im Sh >bt: V! Üni,:. c inH<"v{Ibi[ ... KK '' ** «*ob Nr. 287 Der Eichener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: vier in al inocbeiitlid EiehenerZamiliendlätter, zwkiinalwöchenil.Areir- blattfürdenUrciiSiehen (Dienstag und Areiitin); zweimal monatl. Land- ViNschaflliche «Zeitfragen gerniprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Exoedwon 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Annahme von Anzeigen für die Tagesnuniiner bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 162. Jahrgang Donnerstag, 5. Dezember (912 General-Anzeiger für Oberhessen JwfTjJJÄr V3 O Ve,na»vre, >. WJ monatlich 7^ Pf^ viertel- IVA A AA A AA ® AA a A A A A. AA durch A y \ ■■ Bk Abhole- u. Zweigste ü M wA Hfl fl d HZ fl W ■ ■ Aw VE ■ ■ B A af Aw EvT monatlich 65 w.. durch , B Fl 4Sk | B B EF B bie'Boi-t k \ gJF . J 5 - 1« ßf M B 35 B B IC S B W Br B Wendig. k > _ Fl jLK. , £3 A rJ5 K| |E Wk B Vk ö «k . B Zeilenvrert: lokal LL tzi^ WuJr WF E 33 B W 1™^ H Me J3 vX auSivärw 20 biemuq. tl M _ fr® Chefredakteur: A (voetz. & r ■ Verantwortlich für den General-Anzeiger für Gberhessen ZUZ Hotafionsöntd und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zleindruckerei R. Lange. Reöaftion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Ani»" E.Heß^für den ___________ Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Anzeigenteil: $>. Beck. Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten. m nicht ioeniger al’ rtcnt elterlichen Hach , vor einer schlecht ähMgen der Behöld» nicht ermittelt ircrta lgehorenderT racher la& geübt morden mar. landete in der M untetjber BanAas- . dkr sladtivaiierkur: 1 die hereinbrechendüi irspüli und das Eid )d Ltrahenbahn. jte. Etwa eine Elurch > man eine Umleitung ehr ist mit dem Au." rlin. 3nbie.Sau» eukölln am Wasser i> ftattgqunben. Seit hatten, begann unter iuiittem. Mc Ach nichts anderes übrig, urchbrechcn. Ä falle n Gleichgewich, sonst weggerissen und vD- eben. 2er 3mW■ Hat zur Folge Hula Giehcner Theaterverein. Die Walküre von Richard Wagner. (Gastspiel der Darmstädter Hofoper.) Gießen, den 4. Dezember 1912. Ein großer Tag für das Gießener Stadttheater! Ein Werk Don so gewaltiger äußerer und innerer Größe hierher zu ver- vilanzen, selbst wenn es durch so hochstehende Strafte wie die Tarmstädter Gäste geschieht, bedeutet ein gewisses Wagnis. Um io freudiger ist anzuerkennen, daß cs im ganzen so schön und glücklich gelungen ist. — Große innere Schwierigkeiten bereitet vor allem der andauernde Hochflug des Werkes, der alle Mitwirkcndcn zur intensivsten Anspannung ihrer Strafte zwingt: nicht geringer sind die äußeren Schwierigkeiten: großartige Bühnenbilder, dramatische Vorgänge von ungewöhnlicher Kornpli- 'ierthcit und gewaltige Anforderungen an die Besetzung. Neben 2 Sängerinnett 1. Ranges (Sieglinde und Brünnhilde- und einer Dritten Solistin (Fricka' verlangt das Werk nicht weniger als acht sicher geschulte und ftinnnfräftigc Walküren, dazu nach den Weidingen Wagners wenigstens ein Orchester von über 100 Spielern ibarunter 64 Streicher, 16 Blechbläser und sogar 6 Harfen!>. 3n diesem Punkte muß sich der Meister natürlich hier wie ander - mürts erhebliche Einschränkungen gefallen lassen: leider Irenen solche schon aus musikalisch-technisä>en Gründen zumeist die Streichinstrumente, und cs läßt sich nicht verkennen, daß hierdurch das Meichgewichtsverhältnis zwischen den verschiedenen Tonkörpcrn stellenweise gestört wird, es sei indes schon jetzt bemerkt, daß cs Herrn Kapellmeister Lert fast überall gelungen ist, durch richtige -lbschatticrung der Tonstärke das drohende Ueberwiegen der Bläser ölt verhüten. UcbrigenS ist man ja in dieser Beziehung neuer» ^itlgs manches gewöhnt worden, angesichts der noch weit über Magner heransgehcnden Orchesterforderungen eines Strauß oder Nahler; Berliotz (dem wir nächstens im „Requiem" mit einem -Massenaufgebot von Posaunet! und Pauken begegnen werden) tat, sogar einmal den Plan zu einem Ricsenorckicster von 467 -'.nftrumenten, z. P. 37 Kontrabässe, 30 Harfen, 30 Klavieren 1:1 id. ausführlich entwickelt und sich davon die ungeheuersten Wir- langen versprochen! Einer solchen Häufung der Mittel bedarf Wagner auch für seine stärksten Wirkungen nicht, m seinen späteren Werken ist er sogar wieder zu einer Vereinfachung tas Orchesters zurückgeieiut. — Unter den vier „Tagen" der ^sibelungen-Tetralogie hätte nun zweifellos eine günstigere Wahl 111 getroffen werden können; die Walküre ist ja nachgerade zu churtzvinlel in Lon« ns Makitosä: nn die Künsllmn tu auch ihren Mann z- Täterin mürbe rouge einem Ricseiv usn brannten bis'' imilien sind obdaW Lalifax lNeuM S des der Ammc« jieanber" nngefoniinß- >i(en von Halifai Dcv 3efuifenfottfliff. §err v Bethmann Hollweg Bat gestern im Reichstage dem Sprecher des Zentrums über die neueste Jesuiten-- Angelegenhcit m überaus wirksamer Weise Rede ae- standen. Herr Spahrn — das war dieser Sprecher — hatte in den höchsten Tönen der Regierung das Vertrauen aufge- kündigt und Kanzler sowie Bundesrat ungerechter Behandlung der Katholiken beschuldigt. Ter Kanzler ließ sich in ferner Antwort zu keinerlei leidenschaftlicher Erörterung hinrerßen, aber er fand in seiner ruhigen, sachlichen Erklärung zugleich doch die würdige, aus dein .Herzen kommende Note, wie sie einer so wichtigen Gewissensangelegen- heit zukommt. Er müßte damit jeden einsichtigen Katholileii überzeugt haben, daß der Bundesrat und er, der Kanzler selbst, nicht entfernt daran denken, die Freiheit und qleicli- mäßige Behandlung des Katholizismus im Deutschen Reiche irgendwie auzutasten. Trr erklärte, der Bundesrat habe — "icht einmal aus eigner Initiative — die bisherige Hand- ltabuna des seit 40 Jahren gültigen Jesuitengesetzes lediglich kodifrzrert. Weitere Darlegungen wird, da es sich um cme Rechtsfrage handelt, der Staatssekretär des Reich-t- lustizamtes machen. Der Fraktionsbeschluß des Zentrums, der Regierung das Vertrauen zu kündigen, war doch ivohl unklug und übereilt und dürfte die Gegner des Zentrums nur desto wachsamer gemacht haben. Aus Berlin wird uns noch geschrieben: t Die Forderung des Zentrums, das Jesuitenkompromiß des Zundesrats vom 28. November rückgängig zu machen und die Auskundtgung der Freundschaft an den Reichskanzler ist im (vrunde nichts anderes als die Vorbereitung des letzten An sturmes gegen den noch bestehenden § 1 des Reicbsgefetzes vom Ist. Ium 1872, dessen § 2 am 8. März 1904 fiel. Es ist die letzte Mine gegen das Jefuitengefetz. Wird Herr v. Bethmann. vollweg dem Konflikt gewachsen sein? Schließlich ist es doch immer noch derselbe Reichskanzler, der sckwn als Ministerpräsi- öent im preunischen Abgeordnetenhaus am 7. März 1911 in machen des Modernisteneides erklärte: „Wenn solche Kundgebungen darauf hinausgehen sollten, das staatliche Interesse zu übergehen, dann heißt es Kampf gegen Kampf!" Wie sehr das staatliche Interesse durch den Vorswß der Zentrumsführer gefährdet ist, darüber möchten wir den verantwortlichen Partei gellen einiges ins Stammbuch schreiben. Erinnern sich die Herren Lpahn und Gröber vielleicht noch dessen, was Bismarck zu emer Zeit, als er sich keineswegs in der „Hitze des Kulturkampfes" befand, in aller Ruhe und Abgeklärtheit bekannte: „Tie Gefahr, die die Tätigkeit der Jesuiten für Deutschland, seine Einigkeit und nationale Entwicklung hat, liegt in ihrer ganzen internationalen Organisation, in ihrem Lossagen und Löslösen - von allen nationalen Banden und in ihrer Zerstörung und Zersetzung der nationalen Regungen überall, wo sie denselben bei kommen." Sollte aber Bismarck heute zu sehr als Partei in der Jcsuitcnsrage gelten, so durste wohl gegen das Zeugnis Clemens XIV. überhaupt nichts cinzuwenden sein: als dieser Papst den Jesuitenorden aufhob, begründete er dessen Gefährlichkeit mit den Worten: „Kaum war die Gesellschaft Jesu ge gründet, als sie den Samen der Zwietracht und Eifersucht aus- skreutc, nicht nur zwischen ihren eigenen Gliedern, sondern euch zwischen den Weltgcistlichen, den Universitäten und selbst dm Fürsten, von denen sie ausgenommen wurde. Ter ganze Erdkreis ist durch sie beunruhigt worden. Viele ihrer Mitglieder heben dem strengen Glauben und den guten Sitten gefährliche Lehren verbreitet, dazu die ungeistliche Begierde nach irdischen Gütern. Alle Maßregeln unserer Vorgänger sind vergeblich gewesen, um Grundsätze auszurotten, die der Hl. Stuhl mit Recht als anstößig erkannt und als den guten Sitten schädlich verurteilt hat." Und ein anderer hoher katholischer Würdenträger, der Domherr von Wessen berg, schrieb: „Tie Grundsätze des Jesuitenordens sind so beschossen, daß sie un- Ic" für b(. ^genommen zu tteij.; ö^ährlchcr' wichtig^. e besonder Ätl9ung b?r ^tlern gleich, ij^ju bchalv, ‘ „ .3ei günstigen e?6?e\ 9T0RCIC" » der Haupt. * M ] des Wmterfch Einten So wurd: varzivalbbcchii crii. , toobutd) Mijch-r hivarziralb vorzuo. l-'ben, und über bi? bc:- Sdjtvai-, telegraphische Met. crt za ffläßlgt" Hj >on sell'st- . usa^enM s« f* f®' «wtM1 -- so®* l- B'K Ä!L j dcc - vermeidlich die christliche Glaubens- und Sittcnlehrc verderben und das Verhältnis zwischen Staat und Kirche zerrütten müssen. Gelingt es dem Orden, auch in Deutschland selten Boden zu sinden, so ist ein heftiger langer Kampf des Lichtes mit der Finsternis vorauszusehen, ein Kamps, der dem Frieden der Kirche wie der Rübe der Staaten gleich gesährlich werden dürfte." Ter Jesuitismus ist aber auch — um auch dies hervorzuheben — cirt Feind jeder gesunden w i r t s ch a s t l i ch e n Entwicklung. Bände davon könnte man aus der Geschichte füllen, wie die Jesuiten ihre Brauereien und Brennereien und Wcinkcllereien, wie sic ihre landwirtschaftlichen Betriebe, Konsumhäuser und Hotels zum unsagbaren Schaden der Volkswirtschaft und des Volkswohlstandes errichtet lwben. Was von dem Ansturm der Jesuitenfreunde gegen die Reichs- rcgierung religiöspolitisch zu erwarten steht, beweist am besten die Lehre des jetzigen Jesuitengenerals in Rom, Wernz, in seinem Jus dccretalium, Band I, 13 ff.: „Die gültig getauften Mitglieder der nichtkatholischen christlichen Sekten sind formelle Rebellen gegen die Kirche, wenn sie hartnäckig in ihren Irrtümern verharren. Deshalb ist es ein schwerer Irrtum, zu glauben, die verschiedenen christlichen Selten, z. B. die Anglikaner, Lutheraner, Russisch-Orthodoxen usw. seien legitime Teile einer gewissen allgemeinen Kirche und der katholischen Kirche gleichsam als Schwesterkirche verbunden." Ta bei den jetzigen Besprechungen im Reichstag von Zentrumsseite wieder „Jcsuitensrage" mit „katholischer Kirche" vertauscht und verwechselt wird, so mögen alle Freunde der Wahrheit und des ehrlichen parlamentarischen Kamvses an die Worte erinnert sein, die der Kardinal und päpstliche Staatssekretär R am pol l a, den man den künftigen Papst nennt, in Rom öffentlich ausgesprochen hat: „Tie katholische Kirche erfreut sich nirgends einer größeren Freiheit als in Deutschland" und an die Worte, die Leo -XIII. am 19. Juni 1902 durch General Loe als Antwort des Papstes an den Deutschen Kaiser bestellte: „Das Land in Europa, wo je der Katholik ungestört und frei seinem Glauben leben kann,' ist das Deutsche Reich." Und was sagte der Teutsche Kaiser? „Wer behauptet, daß meinen Untertanen katholischer Konfession Schwierigkeiten in der Ausführung ihres Glaubens gemacht werden oder sie gezwungen werden sollen, von demselben zu lassen, macht sich schwerer Lüge schuldig." Derselbe Deutsche Kaiser Wilhelm H. ist aber sicherlich auch der Ansicht seines Lieblingsautors Houston Steward Chamberlain, der den Jesuitismus bezeichnet als den „gefährlichsten Ansturm, der je auf germanisches Wesen unternommen wurde", und als einen „Widerspruch mit allem, was wir Jndoenropäer jemals Religion genannt haben" Nach dem Waffenstiklstanö. Die interessanten ergänzenden Nachrichten über den Waffenstillstand, die man vielfach erwartet haben mochte, sind heute ausgeblieben. In dem Protokoll heißt es, daß, wenn die Fortsetzung des Krieges beabsichtigt wird, die Kriegführenden 48 Stunden vorher davon in Kenntnis sein müssen. Griechenland hat noch keinen Schritt getan, der die Lage ändert. Die Türkei soll bereits Anordnungen getroffen haben, daß die Feindseligkeiten gegen die Griechen wieder ausgenommen werden. Wir erhalten folgende Meldungen: Konstantinopel, 4. Dez. Tie Regierung traf bereits Verfügungen, um Lebensmittel nach Adria- nopel und Skutari zu senden. Tie Bevölkerung der belagerten Plätze wird die Freiheit haben, zu gehen, wohin sie will. > Die offiziöse Presse tadelt lebhaft, daß Griechenland sich dem Waffenstillstand nicht anschloß und betrachtet die 5^altung Griechenlands als Beweis für mangelndes Zusammenhalten des.Balkanbundes. DieTürkeiwerde den Krieg gegen Griechenland fortsetzen, bis dieses den Standpunkt der Türkei anerkenne. In dem heute unterzeichneten Waffenstillstands- Protokoll heißt es: Um die Feststellung der Friedenseiner Volkstümlichkeit gelangt, die man früher für unmöglich gehalten hätte. Ich gedenke noch mit lebhafter Befriedigung der Zeiten ihrer Erstaufführungen, wo cs schon einer Dosis Mut bedurfte, für dieses Werk einzütreten: Publikum wie Musiker (besonders die letzteren!) wetteiferten damals in Protesten, Schmähungen und Unglücksprovhezeiungen. Und heute! Wie vertraut muten uns schon diese Klänge an, besonders die allgemeiner bekannten Glanzstellen: die Liebesszene, die Todesverkundigung im ersten Akt und der Schluß — wie lebt und glüht da alles von echtester, tief empfundener und genial aufgebauter Musik, ja von wirklicher gesangvoller Melodik, — sofern man nur unter „Melodie" das richtige versteht (das alsbaldige Nachp eifen-kömien beim Heimweg, gehört nicht unbedingt dazu!). — Nun zu unserer Ausführung selbst. Sie war eine durchweg sehr erfreuliche, teilweise sogar hervorragende und begeisternde Leistung, die den Darmstädter Gästen zu hoher Ehre gereicht. Weim man die Nibelungen an einer Reihe größerer Bühnen gehört hat, wo bald diese, bald jene Rolle einen ungewöhnlich begabten Interpreten besitz!, so gerät man leicht in die Versuchung, die da und dort Borgerunbenen Einzel-Vorzüge in Gedanken zu 'kombinieren und sich so ein Idealbild zusammenzustellen, dem in Wirklichkeit eine Einzel- Aufführung, die auf Kräfte verschiedenen Ranges angewiesen ist, nie ganz entsprechen kann. Von einem derart unbilligen Maßstab muß natürlich abgefeben werden, andererseits aber möchten wir es verschmähen, die Maßstäbe zu niedrig zu nehmen. Das scheint uns gerade die Höhe der Ausgabe und der Respekt vor dem künstlerischen Range der Ausführenden zu verbieten. Nur unter letzterem Gesichtspunkte möchten wir einige kritische Bemerkungen machen: Das prächtig geschulte und temperamentvoll geleitete Orchester ließ doch hie und da die volle Tonreinheit, wie das unbedingte Anschmiegen an die Singstimmen vermissen: diese wurden z. B. im letzten Akte mehrfach vom Orchester erdrückt — trotzdem es zweckmäßigerweise versenkt aufgestellt war. Anderes gelang wieder ganz wundervoll. Auch die Regie stand, zumal in den zwei letzten Akten, auf der Höbe ihrer Aufgabe. Unter den Sängerinnen ragte Frl. Geyersbach als Sieglinde durch Stimme, ^Tonreinbeit und Spiel besonders hervor: auch Frl. M. von S u g h erhob sich, namentlich in der ergreifenden Todesverkündigung und beim Abschied von Wotan zu bedeutender künstlerischer Höhe: aus der weniger dankbaren Rolle der Fricka wußte Frl. Jacobs das Mögliche an Wirkung herauszuholen: das Ensemble der acht Walküren ist so ziemlich an allen Bühnen ein etwas wunder Punkt — die Schwierigkeiten der Besetzung und der gesanglichen Aufgaben sind fast übergroß, zumal gegenüber dem Ansturm te Orchesters. Gegen dieses hatten auch Präliminarien zu ermöglichen, schlossen die Regierungen bei Türkei, Bulgariens, Serbiens und Montenegros einen Waffenstillstand aus unbestimmte Dauer ab. Wenn die beiden Parteien sich über die Friedensbedingungen nicht einigen und eine Fortsetzung des Krieges notwendig werden sollte, so müssen die Kriegführenden sich gegenseitig 48 Stunden vorlser von b er Wiederaufnahme der Feinbseligkeiten in Kenntnis fetzen. In ber Tschatalbschalinie ist mit dem Bau von Baracken für die Ueberwinterung ber türki- 'scheu Truppen begonnen worben. Die verhindernben neutralen Zonen werben von den Generalstäben der beibert Parteien festgesetzt. Zur Festsetzung der Zonen werden die Montenegriner Sonder- aesandte nach Skutari, die Bulgaren nach Abrianopel unb oic Serben zur Westarmee entsenden. Die Del gierten werden sich mit den türkischen delegierten auseinandersetzerr Sofia, 4. Tez. Die Bevollmächtigten für den Waffen« stillstand, Tr. D a n e w und Finanzminister Theodorow. verlassen morgen bas .Hauptquartier, um nach Sofia zurückzukehren. Man glaubt, daß auch ber König zurückkehrt. Es werden nunmehr Delegierte für die Frie- densverhandlungen bestimmt. Ab morgen wirb der Ein- unb Ausfuhrverkehr im ganzen Laube in ber regelmäßigen Weise ausgenommen, oa ber Warentransport auf den Eisenbahnlinien wieder eingerichtet ist. 2ic Haltung Griechenlands. Aus Sofia wird gemeldet, daß Griechenland sich eine Frist von 24 Stunden ausbedang, um sich der Unterzeichnung des Waffenstillstandes anzuschließen. Im Falle des Nichtanschlusscs beteiligt sich Griechenland gleichwohl au den Friedeusverhandlungen. x Das griechische Organ „Neologos" meldet aus Athen: Tie Haltung des Zaren Fe r d i n a n d läßt viel zu wünschen übrig. Taher dürfte schon in den nächsten Stunden der Ministerpräsident Venizclos nach Sofia die Mitteilung gelangen lassen, das; Griechenland ans dem Balkan-- bunb ansscheidct. Der Beginn der Friedensverhandlungen. Konstantinopel, 4. Tez. Wie der Vertreter des. Wiener Korr.-Bureaus von authentischer Seite erfährt, werden die Friedens der Handlungen in etwa lOTageninLondonbeginnen. Als erster türkischer Bevollmächtigter wirb Reschid Pascha fungieren. Die übrigen Bevollmächtigten sind noch nicht bestimmt. Ueber die Grundlagen der Friedenspräliminarien soll bereits ein Einvernehmen bestehen. Tie Unterhandlungen mit Griechenland wegen des Waffenstillstandes dauern fort. Man hofft, baß bic griechischen Bevollmächtigten übermorgen nach-Tschataldscha kommen, um die Annahme bes Protokolls mitzuteilen. Nach Melbungen aus Sofia soll die neue bulgarisch- türkische Grenze von den Msseu Maritza unb Ergene gebildet werden. Tschorlu würbe bann bulgarische Grenzstation werben. Die Botschafterkonferen,;. Wien, 4. Dez. Ter österreichischen Regierung liegt der formelle Vorschlag ber englischen Regierung vor für eine Zusammenkunftberinein er Hauptstadt beglaubigten Botschafter zur Besprechung der aus dem Balkan krie^r entstandenen Fragen. Tie österreichische Regierung röirb zu bem Vorschlag, ber hier sympathisch ausgenommen worden die Vertreter der männlichen Rollen vielfach schwer zu kämpfen. Herr Becker als Siegmund und besonders Herr Weber als Wotan boten hervorragende Leistungen, die um so anerkennenswerter sind, als beide Rollen neben gewaltigen Stimmitteln ein hervorragendes Spiel und gute Aussprache verlangen. Weniger vermochte Herr Schützendorf mit seiner zwar kräftigen, aber etwas flackernden Stimme der Partie des Hunding gerecht zu werden. Bei sämtlichen Rollen wäre freilich die fortdauernde Verständlichkeit der Aussprache sehr wünschenswert — aber wohl nur auf einer Jdealbühnc im Land Utopien zu erreichen' Werke dieses Schlages stellen eben hohe Ansprüche auch an das Publikum — es muß auch selber einige Vorarbeit leisten, in die L-ache sich vertiefen und den Text zuvor sich möglichst zu eigen machen: das wird das Verstehen der Tichtung wie das geistige Bewältigen der Musik mit ihrem komplizierten Motivengeslecht sehr erleichtern und damit Genuß und Gewinn aus dem Wer." ungeahnt Neigern. — Sehr anzuerkenncn war, daß man pietätvoll die Kürzungen aus ein bescheidenes Maß beschränkte: im zweil-n Akt sind solche — wenn auch für das Verständnis der Sinnesänderung Wotans bedenklich — aus Zweckmäßigkeitsgründen schwer zu vermeiden und auch fast überall üblich. — Tas gänzlich ausverkausle Haus folgte der Darbietung mit hingehendem Interesse und bewies seine Dankbarkeit durch begeisterten Beifall und zahlreiche Hervorrufe. Tas schöne Gelingen des feftlichen Abends wird unserem verdieiistvollen Theaterverein gewiß eine Genugtuung und ein Ansporn zu weiteren großen Taten fein. p • — Ein historisches Spiel von Ernst von Wol- zogen. Aus Breslau, 1. Dezember, wird uns geschrieben: Ein „Spiel in fünf Aktussen" von Ernst v. Wolz.ogen, betitelt „Eine fürstliche Maulschelle" erlebte im Lobethea- ter seine Uraufführung. Tas heitere Werk behandelt die Fahrten und Abenteuer des Piastenhcrzogs Heinrich von Liegnitz unb feines Kumpans Hans von Schweinichen, und spielt im Jahre 1587 meist in Schlesien ^auf dem Liegnitzer Piastenschloß, im Herrenhaus zu Hermsdorf, auf Burg Gröditzberg, teils in Köln. Di' Handlung ist reich an hübschen Episoden, aber arm an dramatischen Leben. Nur die Liebesaffäre des derbcn „jungfräulickm" Hanä von Schweinichen mit der Margarete von Schellend e, bic ihrem Liebsten unerkannt als Knappe ins kriegerische Treiben folgt, vermag etwas Abwechslung in den sehr diinn geschürzten Knoten des Stückes zu bringen. Turch eine Maulsckiellc verletzt Heinrichs Gemahlin ihren Herzog und flieht zum Markgrafen von Ansbach. Ernst v. Wolzogen hat sich bemiüht, burd) die leicht schlesisch- ^lussv Mittii ‘"9. Provinzial-rlusschutz der Provinz Obrrhcffen. L. Gießen, 4. Dezember Anwesend Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Ufmaet und 6 Mitglieder. Anfang 9, Ende 12 Uhr. 1. Enteignung von Gelände in den Gemar kungen Schwalheim und Bad-Nauheim zur Er Weiterung des Bahnhofs Bad-Nauheim. Die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat für das fragliche, dem Kreis Friedberg gehörige Gelände, so weit es als Krersstraße weiter benutzt wird, 30 Pfg, und so weit eS als Straße wegfällt, 1.25 Mk. für den Quadratmeter geboten. Mit diesem Angebot erklärte sich die Kreisstraßen- rerwaltung nicht einverstanden. Die Lokalkommission schätzte den Wert ebenfalls auf 30 Pfg. und 1.25 Mk Dieser Schätzung schloß sich heute der Prorinzialausschuß an und sprach die Zulässigkeit der Enteignung des bean Pruchten Geländes aus. Ausland. Stiftung einer halben Million. Die „Neuer Freie Presse" meldet: Der Bankier Sh Sp rin gerader jüngst die Baronesse von Roths heiratete, spendete eine helbe Million Kronen für bad i reichische Rote Kreuz. 5Ä«n)- , ’ übt im s'Zioeites • >K >» *J( " Aikkansi In Mein Petersburger Stimmen zur Rede des Reichskanzlers. Petersburg, 4. Dez. Zu der Rede des deutschen Reichskanzlers schreibt „No wo je Wremja": Die Geschichte wiederholt sich, aber die Umstände sondern sich. Das Rußland von 1912 ist dasselbe wie das von 1909. Eine nähere Betrachtung der Worte des deutschen Reichskanzlers zeigt, daß diese nicht absolut, fonbem nur bedingt zu verstehen sind, da der Kaiser eine Unterstützung Oesterreichs nur in dem Falle, daß die Existenz Oesterreich-Ungarns bedroht werde, jur nötig hält, trotzdem sei Bor siebt für Rußland geboten und es fordere daher die staatsmännische Umsicht, sofort dieinDeutsch- land liegenden kolossalen Summen derrussischen Staatskasse zurückzuziehen. Der „Rjetsch" schreibt: Die Rede ist ein neu e r u nd sehr ern st er F a kto r d er Charakterisierung der internationalen Lage, lieber die Momente, welche die Gefahr eines euro- p ä i s ch e n Konfliktes in sich bergen, stimmen die A u f - fassungen der russischen und deutschen Diplomatie überein. Die Rede spricht deutlich aus, daß Deutschland nur Lebensinteressen Oesterreichs unterstützt. Die Zeitung bedauert das Schweigen der russischen Diplomatie, das durch die Haltung der russischen Presse nicht begründet sei. In Petersburg le: der Wunsch nach Frieden nicht geringer als in Berlin. Ter deutsche Standpunkt treffe in vielem mit den vermuteten russischen zusammen. Die „B i r s ch e w p j a W j e d o m o st i" schreibt: . "In russischen diplomatischen Kreisen sei man von der Friedensliebe Deutschlands überzeugt. Die österreichische Krieqs- fertlgkeit unterliege trotz allem Säbelrasseln einigen Zweifeln. Italien sei kriegsmüde und Deutschland trage sich mit einer Umbewaffnung seiner Artillerie. Die LV?^-Entente sei dagegen auf alles gerüstet. Deshalb sei die russische Diplomatie optimistisch und hoffe, daß Bulgarien die Früchte seiner Siege ungeschmälert genießen werde. 165 Sh - Ein genossenschaftlicher Zusammenbruch. Vor geraumer Zeit müßte über das Vermögen des Spar- und Kreditvereins Niedermodau in Hessen, e. &. m. u. das Konkursverfahren eröffnet werden. Nach der Kvnkursbilam betrugen die Aktiven rund 900 000 Mark, die Passiven 2 500000 Mark. Jedes haftpflichtige Mitglied der Kasse muß jur Deckung des Fehlbetrages zweihunderttausend Mark als Vor schuß einzahlen. Der Kreditverein zählt 196 Mitglieder. Ti er als „Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht" gegrünbd ist, hasten die 196 Mitglieder mit ihrem ganzen Vermögen jfa den Fehlbetrag von 1600 000 Mark. Von den 196 Mitgliedern ist ein Teil vermögenslos oder nahezu vermögenslos. '91 nbeit besitzen em Vermögen von 1000 Mark, 2000 Mark, 4000 Mail usw. Nur ganz wenige besitzen ein Vermögen, das auf 100 000 Mk oder mehr zu veranschlagen ist. Ein einziges Mitglied soll ein Vermögen von etwa 200000 Mark haben. Die gesamten Vermögen aller Mitglieder werden den Betrag von 1 600 000 Mark bei weitem nicht erreichen, so daß Trine Aussicht besteht, den Fehlbetrag durch die haftpflichtigen Mitglieder vollständig zu decken. Nach dem Genossenschastsgesetz ist der Fehlbetrag in zifstr- inamg gleichen Beträgen auf die haftpflichtigen Mitglieder au3< zuschlagen. Hierbei sind die Ausfälle, die bei den ganz ober teilweise zahlungsunfähigen Mitgliedern entstehen, zu'berücksichtigen. Da nun, wie sich aus den obigen Zahlen ergibt, das gesamte Vermögen aller Mitglieder zur Deckung des Fehlbetrages nicht ausreicht, so war es nach dem Gesetz erforderlich, die Zu- ichüise der Mitglieder von vornherein so hock zu berechnen, datz das geiamte Vermögen jedes Mitgliedes mit Beschlag belegt werden kann. Ta das höchste Vermögen eines Mitgliedes auf 200 000 Mk an-T^t tvird und da die Haftsumme ziffernmäßig für jedes Mitglied gleich sein muß, hat das Konkursgericht die Haftsumme für iedes Mitglied auf 200000 Mark festgesetzt. Hätte das Gc> richt die Haftsumme geringer festgesetzt, so hätte dies zur Folge haben können, daß die minderbemittelten Mitglieder alsbald mit ihrem ganzen Vermögen in Anspruch genommen worden wären, während die begüterten Mitglieder Zeit gefunden hätten, ihr Vermögen in Sicherheit zu bringen; später wären dann die D^luste der Spareinleger um so größer geworden. Da jedes bei 19b Mitglieder mit seinem ganzen Vermögen haftbar ist, muß nach dem Gesetz das ganze Vermögen jedes Mitgliedes in Beschlag genommen werden. Aus dieser gesetzlichen Notwendigkeit entspringt ein namenloses Elend. Die meisten Mitglieder sind nichts im geringsten an dem Zusammenbruch der Kasse schule. Vollständig ahnungslos sind sie Mitglieder des Sparvereins geworben, wie tausend andere Menschen Mitglieder anderer Vere« geworden sind. Unter der Führung des Banldirettors Stein in Darmstadt fat sich nun als G. m. b. H. ein „Schutzverein für Nieder- m o b a u" gebildet, der seine Tätigkeit in der nächsten Zeit ir verstärktem Maße aufnehmen will. Um die wirtschaftliche ikrisil die der Zusammenbruch Niedermodau verursacht hat, mögliO rasch zu überwinden, will der ,,Schutzverein" die Forderungen der Spareinlagen gegen einen entsprechenden Nachlaß erroetb» und Auszahlungen an die Spareinleger leisten. Die hierzu erforderlichen Gelder will der Schutzverein teils vom Staate, teils von der ^onkursverwaltung als Darlehen entnehmen. In der Glaubigerversammlung in Reinheim erklärte sich der Konkursverwalter Rechtsanwalt Dr. Hoffmann II. (Darmstadt) mit Zu ftmunuTig des Gläubigerausschusses grundsätzlich zur Gewährung von Mitteln bereit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auck der hessische Staat im Interesse der schwer notleidenden Bevölkerung das von dem Schutzverein erbetene Darlehen gewähre, zumal nack der ictzigen Sachlage ein Risiko für den Staat hierbei nicht bestehe ist und wohlwollend Beurteilt wird, im Verein mit den Verbündeten der Monarchie Stellung nehmen. Wie verlautet, handelt es sich nicht um eine Konferenz, die bindende Beschlüsse fassen soll, sondern um eine Zusammenkunft der Botschafter, durch deren Befprechungen die späteren Verhandlungen der Großmächte vorbereitet und beschleunigt werden sollen. Der tapfere Schukri Pascha. Konstantinopel, 4. Dez. Nachdem die funken- telegraphische Verbindung mit Adrianopel lange Zeit unterbrockten war, ist sie nunmehr wiederher- aestellt. Ter Kriegsminister hat gestern eine Funkenspruchmeldung von dem Platz komm an bauten erhalten, welche ankündigte, daß er genügend Lebensmittel und Munition besäße und daß der Wider st and noch für einen Monat möglich sei. Das Großwesirat veröffentlichte um Mitternacht ein Funkentelegramm des Kommandanten, das gestern aufgegeben und nachmittags 2 Uhr 37 Min. hier eingetroffen ist. Es wird darin gemeldet, daß in der vergangenen Nacyt im Westen ein unbedeutender Gewehrkampf stattgefunden habe und daß um Mitternacht ein s chw ach es Bombardement erfolgt sei, welches keine Wirkung cmsgewiesen habe. Um 2 Uhr nachmittags dauerte ein unbedeutendes Artilleriefeuer auf der südlichen Seite an. Hinzu- gefügt wird in der Depesche, daß mit Unterstützung des Allmächtigen die Garnison in der Verteidigung Adrianopels bis zum Ende aus harre. Ein Minenleger für die Türkei. Kiel, 4. Dez. Von der Germaniawerft lief heute mittags ein für die Türkei bestimmter Minenleger mit einem Deplacement von 380 Tonnen vom Stapel. Die Geschwindigkeit beträgt 15 Knoten. Das unabhängige Albanien. Konstantinopel, 4. Dez. Ismail Kem al richtete ian die Pforte ein Telegramm, in dem es heißt: Die Albanesen, die bis.zu diesem Augenblick dem ottomanischen .Reicbe treugeblieben sind, jede dieser Treue widersprechende Handlung vermieden und nicht verfehlten, stets Hilfe zu leisten, haben, da ihr Land gegenwärtig vom Feinde überschwemmt ist, einstimmig beschlossen, ausschließlich zur Verteidigung ihrer nationalen Rechte, ohne der Türkei irgend einen Nachteil zu bereiten, in den Vilajets Skutari und Janina als unabhängig zu verfahren. Sie bitten die türkische Regierung, ihnen ihre Unterstützung nicht zu versagen. Wirischafllicher Boykott in Serbien. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Belgrad: Die serbischen Kaufleute haben einmütig die Vereinbarung getroffen, alle aus Oe st erreich st am menden Waren in Verruf zu erklären. Die „Deutsche Tageszeitung" meldet aus Petersburg: Wie aus guter Quelle verlautet, steht die Abberufung des Herrn v. Hartwig von seinem Posten als russischer Gesandter in Belgrad bevor. MirtschaM Landlvirtsch 15er Gesch I Qn ben 9 lÄ'K'WW v^rbanb an Ober! hinten und U i ch t v e r W mit daß 4 hat. f Bieber, Klan inj und Elisab der Volköschul "Stadtth iiellung statt, .Wog Ernst v - sich die Bors »den. * Vereine östlicher 9 iton hessische sich auch chm Beamten i Jossen. Es aei »landwnl'M kießen, w ian' wänendirestion chren Provinz, öroß-Umstadt, \ ^schule in Fr Etlichen landik Wanb bilden ‘•L Gisevinc die herzlichen intimen Beziehungen, die zwischen London und Berlin entftanbeii sind. Wir heißen die freundschaftlichen Reden, die über diese Seite der Verhandlungen im Reichstag gehalten wurden, willkommen und sehen den dauernden guten Ergebnissen von dem so gelieferten Beweise entgegen, daß beide Regierungen uneigennützig in der Friedenssachc Zusammenwirken können. Das Blatt fährt fort: Wenn die Mächte gut beraten sind, tun sie alles, um den Balkanbund zusammenzuhalten und Serbien warnend ausmerksam zu machen, daß es durch Demonstrationen und Agitation in diesem Stadium nichts gewinnen wird, während sie ihr Bestes tun würden, seine wirtschaftlichen Bedürfnisse nach der Beendigung des Krieges zu berücksichtigen. Oesterreich kommt hoffentlich definitiv zu dem Schluß, daß es sich leisten Jann, zu warten. Tenn es ist ganz klar, daß, wenn die Frage durch die friedlick)e Tiplomatie gelöst wird, es nichts zu fürchten hat. Wenn die Vertteter der Mächte um, den Konferenztisch sitzen, machen sie damit, was in dem serbischen Anspruch exzessiv ist, kurzen Prozeß. Die „Times" schreibt: .Wir können nicht umhin zu glauben, daß die f r a n z ö s i s ch e n Blätter, die versuchen, der Repe des Reichskanzlers eine schlimme und provokatorische JMerpretation zu geben, ihrem eigenen Lande und der Sache des Friedens einen sehr schlechten Dienst erweisen. Wir haben keinen plausiblen Grund für eine solche Auslegung, die nicht nur an sich gelungen, sondern mit der folgenden Erklärung des Staatssekretärs unvereinbar erscheint. Glücklicherweise haben andere einflußreiche Organe der jranzösischen öffentlichen Meinung eine verständigere Auffassung von der Erklärung des Herrn v. Bethmann-Hollweg. Sie sagen, wie wir selbst Beiläufig bemerkten, daß einiges in den Erklärungen in der Form unnötig umgeschminkt sei. Was den -xsnBalt ber Rede betrifft, so weisen sie darauf hin, baß in die Rede nicht mehr hineingelegt werden kann, als was der französisck^ Minister Präsident in Nantes sagte. Die „Times" sagt weiter: Die diplomatische Auffassung über die w e i t e r e W i r - kung der Rede dürste vertrauensvoller werden, wenn des Kanzlers Unterstützung eines kollektiven Borg ehe ns und seine Befürwortung zur Zurückstellung der Erörterung isolierter Fragen Zeit gehabt hat, die öffentliche Meinung zu burcfy= bringen. Die Rebe muß als ganzes gelesen werden, und so aelesen erscheint sie uns eminent friedliebend. Deutschland hat für den Frieden gearbeitet und arbeitet für den Frieden. Das ist die wesentlichste Tatsache. Die „Times" bemerkt mit Genugtuung die Aufnahme der Rede in Petersburg und daß ber Hinweis auf eine Aktion Deutschlands im Falle eines Angrisss auf Oesterreich- Ungarn mit Ruhe ausgenommen wurde. Das Blatt fragt weiter, ob es im Interesse der österreichisch-ungarischen Monarchie liegen könne, Kampfmaßregeln gegen Serbien zu ergreifen, die in Rußland Feine Sympathien erwecken könnten und die Europa in Brand setzen würden. Wir können nicht annelMen, führt die „Times" fort, daß Serbien seinerseits so unklug sein würde, eine Verständigungslonzession rein wirtscktzist- lt.chen Charakters zurüchiuweisen. Es hat.einen gewaltigen Gebietszuwachs durch den Krieg gewonnen, ber ganz aus slawischen Territorien besteht. Es kann nicht in seinen wirtschaftlichen Inter- elfen liegen, seinem neuen Gebiet ein Territorium hinzuzufügen, das, wie Mbanien, von einer anderen Rasse bewohnt wird, die den Serben auf Grund ber Religion und bes Blutes feindlich ist. Stichwahl gegen einen Polen gewählt worden. In der nauptwahl erhielt der Pole 8487 Stimmen, der Abg vor Halem 8307 Stimmen. Dazu kamen 161 sozialdemolrat-'ch» und 21 zersplitterte Stimmen. Ten 8487 polnischen stander also 8489 andere Stimmen gegenüber. Die Polen stellte, nun unter Beweis,^daß ber Wahlkommissar zu Unrecht zwei polnische Stimmen fürungültig erklärt habe, so daß eine Stichwahl berveigefuhrt wurde. Die Polen beantragten, ihren Kandidaten von Saß-Joworski für gewählt zu erklären. Sie zogen aber ihren Antra, später wieder zurück und der Wahlprüfungsausschuß er Härle die Wahl des Abg. v. Halem für ungültig. Die Anwesenheitsgelder der preußischen Landtags ab geordneten. Jrn Ausschuß des preußischen Llbgeorbnetenhauses wurde ein Antrag, daß ber Gesetzentwurf noch üt ber laufenden Tagung von der Staatsregierung eingebrackt werde, mit 11 gegen 9 Stimmen angenommen. Der erste Absatz des Antrages Titsurth auf Aushebung des Gesetzes von 1876 wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen, daß die Gewährung der Reisekosten und der Diäten neu zu regeln sind. Der Antrag, daß die Freisahrtkarten für die ganze Monarchie und die ganze Legislaturperiode gewähr! werben sollen, wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angenommen ber auf gesetzliche Einfülwung von Anwesenheitsgeldern mit 14 gegen 7 Stimmen abgelchnt. 2. Gesuch des Friedrich Herr zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Ka f feewirt-DNlM^ . lchaft rm Hause Neuenweg 18. Die Bedürfnisfrage Mmi« mar von der Stadtverordnetenversammlung verneint wor- | (m MUJIll den und auch das Polizeiamt sprach sich gegen das Gesuch aus. Das Kreisamt trug deshalb Bedenken, die Erlaubnis jät erteilen und legte die Akten dem Provinzialausschuß zur Beschlußfassung vor. Dieser entschied, daß die nachgesuchte Erlaubnis nicht zu erteilen sei. 3. Gesuch des Heinrich Deckmann zu Bleichenbach um Ausstellung eines Wanderge-! werbescheins für 1912. Das .Kreisamt Büdingen erteilte den nachgcsuchten Wandergewerbeschein deshalb nicht, weil Deckmann noch keine 25 Jahre alt ist und für \ eine Ausnahme von der gesetzlichen Bestimmung keine Veranlassung vorliegt. Die Voraussetzung einer solchen wäre, daß er 4 Jahre das Gewerbe betreibt und der Ernährer »einer Familie ist. Beides ist nicht der Fall. Mit Rücksicht hierauf konnte auch der Provinziakmsschuß sich nicht fiir w Die 2 I । einer orrde ft k worden, rc .M Anläffei M^t Beröffent b..v, ES bedc I gesorgt wir! - Orden Dp charakterisier Itzrk der Oberp I Itfit und zum [ Irenen Krom j "Lehrer; I I^-nitSaspiran I Iw Lehrerstelle i I Lc Dr. Joh. I Ihlj zu Bildes I LJos. Loos ■ |!:rn aus Fräi I Mnbach, Rich< Mt Zensheiin, - Ktb aus Heusei Meabach,' den Deutsche- Reich. Der rumänische Kronprinz beim Kanzler. Der Kronprinz von Rumänien besuchte am Mittwoch mittag den Reichskanzler. Anfragen wegen Marokko. Rerck^tagsabg. Soff ermann, Junck und Frhr. von Richthosen richteten an den Reichskanzler drei An- fragen erstens: Ob die beiden Punkte des französisch-spanischen Abkommens, deretwegen bie Reicksregierung in Pari-; angefragt hatte, ,ich aur den Lahnbau Tanger—Fez und auf bie s °UblSwan?Iunc9 »bs -vabaks beziehen. Zweitens: Ob der Reichskanzler gedenke, ber Aust^ebung ber deutschen Post '"Ma r o k k o zuzustimmen? Drittens: Ob es dem Reichskanzler bekannt )ci, daß die sranzösuche Regierung nicht gewillt ist, in Marokko dieienigen oftentlichen Arbeiten, welche den sttategischen und Verieidigungsintereisen oder- ber militärischen Sicherheit zu dienen bestmimt sind,-den durch die Mgeeirasakte und bas beutsch- sranzosiiche Mommeii vom 4. November 1911 festgesetzten öffent- Udjcn Submisiion zu uMerwersen, und was die französische Regierung unter den Arbecken der genannten Art versteht? Kleine Anfragen im Reichstag. m Äm Reichstage sind folgende kleine Anfragen eingelaufen- „Beabiichtigeil die verbündeten Regierungen, entsprechend den vom Reichstage wiederholt gefaßten Entschließungen, dem Bedürfnisse ^k^"?^tlrcher Regelung des Bergrechts in Deutschland durch Gmbrmgung eines Reick^berggesetz-Entwurfs Q. >r3lt der Reichskanzler bereit, nachdem alle bisherigen Versasiungsentwürfedermeck- lenburgrlck en Regierungen von dem mecklenburgisck»en Slandetag abgelchnt worbeii |inb und der letzte von ihm abgclchnte aber von den Regierungen von neuem zur Beratung gestellte Verias'ungseMwurt, ber bie ständige Verfassung und die polittsche Rechttongkeit des mecklenburgischen Volkes im Wesen aufrecht erhalt, aber Bestimmungen enthält, welche das Interesse des Rei^s ^^^^n^^ngstahigstut dieses Bundesstaates erheblich durch Relchsgeietzgebung die mecklenburgischen Bersastungszustandc zu ordnen? (Dr. Herzfeld.) Tct Wahlprüfungsausschuß des Reichstags erklärte di^ahl des Abg. v. Halem (9tp.) für ungültig. Der Abg. v. Halem tvar m Sch wetz in der' Der letzte Angriff der Montenegriner. Rjeka, 4. Dez. Nach Berichten des Generals Martinowitsch unternahmen die Türken gestern auf der langgestreckten Linie vom Flusse Kiri bis Vraka einen scharfen Ausfall gegen die montenegrinischen Stellungen mit der Absicht, die feindlichen Linien zu durchbrechen. Auf beiden Seiten entwickelte sich ein heftiges Gewehrfeuer, in das auch die Maschinengewehrabteilüng eingriff. Nach mehrstündigem Kampfe gelang es den Montenegrinern, die Türken unter starken Verlusten zurückzu werfen, eine den Tarabosch beherrschende Höhe unterhalb des Schirokagora au besetzen und dort Batterien aufzustellen. Dadurch erscheint die Stellung der Montenegriner erheblich vorteilhafter für das weitere Vorgehen gegen Skutari. Die Montenegriner verloren ge-^ ftern sechs Mann und einen Offizier, sowie mehrere Verwundete. Die Verluste der Türken sollen bedeutend sein. Ueber den Kampf bei Skutari am Montag wird nachträglich gemeldet: Das Gefecht war sehr erbittert. Nur durch das Eingreifen derZetabrig ade gelang es den Montenegrinern, den Rückzug zu decken. K ö n i g N i t o l a u s befand sich in der Gefechtslinie. Er fuhr abends über Rjeka nach Centinje zurück. Die Verluste der Montenegriner sollen viel größer fein als die Montenegriner angeben. Die Zensur wird jetzt schärfer gehandhabt. Der König verteilte an die Truppen Geld und Medaillen, um die Kampflust zu heben. Das dcutsch-cngllfchc Zufammenwirken. Die „Westminster Gazette" schreibt: Die deutsche Regierung übte durchweg einen weisen, mäßigenden Emslust aus: nichts kann England ivillkomniener sein, als dialektische Sprache, durch mit besonderer Sorgfalt ausgewählte historische Musikrinlagen ein Kulturbild aus dieser Epoche der deutschen Vergangenheit barzustellen, die bisher dramatisch so gut wie gar nicht benutzt rvorben ist. Die Breslauer Uraufführung war von Cberregin'eur Bonno mit aller Liebe und Sorgfalt vorbereitet. Ler Antor mürbe nach den beiden Schlußakten mit zahlreichen Hervorrufen bedacht. m - Ei ne Uraufführung von Webekind. Aus Munwen, 1. Dezember, wird uns geschrieben: Tie Uraufführung des wmaktigen modernen Mysteriums „Franziska" von F r a n k Wedekind im Hause der Münchener Kammer- l Picke bat m einer sog. geschlossenen Vorstellung ftattgefunben Für die oilentlichen Ausführungen, deren erste auf Dien-taa an- geieut ist, sind von der Zensur erln'bliche Streichungen vorge- schriebcn. Wedekind läßt m lalewoskopartiger loser Bilderfolgc doS Leben eines Mädchens voriibrrzielien, das als eine Art weib- 1*tPCL‘ .oa»lt nach 6-rciheit des Genusses und Handelns lecktt Die Rolle des L^ephlsto spielt ein in allen Satteln gereckter Agent, dcr^ sich selbst charakterisiert als Sklavenhalter, Olesanas- ma gift er, Kuvpler, Sckxiuspielakrobat, Marttschreier, Bräutigam Fresser, HeiratSschwinbler, Bauernfänger, Revolverjournalist' Bänkelsänger und schliesslich als ein betrogener Narr. Ter ehe- licken SUaverci sucht Franziska dadurch zu entgehen, daß sie x r en rinm)nuuuil?d)eiL[. Verkleidung auszukostcn bemüht ist und sogar als Mann eine Ehe mit.einem jungen Mädchen eingeht Der groteske Unmut die,er Ehe, bie mit dem Selbstmord der 5cau enöct' sSnreckt stark nach Küwromanttk. Franziska nun unUr Leitung ihreS Meisters in meitere Abenteun ^Tbre stürmische Vergangenheit schließt, nachdem sie ein Kind geboren mit der Aussicht^ auf eine gutbürgerliche .Ebe. Der ?“tor ithcint damit den eap bekräftigen zu wollen, baß auch das aussäjävelsendste Weib leiner ureigensten Natter nach schließ! lick cke einzig walwe Bernebigung nur in der Mutterschaft findet und dav ist bei Wedekind die größte Ueberraschung. Viele Szenen Udenelhaft ihr Lorbild in Goethes F^ust, nameMlich hnrn??;1! t.11^ • an t^stspiel beim Herzog von Roten^ lCr hat,CI?.at>cy cinen varobisttschen Beige,chmock, oon dem sagen ist, ob er untrenoillig oder mit bewußter '^Lbsicht desAutors beigemischt wurde. Echt L^ekindfckist eine Bn- derriichung ber Nacktl^it, die vom Publikum da^ dmck ein7n '^uudekopi symbolisiert ist, angegeifert wird Tie .,'^^üo Veit Kunz wurde von Wedekind dar- gestellt, ber in der Dcimtube in einer außerordentlich cckt an n?^nb%Ä^arCt,i*eVC ols LaMenspieler stürmischeii Erfolg n' zielte. Die Franziska spiele Tilly W.edckinb ' 9 n Saarbrücken In einem Hotel in St. Außer b?m neuen Verein gehören a6), MM "=n; Visitkarten - ♦ IlMfaiaditeihifc * Johann hat sich gestern aBeni> ein unbekanntes Ehepaar durch Erschießen zu töten versucht. Offenbar hat der Mann zunächst die Frau erschossen und srch dann selbst einen lebensgefährlichen Schuß in den Kopf beigebracht. Serie I Serie II Serie III Serie IV 6s. 50 bunte Herren- Westen RACERHÜTE I t] A.Salomon&Cie. | A. HoWoff Söhne“’ Erstklassiges Spezialgeschäft der Woll-, Weiss-, Kurz-, Wetteraussichten in Hessen für Freitag, den 6. Dez. 1912: Zunächst heiter, trocken, falt, Nachtfrost, später Trübung unb Erwärmung. dem Verband an der Verband Hess. Oberförster, der Verein der akademischen Finanzbeamten bei den Finanzämtern, der l>essische Oberlehrerverein, der Verband der bess. Staats- baubeamten und der Verein Hess. Modizinalbeamten. liefert billigst Brübl'sche Univ.-Druckerei ffltcBcn. veranstaltet, dessen Besuch Groß und Klei» sehr zu enip fehlen ist. •• Nicht verkauft. Die Zigarrenfabrik Bender & Go. teilt uns mit, daß sie von ihrem Lollarer Besitz nichts verkauft hat. •• Nikla ustag ist morgen, ein Festtag der Kinder, unb in diesen, Jahre ein Festtag für sie in größerem Um- Mae. Von dein Gießener Fröbel-Seininar wird ein Niklanstag Seltene Gelegenheit! J. Schmücker MV a28/») Marktstr. 3. Gerichtsfaal. Darmstadt, 4. Dez. Das Schwurgericht verurteilte heute den 26jälwigen Kesselschmied Karl Spvnnagel aus Heddesheim, der am 8. September dieses Fahres den Feld- schützen Eckert aus Viernheim erschossen hatte, wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödlichem Erfolg, Widerstands gegen die Staatsgewalt unb Wilderns zu 6 Jahren und einem Monat Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust Seinen 54jährigen Vater (^eorg Sponnagel und den Anton Ebert wegen gemeinsamen Wilderns, beide ebenfalls aus Heddesheim, zu je ß Monaten Gefängnis. Mode- und Strumptwaren-Branche. Damen - Trikot - Reform - Sosen Cctzte Kadv'idbfetE Rücktritt de? japanischen Ministerpräsidenten. Tokio, 5. Dez. Ministerpräsident Saionje hat seine Entlassung gegeben. Ein ganzes Dorf znm Protestantismus übergetretcm Marseille,-',. Dez. Sämtliche Einwohner des 'SMfCv Vinclles-le-Bas sind znm Protestantismus überge- treteu, weil «der Bischof den Wiederaufbau der 1909 durch ein Erdbeben zerstörten Kirche nicht gestattet fynt. Mord und Selbstmord. Stadt und Land. Gießen, 5. Dezember 1912. "TageSkalender für Donnerstag, 5. Dez. Gefell- schatt für Erd- und Völkerkunde. Vortrag von Oberlehrer Bruno Erl er-Eharlottenburg: Reisen in Mexiko. (Mit Lichtbildern). Abends 8‘/4 Uhr in der Neuen Aula. Verein für die Baseler Mission. Vortrag von THIftonar Maier aus China: Tie Revolution in China. Abends 8'/4 Uhr im großen Hörsaal der Universität. Zweites VolkS-Abonnements»«onzert der Re- gimentSkapelle. Abends 8‘/4 Uhr in Steins Garten. Schwerhörige erhalten das „Otophone** 15 Tage zur Probe Persönlicher Besuch erbeten. Broschüre Nr. 18 ko.-tenlos. Deutsche Otophone Co. Frankfurt am Main Bockenhermer Anlage 50 pt. (Kein Laden.) ZaWsiWslhillc«- Wt Kinos sllrMtt empfiehlt in großer Auswahl EiW Borrmkilll Wietzen Tel. 165 Neustadt 11 Haus- u. Küchengerätehandlung. 7897 schnppenund Haaraun- fall. äM.L— i. (LCentral- Droeeric Emil Karn. [D“/i0J Stil-Ftt auf Eis in la. feinster lebcndfrifchcr Ware soeben eingelr. u. billigst bei Ang. Wallenfels Marktplatz 17 Telephon 262 Prompter Versand auch nach auswärts. <174 Million. 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Hamann in Darmstadt, ferner Landwirtschaftslehrer Bauer in Worms als Geschäftsführer Md LandwirtschaftSIehrcr Tamm in Lich als Stellvertreter des Geschäftsführers. Der neue Verein hat sich alsbald an den Verband der Vereine akademisch gebildeter 2.— M. »— n 4— „ 4.50, zugute Tamwnt soll« Kapp« uxb l5ftme der cirtyfwat Favre. Theaterzettel mit Bilderstlnuuck, Ittenrrifcbc Erzeugnisse aus den vers du ebenen Iaboai. PhotQurap-i« und Silber von Narr- ballefen, die sich als Prinz« und Prinzessinnen, Komiteemitgtieder, Poeten, Redner usw. hervorgetan haben, Abbildungen von Fast- aachtszugen und Einzel gruppen, besonders >dirnwalsand«ken, als Orden, Werttnünzen und derqleictten. Erinnerungspokale usf., sollen gesammelt und der erftauntm und entzückten Narrenwelt vorgesfilnt werden. Auch eine Sammlung und Herausgabe alter Karnevals lieber ist beabsichtigt. Nachdem die Ausstellung in Darmstadt „Der Mensch" wie er lebt und ist, geschlossen ist, svll sich ihr fetzt in Mainz eine solche „Der Mensch wie er trinkt und trift", anrcihen. — Die Niederlegung des Binger Tores imb der damit verbundene Straßenumbau, der über 8 Monate in Anspruch genommen bat, ist nunmehr vollendet. Fn aller Bälde wird nurrmchr der Abbruch der Schanzen und Wälle nach der an- grm*tnben Wallstraße zu, erfolgen. Kreis Wetzlar. ];[ Kinzenbach, 3. Dez. Die Viehzählung hatte für unser Dorf bei allen Viehgattungen einen kleinen Zu- wachs zu verzeichnen. Kinzenbach hot 136 Haushaltungen, darunter 104 Familien, die Vieh halten. ES wurden gezählt: 19 Pferde, 516 Rinder, 168 Schafe, 322 Schweine, 59 Ziegen, 1582 Stück Federvieh und 20 Bienenvölker. An Privatschlachtungen wurden vorgenommen vom 1. Dezember 1911 bis 30. November: 2 Rinder, 216 Schweine unb 33 Ziegenlämmer. Heffen-Naffau. ][ Marburg, 4. Dez. Von dem Deutschordens' Gut, dessen Besitzer im Sommer starb, sind in den letzten Tagen eine Anzahl am sog. Ortenberg liegende größere Grundstücke au den Eisenbahnsiskus und an hiesige Einwohner verlauft worden. Am Orlenberg wird auch ein großer städtischer Park angelegt, der Oberbürgermeister Schüler-Park. lt n geg^ÄiN- tesS Ächmerzlosts Sahnen. Ohne Bckchwerdm brecbcn aerobe, kräftige Zähnchen durch, und die 'li^chtruhe der Mutter bleibt ungestört, wenn man ben Kleinen zur rechten Zeit Scotts Einutsion gibt, die, aus bestem Lofoten (Norweger) Lebertran mit mineralt« scheu Salzen bestehend, äußerst schmackhaft und durchaus leicht verdaulich ist. ' Emulsion ScottS Emulsion wird von uns aui- schlrrtzlich im arofc:n verlaust, und zwar nie io je nach Ltwechi ober Matz, sondern nur in versteaellen Orisinalfiatchen in Karton mit unserer Lchuymarle «Fischer mit dem Dorsch). Scott trau 150,0, prima Glyzerin 50,0, unterptjoS- M phorigsaurrr Kall 4A unlerphosphoilgsaure» Natron 2,0, pulv. Traaant 3,0, fetnfltr arab. ffiummi pulv. 2,0, Walser 129/), Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt», Mandel- und Daullheriaöl je 2 Tropsen. Lau-kreis Siegen. *" '1 A Saasen, 4. Dez. Dec Sängerbund .Ehattia* hielt hier fernen Bundestag ab. In wetten ft reifen wird e6 bedauert werden, daß der Verband mit seinen zehn Vereinen beschloß, auS dem Mitteldeutschen Sängerverband auszutreten. Zu, Juni 1913 soll ein BundeSfesl in BetterShain stattsinden, mit dem eme Feier für 1813 verbunden werden soll. — Villinaeu, 4. Dez. Gestern abend hielt Landwirtschasts- lehrer Hevp, Friedberg, im Saale des ftarl Strack! einen Vortrag. Er sprach über die wichtigsten Pflanzennähr stosse und die Düngung der Derfdnebenen Rulturrflnnjen. Zum Schluffe »eigte der Vortragende in einer Anzahl Lichtbilder die Gewinnung von fchwelelfaurem Anunoniak, Thomasmehl und Kalisalz. Interesse unserer LaiidwiNschaft wäre nur zu wünschen, daß unlere kleineren Vnnbivirte sich au einzelnen Orten etwas reger an derartigen Veranstaltungen beledigen würden. Kreis Büdingen. ? R i d d a , 4. Dez. Unter dem Vorsitz des Kreisrats D o e d- m n n n sand heute im Gambrinus hier eine Versammlung der Bürger m ei st er des Kreises Büdingen statt. Zunächst gab der Vorsitzende die Namen der im letzten Jahre verstorbenen, neugcwählten und dekorierten Bürgermeister des Kreises bekannt. Dann wurde in die Behandlung der Schulbesoldungsgrundstücke und ihre Verwertung eiugelreten. Die Versammlung kam zu der Ansicht, daß die Grundstücke allmählich wieder in die Verwaltung der Gemeinden kommen müßten. Die meisten Lehrer trieben keinen Ackerbau mehr und hätten daher das Interesse an den BcsoldungSgrundstücken verloren. Ob diese Auffassung von den Lehrern und der Schulbehörde geteilt wird, erscheint mehr als fraglich. Hierauf wurde das wichtigste vom Versicherungsgesetz für Angestellte und einiges aus dem Gesetz über die Abänderung des Urkunden st empelgesctzes näher erläutert. Schließlich fand eine gründliche Belehrung über die Zwangsvollstreckung im Verwaltungswege statt. — Hier hat sich ein Volksbildungsverein gegründet, der bereits über 40 Mitglieder zählt und durch Zuwendungen von Gönnern viele Bücher geschenkt erhielt. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 1 Mk. Vorsitzender ist Oberamtsrichter Römheld und Bibliothekar der Leiter der hiesigen Gewerbeschule, Hauptlehrer Höhn. Kreis Alsfeld. rü Ruppertenrod, 4. Dez. Gestern abend hielt in unserer Kirche Missionar Müller üus Darmstadt einen Lichtbildervortrag über Land und Leute von Südostchina und die Mission. Ein zweistimmiger Schülergesang eröfsnete den Vortrag, gemeinsamer Gesang eines Missionsliedes schloß ihn. Die Kollekte wies einen ansehnlichen Betrag auf. — Sehr im Gegensatz zu den Preisen für Pelze, die man in den Städten bezahlt, stehen die auf dem Lande. Wäl-rend man in ersteren 80 Psg. für den Balg eines Feldhasen bezahlt, geben die Käufer in den Orten sage und schreibe nur — 20 Pfg. Sehr hoch im Werte sind die Fuchsbälge geftiegen, die Pelzhändler bezahlen das Stück mit 12 Mk. Vor zwei Jahrzehnten erhielt man für einen solchen 3 Mk. Kreis Friedberg. fc. Bad-Nauheim, 4. Dez. Bei der Wahl eines Mitgliedes zum Kreistag für den Bezirk Ober-Mörlen wurde das seitherige Mitglied, Bürgermeister Rumpf- Ziegenberg, mit 11 Stimmen wiedergewählt. Der von der Sozialdemokratie aufgestellte Kandidat, Maurer Mörschel, brachte es auf 9 Stimmen. — Reichelsheim, 4. Dez. Im Gasthause „Zur Post" findet am SamStag abend ein Vortrag über die Frage statt: ,Welche Riittel sind dem Landwirt an die Hand gegeben, um seine Tierzucht rentabel zu gestalten?• Redner ist Oekonomierat Svieß-Friedberg. Starkenburg und Nheinhessen. h. Darmstadt, 4. Dez. Nach den bisherigen Feststellungen schließt die Ausstellung „Der Menschs mit mehr als 100000 Mk. Ue bersch uß ab. Der gesamte Betrag wird der Großherzogin zur Verfügung gestellt, die ihn zur Säuglingsfürsorge unb zur Bekämpfung der Tuberlulose oerroenbet. ä. Mainz, 4. Dez. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurden dem Karneval für seine 75jährige Jubtläumsfeier 2000 Mk. bewilligt. Im städtischen Gaswerk werden durch Anschaffung neuer Maschinen 34 Arbeiter arbeitslos. Die Bürgermeisterei hat sie sämtlich in anderen städtischen Betrieben untergebracht. Die Leute erhalten aber weniger Lohn, als sie bisher gehabt haben. Die Gas- deputation beantragt, ihnen zu Lasten des Gaswerkes die entstehende Lohndifferenz zu vergüten. Jährlich kostet dies 3400 Mk. Die Stadtverordneten genehmigten einstimmig den Antrag. (!) Mainz, 4. Dez. Anläßlich der Jubelfeier des Mainzer Karneval Vereins, dessen 7 5 jähriges Bestehen (1838 bis 1913) glänzend begangen werden soll, nrirb in der Zeit vorn 1. Januar bis 4. Februar eine Karnevalistische Ausstell u n g geolant, deren Erträgnisse bent Fastnacht-Montagszug Me ettrfhmg aussprechen, fembem mußte entscheiden, daß h« »achgesuchte Wandergewerbeschcin zu versagen sei. 4. Gesuch des Heinrich Rusch zu Gießen um Erlaubnis zum Betrieb einer Kaffecwirt- schaft im Hause Kanzleiberg 5. Auch hier hatten ^Städtverordneteuversammlun-g wie Polizeiamt sich gegen Me Erteilung der nachgefuchten Erlaubnis mangels De^ dürsnisses ausgesprochen. Die Vorlage der Akten durch das EoerSamt an den.Provinzialmrsjchuß hatte die Ablehnung be6 Gesuches zur Folge. Bon mors, fihrjstbäumk im Hofe d. Lenz scheit Felfen- kellers und Tammstrahe 42 zu verkaufen, Will». Gelrenlenchter, Dienstm.22. •• Die Tagesordnung der Stadtverordneten -st in einer anderen hiesigen Zeitung am Dienstag veröffcnt- Icht worden, während wir sie erst gestern erhielten. Bei früheren Anlässen wurde untz zugesagt, daß für die gleichzeitige Veröffentlichung der Tagesordnung Sorge getragen wurde. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, daß für Abhilfe gesorgt wird. •• Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem charakterisierten Telegraphensekretär Zimmermann im Bezirk der Oberpostbirektion Karlsruhe die Erlaubnis zt>r Annahme und zllm Tragen des ihtn vom König von Preußen verliehenen KronenordenS 4. Klaffe erteilt. •• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem ZchulamtSaspiranten Ludw Dönges zu Rodheim a. d. Bieber eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eifa; dem Haupt- tthrer Dr. Joh. Köhler zu Lauterbach, den Lehrern Jak. Balz zu Vilbel, Joh. Hch. Leibecker zu Nieder-Roden unb Jos. LoöS zu Dienheim, ben Schulanttsaspiranten Gg. Born auS Fränkisch-Erumbach, Joh. Jäger auS Groß- Breitenbach, Rich. 5iaiser auS Rachelshausen, Franz Roß auS Bensheim, Theobor Repp aus Groß-Hausen und Jak. Roth auS Heusenstamm Lehrerstellen an dec Volksschule zu Offenbach; den Schulamtsaspirantinnen Emma Hartmann öu§ Bieber, Klara Kuhl aus Darmstadt, Therese LoyL aus Mainz und Elisabeth Schuster auS Frischborn Lehrerinstellen an der Volksschule zu Offenbach. •e Stadttheater. Am nächsten Dienstag findet keine Vorstellung statt, da durch die beiden Gastspiele — am Montag Ernst v Possart, am Donnerstag Marzoll Sa lzer — sich die Vorstellungen in dieser Woche zu sehr häufen würden. * Verein akademisch gebildeter landwirtschaftlicher Beamten. Demi Beispiel anderer Gruppen von hessischen akademisch aebildeten Beamten folgend, beben sich auch die akademisch gebildeten landwirtschaftlichen Beamten vollzählig in einem Verein zusammengeschlossen. Es gehören dem neuen Verein an: die Vertreter des landwirtschaftlichen Instituts der Landesuniversität in Gießen, der iandw. Versuchsstation in Darmstadt, der Do- inäneudirektion in Mainz, der Landwirtschaftslammer mit ifjren Provinzausschüsseu, der Landwirtschaftsschule in Groß-Umstadt, der Weinbauschule in Oppenl>eim, der Obstbauschule in Friedberg, sowie die Landwirtfchastslehrer an sämtlichen landwirtsck>aftlichen Winterschulen in Hessen. Den WMM in den beliebresten Sorten, sowie Salatkartoffeln emps. z. billigsten Tagesvreis. «Proben auf Wunsch) 7441 H. Trechsler Telephon 581 Steinstraße 48 totnenbnid). ’ flögen des 6k> Hessen, e.@_m.7- .Nuribii •wart, die «aiia» ßitgheb der Affe i» ttaufenb Mark als t 196 Mitglieder \ r haitpflichi-- gegrk ganzen Vermögen > on den 196 MitM vermögenslos. An!« 2000 Mark, 4000 A, gen, das auf 100 0001 nziges Mitglied soll« >en. Die gesamten 9» :ag von 1600W Art! te Aussicht besteht, h ■itglieber vollständig;i ,ber Fehlbetrag in jiüü. lchtigen Mitglieder c* Leberwurst ä Pfund 35 Pfg. Schwartemagen ä Pfund 60 Psg. l7179 R. 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Saale des Hotel Einhorn um 6 Uhr ein Vortrag mit Lichtbildern über Geflügel- und Tauben-Zucht statt, zu welchem wir alle, welche sich für Geflügelzucht interessieren, einladen. Eintritt frei für Jedermann. l)erVor*tand. MrWschttkeschiWtteii Sitzung am Donnerstag, den 12. Dezember, abends 8*/2 Uhr, im unteren Saale des Cafs Ebel. Tortmg dcs ötrrn Prof. Dr. Busch ans Marburg: Bismarck und Uurhessen: der Ursprung des Annerionsgedankens. Liebigshöhe Sonntag, den 8. Dezember 1912 Solisten Konzert Mtaler Men Direkt.: Hermann Steingoetter Freitag, den 6. Dez. 1912, abends » llbt: 9. Freitag - Abonnem. - Vorst. Gewöhnliche Preise. (Shristbäume u. Korbweiden. Im akademischen Forstgarten kommen ca. 150 Stück Christbäumc, sowie ca. 11 Zentner sehr schone Korbweiden zum Verkauf. Näheres durch 8orlt: gartenaufsehcr Tvrmer, Forstgarten b.Gießen, Dj« Der hcutinen stummer liegt ein Fluablatk der Firma Ernst Balser, Buch-, Papier- un» <. lircibmnrcnbnnbhnifl. 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