bt.! ■ »ihr der ’gutachtet willen in und ver- • Q ;Heken feld, Zweites Blatt Nr. 257 Erschein! tSgki- mit Ausnahme des Sonntags. lockstr, 08350 Tie „rietzener Lamilienblatter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Xreirdlatl für den Kreis Sletzen" zweimal wöchentlich. Die „kiMdwirftchaftUchen Seit» fraget“ erscheinen monatlich zweimal. Die Landes-Versammlung der hessischen national- liberalen Partei. 2er Landes Versammlung voran ging am Vormittag -ine SitzungderVertrauensmänneroer nationai- aiberalen Mrtei, die ebenfalls recht gut besucht war. In Der n ä ch st e R e d n c r ist dec Abgeordnete Oberbürqer Berater Köhler (Worms); dieser Sitzung wurden interne Fragen der Partei behandelt. die für das große Publikum nur geringes Interesse baden dürften. Nachdem der Vorsitzende Dr. Osann die Aussichten der nationalliberalen Kandidaten bei den bevorstehenden Landtagswahlen erörtert hatte, wurde Ixt Wortlaut des Wahlaufrufes durchgesprochen und einige unbedeutende Aendcrungen daran vorgenommen. Sodann sprachen die Vertreter "der einzelnen Wahlkreise und erstatteten Bericht über den Stand der Agitationsarbeiten. Babuboiilraiie 51 g sige. uliWM«»1 f?cbaftien, Crvedition und Tmcferet: Schulst rave 7. Expedition und Verlag: 5L Rcbafti»n:e^l 12. Tel.-LU»r- ^lnzeigervieben. Montag, 9. Oktober M Roianonsdruck und Verlag der Brühl'schar UniversuätS - Buch- und GteirxbrnetereL R. Lange, Gießen. - ge«* Die Hauptversammlung des evangelischen Bundes. ~ Dortmund, 7. Ort. ' II. Tic heutige erste Hauptversammlung des Evangelischen . Bundestages sand im großen Saale des Reinoldinums statt. Gut- ' leitend gab der Bundcsdircktor Reichs! agsabg. Lic. Everling ' (Halle) den Jahresbericht bekannt, dem er den Hinweis aus das weitere stetige Wachsen des Bundes voranschicttc. Im ?lpril 1910 hatte der Bund in 2682 Vereinen 400 593 Mitglieder, im April 1911 war eit diese Zahlen aus 3009 hezw. 468 435 gestiegen. Tas bedeutet also ein Wachstum von 327 Vereinen und 67 812 Mitgliedern. An Unter» stützungen wurden im Jahre 1910 insgesamt 16900 Mark verausgabt. Mehr als 2000 Versammlungen sind im abgetan fenen Jahre von den Haupt- und Zweigvercincn veranstaltei worden. 14 Flugschriften wurden im Berichtsjahre ausgegcben. Unter Bezugnahme auf den Jahresbericht führte der Berichterstatter Eveling weiter aus, das; der Evangelische Bund nicht an den Ereignissen der letzten Wod>cn vorübergehen könne. Krieg oder Frieden? Vor diese schicksalsschwere Entscheidung ist unser Volk gestellt. Wir kommen aus einem heißen Sommer und einem bewegten Jahre. Auch unser Tun ist vaterländischer Tienst. Wir wissen,uns als Bannerträgerder nationalen Ausgaben des deu!scl)en Protestantismus. Es gibt einen deutscl^n Protestantismus! Jur Sommer 1910 hat kein Geringerer als H a r n a ck uns diese bedeutsame Ersahrung zu gerufen. Ter deutsche Protestantismus ist eine wirkliche, wenn auch nicht sichtlich organisierte Größe. Man muß an ihn glauben. Ter Evangelische Bund glaubt an ilm. Teshalb kann er sich auch nicht einer Richtung verschreiben, deshalb darf er sich nicht in die i n n e r k i r ch l i ch e n Ent- w i ck l u n g s k ä m p f e hineinzerren lassen. Er muß die Protestanten aller kirchlichen und politischen Richtungen, die mit ihm dem idealen Protestantismus zur realen Machtentfaltung wider den Materialismus und Ultramontanismus auf allen Lebens- gebictcn verhelfen wollen, zusammenfassen. In der Angelegenheit des Modernisteneides hat der RciMkanzler v. Bethmann- Hollweg mit anerkennenswerter Teutlichkeit die Rechte des Staates hervorgehoben. Das ist nicht viel. Wir Protestanten können den Papst nicht Ijinbent, seine Geistlichen durch den Eid zu binden. Aber Wir müssen verhindern, daß so gebundene Priester unsere Shtaben in Deutsch und Geschichte unterrichten. Oesterreich ist nicht mehr so klösterreich wie das neue Deutsche Reich, und sclbit Spanien erscheint den Wettbewerb aufgeben zu wollen. Wird im Klosteraltar die wichtigste Stütze des Holienzollerntlrrones erblickt, so nnssen wir aus der Geschichte, daß dort die Throne krachen und wackeln, wo die klerikale Hand am schwersten ist und die Klöster am zahlreichsten, in den katholischen Ländern L-panien und Portugal. Im übrigen gebt es keinem Lande der katholilchen Kirche so gut, wie unter dem Ze-ter der Hohenzotlern, im Mutterlande der Reformation. Ten katholisckten Mitbürgern ihre berechtigte kirchliche Freiheit und bürgerliche Gleichberechtigung irgendwie zu beschränken, daran denken wir nicht, wer das behauptet, sagt die Unwahrheit. Wir wollen nur unser deutsches Vaterland befreien von der Vorlterrschast des Ultramontanismus, von den zerrüttenden konfessionellen Kämpfen, die eine politisch- klerikale Muldcrheitsherrschast unbedingt im Gefolge haben muß und wir wollen ehrlich arbeiten an der Einigung der Kräfte des deutschen Protestantismus. An uüeiter Stelle sprach Prof. Tr. W o l f (Düsseldorf) über „ros protestantische und das ultramontane S ch u l i d e a l". Ter Redner führte aus: Zwar ist zwischen deut Bildungswesen zur Zeit der Reformation und dem heutigen ein Unterschied, aber es läßt sich doch eine Gesamtrichtung erkennen. Was Luther und Melanchthon, Eomnrennius, Franke und Tl/omasius, Peitalozzi, Fichte und Humboldt, Tiesterweg und der Mnister Falk getan haben, bewegt sich auf der Bahn zur freien selbständigen Persönlichkeit und zu einer immer festem Verbindung von Volkstum, Staat und Religion, wobei die Menschen nicht nur über ihre Rechte, sondern über ihre Pflichten aufgeklärt werden. Tas ist protestantisckfes Schulideal. Und das ultramontane Schulideal? Heute kann der Papst sagen wie Ludwig XIV. vom Staate: Tic Kirche bin ich. Alle päpstlichen Kundgebungen der letzten 50 Jahre von der Enzyklika, von dem SyUabus des Jahres 1864 bis zum Antimodernisteneid bewegen sich in dieser Richtung. Sie kämpfen gegen den modernen Staat, gegen den Nationalismus und Individualismus, gegen die freie Wissenschaft, vor allem gegen die historisch kritische Methode des Forschens. Tiefe Bestrebungen nennen wir ultramontan. Rückkehr zum 13. Jahrhundert, das ist das ultramontane Schulideal. Aus dem letzten Katholikentage hat der preußisch Professor v. Ruville sich nicht gescheut zu behaupten, nur durch die Unterwerfung des Verstandes unter den höheren Willen des Papstes könne die Wissenschart ihr^ Ziel erreichen. Tas ist ultramontane Wissenschaft. Seit 20 Jahren sind die Ultramontanen diplomatisch.r geworden, sie treten als die Vorkämpfer für ihre wahre Religion und konfessionellen Frieden auf und reden von gemeinsamer christlicher Weltanschauung. Tatsächlich aber denken Protestanten und Ultramontane grundverschieden über Staat und Volkstum, Priestertum und Kirche, Religion und Wissenschaft, Freiheit und Gleichheit, den Wett der Persönlichkeit, Ehe und Familie. Alles kann die römische Kirche verzeihen, nur nicht freies selbständiges Denken. Wir aber sind überzeugt, daß das Tenkcn und Forschen die edelste Kraft ist, die Gott uns Menschen verliehen hat, nicht $um Fluch, sondern zum Segen bestimmt. (Anhaltender großer Beifall.) Eine Aussprache fand nicht statt. Somit hatte die erste Haupt- versammlung ihr Ende erreicht. ~ Dortmund', 8. Oft. Im weiteren Verlauf der Tagung sprach der Breslauer Universitätsprofessor Dr von Wenckstern über das Thema „Ter Protestantismus und die deutschen Volksschichten". lieber den „Deutschen Protestantentag und die deutschen Volksstämme'" verbreitete sich Sradtpsarrer Fikentscher Regierungszeit des jetzigen Großherzogs jedenfalls nicht. Wir .bürfen aber auch mit Ruhe von uns sagen, daß wir die Schaffer 'des direkten Wahlrechts sind. (Bravo!» Ter Redner bespricht dann die Arbeit der Nationalliberalen in bezug auf die Steuergesetzgebung unb kommt bann auf bie Staats finanzen zu sprechen. Die nationalliberale »Partei hat stets für die größte Sparsamkeit gesorgt, so besonbers 'auf die Bautätigkeit des Staates ein wachsames Auge gehabt. Es ist ein Verdienst der nationalliberalen Partei, baß sic fest auf ihren Anträgen steht. (Bravo!) Auch auf bie Eisenbahnfrage kommt Dr. Osann zu sprechen und bemerkt, daß, wer bie früheren Verhältnisse kennt, boch unbebingt zugeben muß, daß wir heute einen großen Schritt weitergekommen sind. lBravo !) Tab ei wirb nicht verhehlt, baß wir noch manchen Wunsch vorzutragen haben, unb baß wir biefe Klagen mit aller Energie verfechten. Aber wir schreien nicht in die Welt hinaus: ber Eisenbahnvettrag muß revidiert werden, sondern wir verlangen bie Unterlagen, auf denen wir nachher unser Urteil aufbauen können. Dr. Osann bespricht dann die Schuldentilgung unb betont bie Forberung ber Nationalliberalen, den Pensionären, Witwen unb Waisen ausreichenden Unterhalt zu gewähren. Der Redner sagt bann zum Schluß: Unser Weg ist uns vor- gezeichntt in den Arbeiten des letzten Landtages. Sie aber, ncine Herren, müssen dazu beitragen, daß auf dem Wege die richtigen Trupvcnmassen erscheinen, in der Wählerschaft, aber auch in den Führern, in den Abgeordneten. Wenn Sie uns die Abgeordneten stellen, die wir notwendig haben zur Erreichung lunferer Ziele, so bin ich der festen Ueberzeugung, daß wir weiter lvoranschreiten werden im Interesse unseres ganzen Landes. Dr. Osann wird durch langanhaltenden Beifall belohnt. Mit einem Hoch auf das Land schloß Dr. Osann die Versammlung. Slbo>^'w' :icn»w°ve @eiüü6"Ll bs. Darmstadt, 8. Oft. Heute nachmittag fand hier die Landesversammlung der hessischen nationalliberalen Partei im großen Saale des SaalbaueS statt, in der die Herren Abgeordneten Bach (Mainz , Oberbürgermeister Köhler (Worms- und Tr. Osann ("Darmstadt > sprachen. Dr. Osann als Vorsitzender der Versammlung begrüßte die erschienenen Parteifreunde und Gäste und wies durch -einige einleitende Worte auf die Bedeutung der heutigen Sitzung hin. Wir sind zusammengekommen, so etwa führte der Redner aus, um uns über die Richtlinien tlar zu wer den, nach denen wir in dem kommenden Wahlkampf unser Verhalten einrichten müssen. Der Vorstand der national- liberalen Partei habe es für richtig erachtet, über die bevorstehende S ch u l g e s e tz g e b u n g ihre Wähler aus berufenem Munde zu informieren und auch darüber, was in dem letzten Landtage an Gesetzen zustande kam. Der Vo«. sitzende erteilte bann dem Mgeordneten Oberlehrer Bach aus Mainz das Wort. Dieser führte aus: Der künftige Landtag wird sich neben anderen wichtigen Fragen auch mit der Umgestaltung ber Volkssckulgesetzgebung in belassen haben. Als Fachmann habe ich auf biefem Gebiete bie Vorzüge unb bie Nachteile am eigenen Leibe kennen gelernt Es ist eine Unmöglichkeit, im Nahmen eines kurzen Vortrages ein so wichtiges Gesetz eingehenb unb ausführlich zu behandeln, unb ich muß mich beshalb daraus beschränken, nur die Forde ningen hervorzuheben, die bie nationalliberale Partei stellt. Aus die Frage, ob es überhaupt notwendig ist, das Schulgesetz um ?iigeftalten, muß geantwortet werben, baß eine Abänderung sich schon aus dem Grunbe als Notwenbigkeit ergibt, weil unser heutiges Schulgesetz bereits vierzig Jahre alt ist, unb baß inner lalb dieses Zeitraumes auf allen Gebieten ber Kultur, Kunst Wissenschaft unb Technik Fortschritte gemacht worben sind In ciefer Zeit ber Umwertung aller Werte mußte sich auch unser Schulgesetz als veraltet erweisen, ba es ben Anforderungen ber Lutigcn Zeit nicht mehr entsprechen kann. Es ist baher eine Ehrensache für unsere Partei, an ber bevorstehenden Umgestaltung nitui wirten und dafür zu sorgen, baß biefe Umgestaltung end, im liberalen Sinne geschieht. Hessen ist in bieser Zeit Hm einer ganzen Rfthe von Staaten überholt worben, unb Wir müssen uns beeilen. Wenn wir nicht ganz ins yintertreifen geraten wollen. Wie bie Vorlage ber Regierung beschaffen sein wirb, entzieht sich unserer Kenntnis, unb wir können baher auch auf bloße Vermutungen feine Kritik aufbauen. Wenn bie Neu 161. Jahrgang iehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen Während mein verehrter Dorrebner seinen Blick in bie Zukunft gerichtet hat, ist mir bie Aufgabe zugefallen, aus ben vergangenen Landtag zurückzublicken. Ich werbe deshalb in ber Lage [ein, ihnen auf Grunb feststehender Tatt'achen Bericht zu er: statten. Nicht alle werben ben Ausführungen meines Vorredners ihre Zustimmung geben. Der vergangene Lanbtag war einer ber erfolgreichsten feit vielen, vielen Jahren Wenn mir auf bie Arbeiten, bie der Lairdtag verrichtete, zurückblickeu, bann dürsten •sie wohl biefem Urteil zustimmen. Nur wenige können sich eine Vorstellung von bem machen, welche Arbeit ein Parlament verrichten hat. Man beurteilt fast immer nur die wenigen Gesetze, bie hervorstechen. Der Redner beschäftigt sich bann ein geljcnb unb bctaillicrt mit ben einzelnen Gesetzen, bie jur Verabschiedung gelangt sind, so mit ber Versammlunasresonn unb geht bann genauer auf sein Spezialgebiet, bie Vermaltungs gcicbgebung, ein. Bei ber Derabschiebung bes großen gesetzt geberischen Werkes War man sich klar, sagt ber Vortragenbe, baß bte Gesetzgebung von 1874 sich burchaus bewährte, unb baß es deshalb nur notwenbig sei, bei ber Reform bicienigen Gesichts Punkte su berücksichtigen, bie infolge ber Veränberungen unseres öffentlichen Lebens zu einer Aenberung brängten. Er bespricht bann das Poli.zeiweseu und bie Unterhaltung ber Kunststraßen. Wenn bie Stäbte felbftänbigc Gemeinben bilben, also bei ber Unter Haltung ber Kunststraßen ausscheiben, so sei das eine schwere Belastung für bie Landgemeinden. Der Redner würbe es für ein Unglück halten, wenn bie Stäbte aus ben Kreisverbänben regelnng unserer Schule» im freiheitlick>en Sinne gehalten fein herben, kann unsere Partei bamit durchaus zufrieden fein. Die G ninblogc für unsere Schulgesetzgebung muß die Simultan . schule fein. Nur durch die Simuttanschulen kann die Achtung - der Konfessionen untereinander gewähtteiüet werben. In den Kon seifionsschulen dagegen werben bie Kinder bewußt einseitig er5 wen. Wir müssen daher im Interesse des Vaterlandes un inbingt verlangen, daß das Prinzip der Simultanschule erhalten und durchgesührt wird. Bei den höheren Lehranstalten finden wir die Konfessionsschule nicht. Es gibt eine Partei, die die allen Zustände vor 1874 wieder einsühren will, aber sie ist nicht si.^rk genug, dieses Ziel zu erreichen, und deshalb hält sie nut S ihren Forderungen zurück. Diese Partei ist das Zentrum. Die »Umfessionsschule bedeutet eine völlige Auslieferung der Schule air die Kirche, die Simultanschule bogegen bedeutet völlige Herr ichast des Staates über die Schule. Wenn die Schulinj'pektoren | die anderen Unterrichtsfächer beaufsichtigen können, warum nicht auch das der Religion? Das liegt natürlich nicht im Interesse des Zentrums, und über die bevorstehende Schulgesetzgebung hat öerr Marx vom Zentrum gesagt, daß in dieser Beziehung dne Aussicht auf Besserung vorhanden sein soll. Woher weiß Sjerr Marx, daß das Schulgesetz im Sinne der Zentrumsforbe ningen geändert werden soll? Hat er schon Eiwicht bekommen 1 nmgen geändert werden soll? Hat er schon Einsicht bekommen m bie Vorlage? Ich habe das Vertrauen zur Regierung, daß I" 'i.e fest bleibt. Wenn wir verlangen, ber Kirche jebe Macht übet (• die Schule zu nehmen, so ist damit nicht gesagt, daß wir den Religionsunterricht aus der Schule überhaupt entfernen wollen. Solange bie Schule bie Aufgabe hat, Kulturgüter zu i erhalten, solange können wir auch bie Religion nicht missen. '.sunächft bie Frage: Wer soll ben Religionsunterricht erteilen? Ter Lehrer soll ihn erteilen, aber nicht im Interesse einer üeiisessiousgesellschast, ionbern im Interesse ber Schule selbst als f 'ines ber besten Hilfsmittel bei ber Erziehung der Heranwachsenden Zagend. Die Religion wollen wir aus rein pädagogischen Gründen erhalten wissen. Meine, Herren, wenn wir die Frage des Religionsunterrichts in dieser Weise lösen, dann werden in Zu- hinft alle bie Reibereien unb Streitigkeiten wegfallen, bie seither in so reichem M ahe zwischen Schule unb Kirche bestanden. Unb ),K* wird beiden Teilen zur Förderung gereichen. Tie Verpflich- ning der Lehrer, allerlei Aemter zu übernehmen, hat zu Un- mtraghd)feitcn geführt, und ich brauche wohl nicht darauf hinzu- luifen, day eine derartige Bestimmung jedem Rechtsbewußf'eiu :?iiicr|yrid)t. Auch unsere Regierung hat bereits diesen Paragraphen fallen gelassen. Ein weiterer wichtiger Punkt, der in dem neuen Gesetz zur imtfcheidung gebracht werden muß, ist die Frage, ob die Schu e nuie Ltaatsschule oder reine Gemeindeschule oder ob beide, Stad Uw Gemeinde, an, der Ausbringung der Kosten beteiligt sein Men. ,-i.a der Staat Herr über die Sdntle sein muß, so tlebigt Uch diele Frage eigentlich von selbst. iS1 nner dann auf Einzelheiten über bie Verteilung I sF Schullasten em. Er vertritt ferner bie Forberung, bie Vor- pulcit abjuidiauen und spricht für eine Verminderung der Schüler- fchl in den einzelnen Klaffen. Wenn auch in den letzten Jahren tue Bellerung emgetrete^ ist, so befinden sich doch immer noch p—70 Kinder in einer Klasse. Ter Abgeordnete Bach bc dicht dann bte Vorbildung ber Lehrer und tritt füi dnen sechsjährigen ^eminarkurfus ein, wovon die ersten niet 1 Jabrc der Mlgemenibildung, die anderen zwei Jahre der Fach- luSbilbung gewidmet sein sollen. Ferner muß in dem neuen Ge 'K bie staatsbürgerliche und rechtliche Stellung dir Lehrer präzisiett werden. Tie Lehrer nehmen heute eine ß^tteritellung. ein, wie keine andere Berufsklasse. Aud) in bezug |uf Gehalt sind bie Lehrer den sogenannten mittleren Beamten ilci Hzuitellen. Die Ausnahmebedingungen, unter denen die Lehrer luracit leiden, sind in bem neuen Gesetze aufzuheben. Ferner rügt r itr Redner, datz der Lehrer sein Gehalt nicht aus einer Kasse1 ^uiht. Es gibt Fälle, wo er sich aus fünf bis sechs Kassen nm: Geld, zutammenholen muß. Eine der brennendsten «ragen, bie bie Lehrerschaft bewegen, ist die ber Hint c r - unebenen Versorgung. Für bie Witwen ber Volks,'chw- ta iit bie Summe von 600 Mk. als Höcbstpension feftgeleq:. Gelb, das für bie Schule aufgebracht wird, ist nicht ver buAes Kapital, denn es trägt hundertfältig Frucht. Möge bc- [iuif Schulgesetz so gestattet sein, daß der Satz wieder zur Wah-- ::-tt werde, daß Hessen auf diesem Gebiete allen übrigen Staaten tMnschreitc." Bestellgängen planmäßig abgetragen werden. Letzte Letzte Post: Briefkastenleerung: 2. (216 Kreis: Gießen. . Krankenhause zur deS in den Ruhe Friedberg . Meteorologische Veobachtungen der Station Gießen. Cft. Welter 1011 E echt V 8 8 9 7. 7 4 2 still 7 10 9 3. 4. Darmstadt . Bensheim . Dieburg . . Erbach . . Grob-Gerau Hevpenheun Offenbach. . Lauterbach. Schotten . . Mainz . . . Alzey Bingen . . . Oppenheim Worms. . . Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen vom 30. September bis 6. Oktober 1911. Alsfeld . Büdingen bis 8. 8. NW NW höchste Temperatur am Niedrigste 2*® . Bestellung (7'övorm? Brieipost von Lich 687 vorm. (lu80 vorm.) Zug 71 von Frankfurt a. Ai. 103 vorm. r. Schotten, 7. Okt. An Stelle stand getretenen Geh. Negierungsrats Schönfeld hier ist Kreisrat v. Bechtold in Lauterbach zum Vorsitzenden der Kommission für Melioration der Hutweiden im (61S nachm.) die Schnellzüge von Frankiurt u.Kasselö" n. nachm.) Zug 45 von Frankfurt a. M. I20 nachm. ö40— vorm. 810—918 vorm. U-30 v.—128° n. 516“610 nachm. 3 Ter Verzicht darauf, sich die Rechtspantat in eurem modernen Staate mit Gemalt abringen zu lasten; freie Rcligions- übung für jedes Bekenntnis, das mit einem Kulturitaat überhaupt vereinbar ist. Ter Verzicht, solche Staatsge.etze zu fchel.en oder für nichtig zu erklären. . . 4. Tic Unterlassung von Wiedertaufen der zu einer anderen christlichen Kirche Uebertretenden. . 5 Ter Verzicht auf Proselckenmacherei durch gesellschaftlichen^ oder wirtschaftlichen Truck an Kranken und Sterbenden in den Anstalten der eigenen Konfession; Aufhebung aller Konvertlten- stiftmigen^ ^rstandslose Gewährung d's ehrlichen Begräbnisses in der Reihe, auch auf konfessionellen Kirchhofen nach Maßgabe der Staatsgesetze. Eine Aussprache»über den Vortrag fand nicht statt. Sodann nahm der frühere Vorsitzende Exzellenz v Lessel (Kvburg) das Wort zu folgenden Ausführungen, die sich als cm $ r o t e ft gegen den Mainzer Katholikentag Vogelsberg vom Ministerium des Innern ernannt worden. Ter Kommission gehören ferner noch an: Gutspächter Cellarius her, Oekonomierat Korell, Angenrod, Geh. Oberforslrat Diefenbach, Darmstadt, Kulturtechniker Kunz in Lauterbach und Bürgermeister Jost in Bermuthshain. a. Schotten, 8. Okt. Die auf drei Jahre berechneten Wiederherstellungsarbeiten an der Schottener Kirche nehmen bis jetzt einen guten Fortgang. Bei den Abbruchsarbeiten einzelner Teile stellt sich heraus, daß bei früheren Hauptrenovierungen viel wertloses Material verwendet worden ist. Das um die Kirche ausgeführte Gerüst hat einen Kostenaufwand von 26 000 Mk. verursacht, die Arbeiten werden etwa 100 000 Mk. kosten. Die demnächst in den Grundstein einzufügende Urkunde über diese Arbeiten hat folgenden Wortlaut: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Heute, am 5. Sonntag nach Trinitatis, 1911 Jahre nach der Geburt unseres Herrn und Heilandes, im 24. Jahre der Regierung des Kaisers Wilhelm II., im 20. Jahre der Regierung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein haben wir den Grundstein zur Wiederherstellung der Stadtkirche zu Schotten gelegt. Nachdem der Kirchen- und Stadtvorstand in dec richtigen Erkenntnis! und Würdigung des hervorragenden Baudenkmals die Wiederherstellung desselben beschlossen hat, wurde unter Leitung des Denkmalpflegers für Oberhessen Geh. Baurat Prof. Walbe und des Großh. Kreisbauinspektors Witzler mit den Bauarbeiten begonnen. Die örtliche Bauleitung liegt in den Händen des Großh. Regierungsb^ümeisters Dipl.-Jng. Metzger. Gott fördere nun das Bauwerk und segne alle, die daran arbeiten. Amen." Unterschrieben ist, die Urkunde vom Mrchenvorstand, Stadtvorstand, Kreisrat, Denkmals- psleger, Kreisbauinspektor, Regierungsbaumeister. Starkenburg unO Rheinhessen. F. C. D a r m st a d t, 8. Okt. Heute beging hier der aus Ockstadt stammende Eisenbahndirektor Aug. Groß «einen 70. Geburtstag. Groß trat Anfang der siebziger Fahre nachdem er als Finanzakzessist im hessischen Staatsdienst tätig gewesen, in die Verwaltung ber Hessischen Lud- wigsbahn über, wo er Finanzfragen und das Finanzwesen zu bearbeiten hatte. Bei der Ueberführung der Luowigs- 6alpt in die Preußisch-Hessische Eis.enbahngemeinschaft trat er in den Ruhestand und siedelte von Mainz nach Darmstadt über. Hier beschäftigt er sich fortgesetzt mit verkehrspoliti-- scheu Fragen. U. a. entwarf er bei früheren Verhandlungen zwischen der Stadt Darmstadt und der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft Vcrmittelungsvorschläge, sowie ein Gutachten in der Bergstraßenbahn. Sein unentwegtes Eintreten für die Revision des Eiseubahngemeinschafts'ocr- rages hat seinen Namen über die rot-weißen Grenzpfähle hinausgetragen. Groß ist Anhänger der Fortschrittlichen Voltspartei. e‘be-1 Sc-6 kuszudrücken, einstimmig angenommen. Pfarrer Sic. SchaPP, feer Vorsitzende des Dortmunder Zweigvereins des Evangelischen Bundes teilte mit, daß von den evangelischen Bundesmitglredern Westfalens 3 1 0 0 0 Mark als Spende zur heutigen Hauptversammlung gesammelt worden seien Der Buudes- direktor Lic. Everling nahm die Spende mit Tank entgegen und knüpfte daran die Mitteilung, daß diese Summe samt dem Restbetrag von 12 000 Mark der sogenannten Anti-BrnromauS- Sammlung des Evangelischen Bundes zu einer 4,r -§riedrich- Christian-Mcyer-Stiftung als protestantischer Wehrichatz zum Gedächtnis an den verstorbenen Bundesführer Meyer vereinigt werden würde. Darauf hielt Landtagsabgeordneter Amtsgerichtsrat Dr. L o h - Pi a n n (Weilburg) einen Vortrag über die Vorbedingungen eine* wahren konfessionellen Friedens. Er führte aus: Tie Friedensgejmnung, der Friedenswille besteht beiderseits in ansehnlick>er Stärke. Was ist es, das sie so zur Wirkungslosigkeit verdammt? Es ist das Bestehen einer konfessionellen politischen Partei,,deren Existenz von der Kampsesstimmung abhängig ist, und sie daher mit allen Mitteln erhält. Daß eine Partei in Deutschland besteht, welche die Garde Seiner Heiligkeit des Papstes zu sein sich rühmt, ist ein besonders großes Friedenshemmnis. Tausende, ia hunderttausend.' von Katholiken wollen nur ungestört ihres Glaubens leben Tie unfreundliche und gehässige Behandlung der evangelischen Mitbegründer gehört nicht zu Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse. Man ,darf und kann aber nicht, wie man gern möchte. Offen zutage liegt der schwere Konflikt der deutschen Katholiken zwischen ihren kirchlichen und ihren vateUandischen Pflichten und das regelmäßige Obsiegen der ersterem Noch nie haben in einem Konflikt zwischen Staat und Kirche die^im. Zentrum organisierten deutschen Katholiken sich aus die ^cite Staates zu stellen gewagt. Tic Kirche hat entweder gründ ahlich immer recht oder bei einem Widerstreit zwischen den Pflichten wird das vaterländische Gewissen von dem kirchlichen Gclwrsam »um Schweigen gebracht.. Ter religiöse friede hangt Nicht ab Dom guten Willen eines Bischofs oder noch so vieler deutscher Seien, er hängt einzig ab von der Haltung des Papstes Wo ist aber der Mann, der emsthast glaubt, das; das Oberhaupt dtp: katholischen Kirche im Laufe der Jahrhunderte milder gegen die im Glauben Getrennten geworden sei, daß er gewillt sei, dem Protestantismus irgendwo auch nur Rechtsparitat freiwillig zu- Augcstehen oder in seinen Werturteilen über ine Resormation sich zu mäßigen. Vielleicht, wenn einmal ein Deutscher auf dem päpstlichen Stuhle säße. Aber das ist seit drei Jahrhunderten nicht geschehen und wird kaum jemals wiedergeschehen. Wir müssen andere Wege gehen. Nur ein st arker wat, der die Bedürstiisse und die Eigenart der in seinem Gebiet lebenden Kirchen kennt, vermag den Frieden unter den Konfessionen aus- rechtzuerhalten. Zur Gewährleistung eines auf Achttmg vor der religiösen Üeberzeugung anderer der ^'.mden Verhaltens der Staatsbürger untereinander muß g. fordert werden, dag 1 die Kirchenbehörden allw Jnsian en in ihren Beifügungen und Erlassen sich jeder kränkenden Be eichnung der nnte.en R Y\ gionsgemeinschaften, ihrer Stifter und großen Manner und vrer Einrichtungen enthalten, ohne daß die Berufung auf da- Gew-chi- heitsrecht des bekannten schmälzenden Kurralstils irgend eine Ausnahme und Entschuldigung abgeben könnte. 9 Tic Ausmerzung von Schmähworten aus Lehrbüchern der Gegenwart und Katechismen, die der gegenwärtigen Generation Sport. 7. Rudertag des Süddeutschen RuderverbandeS. --- Gießen, 8. Okt. Unter Anwesenheit von 51 Vertretern von 11 Vereinen des Verbands — der Mainzer R.-Ah . Fortuna war nicht anwesend — und einer großen Zahl Mitglieder der Verbandsvereine fand am Sonntag hier , im „Felsenkeller der ordentliche R u d e r t a g des Süddeutschen Rude r - V e r - Handes statt. Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden der Gießener „Hassia", E a st e i n , eröffnete ber erste Verbands-- Vorsitzende PH. Heidt die Tagung und brachte den Jahres- bericht zur Verlesung, der ausführlich das stete Emporbluhen des Verbands feststellt. Demgemäß konnte auch per Verbands-- kassier A. Metten einen sehr günstigen Kassenbericht Mit Ueber- schuß abstatten. Tie Anmeldung des Frankfurter R^-B. ,,Un=’ dine" wurde bis auf weiteres zurückgestellt. Bei der Borstands- wahl wurden gewählt: 1. Vorsitzeiider P h. H e i d t, 2. Vorsitzender I. Simm er (Flörsheim), 1. Schriftführer I. F i s ch ev („Borussia"), 2. Schriftführer Pt. East ein („Hassia0, Kassier A. M e t t e n (Mainzer Klub 1903), Beisitzer Ph. Beck er (Rüsselsheim), I. Sander (Kastel), W. Zimmermann (Nicderrach, Sigm. Meyer (Limburg), W. Walther (Offenbach) und K. Dietz (Amieitia). Nach Erledigung einiger von der Rüsselsheimer R.-G. „Undine" eingebrachten Anträge, wobei Rüsselsheim als Ort für den nächstjährigen Rudertag gewählt wurde, trat um 2hr Uhr eine Mittagspause ein. Während des int Hotel „Großherzog von Hessen" eingenommenen Mittagsmahls konzertierte die Kapelle Weller. Der 1. Verbandsvorsitzende Heidt brachte cm dreifaches Hipp, hipp, hurra auf den Großherzog aus. Nach der Mittagspause wurde der Antrag der Frankfurter „Amieitia" angenommen, wonach Verbandsvereine oder Regattaaasschüst'e nicht berechtigt sind, Herausforderungs- oder Wanderpreise zur Ausschreibung zu bringen, ohne daß diese Absicht vorher die Genehmigung des Bn- bandsvorstands gefunden hat, widrigenfalls dieser befugt ist, solche Rennen für ungültig zu erklären. Auch sollen Urkunden oder nähere Bestimmungen über solche Preise dem Verb andsvvr stand vorzulegen und noch eine beglaubigte Abschrift für das Verbandsarchiv zu liefern. Dem weiteren Antrag von „Amieitia", auf der Rückseite der Ehrenzeichen die Qualifikation des betreffenden Rennen für ungültig zu erklären. Auch seien Urkunden oder der Gießener „Hassia", Gast- und Begrüßungsvierer für die Folge im Rennboot auszuführen, fand Annahme. Zum Beschlus; wurde erhoben, daß in Frankfurt die erste (Anfang Juli) und tn Limburg die zweite (Ende Juli oder Anfang August) nächstjährige Regatta stattfindet. dLach lebhafter Aussprache über die Mainzer Regatta 1911 wurde an Händen des Beweismaterials über die verschiedenen Verstöße bei der Regatta, nachdem der Mainzer Klub 1903 den Frankfurter Schiedsspruch des Verbandsvorstands inbezug auf die Entscheidungen über den Kaiser-, sowie den Großherzogspreis anerkannt hat, der Mainzer Ruderklub „Fortuna", als alleiniger schuldiger Teil, ausgeschlossen. Alsdann wurden verschiedene innere Angelegenheiten erledigt. Landkreis Giefzen. -ck. Wies eck, 7. Okt. In der gestrigen Gemeinderatsitzung wurde das Ortsbaustatut, über das schon längere Zeit in verschiedenen Sitzungen beraten worden war, nach Abänderung der §§ 12 und 23 endgültig angenommen. Die nachträgliche Genehmigung von Arbeiten, llmpflasterung einiger defekter Stellen am Obergarten, wurde gutgeheißen. Die Anstellung einer Leichenfrau wurde, da die Gemeinde gesonnen ist, eine Leichenhalle auf dem Friedhöfe zu erbauen, bis aus weiteres vertagt. Die Entwässerungsarbeiten bei der neuerbauten Schule am Lichtenauer Wege wurden dem Karl Philipp Schäfer als dem Wenigstnehmenden übertragen. Zur Pflasterung der Brauhausgasse beschloß der Gemeinderat, wenn die anliegenden Besitzer nicht ein Drittel der entstehenden Kosten tragen wollen, von der Gemeinde nur einen Fußpfad anzulegen und zwar in der Mitte der Straße, so daß ein guter Zugang zum Backhause geschaffen würde. = Staufenberg, 8. Okt. Das diesjährige Prets- schießen des Kriegervereins sand an den letzten ^Sonntagen statt. Die Beteiligung am Schießen wur sehr rege. Es erhielten Preise: Den 1. Ludw. Wellershausen, Salzböden, 2. Gust. Weller, Wieseck, 3. Karl Schieferstein-Salzböden. Weitere Preise erhielten noch: Ludw. Jung, Hch. Benzler und Will). Reuter von Staufenberg, Wilh. Opper, Daubringen, Hch. Feyh, Ludw. Reuter, Ludw. Vogel und Ludw. Zecher von Staufenberg, Friedr. Seiler, Daubringen charakterisierten. , — Der Zentralvorstand hat mir den Auftrag gegeben, eine von ihm befchloffene Erklärung zur Kenntnis der Haulstverwmmlung zu bringen. 'Auf dem zu Mainz stattgehabten 58 Katholikentage sind am Begrüßungsabend von einem der Redner folgende Worte gesprochen worden: „Die Geschichte unserer Generalversammlungen liefert uns den Beweis, daß auf ihnen niemals Verhandlungen stattgefunden haben oder Reden gehalten worden Und, durch die sich Andersgläubige mit Grund hatten verletzt fühlen Tonnen." Und am Schluß der Tagung hat ein anderer Redner behauptet, daß währeiid derselben kein Aiitzton sich bemerkbar gemacht habe, keine Rede ergangen sei, durch die Mitglieder anderer Konfessionen sich gekränkt fühlen könnten. Das sind kurz und klar, so bemerkt der Redner, und höslich gesprochen Unrichtigkeiten. (Sehr richtig.) In seinem Werk „Die deutschen Katholikentage" hat der Verfasser, Pastor Bräunlich (Halle), aus Grund amtlicher Protokolle urkundlich dargetan und, bewiesen, daß konfessionelle Friedensstimmung nicht zu den Regulsiten dieser Veranstaltungen gehört. Auf zeitlich zurückliegende Friedensstörungen brauche ich danach nicht cmzugehen. Ich will mich darauf beschräriken, aus der letzten, der 58. Tagung, ein besondeis markantes Beispiel anzuführen, um den Beweis zu erbringen, daß, mag sich auch die Tonart gegenüber früheren Tagungen herab- qemilbert haben, die Stimmung gegen uns die alte geblieben ist. Auf dieser Tagung hat der Fürst vonLöwensteinin einer Rede auf Papst Pius X. die Borromäus-Enzyklika, also ungefähr das Verletzendste, was je ein römischer Papst über die Reformation, die evangelische Kirche und den deutschen Protestantismus schreiben Tonnte, verteidigt als den Akt zielbewussten Wollens eines pro- videntiellen Mannes, der gleich den drei Königen aus dem Morgen- lanfcc dem leuchtenden Stern seines Glaubens gefolgt fei. Derselbe Redner hat sich dann veranlaßt gesehen, mehrfach von den sogenannten Reformatoren des 16. Jahrhunderts zu sprechen. Im Zusammenhang mit den Schmähungen der Borromäus-En- zyklika bedeutet dies eine schwere Kränkung der evangelischen Konfession, die in dieser sogenannten Reformation eine Befreiungstat allerersten Ranges erkennt. Mit dem Verfasser der Borromäus-Enzyklika können und wollen wir nichts zu tun und gemein haben. Am Nachmittage zogen die Festteilnehmer gemeinsam mit der evangelischen Tortmunder Bürgerschaft in einem langen Fcstzuge KU dem größten Versammlungslokale der Stadt, dem Freden- bäum. In diesem und in einem besonderen Festzelte fanden bann Parallelversammlungen statt, in denen das Thema: Deutsch- .evangelische Wacht im Vaterlande, in Oesterreich und in den Ostmarlen von Pfarrer Niemöller (Elberfeld), Justizrat Elze (Halle a. S.), Pfarrer A ß m a n n (Bromberg), Pfarrer Monski (Krems a. Donau) und Pfarrer Mahnert (Marburg a. Drau > behandelt wurde. , ,r r. Am Abend fand im Stadttheater eine „Meistersinger" Aufführung statt. — Montag schließt ein gemeinsamer Ausflug nach der Hohensyburg die Tagung ab. und Klein-Salzböden. -an. Hungen, 8. Okt. Ein hiesiger 13jährrger Junge fuhr gestern nachmittag auf einem kleinen Wagen itzend eine Anhöhe herab, wobei er mit den Beinen lenkte. Er verlor die Gewalt über den Wagen, fuhr auf eine Hausecke auf und zog sich einen B e i n b r u ch zu. — Heute wurde in der evang. Arche das Erntedankfest gefeiert. Zahlreich waren besonders schön geratene Früchte aller Art am Altar niedergelegt, die später dem ", ' . Verwendung überwiesen werden sollen. Kreis Schotten. Spielplan der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Montag, den 9. Oktober: „UnDiiie". Dienstag, den 10. Okt.: „Fräulein Teufel.8 Schauspielhaur. Montag, den 9. Oktober; „Vertauschte Seelen." Dienstag, den 10. Oktober: „Vertauschte Seelen." (Anfang icbeSmal abenvS 7 Uhr.) . Stan-esMNtsnachrichten. Krofdorf. a) Standesamt Krofdorf: Gemeinden Kinzenbach Krofdorf-Gleiberg, Vetzberg - b) St an d e sa mt Lannsbach. Gemeinden Lannsbach, Wißmar. Aufgebote: Sept. 29. Friedrich Wilhelm Funk, Tag- lölmer in Ronshausen, mit Karolme Bork in Krofdorf. - Oft. 5. Heinrich Steinmüller, Taglöhner in Vetzberg, mit Elisa- betha^SchnepVnin ftr^f J Landwirt Heinrich Mandler in Kinzenbach ein Sohn, Ewald. Oktober — -4- 15,0 ' C. =. 4. 9 3 “ Am 30. Sept, waren verseucht: tioindu.öept. bis 6. Okt. sind neu verseucht : bouidu.eept. bis 6. Okt. ist die Seuche erloschen in: Zivingenberg — — —— —E, — — — — — — Viernheim — — Ludenhosen, Hausen, Groß-Stein- Klein-Stein» Dietesheim, Klein-Stein- beim. Weis- heim, Groß» heim, Hainstadt kirchen,Klein- Steinheim Auheim Ettingshnuseli, Ober- Hörgern , Eberstadt, Bettenhausen, Obborn- hoien, Utphe, Bellersheim Bettenhausen -- - Berstadt, Heuchelheiln, Echzell, Ranstadt Bingenheim Ganibach, Heldenbergen, Alünzenberg, Wohn- bach, Büdesheim, Diel- Vilbel, Brüchen- brücken, bad), Griedel, Bönstadt, Trais-Münzenberg, Rockenberg, Beten- heint, Rendel, Klein- Karben, Ober-Wöllstadt. Torn-Assenheim, Torheim, Ossenheim Assenheim, Angersbach, Lauterbach — ** Flomborn — — Grolsheim, Gensingen, — — Ockenheim Mörstadt, Eich, Pfeddersheim Hamm — '.48,8 14 6 8,9 72 ■ 49,4 11,2 9.2 93 • 50.5 9,2 82 95 D* getrieben l verven Werdegang aus- dos ganze Beob- 6193 Voit. inben kann. nn Amtlicher Teil. u. II. örtitim Gießen, den 7. Oktober 1911. LIL 5 Stüki S S en dieses Aus- g. Y KM Reichhaltiges Lager in deutschen u englischen • Stoßen. Stets Eingang von Neuheiten. Maul- und -laue» : bis 6. Oktober 1911 :S 4 «ebrüver Juttmann, Gießen, Grabeustraße 7. G. Vohu, Grast. Reutamtmann in Laubach. omdu.cept. bis 6. Ölt. nd neu Der- ieuckt: ÜoiuäU.ee: bi« 6. C(L ist die erloidien ia 10 9 150 M->. 180 Pt«. |W ;W Kohlenfüller Kohlenkasten Ofenschirme Feuergeräte Vilbel, Äruchm- drucken, Aslenheiin, 4 9 Rabattmarken der Bet r.l Wie oben. An die Grotzh. Bürgermeistereien des KreiseS. darf und auch stark benutzte Feldwege vom zuschließen sind. Tas Austreiben der Schweine ist für B710 B7ie Gießen, den 7. Oktober 1911. Großh. Amtsgericht. Tieren im Gespann ist gestattet. Ter Weidegang kann im Bedürfnisfall vom KreiSamt unter Beobachtung strenger Sicherungs-Maßregeln gestattet werden. Ter Weidegang der Schafe ist mit der Beschränkung gv« stattet, daß auf Kreisstraßen überhaupt nicht getrieben iverbot ‘Teilte 'fterrensehneiderei ^—^--777: nach Mass ■ ßngl. %bamen-J{ostiime Sitim Ltbeitsecksiitimit-sbenk auf 6tgtai«ti|fnt. Aniana August 1011: Bestand an eigentlichen Lebensversicherungen. 1071 MillionenMk. Bankvermögen . • • • • • • ......* ■ Bisher ausgezahlte BerucherungSsummen . 596 „ , „ gewähne Tioidenden.......281 „ , Alle Ucberichünc kommen den VerstcheruugSnebmern zugute. Tie besonders günstigen Lei stcherungSbedingungen gewähren u. a. Uuverialibarkcit, Unanicchtbarkeit, Weltvolice. Proioekte und Auskunft kostenfrei durch die Vertreter der Bank: den ganzen Bestand des Ausfuhr gebvfts auf verdächtige Meinungen zu untersuchen. f) Tic verseuchten Ställe dürfen von niemandem, außer von den mit der Wartung der Tiere beauftragten Personen ober den zugezogenen Tierärzten betreten roerben. Die mit bei Wartung der Tiere in r-cn verseuchten Stallen betrauten Personen büricn nur nach gehöriger Reinigung unb DeS- insettion des Schuhtverko und nach dem Wechsel ihrer Kleidung außerhalb des Gehöfts rerküren. g) DaS Weggeben ungekochter Milch aus dem Sperrbezirk ist verboten. Tas gleiche gilt von brr Magermilch, Käse, Buttermilch und Molke (§ 61 der Reichs insttuktton). h) Rauhfutter, Stroh ober Tünger darf aus dem Seuchen- ?ehöft nicht entfernt werden. Sacke und andere Gegend lände, durch die cic Seuche verbreuet werden könnte, dürfen erst nach geschehener gründlicher Desinfektion auS dem Seuchengchöfte entfernt werden Ganz besonders ist auch die Tesinfektion der leeren Futtersäcke, bevor diese aus dem Seuchengehöfte entfernt werden, vorzunehmen. i) An dem Seuchengehöfte, sowie an sämtlichen ffreiJ* straßenortsauSgänge n sind in augenfälliger und hnhbarcr Weise Tai'eln mit der Zuschrift: „Maul- untz Klauenseuche" anzubringen. III. In das bestehende Beobachtungsgebiet werden die Orte Garbenteich, Großen -Linden, Grün in gen, Dausen, Leihgestern, Schiffenberg, Steinbach und Watzenborn einbezogen. IV. Für das Beobachtuugsgebiet wird bestimmt: 1. Tie Abhaltung von B i c h m ä r k t e n (auch Pferde. Märkten^ und Tierschauen ist verboten. 2 Ter Austrieb von Klauenvieh aus dem BeobachtungSgebiel auf auswärtige Viehmärkte sowie das Verlassen des Bc- obochtungsgebicts durch Klauenvieh im Gespann istverboten. 3. Innerhalb des Beobachtungsgebietes ist das Treiben von Klauenvieh ganz verboten. Tas Führen einzelner Tiere an der Leine und daS Fahren vop schreibens, insbesondere nach Ziffer 1 daselbst ist zu verfahren, sobald in einer Gemeinde ein en Kaisn-, ioipie de?. Wt Ruderklub „Fvr- Asgeschlossen. Alsdmr. ten erledigt. Schad- & 1/nfnnfn •'**’ Füllgrade s IldlulllU sir.us733 hergestellt anS naturell geröstetem Bohnenkaffee und feinen Früchte-Kaffees Bejltr Wtz für puren BchtiiWe - Pfnnd - Karton 45 50 Pfg. Ein Versuch befriedigt sicher! ro&'Slein'plein-Stti* im, Weis- htim,®rofr - W* „et-tb« M**|j bei«®1 ; » -*iA»** 111 . .. UM*1 idivrrt M 1-6 FruUirtt.lt. ist ein erquickendes Bad das Schönste und dieses erreicht man am besten und vorteilhaftesten durch die bekannten Vaillant’s Wandgasbadeöfen „Geyser4* Joh. Vaillant 6. m. b. H., Remscheid. Gas-Badeöfen und automatische Heisswasserapparate. — Verkauf nur durch Installateure. Katalog kostenlos. i.. 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