Erstes Blatt 161. Jahrgang K MttAimi-er viertel' Nr. 285 Erstes Blatt 161. Jahrgang Montag, 4. Dezember 1911 Der «letzeuer Lnzet-tt O /S Z*X. XfT O rllt trfdxtnt töfllid), außer jpÄMö Af M V monntltd)75-B1.,uicrteI- M miofcoitof II T^vfiLiltlLvL <£1IliIClllr I tond» Ty jr Mr I - i ■*< I I ■ eute hat üch tules im rocfer.tlidKX konzentriert auf die zwei Haupl-e-oloiustrumente Klavier und Violine. Das erstere, obwohl jüngere, Muntwertzcug hat das ältere Strcick)- inftrument an ridieitiger Ausdruck^mt.glick)keil, technischen Ver- I’ciferungcn und allgemeiner Velicbtheu xucryolt, wenn auch die Violine in der Land bedeutender Virtuosen sich als ebemumig behauptet — abgesehen von ihrer dominierenden Stellung als Kern und unentbehrlicye Führerin unserer Kammer- und Orchestermusck. Zwei nach Eharakter und Deutung grundoenchiedene Munt- Werkzeuge und zwei nidü minder üericmebeiic Kunstier-Jnbivi- duaiitäten, bie den zweiten Soloabend des Kvnzerwereins zierten, Lamond, der gereifte, wohlbekannte und erfo.gsichere rci acker- beberndjer, der uns in feinem Streben nach scy.ia-ter Große und Vermeidung weichlicher Gefühlsschwelgerei so winvatiich ist — auf der anderen -seitc ein ncuaufgeyender Stern am Gciger- Öimind: I. Szigeti-Budapest, der naturgemäß vorerst beion- teren Wert auf den Glanz feiner Birtuosemeiftungen legen muß, indes trotz seiner Jugend nicht nur über eine fabelhafte Technik, fvndern aua> über eine sehr respektable Höhe kunsuecischer Auf- faifung verfügt. — Bon den v>aoen Lamonds muüjicn wir bc- wnberS hervorheben: Tie mächtige Walbft.in-Sonate von Veetyo- ven und des gleichen Meisters Scherzo aus der Sonate co. 31 Ar. 3. Nicht in gleichem Maf-e vermochten wir uns zu erroamien lei der Interpretation Chopinicher Werke, besonders der düster großartigen B-moll»Sonate, io doch auw die fccUung im übrigen SU bewerten fein mag: die wohweremiigte Scheu vor jeder ^nui- Mentalität führt bat Künstler doch hier und da an bie Grenze, Wo — sagen wir einmal — eine etwas zu avEetüdK Strenge uns Harte „Geradlinigleck" beginnt; Beethoven liegt feiner Eigenart zweifellos besser als der mitunter so weich und taimnifo) schck.crnde Ehopm. Szigeti errang feine Lorbeeren vorwiegend i.i cki kalt des Stückes von Corelli eingefchobenen) Chaconne von Bach und tu den 3 Sätzen der Symfome espagnole von X'alo; hier w.e in feinen weiteren Tarbicmngen verbiU'ste er durch eine gidnjenoe Beherrschung feines Instrumentes, bie ihm die AnwarOcha't au' einen Platz in der erften Reihe der Geigenvirmosen eröffnet; bemerkenswert ist seine Sicherheit in den höchsten Regionen der Violine und in den Flageolettonen. Obwohl im Aeußeren keines- ivegS an „Zigeuncrb.ut" erinnernd, zeigt doch der junge Ungar ein national angehauchtes Temperament, Feuer und Ausdauer. chauplatzes, durch bie ber etiropaifche i&ikerfrieben in Gefahr geriete, eno- gültig absieht unb womöglich mit ber Türkei einen für beide Teile ehrenvollen Frieden fchließt, jo wurde es sehr zu bedauern fein, wenn ihr durch den Sieg Aehrenthais ein Strich durch die Sied)iiung gemacht würde. Wer in Zukunft Recht behack, ob der Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand mit seiner italieufvindckchen ober ber Minister bes Auswärtigen Graf Aehrenthal mit (e.iicr ltaliensreunblichen Pocktit, wird sich erst nach ber kunfckgen Haltung Italiens im Kriege gegen bie Türkei en.fcheiDen lassen. Unternimmt J.ack;N trop seines wieberhocken Ber- fprechenö, es nicht zu tun, dennoa) Streiszuge an der Adria, und wir,t es bie Kriegs.ackel auf ben Batmn, weil es b.e Tripo.isfrage weder in Tripolis selbst, noch im Aegäijchen Meere und den kleinasiatifchen Gewa,sern zu einem iym günstigen Aus trag bringen tann, wie es heute eigentl.ch lvahr,cheinlich ist, so durfte ber jetzige Sieg bes Gra,en Aeyrenthal nur einen Pyrrhussieg bcoiutcn und Oesterreich- Ungarn mit J.acken nur zu bald bie K.ingen kreuzen. Was Var Spiel vom Sterben der reichen Manner. (Berliner Theaterbrief.) Berlin hat wieder ein großes Theaterereignis gehabt, das Max R c r n 1) a r d 1 und X)ugo v. Hofmannsthal g m iniam oeraiii.altct hab.n. lieber o.e Äuf.uycung, die auß^rorden.iiu- ,.ari besucht war, wird uns geschrieben: In der weiten Halte des Zirkus Schumann hat nun Hugo von Hofmannsihal^ „E-n^u.rung ' der a.te.r M.ra- liiät .^Jedermann" unter der Regie Atax Reinhardts ihre Uraufführung erlebt. Tie weite Rotunde oes Zirkusraumes ift bis zu den höchsten Sitzr.chen von erwar.ungsvoite.i Meirichen gefüllt. Tas nüajtcrne Stoh.gerüit der TeueiUDvlbung verhüllen mäcytige bunlle Lleinwandflaa-en, nur wenige Kichrer leuchten, auch sie sind von dümpicnden Stoffen oerhälck. Dann cc.Lf ..en die lept.n Ti -üquellen, ti.t mihnenoeS Sä te.i k r^ iljer Glocken, wogt aus unbeianmer F rne dura» d.e St.Ue, e.n Heller S--ein fällt auf das flaaw Podium, auf dem nun der Svielanfagcr erscheint. Tas ist der Auftakt, mit dem das Spiel vom Skcroen des reichen ManneS beginnt. Schlicht und roh ist das Schaugerüst gezimmert, ein steiler, kerrafsenartiger Aufbau, dec Eingang zu den Stufen von Gottes Thron. Im Halbdunkel steht die finstere Gestalt des Todes und emp ängt von der Stimme des unsichtbaren Herrn den Auftrag zu seinem Botgang: Jvdermann soll vor Gottes Rick-trrstuhl er- scheinen und Rechenschaft ablegen, wie er die Tage s.ineS Erden- dascins angcw.ndet. Tann beginnt für den unbefangenen Zuschauer die Ueberraschung, die nach und nach in eine S.immung sinnender Ergriffenheit hinüberführt. Unten, „auf Erden", erscheint in prächtigem G wand der reiche Jedermann, c.n btit’rcr, sorgloser, den Freuden dieser Welt zugewanoker junger 9)1 nsch. Eine Reih.' von bunien Episoden veranschaulicht die kindl.che Kurzsichtigkeit dieses leichtfertigen Erdensohnes. Mit dem Erscheinen d.r jungen lebensfrohen Buhlschaft und der ausge.assentn Kumpanei der wein- und weiberfrohen Freunde kommt Leben, Farbe und Bew.gung in das Ganze. Tann beginnt ein lustiges Gelage. Rur Jedermann sitzt freudlos inmitten der fröhlichen Gesellschaft. Und während die Genossen ihn vergeblich aukzu- beitern suchen, tönen dröhnende Glockenschläge, hingen drohende und mahnende Stimm.n, die nur er allein hört. Bis dann plötzlich still und unerbittlich die grauenvolle hohe Gestalt des Todes hinter s.inem Stuhle aurta_ua,t, Lachen unb Scr^rzen auf ben Lippen er'-arren laß: und mit strengem Wort den Richtoere ten vor den Richterstubl des Herrn fordert. Eine Stunde Frist läßt er dem Toren, um seine irdische Rechnung abzuschließen. Bon Granen geschüttelt, sind die Genossen von Jedermanns Glück en.'lohen, zuerst d.e Buh.svan, dann die Kumpanen. Unb nun beginnt das erschütternde Spiel, wie der lebende Jedermann vergebens Ausscyau hält nach einem einzigen Geführten, der ihm treu bleibt unb ihn auf der Reise zum Gericht begleiten möge. Erst in dem Augenblick der höchsten Not erscheinen in das für Deutschland unb für das ganze übrige Europa im Gefolge hakle, ist klar. Und bie Gefahr eines ganz Europa burchlohenden Bölkerkrieges ift nm so näher gerückt, als ber Ernst ber Lage zwischen Tentschlanb und ben Entente- Mächten auch heute noch nicht nur fort besteht, joubern jidi vielleicht durch die Gerüchte von deutschen und englischen Flottenrüstungen sogar noch verschärft hat. Wien, 4. Tcz. In dem auswärtigen Amt nahestehend, n Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß Graf Aehrenthal dein Kaiser neuerdings feine Entlassung angc boten habe. Tie Veranlassung soll das offiziöse iS ommun.au? d» > Kriegsministers bilden Von eingeweihter Seite wird ferner ver sichert, daß ber eigentliche Grund zu dem encrgiidieu Auftreten des Grafen -Ehren.pal gegen jeo - Provozierung Italiens baram »urückzuführen sei, daß tnc bisherige Fühlungvtiahme mit ben Drei Jtabinclkn Wien, Berlin und Rom die Er Neuerung des Treibundes als bereits gesickert ergeben habe Die Volksbewegung in Persien gegen Nuhlanö. Teheran, 2. Tez. Persien hat in seiner Antwort auf das russische Ultimatum in ruhiyer Sprache bie Erünbe bargclcgt, die es bewogen haben, bie russischen Forderungen zurückzuwcisen In ber Antwort wirb die russische Regierung aufgeiorbcrt, die Tatsachen eingehender zu prüfen unb alvbanu ihre Forbernngen neu zu sormu lieren. In der Stabt herrscht große Erregung Tic Bazare unb Läden sind geschlossen. Tausende junger Lent oeranflaltcn Umzüge und Kundgebungen unb hab. n Plalake angeschlagen und brachten Rufe aus: Tod ober Freiheit! In Mauroin soll Pt 1 nz Firmann Firma ermorbet worden sein. Heute morgen wurde der Recu tionär Had)i Moyamed das Cpfer eines Attentates Russischer Tee unb Zucker werden dopkot tiert. In ben Straßen fanoen russenieindtiche Kundgebungen statt. Ter S t r a ß e n b a h n v e r k e h r, der von einer velgtichen Gesellschack unterhalten wirb, nmrbc von der Menge unterbrochen, bie die Scraßenbm,n für ein russisches Unternehmen hält. Auf zwei politisch unbedeutende Personen wurden Mordanschläge verübt In den Moscheen rufen die Geistlichen alle Perser zur Uinigung und zum Kampfe gegen bie Auslcin der au|. Biele Gewehre sind verteilt worden. Russischen Patrouillen ist es zu verdanken, daß heute die Ruhe nicht gestört worden ist. ®eiitrreid)if.i;e l?.ljstruppen für Llfina. Wien, 2. Tcj. Bo.i oern gegenlUurdg uc Schanghai liegenden Kreuzer „Kaiser Franz I 01 e f I." |üib ein Schiffsleulnant mit 38 Mann zum Schutze der 0 st erreicht scheu Niederlassung in Tientsin ein grcgaiiciiuunianl, ein Lcyifisarzt unb 42 Mann zu* Berstariung des W a ch t b e t a a; e m e n i S der öfter r e i d) 11 U) c n Gefanb 1 schaft 1 it Peking mit Tampiei nach Tientsin abgegangen. SraatreiJ) und öas Marotioaviommen. Ter Bericht des Tepuri^r.en L 0 n g über bin französisch beutjchen Lertrag ift am Samstag d.r Kammer vorgelegk der Gestalt einer kraftlosen kranken und verhärmten Frau die bislang vergessenen kümmerlichen „Gute-Wcrte'" JeOennanns: cue einzigen. Die ihm jetzt zur Seit,- stehen. In stiltcc »erhärte; Honnung auf Gotte-, warmherzigkrit tritt er Die große Re.se an. Tiefe schlichten Borgänge steigern sich zu einem wachsendcu Eindruck, deifen Lchrhastig.e.t wahrend des Spiels kaum zum BewUtz.fein bringt, unb üj r bc:a Ganzen liegt eine religiöse W.ih:, bie sich fait geg.n den stürmifck-en Beifall auslehnk, in bem ber Abend ausklang. H 0 f m a n n s t h a l s Verse bemühen sich, b fajliqic naive R.imtunn ber altenJ’Jtoraiilät briznbepa.ten, wenn euch bie draiuiche Derbheit uns Schlagkraft baoei den zarteren fänden des Wi.ncr Poeten entgleitet. Mittelpunkt d r Dar stellung ftanb M 0 ifsis lebensvolle Verkörperung bes Jco.r manu uno bewältigte rnüh.los den Auftrag von irotiaict Lustig feit unb trostloser Bcrzweislung zu der stillen übersinnlichen Verklär.heit des Enbalkorbs. Von larbenfaiter, prächuger Leben bigkeit waren die GelagKzenen, bei denen and) die für ö1*, Spiel gcsckafiene naive volts^mlia-e Musil von Nilson glüahd) zur Wirkung kam und den S.immungsreiz dieser schönen Wiedererweckung vergangener Zeiten verstärkte. Wd. Friedrich Ternburg f. Berlin, 3. Tez. Ter Schri.titeller Friedrich Ternburg, der Baler des ehemaligen Staatssekretärs Terr bürg, ift im 78. Lebensjahre gestorben. Friedrich Ternburg wurde am 3. Oktober 1833 in Mainz geboren. Er hat seine Jugend in Gießen verlebt, studier! Die Reckte und wurde HoigeriustSadvokat in Darin,ladt. Inden er sich ber politischen Pubnzi ük widmete, wurde er auch in b:c hessisa-e 2. Kamm.r gewählt. Dem Reickstag gehurte Ternbiug von 1871—1881 an als Abgeordneter für ben Bezirk Ticöurg Offenbach. 1875 würbe er Ehefredak.eur der „Nativnalz ilung". Zuletzt war Ternburg FeuUlewnredackeur des „Berl. Tageol/' Friedrich Ten.uurgs *00 wuroe uucai ein schmerz astes Blasenleiden beschleunigt. Ternburg feiert noch am 3. Cf tober klaren Geistes und in voller Lebensfreude in seine Grunewaldvilla seinen 78. Geburtstag. ♦ — ZumJubiläumderdeuichenBurschenschafi Tie ftonimbüon der deutschen Burschenschaft bereiiet zum Jul läumsjahr 1315 eute „Geichickste der Burschenschaft bis zu b. 1 Karlsbader Befchälisen" vur. zie 'ocarbeirang Hai P. Dentzck' übernommen Ferner soll eine Sammlung ten Lebens.■:.or'T ■■ oedeutcnc-er Burschenschafter von H. Haupt und P Wenyl.. Ijcreu - gcgebeit werden. Mia) tuif c. . ngt. Ge auildarstellung bet Bur- Ichenicyafi-geichichtc wird zu Yenern Zeüpuntt erscheinen. 15 u |at).|at.| Großen-Buseij Fr gebradjt Oberau erhältlich. Unser bester Glühkörper « 6 5 9 11 1 1 1 1 1 1 1 1 Ralbfleifd), gewöhnliches Schiveinefleisch . . . . Wurst von pur Schweinen Auergesellschaft . Berlin 0.17 l'tofab toll, auszu . -3i Itinem cch/oiegrivDez. Gestern abend veranstaltete die hiesige „Heimatvereinigung" int Saale des Gasthauses „Zur deutschen Eiche" eine volkstümliche Abendunterhaltung, die das Gepräge „Heimat" im besten Sinne des Wortes trug. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des bekannten Volksdichters und Bauers H. Naumann aus Nanz- hcmsen bei Lohra über: Heimatdorf und Heimatliebe. Ein echtes, von warmer Liebe für die Heimat durchdrungenes Dichtergemüt sprach aus den tiefempfundenen Ausführungen des Redners. Gedanken, wie sie der Dichter und Bolksschriftsteller in seinen Geschichten eines hessischen Bauersmannes „Vom Heimatacker" und „'Tu mein stilles Tal", sowie in seiner prächtigen Gedichtsammlung sutn Ausdruck bringt, wußte er in poesiedurch- hauchten, ergreifenden Bildern vor dem gespannt lauschenden Publikum zu 'entrollen. Pflege des Heimatssinnes durch Pflege der Liebe Mm Vaterhaus, zum Heimatdorf, zur heimatlichen Flur, aber auch Pflege des deutschen Gemüts und des deutschen Volkstums sind notwendig in unserer hastenden, drängenden Zett, in der das Herz vielfach M kurz kommt, in der die Städte mit all ihren Zerstreuungen eine gewaltige Anziehungskraft auf unsere Landbevölkerung ausüben und deren Eigenart und Bodenständigkeit zu verdrängen drohen. In diesen Gedanken gipfelten die trefflichen, zu Herzen gehenden Ausführungen, die mit einem ernsten Mahnwort an Jungfrauen und Jünglinge, an Eltern, Lehrer und Pfarrer schlossen. Umrahmt war der Vortrag von 'Deklamationen der Schulkinder, sowie prächtigen Vorträgen des Zitherkränzchens und des Gesangvereins Harmonie; eine theatralische Aufführung durch die „Wandervögel" vervollständigte das hübsche Programm der eindrucksvollen Veranstaltung, die einen vollen Erfolg für die dankenswerten Bestrebungen der Heimatvereinigung bedeutet. k. Wies eck, 4. Dez. Der hiesige Turnverein, der nächstes Jahr auf sein 50 jähriges Bestehen zurückblickt, hielt am Sonntag abend eine sehr stark besuchte Hauptversammlung ab. In ihr wurde hauptsächlich die Vorstandswahl und das 50 jährige Jubiläumsfeist behandelt. Als 1. Vorsitzender wurde der nun schon seit 27 Jahren zur vollen Zufriedenheit amtierende Ludwig Daubert einstimmig wiedergewählt. Auch der übrige Vorstand wurde aus gut bewährten Mitgliedern zusammengestellt. Aus Anlaß seines 50 jährigen Jubiläums wurde dem Verein vom Lahn-'Dünsberg-Turuerbund, der gegenwärtig 30 Vereine umfaßt, das 7. Bundesfest übertragen. Ein alter Gründer, Herr Heinrich Kolb I., wurde als Festprchident ernannt. Als Festtage wurden der 20., 21. und 22. Juli in Aussicht genommen. Nachdem noch der Gesamt-Festausschuß ernannt und einige lokale Fragen erörtert waren, wurde die Versammlung mit einem dreifachen auf die deutsche Turnerei geschlossen. heiratete 7 'fr : ?riL?Ciitcr Adam Jos. Blam.geriet nach' reichlichem Alioholgenuß mit dem Fuhrunternehm-'r Franz "Winter in Streit, der schwere Folgen gezektigt *at. Als Blam im Verlaufe des Streites Winter mit einer Eisenstange bedrohte, zog dieser sein Messer und brachte seinem Gegner einen gefährlichen Stich in die Lunge bei. Blam wurde in schwerverletztem Zustand ins städtische Krankenhaus gebracht. Winter wurde heute in seiner Wohnung verhaftet, aber später wieder auf freien Fuß gesetzt. Kreis Wetzlar. # Krofdorf, 3. Dez. Durch ein unglückliches Zusammentreffen von Umständen wird die Inbetriebnahme der elektrischen Beleuchtung verzögert. Erst streikten die Monteure in der Elektrizitätsbranche, bann kam dazu das Schadenfeuer in den Siemens- Schuckertwcrken Nürnberg, das die für uns ^bestimmten Trans- formatoren vernichtete, und jetzt, nachdem alles bis aur die Schalttafeln fertig ist, kommt der große Berliner Metallarbeiterausstand hindernd in den Weg. Trotz aller dieser Zufälligkeiten hofft man bestimmt, daß es noch vor Weihnachten in unserem Orte Lickt werden wird. — Von unseren 313 Wohnhäusern haben sich 213 Besitzer zu der Abnahme von Elektrizität berett finden lassen. In der Installation für diese Gebäude haben »ich die Firmen Brinkmann in Gießen, die SiemenS-Schuckert- werke und das Elektrizitätswerk Gießen geteilt, so daß etwa 7$ der Gebäude eingerichtet ist. Sobald unsere Gemeinde mit Strom versehen werden kann, sollen die Arbeiten für Gleiberg beginnen, wo man mit 30 bis 35 Anschlüssen rechnet, unter denen sich auch die Burg befindet. Hessen-Nassau. sl Marburg, 2. Dez. In einer heute nachmittag im Pfeifferschen Saale abgehaltenen zahlreich besuchten Versammlung des landwirtschastlichen Kreisvereins Marburg gab Herr Bauverwalter Siek aus Kassel beherzigenswerte Ratschlage betreffs Förderung der heimatlichen Bauweise auf dem Lande. Bei Neu- und Umbauten von Wirtschaftsgebäuden empfahl er, auf feuersichere Decken, guten Untergrund, sowie gute Isolierung und Lüftung Bedacht nehmen zu wollen. In vorkommenden Fällen möchten sich die Landwirte an die Baustelle der Landwirtschaftstämmer in Kassel wenden. W. F r a n t f u r t a. Pt., 3. Dez. Heute früh gegen 6 Uhr stürzte der etwa 48jährige Schuhmacher Konrad H alter in den Main und ertrank. Trotzdem er sofort aus dem Wasser gezogen wurde, blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos. Die Leiche wurde nach dem Friedhof gebracht. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. — Um y88 Uyr morgens schoß sich der 27jährige, aus Würzburg gebürtige Kaufmann Wilhelm Karnvach in selbstmörderischer Absicht eine Kugel in die rechte Stirnseite. Ins Krankenhaus gebracht, erlag er nach wenigen Stunden der schweren Verletzung. Arbeiterbewegung. Tie Aussperrung der Metallarbeiter. Berlin, 4. Dez. Die Zahl der ausgesperrten Metallarbeiter wird von der Arbeitgeber- und Arbeitncbmer- Organisution verschieden groß angegeben. Während die Industriellen mit 60 000 Ausgesperrten rechnen, hat der Deutsche Metallarbeiter-Verband nur 32000 festgestellt. Irgendwelche Schritte, die dazu beitragen könnten, dre Aussperrung schneller zu beseitigen, sind bisher von keiner Seite unternommen worden. Im Norden und Nordwesten Berlins und besonders in «Ober- und Nieder-Schöneweide macht sich der Erfolg der Aussperrung bei den Geschäftsleuten bereits stark bemerkbar. Die Pastoren der Re- formationskirchein Moabit erließen eine Bekanntmachung zur Unterstützung der durch die Aussperrung in Not geratenen Gemeindemitglieder helfend tzinzugreifen. Diese 'Bitte wurde an der Kirche angeschlagen. Königsberg, 2. Dez. Infolge des Form er aus- stand es, der letzten Dienstag in der hiesigen Uniongießerei, Fabrik für Lokomotivbau, wegen Differenzen im Arbeitsverhältnis ausbrach, versüßte heute dre Direktion die Aussperrung der Arbeiter für alle Betriebsabteilungen. Es kommen etwa 900.Arbeiter in Frage. --»Hausen, 3. Dez. Unsere Gemeinde-Hebamme Frau Jobs. Lang feierte am Sonntag ihr vierzigjähriges Deinstiuoiläum. Sie versieht seit dem Jahre 1871 den Hebammendienst in der Gemeinde Hausen und hat jetzt das 63. Lebensjahr überschritten. Sie hat sich während dieser Zeit in der Gemeinde sehr beliebt gemacht, uni) es wurden ihr an ihrem Jubeltage viele Glückwünsche bar» fei 9er MÄ die inan c ildffl Kenn sei- II >11 bauli chen ' Hs» I sie mit Sch? I »ach S, M 1 L? Mr noch nick I '' Sibelschet Lektüre emes I §einheim an oc I erricht bet junfl MM and armm 1 K: ,N er sah |rft der kleinen P | m was gibts?" ■rt auch eenen vo I Mit mein Onk ■tu die Antwort. ■j^t die Landsmi I^iaham kam,' den. Mmheim zwischen fcjen Pfalz H Wals Ferne." - 1‘ rilel um ein new Wern geboren. A fragt und wem Eier nicht bekam ■feien diese Stadt: Ent. Denn da h I sangen" (Erlangen sies Beispiel an: i» Zunamen? - |in Name ist gro I Ernst anrufen. ’ ' Zum Bern MDernement Vite .-Men berichtet'. ( ■miitie vor bte'i tzü .! ans erster W : (i großen MerswM ;:«begann der iiah umgen Katharina ben küen in den Aeq leg »em Äesuch, das M | i'.h lernen ffiruhl, bie. I 'Tn enlipiog ein I : junge gewann epurei ist nur echt in Originalpackung WWSWW mit Aufschrift JJegea;' Aus Stadt und Lund. Giegen, 4. Dezember 1911. •* Tageskalender für Montag, 4. Dez.: Oeffentl. Versammlung deS Alldeutschen Verbandes: Vortrag von Prosessor Dr. Rich. Gras du MouliN'Tckart-Müuchen: SDtarottopolttit. Abends 8X Uhr in Steins Garten. * ** Vorn Bau der Gießener Kinderklinik. Die von der Avoßh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge aus Mttteln der Ernst-Ludwig- und Eleonoren- Stiftung zu errichtende Kinderklinik auf dem vom Staat zur Verfügung gestellten Bauplatz an der Friedrichstraße ist jetzt im Rohbau fertig gestellt. Der innere Ausbau des Gebäudes wird während des Winters so gefördert werden, daß die .Einrichtung bis atm September k. I, beendet sein kann, so daß im Oktober der Betrieb der Anstalt: mit 30 Betten eröffnet werden wird. In der Anstalt soll die .Ausbildung von Schwestern für Dritter- und Säuglingsfürsorge (Eleonorenschwestern) erfolgen und es ist geplant, später ein Unterkunftshaus für diese Schwestern im Anschluß daran zu errichten. Uebrigens ist die ganze Anlage so gestaltet, daß ihre spätere Vergrößerung möglich ist. "Für die Ueberlaubtentrale Gießen haben von den vorgesehenen 43 Gemeinden im Kreise Gießen sich nun folgende 39 Orte mit 32 500 Einwohnern zum Anschluß gemeldet: Albach, Mendorf an der Lahn, Mendorf ci. d. Lumda, Merlshausen, Mten-Äüseck, Annerod, Beltershain, Beuern, Burckhardsfelden, Climbach, Daubringen, Garbenteich, Geilshausen, Großen-ÄUseck, Harbach, Hausen, Heuchelheim, Kesselbach, Klein-Linden, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Mainzlar, Odenhausen, Oppenrod, Reinhards- hain, Reiskirchen, Mdgen, Rüddingshausen, Ruttershausen, Saasen, Stangenrod, Staufenberg, Steinbach, Treis a. d. Lumda, Trohe, Watzenborn-Steinberg, Weitershain und Wieseck. Nachdem die Lieferung des für die Zentrale nötigen Lettungsdrahtes vergeben worden ist, werden in der allernächster Zeit die Maschinenlieferunaen für die Zentrale ausgeschrieben. Die Arbeiten zum Anschluß der Orte im Kreise an das Gießener Werk, für die die Pläne bereits borlregen, werden so gefördert werden, daß ein Teil der Gemeinden bereits am 1. Oktober k. I. Strom erhalten, der übrige Teil kann mit dem 1. Oktober 1913 aus Strom für Ficht- und Krastzwecke rechnen. ** Nationa lliberaler Verein. Der Vorstand zählte in seiner Sitzung am Samstag zum 1. Vorsitzenden des Vereins Herrn Prof. Dr. Körte, zum 2. Vorsitzenden Herrn Kommerzienrat Klingspor. Die übrigen Aemter Sieben in den Händen der seitherigen Inhaber. Zum engeren Vorstand wurden neu zugewählt die Herren Geh. Juslizrat Prof. Dr. Bier mann und Landgerichtsrat Neuenhagen. Die Aussprache über die kommenden ReuchStagSwahlen zeigte volle Einmütigkeit bezüglich der Haltung der Partei im hiesigen Wahlkreis. •• Alldeutscher Verban d. In der Bemerkung des Alldeutschen Verbandes in der SonntagSnummer über die heute stattsindende.Marokkoversammlung muß es statt: dieses letale „klimatische^ Land heißen: dieses letzte „klimatische 2anb*. Ta Graf du Wtoultn-Eckart noch am selben Llbend nach München zurück reisen muß, wird die Marokko- Versammlung heute abend pünktlich um 8'/^ Uhr eröffnet werden. " Stadttheater. Es sei nochmals auf das einmalige Gastspiel von Frau Charlotte BastS am morgigen Dienstag in dem Lustspiel „Mrs. Dof von S. M. Ntangham hin- gewiesen. Hoffentlich veranlaßt die Preisermäßigung für Abonnenten noch recht zahlreiche Abonnenten, diese Vorstellung Für 1 Kr. Schwarzbrot» . . 18 , 1 „ Weck..... 6 „ 1 „ Teigscher.... 10 Bierpreise: Gießen, den 29. Februar 1828. Bürgermeisterei daselbst." Ein Stück aus der alten, guten Zett läßt uns die folgende Bekanntmachung schauen: „'Dtorgen, den 2. März, haben das Frischbacken die Bäcker« „meister: Lcunpus am Kreuz und Kaspar Köber in der Neustadt." Ein Bild allen, schönen Gießener Kulturlebens enthält die nachfolgende Anzeige des Stadtmusikus I. Bauer: „Äitt guter Harmoiiiemusik werde ich nach Endigung dek „Goltesdieniles morgen int Bufchischen Garten die Ehre Haden auszuivarlen. StadtmusttuS I. Bauer." Tempora matantur! Lin neues (Erdbeben in Züd'Dentschland. Ueber ein neues Erdbeben in Süddeutschland, das jedoch keinen Schaden anrichtete, wird uns gemeldet: Ebingen (O.-A. Balingen), 2. Dez. Heute früh um 8/<7 Uhr fing die Erde wieder kräftia zu beben an. Ter Erdstoß war von einem starken unterirdischen Rollen begleitet und erreichte fast die Stärke des Stoßes vom 16. November. Ter Bevölkerung bemächtigte sich, obgleich sie durch die Erfahrungen der letzten Wochen schon einigermaßen abgehärtft war, wieder eine starke Beunruhigung. Schaden scheint das Beben aber nicht angerichtet zu haben. Malz-Extrakt-Husten Bonbons, ““2 der Wirkung. — in allen Apotheken and Drogerien. — Milchzucker, Verfahren, für gesund« und kranke Mugilnge. Nähr-Maltose, und en Körpergewicht abnehmen. Malz-Extrakt ren bewlhrt all RalarrhmitUl und Xlhrprdparet für Kinder, Kranke und Qaneaende. LSwengasse 20. Telephon 692. der Bestattungsgeiiosienschaft der freien Schretuervereiuignng Siegen Hl Q;,. geräumt, Schweine ziemlich belebt, geräumt. SRI. Mr. 60-56 74-84 79—86 44—48 Stoff sich die Grund- Zuschauer 86-00 76—00 triert fid) bann das Jmmss-an ta »°möbi- auf ben C^vuntt ” jungee4a,- ber 6anblun9, bie Sölung M unb anbtce Stagen, b . von denen die Lange des Stückes, bie Frage, ob cS drei, vier " cdjioein* oder fünf Akte Haden soll, abhängt Ihre Lösung hängt mehr .>ionfieiM)tae Sdnueine von 81-100 kg All 1 <* A AW X AW AMN 1VAM MiitH KAM M. > » MM A ♦ . » > . A M W _ _ „ftun, was mer auch eenen 82-00 66-00 diiucme von 8L —100 kg 47.60-60.03 61.00—68.00 47.00—49.00 58.00—60.00 41.00 —50.00 60.U) —69.00 61.00-68.00 49.' 0-49.60 88-96 80-86 69-76 43-46 40-43 85-41 26—32 91-96 81-89 45—49 40-44 75-80 66-73 52-56 47-51 Prei« ’üt 100 i>(b Vebeno- c.uia.m*. qeioicbt mich Sr- ihr der 78—83 77-83 66 76 52-64 ünztigun^blavif Liiauiormat ei Behörde», tai c. igen fallet! .t: , fltlDlIjöM1.' WT« Hierauf c..' :.t lei* üt ciaM - Mq 1818*1 jinuj«, als von irgend einer anderen Wissenschaft von mathematischen Instinkten ab. Die müssen freilich angeboren sein, sie können kaum erworben und keinesfalls gelehrt werden. Der Fragesteller, beschäftige mit der sich mir tiitaunt mein Onkel. „Sein Letzte Nachrichten. Tat Vorgehen der russischen Truppen in Persien. Teheran, 4. Dez. Nach hier eingetroffenen Me!» düngen haben 20 00 Russen Reschd besetzt. Sie entwaffneten die persischen Truppen und besetzten das Zele» graphenamt. Chinefi che Würdenträger im deutschen Konsulat zu Nangking. London, 4. Dez. Nach einer Meldung des „Daily Telegraph" aus Schanghai sind der Vi» ekönia Chang und der Tartarengeneral Tichltna nach der Einnahme von 91anling in das deutsche Konsulat geflüchtet. fe Frankfurt a. M., 4. Dez. fCrig.-'ieieac. oefl ,®ie6. Anzeigers*.» RartoHelmarfL Ilan notieite: Kartoffeln in h'aqflons Dlk. 7.75—8.7^ im Kleinhandel Mk. 9.o0—10.00 für je 100 Kg- fe. tranflttrt e.m. VI e6 h TI o r ft b e r t (fit vo n 4. Dez. Huhrieb 1312 Stmber, darunter 371 Odilen, 38 Bullen, 902 Kühe und Färsen, 9*0 Halber, S88 erbäte, 2408 Schweine. Tendenz: Ochsen lebba’L qeiaumt, Kälber und Schake ruhig. Amtlicher Wetterbericht. Oeffenllicher Wetterdienst, Gießen. Äetteran-sichten tn vesteu nm Dienstag, oen 6. Dezember 1911? Trüb, geringe Regen, mild, südliche Wmde. weiiuaere l*on in der Bibel gerannt Denn da heißt es: Suche das Reich Gottes zu (klangen" (Erlangen)." — Eine dritte Zuschrift fügt noch jeses Beispiel an: Wie heißt ber liebe Gott mit Bor- .ud Zunamen? — Emst Graß, denn in der Bibel steht: lein Name ist groß, und die mich anrufen, sollen mich mt Emst anrufen. • 3 u m B e r r ü ck t w e r d e n . . .! AuS dem russischen I Louvernement W itebsk wird Petersburger Blättern folgendes llflördien berichtet: Em Bursche von 19 Fahren, Dmitri Kireni, I tratfie vor drei Jahren eine 3öjährige Wnwe, Anna Skadren, di aus filier Ehe eine IchShrige To vier Katharina des ab. Troy I grouen'21ltei-.’iuitei|d)iet>i,o lebte da- junge Paar glncllich Nun I aoer begann der Baler des Ihrem, ein Alaun von 50 Jahren, der I nmgeii Rcitbaima den pol zu machen Da die Geistlichen Schwierig» I üen in den Weg legten, wandte er sich an daS Konsistorium mit I Drin Gesuch, da- Mädchen heiraten zu dürfen. Tas Konsistorium i b keinen (^rund, dies zu verweigern, und die Heirat iand stall. eT Ehe entspiog ein Lohn. Bon dieser Zeit an begann ber alte junge Ehemann Spuren von Geislesge'iörlheit zu zeigen. Er oer- i cte sich daraus, auszutiileln, tn welchem BerwandlichastSgrade er Lu seinem Echwiegervaier, zu seiner Frau, zu seinem Sölmchen k u ib zu sich selbst stehe, und als ihm dämmerte, daß sein Söhnchen mir heraldischen unb Kostümwerken, kurz wrschung aller derjenigen Linzclheilen, die Gepräge verleihen. Beim Leien erweitert SS -KZ >° bah to6:- mit rill, benen der Bruder seines Schwiegervater-, er selbst ober der Krohoater seines leiblichen Lohne», sein eener Lohn dagegen sein Eebroieaer- ottier, er selbst, der Bater des kleinen Söhnchen», zugleich besten Slieiurgrobvater, die Blutter de- Riemen aber zugleich Lnettochter unb Schivieqermuner seines Großvater», seine rohmutter aber seine Schwägerin und zugleich die Schwiegertochter »wer eigenen Tochter, die Mutter des Jungen zugleich seine etieUirgroBmuiier sei — da sing er an, schwermütig zu weiden . . . Tf. W i e Sarbou arbeitete. In ber italienischen Zeitschrift „Piccolo" werden Aeußerungen SardouS über seine Arbeit-weise mitgeteilt, bie al- Beitrag zur Technik und Psychologie des dichterischen Schaffens des Interesses nicht entbehren. Trese Aeußerungen stellen bie Antwort dar, die Sardou seinerzeit einmal auf btc Anfrage eines Privatmannes erteilt hat, ber gern darüber Auskunft haben wollte^ wie der Dichter aus bie Zntriguen unb die Personen seiner Stücke komme, wie er diese aufbaue, unb ob er sie schnell ober langsam schreibe. Ter Bescheid, den ber erfahrene französische Theaterdichter gab, lautete folgendermaßen: „Bor allen Dingen — ich erfinde weder die Jntriguen noch bie Personen, tn meinen Stücken, sondern dic Märkte. fc. Frankfurt a. M., 4. Dez (Crig.-Ielegr. de- „Ksieft. Amtliche Notierungen der heutigen Frucht marklvrei' e. Wetzen ihiesiger 'Bit. 2 LI0—21.76, Kurhessischer Plk. 21.10—21.75. Wellerauer Mk. 00.00—0".00 Noggen Ihte'iger) Mk. 19.00—19.10, '^eriie (Wetteraners Mk. 21.75 bi- Mk. 22.<5, Gerste, kranken, Platzer, Ried Plk. 21.75—22.75, üafer Mk. 19.00—19.26, Mat- ’Dlf. 17.25—00.00, 2 eizeniuehl 0 Pik. 30.50—80.75, Weizenmehl I Mt. 28.50-28.75, Weizenmehl III Mk. 26.50-25..5, Noggen- mehl 0 'Ulf. 26.50—27.0", Noggenmehl 0/1 Plk. 25.50—26.00, Noggenwehl I Pik. 23.26-23.75, Weizenkleie Mk. 13.00-13.25 Wkizeniualen Plk. 14 00-11.50, gloggenkleie Plk. 14.00—14.25, Malztei'ne Plk. 12.21—12.75, Biertreber 14.00—14. 0, Rap- 3I.0J bis 00.00. Weizenkleie, Westenlchalen, Roggenkleie, Malzkeiine Oo.00—u>, Biertreber 14.50—15. Alles yer 100 Kg. ab hier. ^,NLchmiltü, , UvUlg floh »lllM jauniei e : "llschajtsgeb^ intetgrunö, f». . iu rooütn. \ ich an tut toben. in« früh «fc 'rKomabh^, m er sofort q 'trbelebungiöo 'm Friedhos p •-t8mVidli| iunburg ged^ elbftnwtberijdg ite. Nihai i Stunden M Achsen. Bollsteilchlge, au-aemanete. höchsten kcklacht- wertes. 4—7 Jahre all die noch nicht gezogen haben (nngejochte) Junge ileischi te. nicht anegemäncie und filtere an-vgcmaiicte . ......... Bulle n. Vollsieischige, au»gewachse>ie, höchsten Schlachtw. Polljletschtge. jüngere Färsen. Kühe. Poll fleischige au-gem. ?rfirsen höchst. Schlacht'v. loUiienci nie ausgen'äslkiettuhe höchsteuSchlacht- iverles bi- ui 7 Jahren wenig gut entwiclelic Aarien altere aueaeuiaiiete Kühe ....... 'Mäßig genährte Kühen nd Färsen . . . . Sl n I o e r. Mittlere Plast- und beste Saugkälber . . . . Cu ftfcbiffabrt. München, 3. Tez. Ter Flieger Reeb, ber heute mittag 1 Uhr aus dem Flugplätze Milberlsho en zu einem Uebe^> lanbflugc nach Nürnberg auiftieg, ist bei Breitenfurt in Mutelfranken abgestürzt unb war sofort tot. ReimS, 3. T^z. Ter Flieger Prevost erreichte mit einem Fahrgast eine Löhe von 3000 Metern unb stellte damit einen neuen Weltrekord für Passagierslüge auf. dem diese Auskunft Sarbous zuteil wurde, scheint von ihr wenig befriedigt gewesen zu fein; wenigstens findet sich am Rande neben der lebten B. Häuptling des Dichters eine wenig hösliche Bem.r- lung. Sie lautet: „Das soll eine Schule für bie Komposition einer Komödie fein, — er ist ein Idiot!" k* i N lommen zu mir. Bei meinen historischen Studien begeistert mich irgend eine Periode, irgend eine Person, sei sie auch noch io unbekannt, enthüllt mir eine Sckafsensrnögltchkeit: ich spüre die Keime bramatiKben Geschehen-. Ich lese dann, um mich mit b;m (biet ber kleinen Pfälzer Buben ben Finger in bie Höhe, gibts?" „Herr Pfarrer, in unserer Klaß hawwe enen von Ferne!" „Ja, wieso benn?" fragte Satter wohnt halt dort!" »ar bie Antwort. Und nun war es dem Pfarrer klar, Htfta.ibe ist, bei Kaninchen CMenfenhünbung unb andere rheu- natiiche Leiden hervorzürufen. Durch Emimpiung eines ähnlichen r ipkococcus, ben sie auS der Flüssigkeit eines rheumatisch erkrankten > niegelenks entnommen hatten, konnte bei Kaninchen eine App.ndi- cti? erzeugt werden. Daraus wird ber Schluß gezogen, baß diese Krankheit, die man auf viele andere Arten zu erklären versucht tat das Ergebnis einer allgemeinen Blutinfektion mit dem bestaunten Keim sei. • Was alles in bie Zeitung muß. Ein in einer keinen bayerischen Tonauftabt erscheinendem Amtsblatt erfreut i tne Leser mit folgender Kunbe: „Bonge Woche weideten in lonaualtheim bei Hellem Sonnenschem brei Bürger von hier im i rtigen Ried ihre Kühe Als ihnen bie Zeit zu lang wurde, cnugen sie mit Schafhürden Tische unb Bänke aus unb machten ulten Tarock Als dieser zu Ende war, machten dieselben auch eine Sette, nn.djer am längsten auf dem Kops stehen unb welcher den c.önsten Purzelbaum schlagen könne. Am Abend trieben sie tr Bi eh nach Dause mit dem Versprechen, daß der Gewinst in ber Herrenwirtschaft aufgezehrt wird Ab.nds um 7 Uhr kamen - dort zusammen unb ließen sich von dem G.w nst mehrere Li er cherstenfaft schmecken." — Es ist sehr unrecht von dem Blatte, dcq « ben Bericht hier schon abbricht, denn die drei Bürger >iben sicher noch mehr gemacht. ♦ Bibelscherze. Wir lesen in ber „Köln. Ztg": „Tie Lektüre eine» sehr unterhaltsamen Artikels über Brdel- id>erj€ ntft folgendes luftige SckulerlebniS auS der badischen dfcll; mir ins Gedächtnis. Mein Onkel, der Stabtpfancr tr Weinheim an der Bergstraße ist, nahm im Religionsunterricht der jüngsten Schüler die Geschichte vom reichen «Kann und armen Lazarus durch. Die er nun an die Stelle lam: „Und er sah Abraham von ferne", da streckte if . liefert billigst die Brührsehe Kuverts mit Firma äää; ijet, !ieihe ber aml!l6e| it »ehmen bann Hl id)t6* ein. tjalt folgenbe Bin einermeifterl leid jU uerlauifii: M Oft 1 b-' jermelflcrei MJ* haben, wie olge» irei beweist - irinneniitfl, 6aB* «te levemann " genblien " fll8 durch stört und verhM ju können. tifuwi jt uni »>-1*** AK en8 enthalt 5 * * irch 5 maI, ^■5* herzlichen Dank. 7305 Großen-Buseck, den 3. Dezember 191L Sotinfljett Vostizza, Gartenfrucht Pfd. D” 1.00 A4/is Honig emostehll GebrüderBerdnx Fernsprecher 231 Bahnhofstraße 27 0.72 3.50 0.S4 4.00 Johannes Müller unb Familie Wagner. Zitronen per $ni«h Ml. 0.45, 0.80 unö 1.— Dr. Oetkers Pilkrslitr, $onillt)B(fer i. PnddiiiWlttk °ZL"1.- dem Schulgebäude entgegengenommen. Gießen, den 28. November 1911. Tie Direktion: Dr. Rausch. !4roßherzogliches Realgymnasium und Lberrealschnle mit Vorschule zu Giehen. Anmeldungen für bau Schuljahr 1912/1913 werden Kr die vberrealschnle Mittwoch, den 6. Dezember, vormittags 9—12 Uhr, 6r das Rcalgymnafium und die Vorschule Donnerstag, den 7. Dezember, vormittags 10—12 Uhr, ultaninen pet $fb. 65,85 u 100 w Rosinen, Zitronat, Lrangeat. Danksagung. Für bie vielen Beweise herzlicher Teilnahme von nab unb fern bei dem und betroffenen Verluste unserer lieben Frau, guten Mutter unb Großmutter Katharine Müller geb. Grün sowie für bie trostreiche Siebe beb Herrn Pfarrers Barth ieinäer Blutenhonig, lose Pfund 90 Pfg. 3ntfcrbont8 per Pfund 60 Pfg. mit Glas Honigtvrnv ver Pmnd «46 Big. Operngläser Feldstecher für Militär, Meile unb Jagd mit bester Qvtik. Prismen, Binokles 7290 48 Pfg. Jede Plättanstalt ** oraoeht eine Patenrplkttznaaehlne von der -• F8rxterWlictiereiIaidilneidibriIBu]uch*HiÄiier,FenU.Ll83 7500 8Uc. le Betriebe. Offerte koctenloe. Ad. Reinig, Giessen, Mtoeg 3P Telefon Ar. 369 AM- Größte Auswahl sämtlicher optischer Artikel. "MK !■ « B gegen hohe Provision Vertreter gesucht raeltbe gute Beziehungen zu Fabriken unb Dampfbetrieben baben, von leissiingsf. Hause in Fabrik-BedarfSartikeln, Gummi, »ödest, Siopsbuchsenvackungen, Ron Stäbe ufro. Angcb. umer R. 886 Annoncen Exvcd. Rosicfokv, Bonn. 7241 Filialkitnng. Tüchtiger Herr, der gewillt ist, sich eine LebenSitelluna N gründen, wird gebeten, feine Adresie unter Nr. 7298 in 1:: Geschäftsstelle dcS Gießener Anzeigers niederzulegen. 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Grünewald. 2.40 „ 1.20 „ 5.— „ 1«— „ 6.— „ 1.80 „ Wir halten scharfe Auslese unter den Schlagerneuheiten, nur die besten gelangen unserem Theater zur Vorführung. s*r Rur noch heute und morgen „Luise Otto Peters, die Begründerin der deutschen Franen - Bewegung" Ei »tritt 30 Pfg., gegen Bordeigen der Mitgliedskarte frei Banille-Tchokolade 250 V gratis Solide Ausführung in Kinderkochherdchen Küchenmöbeln und Einrichtungs - Gegenstände für Puppenküchen. Nercin für Froum-Stimmrecht Ortsgruppe Gieheu. Dienstag, den 5. Dezember 1911, abends 81/2 Uhr im Hotel Schütz öffentlicher Vortrag“ Stadttheater Giessei Direktion: Hermann Stelngoetttf. Dienstag, den 5. Dezbr. 1011/ abends 8 llbr: Naturheilverein Giessen. Montag, den 4. Dezember, abends 8*/a Uhr: Vortrag des Naturheilkundigen Eucker aus Fulda. Thema: „Praktische Anwendungsform der Naturhcllmettwde" in, Saale des Hotels Schütz. Eintritt für Nichtmitglieder 30 Pf. *c^ner in L enorm 70 Pfg. bis Mk.4.» p.Pfd. Abels Tee.........von 160 Abels Kaffee ...... von 150 Abels Malzkaffee.... von 30 Neue Wallniisse Fste franz. Marbotsper Pfd.50u.60Pf. ( Fste. runanische per Pid 35 u. 40 Pf Haselnüsse Sizilianer . . . per Pfd. 45 Pfg. San Giovani . per Pfd. 70 Pfg. Dienstag, den 5. d. Mts.: Metzclsuppe Morgens WeWeislh mit Krönt. Abels Kakaovulvcr . . Abels Kochschokolade Älbclö Pralinen..... Abels BonbonS..... „ 3.— -= 2 Tafeln „ 4.50 = 3 Tafeln „ 6 — = 4 Tafeln >■ W,‘i® .srrK Mr t-a lWd und zur Etnslihrung unserer Vauille-Schokolade 250 V verteilen wir in der Zeit vom 20. Novbr. blö Iß. Dezember in unseren bislang eröffneten Filialen bis zu ,50000 Pr°be-Tafcln tnliili« p fraget Lustsviel in 3 Akten von W. Somerset-Maugham Dem sch von B. Pogson. Mrs. .^arlotte Ende 10'/, Uhr. al» Mittwoch, bett 6. De». 101L abends 7 Ubr: 8. Mittwoch Abonn.-Borstelluvg Gewöhnliche Preise. Neuheitt Neuheit. Die Ahnengalerie Lustspiel in 3 Auszügen von Leo Walter Stem und Ludwig Heller. Ende y/* Uhr. MPt* M 1 M“ *a±; M eine W jis dahin nnerre -Me erregte das Geldreform lln,ere W ’U rechnen. Will ügigen Mom Ä mn em Zor der deutsch laufsmitteln in ; 117 119, also 2v2 M betW 9 12 also 2J1 In diesem e zanze eminente $ Östliches Leben Aaltiker wird )id relonstruieren löt lmssmitteln dem Irrwachsen sind. ' .Diire durch diese- iresorm ihn nicht Der hochbede dieGoldmunz s Zahlungsmittel. öaß zwei Taler d in Gold. M dieser erste Tchr men,? Der Ges tejorm 'belief fr Mart, 450 Mitt! gung der neuen Me ÜriegMt/ct die übrig Wend ÄtogwM 5116 ei bafür bai benötü üeifen, nie einschi Orm für die g, ümg aus den Edeli rungsverWmsse Das Münzrei rifersüchtigsien ge Unüberwindbares ier süddeutsche ß gerungen werden. Ms hinweg, sie und konsequent ü ^zimalchstem ai ^nzch^eme wur Jw geordnet. , Die deutsche § t 9r*en w- S ln sich a jrce immer mek I^gen wir dafür In den vorderen Räumen des Theaters sind wie bisher allabendlich von ll/2 Uhr ab Erheitere Künstler-Konzerte= Zur besonderen Beachtung! Abonnements, gültig für die ganze Saison und für die tägliche Benutzung, sind von der Direktion für den äusserst geringen Preis von Mark 15.— als Neuerung eingeführt und im Theaterbureau zu haben. — Die Herren Studierenden erhalten noch eine besondere Ermässigung — Die Direktion kommt mit dieser Neuerung den schon oft ausgesprochenen Wünschen n ich. 09894 ausserordentlich billig. KttWlah 10 J, Xnatt jr. KttuM 1» 4ZMW J V ft • V • ««AMm! i ist mehr als reichhaltig Das jetzig e Programm 1. ist mehr als interessant! Abonnenten haben Ermäßigt m 1 Gastspiel der König!. Sächstis Hofschauipiclcrin Cbarlotte Batts. Gewöhnt.Preise Gewöhnt. Prei'e ytciibeit! Neuheit! Mrs. Dot. Gßtir. Mi 1 Bahnhofstrasse 27 Fernsprecher 231 A Heute zum letzten Male: Zwei Weltschlager! vl tat* Grosser Posten Damenwäsche Sadeehiridifungen HS- Das jetzige Programm stellt jeden zufrieden! DasjetzigeProgramm gefällt jedem! /. 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V/t Stunde, in 3 Akten. Außerdem bringen wir Schlager aus allen Gebieten der Llchtbildkunst, u. a: Eine gefährliche Liebelei ____ hochspannendes Drama aus dem Leben. Zur Premiere eine Schlager-Humoreske. usw. usw.