Nr. 55 Erstes Blatt 162. Jahrgang Dienstag, Ter Aiehener Anzeiger JBBBJ A vT erscheint üglid), aubet W V Elktzener Anzeiger , animed)-Wnfcfiiiine: el ■ MM *i:l die Redaktion 112, IV^ ■«! General-Anzeiger für Oberheffen 21."l’°bi"eiagesnumnier Rotationröruck und Verlag der vrühl'fchen Unio.vuch unö Stcinöruderei R. tauge. Redaktion, Lrpedition und vruderei: Schulftrahe 7. .15 vormittags 9 Uhr. vüdingen: 5 noatsen sich einstweilen damit einverstanden erklärt, daß Auauschikai nicht nach Nanking reist. In Peking selbst ist es zwar nach den letzten Meldungen tuieber ziemlich ruhig geworben; in biejem Hauptsitz ber fremben Weber* Innungen scheut das (vestndel doch das Eingreifen der fremden Regierungen; die verstärkten Wachen halten die Ordnung aufrecht. Aber austerhalb der Stadt dauern die Plünderungen und Brandschatzungen fort. Tic schlimmsten Meldungen kommen aus Tientsin. Der dort seit Jahren ansässige deutsche Arzt Dr. Schreyer wurde ermordet, als er einem dentsühn Landsmann, einem Ingenieur der im Bau befindlichen Teilstrecke der Tientsin—Pukow-Bahn, b.*r in der Chinesenstadt wohnte, zur Uebersiedlung in die deutsche Niederlassung helfen wollte. Tic Mörder sind so gleich hinaerichtet worden. Es ist aber anzunehmen, datz die d'utsche Regierung dazu noch Entschädigungsansprüche für die Familie des Ermordeten durchsetzen wird. In der „Köln. Qtg." lesen wir noch, daß zum Schutz der in China lebenden ieutscl)cn lOOMann von der deutschen Besatzung in Tsingtau nach Peking beordert worden sind. Man hat sich mit dieser Zahl begnügt, da der deutsche Gesandte sie im gegenwärtigen Augenblick als ausreichend erklärt. yiiinbtrnng eintS Palastes in Pek ng. Peking, 4. März. (Reuter.) Heute früh marschierte eine Erbteilung Artillerie mit Musik zum Palast des Her 5l>gs Kuei, des Vaters der Kaiserin-Witwe, schossen das Tor ein und plünderten und brannten einen leit des Palastes nieder. Die Truppen des Herzogs hatten sich gestern an den Plünderungen beteiligt, aber heute kämpften sie gegen die Plünderer. Es scheint, daß die ganze Nordarmec mit der Meuterei einverstanden war, da sie glaubte, die Ankunft der Delegierten aus Nanking bedeute ihre Entlassung. Berlin, 4. März. Nach den letzten Meldungen aus China verlief die Nacht vorn 2. zum 3. März und der gestrige Sonntag in Peking ruhig. Ter Sicherheitsdienst ui der Stadt wird jetzt durch die frühere städtisckze Gendarmerie besorgt, die in voller Stärke wieder herangezogen worden ist. Gestern nachmittag machten Abteilungen sämtlicher fremden Bewachungstrnppen einen gemeinsamen Umzug durch die Stadt, der eine günstige Wirkung hatte. In Tientsin wurde der Deutsche Schreyer, als er sich zur Rettung der Familie eines deutschen Ingenieurs in das Chinesenviertel begab, von chinesischen -oldaten durch Schüsse in Kops und Unterleib getötet. Die Täter wurden ergriffen und soso r t e r s ch o s s e n. Yuanschikai sprach sein Bedauern Ober den Tod Schreyers aus. Der deutsche Ingenieur liademacher wurde durch einen HicbübcrdieHand '.eicht verletzt. Das Konsulatskorps in Tientsin hat auf -Bitte der chinesischen Behörden veranlaßt, daß auch in dem Chincscnviertcl von Tientsin ein Sick-crhcitsdicnsl ein aerichtet wird, soweit die Kommandanten der fremden truppen dazu in der Lage sind. Berlin, 4. März. Don ber Bauverwaltung ber kaiserlich chinesischen Tientsin -- Pukow- Eisenbahn (Nordstrecke) in Tientsin ist hier ein vom 3. März datiertes Telegramm bei der Deutsch-chinesischen Eisenbahn-Gesellschaft eingegangen, wonach in der vorhergehenden Nacht in Tientsin die Soldaten meuterten. Hierbei wurde der deutsche Bahnarzt S ch r c h e r getötet Tie übrigen Beamten befinden sich in ^ickicrheit. Tie „Kölnische Zeitung" meldet aus Dortmund: Ter in Tientsin ermordete deutsche Arzt Dr. O s kar Schr cyer -tammt aus Dortmund. Seine Gattin weilt mit den Sondern in Hamburg Simjatsen und yuanschikai. Peking, 4. März. In Beantwortung eines Berichts der Nankinger Delegierten, die sich jetzt in Peking bennden er kl a r t e - nnja 1 sen , er werde nicht länger bar au r beit eben, >ßB Auanschirai Nanking besuche. Er billigte den Ent- ’dlluB der Delegierten, vier aus ihrer Mitte auszuwahlcn die nach Nanking zurückkehren sollen. Diele sollen dort die Anichau- ungen der Mächte darlegen und den Republikanern des Dudens euseinandersetzen, wie notwendig cs iet,Buamchikai zu unterstützen und wie erwünscht es wäre, wenn die Nankinger Jkgierung ijadi Peking komme, um eine starke .Koalition herbei zu ftthren. I Infolgebenen bereiten sich die Deputierten aus die loch Gerüchten aus dem Innern und nach. Beobachten von Grup- 3cn von Fremden, die täglich aus den nördlichen Gebirgen um gefährdet in der Stadt ankommen, wird u b e r a I I v o n B a n d e n • in Solbatcn get>lünbert. l'ehng m.ub-rr°sckenb । Die Gesandtsämsten sind jetzt der Meinung, datz bte Ordnung letzt nieder hergestellt ist, wenn die dort weilenden Soldaten nicht auch nrutern. Die Lage in Tientsin Tientsin, 4. März. Obgleich heute in der Stadt alles Whig ist, herrscht doch eine gedrückte ^tirnnrung. ^er gan^c 0 anbei stockt. Am meisten hatten die Pw^tti^n unter Tlun Gerungen zu leiden. Die Spuren der 9lufruhrcr Nnd m nUni beuteubeu Verkehrsstrasten wahrzunehmen. In etmgen Kratzen Ingen halbverbrannte Leichen aus dem Damm. Tuch heute wurde wieder eine Reihe von Einrichtungen »ogen. Z>vei Kompagnien engliickier ^ntanteric bleibm in ^ngta , bie übrigen geben hierher zurück. Großes l'lukieben ries heute nachmittag ein telephonischer Bericht des runncken Konsuls hervo , »mach 700 ch i n e s i s cki e S o l d a I e n m das o r s -r a 11 w i r u ine Meile von den Fremdmniederlassungsn enNernt, e i n g i> run g en sein sollten und so gegen die ^sMmmung Abmachung gehandelt haben sollten, die die -lmvcienhctt chin 1 'djer Truppen innerhalb eines Umkreiies von neben Je tuen um die Fremdenniederlassungen verbietet. Die fremden Mi li tärbehörden beschlossen, gemeinsam vorzugehen, um die Eindringlinge zu entfernen. Britische, deutsche, fron zösische, russische und lapanische Truppenabteilungen wurden zu diesem Zwecke ausgeboten. Indessen stellte sich nach einer vor genommenen Rekognoszierung die Nachricht des ruiiiidien Konsuls als unrichtig heraus, da keine chinesiscknn Truppen das verbotene Gebiet betreten hatten. Es wurden jedoch Vorsichtsmaßregeln getroffen, um jede derartige Gebietsverletzung sofort zur Kenntnis zu bringen. Der Kaiser in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 4. März. Der Kaiser traf nach kurzem Aufenthalt in Oldenburg kurz vor 12 Uhr mittags im Exerzierhause der 2. Matrosen - Division ein, begrüßte nach Eiitgegennahme der Meldung die Rekruten, schritt die Froiit ab und nahm gegenüber der Fahne und dem Altar Aufstellung. Hierauf hielten die leiden Marinegeistlichen, der evangelische Konsistorialrat Schorn und der katholische Oberpfarrer Erdmann, An prachen, an die sich die Vereidigung der Rekruten durch Oberleutnant zur See Haeßler von der 2. Werftdivision anschloß. Nach der Vereidigung hieltderKaiseretne Ansprache, in der er zur treuen Erfüllung der durch >cn Fahneneid übernommenen Pflichten ermahnte. Danach brachte der Inspekteur der 2 Marineinspektion, Kontrc- abnttral Jacobsen, das Kaiserhoch aus. Um 121/g Uhr traf der Kaiser im Offizierskasino ein, wo ein Frühstück tattfand, an dem der Großadmiral v. Tirpiy, die ortsanwesenden Admirale, das Gefolge und die Offiziere der an der Vereidigung beteiligten Marineteilc sowie die beiden Geistlichen teilnahmen. Um Uhr verließ der Kaiser das Kasino, begab sich im Automobil nach dem Linienschiff „T eilt f d)Ianb" unb nahm dort Wohnung. Im Anschluß an die Rekrntenvereidiaung verlieh der Kaiser bem Ches ber Marincstation der Nordsee Admiral Grafen B a u d i s s i n den Schwarzen Adlerorden. Vie veisetznng tes ®rofil)trjogs von Eurcmburg. Suremburg, 4. März. Zur Beisetzung des Großhcrzvgs waren von Fürstlichkeiten hier cingctroffcn: Der König der Belgier, Prinz August Wilhelm von Preußen als Vertreter des deutschen Kaisers, der Großherzog unb die Großherzogin von Baden, Prinz Eduard von Anhalt, Prinz Konrad von Bavern, die Herzogin Karl Theodor von Bauern, Herzog Franz Josef von Bauern, Prinz Friedrich von Schaumburg-Lippe, Prinz Eugen von Schweden, die Erzherzogin Maria Theresia von Oesterreich, Erzherzog Prinz Salvator von Oesterreich, ber Herzog von Braganza, Herzog Albreckst von Württemberg, die Herzogin von Parma, Prinz l'aoir von Parma, der Fürst von Waldeck, Fürst zu Wied unb Fürst Löwenstein-Wertheim Roßberg. Ferner waren von einer Anzahl Staaten außerordentliche Abordnungen ein - getroffen, sowie Abordnungen der deutschen Städte Biebrich, Söniqftein, Weilburg, Wiesbaden und Lengris. Kürz vor 1 Ulyr erfolgte die Anfahrt ber Fürstlichkeiten vor der protestantischen Kirche in Gegemvart eines sehr zahlreichen Publikums. Um 1 Uhr begann in der Kirche, wohin die Leiche des Großherzogs vorgestern in aller Stille übergeführt und aufgebahrt worden war, ein Trauergottesdienst, zu dem wegen des beschränkten Raumes nur eine geringe Anzahl von Einladungen ergangen war. Nach verschiedenen Gesängen der Gemeinde hielt Hoiprebiger Schenck die Gedächtnisrede und mit einem weiteren Gesang schloß die Trauerseier. Tic Fürstlichkeiten fuhren nach ber Feier zum Palais ßurück, wo ein Frühstück ftattfanb. Nach bemfelben sand im engsten Familienkreise die rigenttichc vorläufige Beisetzung der Leiche des Großherzogs in der prote- stanrischen Kirche statt. Dom italieniidjtürtifdicn Kriegsschauplatz. Kämpfe bei Terna. Terna, 4. März. iAgenzia Stefanie Gestern früh wurde ein Bataillon des 35. Infanterie--Regim ents, das die Ar beiten an dem kleinen Fort Lombardia schützen sollte, plötzlich vom Feinde aus dem Hinterhalt angegriffen. Nach dreivierü-lftündigem Kamps wurde der Feind von den italienischen Truppen durch mehrfache Baionettangrisfe aus seinen Stellungen vertrieben. Gegen 11 Uhr erneuerte der Feind ben Angriff, um die verlorenen Stellungen zurückzuerobern, und zwar mit bedeutend stärkeren Kräften, die zu einer langen Front auseinandergezogen waren, damit sie die von dem italieniKfjen Bataillon eingenommene Stellung leichter umgehen konnten. Dieser Umgehungsversuch wurde durch die beschleunigte Ankunst de« anderen Bataillons des 28. Regiments, des Bataillons Alpini aus Edolo, das durch Teile ber Bataillone von Jvrea unb Verona verstärkt wurde, und durch eine Gebirgsbatterie verhindert. Tiefe Streitkräfte umzingelten den Feind auf ber Linken und warfen ibn durch Baionettangrisfe aus seiner Stellung bis zu einem Nebenfluß des Wadi bu Maafer. In dieser Stellung kiitctc ber Feind längere Zeit dem italienischen Gewehr- und Geschützfeuer erbitterten Widerstand. Erst als General Trombi mit seinem Bataillon der Alpini aus Saluzze eingreifen und den reckten Flügel des Feindes umgehen ließ, zog der Feind sich cndgiltig zurück. Als die Nacht hereinbrach, waren die Italiener im Delitz aller Stellungen, die der Feind nacheinander eingenommen und während des ganzen Tages mit allen Kräften, darunter zahlreichen türkischen Regulären, unb mit außerordent Heber Erbitterung, die häufig zum Nahekampfe führte, verteidigt hatte Die Verluste des Feindes unb sehr schwer, doch machte es bk Nackt unmöglich, die Verluste genauer zu berechnen. Auf italienischer Säte sind ungefähr 150 Mann kampi- uiriähig geworden. Deutsches Reich. Tie Verhandlungen der bürgerlichen Parteien des Reichstags über die am 8. b. M. vorzunehmendc neue Präsidentenwahl haben, fo wird uns aus Berlin geschrieben, bis jetzt zu [einem Resultate geführt Nach dem Stande der gegenwärtigen Verhandlungen ist Aussicht auf eine zufriedenstellende Einigung nicht vorhanden. Die Verhandlungen sollen aber trotzdem in dieser Wocke wätergefuhrt werden. Vor einiger Zeit verhaftete die Frankfurter Polizei, io lesen wir in der „Franks. Ztg ", einen W e t tv er m i ttl c r. Bei der vorgenommenen Haussuchung wurden Briefe gefunden, die daraus schließen ließen, daß dieser für die französische Regierung Spionage trabe. Es wurden dann Telegramme und Briese aufgefangen, unb~ cd zeigte^sich, daß der Verbackt berechtigt war, und daß die Seele der Spionage rin angeblidKr Techniker war Auch dieser wurde verhaftet. Die polizeiliche» ReckerckLii haben ergeben, daß der Techniker der f r a n zösi i ck e n Botschaft in Berlin mittriltc, er sei imstande, ihr ctzescknlk- zeicknungen aus Essen und Zrichnuitgen des neuen ffr uppschen Arlil I erieges chosses zu liefern. Der Techniker fuhr mit einem andern Bekannten nach Paris, hatte mit dem Agenten eine Besprechung, der die beiden ins Ministerium des Innern führte. Tort unterhandelten sie mit einem höheren Beamten Es wurde ihnen gesagt, daß man alles brauchen könne. Für einen Zünder zahle man 1000 Mark, für rin Geschoß 3000 Mark, für ein Perschiußstück 5000 Mark, für die Originalzeichimng eines Geschützes sechs bis acksttansend Mark In einem Brief erklärte später der Teckmiker, daß er Metallstücke, die er in Essen nicht bekommen könne, sich durch Einbruch in Wilhelmshaven verschaffen werde. Wettere Verhaftungen sotten bevorstehen. Tic Bremische Handelskammer veröffentlicht ein an sie ergangenes Handschreiben der H a ndel s ka in m er zu PI» mouth, in rotlcbcm diese ihrer Ucbcrjcugung '?bi^bnuf gibt, daß das rtnrtjd)aftlid)c Gedeihen Englands und Deutschlands in hohem Maße von ber Erhaltung des Friedens unb des wechsel eiligen Wohlwollens abhängig ist. Sic nnhtfd)? ferner, iebc 0k * mciiischast mit irgend welchen politischen Schritten unb irgend welchen Aeußerungcn ber Presse abzulehnen, bic darauf berechnet seien, die ftcunbfdiaftlichen Beziehungen Englands und Deutsch lands zu gefährden Die Brenicr Handelskammer hat eine Antwort in ähnlichem Sinne beschlossen. 2ütslanfc. Aus London wird gemeldet: Die Anhängerinnen deS Frauenstimmrechts veranstalteten am Montag früh im Westend die gleiche flnnbgcbung wie am Freitag. Viele Schaufenster bekannter Geschäfte imirben zertrümmert. Mehrere Frauen wurden verhaftet. Einige warfen an den Wohnungen des Lordkanzlers unb des Ministers bes Jnnerit bic Fenster ein. Arbeiterbewegung. ßin Auküand in ben Berliner Kartonagefabriken. Berlin,4. März. In sämtlichen ftartonagcfabrilcn tst Ikiüc morgen bic Arbeit nicht aufgenommen worden. Tie Industrie ist vollständig lahm gelegt. Der 49. vervanvsioq der hessischen candwirtschosv Uchen Senossenschasten . sand am Montag vormittag 10 Uhr im städtischen Saalban zu Tarrn ftabt statt. Es waren etwa 400 Personen erschienen. Das Präsidium führte Geheimcrat Haas, der die Erschieiicnen begrüßte unb die Herren Geheimcrat Dr. Wagner und Tircftor Tr. Nolden ss-rankfuri wttlkommen hieß. Er sprach auch fein Bedauern darüber aus, daß weder bic Staatsregicrung noch das streisamt Bertvrier entsandt hätten Er machte dann bic Mitteilung, daß der internationale Verbandstag der Landwtri- schafttichcn Genossenschaften in diesem Jahre in Baden-Baden ftattfmbcn wird. Ferner teilte er mtt, daß der Defonomicrat Dr. Heidenreich sein 25jährige« Jubiläum als Direktor der Zentral- geuossenschast friert. Bei der Wahl der Verbandsausschußmitglieder tritt Tr. Heidcnreich für die Vornahme der Wahl durch Zuruf rin, wie dies seither gehandhabt wurde, obwohl die Stählten Zettel- wähl fordern. Dieser Antrag fand auch die Unterstützung des Vorsitzenden. Von ben Vertretern der Spar- und Darlehnskasse Griesheim aber wird diesem Anträge widersprochen. Aus der nun folgenden Aussprache ergibt sich, daß sich der Protest besonders gegen die Wiederwahl des Bürgermeisters Senßfelder- Büttelborn richtet. Es wird dann beschlossen, einen Wahlvor- schlaasausschuß zu wählen unb die Wahl daher zurückzustetten. Dann dankt Tircftor Tr. Nolden für die ihm urteil geworbene Einladung und spricht der Tätigkeit des Berbanbs- bircktors Haas feine Anerkennung aus. Präsident Haas dankt und hebt bettrot, daß Tr. NoIden im Auftrage des Rrichsverbandes das Genosferrschaftswesen mit großer Mühe in Sübwcst-Afrika eingerichtet habe. Generalsekretär X? a a« erstattet hierauf den Jahresbericht, dem wir folgende Angaben entnehmen: Im Jahre 1910 bat sich wiederum eine bemerkenswerte Zunahme der landwfrtschaftlick^n Genossenschaften vollzogen, doch blieb ber Zuwachs gegen die Vorjahre etwas zurück. Die Vermehrung betrug: 813 Genossenschaften ttn Jahre 1910, gegen 1048 (Genossenschaften im Jahre 1909, gegen 1005 Genossenschaften im Jahre 1908. Demgemäß hat sich die ;3aM der ländlichen Genossenschaften gesteigert auf: 24 175 am 31. Dezember 1910, gegenüber 23 362 am 31. Dezember 1909, gegenüber 22 314 am 31. Dezember 1908. An dieser bemerkenswerten Zunahme sind alle Genossenschaftsarten, wenn auch in verschiedenem Grade beteiligt Hiernach ist Ende 1910 zu verzeichnen ein Bestand von: 94 Zcntralgenosfenschaften, 15 616 Spar- und Darlehnskassen, 2265 Bezugs- und Absatzgcnossenickaften, 3364 Molkerri Milch- verwertungs- (^eiwssenschaften, 2836 sonstigen Genosfenschasten. Ter Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften besteht zurzeit aus 672 Genossenschaften mit 70 396 Mitglickem. Eine Berbandsgenossenschaft geriet in Konkurs, trotzdem zu ihrer Erhaltung seit Jahren schon Die um fassendsten Anstrengungen gemacht wurden, t*r Spar- und Krebit- oerrin Nieder-Modau. Dieser Verein ist im Jahre 1874 gegründet worben Sein Beitritt zum hessischen Verband erfolgte im Jahre 1879. Die Geschäftsführung des Vereins war von Anfang keine nnroanbfreie. Trotzdem verstand et, sich in weiten Kreisen der Bevölkerung Vertrauen zu erwerben, so daß ihm von nahe unb ferne bei weitem mehr fremde Gelder in Form von Spareinlagen zuflosien, als er in seinem eigentlichen Geschäftsbetrieb, sowie zur Befriedigung des Personalkredits seiner Mitglieder benötigte. Die Folge war, daß die überfchießenben kurzfristigen Betriebsmittel in einer Weife Anlage fanben, die im Laufe Der Zeit immer mehr ben genossenschaftlichen Prinzipien der Liquidität unb hauptsächlich ber Sicherheit Hohn sprachen. Nicht nur, baß man übermäßige Beträge in meistens faulen Hypotheken unb in Kaufschillingen festlegte, gewährte man auch Blankokrebite in beliebiger Hohe, machte unbeschränkte Geschäfte mit Nichtmitgliedern — im Jahre 1899 war bereits über bic Hälfte der Betriebsmittel bei solchen fest gelegt —, unterließ den Einzug fälliger Zinsen fast vollständig, so baß Ende 1902 der Zinsenausstand die horrende Hohe von über 220 000 Mark erreicht hatte. Bon Einhaltung einer Krebitgrenze sah man entweder ab ober setzte sich über die Feststellung hinaus, indem man einzelnen Personen Ärcbitc bis -oghnrt-B eschlossen und es folgt ein Die *' M dazu j Vi öffentb 69 ist unser taugen, für ( Inhalt ein t |k entgegen < 1 9 Stunden in Griedel gewählt. . Die Tagesordnung ist damtt geschlossen und es soll Vortrag des Geh. Sofrat Prof. Tr. Wagner-Darmstadt: .. Propagandatätigkeit auf dem Gebiete der Tüngerverwendung Kreis Lauterbach. --Lauterbach, -±. idiuifl. ocr hiesigen Dampf- Molkerei verunglückte der Heizer Glitsch von hier dadurch, daß er beim Schmieren der Transmission ausrutschte und von dem Treibriemen, an dem er sich festhalten roolln gegen eine Glastür geschleudert wurde, wobei er erhebliche Verletzungen davontrug. Er wurde nach Anlegung eines Notvcrbandes in das Krankenhaus verbracht. Kreis Friedberg. L. Friedberg, 3. März. Am Mittwoch, 27. Mär-, sind es 7 5 Jahre, daß daS P r e d i gerf e m in a r hier er- richtet wurde. Anfänglich war es im Kavalierbau des hiesigen Schloßgebäudeö untergebracht. Später wurde daS no: jetzt stehende Seminargebände gebaut. Acht Direktoren ha eS bis jetzt gehabt, über 500 Kandidaten haben hier Vorlesungen gehört. Außer einer akademischen Fe,er wird ein- solche in unserer Stadtkirche stattfinden, bei der der evana Kirchengesangverein Mitwirken wird. X Bad-Nauheim, 4. März. Zu den zahlreicher hessischen Städten, die sich um die neue hessische Garnison bewerben, wird jedenfalls Bad-Nauherm htnzukommcn Ter Bürger- und Stadtverkehrsverein beschäftigte fid bereits mit der Frage und hat beschlossen, an Stadt uni Staat Eingaben zu richten. — Ein Konzert, zu dem de. große Saal des Sprudel-Hotels bis zum letzten Platz aue verlaust war, veranstaltete gestern abend der hiesige Künstle L. Marguth. Er errang ungeteilten Beifall, besonder-, mit dem Vortrag der „Gralserzählung^ aus Lobcnarüi In den Mitwirlenden Frl. Schilling-Leipzig (Alt', Fra» Vogt-Butzbach (Klavier) und Frl. Pfefser-Bad-Nauhcu, (Sopran) halte Herr Marguth eine gute Wahl getroffen, ji daß das auch von außerhalb gut besuchte Konzert für ihr einen Erfolg bedeutete. △ Ober-Rosbach, 4. März. An der Erbauuns des zweiten Geleises der Bahnstrecke Friedberg- Homburg sind etwa 7 00 — 800 Arbeiter beschäftigt Tas schwierigste Stück liegt zwischen Rosbach und Rod heim. Hier beschreibt die Bahn mehrere große Kurven die jetzt mehr gestreckt werden. Der neue Bahnkörper verläßt einigemal die jetzige Linie und schneidet sie sogar Tiefe Einschnitte und beträchtliche Anschüttungen sind er- forderlich. Ein solcher Einschnitt ist 171/3 Meter tief; h>e | arbeitet eine Baggermaschine oft_ Tag und Nacht. der ganzen Bahnstrecke werden für tue wichtigsten jelt)- ivege und die Straßen Ueberfährungen erbaut, zum Ten I ist schon das Mauerwerk hergestellt. Tie Ferttgftelluw I des zweiten Geleises ist nicht vor Sommer zu erwarten. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 5. März. Gestern abend gegen V18 Uh: I überraschte her Händler Falk in der Kleinen Lchsengasle4 eine Einbrecher bet der Arbeit. Er versuchte, ,hn I nehmen, erhielt aber von dem Einbrecher derart schwere ety I letzungen, daß er bewußtlos zusammenbrach. Er eryu. 1 M esserstiche in den Kopi, Hande und Arme, 10 da« er c? der Rettungswache in das Krankenhaus gebracht werden mubt- | 2em Einbrecher gelang es nach dem „Darmst. Tgbl." »u env 1 lE 22"'^ a in-, 4. März. Ter 36 jährige Eisenbahnaf'isrm: I Margraf stürzte sich von der Rheinbrücke in den Strom uit. ertrank. . . „ I o). Bingen, 3. März. In den 13 uemeuiöen o>- I Weinbaugebiets der Stadt Bingen und des Rhein I hessischen Nahegebiets wurden im Jahre 1911 im ganze 30 741 Hektoliter Wein geherbstet und zwar 2/bu Hektoliter Weißwein und 3080 Hektoliter No uv e in.xC Gesamtwert des in den 13 Gemeinden geherbsteten 2vemI beziffert sich auf 1872 371 Mark. Hiervon entfallen o" Rouvcin 191062 Mart und auf Weipwem 1661 aUd tu 100000 Mark und 200 000 Mark gewährte. Ter Bezirk der Genossenschaft nahm allmählich einen immer größeren Umfang an Jeder, der sonstwo Tein Geld bekam, wandte nch nach Nieder- Modau. Allen aenossenschastlichen Grundlätzen wurde somit direkt ins Gesicht geschlagen! , Infolge des Umstandes, daß der Rendant A d a m, der einer ange,ebenen und wohlhabenden Familie entstammte, allenthalben sich großer Achtung und Beliebtheit erfrmte, gelang es ihm, die Beteiligung an der Geschäftssübrung der Kaste seitens der übrigen Vorstandsmitglieder und die Kontrolltätigkeit des Amncktsrats immer mehr auszuschalten und allein daS Heft m die Hand zu bekommen. Mit den geno,sen,chastlichen Mitteln schaltete und waltete nun Adam beinahe nach Willkür, er lieh Gelder ohne jebe Genehmigung aus, sogenannte gute Freunde verleiteten ihn zu Spekulation-- und Dechselgeichästen gewagte,ter,Art, kurzum, immer mehr griffen Zustände Platz, die die Zukunft des Kreditvereins im unheilvollsten Lichte er'cheinen ließen. Wie Vorstand und Aussichtsrat so beseelte auch die Gesamtheit der Mitglieder ein blinder Vertrauensdusel zu Adam. Wenn nur alstährlich eine hohe Dividende zur Verteilung kam — häufig von 10 Pr«z. — und man die Gewißheit hatte, daß das Geschäftsergebnis em fröhliches Gelage aus Kosten der Genossenschaft gestattete, so genehmigte man anstandslos jede Bilanz, mochte fte auch formen und materiell unrichtig ausgestellt sein, und erteilte der Geschäftsführung Entlastung. Von dem Weinjahr 1911 heißt es im Verbandsbericht: Das lange von den Weininteressenten, vor allem aber von den Winzern ersehnte gute Weinjahr ist in 1911 endlich zur Tat- ,acye geworden. T e r W e i n d i es e S I a hr g a n g e s d ü r f t e, was Güte anbelangt, seinem großen Kollegen vor hundert Jahren, dem 1811er, kaum nachstehen diesen vielleicht sogar vielerorts noch übertreffen; 1 ebenfalls darf die Qualität des 1911 er heute schon als eine weit über den Durchschnitt hinausgehende angesprochen werden. Auch tn Bezug auf Quantität hat der Heurige im allgemeinen recht befriedigt, denn es dürfte durchschnittlich ein guter halber Herbst eingebracht worden fein. — Während die dem Institut des Verbandskellere»- Inspektors angeschlossenen Winzergenossenschaften im vorigen Jahre genau 597 Stück (in 1909 743 Stück) herbsteten, war tn diesem Jahre — 1911 — das Gesamtweinerträgnis bet diesen Genosten- schasten rund 1600 Stück Wein, also erheblich mehr tote das Doppelte des Vorjahres. _ . . . . t m . Bei Erwähnung der Geschäftstattgkett des Verbandes wtrd sestgestellt, daß im Berichtsjahre 548 Revisionen vorgenommen wurden. .. Der Verbandsdirektor Seng er der Badischen Genosten- schaften, der inzwischen erschienen war, überbrachte die Grüße von 70 000 badischen Genossen, die von der Versammlung mit lautem Bravo ausgenommen wurden. . In der nun folgenden Aussprache wurde scharfe Kritik an der Geschäftsführung der Nieder-Modaucr Bank geübt und besonders die Tätigkeit des in Untersuchungshaft befindlichen Rendanten Beck bemängelt. Der Generalsekretär Haas erklärt darauf, daß man heute noch nicht den Stab über Beck brechen solle, der als ein pflichttreuer Beamter das Vertrauen der Genossenschaft hatte. Es wurde ein Antrag von Eckstein-Griesheim eingebracht, der eine Revision der Geschäftsordnung des Verbandes fordert. Direktor Kommerzienrat Ihrig unterstützt zwar den Antrag, fordert aber gleichfalls Zurückhaltung der Anklagen gegen Beck. Da die Aussprache über diesen Punkt immer lebhafter wird und Geheimerat Haas erklärt, daß das ja eigentlich gar nicht hierher gehöre, wird aus der Versammlung heraus der Antrag auf Schluß der Aussprache gestellt. Der Antrag wird angenommen und man kommt zum zweiten Punkt der Tagesordnung: Vorlage und Bescheidung der Rechnung und Bilanz für 1910. Generalsekretär HaaS verliest die einzelnen Posten und es wird ihm Entlastung erteilt. Man kommt nun zum dritten Punkt: Neuregelung der Jahresbeiträge. Aus der Versammlung wird der Vorschlag gemacht, einen Reservefonds in der Weise zu schassen, daß von jedem Mitglied 1 oder 2 Ml. als Liebesgabe an diesen Fonds abgeführt werden. Dr. Heidenreich wendet sich gegen diesen Antrag, bittet aber, dem Vorschläge deS Vorstandes auf Erhöhung der Jahresbeiträge zuzusttmmen. Bei der Neuwahl der Verbandsausschnßmrt- gliedcr wird von Grünwald-Babenhausen gegen die Wiederwahl Senßselders Einspruch erhoben, her auS der Versammlung heraus lebhafte Unterstützung findet, da Büraermeister Senßfelder auch Mitglied der BezirkSsparkasse Groß-Gerau sei. Bei der Abstimmung wird aber Senßfelder doch wieder gewählt unter der Voraussetzung, daß er seinen Posten bei der Bezirks- sparkasse aufgibt. , Für die beiden verstorbenen Verbandsausschußmitglieder Oeko- nomierat W e r n h e r - Nierstein und Gutsbesitzer Wilhelm Sei- b 0 l d t werden die Herren P. Werner- Nierstein und Fenchel crioigi s.iu. T:r *2 Jafc der Lose war überaus günfdg, 0 daß nur noch ein kleiner Rest zur Verfügung ficht Auß"" Geldpreisen werden goldene und silberne Medaillen aU Prämien verliehen werden. k. Glaubern, 2. März. Hier feierte Bürgermeister Schmidt feinen 7 5. Geburtstag. Ter Jubilar ist körper- lich und geistig sehr rüstig. KreiS Alsfeld. c. Aus dem Obmtal, 4. März. In der letz.cn Zeit treibt sich hier ein Monn herum, der Masch-nenöl usw .verkauft. Er logiert fich zwei bis drei Tage b i Wiri.n in kleineren Städtchen ober Dörfern ein, macht eine gm? Zeche und verschwindet nach Hinterlassung feiner Schuld au- Nimmerwiedersehen. Die Polizei pbnbet nach ihm h. Homberg, 4. März. Tas Rote Kreuz beschloß in seiner diesjährigen Generalversammlung eine ir'/.vitiLv Sanitätskolonne inS Leben zu rufen. Tr. Luft h.;: ich bereit erklärt, die Mannschaften auszubilden. — Am 1. März feierte der Uhrmacher und Goldarbeiter Loui. G e i f k 0 w s k i sein 25jähr.aeS G e f ch ä f t S j u b i l ä n m — TaS Hofgut Wäldershausen, das zwischen hier un> Nieder-Gemünden liegt, ist zum Verkauf ausgeschrieben — Auch unsere Gegend wird in den letzten Tagen von den braunen Gesellen heimgesucht. Tie Gemeinden sind beauftragt, verstärkte Nack'tooften auözustcllm. Deckte morgen hat man oei B e r n s s e l d wieder einen Z'geuner ergriffen, der hier ins Amtcg'-ichtsgefängnis abgeliefert wurde. Kr:'S Schotten. O Laubach, 4. März. DaS gestern nachmittag vr^ >er hiesigen Konzert- und Vortrags vereine aung veranstaltete 2. Konzert diese- Winters, ein Liederabend des Kronbauer sch en Männergesangvereins aus Gießen unter Leitung des UniDerfitälv. Musikdirektors Prof. Trautmann, ftano auf der Höhe ber biesjährigen Veranstaltungen. Dem Vorstand war es g, lungen, außerdem noch die Konzertsängerin Frau Pros. Werner-Jensen aus Berlin-Wilmersborf und Frau Tt Spohr-Gießen zur Mitwirluna zu gewinnen. Die Herr- schasten von Lich, Arnsburg und hier wohnten dem Konzen, bei. Tas sehr zahlreiche Publikum von hier und den umliegenden Orten füllte den Saal des Solmser Hosc.> bis auf den letzten Platz. Ein auserlesenes Programm war zusammengestellt worden und brachte neben mehreren schönen Ehören von Edw. Schultz, G. A. Heinze, Joh. Brahm. einige schlichte Volkslieder, die in wunderbarer Weise wiedergegeben wurden. Frau Werner-Jensen fang mit ihrer prachtvollen, umfangreichen Altstimme drei Lieder von Brahms, die so großen Beifall fanden, daß sie sich zu einer Zugabe verstand. Auf künstlerischer Höhe stand in ihren Ausführungen die folgende Nummer deö Programms, eine Rap so die von Brahms für Chor mit Altsolo und Klavier begleitung. Weiter waren mehrere Violinsoli von Puguaw, Eouperin, Propora und eine Sonate in E-dur von Mozart in die Vortragsfolge eingeflochten, die von Frau Tr. Spohr mit vollendetem Vortrag zu Gehör gebracht wnr- den. „Ständchen" von Schubert für Chor mit Altsolo uiih Klavierbegleitung bildete den schönsten Abschluß des Hon- zerts. Musilüirektor Prof. T r a u t m a n n hatte die Klavierbegleitung ber sämtlichen Darbietungen übernommen und wußte sie in feinsinnigster Weise auszuführen. päter einer Abänheruna unterzogen werden mühen. Anwesend waren 101 Vertreter, jeher Verein stellt nut einen Vertreter. Landkreis Gießen. = Wieseck, 4. März. Der Bertretertag zu dem Gesangswettstreit deS Gesan gvereins ,Ju gendgrun b' and gestern statt. Acht Vereine erklärten ihre Teilnahme am Wettstreit. Gesungen wird in drei Klassen: zweite Stadt- klasse: Frohfinn-Londorf, Germania-Großen-Buseck mit je 35 Sängern; eine Landklasse: Frohsinn-Garbenleich, Sänger- kranz-Großen-Buseck mit je 50 Sängern; zweite Landklasie: Heiterkeit-Annerod, Arion-Klein-Linden, Konkordia-Nieder- cheld, Eintracht-Erda, mit 84—35 Sängern. Es gelangen zur Verteilung 850 Mk. Geldpreise und Ehrendiplome. An des Wettsingen schließt sich ein EhrenpreiSsingen. Der GesangS- Wettstreit findet vom 15. bis 17. Juni statt in Verbindung mit dem 30. Stiftungsfest deS Gesangvereins „Jugendgrund V -i- Klein-Linden, 4. März. Einen schönen, wenn auch nicht sehr stark besuchten UnterhaltungSabend veranstaltete unser Kriegecverein in der ,Deutschen EicheV Der Vortrag über die französische Fremdenlegion wurde beifällig ausgenommen. Ein von Hauptlehrer Storch-Bntzbach verfaßtes Gedicht „Der Held au5 dem Hüttenberg- wurde von Fräulein M. Schmidt vorgetcagen. Anschließend daran hielt Ehrenmitglied Lehrer i.P. Karcher eine Ansprache, die lebhaften Beifall fand. Veteran Steger toastete in tceffenben Worten auf daS Vaterland. Der zweite Teil deS Abends war qem Humor gewidmet. = Gar bcnteich, 4. März. Gestern nachmittag fand im Saale zum „grünen Baum- die Vertreteroersam m- tung zu dem von dem Gesangverein „Viktoria- am 27. Mai geplanten GesangSwettstreit statt. ES nahmen Sänger auS Nah und Fern an dieser Versammlung teil. An dem Wettstreit beteiligen sich 14 Vereine, von denen einige auS benachbarten Orten, der größte Teil aber auS weit entfernten Orten in Oberhessen und Nheinhessen kommen. Ter ieilgcbenbe Verein hat 9)lf. 750 an Geldpreisen, sowie Kunst- gegenstände und in jede Klasse einen Ehrenpreis auSgesetzt. — Daubringen, 3. März. Obstbautechniker Gravenhorst aus Friedberg hielt gestern abend hier einen Vortrag über Obstbaumpflanzungen und über die Belämpsung der O b st b a u m s ch a d l i n g e. Er besprach die Verpflanzung der Bäume, sowie die für hie,tge Gegend geeigneten Sorten. Ferner gab er Aufklärung und Belehrung über die Anwendung der Mittel zur Bekämpfung ber Blutlaus, SchUdlauS, üommalaus und deS Blütenstechers. Auch empfahl er sehr die Anjchaffung des Beeren- vbstes, das bei geeigneten Sorten und richtiger Behandlung gute Erfolge verspricht. Es wurden noch verschiedene Anfragen an Herrn Gravenhorst gerichtet, die er erschöpfend beantwortete. Zum Schlüsse fand eine Grakisverlofung von Obstbaumen statt. Ter Gemarkunasrundgang, ber au 11 llhr vormittags festgesetzt war, fiel wegen nicht genügen- ber Beteiligung aus. △ Edecnadt bei Lich, 4. März. Für die Krieg«, teilnehiner wollen Gemeinde und Kriegeroerein eine Ehren» täfel errichten. Auch ein Feldzugsteilnehmer von 1848/49 lebt hier noch. Er erfreut sich trotz feiner 84 Jahre noch der besten Rüstigleit. Kreis Büdingen. — Nidda, 3. März. Tie Boroereituiigen für die vom 16. bis 18. b. Mts. ftattfinbenoe Geflügelausstellung find in vollem Gang. Tie Anmeloungen ntuj,en bis spätestens zum 8. Atarz d. I. an xreugeumeter ^iehl dahier Mc M Aus StaSt nnd Land. Gießen, 5. März 1912. ** Tageskalender tür Dienstag, 5. Mär». Stabt- theater: „ j) a 8 Glück t m Winkel-. Ansang 8 Uhr. Fraiienstimmrechtsverein. Dortrag von Miß Tyson- London: Tie englische Stimmrecbtsbewegung und die Sufsragelles. Abends 8'/, Uhr Im Hotel Schütz. "Bestätigter Beigeordneter. Der Großherzog hat die am 15. Februar 1912 durch die Stadtverordneten- Versammlung vollzogene Wahl des Rechtsanwalts Justizrats Wilh. Grünewald in Gießen zum unbesoldeten Beigeord- neten der Provinzialhauptstadt Gießen bestätigt. •• Lehrerpersonalien. Der Grobherzog hat den Lehrer an dem Lehrerseminar zu Alzey Otto Höcker zum Lehrer an dem Lehrerseminar zu Friedberg ernannt. — Erledigt ist eine mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu N i e d er - Fl or sla d t. ** Für die Sitzung der Stadt verordn et en» Versammlung am Donnerstag, 7. März, nachmittags 4 Uhr, (wenn nötig, Fortsetzung Freitag, 8. März, nachmittags 4 Uhr) ist folgende Tagesordnung vorgesehen: 1. Gesuch des Sally Löb wegen Anbringung eines Licht- tranöparents am Hause Bahilhofstraße o2a. 2. Vorlage ber Rechnung und des Verwaltungsberichts für 1910. 3. Tesgl. der Rechnung deS Gas- und Wafierwerks für 1910. 4. Deögl. ber Rechnung des Elektrizitätswerks und der Straßenbahn für 1910. 5. Voranschlag ber Armenkasse für 1912. 6. Voranschlag der Plockschen Stiftung für 1912. 7. Voranschlag der Stadt kaffe, des Stadterweite- rungsfonds und ber ftäblischen Werke für 1912. 8. Bebauungsplan für das Gelände der Baugenossenschaft an ber Licher Straße. 9. Geländeäustausch mit ber Eisenbahnverwaltung an der Lick-er Straße zur Verlegung des dortigen Bahnwärterhauses. 10. Herstellung eines asphaltierten Bürgersteigs auf dem Brandplatz vor dem Neubau Hochstätler. 11. Vergebung ber freien Lernmittel für bie Voltsschule. 12. Genehmigung von Rechnungen. 13. Herstellung von Einfassungsgräbern auf dem Fried ho, am Rodtberg. 14. Abgrenzung ber Grüfte auf dem Frced- hof am Rodtberg. 15. rrunitsammlungen an der UniDeqitäi und in der Stadt Gießen. ** V 0 m E i s e n b a h n - A s s i st e n t e n - B e r b a n d wird uns geschrieben: Trotzdem die preußisch-hessischen Ber- lehrsbeamteic schon seit fahren um Gehattsgleichstellung mit dem gleichbewerteteu Beamten des Reiches bitten und trotzdem der Derkehrsminister und der Vertreter des Finanzministeriums den unhaltbaren Zustand anerkannt,und die Gleichstellung für das Dcrwaltungsjahr 1912 versprochen, ist sie wieder unterblieben. Ties bedeutet für die in Betracht ommenden Beamten einen Gehaltsausfall von 1800 Mk. und dafür bietet man den durch die Teuerung unverschuldet in Not geratenen Familien einmalige Unterstützungen von 40 bis 100 Mk. an; unter der Voraussetzung, daß ein persön- ich es UnterstützungSbedürsni? sestgesteltt werden muß. Tie Hefige Ortsgruppe deS Ei'enbabn-A'sistenten-VerbandeS hielt deshalb am Sonntag eine gut besuchte Hanvtv er- ammlung im Hotel Sckütz ab, bei der nach lebhafter Aussprack^e Stellung zu dieser Angelegenheit genommen wurde. Zu der Forderung „GebaltSgleichstellung, feine Unterstützung" wurde eine Entschließung gefaßt, die dem preußischen Abgeordnetenhause und dem preußi'chen Staats- ministerium zuging. Feldbera-Turntaa. Am Sonntag fnnb in Feche n- h e i m in der schönen Halle des Turnvereins der ^eldberg-Turntaa statt. Ten aeschäillichen Verbandlun'en voraus ging ein Vorlraa der Äesanasriege hc3 Turnverein« ^echenlieim, eine Begrüßuna durch den Bürgermeister und burch den ersten Sprecher des Tun,- vereius. Tann gedachte der Vorsitzende Zweier Berstordcneu, die sich um das ^elddergtest verdient gemacht ballen, nämhrh de-r allen Ic-an Schmidt, Frankfurt a. ‘IV., und des im noch jugendlichen Maunesaller uns entrissenen KreissvielivartS Wahl T eren '.’ltv denken wurde durch Erbeben von den Eiden nechrt. Kleber, Biebrich, erstattete nun den Bericht über daS letzte t'>8.s ^eldbera- iest. Tara» knüoste sich eine lebbaste Audsvrache. tn der allerband Wünsche und glite ‘Anrequnaen vorgedracht wurden. Bei dem letzten "cldberaiest traten von 1063 Anaemeldelen 9J0 Welturner an, von denen 542 Preise errangen. Ter K a i s e n b e r i ch t ergab ein Vermögen von 1546 Mk. 42 Pig., das als Grundstock zur Erbauung einer Garderobeballe für die Tu>weste auf dein Feldberg Ber- ivendung finden sott. Ferner sind für den Vösiungen-Wandervreis Pik. 1500 vorhanden. Ter V ö l f u n g e n - W a » d e r v re i s bestellt in einem setzr großen Trmkborn mit sil ernen Beschlägen, die nach den Wünschen des Etisters mit Allegorien ans der Brlinbild- Siegfried-Sage (BrunbildiHselien) geschmückt sind. Trinkfesten Renten sei gesagt, daß das Horn 4 Liter faßt. Dieses Horn, das an einer silbernen Kette getragen wird, die ganze Arbeit ruht in den Händen deS Bildhauers Leider, der feine Aufgabe mit Mcislerschait löste, stellt einen reinen Wandervreis dar, es kann also nie Eige>ltli>n eines Vereins ,verden. Au, 16. Juni findet das diesjährige Hesl statt: am Saiiislag nachmittag vorher ivirh um den Bölsnngeu- Breis gekämvft. Der 4. Punkt der Tagesordnung entfesselte hie lcbhasteste Aussprache, denn es galt die Hestsetzung der U e b 11 n n e n. Heiß wurde um die Pflichtfreiübuug und um deu Wettlauf gekämpft: auch Freihochsvrmgeu nach der neuen deutschen Wettnrnorduung, d. b. ohne Spruiigbrett, wurde eingehend behandelt, zumal letzlere Uebung voraussichtlich auf dein diesjährigen kreislest in Aschaffenburg lind nächstes Jnhr ans dem dentschen Turn'est geturnt werden iuirb. Schließlich einigte man sich auf: Fr ein d u n g, W e i t h 0 ch, S t a b h 0 ch, L t e i n st 0 ß e n mit Anlauf «Zo-Psund-Kuget, 7 Meter = 20 Punkte, je 15 Ztm. weniger einen Punkt »veniaer- und Wettlauf (100 Vieler). Der siest- beitrnq wird auf Alk. 1.75 festgesetzt. Ter Ausschuß ivurhe durch Zuruf wiehergewählt. Jn Anlehnuug an einen auf hem vorjährigen ^elhberg-Tnrntag nicht zur AbstimmiNig gekommenen Antrag wurhe ferner her folgende bedeutiingsvolle Bejchlnß ge'aßt 1 „Turner, die sich den Anordnungen der Obmänner und Kampirichter nicht fügen, können durch den Ausschuß aus 3 Jahre, solche, die sich beim Weil- turnen unehrenhafter Handlungen schuldig machen, für Immer vorn Welturnen auf dem Feldberg auSgeschloffen iverden.- Wenn dieser Beschluß auch iast eiustimmige Annahme fand, so birgt er hoch in seinem ersten Teil nicht unerhebliche Beheuken, die wohl früher oder fern Tie I .-■ T& ,rca fimali9Er v Irenen, n , S-Löcit, u cjrtfln nie err ftr Ängcklagte ■ _ ftnhern ifb c! KV.tr bi aiirer I kartier ur ■bt auch ■ Em Vs Ws U 17 , kürt Sesc \\ v. bei b« S\ L tu, iixiliomge er : jöoo Mick bai fcaifcn 6lrui I nri) 6t)P( ILfnnj noch nun CBartnlager k’j ILnx) M Schl auf 16 000- S einen Lersiche Hrf bei ber San,bi fegtn des LockS L 31 ^hrf L mc iul3,nme Weiche gebracht. ngeflagte fed L\'b"bsi3 scinn fababen. , bemerkt, LMen gereift s 6m sei er mit sc E-'irotiier gegiing püt und sünt Mi ■ habe er erfahret s bon das Meiste k' es noch gerauch! übet gegossen. Gerichtssaal e r Ein Fortschritt Yoghurt-Bereitung im Haushalt! und Broschüre kommen zu lassen. c1/, Vorrichtungen bedürfte. Skrophulösen, Drüsenkranken, Nervösen nsw. bitten Verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung bis 1922 ausgeschlossen. Stückeinteeilung: 5000, 2000, 1000, 500 und 200 Mark. zur offentlichen Zeichnung auf. a*/i Giessen, 5. März 1912. t- nSamr sn hier t? ausruö^ itten mit er erhri >e nach b 1$ verbr^ als Creme, Pudding, Flammerie nsw. aut den Tisch zu bringen und ihn so zu einer wirklichen Delikatesse auch für alle diejenigen zu machen, die eine unüberwindliche Abneigung gegen Milch und Milchspeisen haben. Näheres über die aussergewöhnlich gesundheit* Damit ist der erste grosse Schritt zu einer all- er gemeinen Verwendung dieses bei Magen- und Darm- Darmstadt, 4. Marz, ^a.' Schwurgericht der. urteilte heute den 26jährigen Gürtler Jakob Hitzel aus Oberroden, der Ende vorigen Jahres den Schleifer Fried cich Ru ' ~ ), 27. K nar hi«' au de? t1; rde da? k 1 irektsren n h'kl dr er roitbr c bet«* L» Bank für Handel und Industrie Niederlassung Giessen (Darmstädter Bank) Suhl.- 1 - Ii IR hr iaui ■ Lerrr qdjrith» Uont Jinb i te ttgrdi;- tourbt. llttflg t:- ’ereiii. ter?, (- HDEII.IÜ We lr oar ei: srau Jrau 2: Tie m Äon:r : und nser Pcogror.- 1 mehren )h. Bldr eise roidf d mit üjrr lieber t: ich zu tirr. d in ihm amms, Kind Lladre 'n Pug 5011 Frau '2: bracht 6l- Mlsolo w ß des bitte die t: ibernomtr: ,ren. Wenn Jie J*fch rjf informieren wollen, verlangen/ie Korten!ore Zujendun^von Proben und I,i Herat ui;zd er jpb013urf>Cenfrale Dr J. JchoJlhcr 6.0 * 9crUn QruncwaJd Am DurcknchnUt ist das Stud ^cißroein (10 Hekloliler) mit 720 Mark und das Stück Rotwein mit 745 Mark bewertet worden. Die Anvage behauptet, daß oer TLngcflantc das Wasser auS- gegossen habe, um recht viel Daren zu beschädigen. Der An- gcflaglc bleibt dabei, daß noch Rauch aus brr Stifte gekonuneu sei und er das Feuer dann erst gelöscht habe. Der Angeklagte öe- streitet entschieden, dab er den Brand angelegt habe. Di, tveihanblung endete um 11*» Ubr nm tolgcnoem Urteil Ter Angeklagte wird wegen versuchter Brandstillung i r c i gesprochen, wegen Jnbrandfetzung versichencr (> genstände unter Zubilligung mildernder Umuande, zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, unter Abrechnung von 2 Monaten llnin- fuchungshqft. t zahlr^ che iW' linjulßmc- bäitigic £ n Stahl n tu btff ■ «*«! esige aflüwachen wurden gestern um 600 Mann (Russen, Engländer, irraiuofen und Ja paner) verstärkt und für heute werden noch 1000 Mann Japaner erwartet. In der Provinz herrscht Anarchie. In Pekinr stehen noch 18000 Mann Truppen der MandschuS und 50c Mann RegierungStruppen. London, 5. März. Bei den gestrigen Unruhen der Frauenrechtlerinnen wurden 200 Suffragette? verhaftet. Zum erstenmal begann das Publikum gegen die Frauenrechtlerinnen Partei zu ergreifen. wir iu unserer ausführlichen Schrift „Die Kur der Zukunft“ nachlesen zu wollen. Wir senden diese Schrift kostenlos und franko an jeden Interessenten und fügen gegen Einsendung von Mk. 0.20 in Brief marken eine Probe unseres Yoghurt-Fermentes „Maja- rnin" sowie eine Anzahl Kochrezepte bei, damit di# Hausfrau sich von der Güte des Gebotenen überzeugen kann, ohne sich dadurch Kosten zu machen. Die Anwendung von Yoghurt, in gegebenen Fällen, hat Erfolge gezeitigt, von denen man früher keine Ahnung hatte; es versäume daher niemand sich Probe Schwurgericht. th. Gießen, S. Mürz Versuchte Brandstiftung in Verbindung mit Versicherungsbetrug. Sestern vormittag eröffnete der Vorsitzende deS diesmaligen Schwurgericht» der Provinz Oberhessen, Landgerichtoral Schnitz- pon, die einzige in dieser Tagung anstehende Verhandlung, die ich gegen den 38 Jahre alten Weißblndermeister G^org Stumps IV. ?on Kirtorf richtet. Dieser ilt angeklagt ivegen Brandstiftung»- r ersuch» und Versicherungsbetrugs, begangen in ein und derselben Handlung. Die Anklage vertritt Gerichlsa's.ssor Neurolh. Tie lterttidigung hatte der Angeklagte dem Recht >an walt Kaufmann i Zernagen. ES waren zur Sache 31 Zeugen zu hören. Auffällig Iti der diesmaligen Schwurgcrichlstagung war, daß unter den IS Geschworenen, welche zur Bildung der Richtcrbank zur Ver- figung standen, 12 Geschtvorene aus Gießen waren, eine Anzahl, he vordem nie erreicht war. Ter Angeklagte gab an, daß er verheiratet und Vater von iwei ändern sei, er ist wegen Vergehens unerheblich vorbestraft. 6r betreibt außer seinem Weißbiudergeschäft einen strämerladen. ilt auch Barbier und Assistent bei Krankheiten unter dem Vieh urfS betreibt auch Landwirtschaft Seine Frau Hal von ihren Jitcrn das HauS übernommen, das sich in Kirtorf am Markt, alfo in bester Geschäftslage, befindet. Der Angeklagte erklärt, er habe bei der Sparkasse 1000 Mark gehabt und habe 1910 auf sein zweistöckiges HauS noch einen Stock gesetzt. Er schätze den Wert des Haut es auf etwa 7000—8000 Mark. Jniden letzten Zähren habe er Aecker unb Wiesen gekauft, welche einen Wert 3500 Mark haben werden Auf dem Dause und den land- uittl'chafilichen Grundstücken ruhen 7500 Mark Hypotheken. Er ■ct zivar noch Hypothekenzinsen schuldig, fei aber wegen deren Vezahlung noch niemals gedrängt worden Seine Mobilien und fein Warenlager sei etwa 15 000 Mark wert, worauf etwa 2000 dis 3000 Mark Schulden ruhen, so daß er sein Barvermögen im qcnzeu aus 16 000—17 000 Mark schätze. Er habe veranlaßt, durch einen Versicherungsvertreter, seine Mobilien, Betten unb Neider unb Wäsche, sowie sein gesamtes Warenlager mit 11000 Mark bei der Hamburg-Bremer Feuerversicherung versichert. Auf Befragen bc5 Vorsitzenden erklärt Stumps, es fei richtig, daß es ihm im letzten Jahre häufig schwer gefallen ist, feinen Berpflich- tu-igen na st zusammen. Aber er habe die Sache immer wieder in» gleiche gebracht. Der Angeklagte soll am 26. November v. I. (Totensonntag) da» WobnhauS seiner Ehefrau in Kirtorf in Brand zu setzen per- mcht haben Stumps bemerkt, daß an dem Tage feine Ehefrau am Morgen Ilch Gießen gereift sei, um dort Einkäufe zu machen Am Nachmittag fei er mit feinen beiden Kindern gegen 3 Uhr zu feiner Stiefschwester gegangen, habe bann noch den Gastwirt Schaaf Milcht unb fünf Minuten bei diesem verweilt. Aus dem Heim rxq habe er erfahren, das; es bei ihm brenne Als er anfnm, ' i schon das Meiste gelöscht gewesen. Nur aus einer Zuckerkiste cfl noch geraucht: er habe noch einen halben Eimer Wasser er gegossen. ciirticbifrcibrt. L. Z. Viktoria Luise in Frankfurt a. M. trranffurt a. M., 4. Mürz. Am Ankerplatz vor der Lust- schissbaUe hatte sich eine große Menschenmenge nngesunden. die in freubtger Erregung der Ankunft des Luftschiffe» barrtt. stlirz vor 41 < ubr wurde das Luftschiff von dem BeobachtungSpi'sten auf dem Dachc der Halle gesichtet. ES erschien um 4>, Ubr üjer der Stadt, wo es kurze Zeit kreuzte, um dann zum Flug Platze zu 'ähren. Vom Landungsplatz aus unter na hm da» Luft- tchui noch eine kurze Fahrt nach Griesheim >u. stur, vor ö llbr erfolgte die glatte Landung Um 1 <(’> Uhr ivurde d.r> Luftschiff in die Halle gebracht In der Gondel bflanben sich au r dem Führer Dr. Eckener auch Cbaiugrmcur Dürr und der Kapitän Hacker, der mit der heutigen Fahrt feine 300. Luftreise gemacht hat. lieber den Verlauf der Fahrt berichtete Tr. Eckener: BiS Basel hatte daS Luftschiff mit starkem, böigem Gegenwind iu kämpfen, von Basel ab fuhren wir bann mit dem Duw und bähen die Strecke Basel-Frankfurt infolgedessen in 3 Stund.-n 40 Min zurückgefegt, also mit mehr alt D'Juae A^citbimnbiofeiL Bei dem ersten LandungSversuch hatte bäe Luftschiff noch zu viel Alcktrieh und nrolUe nicht herunter. Wir gingen deshalb etwa 1000 Meter doch Nachdem die Ventile dann in der dünneren Luft genügend GaS abflcblaien batten, konnten nnr ohne Schwierig keil die Landung vollziehen. Die Fahrt ist völlig glatt und ohne Zwischenfall verlaufen. a Mto «»utomefflwt 601» u b4,i6art«l. i r