Br Die heutige Nummer umfafet 12 Seiten. 20 mtanderommen der bekannten Erklärung des Reichskanzlers t m Reichstage machte, völlig erfunden. , Man wundert sich an maßgebenden Stellen, daß ein so ernstes Blatt lerne Spalten einem so phantastischen Märchen eröffnen konnte, das deutlich den Stempel der Erfindung trug. Auch die Mitteimnaen der „Nowoje W r e rn j a" über die Alttwortnote ber rupndjen Regierung auf die Anfrage der deutschen Regierung im Jahre 1907 entsprechen nicht den Tatsachen. Sie stehen vor allem in völligem Widerspruch mit den Anschauungen der rusüfäwn Regierung und verdienen in keiner Weise 'die ihnen geschenkte Beachtung. Im übrigen wird bei dieser Gelegenheit betont, daß. alle Preßtreibereien, die darauf geriästet sind, die deutsch- russischen Beziehungen zu trüben, bei dem vertrauensvollen Verhältnis der beiden Monarchen und der Kabinette völlig erfolglos bleiben mü.seu. Das enstricht so ziemlich dem, was gestern über das deutsch-russische Einvernehmen gesagt wurde._____________ zu starken Organisierungen zusammengetan haben und die Lage natürlich für sich gleichfalls auszunutzen suchen. — Das wahre Elend dagegen ist jetzt in Burgund und in der Champagne zu suchen. Wenn es sich nod) um etwas Vorübergeheird.s handelte? Aber dort tritt viel Ernsthafteres hervor, nämlich eure ungeheure Verstärkung des Fortziehens vom flachen Lande in bie St.äbte. Wie Herr.Cunisset-Carnot bei dem Kongresse gegen bie Entvölkerung dec Cäte b'Or letzthin in Dijon feststellte, verlassen bie Winzer Burg u nbs, wie auch der Champagne, die infolge des sozusagen völligen Ausfalles der Lese im Jahre 1910 gänzlich mittellos geworden srnd, in Massen ihre Weinberge und ihre Felder, um sich in die Städte z u flüchten. Verkaufen können sie ihre Grundstücke zurzeit überhaupt nicht, da keine Bieter sich melden. So werden Felder und Weinberge brach liegen gelassen.. Dee Zahl der leeren Bauern- und Winzerhäuter rn diesen Gegenden soll' bereits in die Tausend e gehen. Dabei wird gleichzeitig eine revolutionäre Strömung mächtig, die ihren Ausgangspunkt ober besser ihren Vorwaird in bem Kampfe gegen die Weinfälscher findet und sich beionders in der Champagne in gefährlicher Weise entwickelt. Man steht da vor einer sehr ernsten und tief einschneidenden natlonaten Frage, bie nicht mit ein paar Beschwichtigungsphrasen und Ber- trauenstagesordnungen des Parlaments gelöst werden kann, sondern energisches Eingreifen und wett ausschauende Reformen seitens der Regierung und des Parlaments erfordert. (Ein Charakterbild Andrew Carnegies. Die neue Millionenstiftung, die Andrew Carnegie dem deitt- schen Volke gemacht Hat, rückt die Gestalt dieses großzügigen Mensck-enfreundes für pns in ein helles Licht. Ta wird ein Cl-arakterbild besonders intcrejieren, das einer seiner Freunde aus intimer persönlicher Kenntnis heraus in einem englischen Blatt von dem Maune entwirft, der von seinem ungeheuren Reichtum bereits gegen 700 Millionen Mark fort gegeben hat. „Tas Erste, was man von Carnegie sagen muß, ist, daß er in keiner Weise dem gewöhnlichen Bilde eines gelangweilten, ewig unruhigen und um seine ReickMmer besorgten Millionärs gleicht. Nichts an ihm erzählt von dem „Geldmann". Die ungeheuren Reichitümer, die er besitzt, scheinen in seinen Gedanken gar feine Rolle zu spielen und haben ihm in nichts ihren Stempel aufgeprägt. Er trägt seine Millionen so leicht, wie eine Blume im Knopfloch. Trotzdem er ein Vermögen besitzt und verwaltet, das sich nur in einer achtstelligen Zahl ausdrücken läßt, ist er iung geblieben und fröhlich und unbesorgt. In einem ganz unwahrscheinlichen Maße Ifat er sich Herz und Naturell frisch erhalten, frei aon jener morosen Grauhett, die Alter und Reichtum so oft über das „Immergrün" nvnferer Gefühle decken. Wenn Carnegie in seinem großkarierten Sportkostüm mit kurzen Hosen aus seinem Schloß Slibo auszieht, bie ttnaelrute ober ben Golsstock in der Hand, dann bietet er das prächtigste Bild eines jung unb vergnügt gebliebenen Siebzigers. So ausgelassen und leickstfertig stapft er dahin wie ein Spatz, freut sich über ben schönen Blick in btt Ferne von seiner Terrasse aus und erzählt seinem Begleiter, was er alles gepflanzt und gebaut hat an bieserund an jener Stelle, >unü mie er noch verbessern und verschönern will überall, und er plaudert mit einer Begeisterung und einer Natürlichkeit, wie ein Junge am ersten ^aa der Ferien. Man findet oft, daß Amerikaner, die Großes geleistet haben, trotz all ihrer gewaltigem; Erfolge und reidten Lebenserfahrung im Grunde ihres Herzens reckst einfache, unkomplizierte Menschen geblieben sind. Einen solch einfachen Menschen möchte ich auch Carnegie nennen, nicht nur in feinem Geschmack und seinen Vergnügimgen, sondern auch in der instinktiven Haltung, die er gegen Dinge und ebenso gegen Mensck-en einnimmt. Er kann einfach gar nicht anders, als von jebem unb allem das Beste zu hoffen und zu glauben. Seine Seele ist ihm nickst abgestumpft worben, Herz unb Gefühl würben ihm nickst verhärtet unb eingeengt in der Zeit, da er die Dollars aufdringliche Frechheit 15—16jähriger Dirnen, wenn er das rohe und gemeine Wesen 17—18jähriaer Zuhälter sieht, sondern Mitleid erfaßt ihn mit diesen Jugendlichen, denen Hunger, Lebensnat und Daseinsjammer das Paradies, das goldene Märchenland der Kindheit geraubt, und in seinen Ohren klingt das düstere Lied des Dichters: „Mutter, unser Haus ist ein Totenhaus. Das Licht unb die Helle liegt hier begraben. Mutter, ich möchte die Sonne haben! Mutter, ich will hinaus! — Mutter, warum kommt die Sonne nicht? Mutter, ich sehn' mich nach Wärme und Licht. Hier ist es inster, ich fürchte mich; halt' meine Hand und schütze mich!" — Ja, halt' meine Hand und schütze, erziehe mich! Allein viele Eltern, ob sie es wohl wollten und auch könnten — sie haben keine Zeit dazu. Man trifft ja heutzutage elten einen Menschen, her Zeit hat, ohne das immer tragisch zu nehmen; doch welch furchtbare Klage und Anklage liegt darin, wenn Vater und Mutter erklären müssen: Der Kampf ums Dasein läßt uns für die Erziehung unserer Kinder feine Zeit! Millionen von Frauen — Mütter! — sind g zwungen, durch Beschäftigung in Fabriken sich ihren Fam.lien zu entziehen; zwei-, dreimal soviel Millionen Kinder sind daher mehr oder weniger sich selbst überlassen. Wieviel verkümmerte, freudlose Jugend verbirgt sich hinter dieser Zahl; wieviel Veranlassung zur Verwahrlosung, zum Verbrechertum, die dann eben nur das Schlußgfted einer engver- schlungenen Kette sind, das letzte Wort eines Satzes, den das ganze Leben des Kindes niederschrieb. — Nicht wollen, nicht können, keine Zeit: Diese Dreiheit zeigt aufs deutlichste, wie immer wieder mit nachhaltigem Ernst auf Mittel und Wege gesonnen werden muß, die Familie in den Stand zu setzen und zu befähigen, daß sie ihre hohe erziehliche Aufgabe erfüllen kann. Ist das wieder weit mehr als bisher erreicht, so wird damit die Fürsorgeerziehung nicht überflüsftg, aber doch aus einen bescheidenen Umfang zurückgedrängt werden._________________________ Vas schlechte Weinjahr und seine folgen. 0 Paris, 4. Januar. lieber die Mißernte im allgemeinen unb über die unglückliche Weinlese im besonderen sinb in französischen Blattern sckwn wahre Tintensttöme vergossen roorbrn. Indessen ist es bisher noch Niemandem recht gelungen, die Folgen dieser ungeheurm Ausfälle scharf hervortreten zu lassen. Zunächst muß natürlich bie Hausse ber Weinpreise ins Auge gefaßt werben. Diese erklärt sich nicht nur aus der Dürftigkeit der Lese, sondern auch aus ben geringen Bestäub en der angesammelten Vorräte. Tie Preise von 30 unb 35 Francs für ben Hektoliter allergewöhn- lichstep Weins, die in ben Jahren des Mehltaus, der Reblaus unb anberer Krankheiten, 1852 bis 1856, 1887 bis 1890, gefordert worben waren, werden dieses Mal noch ganz bettächtlich Übertritten. Man muß dagegen halten, daß in der Periode 1904 bis 1909 ber Turchschnittspreis für biese Weine nur 5 bis 9 Francs für ben Hektoliter betragen hatte. Daraus kann man sich eine Vorstellung von den Rückwirkungen dieses Leseausfalles auf die kleinen Weinhäudler, Restaurateure usw. machen, denen es unmöglich ist, ihre Detailpreise in gleichem Verhältnisse zu erhöhen. Natürlich sind nunmehr mit einem Schlage die seit Jahren anwährenden Klagen des Südens über die Absatzlostg- feit seiner Reben-Erzeugnisse verstummt. Man erinnert sich wohl, daß diese südlichen Winzer wahre Revolutionen wegen dieser Unverläuflichkeit ihrer minderwertigen Weine organisiert hatten, die 1907 zu sehr bedenklichen Berwickluiigen, sogar Truppen- meutereien führten. Tenn der Süden ist bei der allgemeinen Verheerung durch den Mehltau im Jahre 1910 noch verljältnis- mäfjig gelinde davongekommen, da er eine allerdings schwache Mittelernte aufzuweisen hat. Er kann jetzt seine Weine, die er 1907 kaum zu 5 bis 7 Francs unterzubringen vermochte, leicht für 40 F-rancs unb barüber verkamen. Allerdings haben dafür bie südlichen Winzer viel Sorgen mit ihren Arbeitern, die sich liche Empfinden für ben reizenden Schimmer unb die Schönheit ber Welt. Stets ist um ihn eine eigene Stimmung, ein besonderer Duft, wie er von Amerikas Jugend und Jugendkraft ausgelst. Carnegie ist Demokrat. Ich habe gesehen, wie er ui einer Gesellschaft,'die die höchsten Kreise des vereinigten Königreichs in den Mauern von Schloß Skibo versammelte, auf das Podium im Rauchzimmer hinauflief, als einer seiner Diener eine Anzahl prächtiger schottischer Tänze vorgeführt hatte, dem Manne entzückt die Hand scksttttelte unb ihn mit Komplimenten überhäufte. All das geschah ganz impulsiv, ohne daß man das Gefühl irgend einer Leutseligkeit ober Herablassung hatte, einfach rote ein Mann dem anderen seine Bewunderung ausspricht. Als ich einmal nachmittags mit Carnegie unb einigen hohen Herrsckstiften, bar- unter einem Grafen unb einem früheren Minister, spazieren ging, sprang er plötzlich von uns fort auf einen jungen Mann 3u, ber ihn grüßte. Es war der Sohn eines kleinen Pächters. Der Millionär plauberte wohl fünf Minuten angeregt mit dem Knaben, und als er wieder zu uns tarn, gab er uns einen ausführlickwn Bericht über bie Pächtersfamilie unb erging sich in einer glühenben Lobrede über bas Talent bes Jungen für Holzsckmitzerei. Man kann roirtlid) nicht einen Tag in Skibo verbringen, ohne das Gefühl, daß es nickst ber Millionär ist, ber hier Ansehen geniesst, sondern der Mensch selbst, mit seiner Zugänglichkeit, seiner Shmpathie und Menschenfreundlichkeit für alle bie, bie ihn umgeben und von ihm abhängig sind, mit seiner Liebenswürdigkeit, ben alle Leute um ihn her lieben. Es gibt eine Fülle von herrlichen Dingen in Skibo, ein Heer von Automobilen, ein wundervstles Schwimmbad, bie schönsten Fischereien, ein prächtiges Jagbrevier, eine» Golfplatz, eine Yacht, eine Orgel, bie ein musikalisches Wunber- ivcrt ist usw. — aber das Beste ist bod> ber kleine, weißlmarige, blauäugige Mann mit dem rosigen Gesicht unb bem kraftvollen Kinn, so berühmt unb boch so einfach, so reich unb babei ganz frei von jeber Eitelkeit, so gewaltige Unternehmungen leitend unb babei boch stets bereit, sich für alles zu interessieren, was den anderen angebt." Zamilienerziehung und Msorgeerziehmig. Der „Korrcsp. des deutschen Lehrervereins" entnehmen Wir folgende Betrachtungen: Die naturgemäße Erziehung des Heranwachsenden Geschlechts geschieht in der Familie. Sie, die „Urzelle aller menschlichen Gemeinschaft", ist ein Gotteswerk, das nicht nachgemacht werden kanr^ In dem Verhältnis zu seinen Eltern geht dem Kindc vle Sonne auf, die dxr jungen Menschenpslanze Wachstum und Gedeihen spendet. „Tas Vaterhaus", sagt Pestalozzi, „ist der Urgrund aller wahren Naturbildung der Menschheit." In der Familie muß das Herdfeuer der Erziehung gehütet werden, damit es von hier aus Schule und Nation erleuchte und erwärme. Nur erglänzend, helfend, stellvertretend darf neben der Familienerziehung die öffentliche, die Fürsorgeerziehung eingrftfen Warum ist sie überhaupt erforderlich? Weil „aufs erste etliche Eltern nicht so fromm und so redlich sind, daß sie es täten, ob sie es gleich könnten; aufs andere, so ist chn großer Haufen der Eltern leider ungeschickt dazu und nicht wissen, wie man Kinder ziehen und lehren soll; aujs dritte obgleich die Eltern geschickt wären und wollten's gern selbst tun, so haben sie vor anderen Geschäften und Haushalten weder Zeit noch Raum dazu." Alte Lutherworte, denen die Gegenwart ihren besonderen Stempel aufdrückt! • Sie wollen nicht. Da künden uns die Berichte der Erziehungsvereine, daß wohl jede elterliche Sünde, jede Art elterlicher Pflichtverletzung vertreten ist; von der rohen Gleichgültigkeit gegen das Wohl des Kindes bis zum schauerlichsten Verbrechen; von gewissenloser Liederlichkeit bis zur teuflischen Quälerei. Bald ist es Haß (besonders gegen voreheliche oder mit aeistigen oder körperlichen Fehlern behaftete Kinder), bald zügellose Brunstgier, die sich an der Jugend vergreifen; bald erzeugen Stumpfheit, Trägheit, Trunksucht, Sittenlosigkeit eine A mosphäre des Hauses, die jede edle Entfaltung der kindlichen Seele hindert, alle Blütenknospen welken und sterben läßt. So manche Gerichtsverhandlung zieht die Decke fort, und ein arelles Blitzlicht fällt in eine aufgewühlte Gruft von Grausamkeit, Unmenschlichkeit und Gemeinheit. Und heißes Erbarmen ste gl in uns auf mit den kleinen Märtyrern, und wir hegen nur den einen Wunsch: Heraus mit solchen unglücklichen Kindern aus ihrer Umgebung und hinein in gesunde und gesund- machende Verhältnisse. Andere Eltern können ihre Kinder nicht erziehen. Atts Hessen. Der sozialdemokratische Abg. Raab hat zum Hauptvoranschlage für 1911 in der Zweiten Kammer folgende Anträge gestellt: Ich beantrage: Von dem der Regierung zur Versü- mtirg stehenden Fonds für öffentliche und g.'m.i inützige Zwecke ist seitens der Regierung jährlich die Summe von 5000 Mark zur Förderung der Volksbibliotheken zu verwenden. Ich beantrage den Betrag von 5000 Mark in Ans gäbe mehr einzustellen, zum Zwecke der Gewährung des Wohnung s a e ld z u s ch u s s e s an die Beamten der ehemaligen Main-Neckar-Eisenbahn, w e er den Staatsbeamten nach dem Gesetz vom 10. März 1907 zusteht. Dichtungen nicht auf ber Höhe ber Zeit stehen unb ba& sie in vielen Fällen eine grüübliche Reorganisation benötigen.. Von dieser idjarfen Kritik wirb allein bie Colmnbia-Univertttät ausgenommen, ber im Gegenteil nachgesagt wirb, baß sie vor-> züglich organisiert sei unb baß bie Geichäftsgebahrung nichts zu,' wünschen lasse. In ben meisten ameriL'anüdten Universitäten' wirb die Leitung durch ein Professoren-Komitee gebildet, ein., System, gegen bas sich ber Bericht entschieben aus>pricht. Tl^ Einstellung ber Professoren auf Lebenszeit wird geradezu als ein liebel hingestettt. Die wissenschaftlichen Forschungen ber Professoren beeinträchtigen bem Bericht zufolge ihren! B e r u f a l s L e h r e r, da sie ftch ben ersteren zu. ausgiebig widmen^ Der Verfasser des Berichtes weist auf einen ihm bekannten Fall hin, wo sich ein Universitätsprofefsor zwei Jahre lang tüiijnv- sckraftlichen Spezialforschungen hingab, bie beträchtliche Kosten für bie Universität verursachten, unb nach Ablauf biefer Zeit stelltet es sich beraud, baß bie gemachten Forschungen vollkommen teerte los waren. Ter Verfasser schlägt bemzufolge vor, baß unbebingt ein Ausschuß ins Leben gerufen werben müßte, ber mit ben Aufgabe betraut sein müßte, Einsicht in ben Fortgang ber For- sckpingen ber Professoren zu nehmen, bamit Verschwendung an' Zeit unb Gelb, wie oben erwähnt, vorgebeugt werben könnte^ Währenb z. B. an ber Harvarb-Universität eine jährliche Ausgabo von 1400 Pfunb Sterling für wissenschaftliche Forschungen vorgesehen sei, werde dieser Bettag in ganz verhältnismäßiger Weis« Überschritten, da jährlich melyr als 5000 Pfund Sterling aus- gegeben würden. Auch über bie Unpünktlichkeit ber Universitätsprof essoren wirb in bewegten Worten Klage geführt. Sv z. B. wird ein Fall aus der sonst als tadellos hingestellten Columbia-Universität erwähnt, wo die Studenten eines Kursus in einem Hörsaal nach Beginn ber für ben Vortrag des Professors festgesetzten Zeit sich darüber unterhielten, ob sie 5 oder 15 Minuten auf ben säumigen Professor warten sollten. Als ber Herr Professor auch na du Ablauf her Viertelstunde nichts erschien, beschlossen die Studenten, nicht länger zu warten unl> verließen den Hörsaal. — Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Der älteste ber Greifswalder Juristeufakultät, Professor für Kirchenreckst, Straftecht und Strafprozeß, Geh. Justizral Dr. jur. et tljcol. Emst 'Sterling, Mitglied des Herrenhauses, begeht am 7. Januar seinen 70. Geburtstag. Er ist in Zittau geboren. Seit Mick)aeliS 1901 ist er wegen eines Augenleidens von bet?" Verpflichtung zu Vorlesungen entbunden. ittett, eiserne .rschlitte« uni MßlWA > Häuser *• ,, L°°° Nr. 5 Erster Blatt W. Jahrgang Freitag, 6. Januar M Ttr eignet 9 mo”at'i*75BL,Viertel- AMA-f* A*t Hl HH4AI AtA|* Uii£ii:vllvL zIIIilHiIlI Bä» £ct,dined) -Anlchttche: IxJf _ volittfchen Teil: August S® General-Anzeiger für Gberheffen UOM Annahme' von Anzeigen und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steinöruderei R. Lange. Redaktion, Expedition vnd Druckerei: Zchulstratze 7. Land": C.He'h ^'ür den bis von,tttV's'üE' Expedition für Büdingen: Bahnhosftrahe 16a. - Telephon Nr. 50.______________________ Anzementeck: H Beck. Ofi Deutsche» Netch Frankfurt a. M. 12 239 000 Ml. oder einer hiesigen Waschanstalt in der Nöterstraße, nainenS Schmidt, vergiftete sich gestern nachmittag mit Arsenik. — Im vergangenen Jahre hatte Wiesbaden insgesamt 1 7 8 7 68 Kursreinde, davon zu längerem Aufenthalt 57 860 und zu kürzerem 120908 Personen. Im Jahre 19OL betrug die Fremdenzahl 193 407 und Zwar zu längerem Aufenthalt 76 764 und zu kürzerem 116 643 Personen. Gegen das Jahr 1909 hat sich demnach die Zahl um ca. 15 000 verringert. •• Der Lan deSverband hessischer freiwilliger Feuerwehren beabsichtigt für ferne Mitglieder bei einer großen deutschen Lebensversicherung^ - Gesellschaft eine Kollektiv-Versicherung abzuschließen. Verhandsungen mit den Kreisfeuerwehr-Inspektoren haben bereits stattgefiinden. ** DaS Ehrenze ichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung des GroßherzogS Heinrich Herchenröder zu bestellt. ** Die DerkehrS-Einnahmen auS dem Per- sonen-undGüterverkehr betragen nach vorläufiger Feststellung für die Eisenbahndirektionsbezirke ' - onn. und Mainz: im Oktober 1910 12 239 000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 623COJ Ml. — 4,4G Prvz, in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 84 3780U0 Rtk. oder gegen das Vorjahr mehr 4 4350JO jlRL = 5 55 Proz; für die Preußisch-Hessische Eisenbahngemern- schast: im Oktober 1910 183 320000 Mk. oder gegen das Vorjahr mehr 13 944 000 Mk. - 8,23 Proz., in der Zeit vom Beginn des Rechnungsjahres 1216 446 000 Mk. oder .gegen das Vorjahr mehr 77 396 000 Mk. = 6,79 Proz. ** Ordensverleihungen. Der König von Preu- ßen hat den nachbenannten Offizieren die Erlaubnis zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußifchen Orden erteilt und zwar: des Russischen St. ötanislausordens erster Klasse: dem Generalmajor Hahn, Generaladjutanten deS GroßherzogS von Hessen; des Russischen St. Ännenordens zweiter Klasse: dem Rittmeister Fceiherrn von Massen- dritten Klasse desselben Ordens: dem Oberleutnant von bad), Ftügeladiutanten des Großherzogs von Hejs.n; der S ch r o e ü e r, Flügeladjutanten des Großherzogs von 4- Grogen-Linven, ö. Fan. Fm Jahre 1910 hnitv den am hiesigen Standesamt eingetragen: 29 Eheschließungen, 54 Geburten, 5 Totgeburten und 27 Sterbe- älle. Kreis Fnedberg. x Dad-Nauheim, 5. Jan. Einen interessanten Abend bot heute im Svrudel-Hotel der Dorlragsverein feinen Mitgliedern und Freunden. Kapellmeuter Hans Phil. Hof- mann, der bei den Bayreuther Feilsvielen in diesem Sommer mitwirken wird, sprach über Richard Wagners „D i e M c i itc r- inger von Nürnberg". Er gab eine Erklärung des In- Halts und der Leitmotive und erläuterte seine mit viel Beifall aufgeiwmmenenen Ausführungen durch den Vortrag von.Bruchstücken für Gesang und Klavier. — Im Aildungsverem gibt das Rhein-Mainische Verbandstheater am nächsten Dienstag Jbieiis „Stützen der Gesellschaf t". 44: (»riebe l, ö. Ion. Tie Verpachtung unserer 886 Hektar Feld und 157 Hektar Wald umfassenden Gemeindejagd hatte ein überraschendes Ergebnis. Bisher zahlte eine Jagdgesellschaft, die auS hier ansässiger Mitgliedern bestand, eine Iahreßpacht von 1150 Mk. Bei her Reuverpachtung blieb em Herr auS Preungesheim bei Frankfurt mit 2451 Mk. HüchNbietender, der auch jedenfalls von der Gemeinde den Zuschlag erhält. — Heute hielt dir seitherige Jagdgesellschaft ein großes Treiben ab, bei dem mehr als 800 Hasen und 12 Die he zur Strecke gebracht ivurden. Tie seitherigen Pächter der Jagd haben diese allerdings, in der Voraussetzung, daß sie sie wieder pachten würden, seither sehr geschont. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach a. M., 5. Jan. Die erste Sitzung der Stadtverordneten im neuen Jahr brachte die ♦♦ Der Bürgersteig zwischen W i es e ck und G i e ß e n ist seit einigen Tagen wegen der Eis- und Schneemasscn ast unpassierbar. Eine Bestreuung mit Sand oder Kies wäre )ringenb am Platze. ** Selbstmord. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr wurde beobachtet, wie ein gut gekleideter Herr an der Wiß- marer Straße m die Lahn sprang und in den Fluten ver- chwand. Ueberzieher und Hut hatte er am Ufer abgelegt und eS konnte festgestellt werden, daß es sich um einen hier wohnhaften Privatier handelt. Die sofort aufgenommene Absuchung der Lahn an der UnsaUitelle blieb ergebnislos, die Leiche konnte bis jetzt nicht aufgefunden werden. Erstickt sind unmittelbar vor Neujahr 91 Stuck Hühner in einem Stall am alten Schisfenberger Weg Wegen der Kälte wurde der Stall geheizt und es entstand infolge davon nachts ein kleiner Brand, durch dessen Rauch die Tiere erstickten. Von dem Bestände des Geslugelhofes blieben nur 10 Hühner am Leben. "DasLängerwerdenderTage wird im DolkS- munbe durch Sprichwörter angedeutet: „Ter Tag um einen Schritt, zu Neujahr vorwärts tritt", „Vom heutigen Dreiköiiigstag um einen Stundenfchlag" sagt ein anderes. Während die Vormittage in der ersten Hächte des Monats nur 7 Minuten zunehmen, beträgt in der zweiten Halste die Zunahme bereits 21 Minuten. Größer ist bie Zunahme der Tageslauge in den Nachmittagsstunden, sie steigt von 19 auf 29 Minuten. Ueberhaupt sind bie Nachmi.tage mäyrenb bes ganzen Monats langer als die Vormittage, in der ersten Hälfte beträgt bet Unterschied 8 und in der zweiten Hälfte des Monats 28 Minuten. '* Maul- und Klauenseuche. 91 eue Ausbrüche der Seuche sind gcmclöct aus 91 irm, RegicrungSbeznk Aachen; Herne, Regierungsbezirk AmSderg; Lutten, Großherzogtum Oldenburg. Landkreis Gießen. Klein.Linden, 5. Jan. Ter Arbeiter W. Schwarz glitt auf dem Glatteis der Frankfurter Straße zu Gießen aus und mußte hcmigcfahren werden, da er sich erheblich verletzt Halle. Dcrmifcbtcs. ♦ Zu dem Erd b eben in Turkestan erhalten wir noch folgende Drahtmeldung aus Taschkent unterm 5. Jan.: In P i s ch p e k sind durch das Erdbeben viele Häuser zerstört worden. &vci größere Dörfer sind voll, ständig vernichtet. Tie Zahl der Umgekommenen ist un- bekannt. Prschewalsk ist vollständig abgeschnitten, do die Straßen durch Bergstürze unwegsam geworden sind. "Nähere Nachrichten fehlen, weil die Telegraphenverbindungen unterbrochen sind. ♦ Beim Barbier. Kunde: „Also ich will nur rasiert werden. Weiter nichts! Ich wünsche weder daS Haar geschnitten, noch den Hopf gewaschen, noch den Schnurrbart auS- gezogon. Iw brauche lein Haarwasser, keine Bartwichse, tar Parfum und keinen Kamm. So —! — —*' — Barbar: „Bitte sehr, mein Herr. Aber leiben Sie vielleicht an Hühneraugen?" » Begriffsstutzig. „Mein Daby läuft schon acht Monate l — „So! Wird es denn da nicht müde?" Kleine Lageschronik. In einem Berliner Po st amt verübte gestern abend ein junger Mann einen Raubüberiall aus einen Hausdiener einer Handlungssirma. Er streute dem Hausdiener, der ein Wertpaket Don mehreren 100 Mark ausgeben wollte, Psesfer in die Äugen, riß das Wertpaket an sich und flüchtete aui die Hilieruse des Uebersallenen. Ter Räuber flüchtete in ein RebenhauS und wurde dort aus dem Boden ergriffen. Tas Wertpaket wurde der Frrms wieder zugeslellt. Ein Ehaufseur in Charlottenburg fand im Dezember 1909 in seiner Autodroschke eine Tasche mit 40 OüO Rudeln in Bar und für 50 000 Mk. Diamanten, Perlen und Gold- geschmcide. Da der Eigentümer sich bisher nicht gemeldet hat wurde der Ehaufseur jetzt von der Behörde au|gc|oti>eri, dcn ganzen ivunb abzuholen. tim 5. Januar, abends 8>/, Ubr, fuhr nach einer amtlichen Meldung bei der Durchfahrt durch den Bahnhof BuboroM der 0-Zug Kopenhagen - Berlin auf einen an der Gleis- Verbindung zwisckxm dem LafegleiS und dem Hauptgleis stehen gebliebenen Viehwagen. Lokomotive und drei Wagen entgleisten, der Viehwagen wurde zertrümmert. Zwei Zugbeamte und ein Postbeamter wurden leicht verletzt. Beide Hauptgleise sind gesperrt. Der Personenverkehr ivird durch Umsteigen aufrecht erhalten. Ein Gleis wird voraus- lichtlich bis 6 Uhr morgens wieder frei. In R o m wurde am Donnerstag der von einem Hamburger nach dem Muster des Tierparks in Stellingen angelegte Zoologische Garten erösinet. . 3n Triest herrscht seit mehreren Tagen nn ungewöhnlich heftiger Sturm. Zahlreiche Personen wurden in der Stadt vvn dem Orkan zu Boden geschleudert: dreizehn erlitten schwere Verletzungen, zumeist Knochenbrüche und 1 mußten inS Spital gebrach! werden. Aus verschiedenen Orten in ’ Oberitalien wird starker S ch n e e st u r in gemeldet, du nuchrjoch Verkehrsstörungen zur Folge hatte. •* Dem hessischen Gesandten in Berlin, Freiherr Maximilian von (Sagern, widmet bie „Nvrdb. Allgemeine Zeitung" folgenden Nachruf: „Das Hin- scheiden deS verdienstvollen deutschen Staatsmannes ruft sowohl in seiner Heimat wie in der Reichshauptstadt, dem One seiner letzten amtlichen Wirksamkeit, tiefes Bedauern hervor. In der verhältnismäßig kurzen Z.it, b.e Frhr. von Gagein an der Spitze der hiesigen Großherzoglich Hessischen Vertretung stand, hatte der nun Verstorbene sich hohe.Acl)- tnng und Verehrung in weiten Kreisen erworben. Die Mitglieder des Bundesrats im besonderen brachten sowohl seiner gewinneiiden Persönlichkeit wie seiner b.e Arbeiten dieser Körperschajt stets tatkräftig förbernben Tätigleit hohe Wertschätzung entgegen." »* F n Audienz empfangen wurden vom Großherzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Hechler von Asien- heim, Professor Dr. Fink von Gießen und Professor wt. Eck von Gießen. •• Der Kliniksvertrag. Zu unserer gestrigen Noliz über die am 3. d. Mts. zwischen Vertretern des Staates, der Universität und der Stadt Gießen gepflogenen Verhandlungen ist noch nachzntcagen, daß hieran äuget den bereits genannten Herren noch teilgenonimen haben: vom Ministenuin des Innern RegiernngSrat Hechler und Nech- nnngsrat Götz, von der Universität die Pcofesioren Tr. VossinS, Dr. Poppert, Dr. von Franquö, Dr. Von und Tr. SievcrS, von der Stadt Gießen: Beigeordneter Keller und Stadtverordneter Wallenfels. ** D i e Kämpfe bei B r i a r e , die im Dezember 1870 imb Januar 1871 Ruhmestage unseres hiesigen Kai,er Wilhclm- Regimcnts waren, jähren sich in öicien Tagen zum vierzigsten R^alc. Um das Andenken an tcnc |ür alle Tert nehm er uiili- lärijdj und persönlich denkwürdigen .Tage gemeimam zu begehen. Vilbel. ♦♦ Ringkampf-Konkurrenz int Kolosse um. Bei gut besetztem Hause wurden gestern die Kämpfe fortgesetzt. Als erstes Paar rangen Eggeberg und H i tz l e r. Zwar konnte Eggeberg seinen Gegner mehrnials in Gefahr bringen, jedoch gelang es Hitzler, seinen Gegner schließlich unter ungeheurem Jubel aus beide Schultern zu werfen. Dann rangen Iakson und Cody Bill. Beide hatten wahrend der Konkurrenz durch thr unschönes Ringen den Unwillen des gesamten Publikums erregt. In der gestrigen Vorstellung zeigten sich beide von ihrer schlimmsten Seite. Jakson erwies sich schließlich als der Bessere und siegte nach acht Minuten. Das größte Jitteresse nahm dann der Entscheidungskampf E b e r l e - N u r l a h in Anspruch. Unter lebhaftem Ringen war der erste Gang ergebnislos verlausen. Im zweiten Gang gelang es Eberle, den 156 Kilo schweren Türken mit Untergriff von hinten zu erheben und ihn glatt aus beide Schultern zu werfen. Heute finden die Schlußkämpje statt. Alle noch ausstehenden Kämpie müssen bis zur Entscheidung ausgekampst, werden. Nach den Ringkampsen findet die Preisverteiluiig statt. Die Prämie von 3000 Rlark zerfällt in vier Teile von 1200 Ml., 800 Mk., 600 Mk. und 400 Mk. ** Jeder Land briefträger führt auf seinem De- stellgang ein Annahmebuch mit sich, w lcksis zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreibsendungen, Postanweisungen, gewöhnlichenPa- keie, Nachnahmesendungen und Z.ttungsbestellungen sowie der zur Frantteruna der Sendungen, zur Benelluna der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Beträge dient. Ci:i gleickjes Annahmeb.'ch führt jeder Inhaber einer Posthilsstelle für bie bei biefer niedergelegten Wertsendungen u>w. Es ist zweckdienlich, daß die Aufgeber bie Eintragung bet Senbungen usiv. in bie bc- zeichneten Annahmebücher eigenhänbig besorgen ober s.ch wenigstens von ber Buchung b.trch den ^anoLrieft.ägeu oder den Posthilsstelleninhaber überzeugen. Einführung der neugewählten Stadtverordneten in ihr Amt. Bevor Bürgermeister Dr. Dullo zur Verpflickitung der Neugcwählten schritt, hielt er an diese eine Ansprack-e, daß diese am Schluß eines schweren Wahlkampfes, luu dies in Offenbach üblich sei. eintreten. Sein Wunsch geh, dahin, daß mit ihrem Eintritt der Kampf beendet fei, daß sie nicht in den alten Stadtverordneten den Gegner erblicken, sondern nur die Mitarbeiter. Der Bürgermeister kam bann auf bie Verwaltung zu sprechen unb hob hervor, baß bie Versammlung in ber nächsten Zeit einen tieferen Einblick in biefe burch bie Errichtung sog. Par la men- larischer Ausschüsse erhallen werben. Er hoffe, baß baburch bas wechselseitige Vertrauen ztoischen Bürgermeisterei unb Slabtverorbneten immer mehr wachsen wirb. Alsbann nahm ber Bürgermeister bie Verpflichtung bet 16 neuen Stabtverorbneten vor, von fcen 2 ber freisinnigen Vottspartei unb bie übrigen ber sozialbemokratischen an- gehören. Alsbann würbe bie Wahl ber Ausschüsse unb Deputationen vorgeuommen, von benen einzelne iubezug auf bie Mitgliederzahl erhöht nnirbcn. Es würbe babei an- geregt, bie Slabtverorbneten bei Submissionen und stäbtischen Lieferungen a u s z u f ch l i e ß e n. Tie Ausbehnung bes Geltungsbereicks ber Porto - Orts- tage auf Frankfurt und Offendach wurde gemäß den Ein- gaben ber Handelskammern von Frankfurt und Offenbach befürwortet. m. Osfenbach, 6. Jan. (Tel,) In der letzten Zeit sind hier und in Frankfurt zahlreiche Fünf- und Zwei-Markstücke an» gehalten worden. Nun gelang eS, den Falschmünzer in Frankfurt festzunehmcn. — Die Arbeiter Franz Kern von hier und Zeitzel aus Ehemuitz wurden wegen Verübung zahlreicher Ein- bruchdiebstähle hier verhaftet. Hcfjen-Nassau. w Wiesbaden, 5. Ian. Dec 57 Jahre alte Inhaber Au» Stadt und Land. Gießen, 6. Januar 191L •• Tageskalender kür Freitag, 6. Ian. Stadt- »bea ter: .Das LeulnaniSmündelE. Antang 8 Uhr. Vortrag von Frt. Dr. Alice Salomon aus Berlin über »Mutterschutz'. Abends 8 Uhr in der neuen Universitatsauta. • Hessische Gesandtschaft in Berlin. Der Vroßherzog hat den stellv. Bevollmächtigten zum Bundesrat, ß)cf) Staatsrat K r u g v. N i d d a, bis auf weiteres mit der Führung der Geschäfte der Gesandtschaft am Preußischen Lose beauftragt und den vortr. Rat im Ministerium des Innern, Oberregierungsrat Dr. Ernst Weber, bis auf weiteres zum stellv. Devollmächtigten zum Bundesrat ''YTtmen Overst z. D. Weimer unv KreiSfeuerwehrimrmot Dey- berget ju Ni§d- alle Mitkämpfer von Briare zu einem A p p e l I auf dem vorderen Teile des Trieb auf Sonntag, den 1 5- 3 a - nuar, mittags 12 Uhr, ein. An den Appell ichttetzt sich cm kameradschaftliches Zusammensein auf der Liebigshöhe an. * Reichskommers der Gießener und Marburg er B u r s ch e n s ch a f t. Zur Feier der Wiederiehr des Gründungstages des Deutschen Reichs feiern bie hiesigen Bimmen- chaften „Alemannia", „Frankonia" und „Germania" zusammen mit den Marburger Burschenschaften „Alemannia", „Arminia" und „Germania" den traditionellen „Reichskommers , und zwar dieses Jahr in M a r b u r g. Am Vorabend des Reichsgrundungs» tages, am 17. Januar, versammeln sich die sechs Burichensckiaften mit ihren Verkehrsgasten. Gästen und den alten Burschen'chattern nach einem Umzug durch die Stadt in den Marburger „Stadttalen" u einem Kommers, der von der zurzeit der Marburger Du,chen- chast Vorsitzenden Burschenschaft „Alemannia" geleitet wird. Der „Reick>skommers" erfreut si ch'seit Jahren des regsten Zuipruchs aus Burschenschasterkreisen. ** Die Obsternte des Kreises Gießen. Die Kreisstraßen des Kreises Gießen lieferten im letzten Herbst 3300 Zentner Obst. Es wurde dafür ein Preis von rund 16 000 Mk. erzielt, eine Summe, wie sie bisher kaum erreicht mürbe. Die erzielten Preise gingen meistens über die Schätzung hinaus, nur an den Straßen Lich-Nieder- Bessingen, N.-Bessingen-Münster-Kreuz und Hungcn-Jn- Heiden blieben sie zurück. Aus letzterer Strecke waren bie Gebote so nichtig, baß ber .Kreis bie Versteigerung nicht genehmigte unb bas erstklassige Obst selbst erntete. Tie Schätzung bes Obstes am Daum betrug um Gießen, Klein» Linben, Großen-Linben 4 Mk., um Lich, Hungen bis Rris kirchen 3,50 Mk., bei Grünberg unb in ber Rabenau 3Mk. für ben Zentner. Dank ber vorzüglichen Obstsorten, bie von ber Kreisstraßenverwaltung abgeerntet unb im Kreisamts- keller verkauft würben, stellt sich ber Durchschnittspreis für ben Zentner auf 7,50 Mk. Die besten Apfelsorten fofteten 8, 9 unb 10 Mk., bie besten Bimsorten 12 unb 15 Mk. im Zentner. Die Kreisstraße Klein-Linben-Gießen^Linben brachte letzten Herbst allein 1750 Mk. ein. Die letzten Jahre brachten folgende Einnahmen: 1904: 10 224 Mark, 1905: 3610 Mark, 1906: 14 304 Mark, 1907: 4345 Mark, 1908: 16156 Mark unb 1909: 8123 Mark. Diese Zahlen werben sich immer noch steigern, ba jetzt von sämtlichem Baum» bestanb nur etwa ein Drittel ertragfähig sinb. Im letzten Herbst erfolgten wieberum Neuanpflanzungen unb zwar zwischen Lindenstruth unb Grünberg, Göbelnrob unb Beltershain, Eberstabt unb Oberhörgern nach bem Bahnhof. ff er Kaiser folgte am Donnerstag abend enter Einladung fe Ministers bes Innern zu einem Essen, zu dem auch bie anwesenden Ober Präsident en geladen waren. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt: Die „Neue Gesellschaftliche Korrespondenz" behauptete, es siehe lesi, daß in der O ftmarkenpolitik das EnteignungS- g e s e tz nicht zur Anwendung gelange. Diese Nachricht ist s e l b st- detstündlich falsch. Die Sta-atSregierung trifft keine aH- lormetnc Entsck-eidung, durch welche ein von ihr selbst herbei- jgesührieS Gesetz annulliert wich. Beschlüsse über spezielle 2 l l e, in denen die Anwendung bti. fSntrigmmgsrochts Pi ^rage kommt, stehen noch aus. Die Eintragungen in das Reichsschulobuch erreichten am 4. Januar eine Milliarde Mark, das ist 22 Pritzenl t>et gesamten einttagsfähigen Reichsschuld. Jluslanb. Bukarest wird gemeldet: Der Ministerpräsident Dratino überreichte bem König ben Rücktritt des Ge- a mtiii5 Brüssel wich gemeldet: AuS Orten deS linken MaaS- ufers trafen heute 4000 ausständige Bergarbeiter m Lüttich ein und zogen durch die Straßen der Stadt, doch wurde die 9tuhe nicht gestört. Die Lage un AusstandSgebitt ist im übrigen unverändert. . Aus Toulon kommt folgende Meldung: Tie Handwerker- kompagnie des 10. Artillerie-Regiments hat am Tonncrstag nach- mittag wegen schlechter Nahrung die Arbeit verweigert und später die Abendmahlzeit abgelehnt. Nach einer Inspektion des Obersten war um 9 Uhr abends die Ordnung roieber hergestellt. Der französische Marineminister hat angeordnet, daß bei Toulon, ebenso wie in Cherbourg und Bi>erw, eine Station für Flotten-Aeroplaue errichtet werden wird, ein ÖUU Quadratmeter großer Aufs lug splatz hergestellt werden soll. Ter K ö n i g v o n S p a n i e n ist in Begleitung des Munster- Präsidenten Canalejas und be5 Kriegsministers Aznat nach Melilla abaereiiL Am Bahnhofe waren die Königliche Familie, die Minister, die Vertreter der Behörden und des diplomatischen Korps awvcsend. Der spanische Gesandte in Tanger ist gleichfalls nach Mclllla ab gereift Auch der französische Dbcrfomnuiiar an der algeriich-marokkanischen Grenze, General Tontoe begibt sich nach Plelllla, um den König Alfonso im Namen der französischen Regierung zu begrüßen. . , In der Konferenz der tungtürkischen Karnmerabge- vrdneten stellten der Minister des Innern und der Finanz- Minister bie Vertrauensfrage. Die Konferenz sprach nach längerer Aussprache ben Ministern ihr Vertrauen aus. Ter persische Finanzminister erklärte am Donnerstag in Medschlis, baß bie Regierung infolge ber Opposition einer Anzahl Abgeorbneter arbeitsunfähig sei und daß bas Kabinett bcsbalb bem Regenten bei feiner Ankunft iem R u ck t r i t t s- gesuch unterbreiten werbe. Wenn der Medschlis es wünsche, werde bas Gesuch bem Regenten telegraphisch übermittelt merben. Die Minister verließen nach den Reden einiger Abgeordneter das Haus. Tas Medschlis kam zu keiner Entscheidung, doch düiste diese zuungunsten des Kabinetts aussallen. WV Mark 170 000 000- ft Ungarische steuerfreie Staats-Renten-Anleihe Zeichnungen auf obige Anleihe nehme zum Subskriptionspreis von 91.75 % bis zu: x Mittwoch den II. Januar entgegen. Die Stücke lauten auf Mk. 408, 2040, 4080, 8IGO. Zokspk ßerz, Bankgeiehäff Telephon Mr. 304 Rouelle des btefiqeii Lind Öeunnt Schwarze Anzüge zu verleiben bei 061*- 2. Stock zu Dcrmictcn. 511 Dolsstr. 10, Ecke Kaiserallee. Rodel Ziing. 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Schi- unb Rodelbalmen gut. Wliqgonsabrik A.-G. Rastatt. Letzte Nacl-ricl-ten. Lissabon, 6. Jan. Ter Minister des Innern wird eine Anzahl demokratisch gehaltener Reformen in ftraft treten lassen, die der konstituierenden Versammlung unterbreit, t werden sollen. Es handelt sich um folgende Punkte: Einrichtung eines wöchentlichen Ruhetages, Errichtung von Ehreiu- geriästshöfcn unb Gerichtsl-öfen zur Unterdrückung des Zweikampfes, Erlass eines Wahlgesetzes, staatlicher Schutz des Greisen- und Kindesalters und der Mutterschaft, Abschaffung der Prostitution, Verbesserung des Elementarunterrichtes und Errichtung Ä. • « SÄ Steiipuil halbseitig, mit Schränkchen -u kaufen gesucht. Schristt Angebote unter 196 an den Eiebener Anzeiger erb. Die vollständig neuhergerichtete Wohnung im 1. Stock der Auen Post tWaUtorftrahe 24) 7 Zimmer mit Zubehör ist ver 1. Avril anderweit zu vermieten. .40 Näheres bei Architekt Stein. Frisch gcslhch«cMstl! ’ sowie Pariser Kopfsalat empfiehlt billigst (0133 H. 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Ter Plan Doumers wird auch die Unterstützung der russischen Regierung haben. 1 empfiehlt sich im Aufbügeln und 7 Sievaneven von Herrenkleidern 7k zu den biüigiten Preisen. (010089 •[Oe Cihuno >l)t brad)tt dir tc» w ihr Amt rpstichtung bei nut »mpiad» ynampiei, mi( in Vuiijch geh, beendkl sei, daß den löegiier er- [ vurgermcistei und hob hervor, 1 einen he) er en • Parlamen- hosfe, daß ^wn Äürger- )t wachsen ivirb. »siichtuny bet ie der stell innigen molralischen an- Lusschäjse unb einzelne inbezug wurde dabei am ffionen uni hlieben. Tie ßorto-OrtS- gemäß den Ein. t unb Lsfenbach Lehrling für das Kontor eines hiesigen Engrosgefchäsies gesucht. Eintritt Ostern. Schristl. Angebote unter 188 an den (Siebener Anzeiger erb. hv^h Für sofort oder 1. Februar 1911 findet ein in bürgert Küche gut erfahrenes älteres Mädchen Stellung als Hilioköchin bei der tfandesbeilanftalt Marburg. Jahresvergütung zunächst 350 M- neben freier Station. Bewerbung, mit Zeugnissen alsbald erbeten. 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Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des alten Friedhois aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Bertha von Grolman. Qbcrvrimancr (überrcnlld).) erL gründ!. Nachhilfe. Schrisil. Anfragen unter 01)7 an den Giehener Anzeiger erb. Primaner erteilt Nachhilfe bei in iVroiiAÜfiid) und Kuglisch Scbriftl. Angebote unter 0122 an den (Siebener Anzetger erb. Sbcrprimflncr "ÄÄ bilieiuticrrirht in allen Lachern Sdniiil. Angebote unter uiJO an den (Siebener Anzetger erb. Giessener Rodelklub. Sonntag den 8. Januar 1911, 815 Ubr vormittags RobclsnlirtiiMPlib-Nlilihtiiii im Alter von 66 Jahren. Der Verstorbene stand seit 38 Jahren in den engsten Beziehungen zu uns. leitete über 28 Jahre unseren Grubenbetrieb, war Mitglied des Vorstandes seit 1900 des Aufsichtsrates unserer Gesellschaft. Herr Roth ist uns stets ein treuer Mitarbeiter und lieber Freund gewesen, unausgesetzt darauf bedacht war, das Wohl unseres Unternehmens zu fördern. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. D. H. V. Samstag, 7. Jan., abends Ü llbr. WkilinMscin in Steins Garten. Nm recht zahlreiche Beteiligung wird gcbeiciu iv*/1 _________Der Vorstand. Samstag den 7. Januar, abend- 8 Uhr, Gcncral- vcrsmiimlung im verein-lokal. - Tagesordnung: 1. NechnungSablage. 2. DorslandSwahl. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. v^ifittHhrrin c*m.pMcbu sich in und uUJUHUruU nutzer dem Halise 0118) Ludwigitrane 12 111. Kutscher-Verein Giessen. Statt besonderer Anzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen innigstgeliebten Sohn, unseren lieben Bruder, Enkel und Neflen Herrn Richard Schäfer Heute morgen 101/, Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem mit grosser Geduld getragenem Leiden meine liebe Gattin, unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margareta Über geb. Gilbert im 56. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Löher. Heuchelheim, den 5. Januar 1911. Die Beerdigung findet nächsten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, , znm HohcrodSkops. (J\J (Jührer: Andr Höver auS yioriDcncv.i Sonntag abend: (Gemütliches duiamnifuicin in Schotten, Gauhano zur Traube, »„gleich Schluff dcS UurinS. Abfahrt von Gietzen Saulsiag 8>", 8^ llbr._________v»h NeuesSladltheater Giessen Direktion: Hermann Stelngoetter. Freitag den 0. Januar 1911, abends 8 llbr 11. Jreitag-Abonnem.-Borstellnna Honte mittag verschied sanft unsere geliebte Schwester und Tante Fräulein Fanny v. Grolman Primaner iOberrealschule) ert. jüng. Schülern Nachbilke. Schristl. Angebote imtcv 0104 an den (fliehetun- Anzeiger erb. Gediegene» KlavleronlerrlcIitcVf^*! Veumiu au mätzigem Preis. (flefl. ichliul. Kleidung um. 010488 an den Gtetzener Anzeiger erbeten. 2 Freunde, 28 u. 34 I., ev., in gut Stellung, imvos. Erscheinung, des Alleinseins mübc, wünschen ans diesem Wege mit Damen iWuw. nicht ansgeschl r zwecks soaierer heirat in Perbindung zu treten. Photogr.. wenn mögl., erivünschi. EritNgemeinte Off. unt. 0125 an den (flienener Anzeiger erbeten. Diskretion zngeffchert.___________ Plattduisken In'd Fenhorn Vnn Darre, fr'reedag’s, abends Kohl mit Npeek an Pinkel. (,M Danksagung. Für die uns bei dem Heimgänge unserer lieben Mutter Frau Pfarrer Magdalene Weihl erwiesene Teilnahme danken herzlich Die trauernden Hinterbliebenen I. d. 91 Lenha SchuUhcis, geb. Weihl. Gietzen, den 6. Januar 1911 1190 I Danksagung. Jür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Gainn, Mutter, Schwiegermutter, Grohmuuer, Schwester und Tante Frau Margareta Fink, geb. Atzbacb sowie für die vielen Dlumenspenden und für die tröst» reichen Worte des Herrn Pfarrer Heoding. dem (flcfana- vercin Eintracht für die Kranzspenden, sowie iür die so überaus zahlreiche Begleitung zu ihrer letzten Ruhestätte sagen mir unseren herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Heinrich Fink I, Gastwirt. Hausen, 5» Januar 11)1 L 0134 Vom 2.-14. Januar 1911 findet mein diesjähriger Ausverkauf statt. DVi D. Schlosser. W Ein Posten Damen-Tanz-Schuhe Wiener Fabrikat, zu jedem annehmbaren Preise Ein Posten Damen-Chevreau-Knopf-Stiefel E. Sz jetzt Mk.l2.~u. 10- Em Posten Dam e h Sch fiüp-StiefeI früher Mk. 12.— n. 11.— jetztMk. 8- Carl Berg Schuhmachermeister Ge£r. 1838 MäusburS 4 Tel. 609 Posten Herren-Chevreau- u. Boxcalf- Schnür-Stiefel „hervorraKende Qualität/ etwas schmälere Form, Jnf-zi |\/|L 1/1 früher Mk. 19.- JulZ.1 IVIl\. In*. Zur Eulhebttlui Von Ncujlihrs-(8luckwttnjchttt Nud nachträglich Gaben sür die Kleinkinderbewahranstalt einge« gangen von Rechtsanwalt Kausmann, Schreinermeister Karl Hahn, Professor Elemni. (fliesen, den 0. Januar 1911. Ter Porstaud der Kleinkinderbewabranstalt. Pamen-TurtiVerein Giessen. Tie Tnrnstunden beginnen Freitag den 6. Januar. Aufnahme neuer 2)hlqheber Dirnslags und Freitags 5 Uhr m der Turnhalle, Wesl-Anlage 43. 187 Der Vorstand.