Ur. 79 Zweiter Blatt 161. Jahrgang Erscheint tSglich mit Ausnahme des Sonntags. Die ..Eietzener KamilienblStler" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da- „Hreisblott fflr den Kreis «letzen" zweimal wöchentlich. Die „tandwirtschaftlichen Zett- frage," ericheinen monatlich zweimal. Eichener Anzeiger Scneral-Anzeiger für Gberhessen Montag, 5. April |9fi Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen UniversikätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. Tel.-Ad r.: AnzeigerGießen. aus den Reichstagsausschüssen. : Berlin, 1. April. Der Budgetausschuß trat heute vor Beginn der Vollsitzung zu seiner letzten Sitzung vor den Osters er icn zusammen. Es i|t die 100. Sitzung in dieser Tagung. Noch unerledigt ist das Gesetz betr. die Tagegelder, Fahrkoften und Umzugskosten der ft'o = lonialbeamten. Ter Ausschuß wurde sich nach kurzer Aussprache dahin schlüssig, daß die Verabschiedung dieses Gesetzes vor den Osterferien nicht mehr möglich sei. In der Vollversammlung wird cm von allen Parteien unterzeichneter Antrag cingcbracht werden, die jetzt geltende Verordnung bis zum 30. Juni d. I. in Geltung zu belassen. Die Sitzung wurde hierauf amtlich geschlossen. Der Staats sekretär machte sodann private Mitteilung über die Kali düng ungsv ersuche in den Kolonien. Ans der Kali abgabe stellt das Reich hierfür zur Verfügung 10 000 Mark für Neuguinea, 20000 Ntark für Samoa, 20000 Mark für das sehr fajiarmc Togo, 35 000 Mark für Kamerun, besonders zur Baumwottproduktion, 110 000 Mark für Ostafrika. Südwestafrika ist kalireich. Man hofft, daß die weißen- Pflanzer in sehr umfangreichem Maße Kali verwenden werden. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, daß diese Mittel auch für die nächsten Jahre in Aussicht gestellt würden, um gründliche Versuche zu machen. Die Arbeit des Budgetausschusses ist noch keineswegs be endet: u. a. hat sie nach Ostern die Beratung der Fern- sprechgebührenordnung sortzusetzen. Ter Schiffahrttabgabenausschuh verhandelte heute noch weiter über die Strombeiräte. Tie Vor läge billigt ihnen nur beratende Stimme zu. Sie sind nur zu hören in den Angelegenheiten, über die die Berivaltungsausschüssc zu beschließen haben, z. B. die Höhe der anzurcckneitden Strom- bauunterl-altungSkoften, die Tarife usw. Man will den Strom- beiräten in gewissen Fällen auch eine beschließende Stimme geben; es werden hierzu verschiedene Anträge^ vorbereitet, die der Ausschuß in seiner nächsten Sitzung, einige Tage nach Wiederzusammen- tritt der Vollversammlung im Mai, beschäftigen werden. Ter Bittschrfttenansschuf- besckäftigie sich mit einer Bittschrift des Fachverbandes für die wirtschaftlichen Interessen des Kunstgcwerbes, die dahin gebt, das Einjährig-Freiwilligen-Institut dahin abzuändern, daß es nicht mehr in stetig steigendem Maße den Zufluß aus besitzenden bürgerlichen Familien zum Handwerk hindert. Ter Antrag schlägt vor, die Erlangung des Einjährig- Freiwilligen-Zeugnisses an das vollendete 16.,Lebensjahr zu binden und älteren Schülern die Erlangung dieses Zeugnisses nickt mehr zu gestatten. Dadurch, daß heutzutage fast jeder Bürgerssohn die Erlangung des Einjährig-Freiwilligen-Zeugnisses sich zum Ziele setze, um in die sogenannten besseren Berufe eintreten zu können, gehe dem Handwerk der Zufluß aus befttzenden bürgerlichen Familien größtenteils verloren, und das Handwerk bütze an Qualität ein. Die Mässe des sogenannten gebildeten Proletariats sei ost stellenlos, während tüchtige Handwerker immer gesucht würden. Ter Ausschuß war der Ansicht, daß die Vorschläge, selbst wenn sie zur Durchführung kommen sollten, dem .Handwerke fauni nützen würden. Es müsse festgestellt werden, daß sogar viele Handwerksmeister es nicht über sich gewinnen könnten, ihren L-ohn, der das Einjährigcn-Zeugnis erworben hat, wieder dem Handwerk zuzuführen. Ter Ausschuß überwies die Bittschrift dem Reichskanzler als Material. Ein Entwurf, betreffend die ZHiffsmeldungen bei den Konfulaten des deutschen Reichs ist dem Reichstage zugegangen. Ter Entwurf ist eine Folge des neuen Konsnlatsgebührenqesehes und verfolgt den Zweck, die Konsularbehörden über den Verkehr der deutschen Schiffe in ihrem Amtsbezirke genau zu unterrichten. .Hierdurch allein werden die Konsulate in die Lage versetzt, die mannigfachen, durch die Reichsgesetz- gebung ihnen auferlegten Obliegenheiten gegenüber der deutschen Schiffahrt zu erfüllen, insbesondere ihre polizeiliche Tätigtest in vollem Umfang auszuüben. Zugleich erhält auf diesem. Wege der Konsul und durch ihn seine Martin Greif t- In einer Zeit, wo ein kleiner Kreis in Berlin W. unter beifälligem Staunen der Kaffeehausliterateu seine sprachlichen Seiltänzereien für goldenes Sprachgut ausgibt, das von den kleinen Geistern als neue, Ausdruckskunst gepriesen wird, in einer solchen Zeit stand ein Mann und Dichter wie Martin Greif als ein ragender Fels im seichten Wasjergeplätscher. Von wenigen nur gekannt, aber von diesen wenigen geliebt, dichtete dieser Mann seine kleinen Werke, indem et das Wort beseelte. Ihm war das Wort das edle Mittel zum hohen Zweck, nicht der Sptelbatl leichter Geistreiche!eien, billigen Ansehens. Er beharrte auf dem Standpunkt, daß die Seele den Dichter mache, und schuf so seine reinen, feinen Naturstimmungen, dte )o voll köstlicher Frische sind. Allerdings, Greif ist kein Genre gewesen und er ist nie in das große Publikum gedrungen. Seine zahlreichen Dramen, die hier und ba, an f geführt wurden, überraschen durch die Schönheit der Sprache und die Klarheit ihres Aufbaues, aber der dramatische Nerv fehlt ihnen fast vollständig und sie vermochten sich deshalb nicht auf dem Spielplan zu halten. Seine Bedeutung ist in seiner Lyrik begründet, in der packenden Natürlichkeit seiner Anschauung, dem schlichten, seelenvollen Vortrag, der Wärme des Gefühles. Martin Greif — eigentlich Friedrich Hermann Frey — ist als Sohu eines Regierungsrates am 18. Juni 1839 in Speyer geboren. Im Jahre 1859 trat er als Leutnant in die Armee ein, aber seine dichterischen Ideen veranlaßten ihn, schon 1866 seinen Abschied zu nehmen, um sich fortan ganz seiner Muse widmen zu können. Von 1869 bis 1880 lebte Greif in Wien, von da an in München, das ihm zur zweiten Heimat geworden war. lieber seine Jugendzeit plaudert er selbst sehr anziehend, also: Daß ich einmal ein Dichter werden sollte, war nur an meiner Wiege nicht gesungen worden. Die Wünsche, die meine guten Eltern beseelten, als rch am 18. Junr 1839 abends 5y» Uhr laut einer eigenhändigen Ausschreibung meines seligen Vaters als gesundes Knäbleiir das Licht der Welt zu Speyer am Rhein erblickte, waren geringer und größer zugleich. Was ist heutigen Tags ein beut- > sch er Poet ?' Ein Arbeiter ohne Verdienst, ein Kämpfer vorgesetzte Behörde das unbedingt notwendige statistische Material über den deutschen Schiffsverkehr in dem konsularischen Amtsbezirke. Das Schiffsmeldewesen war nach dem bisher geltenden Gesetz insofern lückenhaft, als im Hinblick arrf die mit der Meldung verbundene Gebührenpflicht zahlreiche Befreiungen nachgelassen waren. Dem Wesen und dem Zwecke dieser Einrichtung entspricht es aber an sich nicht, daß irgend welche Schiffe von ber Verpflichtung zur Meldung ent* bunben werden. Nachdem daher die Gebührenpflicht unabhängig von der Meldepflicht gesetzlich geregelt ist, erscheint bei Erlaß von Vorschriften über die Schiffmeldungen eine Rücksichtnahme auf die Bestimmungen über die Schiffs gebühren insoweit nicht mehr geboten. Es erübrigt sieb daher, noch weiterhin Befreiungen von der Verpflichtung zur Meldung eintreten zu lassen. Vielmehr ist diese nunmehr ausnahmslos für jedes deutsche Kauffahrteischiff auszusprechen, das einen zum Amtsbezirk eines Konsulats gehörigen Hafen anläuft. Andererseits können, ohne dem Zwecke des Gesetzes Abbruch zu tun, die bisher vorgeschrie Venen Abmeldungen'der Schiffsführer entbehrt werden, sofern bei der Anmeldung dem Konsulate, soweit dies möglich, eine Angabe über die voraussichtliche Tauer des Aufent Halles gemacht wird. Tie Mehrbelastung, die durch die Einführung der ausnahmslosen Anmeldung den Schifss- führern gegenüber dem bisherigen Zustand erwächst, wird daher bürd) Fortfall der Abmeldepflicht wieder ausgeglichen. Außer zu den bereits erwähnten Zwecken soll die Schiffsmeldung aber auch dazu dienen, dem Konsulate die Kontrolle speziell der gebührenpflichtig gewordenen Schiffe zu ermöglichen und die Einziehung der Gebühren sicher zir stellen. _______________________________________ Ein neues niederländisches Zollamt. Haag, 1. April. Die niederländische Regierung ließ dem Parlament einen Gesetzentwurf betr. den neuen Tarif für E in g an y s z ö l l c zugehen. Ter jährliche Ertrag wird auf 10 Millionen Gulden gc schätzt, wovon neun Millionen für die Altersversorgung der Arbeiter in Reserve gestellt werden sollen. Der neue Tarif trägt nicht ausschließlich, schutzzöllneriscyen Charakter für die niederländische Industrie, er trägt aber den Schwierigkeiten, mit denen diese Industrie infolge des starken Protektionismus in fast allen Ländern Europas und Amerikas zu lärnpfen hat, Rechnung Der neue Tarif ist im Vergleich zu den Eingangszöllen des Auslandes sehr maßvoll. Tie Zölle sind nicht so hoch, daß den ausländischen Importeuren die Unterbringung der Waren auf dem holländischen Markt unmöglich ist und werden den niederländischen Industriellen nicht Gelegenheit bieten, sich zu einer Steigerung der Preise zu vereinigen. Die Hauptgebrauchsstoffe für Industrie und Ackerbau wie Kohle, Erze und Getreioe bleiben frei, Halbfabrikate werden mit 3 bis 6 Prozent Wertzoll belegt, beinahe fertiggestellte Fabrikate mit. 10 Proz., Ganzfabrikate mit 12 Proz., Tab a k wird nicht hoher besteuert als bisher, Kaffee bleibt frei. Die Regierung hält sich die Möglichkeit offen, bei Mehl, das als Nahrungsmittel dient, Retorsionsmaßregeln anzuwenden. Schlachtvieh bleibt frei, feinstes Mehl wird mit 40 Cent pro 100 Kg. belegt, Petroleum bleibt frei, Zigarren werden mit 125 Gulden pro 100 Kg. plus 20 Proz. Wertzoll, Zigaretten mit 250 Gulden pro 100 Kg. plus 40 Proz. Wertzoll belegt. Aus Stabt iittfc Saito» Gießen, 3. April 1911. Äinematograph und Volksbildung. Der Kinematograph gehört zu den intereffanteften technischen Errungenschaften der Neuzeit, und die kinemato- öhne Lohn, ein Sieger ohne Gewinn. Mein Vater war ein ausgezeichneter Finanzmanu, seine Kenntnisse aber können selbstverständlich nicht seiner Familie, sondern dem Staat zufallen, der seine Leistungen auch nicht unbelohnt ließ. Meine Mutter trug eine unendliche Liebe für den Gatten und ihre Kinder, wie auch für ihre herrliche Mutter und ihre drei Schwestern im Herzen. Daß von feiten guter, für das Wohl ihrer Kinder unermüdlich besorgter Eltern auch mir die sorgfältigste Pflege von früher Kindheit zuteil wurde, zwingt mich, so selbstverständlich es an sich ist, mein kindliches Tankgefühl auszusprechen. Dann begannen die Schulplagen für mich, die durch eine mir gebotene häusliche Nachhilfe einerseits gemildert, andererseits mir aber um fo fühlbarer wurden. In der Volksschule behauptete ich stets meinen Platz in der vordersten Bank. Nur was meine Phantasie zugleich erregte, konnte meine Aufmerksamkeit erwecken und fesseln. Als ich daher einmal lesen konnte, griff ich nach Büchern, die mit den Lehrgegenständen nichts zu tun hatten, und empfand gegen den weniger anziehenden Lernstoff einen geheimen Widerwillen. sJhtr der deutsche Aufsatz, der selbständiges Denken erfordert, und zu dem alle Bedingungen von vornherein schon in mir lagen, indem ja die Muttersprache ein uns allen angeborener Besitz ist, wurde von mir als eine angenehme Aufgabe und nicht als Last empfunden. Von Uhland, Schwab, Kerner, doch auch von Platen und Rückert, wurde ich damals weit mehr angezogen und stehe ich noch heute im Bau dieses früheren Wohlgefallens; es war offenbar der Volkston, an den die Balladen unseres schwäbischen Dichters streifen, der mir ihr Erfassen erleichterte. Von Goethe lernte ich durch die Schule nichts kennen, was mich aber umso neugieriger machte, mit ihm auch ohne fremde Vermittlung bekannt zu werden. Hierzu gesellte sich allerdings bei mir noch ein anderer Beweggrund. Goethes Xiamen vernahm ich nämlich oft aus dem Munde meiner Mutter. Ihr Großvater hatte zu den akademischen Jugendfreunden Goethes in Straßburg gezählt und war ihm auch bis in das hohe Alter persönlich verbunden geblieben. Als Sohn des in „Wahrheit und Dichtung" genannten Professors der Medizin Estrmanu hatte er mit jenem frohen Kreise unvergeßliche Tage verlebt, und unter den auf der graphischen Vorführungen erfreuen sich in der Reihe der Volkserholungen einer großen Beliebtheit. Leider wirken sie nicht immer volkserziehlich; sie stehen vielfach im Dienste skrupelloser kapitalistischer Interessen. Wie durch die an und für sich edlen Künste des Buchdrucks und der Graphik verderbliche Schundwerke hergestellt werden, die den niedrigsten Instinkten der Menge schineicheln und sie immer tiefer herunterziehen, und wie durch eine minderwertige Schauspiel- und musikalische Kunst unser Volksleben geschädigt wird, so ist auch durch minderwertige kinemato- graphische Vorführungen schon mancher Schaden an unserem Volksleben verursacht worden. Ter Rhein-Mainische Verband für Volksbildung wird sich demnächst mit der Frage befassen, ob und wie die Kinematographie der VolkSerho- lang Und Volksbelehrung dienstbar gemacht werden könnte und wie die bereits bestehenden schädlichen, sittlich anstößigen und läppischen Kinematographenvorführungen verdrängt werden könnten. Dabei soll nicht nur an grofr- städtische Zustände, sondern auch an die Verhältnisse bet: kleineren Städte und der größeren Jndnstrieorte gedacht werden Es wird sich sogar hauptsächlich um die Einfügung des Kinematographen in die Mittel zur Förderung des geistigen Lebens und der Lebensfreude in kleinen Städten und auf dem Lande, sowie um die Abwehr bet minderwertigen kinemakographischen Darbietungen, die bereits auf das Land hinausgedrungen sind, handeln, ffs ist also eine Frage von hervorragender Bedeutung für unser Volksleben, um die es sich hier handelt. Sie erscheint in einer Reihe mit der Frage der Theaterversor-, gung durch das Verbandstheater, der Bibliotheksversorgung durch Lieferung von Wanderbibliotheken und Erleichterung von Bücherbczügen, mit dem Kampf gegen die Schunds Hteratur durch Einrichtung von Verkaufsstellen guter billiger Bücher, der Veranstaltung guter Volksunterhaltungs-, Veranstaltungen zur Verdrängung des Couplets und anderen minderwertigen Musikdarbietungen und mit anderen Volkserziehungsanfgaben. Die Mitglieder des Verbandes werden Samstag, 8. April, über kinemato graphische Vorführungen und ihre Bedeutung für die Jugend- und V o l k s e r z i e h u n g verhandeln. Oberlehrer Como aus Lauterbach wird den einleitenden Vortrag halten. Zu der Versammlung sind besonders auch die'Schnlbehörden der mittleren und kleineren Städte und der Kreise, sowie die Verwaltungsbehörden eingeladen. Den Versammlungen voraus geht eine Vorführung von Films im Kinematographentheater der Projektionsgesellfchaft „Union" zu Frankfurt a. M., zu der die Verbandsm.it- glieder und die Vertreter der Behörden unentgeltlichen Zutritt haben. ** Anonyme Zuschriften. In den letzten Tagen sind uns wieder zahlreiche Mitteilungen mit der Bitte um Veröffentlichung zugegangcn, ohne daß Die Absender ihren Namen genannt haben. Wir machen deshalb zum hundertundeinften Male darauf aufmerksanr, daß Einsenoungen ohne Namensangabe des Absenders unbesehen in Den Papierkorb wandern. ** Lehrarn tsp e rs on alien. Der Großherzog hat den Oberlehrern Gg. Bock an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen, Dr. Jak. Curschmann an dem Ostergymnasium zu Mainz, Rektor Ludw. Dörr an der höh. Bürgerschule zu Pfungstadt, Hch. Engel an der Ober- realschule zu Mainz, D. Dr. Theodor Friedrich an dem Ostergymnasium zu Mainz, Hch. Geißler an dem Lehrerseminar zu Bensheim, Aug. Hirsch an der Oberrealschule zu Worms, Dr. Fritz Loos an der Augustinerschule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg, Dr. Friedr. Meyer an der Oberrealschule zu Worms, Jak. Reuter an der Augnstinerschule (Gymnasium und Realschule) zu Friedberg- Johs. Sartorius an dem Herbstgymnasium zu Mainz- Plattform des Münsters eingemeißelten Namen befindet sich auch der seinige. Der neue Rembrandt im Kaiser-Friedrich- Museum zu Berlin. Tas Kaiser-Friedrich-Museum zu Berlin erhielt eins der bedeiftendsten Jugendwerke Rembrandts- den „R au b d e r Eur o pa", als Lechgabe des Geh. Kommerzienrats Leopold Koppel. Tas Bild ist erst vor wenigen Wochen nach Berlin gelangt. Es stammt aus dem Besitz der Prinzessin de Broglie und wurde von Agnew in Berlnr für eine halbe Million Mark zum Verkauf gestellt, von dem es Geh. Rat Koppel erwarb. Der „Raub der Europa", der dreiviertel Meter breit und sechzig Zentimeter hoch ist, tragt die Bezeichnung Rembrandts und das Jahr der Emstehung, 1632. Tas Werk des 26jährigen Künstlers verrat den Einfluß seines Lehrers Pieter Lastman. Das Kaiser- Fricdrick-Museum besitzt bereits aus der oranischen Erbschaft der Hohenzollern ein thematisch verwandtes Bild, den „Raub der Proserpina", das wenig später entstanden ist. Gerade gegenüber den stark nackgedunkelten Farben dieses Bildes tritt die vorzüg- licke Erhaltung der Neuerwerbung in Helles Licht. Für die Entwicklungsgeschichte Rembrandts von größter Bedeutung, enthält das Bild auch künstlerisch hohe Feinheiten. Es vervollständigt in dem Museum aus« glücklichste die Reihe der Jugendarbeiten Rembrandts, reiht sich am engsten der kleinen Minerva und dev Proserpina hier an und ist das 27. Werk des Meisters in den Galerie. — Kurze Nachrichten aus Kunst u.Wissenschaft. Auf eine 25 jährige Tätigkeit als ordentlicher Professor kann amj 1. April der Geheime Bcrgrat Dr. Gustav Stein mann, Direktor des geologisck-paläontologischen Jnstckuts und Museums an her Bonner Universität zurückblickcn. — Ter Professor der Pathologie an der Harvard-Universität, Theobald Smith, wurde zum A u s t a u s ch p r o s e s s o r an der Berliner Universi-» tat ernannt. — Tie 12. Deutsche Evangelische Ret - tungshauskonferenz wird diesmal zusammen mit der 10. Teutscheu Evangelischen Asylkonserenz vom 24. bis 26. April d. I. in München tagen. — Tie Technische Hochschule in Dresden verlieh Professor Wal- l o r, dem Sttwyser des Reichstagsgebäudes und des sächsischen Ständehauses, der am 1. April in den Ruhestand getreten ist, die Würde eines T r. in g. ehrenhalber. — Bei der zur Erinnerung an Karl Schurz veranstalteten Festlichleit stifteten die Bürger von M i l w a u k c" einen Betrag von .50 0 '00 Dollars für eine A u s t a u sch p r o f e s s u r zwischen der Universität Wisconsin und einer d eut scheu Universität^ Gleichzeitig wurden der Austaufchprosesior T aeriell und Professor Max Friedländer zu Ehrendoktoren der Recht- promoviert. o-l 1-15 15-30 30—60 60-70 über70Jahre 71 — 309 28 — Zahn-Creme Mundwasser Vorschein kommen, menn die Ansprüche anstatt bereits verloren gegangen sind. Einheimische Ortsfremde: an die Versicherungs- Obwohl die Sonntags stattfindenden Sprech- und deren Angehörigen auch minderbemittelten Errichtung eines Dampfkessels in seinem Betrieb erteilt und auf den Einspruch des Kaufmanns Zinn von dem Provmzial- ausschuß an den Kreisausfchuß zurückgewiefen worden mit dec Begründung, daß in dem Betrieb des Sandmann so wesentliche Veränderungen eingetreten seren, daß sowohl die Fettschmelze als auch die Seifensiederei konzessionspflichtig geworden seien. Fabrikant Sandmann suchte nun um Genehmigung einer Seifensiederei und Fettschmelze, die durch Aufstellung eines Autoklaven eine andere Gestalt bekam und die schon beantragte Dampfkesselkonzession nach. Hiergegen erhob der Vertreter des Kaufmanns Zinn abermals Einwendung mit dem Vorwand, dem Projekt ständen feuer- und gesundheitspolizeiliche Gründe entgegen. Auf Grund sachverständiger Gutachten, daß durch die Aufstellung de§ Autoklaven keinerlei Belästigungen der Nachbarschaft durch üble Gerüche mehr vorkommen könnten, wurde dem Gesuchsteller im heutigen Urteil die Genehmigung zur Abänderung einer Seifensiederei und Fettschmelze, sowie zur Aufstellung eines Dampfkessels nebst Autoklaven nach Maßgabe der vorgelegten Pläne und Beschreibungen unter den in der Konzessionsurkunde enthaltenen Bedingungen erteilt, unter Verurteilung des GeslichstellerS in die Kosten des Verfahrens. — Ferner wurde über die Beigcordnetenwa hl in Qneck verhandelt; sie wurde von dem KrciScmSschuß für ungültig erklärt. Bei der Wahl hatte der dortige Polizeidiener einzelnen Wählern die Stimmzettel abgenommen und, anstatt durch einen Mann der Wahlkommission, selbst in die Wahlurne geworfen, worauf Berufung erfolgte. Stackenburg und Rhein Hessen. R.B. Darmstadt, 1. April. Die diesjährige Wein- versteigerung der hessischen Weinbandomän e hat in den beiden letzten Tagen in Mainz stattgeftrnden. Am ersten Tag erfolgte die Versteigerung der Kreszenz von Badenheim und Oppenheim, am zweiten Tage die der Weingüter Bingen, Nackenheim und Nierstein. Der Zudrang war am ersten Tage nicht besonders stark, dafür aber am zwerlen um so stärker, was natürlich Universitäts-Nachrichten. — München. Wie die „Hochschulkorr." erfährt, hat der Privatdozent für vergleichende Sprachwissenschaft an der Uni- verlität München, Dr. phil. Hermann Jacob so hn einen! Rus als außerordentlicher Professor nach Marburg erhalten; er soll dort das früher von Prof. ThumL bekleidete linguistische Extraordinariat übernehmen. im Vereinslokal (Herberge zur Heimat: stunden in erster Linie für die Mitglieder bestimmt sind, steht die Beratungsstelle , Nichtmitgliedern, besonders auf dem Gckiet der Arbeiterversicherung usw. unentgeltlich Mr Verfügung. der allgemein eingeführten Heilserum-Behandlung: dem Keuchhusten erlag ein Kind, den Masern vier, dem Unterleibstyphus ein im Manöver auswärts infizierter Unteroffizier. An Rose sind drei, an Blutvergiftung anderer Art vier Personen zu Grunde gegangen. An Tuberkulose der Lungen starben 28 Personen, (i. V. 46), an Tuberkulose anderer Organe zehn (18). Die Sterblichkeitsziffer -für Lungenschwindsucht war also nur neun auf 10 000 Einwohner, eine bis jetzt hier nody nie erreichte niedere Zahl: für alle Todesfälle an Tuberkulose berechnet sich die Ziffer auf 12%oo- Lungenentzündung und Influen za brachten 40 (26) Sterbefälle, andere Ertränkungen der Atmungsorgane 13 (16). An Krankheiten des Herzens und der Blutgefäße (Aderverkalkung) sind, 35 (22) Personen erlegen, außerdem speziell an Gehirnschlagfluß, d. i. Zerreißung verkalkter Gehirngefäße, 16 (21). Der vierte Teil der verstorbenen sSäuglinge — 14 — ist an Magen-Darmkatarrh und Kinderabzehrung infolge von Ernährungsstörungen zu Grunde gegangen. An Blinddarmentzündung starben 4, an anderen Erkrankungen der Verdauungsorganc 13 Personen, an Nierenkrankheiten 16 (17). B ösartig e Neubildungen, meist Krebsgeschwülste, waren 31 (25) mal Todesursache: die Geschwülste saßen in der Speiseröhre in , drei, in dem Magen in acht, in Leber und Gallenblase in sieben, im Darm in vier, im Gehirn in einem, in der Brust in vier, in änderen weiblichen Geschlechtsorganen in vier Fällen. Durch Selbstmord endeten sieben Personen: ein Neugeborenes wurde gleich nach der Geburt getötet; drei Personen starben durch Unglücksfall. Der Rest der Sterbefälle verteilt sich auf minder wichtige und zwei unbekannt gebliebene Todesursachen. Großherzogliches Kreisgesundheitsamt Gießen. Dr. Hab er körn. ----_____________________315 Summa: 76 62 78 202 IÖ7 99~=---624 „ ; i e r b l i ch k e i t s z i f f e r sttt alle Todesfälle ist 20,13 E /000 Einwohner für die E i n h e i m i s ch en 1 0,0 (i. V. i k t *7 - beachtenswert, daß im Mann es alter zwischen gestrrbm^md" Ortsfremde und nur 100 Einheimische Die Bewegung der Bevölkerung, insbesondere die Sterblichkeit in der Stadt Eietzen im Jahre (gjo. Bei der Volkszählung im Dezember 1910 hatte die Einwohnerzahl der Stadt die Höhe nicht erreicht, welche man nach den Zählungen der Vorjahre erwartet hat; die Schwankungen in der Einwohnerzahl beruhen wesentlich auf dem ziemlich bedeutenden Zu- und Wegzug, weniger auf dem natürlichen Nach- wuchse durch Geburten. Die Volkszählung ergab 31044 Einwohner, und blieb gegenüber der berechneten um rund 700 zurück. Wrr legen bei den nachstehenden Verhältniszahlen für die Jahres- mitte rund 1300 Bewohner zu Grunde. , . gebend geboren wurden im Jahre 1910 von ein- hnnnchen Müttern 333 Knaben und 289 Mädchen, zusammen Sa i,. (i?1 Vorjahre 659), woraus sich ein Zuwachs vorn 20 Krndern auf 1000 Einwohner ergibt (i. B. 21,2%0). Von erlssremden Müttern wurden außerdem in der Stadt 233 Knaben und 228 Mädchen geboren; die Gesamtzahl der Lebendgeborenen war hiernach 1083. Totgeborene wurden gezählt 40 eheliche und 12 uneheliche, zuiammen 52, darunter 30 ortsfremde. G e storben sind im Berichtsjahre 305 männliche und 319 weibliche, zuiammen 6 2 4 Personen. Hiervon gehen ab 315 Ortsfremde, und es bleiben Einheimische, welche wir einer näheren unterwerfen wollen: 309 Verstorbene (i. V waren 0^,0)- Nach Altersklassen geordnet verteilen sie sich in folgender Tabelle: V* I /X "Ala8on O KurDrinz q Bismarck o i 61 Naxos e O Jockey O2 pt[j. Türk. Tabak- »Clgaretten-Fabrlk „Klos" o E.Robert Böhme, Dresden. _____________'£ieJera”t der französischen Fabak-fcgie. Lanotreis Gieren. Garbenteich, 2. April. Der K o n sumv er e i n hielt ton Samstag, 1. April, bei Gastwirt Lotz seine Hauptversammlung ab. Der Direktor Briegel erstattete den Rechenschaftsbericht, aus dem sich ergab, daß der Verein im letzten Jahre bei gesteigertem Umsatz gegen das Vorjahr einen sehr guten Abschluß gemacht hat. Die Versammlung erteilte dem Vorstand Entlastung. Bei der Wahl als Direktor wurde Johs. Brie- ael II., der 23 Jahre, seit der Gründung des Vereins, an der Spitze des Vereins steht, auf weitere 3 Jahre gewählt. In den Aufsichtsrat wurden wieder- bezw. neu gewählt die Herren Johs. Jung, Joh. Kissel V., Wilh. Amend, Johs. Wallbot III. Als Rechner wurde das Aufsichtsrattnitgli^ Briegel auf 3 Jahre gewählt. 4. Hungen, 3. April. Anläßlich des Scheidens seines langjährigen Dirigenten Lehrer Lehning, der nach Darmstadt versetzt wurde, sand firi)i am Samstag abend der Gesangverein „Liederkranz" im Gasthaus „Zur Reichskrone" zu einer Ab schiedsfeier zusammen. Lehrer Lehning, der den Verein seit 10 Jahren leitet, hat es durch seine TätiAeit und Können verstanden, den Verein auf eine hohe Stufe zu bringen. Dreimal führte er seine Sänger, von. denen er nur ungern scheidet, zu Gesangswettstreiten und jedesmal konnte der Verein preisgekrönt zurüctlehren. 9hud) sonst hat sich der beliebte Dirigent durch sein reickes Verständnis und richtige Auffassung für gute und schöne Vereinsveranstaltungen usw. um den Verein hohe Verdienste er-, worben. Lehrer Isaak feierte den Scheidenden in einer Ansprache und gab den Gefühlen unauslöschlicher Dankbarkeit für seine erfolgreiche Tätigkeit Ausdruck. Der Verein wird den scheidenden Dirigenten, der fortan Ehrenmitglied des „Liederkranz" sein wird, in dauerndem, freundlichem Andenken behalten. Kreis Büdingen. --Büdingen, 2. April. Letzten Samstag fand im Saale des Hotel Stern in Büdingen eine Versammlung der Ortsgruppe Büdingen des O b st- un d G art e nb a u- Vereins für den Meis Büdingen, die jetzt 179 Mtglieder gäljlt, statt. Eine stattliche Anzahl Mitglieder des Vereins und Freunde des Obst- und Gartenbaues hatte sich dazu eingefunden. Da für die Ortsgruppe Büdingen ein Obmann noch nicht gewählt war, eröffnete der Vorsitzende des Vereins, Kreisrat Bo eck mann, die Versammlung, worauf er einen Rückblick aus das verflossene 'Jahr warf und die großen Aufgaben des Vereins hervorhob. Obstbau- «nfpektor Metternich hielt dann einen Vortrag: „Die Bekleidung der Häuser wände mit Obstspalieren und die Bepflanzung der Weinberge mit Buschbaumen". Der Redner verbreitete sich über den Wert der Hausspaliere in ideellem und materiellem Sinne. Vom volks- wirtfchaftlichen Standpunkt betrachtet sei diese Kultur besonders wichtig, da noch tausende von Quadratmetern Wandfläche der Ausnutzung harrten. Er machte unter anderem auf die Erfolge, die der Verein in Orten des ?mi1,Cr5 ,?uf diesem Gebiete gehabt habe, aufmerksam. In 1911 sollen namlrch in den Gemeinden Berstadt, Binaen- Dauernheim, Fauerbach, Kefenrod und Rodenbach an Ml Hausemr 396 Obstspaliere, vorwiegend Aprikosen und Birnen, gemeinschaftlich angepflanzt und unterhalten Daber gingen drei öffentliche Gebäude, wie Rat- ^ser,,Schulhauser usw. vorbildlich voran. Referent sprach die Absicht aus, in derselben Weise auch für Büdingen wo Gelegenheit zur Hausspalierzucht äußerst günstig sei' vorgehen zu wollen und hofft, dabei von den Mitgliedern des Vereins unterstützt zu werden. Ein gleiches gemein- sck)altliche-.' Vorgehen empfahl er auch für die Weinberge Nachdem die Reben trotz eifriger Arbeit einen nennenswerten Ertrag nicht mehr lieferten, sei eine Bepflanzung dreier Grundstücke mit anderen Obstsorten und zwar in der Haupt,ache mit feinem Aepfelforten, Ananas und Cosäs Orangen-Reinette in Buschfomn, das empfehlenswerteste Die Ver,ammlung erklärte sich mit den Vorschlägen des Referenten einverstanden und wünschte, schon in diesem Jahre mit einigen "Proben zu beginnen. Hierauf fand eine Ver- ung von Obstbaumen, Sämereien und Kalendern für alle Mitglieder der Ortsgruppe statt. Als Obmann der Ortsgruppe wurde Bürgermeister Fendt gewählt. Dieser mihm das Amt an und dankte der Versammlung für das rhm entgegengebrachte Vertrauen. Der Vorsitzende schloß sodann die Versammlung mit dem Danke an die Erschienenen und dem Wunsche für ferneres Blühen und Gedeihen des Obst- und Gartenbaues. Kreis Lauterbach. ^ Lauterbach, 1. April. In der heut-gen öffentlichen KreisanSschußsitzung wurde das Urteil des in oonger Atzung verhandelten Gesuchs deS Seifenfabrikanten Sandmann von hier um Errichtung einer Fett - äe verkun^t. Die Angelegenheit wurde wiederholt vordem Krelsau^chuß verhandelt. In der Sitzung oi:, 9 '>uü 3«- war dem Gesuchsteller die Genehmigung zur Luftschifsahtt. Kurze Nachrichten. Berlin, 2._ April. Am 3. April beginnt in Döberitz der erste Flugkursus für die aus der Armee kommandierten O 111 z ier e. Für die erste Ausbildung sind drei Monate be- meffeit; 2a Offiziere, darunter Vertreter des bayerischen, des ! ach>ischen und des württembergischen .Kontingentes, sind kommandiert Mit der Leitung der neugebildeten Lehranstalt ist Oberst Mes fing beauftragt, als Lehrer wirken die Oberleutnants Geerdtz und Erl er, ferner die Leutnants Mackenthun, von ^ar^czy, Freiherr v. Thuena, Förster und Canter. Pans, 2 April. Der Internationale Aeronauttsche Verband hat für den auf Anregung des hiesigen „Journal" ver- gnstalteten eitropäischen Rundwettflug folgenden Plan festgestellt: Pans - Lüttich - Utrecht - Brüssel - London - Paris Der Rundwettflug, für den Preise im Gesamtbetrag von 412 000 Francs gewidmet wurden, soll am 18. Mai in Vincennes bn Pans seinen Anfang nehmen und bis Ende Juni dauern. Ein deutscher Rundflug. Stendal, 3. April. Nachdem der Militärzweidecker „Alba- tros um 3 Uhr 46 Min. in Hannover zu einem kleinen Probeflug ausgesttegen und bald darauf wieder gelandet war, stieg er um 4 Uhr 22 Mm. wieder auf und nahm die Richtung platz ^anbe^ifT9, tov UDt 5 LH,r 12 Min. auf dem Exerzier Bald nachher Landung begrüßten der Herzogregent und die ^erzvMi die Militarslieger auf das herzlichste Tie Rückfahrt nach Berlin war wegen unstcheren Wetters verschoben worden kurz nach 7 Uhr erhob sich der Apparat mit den beiden Fliegern und schlug eine etwas südliche Richtung ein mnfjte aber wegen di cht en Nebels vormittags 9 Uhr 50 Min bei Kiefter&of land em Dann fuhren sie nach Stendal n,eTte(fv J“ schon um 101/2 Uhr eintrafen. Sie setzten den Flug am pcachmittag fort. Vermischtes. ofHfiV5 erRückgang dcrSterbIichkeit inFrankreich« m>Sr1”,cb- ^Erichtet : Die neue Slerblichkeltsstatistik, von Der im ^Matln em mterefianter knapper Auszug veröffentlicht wird, gestaltet sich zu einem Ruhmesblatt für die Errungenschaften der modernen Hygiene. Zeigi sich doch, daß viele Krankheiten, die m früheren Jahren m der Llerblichkeitsstatistik einen breiten Raum einncibmen, mr Laufe der letzten Jahrzehnte den größten Teil ihrer ?^.hren eingebüßt haben. Insbesondere auf dem ® Jele btt R iiberftdntlieiun kann die moderne Wissenschaft über- wschend günstige Ergebnisse verzeichnen. Noch im Jahre 1887 mr&vLl 'SfVÄ °cl D 1 phteritis mehr als 20 000 Kinder; 'to Pa2 Cc 11-09 !? 'bst Zahl auf 3600 gesunken. In ähnlichem Maße haben auch die Maseru an Gefährlichkeit eingebüßt - die ?»ab?A?C- l909 beträ9t kaum ein Viertel der Zahlen des Jahres 1887 Damals zeigte uns die Statistik, daß von tausend Kindern mehr als 300 m den ersten Monaten ihrer Säuglinaszeit zugrunde gingen. Im Jahre 1909 ist die Säuglir?g^s- Erblichkeit auf 125:1-00 gesunken. Auch auf dem Gebiete ^.-ekampfung des Typhus kann man mit Stolz auf die ^orl= djrute tei letzten Jahre zuruckblicken. Während noch ini Jahre 1887 nicht ivemger als 22 000 Personen der Krankheit erlagen, uer- Ä^Erkrankte?^^ 1909 HUC eine Sterblichkeit von insgesamt . Das „Himmelstor der Millionäre" bi.e der Neuyorker Millionäre bekannte westliche Presbiterlanerkirche m der 42. Straße in 9lennnrf bie im Volksmmid als „das Himmelstor der Millionäre" so populär ist, wird demnächst ihre Pforten schließen und es den Millionären überlassen, stch e.ne andere Brücke und eine andere Pforte ur m VUtfd)affen* Grundstück ist mit einer Reihe von Nachbarhäusern von einer großen Gesellschaft anaefnuit bie an ber Stätte, ba bishe?bie N-u.)oike^D°llarL?g)', "r° L backst verrlchteien, voraussichtlich ein großes Hotel oder ein viel- stockiges Geschäftshaus errichten >vill. Tie Kirchen Millionäre wird der Presbiterianerkirche in de?86.' Straße ein- gememdet. Tie Gemeinde der ivessticheil Presbiter.vv^i^- wohl die reichste der Welt. Akan schätzt das Vermögen de? Ge memdemitglieder zusammen auf mehr als 3000 Millionen Mk Aen Leb eu sj a hr e ftarben 54 Ktnder (i. B. 55) Gestobenen und 1,7 auf 1000 Einwohner; auf ;aI en c?0,0 verstorbene Säuglinge, und der Mlauf des Jahres durch Nachwuchs beträgt .568 Einwohner. Die Säuglingssterblich- etwa her ÄÄtrcfyer)r>etfe eine recht geringe, es war nnA Souglrng verstorben. Das Verhältnis er- schnnt noch gunsttger, wenn man bedenkt, daß 12 Neugeboren« Mißbilduna^ im9schwäche (infolge von Frühgeburt, ..citzvildung) im ersten Lebensinonate zu Grunde gingen bei sorgsamste Pflege oft ohne Erfolg zu sein pflegt Sffieb erÄidenD|r9aKCt9C ^uglingssürsorge noch bessere Er- gevmste e^ielen! Die Zickunst wird es lehren. gefrorben ,ÖatcTen ^rndesalter zwischen 1—15 Jahren sind 27 der lobesmtc”- 43 S“1'*! 5'*^' bir 9™6tr Zahl ften K^Äh-^s^rn?chch°n.wichtig, einer ««“ ««* t-, °«n 81 T4Whe.tr ^t^1 „s Ä' auch eine stärkere Anziehung der Preise zur Folge hatte. Im allgemeinen konnte man an beiden Tagen die Beobachtung machen, daß die sog. kleinen Sachen bedeutend über die Taxe bezahlt wurden. Es kommt dies wahrscheinlich daher, weil sich die Domäne dazu versteht, selbst von den geringsten Sorten auf Verlangen Originalabfüllungen zu machen, was wir nicht für besonders zweckmäßig, halten können. Es trachtet eben jeder Weinhändler danach, Original-Abfüllungen zu erhalten und begnügt sich in diesem Falle auck oft mit geringeren Qualfläten. Die kleinen Sachen wurden daher auch am ersten Tage sämtlich höher bezahlt, und zwar erzielten die zu 600—700 Mark taxierten Sorten 800—1000 Mark, während die besseren Qualitäten zum Teil hinter der Taxe 'zurückblieben; so erzielten z. B. Oppenheimer Goldberg, der zu 1600 Mark taxiert war, nur 1300 Mark, Oppenheimer Goldberg-Riesling zu 2000 Mark taxiert, nur 1780 Mark. Am zwecken Tage erzielten dagegen bei sehr starker Nachfrage die Spitzen gute Preisest ein Viertel-Stück Nackenheimer Rotenburg-Auslese statt der taxierten 2000 Mark 2150 Mark, so daß sich also ein ganzes Stück auf 8600 Mark stellen würde. Nackenheimer Rotenberg- Riesling erzielte anstatt 2200 Mark 2660 Mark, ein anderes Stück statt 2100 2450 Mark, während Nackenheimer Fenchelberg- Riesling statt der taxierten 2700 Mark nur 2140 Mark brachte. Die zweitbeste Nummer, Niersteiner Rohbach-Riesling, die zu 3000 Mark taxiert war, brachte 2640 Mark und wurde von der Vereinigten Gesellschaft Darmstadt, dem Kasino zu Gießen u. a. ersteigert. Es tarnen im ganzen 143 Halbstück und 5 Viertel- stück, sowie ein Halbstück 1909 Bensheimer Streichling-Riesling, der anstatt 1000 Mark zu 880 Mark von Guntrum-Bensheiim! erworben wurde, zur Versteigerung. Das finanzielle Ergebnis war im ganzen recht günstig; die meisten Sorten gingen erheblich über die Taxe hinaus, und der Gesamt erlös stellt sich nad) ungefährer Schätzung auf über 2 00000 Mark, während im Staatsbudget für 1911 bekanntlich nur 170000 Mark als Einnahme eingestellt waren. Drucksachen aller Art die Brühl'seheUnw.-0rucker6i. 73 57 129 50 Karl Völzing an ber Realschule und dem Progymnasium zu Alzey, Dr. Ehristiau Waas an der höh. Mädchenschule und dem Lehrerinnenseminar zu Mainz, Rektor Friedr. W e n z e l an der höh. Bsirg-erschule zu Bingen, den Charakter als Professor verliehen. Durch Entschließung des Ministeriums des Innern wurden die Lehramtsreferendare: Erw. Berninger zu Mainz, Hch. Gilbert zu Worms, Dr. Ludw. Gombert zu Darmstadt, Otto Grün zu Bad- Nauheim, Gg. H a a s zu Darmstadt, Wilh. Hahn zu Gießen, Dr. Ludw. Hensel zu Darmstadt, Ludw. Hillenbrand zu Wimpfen, Wilh. Hottes zu Mainz, Gg. Kissel Ku Dcrrmftadt, Friedr. Kreutzer zu Offenbach, Dr. Hch. Lepper zu Gießen, Friedr. Michel zu Darmstadt, Joh. Müller zu Darmstadt, Hch. Nolda zu Vdainz, Anton Plank zu Grünberg, Adam Schnellbacher zu dNichel- stadt, Erich Schwör er zu Darmstadt, Franz Spang z-u Mainz zu Lehramtsassessoren ernannt. ** Die Rechtsberatungsstelle des Evang. Arbeitervereins erfreute sich, wie man uns schreibt, auch im . zwecken Jahre ihres Bestehens eines regen Zuspruchs. Neben Kranken-, Unfall- und Jnvalidenversicherungsangelegenheiten waren es Fragen der Gesindeordnung, des Gewerberechts, Bürgerl. Gesetzbuchs, Zivilprozeßordnung, Sttaflecht usw., bei denen die Beratungsstelle ihre Dienste zur Verfügung stellen konnte. Auch in Steuerangelegenheiten wurde, besonders in der Zeit der Reklamationen und Steuerveranlagung, von der bestehenden Einrichtung Gebrauck gemacht. Neben den erteilten Auskünften erfolgte auch die Msiertigung der erforderlichen Schriftstücke (Gesuche, Eingaben, Berufungen, Errichtung von Privattestamenten usw.) durch die Beratungsstelle. Leider mußte auch im ver- floffenen Jahre die Erfahrung gemacht werden, daß die Ratsuchenden, besonders in Unfall- und Invalidenversicherungsange- (egenbeiten, die Beratungsstelle in der Regel erst aufsuchen, wenn sie mit ihren Ansprüchen in allen Instanzen abgewiesen worden sind, oder die Berufungsfrist versäumt haben. Ebensoviel wird dadurch gesündigt, daß die den Versicherten beim Austritt aus der versicherungspflichtigen Besck)äftigung ausgehändigten Jnva- libenfarten achtlos beiseite gelegt werden und erst wieder zum 54 27 27 22 35 51 2267 auf dem neuen Friedhöfe statt. Krofderfer Str. 12 Telephon 487 Fritz Rosenbaum Telepbon 6S2. nachmittags 3 Uhr statt. 2282 6 2214 15 n n IB30./, ! Seit 16 Jahren in Deutschland eingeführt und beliebt. I dieser Nur Schuteecht marke. mit Wi) Löwcngasse 20 0.2 ü e. (j «S :7 e i o r o 51 31 8 K *> ö Schneiderinnen erhalten Kn irres - Preise 20000 5000 - B ä? d** ^8 (30-39 (25-29 (20-24 erschienenen Bieter ftatt Oppenrod, den 31. Mürz 1911. Großh. Bürgermeisterei Oppenrod. Bals er. B Das em Phmd-Paket kostet nur 25 Pfennige. I Zu haben in Drogen-, Kolonialwaren- und Apotheker-Geschäften. En groe von der Fabrik: Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Währum und Familie. Giessen (Ost-Anlage 35), den 3. April 1911. Die Beerdigung findet Dienstag den 4. April, nachmittags 3 Uhr, Amerikan. Neuplätterei für Herren- ===== Wäsche. ============== Spezialwäscherei für Haushaltungen, Ausstattungsgeschäfte und Hotels. Garantie für absolute Schonung : Konkurrenzlose Ausführung : Für sparsame Hausfrauen sind meine Abteilungen: Rollwäsche und Nasswäsche die billigsten Einrichtungen. Abholen und Rücklieferung durch meine Wagen. —Schnellste Lieferung. —— \XV Statt jeher besondem Anreize. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere unvergeßliche Mutter und Großmutter Fra« Sm KlWsteiu geb. Serzog heute abend sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: H. Klippstein. Langsdorf i. Oberh., 2. April 1911. Die Beerdigung findet Dienstag den 4. April L. Minlos & Co.. Köln-Ehrenfeld Hoflieferanten. = 4,10 Fstm. = 43,48 „ = 99,57 „ = 36,40 „ ■— b/iX) ,, Bekanntmachung. In unserem Genossenschaftsregister wurde bei der Land- wirtschaftl. Bezugs- und Absatzgenossenschaft e. G. m. u. H. zu Rodheim a. d. Hort, eingetragen: Tie Liquidation ist beendigt. Die Bertvetungsbefugms der Liquidatoren ist erloschen. Hungen, den 20. März 1911. Bi/i Großh. Amtsgericht Dampfwaschanstalt Edelweiss Friedrich Wörner, Gleesen LergebMg non Eiilfriebigmigsiirbeit. Die zur Einfriedigung des Schulgartens der Gemeinde Oppenrod erforderlichen Arbeiten sollen Mittwoch den 5. April, mittags 1 Uhr, aus dem Bürgermeistereibureau zu Oppenrod durch schriftliches Angebot vergeben werden und zwar: 1. Erd- und Mururerarbeit veranschlagt zu 128.25 Mk. >. Zimmerarbeit veranschlagt zu 152 Mk. 3. Schlosserarbeit veranschlagt zu 114 Mk. Die Eröffnung der Angebote findet in Gegenwart der Haus- u. 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Mts., morgens gegen 2 Uhr, entschlief nach schwerem Kampfe unsere innigstgeliebte Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Karolina Währum Witwe geb. Schneider im 67. Lebensjahre. 3. 4. 5fla n ,«av „ ,, „ 5b. „ (12—19 „ „ 1 « 0,40 n Das Holz ist gefällt und ohne Rinde gemessen. Förster Tröller in Weickartshain zeigt dasselbe vor. 45 Fstm. lagern zirka V3 Stunde, 145 (vitiii. zirka 1 '/< Stunde von der nächsten Bahnttanon entfernt. Schriftliche Gebote mit der ausdrücklichen Erklärung, dav itch Bieter den hiesigen Berkuussbedingungen unterwirft, und bis znm 15. Avril 1911. abends 7 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde, von der auch Aunuaklinen unentgeltlich bezogen werden können, ein- -ureicheu. Bieter bleibt bis zum 25. April ds. Js. an fein Gebot Ziehung 7.,8. u.1O. 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