162. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 155 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Giehener Zcnnilienblätter" werden dem .Anzeiger" vermal wöchentlich beigelegt, das „Xreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Schlüßen Sitzung 1 Uhr. Fortsetzung morgen vormittag' 9 Uhr. - hessische Zweite Kammer. Darmstadt, 3. IM. - Um 9 40 Uhr eröffnet Präsident Köhler die Sitzung und erteilt imtMit dem w Raab das Wort. Dieser teilt nut, Dau eine Privatklage gegen den Mtfl. Damm schwebe Dem vierten Ausschuß habe diese Angelegenheit vorgelegen, und es wird von diesem Einstellung des Verfahrens beantragt. Das Haus beschlietzt ein- ftinrmig, diesem Anträge stattzugeben. Es wird dann sottqefahren m der Beratung über tne Neu- Donnerstag, 4- Juli 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts - Buch- und «Lieindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:e^112.Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. Antrag des Ausschusses sein. - . .r, Mg Münch (natL) vertritt die Forderung der akademisch gebildeten Beamten bei der Beamtenbesoldungsvorlage. Ter Redner vergleicht an Hand de? statistischen Materials die Stellung der Oberlehrer in Preußen mit derjenigen m Hessen ^le hessischen Beamte leben in Hessen unter den Reichs- und preußischen Beamten, nicht etwa diese unter hessischen Beamten, denn es gäbe in Hessen 5400 Reichs- und preutzische Beamte und nur 3600 hessisch Die Arbeit der höheren Beamten wird nm allergeringsten und am allerschleckstesten bewertet. Viele Beamte sucheii daher in preußische Dienste uberzutreten. Vier Jahre hat man auf die Erhöhung der Beamtengehalter gewartet und wahrend dieser Seit hat die Kammer alle Gesuche auf Gehaltserhöhung zurückgestellt und die Antragsteller aus die Beamtenbesoldungsvorlage vertröstet. Tie Regierung sollte erst an die «chulden- tilgimg Herangehen, wenn sie ihre Beamten bnriedigt hat. Ev l ei gestern und heute viel von Vertrauen die Rede gewesen, das man wohl dem Einzelneii, nicht aber der Korpenckw/t entgegenbringe. Das Vertrauen muß gegenseitig sein. Auch die Regierung ’n ^Geheim ermTr^B ecf er: Tie Auslegung, die die Regierungsvorlage im Hause gefunden hat, enthebt mich der Pslicht aut das einzugehen, was der Abgeordnete Hebel vorgebracht hat, ebenso auf seine Borschläge emzugehcn. Tie,e prägen smd in diesem Hause so ost behandelt worden, daß es nicht angebracht ist, die Diskussion mit allgemeinen steuerpolitischen Betrachtungen zu beschweren. Theoretische Ausführungen ;u machen hat fürdie praktische Politik wenig Zweck. Auch tn der Rede des Abg. Henrich sind 2lusführungen von nur theoretischem Wert. Tazu gchört die Einführung einer TeszendentenerbschaftSsteuer, dazu! rechne ich auch die Ausführungen über die Eiienbahnrevifioiu Solange nicht positive Vorschläge gemacht werden, w ange ist es müßig, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen Auch die Bemerkung über das Schuld en tilgungsgesetz mochte ich nur noch "ettihren Wir unterschreiben alle den L>atz, datz bte beik Schuldentilgung ist, keine neuen Schulden zu machen Herr Henrich m^nt die verminderte Schuldentilgung bringe der Staatskasse einm großen Nutzen. Ich habe bereits gestern daraus hingewmen daß man damit auf schwankenden Boden tritt Man baut damit I unsere Ausgaben mehr auf auf die schwankenden Eifenbahnuber- 11.04, Buseck 11.37 9.03, rod"ab^>.37, Grünberg ab 9.42, Mücke ab 9.50, Nieder- Obinen ab 9.56, B.-N.-Genründen ab 10.04, Ehringshausen ab 1012, ZeNromrod ab 10.25, Alsfeld an 10.34 nachmr. Friedberg —Gießen : Friedberg ab 11.20 Dornt., Bad- ! Nauheim ab 11.27, Ostheinr ab 11.37 Butzbach ab 11^, Kirchgöns ab 11.52, LanggonS ab 11.57, Grohen-Lindeu. ab 12.03, Gießen an 12.12 mittags. •• Geschichtsmuseum. Tie Sammlungen be5- MufeumS am Brandplatz haben sich seit der letzten Bericht-- erstattung erheblich vermehrt. TaS Museum bereicherte sein« Kirchenaltettumer durch Ankauf einer kleinen gotischen Moniircn^ und durch eine Holzfigur, einen sitzenden ChrisluS darstellend- Tie W. Gail - Sammlung erwarb gute Porzellane. 'Fayencen, eine kunstvoll geschnitzte Sitztruhe und eine Hand- Prozeß Schaplro-Hirfch. Hs. Darntftadt, 3. Juli Nachdem gestern nachinittag die Beweisaufitahme abgeschlosstm wurde, konnten heute nachmittag die Plädoyers begrünen. Der Staatsanwalt Bernhards fmach etwa eine Stmcke und legtt eine scharfe Sonde an die Handlmrgsweise deS Angeklagte^ den, et ben Scknitz des § 193 nicht zubilligen wollte. De^ AngeNag^l habe sich der Beleidigung zweier pflichttteuer Deanttm. in der schärfsten Weise schiildig geniacht und ziMir nnt uollerHeberlegung., Öicr banbeltc c5 sich nicht darum, Mißstände mifzudecken, fonbenti Ijicr bestand ohne Frage die, Absicht, fru beleidigen. beantragte gegen Hirsch insgesamieme H e sa n g n iS st r«fe vost 7 Monaten. Ferner sollen ihni die Kosten des Verfahre^ zur Last fallen, einschließlich der den Nebenklägern^erwachsenes Kosten. Auch beantragt er, den Nebenklägern das Publikations^ recht in einigen Zeitungen einzuräumen. Nach dem Staatsanwalt sprach Justizrat Cause, der Ber-< leidiger der Frau Schachiro Herr Hirsch h°be mcht aus Ueberzeuaung heraus gehandelt, zu bessern, sondern aus jRaty sucht und Sensationslust. Die Schuld deS Angellagten fordert ^Dann^eiiw^rf^ber Rechtsanwalt Dr. Löwensberg noch einmal! ein eingehendes Bild der Verhandlung. Er beleuchtete die e.iv zelnen 3xillc und bezeichnete die Artwie der Angeklagte vo^ gegangen- sei als eine Handlung, die hart an den 8 187 (Jgj lemndettsche Beleidigung) grenze. In kemem der wgena„nten Fälle sei dein Angeklagten der Wahrheitsbeweis gegluckt. Morgen werden die Plädoyers.fortgesetzt werden, und «J Montag wird voraussichtlich das llrliil verkündet werden können. Aus Stadt nnd Gießen, 4. Juli 1912. Hinterlandbahn. Die Negierungsantwort auf die dringende An frag S der Abgeordneten Grünewald und Urstabt wegen bet' Erbauung einer Bahn Biedenkopf-Greßen Tautet: Der Königl. Preuß. Minister der ossentlichen Arbc - ten hat mit Schreiben vom 2. v. Mts. mitgetertt, dtttz dw Königliche Eisenbahndirektion Frankfurt (Mam) Mit Vor-, ermittlungen über eine Eisenbah n Don Dattenberg über Biedenkopf-Gladenbach nach W e tz l a r bezw. Gießen beauftragt ist. Der Bericht liegt noch nicht Dor — Fch kann daher die Anfrage der Abg. Grünewald und Urstadt erst bann beantworten, wenn Don der Preutz- Eisen- bahnverwaltung nähere Mitteilung über den Stand de§ Projekts zugegangen sein wird. ** Anläßlich des Jubiläums-G aut Urn* festes fahren am Sonntag, den 7. Juli folgende Sonder- rüge: M a r b u r g - G i e ß e n : Marburg ^ab 10.46 Wet- mar ab 11.01, Niederwalgern ab 11.08, Fronhausen ab 11.15, Friedelhausen ab 11.23, Lollar aß 11.29; Gießen an 11.40 Dom. Gießen-Marburg : Gießen ab 7.50, Lollar ab 8.01, Friedelhausen ab 8.08, Fronhaufen ab 816, Niederwalgern ab 8.23, N.-Weimar ab 8.30 Marburg Sud ab 8.38, Äarbura an 8.45 nachm. A l s feld — G i e V e n -7 AlSfeld ab 10 Uhr, Zell-Romrod ab w. 11, Ehringshausen ab 10 25, B.-N.-Gemündeii ab 10.33, Nieder-Ohmen ab in49 Mücke ab 10.49, Grünberg ab 10.58, Göbelnrod ab ' Saasen ab 11.10, Reiskirchen ab 11.16, Großen- ab 1123, Rödgen ab 11.28, Gießen an Dormittags. G i e ß e n - A l s f e l d : Gießen cch Rödgen ab 9.13, Grotzen-Bufeck ab 918, " ~Saasen ab 9.33, Godettr- Partci nicht leisten. In dicstr Zwangslage und bei der Gering- ’ sügigkeit der geforbmen Stempelsätze habe die Partei pch ent- ! 'chll^sen — ähnlich wie aus gtridim Anlaß ihre tyrniroc xn : Württemberg — ihre grundsätzlichen Bedenken ^rückzutteUen, aber aus Gründen der Vorsicht erst dann, ivenn bxc Ausfchutz- anträge gesichert sind. — Tay man auf die Tauer ohne neue I Steuern auskommen könne, glaubt der Redner nicht. Wom könne > man noch für eine Reihe von Jahren durckikommen, wenn man 1 auf der Basis der jetzigen Finanzvrdirung weiter nurticbane, aber oiese Verhältnisse — spe»iett die fernere Entnahme von 3‘, MN- lionen aus dem Ausgleichsfonds — seien unhaltbar, darum muffe I man sich beizeiten nach neuen Einnahmen unlieben, -ter «twoner 1 polemisiert gegen dic der FortsckTrittlichen Volkspartei *u Unrcchi gemachten Äorwürie, sie sei besonders steuerbewilligunglustxg tind verwahrt den Ausscktzly gegen den von Geheimrrat •Elr-. erhobenen Vonvuri der Swuerschwärmerel. Das HinauSfaKeveil der Entscheidung über neue Steuern sei seiner Partei ganz reast. schoii deslmlb, weil sich unterdessen eMscheiden werde, welche Besitz- steuer das Reich wähle. An der T e S z e n d e n t e n e r b,s ch a s t S- steuer könne nicht mehr vorübergegangen werden, ,ei es für i das Reich ober sei eS für einzelne Bundesstaaten ^-exne Srafhon habe einen eingebenb begründeten Antrag für »e f l e n in Bereitschaft Weiter sei die Zwischenzeit geeignet, die Revision des preußisch-hessischen E i s e n b a h n v e r l r a g e s zu fördern. Bei längerem Zuwarten sei die Gefahr gegeben, daß sich die günstigen AuSsicktten der Revision burd) die im Rhein- g a u geplanten Verkehrsänderungcn verschlechtern. . Zum Schluß ging der Redner ausführlicher aus da- T i - g u n g s g e s e tz ein, dessen jetzige Erledigung mit Rücksicht aui die unabweisbare Notwendigkeit der anderwnten Regelung bei Finanzordnung des Landes wie auch wegen des Staat^kredits geboten sei. Taß das „Tilgungssoll" noch hinter die Betrage Der Nottilgungsgesetze zurückgrsckwaubt würde, str zit^ beNagen, aber im- übrigen trage der AuSfchuyantrag der Feuerkraft dl Landes Rechnung, ohne dabei die nötige Fürsorge für die ZukunN aus dem eilige zu verlieren, die Hauptfache fn, baji bte gesamte I Staatsschuld unter gesetzlichen Tilgungszwang gestellt werde Zm, I weiteren polemisiert der Redner gegen einzelne Ausführungen de. Geheimerats Tr. Becker zum Tilgungsgesetz. Wenn auch die Vorschläge des Fiiianzausschusses keine ideale Lösung aller Vorlagen darstelle, so stimme doch feine Partei zu, weil das zurzeit der einzig mögliche Weg sei, der notleidendeit Beamtenschaft unverkürzt das zu geben, was die Rcgiernng ich: bietet und der Lehrersckiaft ein, wenn auch besckxeidenes Plus, und weil damit der Weg vorgezeichnet sei, aus dem sich Die definitive Gestaltung der Tinge vollziehen werde Man, muffe das Vertrauen haben, daß die Mehrheit, die daS Provifonum schafft, auch die Konsequenzen anerkennen werde, wenn eS ich darum handelt, die definitive Vorlage zu verabfchieden ^.ie Ausschußmehrheit habe das gute Gewissen, unter den obwaltenden Umständen und nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit das Möglichste für die Regierungsvorlage getan zu haben Halt es die Regierung für richtig, diese Arbeit erfolglos werden zu lassen, so trifft sie allein die Verantwortung für dre wertere Entwickelung Mg^'nlrich (Soz.): Ich habe von Anfang an wenig Freude an der Regierungstwrlage gehabt Die Abneigung der Regierung gegen eine organische Regelung schimmert überall durcks. Im Ausschuß war man einstimmig der Meinung, daß etwas getan werden müsse, daß wir eine ausgleichende Gerechtigkeit uxber Form der zu bewilligenden Erhöhungen eintreten lassen muffen. I Tie oberen Einkommen erhalten nur scheinbar eine Erhöhung von 4 Proz.^ in Verquickung mit dem Wohnungsgeld aber tommen sie weit besser weg. Hier habe ich einzusetzen versucht Ich kann mich nicht dazu verstehen, den Beamten, die- über 7-, 10- unb 12 000 Mk. Einkommen haben, noch eine erhöhte Wohnungs- qeldzulage, eine allgemeine Erhöhung von 10 Proz. zu.zusvrechen. ! Tie unteren und mittleren Einkommen haben mehr ein Anrecht auf Berücksichtigung. Wir sind der Meinung, daß die Beamten sowohl als die VolkSschullehrer schon für dieses laufende Jahr mit einer Erhöhung ihrer Bezüge bedacht werden mapen. In der Vorlage sind die Schreibgehilfen nicht beruckfichtigt. Wir haben vermißt, daß man im Ausschuß nicht auf den Vorschlag des. Abg. Molthan eingegangen ist, der eine Entlastung der unteren Sten ersticken fordert. Einkommen unter 5000 Mk. sollen | möglichst von einer Stenererhöhung verschont bleiben. Wir dürfen diese Vorlage nicht zu einer dauernden machen, sonst | stürzen wir unS auf eine unmögliche Finanzwirtfchaft. ^-er Redner empfiehlt bann, die Abstimmung so vorzunehmen, daß zunächst über den sozialdemokratischen Antrag abgestmiint werde, dann über die des Bauernbundes, bann über den Initiativantrag auf Annahme des AuSschußantrages und enblich über bte Regierungsvorlage selbst. t k. on- Präsident Schmitt teilt mit, daß er beabsichtige, bie Abstimmung so zu leiten, baß zuerst über ben Antrag Ulrich, vorbehaltlich ber Abstimmung über den Antrag Brauer, bann über ben Initiativantrag Brauer, unb wenn bas erlebigt ist, über ben Antrag Brauer und Ofenossen über die Lehrergehalte abgeitimmt werde Die Schlußabsckmmung soll die Abstimmung über den regelung der Beamtengehalter. , ,. M>g. Henrich iortschr Vp.) bespricht zunächst bie Erklärung ber Regierung, die insofern überrasche, als diese damit ben einzig möglichen Weg versperre, ber ihr zur AnnalMe ihrer Vorlage verhelsen könne, unb bie ber Vermutung Raum lasse, baß die Regierung schließlich auch eine Erlebigung im Sinne der Anträge und Vorschläge des BMiernbundes nicht ablehne. Redner erklärt demgegenüber, daß seine Partei in jedem Stadium ber Verhandlungen an dem Vorschläge des Ausschusses festhaltc, und baß sie in bent Augenblick das Interesse an der gesamten Vorlage verliere, in dem die Forderungen des Ausschußantrages, die für ße die gerade noch vertretbare Untergrenze darftellen, abgeschwacht wertwn. Er fordert deshalb, daß zuerst die Bedarfsfrage ent- schieben werde und bann erst die Deckung. Auch die vom Ausschuß torgcidilagcnc Lösung sei keine ideale, ebensowenig wie die Vorlage selbst bas sei. ES sei aber nicht zu vernnindern, daß ein so vielgestaltiges Gesetzgebungswerk mit so verschiedenerlei Interessengegensätzen nicht auf ben ersten Hieb gelingen wolle, zumal das in Hessen schon der gewohnte Zustand für alle größeren Reformen geworben fei. Unter diesen Umstanden w-r eS richtig, daß Herr Dr. Osann auf ben Grundgebanken eines Vorsckstages zurückgrisf, ber früher schon einmal im Ausschuß gemacht worben war unb der aui eine stückweise Erledigung unter Zurückstellung der z. Zt. noch strittigen Fragen hinausläust. xie fortschrittliche i Bolkspartei hat ebenso wie die anderen Patteien bemängelt^Dan die Vorlage keine abschließende Gehaltsrevision brachte. , «ue Fraktion hatte gewünscht, baß die Vorlage in eine Revision umgearbeitet werde unb Redner ist überzeugt, daß daS in den verflossenen Monaten hatte möglich sein müssen. Die vielbesprochene Revision bedeute keine große grundsätzliche Umwälzung: eine andere Einreihung komme nur für einen verhültNismäßig Nemen Teil I ber Bcmnlensckxift in Betracht, beten Kosten im Ausschuß auf 200 000 bis 300 000 Mk. angegeben worden seien. Je provi- fonfd)€r bie gegenwärtige Vorlage gestaltet werde, unt bamit bie baldige Erledigung des Desinitivums zu fordern, nm so IcidTter | werde seiner Partei die Zustimmung. Auch der Bauernbunb stimme grundsätzlich zu, er wolle aber nur etwa 80 P.^- dcr ge^ forderten Summe bewilligen. Die zu erwartende definitive Gehaltsvorlage wird in ihren Wrunbjügcn nicht gut anders ausfehen fömien als die jetzige Negierringsvorlage, nämlich anstelle des ^lwltsgesetzes ber neue, revidierte Gehaltstarif und dazu tritt das pensionssähiqe Wohnungsgeld. Völlig neue Vefoldungsgrun^ fätze sind unmöglich, es ist auf ber Besoldungsordnung von 1898 weiterzubauen unter Beseitigung ber Karten, unb baSiefrgeui- zureichende Wohnungsgeld ist int Sinne der sur bie Reichsb-eamten unbSc preußischen Beamten bestehenben Gesetze umzugestalten. Das ist auch die Forderung ber Beamten. Aus völlig anderem Standpunkt steht wohl nur ber Bauernbund, der emen Unterschieb in der Bezahlung zwischen Stabt und Lmid nicht will und deshalb ben pensionsfähigen Wohnungsgelbzuschuß ablchnt. Xie Gründe für diese Stellungnahme könnten, wie Redner naher aus- 'ührt, nicht als ausschlaggebend anerkannt werden. Der Bauern-' Hund stelle bann weiter als Ideal ben Ge^ilkstans ber preußischen Staatsbeamten auf. Das sei Zechend,, namentlich lnX£lr akademischen Beamten, sei aber in WirNichkeit irreführend. Der Pauenibunb wolle nicht ben vo llen Preußischen Taris bewilligen ionbern nur soviel als mir (b. h. nach Ansicht des B.-B.) Geld haben. Da er zunächst überhaupt nur 2 Millionen anstelle der von der Regierung geforderten 2,6 Millwnen geben will, ü mürben auch die akademischen Beamten unter allen Umstan^n weniger erhalten, als ihnen die Negierung-vorlage in i^er Ge- famtlKit bietet, wozu neben dem.Wegfall bes pensionsfahigen Wohnungsgelbes noch die in Aussicht genommene Herabsetzung ^S Pensioßssatzes kommt. Noch viel schlechter würben die unteren Beaniten weqkommen, benen bie Regierungsvorlage vielfach bie ^eußifchcn Sätze bietet. Der Stanbpunst. beS BauernbunbeS fei wohl zu verstehen front Gesichtspunkt ber sparsamen Wirckchast unb ber Sorge für eine solide Lermogensversvaltung, aber er lasse bie Rücksichtnahme auf die weitergelsenden kickturellen Auf- naben bes Staates und auf dessen soziale Verpflickstungen verntisien. Äie vom Bauernbund öorgeschlagene unzureich e nd e T e uerung s z u l a g e sei dar um und werter auch deshalb unbedingt und unter allen Um^ ständen abzulehnen, weil sie bte in Aussicht g nommene besinitive Besolb u n g s ref orm vo lt t fl1 xn er. t a a c z u stellen geeignet sei. — Verschiedene Anträge zum Wolniiingsgeldgesetz (z. B. für die St^tsdienstanwarter, die miverheirateten Beamten ufro.) w/ll der Redner bis zur ratung der definitiven Vorlage iunicfücllcn. 3 Erfreulich sei, daß alle Parteien bie bett V ol k-_' schulte h r e r n gebotene Erhöhung von 11 Vroz. als ungenügend anerkannt lfätten. Die Vorwürfe, die ben Lehrern we^en ihrer ireiterqehenden Forderungen gemacht worden waren, seien unge I reckst. habe im Ausschuß Anträge im Sinne der Forderungen des Laiideslehrervereins gestellt (15 Proz. vom pensiion»' fähigen Einkommen) unb erkenne mtt seiner Partei nach wie vor bie Bereckstigung ber Forderung aus G1 eich st u n 0 Mit ben mittleren Beamten an. Wenn.er M^lich dem Kompromiß ber Mehrheit zugestimmt habe, so sei deswegen geschehen, weil er es nicht nut seinem^Gewissen habe verant Worten können, deswegen bic getarnte Vorlage ^ulehnen und damit den Beamten das in der Vorlage gebotene unb bin -eh^ern bas in den 15 Proz. mehr gebotene deslmlb ?^uenthaltirn meit er nicht alles erreicht habe. Für bau besimtive -ehrer aesetz behalte sich seine Pattei bie eiitfprechcnben Anträge fror unb zwar vor allem neben ber Gelfalts,kala die Grhohung bc» ÄÄlicMageä ber Wohnung von 400 Mk. °m 500 OTt qu heklageu sei, datz für bie Pensionäre und bie ~ 11- men nicht mehr zu erreichen mar: wiederholt mufie auch eine besiere Bezahlung ber nichtangestellten S chr e i b g c hi l f en ber Reaierirnq ans Herz gelegt werden. . Die Regierung mackte den Ausschuß und Herrn Mg. Osann zu Unreckst ben Vorwurf, baß er nicht für dauernde Deckung sorge, zumal sich auch die Regierung dergleichen Sunde fibulbist niach^ wenn sie in ein Hinausschieben ber Deckung von 831000 Matt burch Neue Steuern einnnllige. Nach den Horschlagen bev Uus- cchusses bleiben außerdem nur noch 140 000 Mark in Zukunft In decken Für die Belastimg der Landgememdm N.nde sich wohl kttarn MehrKtt, ber Redner hofft bestimmt, datz dm ablehnende Tr^it d^ii auch die gleich.' Gerechtigkeit den über walten lassen werde wegen ber Kosten ber höheren schulen, aUmal nur noch ein Restbetrag fron 140 000 Mark m becfcnjei, SnTbie megterung 230 000 Mark von ber.Stabten torbere ersetz über den Urkunbenftempel bättc jeutc Patter eigentlich nach ihrem grundsätzlick)en Standpmikt absulxhneii Uber d^schaffe man keine Mittel, bie auf anderem Weg noch Awerer außmbrinaen wären. Forberungen sur Ausgaben stellen, aber die Mittel hierfür nickst zu bewilligen, diesen Luxus könne sich ferne Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen schüsse. Herr Abg. Henttck überfielst die Wirkung des Artikels 2^ des SchuldentilguiigsaefetzeS. TaS Lchiildentrtgung'.qe,etz Irak nicht nur den Zweck, daß Schulden getilgt werden sondern auch fest zustell en, wieviel aus den Eisenbahneinnahmen für bie laufeubc Staatsverwaltung verwendet werden. Ich furchte nickst, da» das Schuldennlgungsgesetz int anderen Öaiise aus die Tauer großen Widerstand finden wird. Der Herr StaatSmmister bat 31)mn feierlich erllärt, daß imbesckfadet der fetzigen Vorlage Fhnen eine definitive Vorlage zugeht. Sie haben der Negierung nickst m vollem Umfange daS Vertrauen entgegengebracht, daß sie ihr Versprechen einlösen werde. Sie haben int innanzausfchuß Den Vorschlag gemacht, dieses Gesetz nur für .ein einziges Jahr M ! Wirksamkeit zu setzen, weil Sie damit auf b»e Regierung einen ! Truck ausüben wollten, daß sie am 1. April 1913 vor dem NM» stehe Tie Mehrheit wird int nächsten Winter nicht groß setm für eine neue Vorlage. Wenn Gie abmägen mer nflri>qcqebett Ijat, ob Regierung ober FinanzailSschuß, so neigt nch baS Sunglim der Wage sehr zugunsten der Regierung. Ich erllare nochmals daß die Regierung an den Grundsätzen, bte tn ihrer BorlagS zum Ausdruck gebracht sind, selbstredend unter allen Umstanden fest halten wird. Wir mußten Jtznen doch aber, menn totr 3 bnerti ein Entweder sagten, auch ein C ber nennen, xer Jl)a. Öen rieft sagt aber alles ober nichts. TaS geht aber nicht .5$ beton« ausbrücklich, bic Rc-gieruitg steht nach wie vor ^'si dent Stand ! punkt, baß es tief bedauerlich wäre, wenn bic Mbfhmnuing über bm Initiativantrag nicht dne Mehrheit in diesem Öaufe Uttbcrf ivirb. Man glaubt die Verantwortung bet emem Scheitern dest Regierung zuschieben zu können. Wir sollten vorsichtig sein DaS ist nicht arbeitSsördernb. Die Regierung kann mit cbensc guten Gründen ihren Staubpunkt vertreten wte bic Kammer^ Mehrheit. Wir wollen unS bemühen, zu einem guten Schluß yi kommen. Ich lfabe bic Hoffnung noch nickst verloren Stelle« Sie sich nickst auf ben Standpunkt: Alles ober mchtS Ter Vorschlag wird Antrag werden, sobald die Zeit dazu ge* ieß man hier. Hier- r^irchliche Uad?rid?ten. dsll^iliClHÖe. verzinsen. Meteorologische Beobachtungen -er Station Sieben. Wetter s & Hermann Orth in Nidda. Temperatur Höchste mangel des vorigen JahreS bietet die diesjährige mehr wie buchse kostenfrei MuMer & Cie., Freiburg i. Brg. 2 haben viel geschadet. ■ 8 10 10 52 86 84 Bew. Himmel Bed. Himmel Juli 1912 3 3 4. 'S & -8 s Ä SSW NNE SW 4 2 2 9.8 11,4 10,0 + 20,4' C. + 11,2 ° C. '45,1 746,4 •48,1 Niedrigste , Niederschlag: 0,0 mm. wesen, ist hierher verlegt worden. 91 uö dem Ohmtal, 3. Juli. Für den Futter letzten 25 Jahren nicht gegeben. Selbst die trockensten Berg- iviesen warfen reichen Ertrag ab. Die Heuböden wurden II 8? nommeu werden. X Nieder-Oh men, 3. Juli. Die Gendarmerie, Station zu Nuppertenrod, wo sie über 40 Jahre lang ge> Möschine zur Herstellung von Stecknadeln ^auS Gedern stammend), sowie eine Signallaterne für den Festungsdienst auS der Zeit deS dreißigjährigen Krieges. Ein ungenannter Gönner stiftete eine reichgearbeitete Himmelbettstatt, Sessel und Stühle verschiedener Zeiten. Kaufmann D. L. Fuhr schenkte zwei sauber gemalte Pastellbilder (Portraits) aus dem ersten Drittel deS vorigen Jahrhunderts. Schön verzierte Eichenbalken mit der Jahreszahl 1670, von dem abgerissenen Hause Walltorstraße 9 herrührend, überwies Architekt Seuling. Für die diesjährigen Ausgrabungen ivurden von privater Seite Geldniittel bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Herz- lichen Dank den Gebern auch an dieser Stelle. voll. In der vorigei, Woche wurde ausgezeichnetes Heu ein- gebcaeht. In dieser Woche hemmt das unbeständige Wetter lind läßt die Heilernte nicht zu Ende komnren. Die abgemähten Wiesen zeigen bereits trefflichen Grummetansatz. Im vorigen Jahre blieb letzterer an6, da die Trocknung schon um diese Zeit cinsetzte. Kreis Büdingen. Stadtv. Enders l(llb Don seinem Volk verehrten Großherzog Ernst Ludwig regiert ' ......."* wird, gehört seit der Wiederaufrichtung des geeinten Deutschen Reiches im Jahre 1871 diesem als Bundesstaat an. Gebe Gott, daß dieses unser geliebtes deutsches Vaterland, das gegenwärtig tm Rate der Völker mit die erste Stelle einnimmt, zum Wohle unseres deutschen Volkes in seiner jetzigen Größe und Macht erhalten bleibe. Es folgen die Namen der Mitglieder des StadtratS, der Lehrer an der Volks- und höheren Schule, sowie der Gewerbeschule.) Die Reparaturarbeiten an dem Turm wurden ausgeführt von den beiden Dachdeckermeistern Wilhelm und Friedrich 20,4 15 6 13,9 Märkte. r.6. Wiesbaden. Pie b h ol-M a r k 1b e rt ch t vorn 3. Juli. Auftrieb: Rinder 100 (Ochsen 69, Bullen a Kühe 31), Kälber 325, Schate 7t, Schweine 449. Geschäft mutel. Unbedingt keimfreie in warmer Jahreszeit zuverlüsiigste Nahrung für kleine Kinder Für einen Versuch senden eine Probe Kleine Lageschronil. Der »A. D. A. C.-Tag 1912 Dresden, das große FabreStest des über 19 000 Mitglieder umfassenden Allgemeinen Teuischen Automobil-Elub, e. L, München, der größten motor- o ort licken Vereinigung Deutschlands, findet unter dem Protektorat S Al des Königs von Sachsen vom 6. bis 10. Juli m -tvesben Unit. Vorn 2x bis 25. Juli findet in Braun schwerg der zweite deutsche B liu de ntag statt. t x Der Wirbelstnrm in Regina dauerte drei Minuten und richtete einen Schaden von 11 Millionen Dollars an In der Stadt wurde das Kriegsrecht verkündet. 3000 Menschen sind obdachlos. am 2. bis 3. Juli = . 2. , 8. , - E. Echzell, 2. Juli. Mit dem 1. Juli wurde die seither verwaltete 2. Lehrerstclle an der hiesigen Schule wieder endgültig beseht. Leider verläßt zur selben Zeit Lehrer Hahn, zum größten Bedauern der gesamten Einwohnerschaft, unseren Flecken. Lehrer Hahn hat es verstanden, in den drei Jahren seines Hierseins die Herzen seiner Schüler und Vie Sympathien der Eltern in hohem Grade zu erwerben unb sieht man ihn sehr ungern scheiden. Wir wünschen ihm auf seinem ferneren Lebenswege viel Gluck und Erfolg. Tie zu verwaltende Lehrerstelle war vor einem Jahre trotz Einspruch des Schulvorstandes mit einem katholischen Lehrer besetzt worden, und zwar sollte die Besetzung mic vorübergehend sein. Als nun die Stelle jetzt besetzt tmiTbe, hätte man glauben sollen, der katholische Schnlverwalter käme aus unserem ganz evangelischen Orte fort. Doch weit gefehlt. Man versetzte den evangelischen Ulufflers jtenlinr l« Binder-ftahrung Gottesdienst im Gemeindehaufe (Lonystraße 4). Sam 4 tag, den 6. Juli 1912: Vorabend: 7.45 Uljc. Morgens: 8.90 Uhr. Nachmittags: 4.00 Uhr. SabdatauSgaug: 9.35 Uhr. Israelitisch? stcUaionrzesellschast. tiottcsöicnft Sabbatseier a m 6. Juli 1912: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Samstag nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.35 Uhr. f _ Wochengottesdieust: Morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr. tigunq der Bewässerung bringen und Gemeinderat Rechtsanwalt Keil die Rechtsfrage dahin erläutert hat, daß Dteienbeutzer, bie nickt auf die Bewässerung verzichten, keinerlei Dmpruche an die Stadt stellen Fönnen, wird heute die Znlegung des Grabens beschlossen. Die Ausarbeitung des Prcgekts wird ^^Üratzemneister Straub übertragen. — Bewohner des Neuen Wegs hattenum Weiterführung des erhöhten Fußsteigs mu MowivMa- ftcrund Inä »mn B-hnLbrr,nng gebeten, öente muri*»er ®e« meinberat diese Wünsche erfüllen, aber leider lauen d>e IwdM-hen Finanzen ei nühl tu. Ta» für bie JBffafktung "“'aenommene Anleben ift faß aufgebracht. Der tfufctteig soll in der seitherigen Art belassen werden und ist durch Beschotterung in einen gangbaren Zustand zu bringen. — Aus dem gleichen Grund wird das Gesuch des Cbenx)ftflffiitentcn Stock wegen Zulegung eines Grabens zurückgestellt. — Bor Einwalzung der Fahrbahn m der 45 xu n o- ft r a »c sind noch verschiedene Arbeiten wie Goffetipslasterung uiw. nötig. Ter Koftenvoraaschlag, der 600 Mark beträgt, wird zur Ausführung genehmigt. — Nachdem die Da h nh o 1 S str a e bis zum Kriegerdenkmal mit Kleinpslaster und erholstem Futz- fteig fettiggestellt ist, wünscht der Gemeinderat, datz auch der übrige Teil der Straße bis zum Bahnhvs aur die glerckie Werse hergeftellt wird. Die Ausführung soll erfolgen, wenn Kreis und Provinz je ein Drittel der Kosten übernehmen. — In der vorigen Sitzung war die Einfriedigung eines städtischen Grundstücks ^am Juntcrnhofweg beschlossen worden, wenn die Pächterm cmen Teil der Verzinsung von den Kosten übernehmen würde. Die Pächterin lehnt dies ab. Der Gemeindcrat sieht deshalb von der aanzen Einfriedigung ab und beschließt, sie nur so weit_ auszufuhren, als dieses wegen der Ansicht von der Dauvt,trage aus notig wird. — Zur Regelung deS Gehalts der 0 1nbc* beamten war zum diessährigen Voran'chlag enie Gehalt, ^cala ausgearbeitet und genehmigt worden. Nach dieser Skala erreichen die Beamten den Höchstgehalt nach 20 Jahren. A/ie Lberiorftcrci erhebt aur Grund des Gesetzes von 1901 Widerspruch. Nach diesem Gesetz müsseii die Gemeindeforstwarte den Ltöcktztgehait nach 18 Jahren erreichen. Gemeinderat Rullmann macht geltend, wenn diesem Antrag stattgegeben würde, würde dies eine Ungereckstigkelt den übrigen Gemeindebeamten gegenüber sein. Wegen der geringen Differenz, und um die Gehaltssrage nicht nochmals aus- zurollen, schließt sich der Gcmeinderat dem Antrag der Ober- fvrsterei an. E. Echzell, 3. Juli. Auf Veranlassung des Vogelsberger Höhenklübs, Zweigverein Echzell, wurde, eine Eingabe an die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. abgesandt behufs Spät erleg en des ZugeS ab Friedberg 8.18 abends. Da die zu diesem Zwecke in Umlauf gesetzte Liste in den interessierten Ortschaften die lebhafteste Unterstützung fand, ist es zu hoffen, daß die Eisenbahndirektion «ie. 6...„u y ÄS, B ......K""’r' 1'"‘ ba die Strecke Friedberg-Mdda besser rentiert, ist es ntdti einzusehen, warum der Strecke mit lebhafterem Verkehr diese Vergünstigung versagt bleiben sollte. Wenn ein Dpü- terlegen des Zuges 8.18 abends aus technischen Gründen nicht angehen sollte, so könnte doch ein Triebwagen diesem Wunsche gerecht werden. — Der ausgiebige Regen der letzten Tage brachte die Garten- und Feldfrüchte auf einen sehr schönen Stand, der zu den besten Hoff- nungen berechtigt. Die Heuernte ist beendet, nur erzielte das Heu bei der Fülle des Futters bis jetzt einen niedrigen Gerste an manchen Orten schon geschnitten ist. Die Roggen- Preis. Der Wind geht bereits durch die Stoppeln, da die ' ernte wird eine vorzügliche werden. Ganz ausgezeichnet ' sind die Frühkartoffeln geraten, und wenn sie auch an manchen Stellen ausgeblieben sind, so zeichnen sie sich doch durch Dicke aus. Tie Aussicht auf eine gute Obsternte läßt viel zu wünschen übrig, die FrühiahrSfröste Kreis Alsfeld. w Alsfeld, 2. Juli. iS t adtv o r sta ndssitz u n g.) Anwesend: Bürgermeister Tr. Völsmg, sowie zwölf Stadtvor- standsmitglieder. Abrechnung für die Wiederherstellung des Rathauses. Der Vorsitzende legt die Aufstellung über die von der Stadt für die Wiederherstellung des Rabuses gemachten Aufwendungen vor. Sie betragen insgesamt 47 138,03 Mark. Tie Vauleitungskosten mit 7284 Mk. sind von der Staatskasse aur oen bewilligten Staatszuschuß verrechnet rootixn. Davon ist ein Anteil von 1500 Mk. direkt auf die ^taatskaffe übernommen worden, urrt der Stadt entgegenzukommen Der Voranschlag für die Renovierung des Rathauses betrug m ganzen 59 000 Mk, für Mobiliar waren außerdem 3000 Mk. bewilligt worden. Demnach insgesamt 62 000 Mk. Der Vorsitzende fuhrt dazu aus, daß die Abrechnung günstig sei, da wesentliche Ersparnisse gemacht worden seien, es seien gegenüber dem Voranschlag noch etwa 6000 Mk. gespart.'vordem Wenn man bedenke, daß demnächst aus der Lotterie 25 000 Mk. für die Wieder-- berficKung des Rathauses entgingen und daß 18 000 Mk. angesammelter Rathausbaufond5 vorhanden gewesen sei,, so sei die Belastung für die Allgemeinheit durch die Wiederherstellung des Rathauws recht gering. Umsomehr sei es daher ju bedauern, d«tz man in der Bürgerschaft gegen die jetzt vollendete Wiederherstellung des Ratlxtuses gehetzt habe, die so vortrefflich gelungen sei De- Mrechnung wurde genehmigt Die Berrechmmg der Baulestimgskosten mit dem Staatszusclmß bleibt einer späteren endgültigen Abrechnung Vorbehalten. — Das im Watteraum des Rathauses hängende schöne Bild von Alsfeld mit den Wappen' aus dem Jahre 1657 ist arg mitgenommen worden. Es wurde beschlossen, das Bild durch) den Konservator be5 Landes rnuseums „u Darmstadt wieder Herstellen zu lassen. Em Kredft bis zu 100 Mk. wurde hierfür zu Lasten der Mederk^rstellung des Rathauses bewilligt. — Zw'olge Anregung des Kreisamts Alcheld soll vom 5. August bis 28. September 1912 cm Loch kursns für die oberfte Klasse der Mildcken in der Volks-- schule stattffnden und zwar als obligatorischer Untertteht. Die Lelwmittcl sicllt die KreiShaushaltnngsschule, Holz unb Sohlen ftebcit zur Verfügung. Von den SäMerinnen soll ein Beitrag Don 50 Pfg- erhoben werden. Einen etwaigen Fehlbetrag soll die Stadt decken. Der Vorsitzende bemerft, daß der Kochunter- ttckst künftig in der neuen Volksschule ovligawriich eingesüHrt werben solle. Mit dem diesjährigen Unterricht wolle mau für den Unterricht in der neuen Volksschule Erfahrungen sammeln., Das (Zti-s„ch>eil de - .'ireisamts wurde genehmigt und em Zuschuß bis zu 100 Mk für den Kirrsus bewilligt. — Nachdem durch das« Ao leben de.! Beigeordneten Kurtz ba5 Amt des Woymmgsinsvektors jiir tzie Stadt in Erledigung gefaminen ist, wurde entsprechend dem Vors's'lage der Finan-kmrtmission der Beigeordnete Weitz zur Wahr- uchmung der Geschäfte des ftäbL WohnungSinsyektors für das yi niinn iialjr 1912 ernannt und ihm die dafür vorgesehene ■- c-rti'iiung von 100 Mk. zugesagt. Stadtv. Enders regt dabei die Festsetzung einer Vergütung für den Beigeordneten für die Zeit an, in der dieser den Bürgermeister tiertrete. — Einern Gesuche von verschiedenen Bewolmern der Hersfelder Straße wegen Stundung von Kanal-» und Trottoirbeiträgen wurde stattgegeben und den Gesuchs cll'-ni die Bezahlung der Schuld in zwei Raten ge- Ochsen. VoNfleisckige, au§gemdftete, höchsten Schlacht- ,vettes tm Alter von 4—7 Jahren . • • Tic nock nicht gezogen haben (ungejocht) . - Junge, fieiidnge, nicht auSgemäslete und ältere ausgemästets.......... • Bull en. Pollsleiichige, ausgew^ höchsten Schllrchtw. . . Bolisleifchige, jüngere.......... Lärj en. K n h». 'lolisicischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtivertes L obuctichige auSgemäftete Kühe höchsten ^chtacylwertes bis zu 7 Jahren ... Wenig gut eniiuideUe Färsen '.‘iclicuc ausgemästets Llühe unb wenig gut entwickelte jüngere Kühe Madig gendljrte Kühe und Färsen Halber. Fcnche Mastkälber NliUlere Mag- und beste Saugkälber .... Geringere 'J)la|t- und gute Saugkälber . . . Geringer«: «^augfälber......... o dj a ’i. Weidemastschase: 2)lafilämmev unb 'Mästhaniniel Schweine. Tollsieischigs Schweine von 80—100 ü» Lebend- geivicht.............. BoUfleischige Schweine unter 80Kg Lebendgewicht Bollsteischige Schweine von 100—12U kg Lebendgewicht Dollfleischige Schweine von 120—150 kg Lebendgewicht tb. Gießen, 4. Juli. Der Heu- und Strohmarktaus LSwaldS Galten war in beit letzten 8 Tagen mit Heu sehr gut beiabren. Tie neue Ernte ist, was Qualität anbelomit, vorzüglich ausgefallen. Heu würbe der Zentner mit Mk. 1—3.10 angeboten unb verkauft. Stroh kam nicht an ben Markt, boch war auch ba noch feine Ätachsrage. Limburg a. d. Lahn, 3. Jnli. Fruchtmark t. Durch- schnittsvreis vro Alalier. Roter Weizen (nassauischer) 19,20 Atk^ weißer Weizen (angebaute Fremdsorten) 18,70 l'if, florn 15,10 Mk., Gerste: .Mittergerfte 00,00 Mk., Braugerste 00,00 ML, Hafer 10,öu Alk., trbien 0,00 Rik^ 8artoffeln 7,00—8,00 Nlk. H 58 ü b i n g c n, 9. Juli. Gemeinderatssitzung, nachmittags 4 Uhr. Anwesend der Bürgermeister, der Beigeordnete und ftimtlittfe Gemeinderatsmitglieder: als Vertreter dos Kreis- amts Kreisamtmann Froelich: als Sachverständiger Kreisstraßen- meister Straub. — Seit 1909 hat die Beseitigung eines offenen Grabens längs der VahnhofSstraße den Gemeinderat in vielen Sitzungen beschäftigt. Schwierig war die Beseitigung, tneil durch den Graben die Bewässerung des Wiesengrunds erfolgte. Nachdnn aber die Wiesenbesitzer zum großen Teil auf die 2k)eifert. Toch weit gefehlt. Man versetz Schulverwalter und den katholischen (i „ über herrscht große Erbitterung unter den Eltern. △ Nidda, 1. Juli. In den Turm knöpf des wieder aufgerid)teten Kreuzes am Johannittetturni wurde folgende Urkund e Angelegt: Bei den Herstellimgsarbeiten an der Turmspitze, die sich bei der Anbringung eines Blitzableiters als uot- wendig erwiesen, sand man in dem Turmknopf die beiliegenden Urkunden aus den Jahren 1396 und 1804. Von diesen Urkunden wurden Abschriften angefertigt und bei den städtischen Akten aur dem Ralbaus zu Nidda aufbewahrt. Nach Fettigstellung der Neparaturarbeiten nmrden die beiden vorerwähnten Urkunden nebst den 0>e)u(Ti'|i('tLern otc 'riezayiung wr ötqaiiv m »iv« .naivu yt- tiefem neuen Schriftstück in einer verlöteten Blechkapsel loicber in stattet. Die Schuld ist von der Fälligkeit an mit 4i/i Proz, zu den Turrnknops zur Ueberlieferung an spätere Geschlechter aufbe- v er zinsen. Die Festsetzung der Verzinsung geschah mit Rücksicht wahrt. Möge dieser Turm, der als einziges von einer ^ohannstter- " refttet wurde, es könne schließlich soweit kommen, Niederlassung übrig gebliebenes Bauwerk, wie es sich durch eine ein Sä-laiich von ca. 35 Meter Länge mit Schlauchhaspel ange- ^crf, scl«fft werden. Die Anlage zwischen Alice- und Bahnhofstraße soll .........., . . _ . . .. anitdic der des Ludwigsplatzes mit Gasrohren emgcfricbigt iocr- wiederum, daS in konstitutioneller Verfassung von dem kunstsinnigen ben. Der Gemeinderat beselst'ießt demgemäß. C1*'"1'" ‘ ° * L regt bie Anschaffung eines Sprengwagens an. Stadtv. Ramweck siitztt Klage darüber, daß am Friedhof Baumaterialien gelagert würden. Stadtv. Bastian wünscht eine Verschönerung deS Hospital do fes. Ter Vorsitzende sagt M-l-ilse zu. — Zu dem von mehreren Aeivolmern der oberen Grünberger Straße eingereichten Gesuch um Herstellung eines erhöhten Trottoirs links in dem besagten Straßen- teil wurde beschlossen, die s)erftellung int nächstjährigen Voranschlag vorzusehen. Gemäß dem Vorschlag der Finanzkommis- sion wurde beschlossen, der Firma Julius Eellanus Ww. einen ciinnaUgen Zusc! »ß von 50 Mk. zu dem Fremdenführer durch Alsfeld zu bewilligen unb zwar soll dieser Betrag aus den bis jei't für Besichtigung des Rathauses eingegangenen Beträgen ent» darauf, daß befürchtet wurde, ...... u ----------- -—te.--- --- L . daß niemand mehr rechtzeitig bezahken wolle, ferner seien auch Inschrift auf einem Quader der südöstlichen Ecke und dem ^chlutz- b'c bie ohne Stundung zahlten, gegenüber den pünktlichen Zahlern ffan des untersten Kreuzgewölbes ergibt, tm Jahre 1492 wahr- benachteiligt. — Der von dem aufgelösten Bolksbildiingsverein scheinlich von einem Peter Gabert erbaut wurde, noch lange ield käuflich erworbene Lichtbilderapparat soll, wie die Finanz- Fahre in den ihr umgebenden parkähtilick>en Anlagen als altes kom Mission vorgeschlagen bat, der Schule zu UnterrichtSzwecken Wahrzeichen unseres Städtchens erhalten bleiben! Der Turnt ist uiieutgelllich zur Verfügung gestellt werden, bei Benutzung zu E^entum der evangelisä)en Kirchengemeinde Nidda, Kohden, Unter- Tarl iekungen von Vereinen usw. soll eine Leihgebühr von 5 Mk. Zchmitten und Michelnau. (Es folgen die Namen der Kirchen- c,u ,1-cn werden. — Zur besseren Jnstandlwltung der Anlagen soll vorfteher.) Die Einwohiierzahl von Nidda betragt zurzeit 2131 ein Schlauch von ca. 35 Meter Länge mit Schlauchhaspel ange- Personen. Nidda gehört nach Aufhebung des Kreises Nidda tm jebaftt werden. Die Anlage zwischen Alice- und Bahnhofsttaße soll ^adre 1874 zum Großherzoglich hessischen Kreise Büdingen, Hessen Foulard - Seide v»»>i Schon verzollt! — Verlangen Sie MusterI — Dll/ G. Henneberg, Ziirteh. Wasserdichte Zeltdecken »u Rauf u. Miete für Ncftlichkcitcn re. offettert sehr vreiSwett 4004 Ludwig Lazarus, Asterweg 53, Fernsprecher 505 Müller'sche Badeanstalt. Wasserwärme d er Lahn ain 4. Juli: 16F R. "Verantwortlich für den politischen Teil i. 23.: R. Lange. 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Abends 6 Uhr: Sitzung des Kampfgerichts im .ßkotel Großherzog von Hessen. Halb 8 Uhr: Abmarsch mit Musil vom Hotel Großhcrzog nach dem Festplatz. 8 Uhr in der Festhatlc: Eröffnung des Festes. Feier des 50jährig. Bestehens des Turngaues Hessen. Turnen der geübteren Turner des Gaues, Fechten, Sondervorführungen. Gesamtchöre der vereinigten Gießener Männer-Gesangvereine. Auf dem Festplatz: Konzert und turnerische Aufführungen. Sonntag, den 7. Inti: Vormittags 6 Uhr: Weckruf, Beginn des Einzel-Wettturnens (Sechskampf). 8 Ubr: Beginn des Wettfechtens. Mittags 12 einhalb Uhr: Aufstellung des Festzuges. Nachmittags 1 Uhr: Festzug durch die Stadt nach dem Festplatz. 3 einhalb Uhr: Festrede. Freiübungen, Mustcrricgen- und Vereinsriegenturnen. Turnen und Wettspiele. Konzert in der Festhalle und auf dem Festplatz. Abends 7 Uhr: Verkündigung der Sieger beim Sechskampf und Fechten. 8 Uhr: Verteilung der Ehrentafeln an die Musterriegen und Vcrcinsricgen. Festspiel und Konzert in der Festhalle. Konzert und Tanz auf dem Festplatz. Montag, den 8. Juli: Vormittags halb 8 Uhr: Beginn des volkstümlichen Wettturnens (Fünfkampf). Halb 10 Uhr: Jubiläums-Wettturnen. 11—1 Uhr: Frühschoppen-Konzert auf dem Festplatz. Nachmittags halb 2 Uhr: Festessen in der Festhalle. 4 Uhr: In der Festhalle: Konzert und turnerische Aufführungen. Auf dem Festplatz: Konzert, Turnspiele, Volksfest. 6 Uhr: Verkündigung der Sieger beim Fünfkampf und beim Jubiläums-Wetturnen. Abends 8 Uhr: In der Festhalle: Festspiel, Turnerische Aufführungen und Konzert. Gesamtchöre der vereinigten Gießener Männergesangvereine. Auf dem Festplatz: Turnerische Aufführungen mit Beleuchtung, Konzert und Tanz. Äm llitrtwrhmtf* HmenbMlkackn M.1.50 (für das ganze Fest gültig). yuiikiniiui ♦ jfltn(niifliwjnrtfiiM.i.oo (für das ganze Fest gültig). ♦ Seibel, Germania-Drogerie, Frankfurter Str.; ß. Kalkhof Nachf, West- TKIlUUsllsllltlll ♦ Anlage; Jakob Häuser, Kaufmann, ßudwigstr. 36; Noll, Kaiser-Drogerie, Kaiser-Allee; R. Buchacker, Iigarrenhandlung, Neuen Baue; PH Stier, Friseur, Neuen Baue; Köhler, Schulstr.; ßouis Scharmann, Iigarrenhandlung, ßindenplatz; Moritz Semmler, Kaufmann, Walltorstr.; Eebr. Michel, WalltorstrKarl Eichmann Wwe., Ederstr. 1; Ehr. Bieker, Kaufmann, Neustadt; Hch. Noll, Papierhandlung, Mäusburg; Ernst Jung, Papierhandlung, Seltersweg; Wilhelm Semmler, Iigarrenhandlung, Seltersweg 25. 3it brr Herrendauerkarten Mk. 1.80 v.r Damendauerkarten Mk. 1.20 Einmaliger Eintritt & &SÄ bm Som,ta9r den 7. Juli Mk. I.OO; lllllUl für Montag, den 8. Juli 60 Pfg. Für die Mitglieder des Turnvereins und des Männerturnvereins Dauerkarten Mk. 1.00.