ct f9Vt-70 71-72 gewtcht wird die i höchsten höchsten Abendplattcn von 6 Uhr ab Filet sautö Champignons mit Mk. L40 Giefien, den 6. Oktober 1912. [6713 sagen wir herzlichen Dank. Ott» PH. Engelhardt, Gastwirt. 08895 Tagespreisen 6698 Qrhlsifvimmmi kompletter Ausführung mit Schnitzerei and Intarsien, 9vlllH*"IIIIIIlC" lackiert, in fein abgewägten Nuancen; an Mvsik und Tan- an a J. JTTMANN GIESSEN Bahnhofstrasse 29 freundliche gewissenhafte Bedienung Minna Stooß, Trichinenschauerin Karl Becker, Schlachthofwärter. 1.30 1- 110-115 102-107 93-100 R4-90 den grauendvkleit ;ben Berich!, aus Icher sind als die surret)), Der* ^lche wegen einer igem Leibe. Die er Tochter, weit ahrscheinlich hatte llte meinen, dag nen eines unge* 88—90 r, 83-83'/, 89-90 Sachgemässe Behandlung durch geschultes Personal Greife für 100 Tfb. Lebend- Schlachtgewicht 66—68 61-64 .86—10 50—54 Amerika. )ug der Streckt tPersonen Dagen stürzten euer fingen, ten. von Mk. 258 v8/io 8535»* vaNdlungSreNenden lkarl Leonbard Schäfer wurde am 1. C!t. auf Antrag des Nachlastpslegers das Wnkursverfahrcn eröffnet. stiechräanMalt Dr. Eckhard in Reinheim wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 20. Oft bei dem Amtsgericht Reinheim anzumelden — lieber den Nachlaß des Adam Balthasar Georg Walther IL MifStal- chen wurde am 30. Sept. das Konkursverfahren eröffnet. Gc- richtstarator Wolss in Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurssorderungcn sind bis tum 23. Oktober bei dem Amtsgericht Darmstadt II anzumelden — lieber das Vermögen der Firma M. A. Wittich Nachfolger |u Neu-J, cn- bnrg, Inhaberin Adam Wittich Ehefrau. Emma Sophie geb. Schorer, daselbst, wurde am 26. Sept, das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr Weiy zu Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 8. Nov. bei dem Amtsgericht Offenbach anzumelden. Wenig gut entwickelte Färsen Lleltere ouSgemäftcte llühs und wenig gut entwickelte jüngere Kühe Mäßig genährte Kühe und Färsen . pommes frites Rumsteak, garniert Kalbssteak sc.tomatem.Erbsen. ' 'einem fcVOTt. "von 1900 1 s.hS,er 'lr der Flüchen Kreises eren'k, je 2 aus arburg. Betten mit hohem Haupt Nachtwchränke mit Marmor Waschkommode mit errosser Toilette grosser zwei Uriger Kleiderschrank Stühle, Handtuchständer Hw Köller- W ,Hassia‘1906 Zur Feier deS 6. Stiftungsfestes Samstag, 5.Qkt.,abeudS9Ubr ftmnmtrg im BiMaus. e Mge unler- ' des Motors 5 Metern und 1 bald darnach. Für die uns anlässlich des 25-jährigen Jubiläums erwiesenen Aufmerksamkeiten Soupers von 6 Uhr ab ä Mk. 1.30 Mocturtle soup Hammer-Mayonnaise oder Roastbeef, garniert Junger Hahn mit Salat Käse, Butter Grösstes Versandhaus Oberhessens Extra-Versandabteiluno, Telephon 510, Kredit nach auswärts, Kataloo G oratis Küchen von 75—250 Mk., Einzel-Möbel, Kleiderschränke 26 Mk. 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Nach langen Leiden ist gestern abend Rechtsanwalt Justizrat Bangratz gestorben, her lange Jahre Führer und Direktor deS Verbandes pfälzischer landwirtschaftlicher Genossenschaften sowie AufsichtSratS- präfibent der Pfälzischen LandwirtschaftSbank und u. a. Mitglied deS GefamtauSschußeS und deS VerwaltungSratS deS ReichSoerbandeS der Deutschen Landwirtschaftlichen Genossenschaften war. Diner von 12—2 Uhr Mk. 1.3') Consommd royale Lendenschnitte i. Madeira Junge Erbsen pommes frites Hasenbraten mit Kompott Vanille erftme oder Käse, Butter Diner ä 80 Ptg. Consomm& royale Kalbsschnitzel m.Blumen- kohl und Bratkartoffeln Letzte Nachrichten. Die Lage auf dem Balkan r:/: Köln, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Tie „Köln. Ztg." erhält mit einer Verspätung von 2 Tagen ein Telegramm aus.U es küb. Optimismus gründet siä) auf die bevor' Aktion Großbritanniens und Rußlands, deren o Balkanstaaten wohl kaum entziehen können Tie gemeinsame Note der Mächte. Märkte. F.C. Wiesbaden. Diebhok-Mark tberlcht vom 4. Okt. Auftrieb: Rinder 2" (Cdjlen 16, Bullen H stütze 4), Kälber 30, Dollflelschtge Schweine von 120—150 kg Lebend- geivlchl 69V,-70*/, 87—88 (Hirnen, 5. Okt. lv, o rktberi eht. Auf tenttgem Wochen- markte kostete Butter daS Pftmd 1,20—1.30 lUfw Hühnereier 1 Stück 9—10 Pia.. 2 Stück 20 Pkg., Enteneier 1 Stück 10—0 Psg., Gänse»,er I St. 20 Pi., Käse das Stück 6—8 Psg^ Kasematte 2 Stück 5—6 Pia,, Tauben vr Vr. 0,R0—1,«)0 Mk^ Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk^ i'ahnen pr. Stück 0,80-1,80 SJft, Anteil pr. St. 2,00- 3,00 Pik., Gänse das Pfd 76-80 Big, Ochsenfleisch vr. Pid. 92-100 Big, Rindfleisch vr. Pftmd 9L—94 Psg^ «nhfleisch 80 Psa^ Schweine- s'.eisch vr. Dbmd 90—110 Pi-u. Kalbfleisch vr. Pid. 92—96 Big., Hammelfleisch vr. Pid. 70—90 Big., Kartoffeln vr. 1U0 Kg. 4.50 bis 5.00 2)irN Weitzkrant das Stück 7 bis 15 Vsg^ Zwiebeln ver Ztr. 6,00—7,00 2lk., Wlilcf) das Viter 22 Pflk. Nüsse 100 Stück 50—00 Pkg^ per Ztr. 0—00 Mk^ Birnen das Piund 10 bis 15 Pig., Zwetschen der Ztr. 3.50-6 Mk., Aepsel der Zentner 6 bis 15 Wit. Diarktzeit von 8 bis 2 Nhr. Gchate lp, Schweine 229. Geschäft mittelmätzig. Ochsen. Voklflestchiae, «msgemästete. höchsten Schlacht- wertes im After von 4—7 Jahren .... Tie noch nicht gezogen Haben (ungejocht) . . ^unge, fleischige, nicht auflgemäiiele und ältere ausgemästete....... Bull en. Vollfleischiqe, auSgew^ Höchsten Schlachtw. . . Schützen - Verein Montag abend SchützenHauS Preisverteilung Familien -Abend '""bet feiner dec 3fi( Ehrung des Qm Sonntag. la. Spn-ttM für den Winterbedarf in den beliebtest. Sorten wiv Industrie üp to date Magnum bonum Prof. Wolltmann Paulsens Juli (Salatkartoffel) und andere Sorten liefert in nur tadelloser, mrS- erlesener Ware zu billigsten Süßer Apfelmost täglich frisch von der Kelter. H. Heyne. Apselwein- Iclterei, LLalltorstraste 6, , „Zum Aquarium". I“48 Privat- Tanz-Unterricht erteilt zu jeder Tageszeit KarlSchmidt,Tanzlehrer Wetzsteingasse 3L (290 Hlnshergs gnurib Raupen leim in verschiedenen Packungen, Unterlagevavicr, grün und weih, offeriert 6452 Heiur. Hahn, Samenhandl. Kirchitrabe 13, Telephon 403 Täglich frisch gekelterten Apfelmost Georg Schäfer, Llcher Strafet 9. Annerod Zu der am Sonntag, den 6. Oktober, statt: findenden Rekruten ° Abschiedsfeier mit Tanz mufik ladet ergebenst ein Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bet dem uns betroffenen schweren Unglücksfalle sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Eltern u. Geschwister: I. d. N. Friedrich Kohlweycr. Danksagung Für bie Beweise herzlicher Teilnahme besonders für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hevding, sowie für die Ehrung durch das Ins. Reg. Nr. 116 und den Bewohnern von Gnrbenteich und Holzheim unfern aufrichtigen Dank. (08393 Die tieftranernden Hinterbliebenen: Job. Arch, Heiur. 2lrch, Gelsenkirchen. Düffeldorf. 7 3. CH. toannlmi btn b« Juni Cafe Leib * Walltorstrasse 38 Neuer Inhaber: N. KRIER, früherer Küchenchef Sonntag. 6. Oktober, nachmittag» von 5 Uhr ab: Grosses Künstler- Familien - Konzert Amszug an» der Speisenkarte: Der Verein Frenndinnen junger Miidlhen lobet n er Stützen. Laden- n. Klnderfrliul ein au eilt. Tee-Abend. auf Sonntag, 6. Oktob., abends 8 Nhr, freundlichst ein. BereinSzimmer: fintferbor, Sonnenstrahe, 1. Stock' Eingang durch den Hof. lDs/to Paris, 4. Oft Nach einer offiziösen Meldung von Frankreich vorgcschlagene gerne infame 0 t c der Mau te die Haltung der Balkan st aaten nti «billigen u id erklären, dah die Möchte keine territoriale Aenderung ans butt Balkan zu lassen und die Verwirklichung der Reformen in M a zedonien selbst in die Hand nehmen werden. Der „Wahn" ipri t sein Bedauern aus, dah England feine Zustimmung zu der Note nock) nicht gegeben habe. jk,n 5°ter dkz 'ln®» die Tot ^efühtt zu a l s sehr ernst angesehen Die Mögli risclvn Zusammenstost zu vermeiden, ist iri.r «1 c11 grobe Mtflstimmung gegen Italien, da cj die i. .11 Gelegenheit nicht voll ansHenutzt habe :/: London, 4. Okt. Nriv.-Tel irr die Beurteilung der Lage auf dem Balkan 1 i Lieferung der Jvtöbel frei ) e serbische <2 t n a t 5 a n g c i > r t . abgerciü seien. Auch der ferbikbr un> bei >ci haben die Stabt verlassen. Die Habnbeförd^cung i1. 11 Uthen, 1 DB S.SSS <0 at^-hie oon nen d'k'kr dild r beionbctw zäHkt. Tiefer n der Löwe»?, in London ari- eintr LLwrn- :n Berri bereit« 9enti4roabl noch inmal einen Bk- indigerin. Fragt ranenberut emp- nis des Löwen- uen beherrschen; wild, muß man anfr und ruhig, zu lieben. Tie ;iem kann man un einen Lörorn- davon getragen lusnahme. em- ( er sie mchl er- icbUung verleihen, sig betrat. Emer / aus sie zu und : -je Stimme er- e davon getragen, sich nicht, aber — an einem neuen ien sich er« an die ÄA.Mh”' 8-milikii-wiIii!! mit Tmz, Ncstauration ^Philoiovbenwald". Gaste willkommen! 6652) Ter Vorstand. Stamm platten Irish Stew Mk. 0.80 Original Wiener Goulasch n 0.80 Paprikafleisch mit Spätzle „ 0.80 Schweinsrücken sc. piquante „ 0.80 Sauerbraten, Kartofielklöße „ 0.80 Schnitzel mit Erbsen „ 0.80 usw. usw. [6690 Die gleiche Einteilung, hochmodern, von Mk. 425■"™ an Ferner: Ausführungen in Satin, Eiche, Nussbaum, Rüster, Mahagoni etc. WAknväiHlMQM bestehend aus: Vertiko, Etagere, 4 Stühlen, WUnolSllllilicr Sofatisch, Divan und Spiegel . . von Mk. I®*1 in besserer Ausführu g jeder Gattung Nussbaum und Eiche. Nie wiederkehrende Gelegenheit in gewicht f9V,-70 fLollfteischige Schweiae unter 80kg Lebendgewicht 68'/,-69 /, Bollfleischige Schwein« von 100—120 kg Lebend- KolnerVor- asi sechs W ” bei Mde Bluier'scher 6cinni]iierrin Sonntag abend bei Mitglied May, „Solmser Hof" iBahnhofstraste»._______08324 Gesangverein Gemütlichkeit Sonntag, den 6. Oktober, nachmittags 3 Ubr: Ausflug S nach Heuchelheim zu Mit» gliedStumvs «Ludwigsburg). Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. LröMNg ? r @c6n 0 ■TTSÖ(lw Zwiebeln trockene,gesunde Winterware 50 Silo Mk. 2.75, größere Posten bedeutend billiger, versendet Ludwig Erb, Echzell in der Wetterau. Teleobon-Anschtuff. 16444 Privat-Tanznnterriclit Tagesz. Tb. Bäulke, Tanzlehrer, Wolsstr. 9. s075W I Ttadt Kassel. Montag: Leberklöge mit Ztraut. P. König Wwe, Kartoffeln für jetzt und für d. Winter- bedarf liefert frei Haus zu Taaesvr. Heinrich Kaust I., Beltershain.__________6481 Äcpfelmill - Wr frisch entleert in all. Gröffeu ftfiferci Pb. Sommerkorn, Bleichstraffe 12.__________6432 Hausvänc 2,75 M., klein- gcmach.Abfallbolz 3.25 M. ver Starren frei ans Haus. I.Welltzöfer, Tel. 743. (6311 Bäckerverein „Friibayl“ tiieNse,.'. I*34* Sonntag, den 6. Oktober findet unser diesjähriges Stiftungsfest in Steins Garten statt. Es ladet ergebenst ein Ans. 4 Uhr. Der Borstaud. Maschinenbauer- Gesangverein. Heute abend 9 Ubr: Genera versaunnlnng Sonntag, den 6. Oktober: billig Bach Mach sMitalted Wörnerl. Treffpunkt: 2'/, Uhr Lahnbrücke. ri’/io Ter Vorstand. II. Trechsler Steinstr. 48 Tel. 581. Proben auf Wunsch. JedesQ.uantum frei HanS. Abfallholz p.Ztrl.LOMk., freieAnsuhr. Holzbearbeitung^ - Fabrik E. H. Müller.J Brenn Holz per Zentner Mk. 1.15 ans HauS. I.Havvcl, Holz-und Kohlenbandlung.5140 Zahlungsweise nach Ueber- emkunft. nicht nach Schema 2 2 jn den verschiedenen Stoss- arten und Preislagen auch abweichende (Mürtelnnrni- turen. nantasiegcwcbe in Mittcsheucn und dunklen Tonen sind vorrätig an Mk. 45.- 48.- 62.- 68.- Mau und schwara Kammgarn und Cbeviotkamm- garngewebe au Mk. 75.- 78.— Vdgencr & Schlöte! Goethes traße 9,11. das Weitgehendste im jeweiligen Geschmack zu erreichen. Die Vielseitigkeit in der Gesamtheit bringt uns dazu, jedes einzelne Genre besonders auszuarbeiten, um möglichst eine Voll- koulwenheit darin zu erreichen. Daher sind wir mit größter Beharrlichkeit bestrebt, die ausgeprägt kleidsamen und vorteilhaften Kleidungsstücke anzubieten, abgestuft für den - täglichen Gebrauch bis zu den Lurusaus- fiihrungen. Wiederum haben wir dos größte Gewicht auf gute und elegante Gebrauchsware gelegt und können deshalb in Jackenkleidern in den Preislagen von Mk. 60— bis 135.— eine Auswahl zeigen, welche, in hervorragender Weise ausgearbeitet, wohl die höchste Leistungs- sähigkeit repräsentieren dürfte. Formen, welche die Zweckmäßigkeit wahren und durch Zusammenziehung der verschiedenen einfachsten und schönsten Schnitte ein Bild der voraussichtlich gangbarsten und vornehmsten Jackenkleider zeigen. Wir können bei der Vor- läge dieser Sortimente unseren Käuferinnen eine vor- teilbaftere Anschaffung gewährleisten, als wir eS mit einer Maßanfertigung er möglichen könnten. Der individuelle Geschmack finde! durch den Vergleich der vorliegenden Formen, Farben und Preislagen gewiß seine Befriedigung beim Einkauf, da eS für uns von großer Bedeutung ist, auf jede einzelne Dame mit ihren speziellen Wünschen und Bedürfnissen Riicksicht zu nehmen. Wir halten ferner den Grundsatz fest, nicht den Masseneinkauf zu pflegen, sondern durch besondere An- fertigungen in den her- vorragendsten Konfektionshäusern und Ateliers den größtmöglichsten Einfluß auf Formen, Güte der Stoffe, Wahl der Farben und der zu verwendenden Futterstoffe usw. usw. auSzuiiben. In den Schnitten lasten wir die zurzeit besten und beliebtesten Formen in richtig ausprobierten Größen unseren Sortimenten zugrunde legen. Im Anschluß an mehrere große bewährte Ateliers haben wir seit langem die Möglichkeit geschaffen, daß unsere Modelle, oder nach unseren Modellen, für unseren Platz ausschließlich hergestellt werden. Hierfür verwenden nrir die modernsten und teuersten Stoff-Oualitäten, in sauberer Schneiderarbeit verarbeitet. Diese Genres bilden das Exakteste, was auf dem Gebiet an Ausarbeitung zu leisten ist und sind, falls eine Extraanfertigung gewünscht oder notwendig ist, in gleichen Stoffarten und Garnierungen, ohne Preiserhöhung zu liefern. Tie Preislage dieser Modellsachen ist von 89 Mark aufwärts. Tie Güte der Stoffe richtet sich natürlich nach^der Preislage: die Fabrikation der Stoffe ist aber so weit fortgeschrit- ten, daß Jackenkleider in der billigen Preislage von ca. 30.— Mark an den an sie gestellten Anforderungen Stand halten. Darauf legen wir bei der Verarbeitung den größten Wert, daß die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Gewebe nichts zu toün- schen übrig lassen darf. Freilich ist eS dabei unvermeidlich, daß unS die Mode Stoffe und Farben vorschreibt und in die Hände spielt, welche für unS un- kontrollierbar sind, aber viele Stoffarten und Gewebe sind langjährig von uns erprobt und erscheinen, der Mode entsprechend, in neuen Bindungen und Webarten immer wieder. Um außerdem noch ganz besondere Stoffe in Jacken- kleidern zur Verfügung zu haben, lassen wir eine ganze Menge schöner Stosse eigens für uns anfertigen oder liefern. Wir werden bei diesen Anfertigungen von feiten der Fabrikanten geschützt, so daß manche dieser Webarten sonstwie überhaupt nicht vor- bfnden sind. Wir können dodurch viel länger die besten Stoffe verwenden, wie Aackenllcid in mob. (Süriclform. Melierte od.schmalgestreiftcStoffe Mk. 89.- VdgenerÄ Schlöte! Goethes tr^fie 9.1L Wir haben jetzt ein grosses Lager in VLäntdn jeder Art Neueste Schnitte, praktische solide Stoffe unJ- kleidsame Formen. den ft Mite Thema: Forderungen I aus behandelt- Bunner t. SH» Kunden und, ie weiter M ausdehnt. 2 den Grundbec Seien nack n triftiger Kraft font nuten, t|t grafte MM MnnigialtM Weg der, da» mehr nach alb innerhalb nnie Kalanslalten, dem Untern^ Mensch« bejit Niemand l sie zu verstehen Gewinn an se einen Fochchri Sinne besieht diesem Fortschi großen Gebiete ist Henle nicht das eine von b stand des Gyn den Geistescrze da sosort auch welk zugute kor sondern es m Wissenschaft zu Hang einer en ordnet. Vor a und Geistesweli heute, wenn de Fühlung hat, ö. Wicklungskehre c Iateini/dje unb bisher geschehen bat SebrDlan bet eine GeisteMduw Spielraum nötig Ährplanes. In stimmte Vorschlag des Gymnasralun TMde Th vom Stant aus der Tirekto (Bochums, inben der Realgymna noch alle aus d dem künstlich kc aus erlerntem der Praxis aufg, Stall der Lehrt ieber Lchularzt ksne Freiheit gi zwhung nicht n Haltung der HZ wendig. Für t drei Haupt and Matbemat bn der Fülle gehender Arbei r'chts ist den an die Gpmnc ZAer tätiget Allen sollen Wter im Leb a°er davor gen fliegt wird, w ^tandpunk |W schulrei >chl'e,;en. Bal der tür die E durchs^ ?en ^danken- i? Volksschui Ziehung tWtinb ist wt, Somfet L S 'Nein I £ cntM°iie Jtnmer nteh- , Gedanken? S ben fff durch berart s ^et u fremde u,n'" L-G einer Wen.