Dienstag, 5. November 1612 162. Jahrgang Erstes Blatt General-Anzeiger für Oberhessen Nr. 261 Sichencr Anzeiger Kerttiprech-Anfchlune: UM WM Hcraniivovth* hu Den für die Redaktion 112. • ••• •• polnüchen Tert August TLS General-Anzeiger für Oberhessen LZM h""“1'”' “15 Rotationsdrud und Verlag 6er Brüljl’idicn Unio.-Bud). und Steinöruderet R. Sange. Reöaftion, itrpeöition und DrudereUSd>ulftra6e 1. "dSb"•’e.$>'eBU'ü\ Sm bis DorniiuaflTy'ub” Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 162. Anzeigenteil £> «eck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. Vie Grohmächte an der Vermittlung. Es wird hente bestätigt, daß die Pforte feder einzelnen Großmacht das Ersuchen um Herbeiführung rfn.s Waffen stillslanbes und Vermittelung überr.icht hat. Von Deutschland und England wird gemeldet, das; sie auf Grund dieses Notschreies in Verhandlungen mir den übrigen Mächten eingetreten seien. Aber der lebhafte Herr Poincare, Ministerpräsident der französischen Republik, hat bereits eine Ablehnung nach Konstantinopel verabfolgt. Diese rasche, gar nicht' bureaukratische Erledigung könnte mit Zustimmung ausgenommen werden, wenn Herr Poincare sich nicht z u nachdriiellich an der blofteu Form festhielte. Die Großmächte brauchen doch nur zu wollen, und kein Mensch würde iiad) den Büchern der Haager.Vereinbarungen fragen. Frei lick), Frankreich hat sich schon vorher als im Schlepptau von Rußland und dem Balkanbund liegend erwiesen Rad; Poincarvs Vorschlag sollten alle Mächte ihr „Desinteressement" am Balkan erklären, wonach dann die vier Sieger lachend ihre Pläne hätten v rwirk.ichen können. So einsad; läßt sid) aber Oesterreich nicht beiseite schieben, und sogar das „Berliner Tagebl." gibt seiner sonstigen Franzosen- liebe eine Blöße, indem es ganz richtig urteilt: Man kann und muß verlangen, daß das zu. spät erwachte Oesterreich Ungarn seinen lang gehegten Plan, lieb den Weg nach Saloniki zu bahnen, aufgibt, oder vertagt, aber es hat doch ein begreijlic cs Interesse an den Dingen, die sich vor der Tür Wocenzländer mit ihrer bunten, unsicheren Bevölkerung voll ziehen. Wer das übersieht, wer jenes „besondere Interesse", das Frankreich als Nachbarstaat Marokkos so lange für sich in Anspruch nahm, hier nickst Oesterreich Ungarn zuerkcnnt und den ohnehin nickst beneidenswerten Wiener Herren weder eine Garantie für ihre Grcnzsickerhcit noch eine Entschädigung gewähren will, ber schafft mit seiner Friedensstifterei nicht den Frieden, sondern den Zank, und der gibt zu der Spaltung Europas das Signal. Sind aber Rußland, England.und Frankreich wirklick; auf dem Balkan so ganz ohne Interessen? Ist es Rußland und England gleichgültig geworden, Ivie die Dardanellen frage zu lösen sei? 'Eine Wiener Darlegung in der „Köln. Ztg." wehrt sid) kräftig gegen die Poincaresche Heuchelei: Man muß über die Naivetät eines solchen Manövers staunen. Oesterreich-Ungarn und mit ihm die beiden anderen Dreibund- staaten haben keinen Anlaß, der Welt Sand in die Augen zu streuen, sie bekennen ehrlich, daß sie Interessen aus dem Balkan haben, die sie wahren wollen, und daß für Oesterreich-Ungarn Lcbensinteressen auf dem Spiele stehen, >vic dies ja übrigens von dem Dreiverband selbst und noch jüngst von Sasonow zugcstanden wurde. Ein solches durchsichtiges Manöver verfängt bei ihnen nicht. Das einzige, was Poincarö mit seiner Formel erreicht hat, wird daher sein, daß er seine Vermittlungspolitik aufs schwerste, vielleicht unheilbar bloßgestellt hat. Die Pariser Blätter fahren aber fort, in ziemlich aufreizender Weise gegen den österreichischen Standpunkt zu polemisieren. Jedenfalls aber ist die rasche Ablehnung der türkischen Anregung mehr der Kritik ausgesetzt als die ziemlich selbstverständliche Haltung Oesterreichs. Warum will man in Paris noch weitere Schlachten? Hat Herr Poincare vor dem Ausbruch des Krieges nicht, allen voran, lmcd erholt erklären lassen, der Verlauf und Ausgang des Kampfes habe keinen Einfluß auf die endgültige Gestaltung der Balkanverhältnisse, die nur auf Grund einer Verständigung der Großmächte geregelt werden könnten? Äir erhalten heute folgende Meldungen: Zrantteich lehnt den Hilferuf der Türkei ob. Die Agence Havns veröffentlicht folgende Note: Die ottomanische Regierung unternahm bei der französischen Regierung den Schritt, eine Intervention b er' Mächte herbeizuführen, damit die Feindseligkeiten eingestellt und den Balkanstaaten ein Waffenstillstand auserlegt werde. Die französische Regierung antwortete, daß sie ein solches Ersuchen ohne das Völkerrecht zu verletzen und ohne den Anschein der Stellungnahme gegen die Balkanstaaten zu erwecken, nicht entgegennehmen könne. Sie könne in Uebereinstimmung mit allen Großmäd)ten nur ein direkt ausgesprochenes Ersuchen um Vermittlung prüfen, wenn es an sie gerichtet würde. Halbamtlich wird dazu weiter gemeldet: PoincarL begründete seine Ablehnung des türkischen Inter- oentionsansuchenS damit, daß die französische Negierung die Kriegführenden ohne Bürgschaft betr. die Friedensvcrhandlungen zu einem Waffenstillstand nicht zwingen könne, da durch ein solches Vorgehen den verbündeten Balkanstaaten mitten in dem vollen Ersolge Einhalt geboten und der Türkei Zeit gegeben würde, ihre Armeen von neuem zu formieren, ohne daß die Verbündeten irgend eine Sicherheit für die Zukunft hätten. Poincare telegraphierte diese Entscheidung sofort an den Botsckxrfter Bompart nach Konstantinopel ohne vorherige Verständigung mit den anderen Regierungen. D.c französische Regierung ist jedoch sicher, daß Rußland und England diese Auffassung teilen. Man werde dem- nach wartcu, bis der türkische Vorschlag eine neue G c ft a 11 angen o m m e n habe, bevor man eine Friedens- aftion unternimmt, die in bei1 von ber Türkei gegebenen Form gewiß von den verbünbeten Balkanstaaten abgelehnt worben wäre. Französische Mahnungen an Oesterreich. Der „Motin" schreibt: Wenn Ccftcrreid) Ungarn sich des Ausspruchs des Grafen Aehrenthals nach ber Annexion „Wir sinb rerrito- rial saturiert" erinnert und seine Herrschaft nicht über neue Gebiete auszubreiten versucht, so wird ganz Europa sein Desinteressement n a ch a hm e n, wenn es aber einen Gebietszuwachs fordert, wirb Italien bas Gleiche tun unb ber Weg für ehrgeizige Bestrebungen aller ist offen. Auch Frankreich wird bann Rechte g e11cn b zu machen haben. Entweder das territoriale Tesinteresfement aller oder niemandes. Tas ist bas Dilemma, vor welchem heute bic Großmächte stehen. Ter „Figaro" sagt in einer gegen ein Wiener Blatt gerichteten Polemik: Man muß wissen, mit iveldx'r Tiskretion der Vorschlag Frank reichs gefaßt war. Wenn aber der österreichischen Regierung der Gedanke widerstrebt, ihre Verpslichtungen zu übernehmen, bann ist es am besten, nicht mehr bavon zu sprechen. Im Grunde ge nommen hat die Sacke auch keine große Bebeutung, da die Haupt- beteiligten gegenwärtig jeden Vermittlungsversuch ablehnen. Die französische Regierung ist der Ansicht, die Entwickelung der Tinge abzuwarten. Ihr einziges Bestreben ist, den europäischen Frieden tzu bewahren und den B a l k a n v ö l k c r n g e g e nn n bc r, b_c r c n 'Sieg fiefid) freut, den vollen Vorteil dieses Sieges zu gewähren. Der „Tcntps" schreibt: Ter französische Botschafter Tumaine habe dem Grasen Bndi- told wiederholt ertlärt, daß c» sich nur um ein territoriales Desinteressement handele. Die Mächte der Triple-Entente hätten int Orient Interessen, welche ebensoviel wert seien, wie die Oesterreich Ungarns. R u ß land hätte von denjenigen Interessen Abstand genommen, die eine territoriale Form hätten an nehmen können uitd Frankreich unb Eng l a n b hätten das Gleiche getan. Die ganze Frege sei die, ob Oesterreich ihr Beispiel nach ahmen wolle ober nicht. Tas österreichische Stillschweigen hätte aucli den Ucbctftanb zur Folge, baß es jebe Vermittlung unmöglich mache, denn cs sei klar, baß die Ballanverbündeten zaudern tverden, die Waffen niederzulegen, wenn sie bic Drohung unbestimmter österreichischer Forderungen über sich fühlen würden. Tie Hal tuiig Oesterreich-Ungarns habe die Wirkung, die Krise zu er weitern und zu verlängern. Eine engliche Acußerung. Tic „Times" fdyreibt: Nicht nur ein vorzeitiger Versuch einer Inter- o ent io it in ber all gemeinst Balkanlage werde Gefahren ent halten, sonbern es zeigen sich Symptome, baß man Risikos e i n g e h t, wenn man auf bic Mächte einen D ru ck auszuüben versucht, sich in bem gegenwärtigen Stadium auf eine präzise Formel fest;ulegen. Es gibt Zeiten, wo die Diplomatie sick> langsam und vorsichtig bewegc^ muß und dies ist eine solche Zeit. Nichts wirb gewonnen, wenn man in ber Hast neue Formeln zu entwickeln sucht. Andererseits kann baburch etwas verloren werben. Ob dieser Rüffel Herrn Poincarö gut bekommen wird? Er hätte sich dock) nod) ettvas besser nach den besonderen Interessen Englands erkundigen müssen! Tie „Berliner Morgenpost" meldet aus Wien: Nach zuverlässiger Mitteilung ist der P v i n e a r e s ch e Vorschlag auch in B e r l i n u n b 9t o m , also von skttitlichett Treibunbmächten, abgelehnt worden. Gleichzeitig sei Frankreich mitgeteilt worden, daß der Dreibund gern neuerlichen Vorschlägen entgegensehe. Laut Berliner Meldung der „Zeit" habe man von Berlin in Paris zu verftehen gegeben, daß eine Einigung der Triple-Entente unb des Dreibundes ohne Berücksichtigung der ö st e r r c i ch i s ch e n Balkaninteresfen nicht möglich sei. Deutschland und Ena'and bei der l)crmitthmnsfrage. Die „Kölnische Zeitung" erfährt aus Berlin: Wie mir erfahren, überbrachte heute (Montag: nachmittag ber hiesige türkische Botschafter der R e i ch s r e g i e r u n g die Bitte der türkischen Regierung) einen W a f f en st i l l st a n d hsrbeizuführen. Di.ser Antrag iu.ro von Deutschland mit den übrigen Großmächten erörtert. London, 4. Nov Wie eine Note des Reuterbureaus besagt, berät die 6 r i t i s ch e R e g i ci r u n g mit den anderen Mächten, ehe sie die Antwort auf das Verlangen der Türkei betreffend der Vermittelung gibt. Eine Kunbgebunti der Pforte. Konstantinopel, 4. Nov. Gestern abend veröffentlichte die Pforte ein amtlichcsCommunique, das besagt, daß das Kriegsglück unbeständig und cs unmöglick) sei, überall sofort den Sieg zu gewinnen. Die Nation, die den Krieg angenommen hätte, müsse mit voller Festigkeit alle feine Konsequenzen tragen. Es würde nicht geredjt sein, einerseits über die Maßen stolz zu sein über gewonnene Siege und andererseits sid; von stummer und Unruhe wegen einiger Nichterfolge überwältigen zu lassen wie z. B. in den Kämpfen, die mit vier Staaten statt finden. Die ott omanischen Truppen verteidigten mit Erfolg Skutari und Janina. Es fei natürlich, daß man entschlossen sei, bis zum letzten Grade der Möglichkeit die Interessen des Vaterlandes zu verteidigen. Die türkischen Hoffnungen vor Tschataldscha. Konstantinopel, 4. Nov Dem „Tanin" zufolge vollzieht fick) infolge der großen Verluste der Bulgaren die Räumung von Luele-Burgas und Maradluf in Ordnung, ebenso sei der Rückzug gesichert, da alle Dispositionen bereits vorher getroffen waren. Der türtifdfe Genera l st a b habe beschlossen, dem Feind vor'den Höhen von Tfchtaldscha eine E n t s ch e i d u n g s - sch lacht zu liefern. Der „Tanin" hofft, daß die otto- manifche Armee schließlich den Sieg erringen wird, weit sie ihre Lücken auszusüllen imstande sei. Konstantinopel, 4. Nov. Verläßliche Informationen, die gestern nadymittag in ber Regierung nahestehen- ben Kreisen bekannt würben, bestätigen, baß bic Schlacht von Luele Burgas sich zu einem furchtbaren Sck)lag für bie Türkei gcstaltete. Tie Bulgaren, in deren Reih en zahlreiche 17 jährige Retruten fochten, griffen mit großem Ungestüm an, so daß die Türken nach überaus schweren Verlusten — man spricht von 40000 Toten und Verwundeten bei einer Gesamtstärke von 90 000 aus türkischer Seite — sich zurückziehen mußten. Auch die Verlust ederBul- garen sollen überaus groß sein. Wie verlautet, ist das türkische Haupt q u ar t i e r bereits nach Hademkoei verlegt worden. Dis aus R o d o st o zurückgezogenen Truppen sollen nad) San Stefan o beordert worden fein Das Linienschiff „Assar-i-Tewfil", welches eit einigen Tagen am GoldenenhHorn vor Anler lag, ist gestern mit unbekanntem Ziel, vermutlich nad) den Dardanellen, ausgelaufen- Tic Aufrechterhaltung der Ordnung in ttonstantinopcl. K o n st a n t i n o p e l, 4. Nov. Unter dem Vorsitze des Ministers des Innern bildete sich ein Ausschuß, bestehend aus dem Generaldirektor der Polizei, 'bem Kommandeur *er Gendarmerie und dem Präfekten von Konstantinopel, der sid) ständig mit den Maßnahmen befassen soll, die zur Aufrechterhaltung der Ordnung in ber Hauptstadt erforder- lid) sind. Angesichts ber Wölbungen über den Rückzug des türfifd)eu Heeres rät bic türkische Presse dem Volke, Festigkeit, Ergebung und Kaltblütigkeit zu zeigen. Ein türkisches Abendblatt meldet: Der Großwcsir unb der Minister des Innern empfingen gestern den General-' direktor der Polizei in Konstantinopel und gaben ihm Anweisungen über die Haltung ber Polizei bei ber gegen* roärtigen Lage. Die Regierung trifft Vorsichtsmaßregeln, um die Sicherheit namentlich in P e r e a u f r e ch t z u e r h a 11 e n Zahlreiche Sck;ulen, mehrere Klubhäuser des jnngtürtischen Komitees und andere Gebäude, sind in Hospitäler für die Verwundeten umgewandelt worden, deren Zahl sich täglid) vermehrt. Dio „Deutsche Tages- ituug" meldet aus Konstantinopel. Eine ernste Verteidigung Konstantiiwpcls ist geplant. f^S sind bereits Maßregeln für den Empfang der hier eintresfcnbcn Felb- truppcn gertoifen worben. In der Hauptstadt herrscht absolute Ruhe. Tic Besürckttungcn eines Teils der fremden Kvlonicn werden von Kennern des Landes als übertrieben erklärt. Das Verhalten des österreichischen Botschafters, der der österreichischen Kolonie zur Flucht auf die Schiffe riet und die Schließung der Schulen^an- o r d n e t c, w i r d st a r k k r i t i s i e r t. D i e d e u t s ch c n S ch u- l cn find geöffnet. Maßrcgclu Oesterreichs. Wien, 4. Nov Tie erste G e s ch w a b e r b i v i s i o n, bestehend aus den Linienschiffen „Erzherzog Franz Ferdinand", „Radetzky" und „Zrinyi" mit dem Kreuzer „Admiral Spann" und den TorpedobootSzerstörern „Sck)arfsd)ütze" und „Uskole", gehen demnächst zum 2 ck; u tz e d e r öfter- r ei chi sch-ungarischen Staatsangehörigen in die Levante ab. 5 deutsche Schiffe nach Konstantinopel unterwegs. Kiel, 4. Nov. Ter Panzerkreuzer „Soeben" unb ber kleine Kreuzer „Breslau" erhielten den Befehl, sofort nach Konstantinopel bezw. Smyrna zu gehen. Tas Kommando übernimmt Kontreadiniral Trummler. Deutschland entsendet also im ganzen 5 Kriegsschiffe nach Konstantüwpel, außer den genannten noch die Kreuzer ,L)ertha", „Vineta" und „Geyer^". 2lu$ dem Hauptquartier der dulqarischeu Oftarmee meldet der Kriegsberichterstatter der „Reichspost" unter dem 3. November: Das glänzende Zusammenarbeiten ber bulgarischen Führer im Verein mit dem Heroismus der Truppen bringt den Bulgaren täglich neue Erfolge Ter Versuch der Türken, nördlich von Saroi und ' bei Tschorlu unter Deckung des Rückzugs erneut Stellung zu nehmen, ist vollkommen gescheitert, ebenso das Eingreifen türkischer Truppen westlich von Visa, die von Nidia aus über Sultan Agke herangerückt waren. Die Vcrsolgungsopcratio- nen werden bulgarischerscits mit größter Energie fortgesetzt, um als Endergebnis der Operationen von Lüle-Burgas und Saraj die Abdrängung eines möglichst großen Teils der geschlagenen türkischen Armee von der Rückzugslinie nach Tschataldscha zu erreichen. Tie gewaltigen Anstrengungen und großen Opfer, welche die Schläge von Kirk-Kilisse und Lülc-Burgas forderten, rufen naturgemäß ein vorübergehendes Ruhe- b e d ü r s n i s hervor, das aber zu keinem längeren Overations- stillstand führen wird. Ter Vormarfck) gegen Tschataldscha wird vielmehr noch im Laufe dieser Woche ausgenommen. Gegenwärtig werden alle Anstrengungen gemacht, um den Fall Adrianopels zu beschleunigen, damit namentlich die bulgarische Belagerungsartillerie für die etwaige Verwendung vor den Tschataldscha-Positionen frei werde. Die Widerstandsfähigkeit der Festung nimmt täglid) ub. Das heftige Feuer der bulgarischen A r t i l l c r i e. w i r d nur schwach und unregelmäßig erwidert. Die türkischen Werke auf der Nordwestfront litten stark seit dem letzten Ausfall gegen Marasch. Auch die Aktivität der Besatzung fdieint bedeutend nachgelassen zu haben. Der bevorstehende Fall Adrianopels wird hier als ein Ereignis von großer militärischer und politischer Bedeutung angesehen, weil er beweisen würde, daß aud) bic Befestigungen von Tschataldscha Konstantinopel nicht retten können. Sofia, 4. Nov. Die bulgarische Armee nahm am 1. November Nowrokop ein. Am gleichen Tage besetzte sie nad) hartnäckigem Kampfe bcn Bahnhof Don Buck, wodurch die endgültige Verbindung der mazedoni- fchen Armee mit derjenigen in Adrianopel abgeschnitten ist. Am 2. November versuchten die Türken, die linke Flanke der Bulgaren bei Bunar Hissar anzugreifen. Die Bulgaren wiesen aber den Angriff zurück und zwangen die Türken zu panifd)cr Flucht. Es wurde eine Schnellseuer- batterie erobert, fünf Offiziere unb 1300 Soldaten würben zu Gefangenen gemacht. In Luele- Burgas erbeuteten bie Bulgaren zahlreiche Munition, Waffen, Proviantdepots, Kameele unb Felbtelephone. Die Griechen gehen weiter vor. Athen, 4. Nov. Der Kronprinz telegraphiert aus K o t s ch a n a: Eine ft a r f e feinbliche Macht, die aus neuangekommenen Truppen bestaub, hatte sich in der heiligen muselmanischen Stabt I en i b ge nörb- lich von Salonüi verschanzt und leistete unseren vorrücken- bcn Truppen erbitterten Wiberstaub. Nack) e nem Kampfe, ber bcn ganzen Freitag unb Samstag von >, Uhr morgens bis 10 Uhr abends anbauerte, wurde der Feind e angrfommen sei. Ter Kreuzer „Hampshire" l)abe Befehl, von Saloniki ebenfalls dorthin zu gehen. Er werde durch ein anderes Schiff ersetzt Heber die Lage Konstantinopels könne er leider keine Nachricht geben, da er keine habe. Deutsches Reich. Die Postanweisungsformulare. Den Antrag der Berliner Handelskammer, die Herstellung von Postanweisungsformularen der Privat- induftrie zu überlassen, hat die Reichspostverwaltung abgelehnk mit der Begründung, daß die Erfahrungen mit den von der Privatindustrie hergestellten Nachnahine- farten mit anhängender Postanweisung nicht befriedigt hätten. Die Herstellung von unfrankierten Postkarten und Paketadressen bleibt indes der Privatindustrie weiter überlassen. Reichstagsbeginn. Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, wird die erste Sitzung des Reichstags nach der Sommerpause au Donnerstag, 28. November, anberaumt werden. Die Reichstagsersatzwahl in Greifenberg- Kammin für den verstorbenen konservativen Abgeordneten v. Normann ist auf den 16. November angesetzt. Ter Ausschuß für Fleischversorgung in Dresden setzte die Preise für das eingeführte dänische Fleisch bedeutend herab. Tie Fleischer dürfen nicht mehr als 20 Prozent Knochenzulage geben. Der frühere .freisinnige Reichstagsabgeordnete Hofbesitzer Lorenzen ist in der Nacht zum Montag im Alter von 85 Jahren in Büdelsdorf gestorben. Er vertrat von 1884 bis 1897 den dritten Wahlkreis Schleswig-Eckernförde. Der Führer des bayerischen Zentrums Dompropst S ch ä d l er, der vor einigen Monaten seinen 60. Geburtstag feierte, soll sehr bedenklich erkrankt sein. ''Erledigt ist eine mit einem Oberlehrer zu ve. 1 setzende Lehrerstelle an der Viktoriaschule zu Darmstadt. ; Lehrbefähigung für Französisch, Deutsch und Geographie erwünscht. Meldungen bis 15. November an die Ministerin!, abteilung für Schulangeleqcnheiten. ** Gottesdienst für Taubstumme. Am Sonntag, 17. November, nachmittags 2i/3 Uhr, wird Gottesdienst ; für Taubstumme in Lauterbach abgehalten. Nachweise zur Erlangung von Fahrpreisermäßigung sind alsbald bei Oberpfarrer Müller in Lauterbach zu bestellen. ** Ter Bund hessischer F r a u c n v e r ei n e. Am 2. November versammelten sich in Frankfurt Vertreterinnen vieler hessischer Fraucnvercine, deren es mehr als 40 gibt, um sich zu einem Bunde zusammenzuschließen. Sie gingen von dem Gedanken aus, daß ein gemeinschaftliches Arbeiten größeren Erfolg verbürgt, als ihn die Tätigkeit eines EinLelvereins haben könnte, selbst wenn er noch so rührig ist. Der Bund verfolgt den Zweck, die Bolkswohlfahrt zu fördern. Er wird bestrebt sein, das Arbeitsfeld der Frau auf sozialem Giebiet zu erweitern, weil es immer rncl/r zutage tritt, daß ihre Mitarbeit auf die Tauer nicht entbehrt werden kann, wenn gedeihlicheie Zustände herbeigesührt werden sollen. In der Armen- und Waisenoilege hat man den Frauen, bereits einzelne Aemter übertragen, weil es sich bi er am deutlichsten zeigt, daß das mütterlickr Element, das in jeder Frau liegt, nicht ohne Nachteil für die Allgemeinheit ausgeschaltet werden kann. Ter Bund hat sich eine Fülle von Aufgaben gestellt, von denen nur einige erwähnt seien: er will für die Gründung von Krippen, Kinderhorten und Haushaltungsschulni eintreten, die Anstellung von Wohnungsinspektorinnen anstreben, die Jugendfürsorge fördern, Gelegenheit zur Ausbildung von Tienstmädck>en schäften usw. Er wird fick aber nicht nur um bessere Berufsbildung der Müdchen bemühen, sondern auch um ihre körperliche Pflege, die von den Männern ganz vernachlässigt wird, denn es ist zwar eine große Summe für die Jugendpflege ausgeworfen worden, aber unter .^Jugend" Hai man hier nur die männliche Jugend zu verstehen. Taß eine Kräftigung der Mädcb.m im Hinblick aus die kommettde Generation zum mindesten ebenso wichftg ist, als die der jungen Männer, wird nicht in Erwägung gezogen. — Ter Bund hessischer Frauenvereine hat für die ersten zn>ei Jahre seinen Sitz in Mainz. Er ist dem Bund deuftckx'r Frauenvereine angeschlossen, der mehr als 500 000 Mitglieder zählt. " Vom knnfm. Verein wird unL geschrieben: Am 3. d. Mts. starb hier Frau Elisabeth Löffert Witwe. Der Kaufmännische Verein betrauert in der Heimgegangenen den Verlust seiner langjährigen geschätzten Dienerin. Seit dem Tode ihres Mannes, der das Amt vorher inne hatte, ha Frau Löffert dem Verein ihre Kraft gewidmet. Sie hat mi. ®ifer die Interessen des Kaufmännischen Vereins gefördert und damit an seiner Entwickelung Anteil genommen. Die Dankbarkeit, die der Kaufmännische Verein der Verstorbenen schuldet, wird Ausdruck finden in der freundlichen Erinnerung, die man ihr bewahren wird. . ** Der Gießener Radfahrer-Verein 1885 veranstaltete am Samstag in der Turnhalle unter zahlreicher Beteiligung ein wohlgelungenes Sportfest. Ein von Fräulein Emmy Kühn wirkungsvoll gesprochener Prolog, verbunden mit einem Begrüßungssahren durch die aktiven Mitglieder des Vereins, eröffnete die Festlichkeit. Nach der Begrüßung des fast vollzählig erschienenen Gauvorstandes und der benachbarten Vereine folgten Kunst- und Reigenfahren, sowie Radballspiele. Ganz besonders gefielen die großartigen Leistungen der Herren Schön» hals und Wagner im Kunstfahren. Interessant gestalteten sich auch die Radballspiele gegen die 1. und 2. Mannschast des Marburger Vereins. In beiden Spielen blieben die Mannschaften der 85er nach hartem Kampf mit 7:6 bezw. 5:4 Sieger. Den Siegern der diesiährigen Vereinsfahren wurden wertvolle Ehrenpreise überreicht. Ein hübsches Konzert, ausgesühri von unserer Regimentskapclle, trug wesentlich zur Verschönerung des Feltes bei. Am Sonntag nachmittag fand cm gut besuchter Ausflug nach bent Philosophenwald statt, der die Festteilnehmer bis zur späten Stunde in vergnügter Stimmung zusammenhielt. ** Roheit. Heute nacht wurden in der Johannesstraße, in der, Süd-Anlage und in der Bleichstraße nicht weniger als zwölf Straßenlaternen zertrümmert. Tie ganze Bleichstraße war die Nacht in Dunkel gehüllt. Außerdem rouroen auch die Glasscheiben an dem Wetterhäuschen in der Süd Anlage eingeschlagen. Die Täter wurden vom Inhaber des Wach und Schließ-Instituts und einem Schutzmann bei dieser Arbeit betroffen und namhaft gemacht. Eine ganz exemplarische Strafe dürfte hier am Platze sein. ** In der Herberge zur Heimat kehrten im Oktober 1161 Gäste ein (gegen 1268 im gleichen Monat des Vorjahres), darunter befanden sich 260 Personen, die Obdach gegen Arbeitsleistung annahmen (390 , während 901 Selbstzahler waren (870). — Im Arbeitsnachweis waren 130 offene Stellen gemeldet, von denen 122 besetzt wurden und zwar durch 32 Handwerker und 90 ungelernte Arbeiter. Von den untergebrachten Arbeitskräften blieben 80 am Platz, während 42 in der Provinz Stellung fanden. Landkreis Gießen. — Grünberg, 5. Nov. Heute nacht hat es hier geschneit. Am Morgen lag in den Gärten und auf den Dächern eine leichte Schneedecke, die allerdings bald wieder verschwand. Kreis Schotten. O Laub ach, 4. Nov. Der hiesige Zweiaverein des E v a n g. Bundes hielt gestern abend im Aaale des „Solmser Hof" seinen ersten, gut besuchten Familienabend in diesem Winter ab Zur Feier des Reformationsfestes war der Abend dem Gedächtnis Luthers, des großen Reformators, gewidmet. Mit einigen Worten der Begrüßung leitete Pfarrer Volp die Feier ein, worauf er einen Lichtbildervortrag über „Leben und Wirken Luthers" hielt. Anschließend daran sang der Kirchengesangverein unter bewährter Leitung seines Dirigenten Reallehrer Gerhardt die Reformations-Kantate. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" schloß die Feier. Starkenburg und Rheinheffen. = Darmstadt, 4. Nov. Da die neugeschaffene Gehaltsordnung für die städt. Beamten bereits früher mit» geteilt wurde, sei nachstehend noch der Besoldungs- Plan für die Lehrerschaft angeführt. Es beziehen nunmehr: Verheiratete Lehrer 1800—3900 Mk. und 750 Mark Wohnungsentsckftidigung. Unverheiratete Lehrer 1800 bis 3900 Mk. und 450 Mk. Wohnungsentschädigung. Lehrerinnen 1500—2550 Mk. und 450 Mk. WohnungsentsM- digung. Verheiratete Sckmlverwalter 1200—1650 Mk und 500 Mk. Wohnungsentschädigung. Ledige Schulverwalter 1200—1650 Mk. und 350 Mk. Wohnungsentschädigung. Schulverwalterinnen 1200—1650 Mk und 350 Mk Wohnungsentschädigung. Hauptlehrer. Gehalt und Mieten!- schädigung wie die Lehrer und außerdem eine Funktions- zutage von 750 Mk. Handarbeitslehrerinnen für je vier Wochenstunden 220—100 Mk. Die Reallehrer an der städt. höheren Mädchenschule werden in ihrem Diensteiukornmen den Lehrern an den Volksschulen gleichgestellt. Die für das höhere Lehrfach geprüften Lehrerinnen an der höheren Mädchenschule erhalten 2100—3150 Mk. Mit diesem De- soldungsptan ist die Stadt Darmstadt in den einzelnen Stufen zum Teil erheblich über die Sätze der staatl. Real- lehrer hinausgegangen, was namentlich daher kommt, daß der Höchstgehalt nicht mehr wie seither nach 30, sondern jetzt schon nach 27 Dienstjahren erreicht wird. hatte eine feste Position inne. Nach großen Verlusten löste sich die türkische Armee auf. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht. Tie Umgebung von Jenidze ist mit Toten bedeckt. Die Straße nach Saloniki ist mit Kriegsmaterial übersät. Tie „Voss. Ztg." berichtet aus Athen: Die griechisch * * Tageskalender für Dienstag, 5. Nov. Stadt- t b c a t e r: r.t Anfang 8 Uhr. ♦ * * A u s der Verwaltun g. Der Großherzog hat den Reglerungsaffefior Dr. Alfr. Fink aus Büdingen zum Mini iterialiek^tar im Ministerium der Finanzen und den Regicrungs aiietior Rud. Schäfer zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte schotten ernannt. * * L e h r e r p e r s o n a l i c n. In dm R u h e st a n d versetzt j^^oe der Lehrer an der Gemeindeschule zu Rimbach Kr. Lauter vach> Michael Hotz auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste. * * '21 uy bcm Militär-Wochenblatt. Der Garni- »ons-Verwaltungsinspektor Haase wurde von Düft.-ldors nach Mainz und der Oiarnisons-Verwaltungsinspettor Pen z e l von Mainz als Kontrollsührer nach Lötzen versetzt. * * Forstp ersonali en. Ter Forstwart der Forst- warkel Alsfeld, ^erb Lohfiuk zu Alsfeld, wurde in gleicher Tleustergenschaft in die Forstwarlei Einsiedel, Ober- forsteret Darmstadt, und der Forstwart der Forslwartci Oberndorf, Förster Ford. Simon zu Ehringshausen, in die Forstwartei Ober-Llmer Forsthaus versetzt " Kirchlicher Disziplinarhof. An Stelle des in Öen Ruhestand versetzten Pfarrers Hildebrand zu Ecbzett wurde der Professor am Predigerseinrnar zu Friedberg D. Dr Schoell jnm stellvertretenden Mitglied des Kirchlichen Disziplinarhofs von dem Großherzog ernannt. Aus Stabt und (and« Gießen, 5. November 1912. Die Fungdeutschland-Bersammlung die auf Veranlassung der Bezirksgruppe Stadt Gießen in der Turnhalle des .Tumvereins slattfand, war recht gut aus allen Berufsständen besucht. Naturgemäß waren die Kreise, die sich beruflich oder freiwillig mit der Jugendpflege und Fürsorge beschäftigen, am zahlreichsten vertreten. Auch aus der Umgegend waren viele Interessenten, namentlich Geistliche und Lehrer anwesend. Nachdem der Vorsitzende, Pros. Mitt er maier, die Anwesenden begrüßt und einige Mitteilungen über die Gründung und seitherige Tätigkeit der hiesigen Jungdeutschland-Vereinigung, die hauptsächlich werbmder Art war, gemacht hatte, hielt Prof. Kissinger aus Darmstadt einen Vortrag „Jungdeutschland im Hessenland." Als Zweck der Jungdeutschland-Bewegung, die vor etwa einem Jahr von Geiwraheldniarschall Freilnwm v. d. Goltz in Berlin begründet wurde, bezeichnete er die Förderung aller auf körperliche und sittliche Kräftigung der deutschen Jugend gerichteten Besttebungm. Im Sinne der Bewegung wirkt seit Jahrzehnten die weit über eine Million zählende deutsche Tumerschaft, deren Organisation einzig in der Welt dasteht. Der Redner begrüßte die Beteiligung der Tumerschaft an der Jungdeutschlandbewegung, ebenso wie die Mitarbeit der evang. und kath. Jugendvereinigung und der großen Sportverbände. Jungdeutschland als solches will diesen Vereinigungen keine Konkurrenz bereiten, sondern ihre Tätigkeit fördern und sie bei der Heranbildung einer gesunden äugend im Interesse des Vaterlandes unterstützen. Politische Gesichtspunkte scheidm pabei aus, bloß da, wo keine im Sinn dieser Bestrebungen arbeitenden Bereinigungen vorhanden sind, sollen besondere Jungdeutschlandvereine begründet werden. In Hessen bestehen in allen Kreisen Kreisverbände, die in dmi Landesverband vereinigt sind. Der Großherzog, die Regierung, verschiedene Kreisverwaltungen, zahlreiche Vereinigungen und Einzelpersonen,unterstützen die Bewegung und gehören ihr als zahlende oder helfende Mitglieder an. Die einzelnen Gruppen haben .zumteil mit ihrer Tätigkeit schon begonnen, namentlich in Darmstadt und Offenbach,' wo große Jugendfeste der ganzen vaterländisch gesinnten Jugend stattfanden. Ter Redner schloß mit der Aufforderung zur Mitwirkung an der Jungdeutschlandbewegung, mit der man dem Vaterland bient. Der zweite Redner, Prof. D. Dr. Schöll-Friedberg, sprach über die Frage „Was lehrt die bisherige Jugendarbeit für bic künftige Praxis". Aus seinen gehaltvollen Ausführungen sei nntgetciü, baß „Jungbentschlanb" alle Kreise, bie Jugendpflege betreiben, zusammenführen soll für gemeinsam zu lösende Ausgaben. Die Tätigkeit von Jungdeutschland soll Erziehungsarbeit sein, sie soll durch Erhebungen über bie Sage ber deutschen Jugend beiderlei Geschlechts aufklärend wirken, damit bie soziale unb sittliche Sage der Jugenb erkannt wirb unb verbessert werben kann. Deshalb ist im ausgedehnten Maße ein richtiger Jugcub- schutz 'und die Gewährung von Hilfeleistungen für die Jugend not wendig. Dies alles kann geschehen durch Zusammenschluß aller bei der Jugmdarbeit tätiger Vereinigungen, und bieJBcranftaltmig gemeinsamer Veranstaltungen. Der Satz, „wer bie Jugend hat, hat die Zukunft", dürfe bei der Jugendpflege nicht maßgebmd sein' die Arbeit müße geleistet werden lediglich, um der Zukunft ber J'lgenb willen. Beide Vorträge wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Prof. Witt er maier machte noch einige Mitteilungen über die Aufgaben, die sich die Ortsgruppe Gicßcn- Stadt für die nächste Zeit gestellt hat. Ein Ortsausschuß, der aus den Vertretern aller in Frage kommenden Vereine bestehm loll, wird gebildet roerben, ber sich für bie einzelnen Zweige in Unterausschüsse teilen soll. Vorgesehen ist für nächstes Früh- abr ein Wettumen und Spielen, für den Sommer ein Wett- chwimmeu, für den Herbst ein größeres Jugendsest, Förderung von Jugendwanberungen, Schaffung zweckmäßiger Spielplätze usw. Zu ber vorgesehenen Aussprache ergriff niemand das Wort. von unjtzen Truppen in die Flucht geschlagen. Jenidge tourt)e erobert. Nach den im griechischen Kriegsministerium eingegangenen Nachrichten nahmen dieGriechen bei Jenidge 14 Kanonen. Die feindliche Armee bet Jenidze bestand aus der ganzen Division von Serres und anderen Streitfräftcn, z u - lammen 2 5 000 Mann mit 24 bis 30 Kanonen, und Die Montenegriner im Vormarsch auf Skutari. Antivari, 4. Nov. Die letzten Gefechte der Montenegriner vor Sfutari waren wenig erfolgreich. Vorn Kriegs- Ichaiiplatz zurückgekehrte Verwundete teilen mit, daß es nicht gelungen sei, Bardanjolt zu halten. Die Türken hätten die Montenegriner bis Vreti zurückgeworsen, wo General Martino- w it s ch neue Streitkräfte sammle, um die Angriffe zu erneuern. Auch auf dem T a r a b o s ch haben die Türken zwei von den Montenegrinern besetzte Positionen wieder genommen. — Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen 150 Albanesen, die mit montenegrinischen Gewehren ausgerüstet waren, in dem Augenblick, als sie zu ben Türken übergehen wollten, gefangen genommen worden sein. — Die Transporte von Verwuiideten nach Rjeka dauern fort. Die Verluste der Montenegriner an Tottu werden mit mehr als 100, die an Verwundeten gegen 1000 angenommen. Die Operationen am Tarabosch sind durch die anhaltend ungünstige Witterung bedeutend erschwert. Das H o ch »v a , s e r macht das Vordringen der M o n t c = negrin er gegen Skutari sehr beschwerlich. Auch haben die surfen drei Brücken über die Bojana in die ■ Q.c ibreugt, wodurch die Montenegriner gezwungen sind, eiligst Pontons herzustellen. Das Gerücht, Wu ko titsch hätte Befehl erhallen, mit ben Lruppen gegen Sfutari zu marschieren, ilt unbegründet. Ter General hat Befehl, seine Ausgabe im .iorben burchzusuhren. Samstag morgen wurden alle verfüg baren Aerzte von Montenegro nach Kraina berufen, um den Verwundeten .^ilfe zu leisten. Tie großen Verwundetentransporte deuten auf ^beträchtliche Verluste hin. Setzten Donnerstag erplo- dlertc am Larabofch ein montenegrinisches Geschütz, wobei vier Mann getötet und 14 verwundet wurden. Gestern flog in Anli- vari ein Munitionsdepot infolge Unvorsichtigkeit der dortigen Arbefter ,n die Luft,, wobei auch acht Menschen ums Seben kamen Der Benchterftcftter der Wiener „Reichspost" meldet aus Skutari vom 2. November: Die Montenegriner waren nicht imstande, ihre Stellung am Tarabosch, die sie IN Höhe von 497 Meter besetzt hatten, zu halten. Sie wurden durch das türkische Feuer heruntergeworfen und mußten unter Zurücklassung mehrerer zerstörter Geschütze diese Stellung räumen. Tie Türken haben nordöstlich von Skutari sogar einen 1101110« Gifolg er tun gen, bei dem sie 8 0 Gewehre erbeutete n. Es zeigt sich immer mehr, daß die Montenegriner ohne Bewältigung des Tarabosch keinen Erfolg behaupten können. Diese Werke sollen aber, wie türkische kötm'n^ o^^ört haben, sich noch einige Zeit behaupten Dio Wünsche der Albaner. . Konstantinopel, 4. Nov. Die Albaner bereiten ein Memorandum an die Großmächte vor, indem sie Schutz für ihre nationalen Interessen fordern. Da» englische Untcrhans und die britische Flotten- mobilisicrung. London, 4. Nov. Im Unterhaus gab auf eine An R-"."^Minister Asquitl, eine kurze Erklä. BrSÄÄSMS JKKSto ;“ "4” RinS 8‘,n “XX« Armee mußte, weil sie jenseits von Boni tsa auf überlegene Streitkräfte stieß, den Vormarsch unterbrechen und befestigte Stellungen einnchmen. Die Einnahme von Prevesa. General Sapunjakis telegraphierte, daß die griechische Abteilung, die Prevesa angriff, außer den regulären Truppen und Artillerie aus kretischen und epirotischen Freiwilligen bestand. Der Kampf dauerte den ganzen Tag von morgens 7 bis abends um 5 Uhr. Die Verluste der Griechen betragen 10 Tote und 56 Verwundete, die Verluste des Feindes sind weit höher. Außer 15 0Sol- baten machten bie Griechen 150 irreguläre Albanesen zu Gefangenen. Die türliscke Besatzung bestand, aus ungefähr 800 Mann. Die Griechen schickten sich an, P re^> e s a im Sturm z u nehmen, als die Konsuln Ruß^iuds, Oesterreichs unb Englanbs, begleitet vom Vertreter des Gouverneurs der Stadt, erschienen, um über folgende Bedingungen zu verhandeln: „Die Gar- . nison ergibt sich dem regulären griechischen Heer. Ten Offizieren und Soldaten sowie ihren Familien wird Schutz bewilligt." Tie Bedingungen wurden von dem Kommandeur der Griechen angenommen. Man beließ den Offizieren ihren Degen bis zu dem Augenblick, da sie als Gefangene nach der Insel Laukas eingeschifft wurden. Gener.ck Sapundjalis zog heute morgen in Prevesa ein und ergriff alle zur Aufrechterhaltung der Ordnung notwendigen Maßnahmen. Die Fortschritte Ser Zerben. Belgrad, 4. Nov. Nachdem die Konzentrierung der Armee des .Kronprinzen, deren Truppenkolonneu sich infolge des fluchtartigen Rückzuges ber Türken auf einen sehr weiten Gefechtsraum ausgebreitet hatten, beendet ist, traten die Truppen den Marsch gegen Sa lonikiund Mo na st ir an und haben bereits Demiroaku erreicht. Die dritte serbische Armee rückt in der Richtung gegen Durazzo vor, während General Zivcovie sich unmittelbar vor Skutari befindet. General Sie kanowie i st mit dem größten Teil der serbischen ArmeezudenBulgaren nach Adriano- pel gegangen. Uesküb, 4. Nov. (Amtlich.) Die serbischen Truppen nahmen gestern Gvstiwer. Die Eisenbahnlinie U e s kü b - M i t r v w i p a, die von den Türken teilweise zerstört worden war, ist w i e d e r h e r g e st e l l t worden. Die Albanesenfiihrer Schaban Pascha, Audraga unb Hessen Bei würben als Kriegsgefangene nach Belgrad gebracht. Dieserbisch en Truppenerbeuteten bis he r!35 türkische Geschütze. Nach Privatmeldungen beschlagnahmten die serbischen Truppen in liest üb bisher 20 00(5 Gewehre. Die Ankunft Kriegsgefangener in Belgrad Belgrad, 1. Nov. Der erste Transport von Kriegsgefangenen, 1 000 türkische Soldaten und Albanesen mit einem türkischen Major, sind hier eingetroffen. Die Gefangenen wurden in der Belgrader Festung untergebracht. - , J i-.' H :ein 1885 ön| t zahlrcichkr $tl iin von Frauleiil )g, verbunden mcl lieber des Vereine I Jig des säst Dolbl cackbarlen 'Serein- bballipiele. Gan; ►er tzerrcn Lchör mt gestalteten iii . Mannschaft drüben die Rann bezw. 5:4 Sieger. | wurden mtoollc | t, auigeiÄn toi ÄerschönnMg h ein gut 6e(uk i Sie ^esiieilnchrm I ntz zusammendielt. I x Johannesilrahe.! nicht weniger al; I nert. Tie gan? Außerdem wurde in der 2üd-Anla: ; ber des Waclp uti , dieser Arbeit bk Mlarische 3tri" I mat kehrten ir eichen Monat Ml Personen, die Jj 90), während tsnachwcis tvarri 122 besetzt wui 90 ungelernte ft- frästen blieben a ftung fanden. t hat es hin nd aus J nieder verslhaav I ■ Zweizvercnl end im ^aale, I ten FamiltenabM I M'ormationsMl vä nroßen N I -n ber'N* 'sangverein unte i ffij m u»d,gl M"Är. & 200-^rwHrd )i9c ind a7 h Mieia» chall.u^sti^ em e-F jc- .rinnen l ■ p l lehrer in DfÄ Die Pj !’ in de" n Ml- t lL staatl- ^j && ÄS*1 * I vM- ^vttnns feL f Wl 5hin a$ 7 - dos in ifk? SäI MÄ LJW nUT UB °udern auch u» T?rn°chlWx ™ Jugendpsleze man tner nur bit Mng der Möd»7 JPM» ebenb fat i” ^6un,1 hm sur die erst» "tntglieder zahl, steichrieben: Ar. rt Witwe. Dn "gegangenen bet mn. Seit der inne hatte, h° et- Sie hat mi ierein3 geförber genommen. Dir der Verstorben« chen Erinnerung, veften-vrafsau. W Hanau, 4. Nov Der Sladtälteste Georg Bode, der von 1883 an den städtischen Korporationen in Hanau imgehorte und von 1898 bis 1910 unbesoldeter erster Beigeordneter der Stadt Hanau war, ist im Alter von 88 Jahren gestorben. W. Höchst a. M., 4. Nov. Heute abend streß in Sindlin g en ein von dem Markt in Hochheim kommendes Automobil gegen ein Fuhrwer k. Tie Deichsel des Wagens traf einen am Trottoirrand stehenden 1 2 jäh - rigen Knaben mit solcher Wucht, daß dessen Schädelhecke zertrümmert wurde Der Knabe war sofort tot. GerichtssaaU Leipzig, 4. Nov. Tas R eichs gericht verwarf die Revision des Betriebsleiters Heinrich Schatz, der am 5. Juli vom Landgericht in Saargemünd wegen Beleidigung des Kaisers gu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Luftschiffahrt. Der Ballon „Düsseldorf 2". Cansas- Ci ty (Missouri), 4. Nov. Nach einem Telegramm, das der Präsident des Cansas-City-AeroNubs von dem Führer des Ballons „Düsseldorf 2“, Wans, erhielt, ist dieser in Pskow in Rußland gelandet und befindet sich ebenso wie sein Mitfahrer wolil. Aus dem Telegramm geht hervor, daß beide von den russischen Behörden gefangen gesetzt, später aber wieder srcigelasscn worden sind. Mannheim, 4. Nov. Das Luftschiff „Schütte-Lanz" unternahm heute nachmittag gegen 3 Uhr eine Werkstättenfahrt. 24c Fahrt ging zunächst nach Spei er und dann über Ludwigshafen wieder nach Mannheim zurück. vermischter. ♦ Sklavenlebcn an Bord. In Riga wurden auf einem dort mit einer Ladung Rotholz aus Afrika eingctroffcnen finnischen Segler unglaubliche Mißhandlungen aufgedeckt, die an den Negermatrosen durch den Kapitän und die finnischen Matrosen verübt wurden. Ein Neger wurde angekcttet in der Kajüte aufgefunden, wo er drei Tage ohne Nahrung geblieben war. Ein anderer Neger, der die Mißhandlungen nicht ertrug, war während der Fahrt in das Meer gesprungen und I ertrunken. Bei vier Negern wurden blutunterlaufene schwel lungen am ganzen Körper sestgestellt Ter Staatsanwalt und | der englische Konsul besuchten das Schiff. Tic Angelegenheit wurde Dein Untersuchungsrichter übergeben. Die Neger sind englische Untertanen. Kleine Gflaesdjronit Aus Potsdam, 4. November, wird gemeldet: Bei der Heu tigen Hubertusjagd in Döberip, an der auch der Kaiser teilnahm, stürzte plötzlich der Inspektor der Kavallerie, Generalleut nant v. Windheim, infolge eines Herzschlags tot vom Pferde. Wetteraussichten in Hessen Mr Mittwoch, den 6. Nov. 1912: Trub, rcgucriicb, milb, südwestliche Winde. Letzte Nachrichten. Neue Schlachten. Sofia, 5. Nov. Zuverlässigen Nachrichten zufolge soll eine neue große Schlacht zwischen Tschorlu und Taray begonnen haben. London, 5. Nov. Aus Mustafa Pascha wird gemeldet, daß 26 türkische Bataillone einen Ausfall auf beiden Seiten der Mariha machten. Ter Kampf dauerte fast den ganzen Tag über. Unter heftiger Gegenwehr schlugen die Bulgaren die Türken zurück. Tie Türken hatten große Verluste. Athen, 5. Nov. Die Griechen haben die Insel Paros besetzt. * Anton von Perfall f. München, 4. Nov. Der Romanschriftsteller Anton Freiherr v. Perfall ist vorgestern nacht an Nierenblutung hier gestorben. Perfall, der am 11. Dezember 1853 geboren war, hat eine lange, kaum übersehbare Reihe von gern gelesenen Romanen und Novellen versaßt, in denen er mit Vorliebe das Leben her bayerischen Gebirgler und Jäger behandelt. Auch auf dramatischem Gebiet hat sich Verfall gelegentlich versucht. Er war mit der früheren Tragödin des Münchener Hoftheaters Magda Jrschiek vermählt. Sein älterer Bruder ist Karl v Perfall, der ebenfalls durch seine Romane in weiteren Kreisen der Leserwelt bekannt geworden ist.__________________ Auch für Erwachsene. Der Gebrauch eines KräftigungS- und Stärkungs । mittels erweist sich häufig als geboten, und zwar nicht etwa nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene jeden Alters, Frauen wie Männer. Die seit Jahrzehnten rühmlichst bekannte Scotts Emulsion hat sich als solches immer bestens bewährt gleichviel ob es sich , um angeborene Schwäche handelt oder um Entkräftung nach überstandener Krankheit. Schon nach einem ver- hältnißmäßig kurzen Gebrauche beginnt die Wirkung von Scotts Emulsion sichtbar zu werden. Man merkt ' das Wiedererwachcn der Lebenskraft, besonders auch der Eßlust. Infolgedessen schreitet die allgemeine Kräf- zunahme rasch voran, und neue, Lebenslust entfaltet sich. Scotts Emulsion ist so zuträglich und wohl- : schmeckend, daß auch Erwachsene keine Mühe haben, sie längere Zeit hindurch ohne Widerstreben zu nehmen ’ und gut zu vertragen. Aber es muß die echte Scotts Emulsion sein! Stottern, Stammeln, Lispeln, Näseln usw. wird als ein recht unangenehmer Sprachfehler, sowohl von den damit Behafteten, als auch von anderen Personen peinlich empfunden. Öcrr Lütgert, Inhaber des Spracbheilimlitutes, der speziell das Studium der Sprackrheükünde genossen bat, hält in Gießen, Frankfurter Straße 31 I. einen einmaligen Kursus für Sprachleidende ab lieber seine Erfolge stehen ihm vorzügliche Zeugnisse zur Verfügung, in die jedermann Einsicht nehmen kann. Id4/u Damen-, Mädchen- :: u. Kinder-Hüte :: 7312| verkaufen wir zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Geschw. Sailer Goethestr. 36 p. Putz-5alon. Goethestr. 36 p. Extra billigeVerkaiifstage Wäsche a Weisswaren roMillioJlüÄtollftO mit 20"|„ Rabatt 25°|„ Rabatt 8 Gegenüber der m m Gegenüber der Stadtkirche «DL» Stadtkirche ■ II Hl F r8 8»6lüu (kaufen Sie sehr preiswert bei m6i A. Fangmann Nchf. Bahnhofstraße 18. Letzten Sonntag verschied unsere Dienerin Veteranen-Verein. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Christian Otterbein geziemend in Kenntnis zu setzen. [v6/11 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Nov., vormittags 11 Uhr. statt. Ter Borstand. Kinder husten nicht mehr, nach Karn s echtem ^enchclbonig. Flasche 50 Pfennig nur Ecutrai- Drogcric Emil Kam. Echulstraße. |:-“j Tel. 551 Abfallholz p.Ztr.1.20 Mk., freieAnfilbr. Holzbearbeitung^ - Fabrik E. H. Müller. I Rechtskonsulent Karl Slappel Sonncnstrasrelll Tel.«34 en.Rat in Mied) vmdicn,cmu= fiehll iid) in Anferltgung von Gesuchen, Steuerdeklaration, .vorderungsbcllreibuitg. Aufstellung v. Vermögcns-Berz. und Vertretung in Erb- fchanssacheu vor Gericht. Sprechstunden auch Sonntags von S—2 Ubr. i""" emeesdmH aßra’ieflaare erhalten all- miihlich ihre früh. Farbe mied, durch Karn ö Nuß- schalen Qel Central - Drogerie, 7234] Schulitraße. Frau Elisabeth Lottert Ww. Kaufmännischer Verein. 3iil9wpiaüo 16204 sttichafienburg. anerkannt erstklassiges Fa- brikat,wosürerstcNeierelizen zu Diensten. Sehr günstige Fabrikations-Weise tmrdi gut eiugcricht tcn 'Großbetrieb. Deshalb icbr billige Preise für beste Elualitäi u. sicherste Garantie. 'Mait verl. StaiaL Pianvsorte-Fabrik Wilhelm Arnold, kgl. baiir. Hoflieier., Todes-Anzeige. Sie hat in treuer Pflichterfüllung unserem Verein viele Jahre ihre Kraft gewidmet und war in allen Kreisen geachtet und beliebt. Wie eine Mutter besorgt ist um das Wohl ihrer Kinder, so hat die Heimgegangene ihre Anhänglichkeit an unseren Verein bewiesen und wir werden ihr allezeit ein ehrendes Andenken bewahren. Giessen, den 5. November 1912. Gestern verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater, Schwager und Onkel Herr Christian Otterbein r.yflhadsep-TecümHuni Frankenhausen Ing.-u.Werkm.-Abt. Gr Masch.-Lab. Giessen (Bückingstrasse 5), Berlin, den 4. November 1912 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. November, vorm. 11 Uhr, 7344 vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. ~T^T: Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Gieszen. »■-e * . * Städtischer Seefischmarkt jeden Donnerstag nachm. in den Marttlaubcn Beginn 3 Uhr pünktlich. 3um Berkaus kommt nur beite, frischeste Nordsee Ware zu billigen, lediglich die Selbstkosten der Siadl deckenden Preisen. Tic Verkaufspreise und xn den Perkaufoständcu angcichlagcu. Ticic L^odrc große Zufuhr von ^chellnich, Kabliau, Seelachs, Schollen und grünen Heringen. Fischkochkurse. Im Anschluß an den städtischen Fischvcrkaus werdest in der vaucbaltung. schule Tonncrstag und Freitag, abeudS von ".,7 bis s Hbr, ^iid)fod)turic für Frauen und erwachsene Mädchen abgebalien. In diesen wird praktische Anleilung gegeben zur Her stellung verschiedener einsackier Flschspeisen. Tauer der Kurse 2 Abende. Der Unterricht ist füi Minderbemittelte unentgeltlich, von den übrigen Teil- nebmerinneii werden zur Deckung der Kosten 60 Pfg. für beide Abende erhoben. Jedem Kurse können 18 Personen beiwohnen und werden dieTeilnehmcrinnen nach der Reihe der Anmeldung berücksichtigt. . , Anmeldungen werden leben Mxttwoch vmr S'/, bie 7'/, Ubr in der Aliccichule, Steinstraire 10, entgegen genommen. Vorkchmgkn gegen das irinsrimn der Hlilis- Wnßerleitnngen. Zur Verhütung von Frostschäden an den Fnnen leitungen der istcbäude empfiehlt es sich, in allen Räumen, welche von Leitungen durchwgcn werden, die Fenster immentlid) während der Nachtzeit geschloßen zu halten. In allen der Malte besonders ansgesei.uen Gebäudeteilen bietet die Umhüllung der Rühren. Ventile usw. mit schlechten Wärmeleitern, wie Jute, Wollenzeug, ,yili oder Holz, einen empfehlenswerten Schutz gegen das Einfrieren. Wo auch dieses Mittel nicht ausreicht, wird es notweudm, während der '.stacht das Hauvtabiperrvenlil zu id>hcnen und die Hauptleitung im Innern des Gebäudes abends zu entleeren Um eine vollständige Entleerung zu erwirken, ist es geboten, während derselben, das in dem obersten Stockwerk des Hauics befindliche Zaviventil dcr vausleitung oficn zu halten. Vor dem Wieder- aulancn des Wassers iit das Entleerungsventtl sorgfältig wieder zu schlienen. Besondere Aunnertsamkeit iit dem Frostschutz von Wassermessern zu schenken, da alle Unter- haltungs- und Etneuerungskoiten der Messer, welche nicht durch ordnungsmäßige Abnutzung veranlaßt worden find, dem Abnehmer zur Last fallen und ihm m Rechnung gestellt werden. " Einwinterungen, Ncvaraturcn nnd Austauungen von vauswasfcrlcitiingen tvcrden am zweckmäßigsteu von deujcuigeu "»ustallationsgcichäftcn besorgt, welche die bctr. Hauswanerleituugen s. 3t. ausgeführt haben. Lecfischc! Schellfisch und Kabliau blutfrisä) 6059 Mittwoch und Donnerstag nüh cinttcnenb. Jak. Maternus Ecke K l i nik-u.^ranksurt. Str. DaS Wohnhäuschen bei dem Tonnenschuvpen am Wißmarer Weg soll SJiontiig, öen 11. Z'iovcmbcr bi. Zi., Mrm. 10 Uhr, im Wege öfientlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. ,, Die Bedingungen liegen aut dem stadtlfchen vochbau- amt zur Einsicht ofren und sind Angebote bis zum genannten Termin dorthin einzureichen. IB5/U Hoch- un uau. Es sind in dcr nächsten Zeit zu vergeben die Zinsen aus: 1. der Echternach - Stroh Stiftung und der *fa« broisse-Stiftuiig. Etwa 14u Etr. Sohlen an Stadl» arme. Verieilungsteruiin: erste Wochs im.faiiuarllllL 2. der Friedrich Bücking- Stiftung. 13ikj Mk. in (tzabeu von 15" Mk. unö 1 0 Mk. au bedürftige und würdige Bewohner Gießens, Familienhäupter oder einzelsteheude Personen. Verleilungstermiii: Lseihnachlen. 3: der Minna Keil Vogt-Stiftung. Gaben von ,c 70 Mk. an drei in Gienen luoDnDaitc, würdige und bedürftige Handwerksmeister oder Witwen von Handwerkern, evangelischer Mouiciiion. Rur selb ständige Handwerker oder Witwen von solchen können berücksichtigt werden. lB*/n Verteilungstermin: Weihiiachten. Meldungen ans Armenann, Astertveg 9, zu LrdnungS- numiner 1 bis 20. Rovernber 1912 und zu den LrdnuugS nummern 2 und 3 vis 30. November 1912. Ter Installateur Jakob Fleck, ist zur Ausführung von Entwässerungsanlagen gemäß 8 IG der Poltzet- verordnung, die Entwasseiung von Grilndstäcken im Anschluß au die itadlische Aiaualiiatioit in der Provinzial Hauptstadt Gießen betreffend vom 1. August 1904, zugelasseu worden. I^ /“ reine inaKnnm bonum, zum L-tUiflUcn Tagespreise für Winterbedarf, frei Vie= terung in s HauS. !08080 Tb. Bäulke, Wolfstraßc 9 und Bismarckstr. 11 iVaöeni. 8 e ^asirst bewährt sich nun- /j 11 mehr Retter's /k/k üaaewafjcr (München) uaatl.gepr. u.begutacht. B.h.um40Pf.u.M.1.10b. J. H. Fahr, Lon>ienstr.25. (hv'^/a im 65. Lebensjahr. Tm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Helene Otterbein, geb. Bourgeois. ürta. fereii für innere Mission. Jahresfest zu Metzen am 5. und ß. November. Dienstag 3 Uhr im Gemeindehaus, Slirdjftr. 9: Mitglieder- Vcrsammlung. .Jahresbericht. Unsere Stellung zu Fung-Deuisct>land. 6 Uhr Festgortesdienst in der Stadtkirche: Pfarrer Mahr^ Langsdorf. SV« Uhr Familienabend in Steins Garten. Vorträge über deutsch evangelisches Gemeindelebcn in Paris. Sekretär Ahl mann aus Paris u. a. Mittwoch 10 Uhr ini .mmnnessnal: Oefsentliche Fahrcs- versammlung. Tie weitere Entivicklung der Arbeit der inneren Mission in der Gegenwart. Pfarrer Wurm-Stuttgart. Prof. D. Schoell-Jriedberg, Pfarrer Schulte- Grohen-Linden. DM/i0 Ter gcichästsführcnde Ausschutz: Adolph. E. .tzautz'mann. Hofmann. I). Schian. O. Schlosser. Schmeckenbecher. Schwabe. D. Stamm, l >r Weimar. Oberh. herein f. i. Mission. Familicnabend in Steins Garten. Dienstag, den 5. Nov., abends K*/1 Uhr, musikalische und deklamatorische Borträge unter Mitwirkung geschätzter hiesiger und auswärtiger Slriutc. Vortrag des Herrn Ehr. Ablmann, Vertreter des Verbandes der deutsch evangelischen Gemeinden in Paris. Bilder aus dem dortigen Gemeinde- leben und aus der Kellncrsürsorge. |DVn| (Eintritt frei. Zur Bcivirtung >vird u. a. auch Kaffee, Tee und Gebäck bereit gehalten. Tie Mitglieder unserer Gemeinden werden recht herzlich zur Teilnahme eingeladen. Der Borstand: I>. Schlosser. ■Z^/ndet nach dem Plnlosovbcnwald. fv5/*1 Wir ersuchen unsere Mitglieder und Angehörigen um recht zahlreichen Besuch. — Nichtmitgliedcr Der Vorstand. haben keinen Zutritt. Sonntag, 10. November, nachmittags: Ausflug Turnverein Giessen Samstag, tt.Nov., abds. SV.Ubr Winter fest fTTijl 'N'm1' Konzert, turnerische Auf- D H ftthrnngen. Theater, Ge- X, •'*/« wangs vortrüge ÖF" Ball "«W J kksliigclziiihtvemil für den Kreis Wetzlar. Allgemeine Geflügel- n. Kaninchen - Ausstellung zu Wetzlar Verbunden mit Prämiierung tum Ifiy&iö ciilsA. 18. Noseniber 1912. Anmeldcbogen versendet F. Hartung, Wetzlar, Hosstadt 3. — Anmeldefrist: 8. November. — Frachtfreie Rückbeförderung. 7322 Die Ausstellungs-Kommission. Für Stotterer, Stammler, I.ispclcr, Näselcr und Schwachsinnige mit Sprachgebrechen. Man beachte die am Mittwoch, den 6. erscheinende ausführliche Annonce, la. Referenzen. Hunderte beglaubigte Anerkennungsschreiben liegen auf. Prospekt gratis u.franko. Auskunft u. Untersuchung kostenlos. Sprechstunden u. Anmeldungen am Freitag, den 8. und Samstag, den 9. Aovember, von 3 Uhr nachin. bis S'/a Uhr abends, Sonntag, den 10. November, von 10'/.- bis 2 i hr nachmittags. (Id*/11 Sprach-Heil-Insiitut Lütgert, Giessen, _________Frankfurter Strasse 31 I._________ Ein Ende hat die Fleisclmot! 7327 burdj Pflanzen-Fleisch (Fleisch-Ersatz und Zusatz Masse) zur Herstellung schmackhafter Brat-Sveifen ohne Fleisch. 5Hteletts, Schnitzel, Aiouladen re. Hoher Gehalt an Eiweih, Kohlehydraten, Nährsalzen usw. 1 Psd. (hinreichend für 6 Pers.) 40 Psg., ’/, Psd. 75 Psg. Reformhaus, Kreuzplatzjö Bahntzofstratzc Fernsprecher 231 aJ/“l feinste, 1—äpfündige, Psd. 38 Psg. kleine, zum Backen, Psd. 23 Psg. Nablia«, rojflüö, 25 Psg im Ausschnitt Psd. 30 Psg. FrischcJischkotelcttüPss.35Ps Rotzungen, Schotten, Hecht morgen und Donnerstag eintreffend. 1912er Gemüse-Konserven Braunschweiger lohnen, Spargel, Erbsen in '/»», 1-, 2, 3- und 5-Pfuud-Dosen. Gebrüder Herdux Steins Garten Donnerstag, den 7. November: I. WrtöKHls-tasrt der Kapelle des Infanterie-Regts. Kaiser Wilhelm II. Nr. 116. _________Anfang pnnkt 8'/t I'hr._______7334 Metzgers Weinstube Prima Natives-Austern frisch eingetroffen.- nq,n ^ussergeiiöhnlich 1000 Dtzd. Tieinleinene Taschentücher bestes Fabrikat fehlerfreie Ware 42 cm gesäumt Dtzd. 2.90 46 „ „ „ 3.90 42 ,, „ „ 3.70 46 „ „ „ 4.30 netto. a5/11 v# Startmann G. m. b. H. Wäsche-, Betten- u. St epp decken-Fabrik Seltersweg 67$0 Fernspr. 2064 Wildfelle Wir kaufen: Hasenselle bis zu Mk. —.80 per Stück Kaninsette zu Mk. —.15 bis , —.30 „ , Rehsclle , „ 1.20 „ , 1.40 r Füchse, Marder, Fltis und alle sonstigen Felle zum höchsten Tagespreis! 6738 Julius Rosenthal & Co. Krofdorfer Str. 115. Fellhandlung. Tclevb. Nr. 60. Gothaer Ltbensversilhtrvvgsblivk aus Gegenseitigkeit. Versicherungsbestand im August 1912: Bisher gewährte Dividenden: d«/0 292 Millionen Mark. Alle Ueberschüsse kommen den Versicherungsnehmern zu gute. Unverfallbarkeit, Unanfechtbarkeit, Weltpolice. Prospekte und Auskunft kostenfrei durch die Vertreter der Bank: Gcbr. Fullmann, Giesren, Grabenstrane 7. G. Bohn, Gräsl. Nentamtmann in Laubach. Bekanntmachung. Die Rechnung der israelitischen Religions- gemeinde Gießen für 1911 und der Voranschlag derselben für 1913 liegen während acht Tagen in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 4. November 1912. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde: S. Heichelheim. d5/*1 Bekanntmachung. Die Rechnung der Landjudenschaft der Provinz Obcrhesscn für 1911 und der Voranschlag derselben für 1913 liegen während acht Tagen in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 4. November 1912. Für die Landjudenschaft Oberhessen: Der Vorstand der israelitischell Neligionsgemeinde Gießen: ____________S. Heichelheim. Wi Bekanntmachung. Der Nachtrag des Umlageregisters für 1912, betreffend Standgeld für die nicht in die Gemeinde eingczogenen Mitglieder, liegt zur Einsicht der Beteiligten acht Tage in der Wohnung des unterzeichneten ersten Vorstehers offen. Gießen, den 4. November 1912. Der Vorstand der israelitischen Neligionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. d»™ Operngläser • Jagbgläser Reisegläser • Barometer Thermometer. Reißzeuge Lupen und Lesegläser Brillen und Pincenez empfiehlt 7235 Cmil Schmitt sc Eisenbahnen :: Dampfmaschinen :: Lehrmittel Schaufenster Neuenweg 18 :: Telephon 911 Programm vom 5. bis 8. November ;öie eiserne Hand Drama in 3 Akten lGaumont-Film). M Dieser Film zeigt in vollendeter Ausführung M einen berühmten Detektiven, welcher zur Ver- folgung eines Spions seinen Auftrag in nngemein M kluger Weise erledigt. Da die Handlung in Paris, W Billcfrancc und Monte-Earlo spielt, werden W anher den spannenden Szenen dein Zuschauer | herrliche LaMchGbilder her Rioim i Die Büchse der Pllilhvra reizende Komödie. I Sliltzerhem düs ßlänicnöc neue Programni. Mittwoch uild Donnerstag Dramatischer Kinoabend Beachten Sic aefl. das morgige Inserat. Beginn der Borfnhrungen: Wochentags 1 Uhr, Sonntags 3 Uhr nachm., __a-' ,. tiieiiliind Bahnhofstr. 54 092% Bahnhofstr. 54 Unehelich geboren wurde von der Zensur nicht freigegeben, deshalb erscheint der große Kunstfilm jetzt unter dem Titel Ohne mütterliche Liebe Großes spannendes dramatisches Sujet in 3 Akten. Die Ausreisser große köstliche Komödie. Gaumontwoche aktuelle Wochenschau. Als Einlage: Königin der Nacht In der Hauptrolle die berühmte Künstlerin Fräulein Henny Porten. — In 3 Akten. Q_____o o • O O <) „Warm zu empfehlen ist Zucker** Patent-Jledi- zinal-Seife gegen unreine Haut, Mitesser, Pickel, Knötchen, Pusteln usw. Spezial Arzt Dr. W." A Stück 50 Pf. 115% in) und 1.50 M. 135%in, stärkste Form). Dazu Znckooh-C’reme (ä 75 Ps. u. 2M.> in der Universitäts Avotheke,Hirsch-Avotbeke, bei Ang. Noll, Carl Seibel, W. Nilbinger, C. Schaaf, Emil Narn, Ernst Noll und W. Schrader, Drogerien. __________________(sl13/1)__________________ Kartoffeln für den Winterbedarf Magnum bonum Industrie Up to datc 6912 Rote Tabcrsche lrauhschalige) Notzal Kidncy verbesserte Magnum bonum Etta Paulsens Julie gelbe Salatkartoffel empfiehlt in vrima Qualität zu billigsten Preisen I. Weifet Tel. 88, Sonncnstrahe 6. Proben stehen zu Diensten. Ortsgruppe Gießen. Mittwoch, den ß. Novbr., abends 9' . Uhr, int Hotel Kobel MMs-Bttjnminlniiil. I v5/“)_____Der Vorstand. == fontentia. : ■ Sonntag 10. Nov. 1012 nach- nüuag Rnötlua 'wck, der 4 Uhr *'111911HII Mnrldrubc verbunden mit Munk, Tanz u. kom. Vorrrägen. Die Din- I gl jeder werden gebeten, sich i zahlr. zu beteiligen. Freunde I Bekannte können einneführt werden. Der Vorstand. V8/11 fioiiimiinniiditr herein rociblidirr Angesltlltrr. Fcdcn Mitttvoch im Ver- einölvkal Diezsirahe 15 I, abends b—10 Ubr: Gesellige Zuiannucnknnft. t^iäste sind berzl. willkommen. 6379 Der Vorstand. Liebigshöhe. I>onner*tag 4 bis 6 Uhr t