162. Jahrgang Zweiter Blatt Nr. 254 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. lassen. SlrciS Lauterbach. 25 Pfg. Hessen-Nassau. qojähnges Dienftjubilaum Paul Wagners ~ Lauterbach, 3. Oft. Infolge der hohen Fleisch- Preise h-aben die hiesigen Beamten und Lehrer einen r e g e \- mäßigen F- ischbezug eingerichtet. Da ein Verdienst hierbei nicht erstrebt wird, werden die Fische zum Einkaufspreise nebst den darauf ruhenden Frachtunkosten abgegeben. Das Pfund Schellfische stellt sich im Durchschnitt auf etwa einzuholen. Das weitere soll dann in der nächsten Sitzung t>cr* handelt werden. Die Tagesgebührcn der Steuerciuschätzungskom« Mission, die noch nach einer alten Formel ans 2,58 Marl tclt- gcsetzl waren, werden auf 4 Mark erhöbt. Die Anbringung von Ortstafeln für Bekanntmachungcii soll, da die Bekanntmachung durch die Ortsschelle infolge zu grober, Ausdehnung des Ortes für die Zukunft nicht mehr gut durchzuführen itt, probeweise ein« geführt werden. * Sollte auch das zu Beschwerden führen, so sollen die Bekanntmachungen in zwei Zeitungen veröffentlicht werden. Durch die erforderliche Aufstellung eines Transformatorhäuschens, wozu die Gemeinde das Gelände zu Willen hat, ist der Erwerb eines Grundstückes eriorderlich geworden. Der Gemeinderat beschließt den Ankauf und zwar werden mr den Ouadratmeter 3,25 Mark und für das Straßengeländc - Mark gegeben. Zum Schlüsse wird die Gemcindcsandgrube m der Heide vom 1. Oktober 1912 bis 30. September 1913 für den Preis von 600 Mark den Gebr. Seipp zu Lollar über- Das Wahlrecht der Gewerbevereine zur Handwerkskammer. Zu dieser Frage geht uns als Antwort auf die ver- scküedcnen den Standpunkt der Handwerkskammer vertretenden Auslassungen folgende MitteilnnL der Zentralstelle für die Gewerbe zu: . v Ueber ba« Wahlrecht der Gewerbevercme zur Hanbwerts rammet hat der Bezirksverband der Gewcrbcvereine Mainz-Bingen in einer Beschlußfassung die Befürchtung ausgewrochen, daN die Wahl zur .Handwerkskammer für die Gewerbevereine erschwert werden solle, indem beabsichtigt würde, das Wahlrecht der Gewerbevereine -zu streichen. Tie Handwerkskammer hat hierauf in der Presse diese viel zu weit gehende Befürchtung zu zerstreuen versucht mit dem Hinweis, es sei unverständlich, wie der Bezirks- Tie „Gießener Zamttiendlätter" werden dem „Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreiiklatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Die Maßnahmen gegen die H Steuerung. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt über die Entwicklung der Fleischversorgung des Deutschen Reiches im Verhältnis zum Anwachsen der ^leisch- lonsumenten vom Fahre 1816—1912: Setzt man die Verhältniszahl der 1816 vorhandenen, Fleisch- z. Frankfurt a. M., 3. Oft. Der- Verband mitteldeutscher Bienenzüchter hält Sonntag, den 20. Okt. nachm. hier seine diesjährige .Hauptversammlung mit einer sehr reichhaltigen Tagesordnung ab. Freitag, 4. Oktober 1912 Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UniversilätS - Buch- und Lteindructerei. 9t Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul* straße 7. Exvedinon und Verlag: öl. Redaktion: 112. Let-Adr.: AnzeigerGießen. Echemr Anzelger General-Anzeiger für Cberhefsen Uuvertr mit $irma billigst vruhl'iche Umversitäts Druckerei. R. Lange, Sieben Man schreibt uns aus D a r m st a d t, 3. Oft.: Ein hochbedeutsames Dienstjubiläum konnte in diesen Tagen die landw. Versuchsstation D a r m st a d t begeben, waren doch am 1. Oktober 1912 40 Jahre verflossen, feit der Vorsteher der Anstalt, Geh. Hofrat Professor Dr. phil. Dr. ing. h. c. Paul Wagner die Leitung des ^ri- stituts übernommen hatte. Auf ausdrücklichen Wunsch Geheimrat Wagners war von einer offiziellen größeren Feier abgesehen worden. Die Beamtenschaft der Versuchs« tation hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, ihr^t Chef an diesem Tage durch Ueberreichung eines geschmackvollen Blumenarrangements zu ehren und den Tag im internen Kreise festlich zu begehen. Sämtliche Angestellte der Versuchsstation versammelten sich nebst ihren Damen im großen Saal des „Rummelbräu", wo bei einem vortrefflichen Mahl, gewürzt durch Tischreden, sowie musikalische und deklamatorische Darbietungen, sich bald eine festliche Stimmung entwickelte. Geheimrat Wagner gedachte dabei in warmen, herzlichen Worten all der Mitarbeiter, die während der vier Jahrzehnte seines.Darmstädter Wirkens ihm treu zur Seite standen und ihn der einen Arbeiten unterstützten. Sein Dank galt all dresen Mitarbeitern und besonders denen, die jetzt noch an der Versuchsstation tätig sind. Landwirt Jakob Keller aus Ernsthofen i. O., den eine zwanzigjährige Versuchstatig- feit mit der Versuchsstation verbindet, hob die großen Verdienste Wagners um die deutsche und speziell die hessische Landwirtschaft hervor, ein weiteres erfolgreiches Wirken des Jubilars wünschend. Bureauvorsteher Kadel gedachte der hervorragenden Stellung der Versuchsstation Darmstadt, die aus den kleinsten Anfängen heraus sich zu einem angesehenen Forschungsinstitut emporgearbeitet habe, baK weit über die Grenzen unseres deutschen Vaterlandes hinaus bekannt und geachtet wäre. Die in Darmstadt ausgebildeten Methoden der Gesäß- und Felddün- gungsversuche seien vorbildlich geworden. 9llle Institute, oweit sie sich mit Forschungsarbeiten über die Ernährung der landw. Kultitrpflanzen befaßten, arbeiteten mit Einrichtungen, wie sie die Versuchsstation Darmstadt geschaffen habe und befolgten die von ihr gegebenen Vorschriften. Aber wenn unser Hessenlcmb sich rühmen dürfe, ein Forschungsinstitut zu besitzen, das auf eine so erfolgreiche Tätigkeit zurückolicken könne, so gebühre der Dank hierfür in erster Linie der zielbewußten Leitung Geheimrat Wagners. Der Jubilar dankte hierauf in herzlichen Worten, dabei der hessisclnm Landwirte gedenkend, deren tatkräftige Mitarbeit seine Arbeiten stets sehr gefördert hätten. Sein Hoch galt speziell dem langjährigen Versuchsansteller Keller- Ernsthofen. Ein kerniger, humorvoller Trinkspruch, den Landwirtschaftslehrer Kunkel auf die deutschen Frauen und insbesondere auf die bei dem Fest anwesenden Frauen und Jungfrauen ausbrachte, bildete den Schluß in der Reihe der Tafelreden. Zu erwähnen ist noch, daß, trotzdem der Ehrentag auf Wunsch des Geheimrats Wagner geheim gehalteii uni> die Feier nur im internsten Kreise begangen werden sollte, der Jubeltag dennoch in der Oeffentlichkeit sum Teil bekannt geworden ist, so daß im Laufe des Tages noch zahlreiche Gratulationen erfolgten. Unter diesen sind hervorzuheben die prachtvolle Blumenspende des Geheim- : rats Haas, Generalanwalts des Verbandes der deutschen landw. Genossenschaften, der den Jubilar in einem längeren, sehr ehrenden Schreiben beglückwünschte, ferner die prachtvolle Blumenfpende der Landwirtschaftskammer und das ehrende Glückwunschtelegramm des Verbandes der hessischen landw. Genossenschaften, dessen Ehrenmitglied Geheimrat Wagner ist. verband Mainz-Binaen zu der erwähnten Annahme kommen könne, i welche eine erheb!icye Beunruhigung in die Kreise der hessischen I Gewerbevereine getragen habe: keinensalls trage der Jahresbericht i der Handwerkskammer die Schuld an dieser Beunruhigung. Wenn . die Handwerkskammer den Abschnitt ihres Jahresberichts: „pas : Wahlrecht der Gewerbevereine, Handwerkervereiue und Fachvereme : zur Handwerkskammer" nochmals durchsehen möchte, so dürste ' öt.H, nmn U1C v-v ----- ------ . , . ein Grund für Beunruhigung zweifellos in folgenden Sätzen zu . mcitaf» Rinder Kälber, Sckaie, Schweine gleich 100, io ergib: erbütfen sein: „Die gesetzliche Organisation des Handwerks kennt sich in Jahre 1873 die 4ahl 393, 1907 die Zahl 843. .hieraus nur Innungen, Jnnuugsausschüsse, Jnnungsverbände. Zur wirt gelt hervor, daß die Menge des im Inland hervorgebrachten stattlichen Vertretung des Handwerks bezw. seiner einzelnen jjroeige Schlachtileisches erheblich schneller gewachsen ilt, als die Bevol kann nur eine beruiliche und örtliche Organisation Innung Blatz kerunaszisser nämlich 1 M 8,4 beim Fleisch, bei der Bevölkerung qr^stn. Fragen, die das Handwerk ocmeimam örtlich berühren, nur i vu og b(1 diese 1816 rund 25, 1912 rund 65 Millionen sollen durch die Jnnungsausschüsse behandeln werden. Zur Der betrug. Vergleicht mau die einzelnen Arten von Schlachtvieh, iretung der einzelnen Handwerkszweige nn großen und die Zn- so ergibt sich daß sich das Rindfleisch um das «eckissache ver I nunasverbände berufen. . . Tie Zubilligung des Wahlrechts mehrt hat das Schweinefleisch sogar um das Einundzwanzigiach" an solche Gewerbevereine, die nur zur Hälfte aus Handwerkern gestiegen ist Schaffleisch ist in dauerndem Rückgänge begrwen, bestehen, ist schon eine weitgehende ftp n sc 11 ton. Kalbfleisch nur in geringem Maße an der Steigerung beteiligt, ^gß in diesen Betrachtungen ein ablehnender -Standpunkt der Weitere statistische Untersuchungen ergaben, daß bei den vornehm- Handwerkskammer gegenüber der geietzlichen Berechtigung der lich in Betracht kommenden Schlachttieren rund eine B e r d o p p e freien Vereine zur Mitwirkung an der Crgannatton des Hand l u n g des du r ch schnittlicken S chl a cht g ewich t s, statt- merks erblickt und auch die Befürchtung mit Recht abgeleitet gesunden hat was «ff eine Verbesserung der Rassen zurückzifführen werden kann, das jetzt vorhandene beschränkte Wahlrecht gehe ist. Ter Fortschritt der deutschen Fleischerzeugung ilt weiter durch! ÄU weit, wird kein vorurteilsloser Beurteiler bestreiten. -Lic Be die Beschleunigung des Umsatzes der einzelnen Viehgattungen er schwichtigungsvetsuche in den Pressemitteilungen der Vandwerks- klärlich Diese sind bei Rindfleisch auf das Einzweidrittelfache, Kammer erwähnen diese Stelle in ihrem Bericht nicht: ffe werden hei den Schweinen um das Anderthalbiackre zu verani Durch Aufgabe einer auswärtigen Filiale sollen die Restbestände hiervon hier verkauft werden. Es ist daher Gelegenheit geboten, gute Qualitäten zu wirklich billigen Preisen zu erwerben. Einige Beispiele von der Preis Würdigkeit dieser Restbestände lasse hier Vermietungen 5401J 5 3immer IVobnunn, Parterre, ah vermieten. Bleichstr. 33, Näh. L stock. | 4 Zimmer lgoi) Mlenie, schöne Pnrtcrrc-WoHnuiiq 4 3im. nebst Mansarden- , fir ivic Gartenanteil u. Bleiche ver sofort oder ver 1. Mannar au nenn. Kaiser'Allee b I. Solid.Herr sucht ab 15. ©ft. 1912 ein biibidi möbl. 3tm. m. voll.Penii.ruH.Hau'.u.ruh. 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Ctiobcr 1912 veröffentlichte Bekanntmachung des GrobherzoglichenFeldbereiuigungskonimissärs in Friedberg vom 23. September 1912 hin._______________________(B4/r ES follen vergeben werden: Montag, 14. Oktober d. FS., vorm. 11 Uhr: 1. Speiialeiarbeiten: 'Jieubmt einer Cbcrrenlfdnile, 2. Schlosserarbeiten: Neubau einer Turnhallc für dad _ . M Nealgiminafium. Zetchnnngen, Arbeitsbefchreibung und Bedingungen uegen auf dem städtischen Hochbauamt zur Einsicht offen. Angebote auf Bordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zürn genannten Termin dorthin einzureicheu.__(B4/n Bei Niederschlägen treten vielfach die Wässer ans Winkeln und Negenrohrsinktasten nn den Strastenfronten mn den Bürgersteig, wodurm die Fnststeige verunreinigt werden. Um dies zu vermeiden, ist für eine eingehende Neinignng der Hofwäsfereinläufc und Negenrobr- uukkaften zu sorgen.________________ ßtcrbiuall und Heuboden. 3u mieten gesucht: 29 Wohnungen von 2—7 Zimmern tftädt. jtfrbeitsnachuleis giessen. Astcrwcg 9. 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