Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. en Provinz von einem Herrn an «I 2iu$ Briefen Z v. Widmanns. In , Westernranns Monatsheften" (Juni-Heft) veröffentlicht an „«veuermanns luroiuuvvvitn cr zativer Art, so daß rch es nicht bereute, ^lomaiuiv ul- i tuijigt und dem Trängen eines auf diesen V Verse Oes Sokrates an Xanthippe? Eins überraschende Veröffentlichung aus dem (Vebiete der allen griechischen Literatur bringt Die Pariser „Revue". Es handelt sich um eine Anzahl von Epigrammen, die auf dem Bruchstücke einer Abhandlung des Anaxagoras aufgesunden worden sein sollen. Ties Fragment stammt zusammen mit einer ganzen Zahl anderer griechischer und hebräischer Handschriften aus einem ab» bessynischen Kloster und ist, wie Martin Petitcler mittalt, von seinem Lehrer, dem Paläographen Eourtaud-Proii» t e r o l, untersucht worden. Alle diese Epigramme nun haben keine andere, als Lanthippe, die unsterblich gewordene Frau des Sokrates, zum Gegenstände, und zwar werden sie durchweg dem Sokrates selbst in den Mund gelegt. Sie bilden, 40 an der Zahl, zusammen ein Ganzes, das nach einem zu der Reihe gehörigen Didmung-gedichte den Titel „Tie Krone der Tant Hippe" getragen hat. Wer war der Verfasser dieser dichterischen Er güise (Huldigungen kann man wahrlich nicht sagen) an Frau L'anthippe'? Ter französische Gelehrte ist zu dem Ergebnisse gekommen, daß Sokrates selbst der Verfasset gewesen sei. In ocn ersten der Gedichte zeigt sich der Verfasser unermüdlich darin, die bekannten Eharaktereigentümlichkeiten Lanthippens mit immer neuen witzig en und ironischen Wendungen zu schildern und zu verspotten. So wird z. B. .ianthippens Liebe mit einem Bienen» stocke verglichen; um ihrem Gatten einen Nektartrank zuzubercuen, plündert sie mit unermüdlichem Eifer Die gärten unQ die frischen Seröinanö im Glück. Am Freitag trifft das bulgarische Königspaar in Begleitung seiner beiden Söhne und des Ministerpräsidenten Geschow in Potsdam ein Das Empfangsprogramm sieht eine beträchtliche Reihe von Ehrungen für den Träger der bulgarischen Kvnigskrone vor. Es gab eine Zeit, wo der Zar Her Bulgaren, der nun ein Vierteljahrhundcrt in Sofia den Regentcnsitz ein nimmt, weder in Wien noch in Berlin auf einen so warmen Empfang hätte rechnen können. Es ist noch nicht allzu lange her, das; der ehrgeizige Sproß aus dem Hause Ko durg-Coharn vergebens eine Audienz beim greisen Kaiser frtatu Josef nachsuchte. Und wenn er auch schon öfter in Schönbrunn weilte, am Sonntag war es das erste Mal, daß er und feine Familie als Gäste des Kaisers von Oesterreich in der Hofburg weilten, daß ihnen zu Ehren ein Galadiner gegeben wurde. Tas mögen bloße Äußerlichkeiten fein, aber sie sind ein deutliches Anzeichen dafür, daß die österreichisch-ungarische Monarchie zu verstehen geben will, in ihrem Verhältnis zu dem Königreich Bulgarien sei ein erfreulicher Wandel eingetreten, ein Wandel, der gerade in den jetzigen Zeitläuften von besonderer Bedeutung ist. Der italienisch türkischc Krieg hat den nahen Cften wieder zum Gegenstände politischer Sorgen gemacht. Ttr Sturm, der von der .Avpeninhalbinsel gegen alles Erwarten und wider allen völkerrechtlichen Brauch nach Tripolis hinüberwehte, hat sich auch in das ägäische Meer einem Teil Der Berliner Presse gegen mich heraufbeschworen hatte. Ich kann übrigens nicht behaupten, daß mich diese Angriffe stark aufgeregt hätten: stand ihnen doch — abgesehen von freund licken Zeitungsstimmen — die sehr günstige Auniahme gegenüber, die mein Stück beim Publikum fand und nun seither fast jeden Abend linder. Tenn die Wiederholungen folgen sich sehr rasch: heute ist schon Die fünfte. Ich hatte selbst nicht gehofft, daß die sehr kritischen Berliner so aur meine Intentionen eingehen würden, rote sie es im Theater tatsächlich taten. Und noch je&t bin icn Der Ansicht, daß mein Stück immerhin vor einem anderen Publikum besser am Platze märe; ich denke an etwas kleinere Städte, in denen sich der Mensch sein Gemütsleben harmloser bewahrt und weniger starke Reizungen sucht, daher auch für eine Poesie empfänglich bleibt, die mü milderen Mitteln zu wirken sucht. Natürlich münen aber solche Städte gute Bühnen haben; da! er werden die kleineren Hoftheater Teulschlands .Weimar z. B. Der richtigste Boden für mein Stück bleiben, das ja auch für ein solches Theater ursprünglich gedacht war. Ich habe in Meiningen recht interessante Tage verlebt, indem gerade Paul Lindaus Ltück „Ter Andre" dort aufgeführt wurde sj Tas Schauspiel jenseits von Aut und Böse". = HZ Wie freundlich von Ihnen, mir ein ______ zu schicken.' Tie Tevesche reiste mir nach über Eisenach; in Mei» ningcn bekam ich sie, wo ich bei dem mir so wohlgesinnten Herzog ein wenig ansruhte von Dem Sturm, den mein Stück'- in 'S i in ihn gerichteter Briefe des verstorbenen Josef Viktor Wid mann, in denen sich das persönliche und literarische Wefen des iänfinnigeu Poeten und rührigen Feuilletonisten anwwultch p jpiegelt. Wir teilen hier einige Proben mit: Aus dem Jahre 1894 bewahre ich lolgenbc Zeilen, die Wid- ! mann mir nach Berlin geschrieben bat: Tas gäbe auch ein literarisches Gleichnis." -..... aug Widmanns glück- x) Gemeint ist das Berner Oberland 2) C. F. Meyers ,Richterin" ilt meines Wittens zweimal eis Oper bearbeitet worden. Allerdings mit einem Enolg ^mliw rc zativer Art, so Daß ich es nicht bercute,_^iDmann;_? -Lin. lw v.,,,;.!. ___-r-..______ .-»irr > fpn c^toir Denen eilen Kom ich staune eigentlich, daß ich es Möglich gemacht habe, in diesen arbeitsvollen Tagen, diesen Bries an Sie zu schreiben. Grüßen Sie Spitteler, loenn Sie ihn in St. Gallen sehen. In freundschaftlicher Gesinnung I. V. Widmann." Als ick mich einmal um eine Feuilletonredakteurstelle beworben und dazu auch I. V. Widmanns Empfehlung erhalten hatte, meinte er scherzend in einer Zuschrift vom 15 November 1892, so ein Posten sei nun allerdings feine Anstellung als lyrischer Harfner, wie Tavid bei König Saul gehabt habe. „Und dock," fuhr er fort, „ist sie das in gewissem Sinne. Wir Feuilletonredakteure müssen mit unferm Saitensviel dem Tyrannen Publikum die Grillen vertreiben, und daß es dafür.gelegentlich den Spieß nach uns wirft, wer wüßte das nicht.' 2 A tM wx $i|-3 r6»I 5 s.S» S-S." 5^2 auf ihr schönes Schloß Werratal sonnig dalag wie eine glückliche Insel. ■ I 19 81 vV;. 7 194 70 ; W stW 22 -W • AW - 0 <81 ei ?g- , «’• 27 " I 818 65 645 55 He •• 14 28 <5149447 ,1*; , 5001 65 • 582 760 80i 031 152 -1 is ™8r.5 890 716 £,< L888 [HO)’ 427 1^57 ’ , 82» W 157 -2 •• u J18®8' 57 732 82) M I 6 1 5 9 048 8 5 2-5 . f i 60 489 528 785 014 05 162012 61 145 54 i. 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Tie dann waltende Resignation beruht Übrigens weniger auf einem Geiuhl des Alterns als Der Ueberarbcitung. Tie Bewältigung des ttterarv- fchen Materials, Das mir fortwahrenD juUromt, taugt an, mich 8ii erschöpfen. Es ist einffg Die Rücksicht aut zwei iwd) nidit selbständig gewordene Kinder, was mich noch bei Der Redaktion zurückhält. Sonst würde ich mich letzt auf ein stilles -rort im Oberlands zurückziehen und Den Rest meiner ^ahre Der Aus, arbeitung von Entwürfen auch DramattidKii widmen, iu ien drangt ]id) alles, und und konnte nur unter heftigem Sträuben aus dem Saale entfernt werden. t r . , Unter den ausgeschlossenen Abgeordneten befanden sich >der Parteiführer Just- und der ehemalige Iusnzmmister Polonyi. Tie Weggeführten riefen beim Verlassen des Saales aus: Schmach, Schande, Berfajsun g s /bruch! Während der Szenen waren nur wenige Mitglieder der Regierungspartei im Sitzungssaal anwesend. Nachdem die Ausschließung der Abgeordneten erfolgt war, erschieil Tisza, um den Präsidentensitz einzunehmen Tic Mitglieder der Oppositionspartei empfingen ihn wiederum mit Tumult. Sie ballten die Fäuste und schrien: Verräter, hinaus mit ihm' Auch Graf Apponyr schrie in höchster Erregung, doch waren seine Worte vollkommen unverständlich. Tie Sitzung wurde abermals aufgehoben. Ter Auszug der Opposition au8 dem Parlament. Nachdem die Sitzung wieder eröffnet worden war, -erließ die gesamte Opposition demonstrativ unter leidenschaftlichen Ausrufen den Saal. Präsident Tieza sagte: Tas Wgeordnetenhaus ist der Schauplatz trauriger Szenen gewesen, welche diejenigen kläglich charakterisieren, welche solche kindischen Streiche verübt haben. (Stürmpcher Beifall.) Tie Schöpfer der Hausordnung des Abgeordnetenhauses haben den Fall gar nicht vorgesehen, daß ungarische Abgeordnete sich zu solchen Ausschreitungen hinreißen lassen könnten. Ich mußte die Hausordnung, welche keine spezielle Verfügungen für den Fall systematischer Ruhestörungen enthält, ergänzen und Anordnungentresfen, welche meinem Pflichtgefühl und meiner Achtung für das Ansehen und den guten Rui des Parlaments entspringen. Ich wäre unwürdig für die Stellung eines Präsidenten gewesen, wenn ich vor der Verantwortung zu- rüägeschreckt wäre, welche mir durch die pflichtgemäße Aufrechterhaltung der Ordnung während der Sitzung auferlegt wird. Nachdem das ohrenbetäubende Lärmen jede Beratung unmöglich gemacht hatte, war ich genötigt, die bewaffnete M a ch t a n z u rufe n und die Ruhestörer aus dem Saale entfernen zu la,sen. (Stürmischer Beifall.) - Weiterhin ersuchte der Präsident das Haus, gegen 36 Abgeordnete der Opposition, die mittelst Lärminstrumenten die Beratung gestört hatten, Maßregeln zu ergreifen, um die Sache an einen Ausschuß zu überweisen. Gegen den Abgeordneten Grafen Michael Karolyi soll vorgegangen werden, weil er den Polizeimannschaftcn während der Amtshandlung Widerstand entgegensetzte. Die Rede des Grafen Tisza wurde wiederholt durch stürmische Beifallskundgebungen unterbrochen. Hierauf faßte das Haus einen Beschluß, in dem erklärt wird, daß in der Bestimmung über die Wehrvor- läge unzweifelhaft die Anschauung des Abgeordnetenhauses zum Ausdruck gebracht und in dem das Vorgehen des Präsidenten gebilligt wird. Der Präsident hatte während der Beratung dieses Beschlusses den Vorsitz an Den Vizepräsidenten Beöthy abgetreten. Darauf schritt das Abgeordnetenhaus zur Verhandlung der Vorlage über die Erhöhung der Präsenzstärke der Honved-Landwehr, welche angenonnnen wurde. Tie Sitzung wurde unter lebhaften Ovationen für den Grafen Tisza und den Ministerpräsidenten von Lukacs geschlossen. Warnung vor Ruhestörungen. O f c n v e st, 4. Juni. Der Ober st adthaupt mann gibt bekannt, daß die Polizei und die übrige bewaffnete Macht, falls Demonstranten Verwüstungen anrichten sollten, mit der größten Energie ei »treten wird. Die bewaffnete Macht werde, falls sie dem geringsten Angriff ausgesetzt sein sollte, nach einem warnenden Trompetensignal sofort mit der Schußwaffe die öffentliche Ordnung wiederherstellen. Abg. S a n b a, einer von der Polizei aus dem Saal geschafften Ruhestörer, der vor Erregung ohnmächtig geworden war, hat sich vor der Polizei unter der Beschuldigung zu verantworten, daß er im Sitzungssaal einem Polizei-Oberinspektor einen Kovfhieb versetzte und ,hm die Mütze vom .Uops geschlagen habe. Bei seiner Vernehmung erklärte der Abgeordnete unter Berufung auf seine Immunität als Abgeordneter, er verweigere jede Aussage, er werde aber dem Abgeordnetenhause von der Verletzung seiner Immunität Mitteilung machen und gegendiePolizeiStrasanzeige wegen Mißbrauchs der Amtsgewalt erstatten. Um Ruhestörungen zu verhüten, find umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. An verschiedenen Punkten der Stadt sind Militär- und Gendarmerieabteilungen ausgestellt worden. Die gesamten Polizeimannschaften und auch die Garnison stehen in Bereitschaft. Die Stadt ist vollkommen ruhig. Ter Widerhall im österreichischen Abgeordnetenhause. Wien, 4. Juni. Die Vorgänge im ungarischen Abgeordnetenhause riesen int österreichischen Parlament die größte Bläien — „aber, ihr Götter! was für einen Lärm machen deine Bienen, Laut Hippe'/' Wieder heißt es, er, Sokrates, habe doch auch eine rüstige Zunge, aber tpenn Xanthippe anfange zu schelten imb „ihr Garn abzuhaspeln", dann bleibe der Gott der Beredt- samkcit selbst stumm Elegam ist das Epigramm, worin die Be- schäsilgungeil der beiden Gatten in Gegensatz gestellt werden: Xanthippe regiert mit ihrem Besen das Haus und er, Sokrates, verliert seine Zeit, indem er sich auf den Märkten herumtreibt und mit den Atl>enern schwatzt. Ta macht den Sokrates seinem Ehegesponst den Vorschlag, sie sollten die Beschäftigungen tauschen: er iverde die Hausgeschäfte übernehmen und doch dabei alle Welt lenken , sie aber solle seine Rolle spielen. In einem Epigramme wird Xanthippe wegen ihrer Eifersucht auf die schönen Hetären verspottet und einmal werden Sokrates die Verse in den Mund gelegt: „Wenn ich zuweilen lächle, indem ich von Aspasien träume, mach mich nicht weinen, wenn ich an dich denke!" Die letzten dieser Epigramme zeigen einen Umschwung der Gesinnung, und zwar zu Gunsten Lanthippes. Ter Dichter nimmt ihre guten Seiten in Schutz und schlägt Töne des Verständnisses und des Mitleids für sie an. * — D ie Festwoche in Hannover. Unser hannoverscher Sdt.-Mitarbeiter schreibt: Am Dienstag abend beschloß unser König!. Theater mit einer sehr festlichen Aufführung der „Meistersinger" seine Festwoche. Für den, der alles mitzumachen hatte, Ivar es fast ein wenig zuviel des Guten, aber ein Rückblick lohnt sich wahrlich. Ter Oper galten sechs Wende, von denen Mozarts Don Juan unvergetzlich bleiben wird. Eine Neueinstudierung des „T r i ft a n" brachte eine völlig neuartige Szenerie des ersten Aktes. Im Sck)auspiel stellte sich zum ersten Male Sudermanns letztes Werk, seine Griechentragödie „Ter Bettler von Syrakus" vor. — Im Kun stieben Hannovers tritt nun die gvoße Pause ein, wenn auch die Ausstellung der Kunslgetwssenschast noch fortbauert. Das Ergebnis der „Saison" ist für das H o f t b e a t e r ein erfreulicher, frischer An- laut zu Kommendem Tas Deutsche Theater (Dir. Tr. Altmann, der das Berliner „Kleine Tlx'ater" übernimmt) bat in der Hauptfach literarisch gewirkt und beste Erfolge gezeitigt. Tas Residenztheater arbeitete im alten Geleise, aber mit geringen Ergebniflen Augenblicklich beherbergt es eine Lichtspiel- bühne. Die „Schaubnr g" batte eben begonnen, unter ihrem Leiter Franz Rolan warm zu werden und bcüdüen5iwrte, z. j. literarisch wichtige Erfolge zu erzielen, als dem frohen Vorworts- f(breiten leider der bekannte Kratt» cm Ende bereitete Zurzeit bewirtschaftet daS offenbar völlig in Unordnung geratene Wbeits- fefb Dir Nordau (vom Friedrich Wilbelmstadtischen Theater zu Berlin), ohne Sympathie oder Hoffnung erwecken zu können. Sensation hervor. Wenn auch die "Jlii-uie.’innqcn itber d'.c Art der Turchbringung der Wehrvorlage geteilt find, so herrscht doch in parlamentarischen Kreisen Befriedigung darüber, datz die Vorlage Gefen geworden ist. Ties drückt sich in dem Bestreben aus, die die Erledigung der Wehrvorlage auch im österreichischen Abgeordnetenhause z u beschleunigen suchen. Allerdings scheint dies durch die Lbstruktions- drohungen der Ruthenen wegen Nichterfüllung ihrer Hochfchul- sorderungen erschwert zu sein. Im Wehrausschuß beantragte der Sozialist Habermann unter Hinweis auf die Ereignisse im ungarischen Parlament, die Beratungen im Ausschüsse solange zu vertagen, bis eine Klärung der Sachlage erfolgt sei. Ter Antrag wurde abgelehnt. Nichtsdestoweniger wurde nicht die Sitzung auf morgen vertagt, sondern auf den 11. Juni anberaumt, offenbar, um eine Klärung der Situation abzuwariett. Deutsche» Ueich. In der elsaß-lothringischen 1. ftamm er führte bei der Beratung des Jnitiativgefetzentwurfs der 2. Kammer betreffend >ie Aufhebung der Strafbeftimm u n gen über die aufrührerischen Abzeichen und Rufe Graf Andlau aus, daß die Meinungen der Mitglieder der 1. Kammer hinsichtlich des Regierungsstandpunktes sehr geteilt seien. Er sei dafür, daß nach 40 Jahren, in denen sich unzweifelhaft die Bevölkerung ruhig und besonnen gezeigt habe, das Gesetz aufgehoben werde. Tie Aufhebung sei febon zur allgemeinen Beruhigung wünschenswert. Er beantragte schließlich, den ganzen Entwurf einem Sonderausschuß zur Prüfung zu überweisen. Nachdem sich die Abgeordneten Blumenthal und Ruhland im gleichen Sinne geäußert hatten, stimmte die Kammer dem Anttag Andlau zu unb wählte einen zwölsgliedrigen Ausschuß. Am Dienstag wurde in einem Kölner Hotel der Haupt- mann a. D. Kyriazi-Sondrup aus Berlin verhaftet. Wie es heißt, ist er der Spionage verdächtig. Nach seiner Berhastung erschoßer sich in einem unbewachten Augenblick. Ausland. In einem Artikel über die Seestreitkräfte Frankreichs, Italiens und Oesterreich-Ungarns behauptet >er „Matin", daß die französische Regierung schon jetzt fest ent- chlossen sei, im gesamten Mittelmeerbecken die Regel des Zweimächte-Standards anzuwenden. Frankreich werde immer und in jedem Fall im Mittelmeer eine Flotte besitzen, die stärker sein werde, als die beiden wichtigsten Kriegsflotten des Mittelmeeres zusammen. Wenn also Oesterreich-Ungarn oder Italien bis zum Jahre 1916 einen Beschluß fassen sollten, durch den ihre Kriegsmarinen irgendeine Verstärkung erfahren wurden, so würde die französische Regierung unverzüglich die erforderlichen Kredite verlangen, um die französische Kriegsflotte im Mittelmeer in demselben Verhältnis zu vermehren. Im englischen Unterhause richtete King die Frage an Sir Edward Grey, ob er in bezug auf den letzten Befuch des .Kriegsministers Haldane in Berlin irgendwelche Mitteilungen machen könne. Greh entgegnete: Es tut mir sehr leid, daß ich Mittellungen, wie King sie wünscht, nicht machen kann, da Haldane während seines Urlaubs überhaupt nicht nach Berlin gegangen ist. (Heiterkeit.) Allerdings hat er gemäß seiner langjährigen Gewohnheit auch seinen diesjährigen Urlaub in Deutschland verbracht, aber er stand dort weder in mündlichem noch in schriftlichem Verkehr mit irgend einer politischen Person. Sein Urlaub war tatsächlich ohne jeden politischen Anstrich. (Heiterkeit.) Allerdings bin ich von glaubwürdiger Seite davon unterrichtet, .daß er von einem Freunde begleitet gewesen sei, der in Deutschland infolge seiner Barttracht mit Asquith ober mit mir identifiziert worden ist. (Große Heiterkeit. Weder Grey noch Asquith trag-’n einen Bart.) Wegen oes Mordes an dem Deutschen Hugo Beel in Mexiko sind energische Maßregeln eingeleitet. Der Präsident der Republik wies zwei Kommandos der Regierungstruppen telegraphisch an, San Miguel wieder zu nehmen und die Familie Beel zu schützen und die am Morde beteiligten ohne weiteres zu erschießen. Der Minister des Innern ertellte an die nach San Miguel auf dem Wege befindlichen Rurales gleiche Befehle. Arbeiterbewegung. Der Ausstand der englischen Hafenarbeiter. London, 4. Juni. Tie Arbeitgeber der Londoner Hafenbetriebe nahmen in ihrer heutigen Sitzung eine Entschließung an, in der der Plan der Regierung betreffenb die Bildung eines Arbeitgeberverbandes unter den gegenwärtigen Umständen als unzweckmäßig erklärt wird. Ferner wird darin betont, daß die Arbeitgeber bereit seien, allen etwaigen Vorschlägen der Regierung näher zu treten, eine Annahme solcher Vorschläge aber Kur erfolgen könne, wenn die Arbeit im ganzen Londoner Hafenverkehr wieder ausgenommen worden fei. An» Stadt und Land. Gt e ße n, 5. Juni 1912. Zur Erleichterung des Reiseverkehrs. Mit Rücksicht aus den nunmehr einsetzenden starken Reiseverkehr auf den Eisenbahnen hat der preußische Eisenbahnminister im Interesse des Publikums eine Reihe von Ver sügun gen erlassen. So wird den Beamten zur Pflicht gemacht, den Reisenden in jeder Weise behilflich zu sein und dafür zu sorgen, daß sie in angemessener Weise in den Zügen untergebracht werden. Mit der Oeffnung der Wagen und Wteile sei der Sorge für die Reisenden nicht genügt, sondern Zugsührer und Lchafsner müßten sich um die Unterbringung der Reisenden bekümmern. Familien und Gesellschaften seien, sowett angängig, in demselben Abteil unterzubringen und alleinreisende Frauen möglichst in 91bteile zu weisen, in denen sich Frauen schon befänden. Die Amtsvorstände, die Kontrolleure und Zugreoiforen werden angewiesen, die Ausführung dieser Weisungen sorgsam zu überwachen. Die Abfertigung der Reisenden auf Zwischenstatioven soll bei kurzem Aufenthalt der Züge ^besonders der Schnellzüge) dadurch wesentlich erleichtert und beschleunigt werden, daß dem wartenden Publikum schon vor dem Einlaufen des Zuges ungefähr die Stelle angegeben wird, wo die Wagen der einzelnen Klaffen oder die Durchgangsivagen bestimmter Kurse halten werden. Dies wird durch eine angemessene kurze Unterweisung durch einen der auf dem Bahnsteig anwesenden Bediensteten in einfachster Weise geschehen können. Ebenso soll auf Uebergangsstationen im Lchnell- zugverkehr besonders bei kurzen UebergangSzeiten und namentlich, wenn der Bahnsteig gewechselt werden muß, das Publikum, sei es durch eine ähnliche mündliche Zurechtweisung oder durch einen zweckentsprechenden, in die Augen sollenden Wegweiser auf den Standort des Anschlußzuges und den Weg dorthin besonders hingewiesen werden. Mit besonderer Genugtuung wird verzeichnet werden können, daß eine sorgsame Behandlung des Reisegepäcks erneut und nachdrücklich anbesohlen wird. Namentlich auf kleineren Stationen, wo Handwagen zur Auf- nähme größerer Gepäckstücke nicht vorhanden sind, sollen diese angeschafst werden, bannt das Gepäck aus dem Packwagen md)t auf die Erde gestellt und bis zur Abfertigungs- stclle auf dem Boden geschleift wird. Es ist als ein Mißstand empfunden worden, daß in den T Zügen einzelne Rrnfende sich in den Gängen vor den Abteilen dauernd aufhalten uno öic in den Abteilen sich destndenden Reisenden am Ausblick Verbindern unb stören. Um dem ad zu» tyelfen, bestimm, ocr .rin ist er, daß der Raum in den cvängeu vor den Abteilen dauernd nur von denjenigen Reisenden in Anspruch genommen werden darf, die ihre Plätze in icn Abteilen haben. • • Evangelische Landessynode. Die 9. Sitzung der 8. evang. Landessynode findet zu Darmstadt am 2. Juli mit folgender Tagesordnung statt: 1. Eröffnung der Sitzung und Gebet. 2. Ansprache und Mitteilung des Prä- identen. 3. Verkündigung neuer Einläufe. 4. Berichts- anzeigen. 5. Wahlprüfungen. 6. Verpflichtung neu ein- getretener Mitglieder der LandeSsynode. 7. Beratung und Beschlußsaffung über: I. Gesuch deS Vereins evang. Organisten und Chordirigenten in Heffen um Neuregelung der Anstellungs. und GehaltSverhältniffe für die kirchenmusikalischen Remter; IL Vorlage bcS Oberkonsistoriums, den norddeutschen Buß- itnb Bettag betreffend; III. Vorlage deS Oberkonsistoriums, Errichtung einer 2. evang. Pfarrstelle zu Langen betreffend. • • Theologische Konferenz. Morgen, am Fron- leichnamStag, findet rote alljährlich in SteinS Garten die theologische Konferenz statt. Beginn vormittags 108/t Uhr pünltllch. Die Vorträge, die sehr zeitgemäße Themata behandeln, werden halten: 1) Professor läo. Or. Frhr. v. Gall hier über „Neuere Funde und Arbeiten auf dem Gebiete der jüdischenReligionSgeschichte*; 2) Pfarrer Schm itt-Höchsta.M, über „Kirche und Arbeiterschaft*. An den letzten Vortrac chließt sich eine Aussprache. Der Zutritt ist für jeder, mann frei. v • • Finanzpersonalien. Der Großherzog hat den Oberfleuerinspektor deS HauptsieueramtS Gießen, Finanzrat Christian v. Grolman zu Gießen, auf sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit, unter Anerkennung seiner treu geletsteten Dienste in den Ruhestand versetzt uni * rffei^h' •. e -Wini' Karneoalo n Marburg, "(-ea durch ein -•einen Gemarkungen * -L Witterung our L beeinflußt W ^jedenfalls als pol tWÜorben. • j. gtantjurt d-r itiWior M R-S" 70. Bet iirtSt Univcr lhm aus diesem Anlaß das Ritterkreuz erster Klaffe des Ber» dienstordenS Philipps bcS Großmütigen verliehen. •* Forst Personalien. Der Groß he rzog hat den .Tie Univ er si Eier 2624 irmnatriful tjO Hörer. Baden-Oos, 4/ aergtn 6.45 Uhr mit iwlom-Ingenieur Du «treten. Tie Landung : Ilmulen. Der Nord- Münster, 4. 3u ti Nord-West-Fl falte nachmittag gefaßt 2 Änoen'landnis mit tgttoxben und auf ui _ Wie verlautet, w Ärchcnrechl an der faser Lberbergrat.pl. kB Lehramle zuruckttt ,l jrrienroalbe in Pom Oberförster der Oberfürsterei Groß-Umstadt, Forstmeister Go. Petith zu Groß-Umstadt, in gleicher Diensteigenschaft in du Oberförsterei Gernsheim versetzt. " Englischer Uebersetzer. DerGroßherzog hat genehmigt, daß der ordentliche Profeffor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, Geheimer Hofrat Dr. Phil. Hangen, auf sein Nachsuchen von den Dienstvecrichtungen eines beeidigten UebecsetzerS und Dolmetschers für die englische Sprache enthoben werde und die genannten Dienslverrichtungen dem Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt Profeffor Gg. Heil für die Geschäftsbereiche sämtlicher Ministerien übertragen werden. ♦* * Auch eine Beleidigungs-Zurücknahme. In einem Darmstädter Blatt finden wir folgende m rl- würdige Anzeige: „Ich der unterzeichnete Jakob Dhil "v'/ Seeger zu Herchenrode nehme die Aeußerungen, di am Abend des 22. Mai lsd. JrS. gegen den Johauius Eckstein III. zu Herchenrode getan habe, als Unwahr heit zurück und bebaute, daß ich dieses ge t an hab e." Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache, wer sie aber richtig versteht, kann doch fernen Gefühlen den richtigen Ausdruck geben. Kreis Büdmgen. Büdingen, 3. Juni. Ter Straßcnwart und Beigeordnet: I. G. von Bösgesäß wird von der Anllage der tätlichen Beleidigung freigesvrochcn. — Gegen die Ehefrau des Taglöhners E. H. R. von Rommelhausen wurde wegen Nichterscheinens in bei heutigen Haupt Verhandlung wegen Forstentwendung im Rücksallr Vorsüyrungsbefehl erlassen. — Der Federviehhänbler H. 2chw von Bingenheim, der wegen, eines Sttafbescheids der Finanz- , beHörde wegen Wandergewerbestener-Hinterzichung gerichtliche Enl-1 scheidung beantragt hatte, nahm seinen Antrag vor Beginn bei f Verhandlung zurück. — Der Metzgergeselle Eh. R. H. aus Wies haben und sein Kolleae I. O. B. aus Groß-Linichen werden wegen Bettelns in Haftftrafen von 6 Wochen und 4 Wochen unter Ausrechnung der erlittenen Untersuchungshaft veruttellt. H. wird wegen der Anklage der Bedrohung freigesprochen, nach verbüßtel Strafe wird er der Landespolizeibehörde überwiesen. — Der | Kaufmann L. L. von Büdingen roirb wegen Betrugs in eine Geld» strafe von 40 Mk. oder 10 Tagen Gefängnis verurteilt. — Der | Schreiner H. K. von Ober-Seemen wird wegen einfacher Körper- Verletzung zu einer Geldstrafe von 5 Mk. oder 1 Tag Gefängnis verurteilt. — Der Landwirt H. N. von Kefenrod ivird wegen tätlicher Beleidigung des A. R. daselbst zu einer Geldstrafe von 15 Mk. oder 3 Tagen Gefängnis und zur Zahlung einer Butz' von 25 Mk. verurteilt. — Die Prwatklage des H. N. von Lrlcs hausen gegen den W. D. IV. daselbst wegen Beeidigung wurde durch Vergleich erledigt. — Die Privatklage des Forstwarte K. Schw. III. und des Großh. Beigeordneten K. N., beide von Bindsachsen gegen den Landwitt I. K. M. daselbst wegen Belewl gung wurde nach der Beweisaufnahme von dem Privatkläger zurückgenormnen. Kreis Friedberg. L Friedberg, 4. Juni. Ein hiesiger Knecht verunglückte im Dorfe Heuchelheim i d. W. Er stürzte, vom Wagen herunter und war auf der Stelle tot. — Em Bäckergeselle von hier erbrach bei seinem Meister bic| Schublade und entwendete 180 Mark. In Hanau wurde er verhaftet. Ii. Vilbel, 4. Juni. Der Gemeinderat beschloß den Bau einer Badeanstalt und bewilligte dazu 6700 Mk. Die Ausführung wurde dem Bootsbauer Wirth-Frankfurt o. M- übertragen. — Mit der Gemeinde Maffenheim wurden wegcn Ueberlaffung von Waffer und Erbauung einer Wasserleitung von Vilbel Verhandlungen angeknüpst. h. Aus der Wetterau, 4. Juni. Mll welchem Erfoi-t in der Wetterau die Zucht reinrassiger Ziegen betriebf * wird, bewiesen die heute in Reichelsheim und Ossenheim oorgenommenen Auszeichnungen durch den Friedberger Kreisziegenzuchtverein. Es war ein so oortüglidjri Material aufgetrieben, daß die vorgesehenen Preise nicht au* reichten und deshalb vermehrt wurden. Tie Prämiierung halt' folgendes Ergebms: Für ältere Ziegen erhielten erste Preife au. Ostenheim G. Heller und G. Musch, aus Reichelsheim Th. und L. Rösch: jroeite Preise aus Ossenheim Karl Eri'er, W. vstlk und Llckermann II., aus Reichelsheim Jarrl Geier, Joh. Nam und Joh. Steri. Für jüngere Ziegen bekamen erste Preise auS Lsicn beim A. Thomas, aus Reichelsheim L. Rösch: zweite Pr.ise aue Ossenheim Ludwig Ackermann, aus Reichelsheim Karl Geier um K Hartmann. Außerdem kamen 17 dritte Preise zur 8^ teiümg. Starkenburg und Rheinhessen. rm Darmstadt, 4. Juni. Aus der Jrrenzelic I im städtischen Kranken Hause ist heute nacht der 33 Iaht 1 alte Zwicker Jak. Jacob auSgebrochen, der aus I Saargemünd stammend, von Offenbach aus wegen Verl t || tung zum Mrineid in Untersuchung war Er solltt « auf seinen Geisteszustand untersucht werden. Er Hai m ' I einer Eisenstange, ine er an der Bettstelle abbrach, das J 6ro6fei Zu dem Brande '.eylm Nummer schor C)1 immer erwiesen h serden noch folgende Zwölf Btertel wuü Die Viertel at cm Htbbobenglei Juliante trntibe gerettet. Btt in einem Neuba äiitrnchtsministeriums i örand. Tie widerst -bttter lasten Braitbj National Mtt dem heutigen »n ^ationalflugspenbe ranunelstellen werben »-nzknen Beträge bis xi ^^Nebenstelle zu »otten. ben 6. Ii Für bas _____Dr^ Bekanv m. 3” das Hanbelsre, * C. F. s*; v3,l!: Tas Gesch H^ebranbt in kJ® im $l den 28. 2 i ^^Mcrzogl . Arbeits |Ä*S b, * * «tb- l’9e' ' ^iaurer- I*Ä - s I ^.iti I ft* 5 M. gehört. Kleine Lagerchronik. In Leipzig schoß ein 12jähriger Schüler seinem 10- igen Bruder aus Berschen mit einem Revolver in den Wochen zwei haben Matt Karten 13885 Giesaen (Weet-Anlage 30), 4. Juni 1912. Universal Hotel liier Rival n die Kleestellen in den SD3ic|cn vorjährigen Trockenheit meist Caaeel 1006. Stur der vier Sitz. 3116. Medaille Kerliruhe N£ -DöTcber -Hacken R.G.M - Tic mester 2624 190 Hörer. Weise beeinflußt haben, sind jedenfalls als Folge abgestorben. h. Frankfurt a. Luthmer, der Direktor der hiesigen Kunstgewerbeschule und Konservator des Regierungsbezirks Wiesbaden, feierte heute seinen 7 0. Geb urtStag. Hier Bedarf hat BAYRISCHE GEWERBESCHAU 1912 1H MÜNCHEN 18. MAI BIS MITTE OKTOBER UNTER DEM PROTEKTORAT S.K.H. DES PRINZ REGENTEN LUITPOLD VON BAYERN Ngs-Zurüänad- »en wir folgende nd zeichnete Jakob Pi ! Aeußerungen, bi . i. gegen den Johair habe, als Untodi daß ich dieses c ist eine chwere 2p::.- n doch einen ßkpii. ZT Sommerfrische Leelbaw b. Cbcnv ÄCClOÄCIle öoi(gai)n). Gingen, Land auwnrh all Mädchen im Alter von 15 und 17 Jahren aus wohlhabenden Familien. Es hat sich auch jetzt herausgestellt, daß sic von Mädchenhändlcrn entführt worden waren. Es gelang, die Mädchen in Gibraltar -urückzuhalten und bis zum Eintreffen ihrer Eltern in Obhut zu nehmen. Aus Chemnitz wird gemeldet: Im Wald bet Niederwiesa wurde die 20 Jahre alte Frau Malz aus Chemnitz von einem bisher noch nicht festyenvmmcnen Mann über feilen und durch Messerstiche in Brust und Rücken lebensgefährlich ver- I b Wie die „Bohemia" meldet, sind in der Ortschaft H a j bei Troppau mehr als 70 Personen, fast alle Bewohner, nach bem Genuß von Fleisch einer kranken Kuh erkrankt. Bier Personen sind bereits gestorben. . Auf dem Bahnhof Lichtenberg—Friedrichsfelde wart sich mittags ein 45jähriger Mann vor einen Atadtbahnzug. Er wurde über fahren und war sofort tot. Universitäts-Nachrichten. Universität Heidelberg zählt in diesem Se- immatrikulierte Studierende. Tazu kommen noch In Bayern fohrpUnmaßifjc SondcnOge mit Ermäßigung Magen-Leber Nieren Tee „5t. Barbara", bewährtes diät. Getränk. bett, aus 2D div- uiuertL Mediz.- Lraureru. 50 Big. u. L— Da. sitze, Sitze Die Ausstellung von Erzeugnissen des bayrischen Kunsthandwerks, verbunden mit Verkauf • Werkstätten im Betrieb • Histor. Abteilungen Künstlertheater, Vergnügungspark Sportliche Veranstaltungen Münchner Feste Die glückliche Geburt eines prächtigen Mädchen» zeigen hocherfreut an Waldemar Denninghoff und Frau Karollne geb. Möld UmtUcher lVeticroerid)L O eff entlicher Wetterdienst, Gießen. Wetterauösichten in Hessen für Donnerstag, den 6. Juni 1912: Wechselnd bewölkt, noch einzelne Niederschläge, mäßig warm, später aushetternd. — Wie verlautet, wird der ordentliche Professor für Staats» inb Kirchenrecht an der Universitär Königsberg i. Pr., Ge- teimer Oberbergrat Tr. jur. Adolf Arndt im Herbst d. I. um Lchramtc zurücktreten. Er wurde am 21, Oktober 1849 zu Freienwalde in Pommern geboren. Von Brutz. TiroL Station Landcck. Entzück. Alvcnlnttkurort, altrenom. Schwefelbad. Lvindgefch milb. Renoviert, gemüü. nroL Haus mit Beranken, herrL Spaziergänge, LadiSiee. Benfton von Mk. 4-70 ad. Drosv. irct d. Kurverwaltung_____________C'-W Lustschiffahrt. Der Nord-West- Flug abgebrochen. Münster, 4, Juni. Nach Mitteilung der Svortleitung des Nord-We st ^Fluges wurde der Flug auf Grund des Leute nachmittag gefaßten Beschlusses der sporUichen Oberleitung nt Einverständnis mit den beteiligten Fliegern und Vereinen abgebrochen und auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit dem Einsetzen der wärmeren Jahreszeit neigt auch die Kindersterblichkeit, da Brechdurchsäüe und Tarmkatarrhc dann hau figer austreten. Jede Mutter, die ihr Kind mit der Flasche nährt, sollte darum beizeiten der Kubmilch einen Zusatz von „Kufere" geben, weil diese Nahrung vorbeugend wirkt. hv1’,, Homburg v. d. Höhe direkt neben dem Kurhaus u. d. neuen BadehauS. Gänzl. neu renovierL Zimmer m. Pens. v. Mk. 8.— an. Haus d. deutsch. Omz.- und Beamt-Bereine. (Garage. BorzügLKücheu-Deine. 8'/, mit auswechselbaren Blättern, bestbewährtestes System, niemals locker werdend, empfiehlt mc Edgar Borrmann - Gleesen Kenetadt 11 EISEN-HANDLUNG Teleph. 165 Tunis, 6. Juni. Die englischen Minister gestern abend Biserta wieder verlassen. Premierminister Asquith ist nach Marseille abgercist, während Ministerpräsident Churchill feine Mittelmeerreise iortsctzte. 4. Juni. Professor Ferd. Vermischtes. * Bei der Probefahrt gescheitert. Wie dem Marinedepartement in Washington gemeldet wird, ist das neue Schlachtschiff „Arkansas" heute bei einer Probefahrt an der Küste von Maines durch eine Grundberührung leck geworden, doch konnte das eindringende Wasser von den Pumpen bewältigt werden. Der Schaden trifft die liefernden Firmen. Das Schiff war auf ein unterseeisches Riff gestoßen, wobei 45 Fuß seines Bodens aufgerissen wurden. 9htr der doppelte Boden verhinderte den sofortigen Untergang. — Ein neuer Fernschallavparat. Nach einer Blättermclduitg werden gegenwärtig an Bord der im Hafen von Toulon liegenden Jacht „Hirndelle" des Fürsten von Monaco Versuche mit derErsindung eines Ingenieurs namens dc Sepel gemacht, wodurch es möglich fein soll, Töne auf überaus große Entfernungen zu vernehmen. So habe man die in Algier gespielte Marseillaise deutlich an Bord der „Hirondelle" Nationalflugspende. | Mit dem heutigen Tage soll die Sammlung für die Nationalflugspende geschloßen werden. Alle Lammelstellen werden ersucht, die bei ihnen emge- zangcnen Beträge bis zum 10. Juni an die Reichs- dank-Nebenstelle zu Gießen gefälligst einsenden zu wollen. Gießen, den 6. Juni 1912. Für das Kreiskomitee: Dr. Usinger. gewannen fünf ~ Ä N bfr, Qfpnn werden aufgearbeitet, ülu|J|r foroie neu ongefertigt nOpvpn in allen mod. Muuern JuL GU HL Ix-oUC, it'QttC und Launen. Äaiier-Ällce < L [O46Ö6J en. ißcnwart mtb Beigeorl klage der tätliche 'M sefrau des Taglöhnci-I cn Nichterscheinens iij rftentrocnbimg im MJ Federviehhändler :"A LNasbescheids der nterziehmg gerichlMft in Eintrag vor Begoa^ eselleCH.R-v.M- Mß-Linichen meiden. i und 4 Wochen uiuc 1 iM Deiurteüt JM eigesprochen, nach ver. < chörde überlvieien. vcgen Betrugs w ««1 efängnis verurieui. irb wegen einsacher t- Mk. oder 1 Tag WP von Kefenad lbst zu einer GeldNve •* «Ä - ®. hme von dem ZuschlagSsrist 8 Tage. Friedberg, den 1. Juni 191_. Der Großh. Kretsbaumspelwr. I. V.: Witzler. Bad Brückenau. Pension SiDülöalüoi dyllische Lage am Walde, ueu erbaut $eügemäß auSaeftatt Zimmer mu clcktr. Ltchti hoher, m aff erbe ijung u. Rundtcrraste mit herrlich, nußbltct tt ?. . den wir gratis und Irnr.^e vriendeo. Gebt Bell, Grälrallil37 b. Sonog — ■ Ji>rlk-Ue bei dem Unter »sichneten venchlosscn, potftei lin6 m,t en!lp «usschrift versehen, °inzur°ich°n ,>nd, ^rcitaa öcu li Sun d. Zs., Dornnttagy HW ^Geg'e'nwart «°werbcr g-öffnet. ln Sl,i"S «llta üötimttags 10’. ■■ U°.vr.z^. " M dem Seb,,,, a l!6k« 3u|nlt ist ft " ®t06ilt|ög amls ®ie&en, ""! hm "*! “nll< änede,,: verseh, ö erster lilch bei v 'n verliehen, ^obherzog Has nstadt, Forstmeister A Diensteigenschast in. DcrGroßherzogss stör an der Tech^-, sratDr. Phil, Ha ng!^ Errichtungen eine! : iüt die englische Epen Dienstverrichtungen: zu Darmstadt Prose-': i sämtlicher fDlinü;::. Temokraten. Tie Katholiken verloren einen und 16 Sitze, die Liberalen verloren und gewannen je die Sozialdemokraten verloren einen und gewannen und die christlichen Temokraten gewannen einen Kammer hat nunmehr 186 statt seither 166 Sitze. 5diiitzc«$art«n Wetzlar. Grösstes n. schönstes Saal- u. Gartenlokal am Platze Herrliche Fernsicht Angenehmer Aufenthalt Anerkannt gute Küche. Zivile Preise. Gut gepflegte Biere. Weine erster Firmen. Pension von Mk. d.50 an. Heb. Berndt. Besitzer. Letzte Nachrichten. Sine Snglandsahrt beS .Ze-pelm^k Hamburg, 5. Juni. Tas Luftschiff Z. 3 ist heute vormittag in nordwestlicher Richtung zu einer Rordseefahrt aufgesticgen. Die Rückkehr ist aus heute abend 7 Ubr an> gesetzt. Wenn man die Zeüdauer in Anschlag bringt, die für tue Fahrt vorgesehen ist, so könnte der Graf sehr wohl „zu Luftschisr nach England" gesegelt fein. Die Kammerwahlea in Belgien. Brüssel, 5. Juni. Tas offizielle Ergebnis der Warn« merwahlen ist jetzt festgestcllt Gewählt wurden 101 .Katholiken, 44 Liberale, 39 Sozialdemokraten und zwet christliche 9X6 wj oi"- $i, s p i*,«? it ■eins ^tur- AIS im Mllitärlager zu Alders hott ein Pferd in die Sckwennne geritten wurde, stürzte eS mit einem Husaren vom 19 Regiment Ein Aamerad schwamm thut zu Hilfe. Beide erhielten von dem wildgewordenen Pferch Hufschläge und q i n g c n un t fr. Ein Sergeant amg ebenfalls? unter, rin V c Hinan t, der nach den Gesunkenen untrNauckue. benr.ibtr itdi ebne Erfolg. Als er auftauchte, mar er dewusttloS und erholte sich erst nach Anwendung Üinnl i tber Atmung Die Generalversammlung der S chiff ob a u l c ch n > s die >t Gesellschaft ist am Dienstag mit einem Bcgn'tßungeabend in der neuen Badeanstalt zu H tcl eröffnet worden Tic in der Nahe von Altenbrack im Harz gelegene Pilla des Oberbürgermeisters von Halle, Tr. Riete, wurde von Einbrecher» h e i m g e s u ch t und fastvollständigansgeraubt Beim Beuteterlen in Thalc gerieten die Einbrecher in Streik, nachdem sie sich von dem mitgcnonunaien Wein berauscht hatten. Sic wurden verhaftet. Nach einer Depesche aus Turksisland ist dort der cng lischc Dampfer ^,Antillian" gestrandet. Tie Paffagiere und die Post wurden mit großen Schwierigkeiten in Sickierheil gebracht. Ein Bcrgungsdamvfer ist nach der Unfallstelle abgegangen In Konstantinopel wurde eine vornehme türkische Tarne, die infolge eines unglücklichen Zufalls in den Bosporus gefallen war, von dem deutschen Zkavalleric-Jnstruktcur Beit unter eigener Lebensgefahr gerettet. 3m Speisesaal der Effektenbörse in Neuvork streikten am TienSlag mittag vierzig Lei lner, während 125 Mitglieder beim Speisen waren. Einige längere Börscnagcnten servierten hierauf für ihre Millionürkollegen. Am letzten Weihnachtsfei! erhielten die Kellner von den Börsenmitgliedern 10000 Tollars Weihnachtsgeschenk. mangel b günftigte die Ausbreitung de» Feuers. DaS Justiz- mtninertum und das Berwaltungsgebäud' des VUafets Kon- stannnopel schwebten in großer Gefahr. Bet den RetlungSarbeiten waren die meisten Minister zugegen. Ein lungeS Mädchen liegt im Sterben. Eine kranke Frau verbrannte, auch soll ein Mann, ein Ossi zier und mehrere Pioniere verwundet worden sei«. Die meisten eingeäfcherten Häuser gehören den ärmeren Volks Lasten an und find unversichert Tie -Berluste werden auf fünf Millionen Franks geschätzt. _ Rach einer weiteren Meldung dauerte der Brand zwölf Stunden. Tie genaue Zahl der abgebrannten Häuser ist unbekannt. Tie Schatzungen ui der Preise schwanken zwischen 1000 und 2300. Sechs Moschee n, fünf Schulen, drei Badeanstalten, das Gebäude der theologischen Hochschule und die Moschee des Sultans Achmed sind abgebrannt. Tas Hauptgebäude der licrärztlichen Schule wurde gerettet, nur daS chemische bakteriologisch^ Laborawrium und einige Nebengebäude sind abgebrannt. Ter Schienenweg der Orientbahn ist bis zur Station Kumkapu durch Trümmer gesperrt. Zahlreiche Trahtleitungen sind zerstört. Bon den Behörden wurden die ersten Hilfsmittel verteilt Tic Polizei verhaftete zahlreiche Diebe, die gerettete Gegenstände zu stehlen suchten. Die Zahl der Verletzten übersteigt zwanzig. Zwei der verletzten Schutzleute sind nachts gestorben. Tic Verluste der Bcrstchc- rungsaefellschaften betragen, soweit bisher ermittelt worden ist, 8Vt Millionen Franks, von denen eine halbe Million auf die Afitcurazioni Generali in Triest entfällt. Die Presse widmet der Katastrophe lange Artikel und bedauert die Nachlässigkeft der Regierung, die nach so vielen schweren Brandkatastrophen nickt die nötigen Löschvorrichtungen beichasfte. Tie Zahl der Obdachlosen wird aus 15000 geschätzt. Offiziere und Mannschaften deS deutschen Stationsschiffes „Loreley" beteiligten sich tat» kräftig an den Loscharbeiten. Ein anderer Brand, der großen Umfang anzunehmen drohte, brach gestern abend in der Vorstadt Tetavla, die die Griechen bewohnen, aus, wurde aber, ohne große Verheerungen anzurichten, eingeschränkt. jährigen B____ . . Mund und verletzte ihn lebensgefährlich. Aus Dresden verschwanden vor etwa zwei : Markte. fc. Frankfurt a. M. Schweineniarkt de richt vom 5. Juni Mulgetneben waren 1657 Schweine. 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ZonM 9. Zllili: Grosser Ball Anfang 5 Ubr. — Entree: Herren 50 Pfg., Damen frei. Adolf Müller (Bariton), Frankfurt und Ida Stammler (Mezzosopran), Giessen. Am Klavier: J» Hahn, Giessen. Numerierte Pliltge 3 und 2 Mk. Eintrittskarten 1 Mk. H ereneteltet vom Allileutechen Verband. (Bremen - Bremerhaven- Helgnlaml - Hambirg- ■ Fneirichsnih-LObeek-Travemönie-Kiel)■ Preis TI. 9S.—. Alles eingeschlossen. H Aubiuhrl.rrogr.kosteul.durvh d-Reiseburea L Lyeaeaboi* O, 6-e.b. H. Maloi. Ultentr. Täglich ausverkauftlg ZIRKUSMAYl 04783 Bahnhofstr. 51 2 Meter la. doppelbr. Schürzenstoff 95 $ 95 -z Ein Sittendrama aus dem Artistenlebcn m 2 "Akten gespielt von den bekannten Kopenhagener Schauspielern. Spielzeit zirka 1 Stunde, tau taii lieh Vortrags-Abend ^r Schülerinnen der Gesanglehreriu Frl. Ida^tamnilCT Donnerstag,6 Juni 1912, nachm 41/2 Uhr Durch duckten Bez ohne jeden Zwlfchenlian bin ich in d. Vnoc zu offerieren: 96 reine» Suirituc bet 1 Vtr. 8 Vtr. 5 Vtr. l" Vtr. ä "ö" " 23T netto crkl. 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Im kernen 45,2 Proz. des । nbernben Mensche 36,3 Proz. Rotter Atmend bisher keine (i jisen rkovenhagen und tätlichen MahnahMN «ten. Emden hofft, öeehäsen zirka 10 Proz. !tr Meinung, daß auf Senft über den Lzean se Inwieweit dieser Lvl : via je leben. Ise Wahr kuswanöeretftrom, der j in teil sich abzweigl u Deutsche Reederei" würd ‘ ite, ans Unkosten der t Schenz hochzubrin. leibliche Konkurrei greifen des deutschen ™3tit Tie beiben u Ncwurg nnd Bremen fit u'r 8erfplitterung ihre-' '-■» ober anderseits auch « Veranziehung eines M nach Moglichseft maulen ihrer Lchisse j, des Auswanderer! L.Mchissungshasen ^ei'wnsgeiuch Lmden- ^' U -wch.aus, doch büi N/'»-to™" ^*«5 Moment zur^ öcs öeul Ferner eine Auslese erstklassiger Neuheiten Ein erschütterndes Lebensbild aus der Künstlerwclt Spielzeit zirka 1 Stunde Des Fischers Töchterlein Drama aus dem Amerikanischen Wincu, Mtrtb Sitter BogelSbcrgcr, täfll. frisch, v.Pfd. 14KPfa Steins Garten Donnerstag, <>. Jnni I. Aboimemeiits-Koiizert der Kapelle dos Inf. Kogts. .Kaiser Wilhelm“ Nr. 116. unter nci*sönlicher Leitung: des Obermusikmeisters Herrn W. Löbor unter Mitwirkung des Kgl. Kammer-Virtuosen F. Werner - Wiesbaden (Cornet ä piston) Biograph Plocketrwe 12 047^0 PIockvtra.ee 12 Heute nur Lchlager Hör eioe Schauspielerin Dreiakter. Ein Schlager ersten Ranges. Ein Film, der dem Zuschauer, in einer hervorragenden Handlung, Uebcrraschungen aus Ueberraschungen bietet und von Anfang bis Ende in atemloser Spannung hält. Mitreißend läßt er der Fremden Leid und Freud tief mitcrleben. Realistisch, steht er im Banne des modernen Lebens. Wer den Film: „Nur eine SchauNpieierinu nicht gesehen hat, hat etwas versäumt. Gelegenheits - Kaufhaus Giessen Bahnhofstr. 14 Stoff-Reste95 -> Enorm billig! Schleuchwagen u. Rasensprenger D. Pattberg für Ganmlwareii. Anfang 81/« Uhr ' l,fc” *ÄleV»e, he. wo ,j km? atmee begrüß, k^^nahm. Kont. S» ,5 MM. 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