Nr. 258 D,r A«eh«n«r Anzeiger erschein» täglich, ander Sonntags. - Beilagen: viermal roöcbentlicb riehenerZamiliendlätter, iiofimnl wöchenli.Nreis- blattsiirden Kreis Sietzen (Dienstag nnd cTciinq); zwennal monntl Land wirtschaftliche Zeitfraaen Fernsprech - Anschln,se: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: «u-etger «letzen. Snnahnie von Anzeigen für d»e Tageönnnnner bis vormittags 9 Uhr. Erster Blatt 162. Jahrgang Zreitag, tz November (912 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsörud und Verlag der Vrühl'jchen Univ. Buch- und Stcinönidcret R. Lange. Rcöaftton, Lrpedition und Druckerei: 5chulftrahe 7. vüdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße Iba. Bezugs» re tS: monatlich?»^., viertel- jährlich lUr. 2.20 , durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Bf.; durch die Post P>k. 2.—viertel» jährl. ausschl. Besleug. Zeilenprels: lokal 15Ps^ auswärts 20 Pienniq. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goel;. iür .Fenrlle- ton", .Bernnschtes' und ^Gerichtssaal": K. Nell» ralh; iür »Stadl u>ld Land": E.Hcg; iür den Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten. San Giulianos Besuch in Berlin. Am Montag trifft der italienische Minister des Aeuße- ren Marquis di San Giuliano in Berlin ein, um den Besuch zu erwidern, den der Staatssekretär i> Kiderlen Wächter im Januar b. I. den italienischen Staatsmännern abgestattet hat. Tas ist der äussere Anlaß, aber cs bedarf nur eines Hinweises auf die eingehenden Unterredungen, die in Pisa und Florenz zwischen dem Marquis di San Giuliano und dem Grafen Berchtold stattgefunden habeit, und auf die Tatsache, daß in der zweiten Hälfte des November der Gegenbesuch des italienischen Ministers des Acusteren in Wien erfolgen soll, um fest- zustclleu, daß es sich hier nicht um Visiten, sondern um schwerwiegende Konferenzen zwischen den Dreibundministern handelt. Nicht um die Frage der Erneuerung oder — wie man in gewissen dreibundfcindlichen Abreisen frohlockend meint — um die d^ichterneuerung des Dreibundes. Diese Frage steht noch nicht auf der Tagesordnung, denn die Dreibund vertrage laufen bis zum 8. Januar 1914 und könnten erst am 8. Juni 1913 gekündigt werden. Auf einem anderen Blatte steht es, ob nicht bei diesen Konferenzen von dem Modus der Erneueimng die Rede ist. Es ist bekannt, daß von italienischer Seite eine Ergänzung des Vertrages nach der maritimen Seite hin, nämlich inbezug auf das Zusammen wirken der italienischen und der österreichisch-ungarischen Flotte im Mittelmeer gefordert wird. Es wäre dringend lvünfchens- wert, daß auch von deutscher Seite eine Modifikation der Abmachungen nach der Richtung hin durchgefetzt würde, daß den Italienern die von ihnen beliebten Extratouren mehr als bisher eingeschränll würden. Als im Jahre 1902 die Verlängerung des Dreibundes in Frage stand und von italienischer Seite eine starke Agitation dagegen betrieben wurde, sprach der damalige Reichskanzler F ü r st B ü l o w am 8. Januar 1902 die an die Adresse Italiens gerichteten warnenden Worte, daß „für uns der Dreibund nicht mehr eine absolute Notwendigkeit ist". In Italien verstand man diesen Wink mit dem Zannpfahl, und der damalige Minister des Aeuße-- rcn Prinetti, her kein Freund Deutschlands oder gar der Habsburgischen Monarchie war, sprach am' 23. Mai 1902 die Worte, die heute noch volle Geltung haben und die der Marquis di San Giuliano sicherlich vorbehaltslos unterschreiben wird: „Wenn jemals ein Staatsmann Italiens die Verantwortung für eine Nichterneueruirg des Dreibundes übernehmen würde, so müßte seine erste Sorge darin bestehen, wenn er nicht seinen König und sein Vaterland verraten tvill, die nationale Sicherheit um den Preis der größten Opfer gegen alle Wechselfälle zu schützen." Der jetzige italienische Minister des Aeußeren wird diese Verantwortung schwerlich übernehmen wollen. Aber es kommt nicht so sehr darauf an, die Erneuerung des Dreibundes, an der kein Zweifel bestehen kann, sicher zu stellen, als vielmehr diesen Bund aktiv ns fähig zu erhalte n u n d z u g c st a l t e n, und zwar in dem Sinne aktions- sähig, daß die Vorteile, wie die etwaigen Nachteile in gerechter Weife verteilt werden, was bisher nicht immer der Fall gewesen ist. Wenn je, so kann der Dreibund jetzt, gegenüber der Balkankrisis, den Beweis liefern, daß er einen ausschlaggebenden Faktor der europäischen Politik darstellt, kann er und sollte er nicht nur den Willen, sondern auch die Macht haben, die befürdjtete Ausdelsnung des Balkanbrandes zu einem Weltbrand zu verhindern. In einer halbamtlichen Auslassung ist betont worden, daß „die wiederholten Begegnungen zwischen Staatsmännern des Dreibundes keiner Sondcrpolitik in der ernsten Frage gelten, mit der zurzeit die europäische Diplomatie befaßt ist, sondern daß ie sich in den Dienst derjenigen gemeinsamen Bestrebungen stellen, die von den Großmächten zur Einschränkung deS Kriegsbrandes auf dem Balkan fortgesetzt verfolgt werden". In der Tat kann der Dreibund hier, seitdem das Ende des TripoliskriegeS seine Aktivität verstärkt hat, ein weit stärkeres Gewicht in die Wagschale werfen als die Tri- pelentente, innerhalb deren gerade den Balkanfragen gegenüber ganz erhebliche Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Nun ist es nicht zu leugnen, daß die bisherigen Erfolge des Balkanvierbundes die Aufgabe der diplomatischen Feuerwehr erheblich erschwert haben, aber einmal muß der AuSgang der erneuten, vielleicht letzten Kraft anstrengung der Türkei abgewartet werden, und zweitens könnte der einmütige Wille der Großmächte das Uebcr- greifen des Balkanbrandes auf das übrige Europa auch dann noch verhindern, wenn die Forniel von der Erhaltung des Status quo, wie das bereits von einzelnen Seiten erkannt zu werden scheint, sich nickst mehr aufrecht erhalten lassen sollte. Gerade für den Dreibund aber stehen bei diesem Kampf der Türkei um ihre Existenz auf euro päischem Boden ernste Dinge auf dem Spiel, denn es darf nicht vergessen werden, daß es sich hierbei um einen Faktor handelt, den man seit länger als einem Jahrzehnt gewohnt war, in der Bilanz des Dreibundes wenigstens als Außenposten mit aufzuführen. Sache der Staatsmänner des Dreibundes wird es also sein — und diesem Zweck dürften auch die Konferenzen in Berlin und in Wien dienen — darauf zu achten, daß die im südöstlichen Wetterwinkel vor sich gehenden Verschiebungen nicht das europäische Gleichgewicht zu Ungunsten des Dreibundes belasten. Der letzte widerstand der Türken. ■ Auch die heutigen Meldungen lassen noch nicht das Endergebnis der Schlacht am Eraenaftuß erkennen. Wie es scheint, sind die Türken von der bulgarischen Hauptmacht, die auf der Linie Burgas-Corlu stand, weiter zurück- gedrängt worden. Aus dem bulgarischen Lager kommen heute darüber wieder bestimmter lautende Meldungen, während die Türken kleinlaut geworden sind und man in Konstantinopel ängstlich auf Europa zu blicken scheint. Der Sultan hat zwar dem Oberkommandicrenden Nazim ein Glückwunschtelegramm geschickt, aber es sind nicht die entsprechenden weiteren Siegesberichte eingelauseu. Ter Ausfall aus Adrianopel hat den Türken angeblich einige Vorteile gebracht, aber im ganzen scheint es um ihre Lage schlecht zu stehen. Wir erhielten folgende Meldungen: Rückzug der Türken. Sofia, 31. Okt. (1.20 Uhr nachmittags.) Die Schlacht auf der Linie Lu e l e-Bu r g e s - S e r a i war sehr erbittert. Die Türken unter dem Befebl Na - zim Paschas wurden völlig in die Flncyt geschlagen. Sie zogen sich eiligst gegen Tschorlu zurück und ließen eine große Zahl von Toten und SSertounbeteir auf dem Schlachtfelde. Die Agence Bulgare meldet: In Luele Burgas haben die Bulgaren zwei weitere Eiseubahnzüge, die mit Lebens Mitteln und Munition beladen waren, abgefangen. Tie „Neue Freie Presse" meldet ans Sofia: Infolge der Einnahme von Luele-Burgas durch die Bulgaren ist auch der östliche türkische Flügel i m R ü ckzug gege n Serai und Stanza begriffen. Die westlich von Jeni- koej gewesenen türkischen Reserven, neun Divisionen, sind gegen das Zentrum der Schlachtfront verschoben worden, um einem weiteren Vordringen der Bulgaren Einhalt zu tun. Tie S ch l a ch t f r o n t, die aeftern bei Luele-Burgas Wisa war, ist heute bei Tschorlu, Sorai-Stranza. Tas „Berliner Tageblatt" meldet aus C o n st a u z a: Tie vom Schlachtfeld eintreffenden Nachrichten lassen die Lage der türkischen Armee andauernd bedenklich erscheinen. Wegen der zu befürchtenden Frem- )cn-Massakres sind zwei englische und zwei französische Kriegsschiffe nach Konstantinopel beordert worden. „Tanin" meint, die türkische Diplomatie habe heute die Pflicht, auf die Vermittelungstendenz Europas einzugehen. „Hilali Osmenli" teilt mit, die osmanische Flotte blockiere Burgas. Tie bulgarischen Befestigungen hätten das Feuer auf die türkischen Schisse eröffnet. Die „Neue Freie Presse" meldet aus Konstantinopel vom 31. Okt.: Tie Kämpfe dauern seit gestern nachmittag an. Die E n t s ch e i d u n g ist nahe bevorstehend. Sie ist auf dem ö st l i ch e n Flügel bemerkbar, wo die Türken wie die Bulgaren ihre Hauptstreitkräfte einsetzen. Die 2 ch l a ch t f r o n t i st 7 0 Kilometer lang. Der westliche Flügel befindet sich ungefähr bei Luelch-Burgas, der östliche Flügel beider Armeen dehnt sich vom Jstrandza- Gebirge bis in die Nähe der Küste des Schwarzen Meeres aus. Die Türken sind in der Infanterie bedeutend stärker, die Artillerie ist bei beiden Gegnern gleich. Türkische Meldungen. Konstantinopel, 31. Okt. Türkische Blätter bezeichnen die Lage bei Adrianopel als befriedigend. Die Haltung der Truppen sei ausge,zeichnet. „Jeni Gazetta" schreibt: Die türkischen Truppen marschieren in feier Richtung, auf M u st a f a fP a s ch a. Die Bulgaren, die große Verluste erlitten haben, ziehen sich immer mehr zurück. Privatdepeschen aus Adrianopel an türkische Blätter über die offiziell gemeldeten Ausfälle besagen, daß ein Korps in nordwestlicher Richtung gegen Kadikoj, ein anderes gegen Marasch gerückt sei. Letzteres habe Earman genommen. Eine feindliche Abteilung blieb bei Kadikoj von türkischen Streitkräften eingeschlossen. Das andere türkische Korps vertrieb die Bulgaren bei Ekmekewloj. Die Türken erbeuteten 10 bulgarische Kanonen. Tie Forts in Adrianopel eröffneten ein Geschütz feuer gegen die vor der Stadt von den Bulgaren angelegten Werke. Artillerie beschoß zwei bulgarische Flugschiffe; eines sah mau salleu. Ein bulgarisches Kavallerieregiment erlitt große Verluste in dem Kamps bei Luele-Burgas. Tie Türken sollen dort 6 bulgarische Kanonen genommen haben. Konstantinopel, 30. Okt. (Agence Havas.) Nazim-Pascha telegraphiert aus Adrianopel: Die türkischen Truppen vertrieben die Bulgaren aus USkudar und L e f k e und nahmen ihre Verfolgung auf. TaS wäre westlich von Adrianopel, dicht an der bulgarischen Grenze bei Mustapha Pasa. (Ein Tiroler Zreiheitsänger. (Zum 100. Geburtstage von H. von Gil m.) Am 1. November sind hundert Jahre verstossen, seit zu Innsbruck Hermann v. Gilm, Tirols größter Lyriker geboren wurde. Sein Wollen und Wirken gehörte dem „alpengrünen" Vaterlande: für Tirol und dessen Geistesfrühling schlug sein großes, heißes Herz, und wenn er auch kein politisckter Held gewesen ist, trotzdem er in den sturmbeweglen Märztagen von 1848 die Muskete trug, so hat er doch mit seinen die Gemüter aus- rüttelnden Liedern mehr für die geistige Befreiung seiner Heimat getan, als viele andere. Seine ungestümen anklagenden und an- seuernden Gedick te sind mit wenigen Ausnahmen zu seinen Lebzeiten nicht gedruckt worden, aber sie gingen in der unl-eimlich stillen Zeit des Vormärz von Hand zu Hand, wurden aus das eifrigste gesammelt und aus das heimlichste bernährt. Ein Freund und Mitkämpfer des Dichters Anton v. Schullmr hat uns nach eigenem Erleben geschildert, tvie Gilms Gesänge in den Reaktionsjahren vor 1848 wirkten: „Auf einmal, wie in schwüler Sommernacht aus dunklem Busche hallten laut und keck ircie, entzückende Töne dura, mc Berge. Das klagte so rührend über die schöne Heimat, deren Blüten umsonst zum Lichte ringen, deren Lieder verstummt, deren Söhne vertrieben sind, das rief so mutig, das blitzte so freudig, Lied auf Lied, iedes ein funkelndes Schwert. Entzückt'lauschte das hinge Tirol diesen ungewohnten Klängen, diesen Liedern, in denen seine eigene Seele lag . . . Nur wo die Macht ist, singt die Nackuigall. — Hermann von Gilm war diese Nachtigall, die laut und hell schlug durch die schwüle, dunkle Nacht, in der niemand sonst auch nur zu reden sich getraute." Rasch wurde Gilm zum Mittelpunkt jenes „jungtiroler" Dicküerkeeises, der einen lFrühling der Geister heraufführen wollte. Die heis e Liebe zur Heimat war der Mutterboden, aus dem die Lyrik Gilms und seiner Mitiängcr erblühte. Wohl schlagen manchmal pathetisck tendenziöse Klänge in der Art Freiligraths und Anastasius Grüns an unser Ohr, aber auch die Kampflieder sind beseelt und durchwärmt von jenem „Tiroler Erdgeruch", der erkennen läßt, wie Gilm mit den feinsten Fasern seines Seins in der heimischen Erde wurzelte. So gehörte zu den wenigen Poeten, deren politische Tickstung zugleich reine Lyrik ich daß er ein echter Lyriker war, das tut sich noch heute aus seinen Liebesgedichten kund, bereit Helle, zarte Ansckxmlichkeit und schöpferische Bildkraft wundersam frisch auf uns einwirkt. Am bekanntesten, überall hingetragen von den Klängen der Musik nmrde das Glicht „Allerseelen" ans dem Blütenkranz der „Sophienlieder": „Stell auf den Tisck die duftenden Reseden . . Tie weiche elegisck>e Melancholie dieses Liedes ist für den Grundton dieser Tichtersecle, die auch so Helle, lebensmutige, tapfere Klänge finden konnte, bezeichnend. Er hat schwer unter der Reaktion, gegen die er mannhaft kämpfte, gelitten; zeitlebens stand zwisck)en ihm und seinem Vater, einem strengkonservativen Beamten alten Stiles, eine unausfüllbare Kluft. In seinem äußeren Fortkommen ist er durch seine freiheitliche Gesinnung lange zurückgehalten worden. Ter ausfallend schöne Mann „mit dem duntelwallenden .Haar, dem schmalen, ausdrucksvoll geprägten Gesicht und den feurigen scharfen Augen" hat auch in der Liebe viele Enttäuschungen erlitten, die in seinen schönsten Liedern fortleben, und als er schließlich doch in den Hafen der Ehe und einer sicheren Lebensstellung ilntief, da war schon die .Blüte seines Lebens, das er, der Sänger der Rose, selbst „roscndomig" nennt, dahingewelkt. Tie Lungenirankheit, die dem Vierjährigen die Mutter entrissen und damit den ersten tiefen Schmerz in die junge Brust gelegt hatte, raffte auch ihn dahin. Nach mehrjährigem Siechtum ist er am 5. Mai 1864 gestorben. Frankfurter Museumsgcfcllfchaft und Presse. Frankfurt a. M., 1. Nov. In der gestern abgehaltenen geschäftlichen Sitzung des Frankfurter Journalisten- und Schrift- stellenvercins referierte Redakteur Max Fleischer über den Streit der Museumsgesellschaft mit der Frankfurter Zeitung. Nach eingehender De batte nahm die Versammlung einstimmig folgende Entschließung an. „Ter Vorstand der Frankfurter Museumsgesellschaft hat den Versuch unternommen, einem Journalisten die pflichtmäßige Ausübung seines Berufs unmöglich zu machen, indem er zunächst einen Druck am den Verlag seiner Zeitung und beffen Aufticküs- rat sowie den Redaktionsverband ausübte, und als dieser erfolglos blieb, in einem offenen Briefe diesen Journalisten und weiterhin der Gesamtredaktion ohne Beweis unsachliche Beweggründe bei der kritischen Besprechung der Konzerte unterstellte. Ter Frankfurter Journalisten- und Schrift- st el l er v e r ei n als öffentliche Berufsvertretung der deutschen Presse sieht hierin einen schweren Angriff auf die Unabhängigkeit der Kritik und der Presse überhaupt. Im Interesse der Oeffentlichkeit, die eine unbeeinflußte Kritik erwartet, muß dieser Angriff entschieden abgewehrt werden. Der Verein erblickt den w i r 5s a m st e n P r o t e ft gegen das Vorgehen der Museumsgesellschaft in dem allgemeinen Verzicht auf kritische Besprechungen ihrer Veranstaltungen." * — Von Jenny Lind, der schwedischen Nachtigall, die vor einem Vierteljahrhundert, am 2. November 1887, starb, erzählt der deutsch-österreichische Tichter Rollet in seinen Erinnerungen wie er mit der Sängerin und dem Äriirchendichter .Andersen gemeinsam in Weimar die Fürstengruft besuchte. „Es freute mich", so erzählte er, „zu sehen, mit welcher Teilnahme und in welch gehobener Stimmung sic die Gruft betrat. Ueberhaupt war sie ganz ergriffen von tiefer Wehmut und lauschte bewegt den Worten des sie begleitenden Waim.-ccr Kanzlers, der die interessantesten Einzelhriten aus den letzten Lebenstagen Goethes und Schillers mitteilte. „Ja, das muß man alles wissen!" sagte Jenny Lrnd, und ihre feuchtgewordenen Augen glänzten seelenvoll in Tränen der innigsten Rührung. Andersen, der mit traumverlorener Miene auf die Särge schaute, war stumm geworden wie eine Blume. — Wir sind noch in der Gruft. Alle sind in Schweigen versunken, und der Geist der Weihe zieht unsichtbar mit leisen Schwingen durch den von flackerndem Fackelbrande geisterhaft erhellten Raum. Tie Blätter aus den Lorbeerkränzen der Tichtersärge, die Kanzler Müller der Lind überreicht, will sie aus zarter Scheu nicht berühren, läßt sich einige in ihr Tuch legen und drückt sie wie ein heiliges Kleinod freudig und n< Ehrfurcht ans Herz. Ihre Augen werden immer nasser, und tief seufzend heftet sie im Fortgehen aus dem Raume, von dem man sich beinahe gar nicht trennen konnte, noch einen letzten Blick auf die beiden Särge. „Weimar ist reich.'" flüsterte sie neben mir, indem sie ihr mildlebendiges, seeblaues Auge lange auf mir ruhen läßt, und mit dumpfem Schlag fällt, als wir langsam wieder über die Stufen der Totenhalle herabschreiten, die eiserne Gittertür hinter uns ins Schloß." — T i e Ursache der Beriberi-Krankheit. Unsere Kenntnis der rätselhaften, unter dem Namen Beriberi bekannten Nervenkrankheit ist durch die bemerkenswerte Entdeckung, die man im fernen Osten machte, gefördert worden, daß der häufigste Grund für ihr Lluftreten in einer Ernährung mit geschä l- t e m Reis besteht. Man fand, daß die Schulen imstande sind, die durch das Essen des geschälten Korns verursachte Krankheit zu heilen Nack Mitteilungen von E. Hope in der Internationalen Monatsschrift hat nun Funk bei genauer Prüfung der Reisschalen kürzlich eine ganz geringfügige Menge eines neuen Körpers gefunden, von dem etwa 1 10 Gramm in einem Kilogramm enthalten sind. Tie 2ubstanz ist noch nicht rein dargestellt worden, aber ihre Erforschung beansprucht das größte Interesse, denn man hat icftgeftellt, daß ganz kleine Mengen eine unmittelbare Heilwirkung auf Vögel ausüben, die durch Fütterung mit geschältem Reis von der Nervenkrankheit befallen sind. Die Untersuchung des Gehirns von auf diese Weise erkrankten Vögeln ergab einen deutlichen Verlust an 2tickstoff und Phosphor. Funk kam also zu dem Schluß, daß die Wirkung der Ernährung mit geschältem Reis die Fettsubstanzen des Gehirns zum Zerfall bringt. Tie Entdeckung einer solchen Substanz läßt die Frage auftreten, ob nickt ähnliche Substanzen in den Gelreidearten vorhanden fein könnten, die in europäischen Ländern allgemein gebraucht werden Konstantinopel, 30. Okt. (10 Uhr abends.) Tas in Wisa kämpfende Armeekorps erhielt große Nachschübe. Auster der in Midia gelandeten Redif- division von Trapezunt wnrden dort die asiatischen^Redis divisionen von Malatia und Bciburt ausgeschifft. Sie gelangten über das Gebirge nach Wisa, wo gegcntoär tig sehr starke Streitkräfte vereinigt sind Weitere asiatische Truppen werden hier heute abend wahrscheinlich mit derselben Bestimmung eingeschiffl. Tie Ankunft des deutschen Ltationsschiffes „Loreley", mit welchem der Exsultan Abdul Hamid nach Konstantinopel gebracht werden soll, soll am Quei Tschera gan erfolgen, von wo Abdul Hamid direkt sich in das kleine, an der Küste gelegene Pailais begeben kann Wie verlautet, wird er später nach Angera gebracht. Eia Telegramm des Sultans. Der Sultan richtete an den Generalissimus Nazim Pascha folgendes Telegramm: Ihre beiden Depeschen mit guten Nachrichten von dem Erfolge unserer treuen Armee haben Unsere lebhastc Genugtuung hervorqeru en. Wir beglückwünschen Sie die anderen Kommandanten und Offiziere sowie die Truppen herzlichst, -tae Telegramm schließt mit dem Wunsche für ein werteres glückliches Gelingen. Tas Kabinett Kiamil. Konstantinopel, 31. Oft. Tas Kabinett bildete (td) wie folgt: N o r a d u n g h i an Aeußeres, Nazim- Pascha Krreg, Abdurrahman Finanzen, Resch id Handel, der Mali von Smyrna, der zu den Gründern der Entente Liberale gehört, wurde zum Minister des Innern ernannt. Ter derzeitige Minister der öffentlichen Arbeiten General Salih wird Marineminister. Der ehemalige Untersekretär im Groywesirat Z i a - B e y .erhält das Ressort der öffentlichen Arbeiten, der Staatsrat Dani a d a r i f h i km e t Pascha wird Iustizminister, der Präsident des Staatsrats, Staatsrat Tama d scherif P ascha erhält das Unterrichtsministerium, der ehemalige Ztnanzminister Zia Pascha wird Evtafminister, der ehemalige Staatsrat M u s u r u s - B e y übernimmt das Ministerium Post und Telegraphie. In dem neuen Kabinett befinden sich ein Grieche und ein Ärnrenier. (Eine Niederlage der Montenegriner. Wien, 31. Oft. Die „Reichspost" meldet: Tie Montenegriner erlitten bei Berdica, Beltoja und T r u s ch i in der B o j a n a - E b e n e eine Niederlage. Ter Angriff machte das südliche Vorfelds Skutaris frei. Die Venetiancrbrücke wurde auf Befehl des Stadtkommandanten in die Luft gesprengt. Die Miriditen lehnten es ab, sich den Montenegrinern anzuschließen. Bom Kriegsschauplatz der Griechen. Athen, 31. Oft. Die griechischen Truppen erbeuteten in Kotschana ein Hospital mit 400 Betten. Die Stadt Metzowo im Epirus wurde von den Türken in Brand gesteckt und ist durch die Feuersbrunst vernichtet worden. Atben, 31. Oft. Amtlich wird bekannt gegeben, die griechischen Truppen besetzten gestern Grevena ohne Widerstand. Der griechische Minister des Aeußern Koromilass erklärte, es gebe keine türkische Feldarmee mehr in Mazedonien. Die Mächte seien viel zu praktisch und realpolitisch, nm zu ignorieren, daß in der europäischen Türkei eine gewaltige Umwälzung geschehen sei. Sie wüß- .ni auch, das; der vom türkischen Joch befreite Balkan für die europäische Industrie und das europäische Kapital ein zehnmal besserer Markt sein werde als früher. Befehung türkischer Inseln. Vizeadmiral C u n d u r i o 11 i s, Kommandant des Geschwaders im Aegäischen Meer, depeschierte dem Marineministerium: T h a s o s und I m b r o s wurden besetzt und auf beiden Inseln die griechische Flagge gehißt. Heute früh ist der Kreuzer „Canaris" mit einigen Torpedobooten zur Besetzung der kleinen Insel Strato abgeschickt worden. Zur Frage der Vermittlung will ein Mitarbeiter des „Echo de Paris" von einem Diplomaten, der dem Empfange bei dem Ministerpräsidenten Poincarö beigewohnt hatte, erfahren haben, daß Rußland durch Vermittelung Poincares mit Oesterreich-Ungarn verhandle Derselbe Diplomat habe ferner erklärt, daß der Pariser serbische Gesandte Vesnic die Meldungen über direkte Verhandlungen zwischen dem Grafen Berchtold und dem serbischen Gesandten in Wien nicht dementiert habe. Man beschäftige sich gegenwärtig damit, auf dem Papier eine eventuelle Aufteilung des Balkans vorz u nehmen. Man gehe mit großen Schritten einer Konferenz entgegen und sehe bereits voraus, daß diese in Paris stattfinden werde, von wo die Anregung zu einer Vermittlung ausgegangen sei. (Sitte Aussprache im englischen Nnterhause London, 31. Okt. Im Unterhaus antwortete auf eine Frage an den Staatssekretär des Aeußern, ob er mitteilen könne, wie die Aussichten für eine baldige Beendigung des Balkanlrieges und das Zustandebringen eines dauernden Friedens zwischen den Kriegführenden seien, Sir Ed- wurd Grey: Ich fürchte, ich kann nichts sagen, außer, daß ich nichts über die internationale Lage gehört habe, was den Friedensaussichten hinderlich sein könnte, sobald die militärische Lage den Friedensschluß möglich macht. (Beifall.) Der Liberale King richtete folgende Anfrage an die Regierung: erstens ob die Großmäclüe vor Ausbruch des Krieges auf dem Balkan überein'kamen, den Stakusauo aufrecht zu erhalten: zweitens ob ein solcher Beschluß den Balkanstaaten mitgeteilt worden sei: drittens ob infolge der Erfolge der Verbündeten weitere Mitteilungen über diesen Gegenstand znisclien d?.i Großmächten ausgetauscht seien, und ob die Politik Großbritanniens und der Großmächte sei, die territoriale Herrschaft der Türkei über Mazedonien aufrechtzuerhalten, nas auch das Ergebnis des gegenwärtigen Krieges sein möge. Grey e r w i d c r t c: Die Antwort auf die ersten beiden Fragen ist bejahend, das steht uulu im Widerspruch zu den Erklärungen, dis die Balkan staatcn selbst nm Vorabend des Krieges abgaben. Was die dritte Frage anbetrifft, so wurden Mitteilungen zwischen allen inter cssiertcn Großmächten ausgetausät über die Veränderung der Lage, die aus dem Verlauf des Krieges sich ergibt. Im Einblick darauf wäre es im gegenwärtigen Zcilpuntt imt-t ratsam, irgend eine ErNäritig über die Politik der bririschen Regierung und der anderen "Mächte zu machen, dir, wie ich mit Vergnügen sagen kann, den ooit Anfang angenommenen Kurs, sich untereinander SU verständigen, beibehalten haben. Das Haus kann verfiel rl feilt, das; ich Erklärungen abgeben roerbe, sobald es mir möglich ist. Aber ich hoffe, das Haus wird die Schwierigkeit würdigen, gesonderte Erklärungen über unsere eigenen Ansichten ab;ugeben, in einem Augenblick, wo unser erstes Ziel ist, uns in Verbinduni mit den anderen Mächten zu halten und Einigung unter ihnen zu fördern. Eine französische Erfindung. Der „Temps" berichtet aus Wien von einer an geb lich gescheiterten deutschen Aktion. Deutschland soll darnach eine vorläufige Verständigung zwischen Deutschland, Frankreich und England unter Ausschluß des im Orient direkt interessierten Oesterreich und Rußland vorgeschlagen haben. Frankreich und England hätten aber gleich dem Wiener Kabinett daran festgehalten, daß nur in allgemeinen Verhandlungen vorzugehen sei. Daran ist gewiß kein wahres Wort. Es ist oft genug amtlich in Berlin und Wien verkündet worden, daß Oester reich und Deutschland in der Behandlung der Balkan fragen einig seien, was ja in Frankreich einiges Mißvergnügen erweckt haben mag. Oesterreich und Serbien. Ter Berliner „Lokalanz." will aus Belgrad wissen: Der Generalsekretär des Auswärtigen Amts Jowano- witsch wird zum Wiener Gesandten ernannt. Er soll aus beiderseitigen Wunsch eine direkte ^Verständigung Serbiens und Oesterreich-Ungarns über die Sandschakfrage versuchen. Das Problem wird wahrscheinlich auf handelspolitischen: Gebiet Lösung finden, namentlich durch Neutralisierung eines Handelsweges durch den Balkan. Deutsches Ueich. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten am Donnerstag in Berlin den Antrittsvorlesungen der amerikanischen Professoren Minet und Sloane in der neuen Mlnla der Universität bei. Sleane von der Eolurnbia-Universität sprach über das Parteisystem in Amerika, Professor Minet von der Harvard-Universität über- die Entwicklung der amerikanischen wissenschaftlichen Einrichtungen. Nach Beendigung der Vorlesungen brachte Rektor Gras Baudissin ein Hoch auf das Kaiser paar aus. Dcr Kaiser unterhielt sich noch längere Zeit mit den Gelehrten und dem amerikanischen Botsck)aster. Dcr Kaiser besuchte vormittags den Reichskanzler. Der B undesrat überwies die Vorlage betreffend die Aussührungsbestimmungen nach 8 395 des Versicherungsgesetzes für Angestellte und die Vorlage, betreffend Einteilung des Gesamtumlaufes an Neichs- kasscuscheinen den zuständigen Ausschüssen, vollzog die Wahl von ständigen Mitgliedern des Rcichsversicherungsamtes, stimmte den Aenderungcn der Aussührungsbestimmungen zum Wechselstcmpcl gesetzc zu und nahm die Vorlage, bctrefsend die weitere Amtsdauer der Vertreter von Arbeitgebern und Versicherten in den Krankenkassen-Organisationen, den Antrag, betreffend die Aende- rung des § 18, 1 c der Ausführungsbestimmimgen zum Fleisch beschaugcsctz vom 3. Juni 1900, und die Vorlage, betreffend den Entwurf der Bestimmungen über die Konkursstatistik, an. Stiftungen des Prinzregenten von Bayern. Aus Anlaß seines Namenstages machte der P r i n z r e g c n t von Bayern aus dcr Luitpold-Jubiläumsspende für Jugend- sürsorge Zuwendungen an Vereine und Wohlsahrtsanstalteu ohne Unterschied der Konfession von 237 100 Mk. Weiter errichtete er mit einem Kapital von 25 000 Mk. eine Stiftung, die zum Andenken der verstorbenen Enkelin „Prinzessin-Rupprecht-^tistung" heißen soll. Die Erträgnisse der Stiftung sollen dem Verein für Säuglingssürsorge in München zusließcn, der unter dem Protektorat der Verstorbenen stand. Die Verwaltung soll der Verein führen. Ausland. Die Sitzung der deutsch-englischen Verständigungskonferenz wurde in London am Donnerstag vom Grafen Leyden eröffnet. Dann hielt Abg. Prof. Eickhoff einen Vortrag über die Unverletzlichkeit des Privateigentums zur See in Kriegszeiten. Er betonte den großen Fortschritt im internationalen Seerecht, der durch die Bestimmungen der Haager Konferenz im Jahre 1907 und durch die Londoner Deklamation von 1909 geschaffen worden fei, und sprach den Wunsch aus, daß sich die ösfentliche Meinung aller Länder für die Ratifizierung einsetzen sollte. Ties sei der erste unerläßliche Schritt zur endgültigen Abschaffung des Scebeuterechts. Er drückte die Ueberzeugung aus, daß dieses Ideal verwirklicht werden würde. Frank Lascelles verlas einen zustimmenden Brief von Sir Macdonell. Lord Ave b u r y wies auf die Verluste hin, die England selbst und namentlich die englischen Versicherungsgesellschaften in der Vergangenheit durch Ausübung des Seebeutercchts erlitten, und brachte eine Entschließung ein für das Prinzip der Unverletzlichkeit des Privateigentums. Maddison befürwortete ein Kompromiß zwischen England und Deutschland in Fragen des Seebeutercchts und der schwimmenden Seemincn. Die Konferenz nahm die Entschließung Aveburys an. Angriffe des Pöbels auf Graf Tisza. Aus Ofenpest wird gemeldet: Als dcr Präsident des Abgeordnetenhauses Graf Tisza nach Sitzungsschluß im National garten frühstückte, demonstrierte eine große Menschenmenge gegen ihn. Auf dem Nachhausewege wurde er eine Stunde nachher in einem Nebengarten mit Steinen beworfen und mußte sich in einen Hausflur begeben, während die ihm folgenden Detektive telephonisch von der Polizei Hilfe erbaten. Graf Tisza äußerte, er sürchte für sich nichts, sondern nur, daß seiner Frau auf dem gleichen Weg Unannehmlichkeiten zustoßcn könnten. Der neueste und größte amerikanische Dreadnought „New Port" ist am Mittwoch früh auf der Admiralitätswerft in Brooklyn in Gegenwart des Präsidenten Taft und des Marinesekretärs Meyer vom Stapel gelaufen. Tas Schiff wird zehn 14zöllige Geschütze führen und soll eine Geschwindigkeit von 21 Knoten erreichen. Ans Statt und Land. Gießen, 1. November 1912. Ans dcr Sitzung dcr Stadtverordneten. Gestern gab es bei unseren Stadtväteru ein gut besetztes Haus, das allerdings auch die Wichtigkeit der Tagesordnung rnti'prach. Tas Hauptinteresse beanspruchte die seit Jahren an gestrebte Umgestaltung unserer Fcuerlöscheinrich- t u n gen, für die die Einführung einer ständigen Feuerwache, die Anschaffung ^incs Universalgeräts und die Umgestaltung der Alarmcinrichtungcn vorgeschlagen wurde. Es entstand darüber eine längere Aussprache, in den Sparsamkeitsvorschlägc gemacht wurden und eine genauere Prüfung der Vorschläge durch die Mitglieder der Versammlung gewünscht wurde Im Sinne dieses Wunsches wurde die Entscheidung über die Vorlage auf die nächste Sitzung vertagt. Ter allgemeine Eindruck der Verhandlung, in der die meisten Mitglieder der Versammlung das Wort ergriffen, ist wohl dahin zu kennzeichnen, daß die Vorlage wohl angenommen werden wird: vielleicht daß an dem einen ober anderen Punkt noch gespart wird. Auch die Vorlage auf Einführung einer Billett- steuer, bei der künstlerisckw und gemeinnützige Veranstaltungen ausgeschlossen werden sollen, wurde zurückverwiesen. Auch sie wird wobt angenommen merben, da die vorgebrachten ethischen Gesichtspunkte bei der Mehrheit der Versammlung offenbar Anklang ge funben haben. Zwei Anfragen des Stadtv Friebberger betrafen wichtige Interessen der Stadt, nämlich die Aushebung der B e - schränkung der Vieh Märkte und die Hinterland- bahn. Während die Entscheidung über die Viehmarktfrage in Darmstadt liegt, ist in der Bahnsragc inzwischen weiter gearbeitet worden. In der nichtöffentlichen Sitzung wurde die beantragte Lohnerhöhung rür die städtischen Arbeiter angenommen die Gehaltserhöhung der städtischen Beamten und Lehrer dagegen mit Rücksicht auf eine drohende*Steuererhöhung aber abgelehnt. ♦* ZageSt al enber für Freitag, 1. November: Stadt» tbeater. Erster R a m m e r f v i c ( a b e n b : .Samum*, .Die stärkere', ,Mik bem Feuer spielen." Abenbs 8 Uhr. * ♦♦ Die G eh altser Höhung für die städtischen Beamten und Lehrer wurde in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordneten-Versamm lung abqelebnt. Ter Finanzausschuß hatte eine Vorlage ausgearbeitet, die im lausenden Jahre 83 685 Mk. Mehrausgaben verursacht haben würde. Tie Erhöhung der Geteilter'der Beamten und Lehrer (letztere sollten um 11 Proz ihrc^ seitherigen Gehaltes aufgebessert werden, sollte vöm 1 April d. I. ab und die der Arbeiter vom I. Oktober d. I. ab eintreten. Der Vorsitzende und der Finanzausschuß waren sich darüber klar, daß die Durchführung dieser Vorschläge nicht ohne Steuererhö- st ung möglich sein werde und diese Aussicht war wohl die Ursache, die die Mehrheit der Versammlung zur Meh- nung der Vorlage brachte. Dagegen wiirde die A u f b e s s e- rung d e r Arbeiter vom 1. Oktober ab gutgeheißen. Für ba^ lausende Rechnungsjahr beträgt der dadurch eintretende Mehraufwand 10350 Mk Durch die Ablehnuiig dcr Gehaltserhöhungen für Lehrer und Beamte bleibt sonach der Stadtkasse eine weitere Mehraufwendung von 73 285Mk. erspart. LU. 2anbeSunioerfität. Die erste Immatrikn- lation findet morgen um 12 Uhr in der Aula statt. " LandeSuniversitat. Der Großherzog hat den Privatdozenten Dr. Ang. Brüning in Gießen zum außerordentlichen Professor bei der medizinischen Fakultät der Landesuniversität in Gießen ernannt. " Ordensangelegenheiten. Der Großherzog hat das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für Ber- bienfte' dem überzähl. Sergeanten Schulze, seither Hoboist im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelin (2. Hess.) Nr. 116, zu seinem Ausscheiden, iwd dem Unterzahlmeister Stein im Füsilier-Regiment v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80, seither im Großh. ArtillcriekorpS, 1. Hess. Feld-Artillerie-Regimenl Nr. 25, verliehen, sowie dem Bureauvorsteher Faust zu Bad- Nauheim die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen de« ihm von dem König von Preußen verliehenen Kronenordens vierter Klasse erteilt. "KreiSgesundheitSwesen. Der Großherzog hat den Kreisarzt bei dem Kreisgesundheitsamte Lauterbach Medizinalrat Dr. Otto Heinricy zum Kreisärzte bei dem Kreisgesundheitsamte Bingen ernannt. • * Bon der Gendarmerie. Der Großherzog hat den Charakter als Leutnant dem Kreis-Oberwachtmeister Anton Engel im Großh. Gendarmerie-Korps Q", seinem Ausscheiden verliehen. * * Landesbaugewerkschule. Der Großberzog hat den Lehrer an dcr Landcsbaugcwerkschille Professor Karl Esselborn zu Darmstadt auf sein Nachsuchcn unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste in den Ruhestand versetzt. * * Technische Hochschule. Der Großherzog hat den Privatdozenten an der Technischen Hochschule in Darmstadt Professor uni) Bergrat Dr. Gust. K l e m m in Darmstadt zum außer ordentlichen Prosessor ernannt. " Stadttheater Wie auS verschiedenen Anfragen heroorgeht, scheinen Mißverständnisse über den Charakter der Kaininerspielabende zu herrschen. ES sind dies durchaus keine Vortragsabende, sondern besondere Vor- stell u ngen, in denen solche dramatische Bühnenwerke gegeben werden sollen, die nach Fabel, Diktion oder Form nicht in den Rahmen der Abonnenients-Vorstellungen paffen, aber doch so interessant sind, daß sie einem literarischen Publikum nicht vorenthalten werden sollen. — ES häng* natürlich von dem Besuch der ersten derartigen Veranstaltungen ab, ob sie dauernd hier einzubürgern sind, da die Einstudierung für eine meistens nur einmalige Aufführung viele Kosten, sowie Zeit beansprucht. ** Gießener Konzertverein Josef Pembanr ge> hört zu den Pianisten, die vorzugsweise die Klassiker der Klavicr- kornpositioncu aus ihr Programm gesetzt haben — Beethoven, Chopin, Liszt, Brahms. Seinem Spiele wird einstimmig die Durchgeistigung des Vortrages neben glänzender Technik nachgerühmt, jene poetische Empfindung, welche bem Spiel einen eigenartigen Reiz m»rlcikst. Pembaur wurde in Inns brück am 20. April 1875 als Sohu des akademischen Musikdirektors und Leiters der dortigen Musikschule, des Komponisten Joses Pembaur geboren. Er absolvierte hier 1893 das Gymnasium, bksuchte schon während seiner Gymnasialzeit mit Eifer die Musikschule ^als Schüler seines Vaters und widmete sich von da ab dem Studium der Musik, für die er eine reiche musikalische Begabung an den Tag legte. So trat er mit großen Kenntnissen in Klavier- und Orgelfpiel in München in die Akademie für Tonkunst, wo Rheinberger, Thuille (Klavier) und Konzertmeister Abel lDirigierkunst^ seine Lehrer wurden. 1896 bc- ftatib er mit glänzendem Ergebnis die Reifeprüfung und erhielt die goldene Medaille. Ein Jahr später wurde er in der Akademie in München als Lehrer für Klavicrspiel angestellt. 1899 ging Pembaur zur Vervollkommnung feiner Klavierstudien zu bem leiber so früh verstorbenen ausgezeichneten Lisztspieler 51. Ml ei Jena ue r nach Leipzig unb erhielt bereits nach einem öier Anstellung am König!. Konservatorium als Lehrer für höheres Klavierspiel In dieser Stellung befindet er sich zurzeit noch. 1907—1908 leitete er den berühmten Riedelverein, widmete sich aber dann ausschließlich neben seinem Lehramte der MonjerträtinTfit als Pianist: er hat sich sonwhl als Solist als auch als Eniemble Spieler und Begleiter einen großen Namen erworben, wie die Kritik der großen Musikzentren Berlin, Leipzig, Hamburg, Wien u. a. einstimmig anerkennt. Im Jahre 1912 wurde ihm gelegentlich seines Geburtstages vom König von Sachsen der Titel eines Professors der Musik verliehen. —Maria 1 cm bau^, die Tochter eines gelehrten Theologen und an- gciehenen Lchulmannes. ftubierte gleichfalls bei Reisenauer unb abiolpicrte 1904 des Konservatorium der Musik in Leipzig mit Auszeichnung Seit 1906 ist sie mit Josef Pembaur verheiratet unb letzte unter ihm ihr Studium fort. Seitdem hat sic mit ihrem Mann auf 2 Klavieren in einer großen Reihe von •stabten, wie Leipzig, Zwickau, Gera, Hamburg, Halle, Zittau u. a. mit großem Erfolge konzertiert Man darf bem Konzerte mit berechtigter Spannung entgegensetzen. * * D e r L e s e tz a l l e n - V e r e i n veranstaltete gestern abend m ber Turntzalle der höheren Mädchenschule seinen ersten Vortrag, den Oberbibliothekar Dr. Ebel mit einer kurzen Begrüßungsansprache nnlcitctc. Er erörterte den Zweck, der von dem Verein für den kommenden Winter vorgesehenen Vortragsreihe, die weniger auf eine Vertiefung des Wissens als auf eine Bereicherung des ^.owutslebcns berechnet seien. Unter anderem stellte er für den nannten, .sommer Führungen durch Gießen, seine Museen usw. in Aussicht unb erteilte barauf Prof. Dr. Rauch bas Wott zu icinern Vortrag über bic Frage: Wie soll man Kun st werke b e t r a cd t e n? Er setzte in kurzen Zügen bas Wesen bei bilbenben Munftc auseinander und stellte als obersten Grundsatz die Achtung vor bem Kunstwerk auf. Nicht von einer vorgefaßten, irgendwie bicimhintcn Meinung aus dürfe man ein Kunstwerk beurteilen, lonbcrn inbem man sich frage, was hat der Künstler gewollt, hat yWv, 0.lh‘ „nb i)' AsK öS? «I*n 8a -ünt: nr Gs ZE d unb i'ndct b bctr- dc ' 'iadi porgclw •4 5" La MMst der • lii bat er h® 2ülich -stSM .v. Haust rauen A.B.C. 52 itte Siegerin Graueflaare Palmato Unbestritten beste Schulstraße. sllerieinste Sahnen-Margarine, in Qualität der Molkerei-Butter am nächsten kommend und Iroßherzog 'erwachtmkisikl JS v', feinem beliebteste, unerreicht feinste, vorzüglich haltbare Pflanzen- batter-Margarine. Butter-Ersatzmittel! GIESSEN, Seltersweg 53 probieren Sie im eigenen Interesse die allgemein bevorzugten Spezialitäten: Aroßhsrzog ite Lauterbach uzte bei dem Oeffentliche We11crdienst stelle Gießen. WetterouSsichten in Dessen Mr Samstag, bett 2. Nov. 1912: Ziemlich heiter und trotfeu, fühl, Nachtfrost, nördliche Winde. Sroßherzog Hal - Karl Eflkl- t Anerkennung bestand versetzt Herzog hat de» Darmstadt Iro- adl zum auiitT nen 51w Charatter der b b\e§ buch sondere Vor« .hnenwetle gern oder Form Hungen paßen, in literarischen — ES häng' lZeranstaltungei. , da die Ein- ^fsiihntng vielt verhaftet. Vor der Verhaftung hat er der Person, die ihn zur Anzeige gebracht, einen Messerstich beigebracht. Kreis Wetzlar. D Wetzlar, 31. Okt. Eine neue G*i i'cnbttbn tat der nördliche Taunus durch die Einweihung der Bahn- Letzte 21achricbtcn. „Ernste Nachrichten" vom Kriegsschauplatz. Konstantinopel, 31. Oft., 10 Uhr abenbS. Dom KriegS- fchanplah find sehr ernste Nachrichten eingegangen. Ter Ministerrat ist noch versammelt, anscheinend besaht er fich mit der Friedenßfrage -- f(>Vs6 a Krankenkost Erwachsene bei Störungen der Verdauung, Schellfische und 6abliau,kopslos feinste Nordseefische sind eingetroffen und billigst zu haben bei »*» Uebcratl erhältlich! Alleinige Fabrikanten: A.L. Mohr,O.m.b.H., Altona-Behrenfeld. Schwerhörige erhalten das „Otophone*1 15 Tage zur Probe Persönlicher Besuch erbeten. Broschüre Nr. 18 kostenlos. Deutsche Otophone Co. Frankfurt am Hain Bockenheimer Anlage 50 pt (Kein Laden.) vermischtes. *TürkischeSoldatenin Böhmen. Aus Reichen- berg (Böhmen) wird gemeldet: In der Nacht aus den 31. Okt. ^heißen. ^,tbl sonach an i3285$f "'lnatrikli, a statt. hl! ®"6m jum 1 Fakultät dn ^a^hrrzog -Für Arr- ie'ther Hoboist -!s.) Nr. ne 'e'ster Stein 80, seither lene-RegimknI aust zu Bad- ai Tragen de? Kronenorden« 'llü *1 Gestern abend um 7 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter, treusorgender Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Dung fiofmana Weichensteller im Alter von 53 Jahren. Tie tmutmiien öinterbtiebenen. Wieseck, den 1. November 1912. Die Beerdigung findet Sonntag nachmittag 3 Uhr statt. ™ Kartoffeln für den Winterbcdarf Magnum bonum Industrie Np to datc 6912 Rote Tabersche (rauhschalige) Royal ttidncy verbesserte Magnum bonum Ella Paulsens Julie gelbe Salatkartoffel empfiehlt in prima Qualität zu billigsten Preisen I. Weisel Tel. 88, Sonncnstraßc 6. Proben stehen zu Diensten. " hbti, • ??885 As ^huugA J’IItenS b" lut», Bon der Spirituszentrale. Man schreibt unS: In Ergänzung der Notiz vom 31. Oktober sei mitgeteilt, da« die Sptrituszentrale seit Bestehen des neuen Branntwemlteuergeietz^ mit Wirkung vvm 1. Oktober 1909 den Preis der reinen Ware ohne Steuer von 46 Mk. auf 75,50 Mk ab Berlin, allo um rund trafen bi er etwa 200 türkische Soldaten und 13 türkische Offiziere ein. Die Truppenteile, denen sie angehörten, Itantan im Sandschak und wurden auf bosnisches Gebiet gedrängt, wo man sic entwaffnete. Nach der „Bossischen Zeitung" verfügte die österreichische Militärverwaltung ihre Ucbcrfü Irrung nach Reictan- berg, wo sie in Kasernen bis zum Fricdcnsschluß verbleiben werden. Kleine Cageschromk. In einer Frauenklinik in W i e n verfiel die 30jährige Frau Sandl nach einer Zmektion m Bewußtlosigkeit und starb einige Stunden (pater. Aus einer ^laiche, die Kochsalz-Losung enthalten sollte, war ihr reiner "Alkohol infiziert worden. Tu Verwechslung ist noch nicht aufgeklärt. . v , In 911 i c a n t c < Spanien) fiel ein am Hat fahrendes Automobil ins Meer. Neun Personen sind er t tunte n. erhalten all- mabUck ihre früh Farbe wied. durch Karn's Nnß- - «»- schalen'Qel Central Trogcrir Hl-Man! Bon heute ab prima HinN n.irinon lange angestrebte Kl ein- Beruft genosscnsd)ast genehmigt ist. Tie Gründungsversammlung findet am 4. November in Berlin statt. An ihr wird für die hiesigen beteiligten »reise Herr Röhr teilnehmen. Tie Ansnahme- tage für dieses Jahr wurden nochmals bekannt gegeben, sie waren wie folgt festgesetzt: 2 Tage vor Ostern, 1 Tag vor Himmel- Librt, 2 Tage vor Pfingsten, 12 Tage vor Weihnachten. In "lnlehnung an das mit dem kommenden Jahre in Wirksamkeit tretende neue Gemeindesteuergesetz hat der Verein die Ein- filhrung bei Warenhaus und Filialsteuer taanhragt. Tie Entscheidung steht noch aus. Tie Kassenverhältniffe des Vereins sind günstige Aus dem Vorstand hatten auszuschntan Hoflieferant Brüll, Rentner Gg. W. Schneider, Kaufmann Erle und Kaufmann Marternus. -Tie Herren Brück, Maternus und Erle wurden wiedergewählt, während für Herrn Schneider, der eine Wiederwahl abgelehnt, Kaufmann Ludwig Kröll neugewählt wurde. Mit der bevorstehenden Handelskammeiwahl hat fid) der Verein wie früher so auch diesmal wiederum befaßt, und die Beteiligung an der bevorstehenden Wahl beschlossen. ’• U e b c r den Verkehr der Kraftfahrzeuge innerhalb der Stadt eriäßt datz Polizeiamt heute eine Be> kcmntmachung, auf die Interessenten besonders aufmerksam gemacht seien. •* Kontroll-Versammlungen. Wir verweisen alle Kontrollpflichtigen aus die heutige Bekanntmachung über die Abhaltung der Herbst-Kontrollversammlungen in Staat und Kreis Gießen. "Diebstahl. Aus einer Weißbinderwerk statte in der Kaiser Allee wurde in verflossener Nacht ein großer zweitüriger Kleiderschrank gestohlen. Da jedenfalls ein Fuhrwerk zum Transport benutzt wurde, tragen hosfentlid) diese teilen zur Aufklärung des Diebstahls bei. Kreis Friedberg. h. Dortelweil. 31. Okt. Unter der Leitung des Herrn Mai werden in der Nähe deS Dottenfelder HofeS gegenwärtig die Nkauerreste und Fundamente eines römischen Gebäudes freigelegt. Das Mauerwerk befindet sich nur etwa 40 cm unter der Erdoberfläche. h. Vilbel, 31. DH. Ein deS Wilderns verdächtiger Arbeiter, der schon oft vorbestraft ist, wurde von der Polizei Auf Teilzahlung Damen- Mäntel neueste Fassons und Farben Mk. 18.-, 22.—, 28.—, 35.— Anzahlung i Mk. 5.-, 10.—,15.—’ pro Woche Mk. 150 Kleiderstoffe Bettzeuge Bettkolter Teppiche | große Auswahl a1/11 uw™ Babnbofftr. 29 Telephon 510 Freibank. Morgen (B */“ gesalz. Ochlenfleisch 50 Pfg. SchwemmHteinfabrik, älteste, lief.bitt.guteWare. I'hfl.^ric^.Neuwied.hv^ Visitkarten billigst BrühCsche Druckerei. wird uns gefdirieben: Trr feit längerer Zeit bestehende Konflikt zwifchen dem Frank- furter Oberlandesgeridstspräsidenten Dr. Spahn und der Frankfurter Rechtsanwaltschaft bat in den letzten Tagen redft scharfe Formen angenommen. Wie bekannt sein dürfte, hatte xr Stami im Sommer angeordnet, daß Rechtsanwälte, die bei den Landesgerichten zugelassen sind, nicht mehr, wie bisher, mit Substitutwns- vollmacht auch nm Lberlandesgericht auftreten dürfen, desgleichen sollten alle Anwälte, die beim Oberlandesgericht zugelassen sind, also auch bei den unteren Instanzen nicht mehr zugelassen werden. Tie Frankftirter Rechtsanwaltsllmst hat gegen diese Verfügung Protest erhoben, obwohl ähnliche Bestimmungen sll'oii seit längerer Zeit schon in anderen Oberlandesgerichtsbezirken bestehen. Innerhalb der Teutschen Iuristenwelt ist über diesen Streitpunkt eine größere Debatte entftanben, in der un allgemeinen der Anwaltschaft Recht gegeben wird. Der streit ist neuerdings soweit gebiehen, daß in einer Sitzung des Oberlandes- geridts sämtliche Richter von den Anwälten abgelehnt worden suid mit der Begründung, daß der vberlandesgerichtspräsident Dr.. ■ anaL. ,u traten Spahn als befangen gelten müsse, weil er die Vorfitzenden der nber die gegenwarttge Lage zu veraren. einzelnen Kammern und Landgerichte hat aiiffordern lasten, Snb- Sofia, 31. Okt. (ag. biilgare.) türkif che Kreu- stitutsannälte in Zukunft zurüllziiweifen. Tic Ungelegen bett wird zer „H amidi' besdwß den Leuchtturm M a ne Win m zwischen demnächst das Reichsgericht beschäftigen. Burgas und Barna mit (Granaten und bcfd>abigtc ihn er- In der Teutschen Iuristen-Zeitung nhnmt Iustizrat Lr. heblich. Ernst Heini tz iBerliu, zu dieser Frage Stellung. Er stellt fest, Athen, 1. Nov. Lie A r m e e fetzte ihren Bo r mar f d) daß seit dem 1. Oktober 1879 stets Substitutsanwälte tat den I nl Epirus fort und befetzte, offne Widerstand zu finden, mehre« Gerillsten zugelassen worden siitd und daß die Rechtslage sich wichtige strategische Positionen. ..... o seitdem nicht verändert ffata. Nallf § 27 Absatz 2 der Rechts Toulon, 1. Nov. Gestern abend find die Kreuzer Leon anwaltsordnung sei ausdrluklidf festgestellt, daß in der mündlichen Gambetta, Jules Ferry und Vtektor Hugo nach Syra abge- Verhandlung jeder Rechtsanwalt als Substitut des Bevollnräch- gangen. tigten die Vertretung übernehmen kann. Von dieser Vorschrift "1 ist seit mehr als 30 Jahren auch in Frankfurt a. em besonders weitgehender Gebrauch gemacht worden. Tie Verfügung des Oberlandesgeridstspräsideiiten Dr. Spahn nimmt Bezug auf zwei Urteile des Ehrengerichtshofes für deutsche Rechtsanwälte, in denen ausgeführt wurde, daß eine General Vereinbarung zweier Rechtsanwälte von der Befugnis des § 27 Absatz 2 ohne Rücksicht auf das Interesse der Parteien und die Bedürfnisse des einzelnen Falles Gebrauch zu umchen, eine Umgehung der Rechtsordnung sei, die effrcngcridjtlidfer Ahndung unterliege. Heinitz führt aus- führlill) aus, aus ivelchen Gründm dieser Standpunkt ein irriger sei Selbst wenn eine von den beteiligten Anwälten getroffene Vereinbarung, auf Grund der eit Substitutionen allgemein oder häufiger erteilt werden, nicht nur pflichtwidrig wäre, sondern auch gegen das Gesetz verstoße und somit nad) § 134 BGB. nichtig wäre, würde hierdurch die vermöge der Substtttition in jedem einzelnen Falle begründete Verttetungsmncht weder in ihrer zivil rechtlichen Wirksamkeit noch in ihrer prozessualen Zulässigkeit Georg Wallenfels Marktplatz»»-nur Nr. 21 gegenüber derEngelapotheke. 7234] sind ebenso eine Notwendigkeit wie Kleidung, deshalb achte man stets aut die Marke, welche sich gut bewährt hat und kaufe nur die Marke „Ernst Ludwig“ Einheitspreisen Mk. 12.50 u. Mk. 15.50 im strecke Alshausen— Grävenwiesbach erholten. Tie Bahn führt aud? den 92nmcn Svlmsbachbahn, da sie von | Albshauseu den Solmsbach auswärts läuft bis nach Hassel-, born. Hier stellt fid) ihr ein mächtiger Höhenrücken entgegen, der durchbohrt worden ist, um die Bahn hinüber 11 ad) Grävenwiesbach in das Wiesbach- und Ufa toi zu führen. Folgende Orte mit etwa 30 000 Einwohnern werden dem Babnverkehr angeschlossen: Albshausen, Oberndorf, Don baden, Braunfels, Laufdorf, Reutirchen, Sdiwalback, Nieder- und Oder Ouembach, Kraftsolms, Mrifffclbod), Brand- oberndorf, Griedelbach und Hasselborn. Tie Strecke ist 24,5 Kilometer lang' uno weist zum Teil, besonders im oberen Solmsbachtal große Steigungsverbältnisse ans. Tr^ Tunnel bei Hasselbad) ist nahezu l'_. Kilometer lan^ die Erbohrung war die Hauvtbausckwieriqkeit. Ter längste tl> vvlt .... _v_. Teil der Balm ließt im Streife Wetzlar. Tie neue Bahn ift|30 M vt0 jöcftclüer, erhöbt tat. Es bedarf nunmehr jetzt noch von hoher wirtschaftlidfer Bedeutung und verbindet das einer weiteren Preisherabsetzung von 24 Mk., uni die Preise Labntal über Usingen und Homberg mit Frankfurt, Wies- wieder auf ihren alten Stand zurückznnihren. -^"gcfichts der baden und Mainz/ Daneben ist die Strecke für den Tou- heurigen, außerordentlich großen Kartoffel-iHie, wäre die» lehr «A ^Ä8,. fa& ö Wetzlar. Die ^ahrzett betragt 1,2 stunde. 45ttic -vatoun t ( c bcr Steuererfföhung bedeutend utrüdgegangen. gen nnd ausgedehnte Berginduftneiverke werden nut der ft" . Bahn dem Verlehr erschlossen. Am 1. November beginnt .. der fahrpla»mäbtze SBerfelir. I Umtlldjer Wetterbericht. Zu öen Konfliften Zwischen öcm Gberlanvergericht und der Nechtrauwattschast in Zranisurt a. M. nf Ernst Eniwig ll^llllllllWH!’nJJ^^^llF^l!^^’wwwlu^ffl^^lWlllllltlll^i^^n,nn|Ht11!,^H^|ll,lfll1^ll^l^llbl^wtHt1nalMll^ull bei Schwäche u. Appetitlosigkeit an Lanolin und Waschkrast zeichnen Naumanns „Faustring" Vanolinfcire aus. Paket ä 5 Stück niir^DS Pfg. Einzetstück 20 Pfg. Iss2®/,! nim lllilf iiniii <' . . ■ jj*-. •••* Plocks frässe Nur noch heute! BV1* Opferfod Drama vom Variete, in 3 Akten. Wanda Treumann und Biggo Larsen in der Hauptrolle. Das grosse Flugfest in Giessen LriMl-Ausnahm der Biosiraph-LiWiele und das Novitäten-Programm. her^teaögiereiii Abfahrt zur 7»jähr. Jubiläumsfeier des Bockenheimer „Liederkranz" Samstag, den 2. Nov. abends mit dem Eilzuge Uhr. Sonntag, den 3. November abends Zusammenkunft im Postkeller. 8 R V^/lo R § § s Dienstag, den 5. November Singstunde, hier vollzähliges Erscheinen erforderlich, da wichtige Besprechung. V1/11]Der Vorstand. Kutscher-Verein Giessen Samstag, den 2. November 1912 im Giessener Festsaal (Cafe Leib) Feier des 20jährigen Stiftungs-Festes verbunden mit Theater, Gesang, komischen Vorträgen und Ball Nur eingeladene Gäste haben Zutritt Anfang abends 8 Uhr Der Vorstand Sonntag, 3. November, nachmittags 4 Uhr Ausflug nach der Wellersburg Sonntag, den 3. November 1912 findet im Gasthaus zum Rebstock, Grotzen-Linden grstze Tanzinusik emM.! Burschenschaft Alemannia. Vermietungen 3 Zimmer WN!Mtriv0hN.^7?ern'r 091801 Licker Straffe 19. 99188] Sch. 3-Zimmerwohn. zu vcrm. Hammitraffc 13. NonncnKtruNNO 3. Zwei 3 Zimmcrw. fof. an ruhige Leute zu nenn. Näh. Hotel Kaiierbos. (09194 SchöneR-Zimmerwobnung sogleich zu verm. Näheres Liebiattr. s:t, Laden < >711 | 2 Zimmer Nt a n i a rd c n w o h n n n g, zwei Zimmer u. Mürtic zu vcrm. 7232]Scltcrswcg 22. ] Verschiedene I Klein. Logis an ruh. Leute zu verm. (Q92071 Ncnitadt 27 | Möbl. Zimmer] Gut möbl. Zimmer zuverm. 72301 Scltcrstvcg 87 II. """ISchön. grotz. möbl. Zim. lull, zu v. Gr.Stcinweg 16p. O9181I Gut möbl. Zimm, mit Kab. zu v. Jranks. Str. 11II. 091781 Gut möbl. Zimmer zu verm. Moltkettraffe 20 09175] Zreundl. Schlafstelle zu verm. Wctzsteinganc 51. 09191) Schön möbl. Zimmer zu verm. Stcinitr. 31 p. 1)0198] Schön möbl. Zimmer zuverm.Gr.Steinwcg 2op. StbL möbl. 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