161. Jahrgang Zweit« Blatt M. 76 Erscheint tSgNch mtt Ausnahme bei Ssnnlagi. 9 ‘TaysEatl Der Ausschuß zur Beratung des Gesetzes gegen die Kurpfuscher als rsammlung 6® in TilleMi« iugeiagt w- meraben, m6i 'nen. r Woritanb. weift: bem i8t|)ören. sm- Ma herab- Reichstages Erlediaung Nachsession Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuld strotze 7. Expedition und Verlag: 6L Redaktion:«^AlI2.Tel.-Adr.:AnteigerGietzen. reich nehmen: es wäre beim, daß vorher müten in oiesem Dramck der ungcreditfrtoeiic vergessene französische Bauer auftaucht imb mit seiner rauhen Faust bic wurzellosen Doktrinäre bavonjagt. „Glaube und Heimat!" Wann wirb boch biese „Tragöbie eines Volkes^ in ganz Frankreich gut gespielt und richtig verstanden werben?" Die deutschen Flieger bei dem Zluge Paris-Berlin. Ter als Ballonführer bekannte Luftschiffer Professor Santn l c r Essen äußert sich in felyr bemerkenswerter Weise in einem; Düsselborser Blatte über den vorläufig um ein Jahr versäwbenen Plan eines bcutschen UeberlanofluaeS Aachen—Berlin und eines Internationalen Fluges Paris - Berlin. Barnler bedauert, daß ber deutsche Plan verschoben worden ist, da hierburch die deutschen Flieger zu Gunsten ber ausländischen benachteiligt würben. Es seien bereits 140 000 Mark für ben Flug aufgebracht worden und höchstwahrscheinlich würde der Betrag die Höhe von 200 000 Mark erreicht haben Das sei allerdings eine geringe Summe gegenüber den 3 Millionen F-rsc., welche die Franzosen im vergangenen Jahre für Lnftfliegcrmeise aufgebracht hätten, aber immerhin sei in pekuniärer Hinsicht ein erfreulicher Auf-, frimmng zu Gunsten der deutschen Fliegerei zu verzeichnen ge-, wesen. Diese kranke lediglich am Gelomangel, und unsere deutschen Flieger hätten schon längst erhebliche größere Leistungen aufweisen können, wenn sie durch große Preise angespornt und wenn unsere Flugzeugindustrie durch größere Barmittel in die Lage gefommen wäre, leistungsfähigere Maschinen zu bauen. Professor Barnler erklärt weiter: Bei dem französischen Ost" Rundfluge handelt cs sich um einen Lanbflug in verschiedenen Strecken. Sieger wurde derjenige, der alle vorgeichriebeiicn Strecken zusammen in der kürzesten Zeit überflog. Er konnte dabei so viel Apparate und Motoren benutzen, wie er wollte, natürlich nur Ma-" schinen eines Systems. Als Preis waren 100 000 Frcs. zu gewinnen. Sieger wurde bekanntlich der von der Firma B l e r i o t unterstützte Leblanc. Es ist von höchster Bedeutung für die Beurteilung dieses Fluges, zu erfahren, wie dieser Sieg errungen wurde. Nicht nur erwartete Herrn Leblanc an jeder Haltestelle ein vollständig neuer Motor, sondern auch die ganze Maschine wurde mehrfach gewechselt. Außerdem fuhren ihm wahrend des ganzen Fluges 2 Automobile nach, von o.aen eines vollständig als Werkstätte eingerichtet war. Diese Leistung hat der Firma rund 100000 Frcs. gekostet, so daß also der ganz? Donnerstag, 50. Mr; 19H Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universität» - Buch- und Steindruckerei. 9L Lange. Dietzen. Die „Wietzener ZcnnlllenblStter" werden dem »Anzeiger* 6ietmo[ wöchentlich beigelegt, da» „Kreisblatt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit, (regen" erscheinen monatlich zweimal. Mark i,rz " 8,25 Sr ateruus äap“ JWhttet französische Glossenzu5chönherr5„Glaubeundhe:maL" Herr Charles Bonncfon, ber Berliner Berichterstatter des „Figaro", erchhlt den Lesern seines Blattes von dein liefen Eindruck, den Schönherrs Drama „Glaube und Heimat' bet ber .lu*> führung in Miel auf das deutsche Naiscrpaar gemacht hat, und gibt mich die Worte wieder, di' ber Kaiser nach ber Ausführung, wahrend der Kaiserin noch die Tränen in den Augen standen, an ben glücklichen Autor richtete An die kurze Notiz knüpft der kranzo- irsche Fonrnalist dann einige Bemerkungen über deuOckres und französisches Theaterwesen, die interessant genug sind, um eine Wiedergabe in deutschen Blättern gerechtfertigt crsckx'inen zu Innen. „Ich möchte," schreibt er, „von dem Theater in Ehcrbourg nichts Schlechtes sagen, iiunal, da ich es gar nicht leime. Asch möchte aber doch bezweifeln, ob Frau Falliöres je dort gcioeint hat, und id) frage mich, ob man in Brest oder in Tonlon drei Tage nach Paris die neuesten Stücke spielt, und noch dazu so aus gezeichnet, daß sie nichts von ihrer Feinheit verlieren. Ich stelle mir diese Frage, ohne baraur zu antworten. In der allerdings schon etwas fcrnlicgeiiben Zeit meiner Jugend war die srauzösi'ck. Provinz m Theaterdingen gegen Paris nm etwa zehn Jahre zurück: ich hoffe, daß es seitdem besser geworden ist, denn Frankr reich braucht, genau so wie Deutschland, mehrere Hirne. Das Stück des Herrn Schönherr, das der Kaiser io sehr gelobt hat, ist für einen französischen oder lateinischen Weift fdimcr zu her stehen. Es versinnbildlicht das tragische Geschick der deutschen Nation, die Tragödie Deutschlands, das iahrhnnder'elang bürd' religiöse Kämpfe irnb Lcidensdxisten zerrissen war: die Furcht vor den Strafen ber Hölle entfesselt hier die büiteriten Dramen: bic Liebe zur Heimat, zur väterlichen Scholle gewinnt Macht über bic Seele der Renegaten imb führt sie allmählich zur Abschwörung des neuen Glaubens, bis ber Tag tomml, an welchein plötzlich das wicdererweckte religiöse Gewissen die unglücklichen Menschen zur Flucht oder in den Tod treibt Diese Zeiten liegen in weiter Ferne. Was einst ein grausamer, ftcdx'nbcr Sd)inerz war, ist seit her zu einer bloßen Unzufriedenheit geworden. Man flieht nicht Mehr, aber man leidet noch immer, und mehr als ein Katholik in Frankreich, ber seinen Glauben verbergen ^muß, befindet sich in einem grausamen Dilemma: an' der einen Seite stehl bic Liebe 'n seinem schönen Bat erlaube, aus der ander!', ber Widerwil! , ben ihm der religiöse Verfolgungswahn bicses selben Vaterlandes ein isen ann StelngMtt’f 11. Mär» 18H mem.'Lorsie^; xnat 2 April 1911 gß 31/, Mr .. i. Hemm! Schönberr- s8Mr icöe Preise. -MW töOlllt u.. stl. TomsM Tbcater Benw- fOr reisende Damen ta estemäaus, haaomtr, I. Hus. Ur*’’ imlunü chlar Hon jur 9löit id Ruhl, dmwg: Kassierers fii neu Kamen!« 1er Gouverneur von Samoa im Bubgetanischutz. Nachbcm ber Budgeßansschuß seine Arbeit soweit crlebigf Hai, als cs für bi; Fertigstellung bes Voranschlages unbedingt erforderlich war, befdiaftigt er sich nunmehr mit den cinfirocucn ausgeschicdcnen Fragen. Heute stand die Verwaltung von Samoa zur Verhandlung. Tas Zentrum hat eine E n t * schlic ß u u g eiiigebrachl, die daraus ausgeht, A'urlorgc jur Du: Einführung der Selbstverwaltung zu tressen und dafür zu sorgen, daß der Voranschlag dem 01 duv ernem en:lsr at jedes Jahr zur Oleuchmigung vorgclegt wird. Bon T o r t) m r 111* iidier Seite wird diese Entschließung für gegenstandslos gehalten, weil Gouverneur Sols ihren Grundiorderungen durchaus gerecht geworden sei. . Staatssekretär Dr. v. Lindeauist gibt die Erklärung ab- daß ber Gouverncnumtsrat regelmäßig etnberufen werden soll- aber das sei auch bisher schon geschehen. Zur Bekräftigung dessen verlieft Gouverneur Sols das Protokoll über die letzte Sitzung des Gouvernementsrats, das bartue, baß er ben Rat keineswegs. Umd$on konservativer Seite wirb erklärt, daß man bent Inhalte ber Zentrumsresolution _ zu stimme, aber sie boch ab- lehnen locrbe, um nid)t nad) außen ben Anschein zu crhicctot, daß man sick) gegen den Gouverneur Sols wende, ^er gleiche Staubpunft wird von den N a t i o n a l l i b e r a l e n emgenonr» men. Die Sozialbcmokraten erklären sids für die Enb- idiHeRung pntec ber Bedingung, daß aud) die Eingeborenen zup Selbstverwaltung herangezogen würben. Wcitcrberatung: Donnerstag. tW* fr ■** liessen int 6"«le b,! flößt. Herr Bonncfon selbst entstammt, wenn wir ttidtf irren, einer protestantischen Fcknilic.) In literarischer Hinsicht ist Schönherrs Stück reckst intereffant, weil cs in hohem Grabe bic Eigenschasten dc-S französischen llassischen Geistes und bic ber deutschen Volkstradition vereinigt. „Eorneillesch" in seinen Grundlagen, da iljm ein GcwisicnskonNikt zugrunde liegt, ist es kunstvoll ausgebaut, indem cs uns m tragischen Etappen ui einer Lösung sührt, bic bic Aufregung zum Paroxysmus steigert. Aber unter dieser kunstvollen Architeitur, bic iranzösisdien Ursprungs zu sein scheint, regt und bewegt sich ein Bauernvolk von rauher Wesensart, mit einfachen und itarfen Leidenschaften, mit wahrlfa fügen Worten, ein Volk, dem bic .Franzosen niemals ben Zugang zum Heiligtum ihrer Dramen gestattet l aben. Zur Zeit Ludwigs XIV. formte dieser Ostrazismus noch einen Schein von Berechtigung haben. Der Bauer, der gut genug n ar, bic vornehmen Herrschaften zum Lachen zu bringen, war Nicht gilt genug, um ihnen Tränen zu entlocken. Diese schwer verständliche'Gleicksgültiglit des Gebilocten für das Dorf und für die Millionen von Aeckcrn, ohne welche unser Land bald in Staub zerfallen würde, blieb aber auch bestehen, als auf den klassisckwn Geist der jakobinische Geist folgte. Ein großer Dichter, Mistral, hat uns die Bauern ber ProvencD.enthüllt"; ein großer Prosafckrin- ncllcr, M li u vassan t, hat mit grausamen Strichen bic Bauern ber Normandie gezeichnet, aber ohne Liebe und fast widerwillig: Pierre L o k i hat uns einen Blick tun lassen in die Seele des bretonischen Bauern. Aber es ist noch niemand aus den Gedanken gekommen, den französischen Bauersmann aur die Büchte zu bringen, in seiner „Bauernscklaubeit", in seiner rauhen Schale, aber .ruck in seiner unbewußten Größe, bic sozusagen Frankreichs Knochengerüst ist. Schade darum! Und wenn ich sehe, wie die größten >. imitier ber deutschen Sprache, von Gottfried K cl l c r dis Sn F r c n f s c n, von Anzengruber dis zu S ch ö n h c r r, sich :man*in1id' mit au nichtig er Liebe zu ihren Brüdern und zu ihren Grosnätern, den Bauern, als su ber Duelle aller straft, hinab, neigen, möchte id) unfern Regieruiigsdoktrinären mit bent engen Horizont zürnen, weil sie Frankreich immer mehr zur Abitraktion l-intreibem Indern wir uns von der fruchtbaren Scholle entfernen, werden wir nad*. und nach zum Laboratorium Europas, das ncu- gier'g ober spöttisch unfern Experimenten beiwohnt, unb^wenn da nanGsische Volk, nachdem man es lange genug in Töpfen ->no Tiegeln gekocht haben wirb, nur noch ein trockenes und satt- loses Fleisch) jein wird, wird der Fremde kommen und. jich Frank- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Ciierhessen wird angenommen, desgleichen unverändert ber eddniuxiragrabb, ’s monad) bas Versassungsgesetz hin'ichtlick der BcsttniMilNgeir über die Bildung bi .- Landtage mit dem Tage ferner Verkündung, im übrigen.?n einem durch staiserlicm Verordnung fcstzufetzenden Tage, ivätcstens am I. Januar 1912, m straft tritt. latwj nur durch Reichsgcsctz aufgehoben ober abgeändcrt werden^ Damit ist bic erste Lesung des Berfa,lungSgefctzcv' crfcbigt, t'ic )li eich vartei hat ben Entwurf eines Gesetzes Wer bic Eiusubiu n g eines neuen PreßgesetzeS in El^ saß Lothringen eingereicht. Da der Entwurf der Doll- dci iamuthmq des Reichstags uodi nicht Vorgelegen hat, erhebt! bic Linke Einspruch gegen seine sofortige Behandlung. Der AuS" schuß beschließt aber, morgen in bic Verhanblung etntutreien. dem Aussckußantrag lauten: „Tie Beitreibung bei Gemeinde einkünste Gemcinbeuinlagen und Ausstande der Gemeiiibe bc stimmt sich nach ben beftebenben Gesetzen." Geh. Rat Best bemertt hierzu, bic Dcranbcrtc Falfung entspreche dem Art. 188 ber Stöbt.orbnimg und man habe bei bieicr Bestimmung an ber bisherigen Vorschrift nichts ändern wollen. Laubgcrickttspräsibent Dr. Hangen führt aus, das; ber Ausschuß der gegenteiligen Ansicht sei: mau wollte tatsächlich m ben Versahrettsvorichrnten etwas änberu. 'Jiadibcin nun beule bic Regierung ilre Erklärung abgegichen Ixibc, werbe bas vorherige Verfahren wieder b.-rgestcllf. eine stlarftellung im Wortlaut des Gesetzes wäre erwünscht. , . , Tic Art 187 >00 handeln von den bcionbcrcit Ausidstageit, Gebühren und Abgaben, bic An. 200—208 von dm Gemembc- uerbäuben und bic Pestartikel bis 225 von ber staatlichen Lbcr auifid - über nie Verioaltung ber Gemeiiiden unb Gern ein deve-r bänb* uhr. Sämtliche Artikel werden nach einigen .tnwc,cnt- nrh'it Bemerkungen und Erläuterungen des Regierungsvertreters angenommen, womit bic Beratung über den Gesetzentwurf, betr. o i c ^anbgemcinbcorbituug erledigt ui. Es folgt noch die Beratung über ben Gesetzentwurf, betr. die Verwallungsrechtspsteee. Ucbcr die Ausschußberatung dieser Vorlage lhtben die Herren Geh. Justin'al Pros. Dr. Schmidt unb JOifttirqt Dr, Klein» Idiniibt Bericht erstattet. D^r entere stellt test, bar. ber Jic- gicrnngsentwiirf mit großer Sorgfalt ansgearb.ntct ici. ~cr iiiebnn ei läutert-dann b.u Slandpnntt des Ge,etzgevungsans>chu> cs ■ii cn'u ein.einen Bestimmungen und begründet bic einzelnen Abänderungen des Ausschusses. Dann werden die cnnelnen Ma t’itet der Vorlage ohne Ausspradtc nad) den l-lu-schittzantragen angenommen. .. __ . Ter Gesetzentwurf ist damit erledigt unb bic Tagesordnung erschöpft. ber Präsident jdiließt barnad) die sitzung nach b Uhr. A'stchstc Sitzung nnbcflinmil. ______________ gesetz aufgenoimnen . S 25, wonach der Statthalter die Bevollmächtigten. Lothringens znin Bundesrat ernennt imb instruiert, ist bereits durch einen früheren Beschluß erledigt s 26, ber bic Aufhebung einer Reihe bisher für bic Vcr waltuiig Elsaß-Lothringens gellenden gesetzlicheit Belliinmungen unb Erlasse verfügt, wird angenommen. 27 lautet nadi bei- Vorlage. Wo in Gewtzen oder in Verordnuiigcn vom Landesaussdiuß die Rede ist. ist die Zweite Hemmer m verstehen. Ein Z ' niru m s antrag ivill dieicm Paragraphen folgende Bcstimmuiig hinzufügen: Finanzgcfetzent- mürfe unb Staatshaushaltsvoransck)lägc werden zu-- erft der Zweiten Hammer vorgelegt, letztere werden von der Ersten M a m m c r im ganz en angenommen ober abgelchnt. Im Etat nickt vorgesehene Ausgaben ober Er- ! öhnngen von Ausgabevosten^ichcr ben Betrag der von der Landes- icgicrnitg vorgeschlagenen Summe können von den Kammern ohne jusiimmung der Regierung in den Etat nickt eingesetzt werden. Jur Begründung des Antrages wird aus die Württembergisdicit Berlstiltnisse verwiesen: bic Antragsteller glauben durch eine solche Bestimmung maiidhc Konflikte uermcibcn zu können. Staatssciertär Delbrück meint, daß eine foldrc BciNininung in das Etat recht gehöre. Die Regierung würde sid) einverstanden erklären können, wenn bi? bisher noch nicht erzielte Vcrstöitbigung über die Gestaltung des Budgctrcdits 5 herbeigeführt werben könnte. Der Wonführer ber Sozialdemokraten stimmt dem ersten Sapc des Zentrumsanrrages zu, wahrend er int zweiten Satz eine Verschlechterung erblickt. Dagegkn findet der Zciitrumsantrag Unterstützung bei den anderen Parteien Praktisch wird die Angelegenheit des zweiten Satzes im Reick und in Breutzcn durch i vorherige Bespreckning mit der Regierung geregelt. Ser Eintrag Mus den Hcici)stagsausfd)üficn. : Berlin, 29. März» Im elsafi-lothringisckrn Verfassungsaiis'chuß machte zu Beginn ber heutigen Sitzung ber Vorsitzende Mitteilung von ber schweren Erkrankung bes Freiherrn von Hertling unb bat um bic Ermächtigung, bem Patienten im Namen des Ausschusses die besten Wünsche für baldige Genemitg zu überiniticln. txc Beratung wird forlgeietzt bei dem Antrag ber .stetms- Partei überbic Freiheit des religiösen Bekennt nisscs. Der Antrag wird angenommen. Er lautet: ,,±>ic Frcihejs de--' religiösen Bekenntnii.es, der Vereinigung zu Rcli- gionsgciellschaftcit unb bet Mmeinsanten häuslichen und ot)ent> licken Religionsübung wirb gewährleiste l. Der Ost nutz ber bürget licken und staatsbürgerlidien Reckt? ist unabhängig von bem religiösen Bekenntnisse. Den bürgerlichen und staatsbürgerlichen Pflichten da-.i dinck) die Ausübung der Religionsfreiheit kein Abl'iiisti geschehen." Diese Bestimmniig wird in das Verwsnmgs- sctzte heute die Beratung des § 4 fort, ohne, sic zu Ende zu führen. Der Paragravh untersagt den Nichtapprobierten gewerbsmäßigen Hcilbeflissenen, Arzneien für die von ilmen behandelten Menschen obci gieren abzugeben ober ihre Kunden sitr b^cn So zug an einzelne bcsondere Bezugsstellen zu verwcueii Em An-- trag der wirtschaftlichen Bereinigung will das Ber^ bot auf bic Empfehlung einer bestimmten Bezugsquelle be-i schränken. Ein Antrag Faßbender (Ztr.i will die Vermittlung des Bezuges nur bei solchen Arzeneistcllen zulas,en, die unter behördlicher Kontrolle stehen, ohne daß eine bestimmte Quelle angegeben werden darf, während ein Antrag Graf Oppe r s d o r f f Ztr.- den eigenen Vertrieb oder biq Verweisung ain eine bestimmte Bezugsstelle nur für solche Mittel gestatten will, die auf einer von dem betreffenden Behandler der Behördg eingereichten Liste stehen. ,r Donnerstag: Weiterberatung. An eine Durchberatung des Kurpfuschcrgeseycs, auch nur im Msschuß, ist nicht zu denken. Diese Vorlage findet sich auch nicht auf der vom Bureau des ausgestellten Liste derjenigen Gesetzentwürfe, deren in der gegenwärtigen Tagung und eventuell in bei; wünschenswert bezeichnet wird. Der SchifiahrtsabgabenauSschuß nahm heute bic §§‘4 unb 5 ber Vorlage unverändert an. Rach 1 können bic Vcrwattungsausschüsse und Strombeiräte durch 'übereinstimmende Beschlüsse mit Zweidrittcl - Mehrheiten beschließen. daß die Mittel der Verbände auch zur Herstellung und Unterhaltung anderer als der im $ 2 bezeichneten Anstalten ver-> wendet werden können. § 5 bestimmt, daß die Selbständigkeit der- Staaten auf dem Gebiete des Strombaus unberührt bleibt und eine Verpflichtung des Staates zur Aufwendung von Mitteln für bic Verbesserung und Unterhaltung natürlicher Wassersttaßen burd) das Abgabengefatz nicht begrünbet wirb. Bei 8 6 führt ein fortschrittlicher Llntraa, bofc die Ocsfentlichkeit ber, Verhandlungen unb ber Beschlußfassung ber Vcrwaltungsaus- schüssc verlangt, zu einer scharfen Auscinandersetzung zwischen Mi-, nisterialdirektor Peters unb fortschrittlichen Mgeorbneten. Der Eintrag würbe abgelchnt. Zn Aickikcl 47 (teilt Graf Solms Laubach einen Ah- änderungsantrag. Der Rcbncr iüfnt aus, baß cs erwünscht sein müsse, die Geistlichkeit, wie bic Volksschnllehrer von der Wahl-bar- feil au^jiiKbliciicn Ter Redn r wolle bat Voltsschullehrern nickt zu nahe treten, sondern bic|c schützen. Gra> Stolberg R oßla unterstützt diesen Antrag. Minister v. Homb er gl legt den Slandvimki ber Regst- rmiq näher bar Wenn man bic Lehrer in den Städten für'wahlfähig halte, müssen sie c-> mith auf dem Lande sein. Iustizrat Klein schm i b t erklärt sich für den Antrag Solms- Laubacki. woraus dieser Antrag angenommen wird. Nachdem noch die Artikel 48—127, sowie Artikel 128—129 ohne Aiisspracke angenommen werden, sind die erftcit 5 Abschnitte erledigt. Schluß der Sitzung 2 Uhr Nächste Sitzung heute nodtmittag 5 Uhr. Abendsitzung. Bizevräfident Fürst S o 1 m s - H oh e n s o 1 m s °>L i ck eröffnet die Sitzung nad) 5 Uhr. Das Haus genehmigt zunädnt ohne Ausfprachc die Ipeutc vormittag in der zweiten Kammer an- genommeue Regierungsvorlage auf Bewilligung eines Staats- b e i l r a g e s von 100000 M k zu Baukosten für Bad- Ra u h e i m. Darauf wird bic Einzelberatung über die Laiibgemeindcordnunst fortgesetzt, f^cr sechste Abschnitt bes Gesetzentwurfs behandelt bic Bestimmungen über bic Abordnungen und Ausschüsse, der siebente Abschnitt die Rechtsverhältnisse ber Gemeindebeamicn. Tie Verwalt ung beb Grundvcruiögcns wird in den Artikeln 160—186 bc handelt. ä . v Das Haus stimmt allen diesen Wttildn nad) den unroejeu^ lieben Abänderungsanträgen des Ausschusses zu. Der Art. 186 handelt von der Beitreibung der (Wem .iibccintüintc und ioll nack heffsche Lrftc Kammer. R.B. Darmstadt, 29. Mär;. Am ReaiermigstisÄe. Minister des Innern v. Hombergk, Seh Rai Best. , . Präsident Gras Görtz- Schlitz erönnet bic Sitzung um 10'. Uhr Zur Scrolling kommt der Gesetzentwurf, betreffenb die Stäbteorbnuug. Landgerichtspräsibent Dr. Hangen, als Aussckmßberickt «rstatter-, gab eine Ucbersicht über die Beratung ber Vorlage im Gesctzgebungsausschuß, worauf nad) kurzer Aussprache sämtliche ^».puel, mit Ausnahme bcs au ben Ausschuß zurückoerwicstnen DwitclS 212, nack den Ausschußaiiträgcn angenommen wurde. Die Regierungsvorlage, betr. die Landgemeindeo rd- n u n g und der Gesetzentwurf über die V c r w a I: u n g s r e cht s pflege wurden von der Beratung urüdg i ilt Zur Beratung kam hierauf ein Initiativantrag von 19 Mir gliedern der Ersten Stamm er auf Abänderung des Gesetzes, betr. dä-Besteuerungsreen Fabriken tun werden, und damit erscheint von vornherein irgend ein Erfolg deutscher Flieger bei diesem Wettbewerb ausgeschlossen. Was wird also in Wirklichkeit erreicht, dadurch, daß Deutschland diesen internationalen Flug mit Geld unterstützt? Es entzieht einmal unseren Fliegern die so dringend nötige Unterstützung durch Geldpreise, welche der nationale Flug Aachen—Berlin gebracht hätte, wenigstens für dieses Jahr. Es entzieht weiter unseren Fliegern alle Diejenigen Geldmittel, welche als internationale Preise für den Flug gestiftet werben, denn da nicht zu erwarten ist, daß Deutfcbe Flieger einen von diesen Preisen erringen, müssen sie notwendiger Weise den Ausländern Anfällen. Deutschland hilft also zweifellos durch dieses Vorgehen den schon heute beftebenben bedauerlichen Vorrang des Auslandes in der Fliegerei noch mehr vergrötzern. Das sollte denen, die in Deutschland diesen Flug unterftüben unb denen, bic für diesen Flug arbeiten, doch sehr zu denken geben. Es ist ja möglich, daß ich zu schlvarz sehe unb daß auch die deutschen Flieger unb Flugzeugfabrikanten, welche meine Sluf* fassung von den Dingen haben, zu schlvarz sehen, aber da ich nun einmal diese Heberjeugung habe, so habe ich es für meine Pfliclst gehallten, sie auszusprechen, solange es iwch Zeit ist. Bin ich falsch unta:richtet ober sind meine Anschauungen falsch, so lasse ich mich gern belehren. Es laßt sich erwarten, daß an diese Auslassungen eine rege Aussprache anknüpfen wird. Brigade (Regimenter 25 und 61), dagegen wird das Lager mit anderen Truppen während des ganzen Frühjahres und Sommers stark belegt fein. Vom 30. März bis 12. Llpril durch das 2. Bataillon Jnf.-Regt. 168 aus Off cm bad); 18. April bis 9. Mai 1. Abteilung Feld-Art.-Regt. 63 aus Frankfurt; 19. April bis 15. Mai 6. Ulan.-Regt, aus Hanau; 18. bis 28. April Jnf.-Regt. 81 aus Frankfurt; 18. April bis 9. Mai 3. Bataillon Jnf.-Regt. 80 aus Homburg 0. d. H.; 1. bis 10. Mai Jnf.-Regt. 118 aus Worms; 13. bis 16. Mai Maschinengewehr-Kompagnie der 118er; 15. bis 17. Mai Maschinengewehr-Kompagnie der 80er und 88er; 17. Mai bis 4. Juni 2. Bataillon Jnf.-Regt. 168 aus Offenbach; vom 30. Mai bis 9. Juni Jnf.-Regt. 168; 15. Mai bis 1. Juni Inf. - Regt. 116 aus Gießen; 6. bis 26. Juni 21. Feld-Art.-Brigade; 26. Juni bis 8. Jule Reserve-Feld-Art.-Abteilung des 18. Armeekorps; 26. Juni bis 11. Juli Jnf.-Regt. 88 aus Mainz; 28. Juni bis 11. Juli Jnf.-Regt. 87 aus Mainz; 11. bis 31. Juli 2. Abteilung Feld-Art.-Regt. 61 aus Babenhausen; 13. bis 26. Juli 1. Referve-Jns.-Regt. des 18. Armeekorps; 31. Juli bis 16. August durch eine Jnf.-Brigade des 14. (bad.) Armeekorps. Born 5. bis 18. Oktober wird bann noch das 2. Reserve-Jnf.-Regt. des 18. Armeekorps auf dem Uebungs platz zusammengezogen. m. Offenbach a. M., 30. März. Der ehemalige Vor- fieber des städtischen Leihhauses, Wilhelm Bayersdorf, der Unterschlagungen und Urkundenfälschungen beging, wurde gestern aus der Haft entlassen. — Das von dem Bauinspektor Weil ausgearbeitete Theater Projekt, das einen Umbau des alten Stadttheaters in der Kirchgassc Vorsicht, hat die ministerielle Genehmigung erhalten. Das Projekt, das 500 Plätze vor sieht und schätzungsweise einen Kostenaufwand von 200 000 Mark Hervorrufen dürfte, wird demnächst der Stadtverordnetenversammlung zur Annahme unterbreitet werden. d. Mainz, 30. März. Der Rheinhessische Bis- marckverein, der bei Ingelheim zum Gedächtnis an den Reichskanzler Fürsten Bismarck einen Turm errichtet hat, hat noch 15 000 Mk. zu decken und wendete sich nun an die verschiedenen Städte um Bewilligung eines Beitrages. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnete n - V e r s am m l u n g wurde namens des Finanzausschusses und der Bürgermeisterei beantragt, einen Zuschuß von 500 Mk. zu bewilligen; die Stadtv. Gebär sch und Adelung sprachen sich gegen die Bewilligung aus Die Stadtv. Börckel und Dr. Pagenstecher, sowie bei Oberbürgermeister sprachen sich für einen Beitrag aus, bei mit 500 Mk. auch bewilligt würbe. — Für den Verein „Naturschutzpark" wurde ein Jahresbeitrag von 100 Mk genehmigt. — Ende Mai ftnbet ein Zuverlässig- keitsflug von Aviatikern statt, bei dem Zwischenlandungen auf dem großen Sande stattftnden sollen. Sämtliche Flieger müssen hier landen. Die Stadt soll dafür einen Beitrag von 6000 Mk. leisten, davon wurden von Privatleuten schon 4000 Mk. bereit gestellt, so daß für die Stadt nur noch ein Betrag von 2000 Mk. verbleibt. Da man für diese Tage großen Fremdenzufluß erwartet, wurden die 2000 Mk. bewilligt. Bei dieser Gelegenheit kam audi die Luftpolizeiverordnung für die Festungen zur Sprache Der Vorsitzende meinte, daß die Sache nicht so schlimm fei und alle Erleichterungen bei Luftfchiffahrtsgelegenheiten erfolgen würden. Es handle sich bei der Verordnung nur darum, zu verhindern, daß keine Pläne von der Festung gemacht würden, also um die Spionage. Kreis Wetzlar. — Dorlar, 29. März. Die FeldvereinigungS- arbeiten in unserer Gemarkung gehen soweit ihrem Ende entgegen. Es handelt sich um einen Flächenraum von 548 Hektar, worunter sich 159 Hektar Wald befinden. Hessen-Nassau. X Dexbach, 29. März. Auch hier hat sich eine freiwillige Feuerwehr gebildet. Obgleich die jüngste im Kreise, zählt sie doch die meisten Mitglieder, nämlich 60 an der Zahl. Die Uniformen wurden in Auftrag gegeben. Jetzt bestehen im Kreise Biedenkopf 10 freiwillige Wehren. = Frankfurt a. M., 29. März. Vom 13.—15. Mai findet hier die 25. Hauptversammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes „Stolze S ch r e y" statt. Bei der Akademischen Feier wird Herr Ferd. S ch r e y aus Berlin den Festvortrag über das Thema „Die Zukunft der Stenographie" halten. ch. Klein-Kar l> en, -ö. Marz. Eine der glücklichen Gemeinden, die in der Lage sind, an ihre Ort5bürget recht hohe Beträge zur Verteilung bringen zu können, ist Klein-Karben. Es überläßt jedem Ortsbürger ein Gelände, das etwa jährlich 75 Mk. Pachtgeld ein» bringen würde. Hat ein Ortsbürger dies Gelände nur 20 Jahre im Besitz, so hat er also 1500 Mk. empfangen. An Gemeindesteuer wird ein sehr niedriger Prozentsatz erhoben. Starkenburg und Rheinhessen. Darmstadt, 27. März. Das Barackenlager erfährt auch im Laufe dieses Jahres wieder eine sehr starke Belegung. Von Feld-Artillerie kommen lt. „N. G. Anz." nur 2 Brigaden zu ihren Schießübungen, und zwar die 21. Brigade (Regimenter 27 und 63) und die 25. (hessische) stand Das Zugpersonal war machtlos Zwei FQbvgäfbe, die ausgestiegen waren, um sich nach der Ursache des Aufenthalts zu erkunden, wurden von den Räubern einfach niedergeschossen. Tann zwangen sie den Packmeister, ifmen 16 eiserne Geldkasten auszuiiesern, die hundert Rubel enthielten Tie Summe gehörte der Bahngesellschaft und stellte den zur Gehaltszahlung an die Angestellten bestimmten Betrag dar. Tie Räuber entkamen unerkannt. * Das Krönungskleid aus Gold. Einer der tüchtigsten Webermeister Englands, der rneleriahrenc ? bomaä Whcei er, sitzt nun tagaus lagern mit einer nicht alltäglichen Arbeit beschäftigt an seinem Webstuhl - ihm liegt es ob, die gotd- Jeroebten Gewänder herzu stellen. Die Hönig Georg bei der rönung tragen wird. Eine Zeitlang mar davon die Rede, daß der Könnt denselben goldenen Kconungsmamel tragen wurde, den König Eduard seinerzeit angelegt halte, doch König Georg hat beschlossen, einen älteren Mantel anzutegen, der ein Meisterstück der Webekunst ul: Den Krönungsmantel Georgs IV. Tamit ist Thomas Wheeler Die Ausgabe gestellt, die in Gewebe und Farbe iu diesem Mantel passenden übrigen Mrönungdgeroänbcr herzu- stellen Ter alte Brauch schreibt dem britischeu König Die ein* -einen Kleidungsstücke genau vor, die er bei der Feierlichkeit tragen soll Zuerst wird, wie der „Daily Telegraph' aussührt, das Colobium Sindonensis angelegt; es ist aus meistem Leinen gefertigt und zeigt im Schnitt den Charakter der geistlichen Tracht. Darüber wird die Supertunica geworfen, dann legt der König bad Pallium, den Krönungsmantel, um und schließlich Die Armilla oder Stola Das Pallium Georgs IV. zeigt aus goldglänzendem Grunde und auf brokatartigem Gewebe m reichen Farben die Rose, das Kleeblatt und die schottische Distel, die durch eine leichte grüne Umrankung Miteinander verbunden sind. Bei dem Krönungsmantel, den König Eouard trug, tauchte zum ersten Mal auch die indische Lotosblüte unter den Symbolen aut. Damals wünschte man für den Stoff einen etwas rauhen, kräftigen Charakter, und der Weber erreichte dies, indem ei zwei austerordentlich zarte, seine und runde Fäden mit einem flachen Faden jufantmenroob. Das Goldgewebe, das für das Krönungsornai König Georgs angefertigt werden must, ist von anderer Art. Zwar werden aud) hier zwei Dünne Seidenfäden mit einem breiten Goldfaden verwebt, aber der Stoff zeigt einen überraschenden Glanz und Dabei weiche Zartheit von Seide. Tiefe Schmiegsamkeit und Feinheit des Gewebes gebt aus die Reinheit des verwendeten Goldfadeits zurück; in der Tat ist nur ein ganz unbedeutender Zusatz von Silber gegeben, um dem Goldfaden die nötige Zähig- leit zu verleihen. Für die Supertunica und Die Stola find etwa 12 Meter dieses güldenen Stosses notwendig, die in einer Breite von 20 Zoll gewebt wird. Der Weber kamt täglich 9 bis 10 Zoll dieses Stosses sertigstellen Tic Suverntunica empfängt nur wenig Ornamente, in dieser Richtung bietet Die Stola gröberen Spielraum. Tte Stola Karls II. war z. B. mit Blumen und Maltheserkreuzen geschmückt, Jakob II. wollte kemc Kreuze haben, sondern Rosen, Adler und Lilien. Königin Viktoria trug an der Stola den Adler und Kreuze. ______________ Handel. Don der Reichsbank. Berlin, 29. März. In der heutigen Monatsflhung der Deutschen Reichsbank wurden zunächst die Er änzungS- wablen für die Bezirksausschüsse bei teu Reichsbankhauplstellen und die Tepuiiertenivahlen für die Reichsbank-Zentrale vorge- nommeit Präsident v. (muenfiem erklärte, datz eine Diskont» Veränderung zur Zeit nicht , n F r a g e k o nt m e. - Rach dem Ausweis betrug die steuerfreie Rotcnrcicrve 367 Millionen Mark gegen 189 Millionen im Vorjahre. Zieht man die Differenz von 77 Millionen Mark nach der Berechnung infolge des neuen Bankgefeyes in Betracht, so beläuft sich die Besicrnng des Status gegen das Vorjahr auf rund 10st Millionen Marl. Es scheine aber, als ob infolge der Quarialswende ziemlich scharfe Ansprüche an die Reichsbank gestellt werden würben. — Die Eierausfuhr Rußlands hat sich während der letzten drei Jahrzehnte außerordentlich rasch entwickelt. Im Jahre 1881 betrug sie 68 Mill. Stück, 1891 834 Mill. Stück, 1901 1997 Mill. Stück und im Jahre 1906 2993 Mill- Tlück. Ta« war Die PerioDe Der Crganifienmg des Exports. In den letzten'fünf Jahren 1906—1910 schwankte Der Export in verhältnismäßig engen Grenzen; er stieg m günstigen und fiel in ungünstigen Getreidejahren. Jrn Jahre 1910 sind 2998 Mill. E,cr im Werte von 63,7 Millionen Rubel aus Rußland auSgeführl worden gegen 2845 Mill. 3tück im Werte von 62,2 Mill. Rubel im Jahre 19-9. Der Hauptabnehmer ist Deutschland, das alljährlich mehr als die Hälfte Dos niffifcben Gefamtoxports aufnimmt. Im Jahre 1910 hat Deutschland 716 832 dz Eier im Werte von rund 80 Mill. Mk. ans Rußland erhalten. Durch Den deutsch-russischen Handelsvertrag ist Der Deutsche Einfuhrzoll auf Eier von 6 Alk. auf 2 Mk. für 1 dz ermäßigt. Im ganzen wurden im letzten Jahre 1 508 992 dz Eier im Werte von rund 172 Mill. Mk. nach Deutschland eingeführt. Tic Zolleinnahme hierfür beträgt 3 017 984 Mk. ober 1,7 Proz. vom Werl. Rächst Rußland ivar Oesterreich- Ungarn am stärksten an dieser Einfuhr beteiligt, es lieferte 567 014 dz. Sowohl der österreichisch-ungarische wie der russische Eicrerport ist m der Hauptsache auf Den deutschen Markt angewiesen. Marke. F.C. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht vom 29. März. Auftrieb: Rinder 56 (Ochsen 17, Kühe 39, Bullen 00), Kälber 283, Schafe 73, Schweine 385. Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine lebhaft. Breis Durch- pro 100 Bis. schnittspreiS lebtnb- pro 100'Jsfunb neiDiÄt uceent» 3x6lao:- Ochsen. Don-bifl oon-bi» «ewichc Pollfleischige, ausgemäslete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—51 87—91 49 89 Junge, fleischige, nicht ausgeniäsie und ältere ausgemäslete...... 44—46 80—65 45 82 Ungejochte...... ... 50—52 90—95 51 92 Bullen. Dollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachlwerles........ 43—45 78—82 44 80 Dollfleifchige, jüngere 39—42 67—76 40 71 o ä r j e n, Kühe. Vollfleischige ausgemäslete Färsen höchst. Schlachtwertes 46—50 84—87 48 85 Dollfleifchige ausgemästete Kühe höchst. SchlachtwerteS bis zu 7 Jahren . . 40—45 77—82 42 79 Aeltere ausgemäslete Kühe und wenig put entwickelte pmgerekühe u. Färsen 35—39 70—75 37 72 Mäßig genährte Kühe imD Färsen . . 30—34 66—68 32 67 Halber. Feinste Mastkälber 64-66 106-110 65 108 Mittlere Blast- und beste Saugkälber . 60—63 100-105 61 102 Schafe. Weidemastschaie 42—00 84—00 42 84 Geringere Blast- und gute Saugkälber 54—59 90—98 56 94 Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Lebendgewicht 47—49 61—63 48 62 DoUfleifcbige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht 47—49 61—63 48 62 Dollfleifchige Schweine über 27, Zentner Lebendgewicht 45—46 58—60 45 59 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht ........ 47—48 60—62 47 61 Limburg a. d. Lahn, 29. März. Fruchtmarkt. Durchschnittspreis pro Blatter. Roter Weizen (uaffamscher) 16,50 Blk., weißer Weizen (ai,gebaute Fremdforte) 16,00 Blk., Korn 11,60 Mk., Gerste: Jultergersle 0,00 Blk., Braugerste <0,00 Blk., Hafer Blk. 7,75 Erbsen 0,00 Blk., Kartoffeln 7,00—8,00 Mk. kirchliche Nachrichten. 3$raeliti|*e Hchgion^emtintc. Gotteröienjt in ter Spnagoge lSüd-AnIagel, Samstag Den 1. April 1911. Vorabend: 6.45 Uhr. Morgen-: 9.00 Uhr. Nachmittags: 3.30 Uhr. Schrifterttär«»,. EabbatauSgang: 7.45 Uhr. 3sratlitiid)c tteligionsgrselschaft. Sotterdicnst. 6 a b ba t fei er am 1. April 1911: Freitag abend 6.30 Uhr. SamStag morgen 8.30 Uhr. Samstag nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-AuSgang 7.45 Uhr. WochenflolteSdiensi: Morgens 6.45 Uhr, abends S.00 uot. WSchcntl. UeberfW öerSoeesfäfle L ».Stadt «ch«. 12. Woche. Vom 19. biß 25. Marz 1911. Einwohnerzahl: aiigenommen zu 31,300 (infl. 1600 Blann Militär). SterblichkeitSziffer: 25,10 •/*» nach 2lbzug von 8 Ortsfremden: 11,64 Kinde r Anm.: Die in klammern gesetzten Z'Nrrn geben an, rote trnti Der Todesfälle in Der betrcifcnDcii Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. ES starben an Zusammen: Erwachsene. tut vom L Lebensiatzr: 2.—15. Jahr: Lungenentzündung 2 — 2 —* Herzfehler 1 1 Schlagfluß 2 (1) 2(1) — ■■■ Bruch 1 (1) 1 (1) — Blinddarmentzündung 1 (1) — — 1 (M Nierenentzündung 2 2 - KrebS 1 (1) 1 (1) Verunglückung 2(2) 2 (2) — — Lebensschwäche 2 (2) — 2 (2) Summa 15(8) 9 (5) 5(2) 1(1). Meteorologische veobachtungen der Station Siehe». vlieberlchlag : — 0,0 mm. q 1911 Barometer arü 0e reduziert Temperatur der Sufi Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke ®rob d« Dkwvlkung in gthnirl ber ßchw flimmeUp. «etter 29. 2" 741,8 21,2 7,8 42 NE 2 5 Sonnenschern 29. 9* 741,6 14,2 9,2 77 NNE 2 5 Sonnenschs« 30. 7*1 739,7 10,4 7,7 82 NE 2 7 ichste Temperatur a m 28. bi- 29 . M arz = + 24,4'0, Riedrigst« . 28. r 36 + 5,6 'S. AtftenMarKf greben ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen vorsorgliche Frauen besonders bei rauhem Wetter in der Handtasche neben Portemonnaie und Schlüssel eine Schachtel Wybert- T abletten mitzunehmen, die jede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mk. und die Wirkung ist unübertroffen. Depot in Gleesen: Pelikan-Apotheke. Kreuz 2. (88% Todes-Anzeige. ES hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unsere liebe, teure Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarethe Stroh geb. Drescher nach längerem, schweren Leiden im 67. Lebensjahre in ein besseres Jenseits abzurufcn. Die trauernden Hinterbliebenen I. d. N. Carl Stroh, Werkmeister Grünberg, KarthauS, Gießen, 29. März 1911. Die Beerdigung findet Freitag den 31. März, nachmittags 2 Uhr statt. 12141 Bekanntmachung. Im GenossenschastSregisler wurde bei Dem Vorschuß- und Strebilüercin, e. G. m. Ä. H-, Hungen eingetragen: Friedrich Falk ist auS dem Vorstande ausgeschieden. Hungen, 9. März 1911. B*% Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unserem GcnoffenschaftSregister wurde bei der Korn- tzausgenosscnschaft, c. G m. b. H., mi Hungen, eingetragen: Die Liquidation ist beendigt. Die Vertrettingsbefugniö der Liquidatoren ist erloschen. Hungen, 14. Mär; 1911. B29^ Großh. Amtsgericht. Dürkopp sT^ßl L (EicmT und Vertreter: Peter Kronenber^, Süd-Anlage 7 GJESSEN Telephon 680 Bekanntmachung. Betrifft: Tas (Hinhalten der Tauben während der Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis aus Artikel 39 Ziffer 2, des Felbsirafgesctzes voin 13. Juli 1904 aufgeforbcit, ihre Tauben wegen der Saatzeit bis 20. Avril 1911 ciuzubalten. Diese Bekanntmachung findet auf die Militärbrieftauben keine Anwendnng. B30!» Gießen, den 30. Marz 1911. Großherzogliäie Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Keller. Cber()cffen. Nutzholz-Submission (1911 er Holzernte). Fichtenstanime: 1. Kl. (üb. 49 Ctm. Mitteldurchni.i 1 St. 4,10 Fstm. 2. „ (40-49 „ „ 15 „ - 43,48 „ „ 3. „ (30-39 „ „ 51 „ =■ !)9,57 „ „ 4. „ (25-29 , „ 31 „ = 36.40 „ n 5a. „ (20 24 » „ 8 „ = 6, >> « „ 5b. „ (12-19 „ „ 1 „ = 0,40 „ Das Holz ist gefällt und ohne Rinde gemessen, {yörftcr Tröller in Wcidarishain zeigt dasselbe vor. 45 »Fstm. lagern zirka x'. Stunde, 145 Fftm. zirka l1/, Stunde von der nachiien Balmstation entfernt. Schrinlichc Gebote mit Der ausdrücklichen Erklärung, Daß fidj Bieter den hiesigen Berkaufsbedingungen unterwirft, find bis znm 15. Avril 1911, abends 7 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde, von der auch Aufmaßliften unentgeltlich bezogen werben können, ein« zurcichen. Bieter bleibt bis zum 25. April dS. Js. an fein Gebot gebunden. Laubach, 29. Mär» 1911. Großherzogllchc Oberförfterei Laubach. A u D r...|B<. K 21/11- Donnerstag, 20. Avni 1911, nachmittags 3 Uhr, werben in nnferem Amtszimmer Die Dem Bieler, Adolf, die Firma, in Gießen gUflgftbricbenen nächste liend verzeichneten Parzellen versteigert: 1/534*'ln = 96 qm Vorrette m der Nuhgasse. Gießen. Den 27. März 1911. Großh. OrtSgericht Gießen. Gros. K 119'10. B“/$ Donnerstag den 11. Mai 1911, nachmittags 3 Uhr, werben in unserem AmtSzinnner Die der Firma Müller & Diebel. Inh.. 1. Lubivig Blllller von Lützellinden, 2. geschiebene EarlDiebelEhefrau geb. Weiganb. zugeschriebenen nacUftebcnb verzeichneten Parzellen versteigert: 1,949 — 143 qm Grabgarten in ber Renstabt 1/950 — 444 qm Hofreite daselbst. Gießen, Den 22. März 1911. Großherzoglicheo Ortsgericht. _________GroS.______ k 26/11. “ 3*7^ Donnerstag, 20. Avril 1911, nachmiilags 3 Uhr. werben in unterem Amtszimmer bic bem St. W. Henrich in Gießen znAc- fdiriebcncii nachstehend verzeichneten Parzellen versteigert: 38Dlr. ab 118"/1W - 355 qm Hofreite hinter den Schießgärten an Der RobbeimerStraße nahe Der Fetdbcrciuigung alt 38/113'’ ,« - 400 qm neu 38.72* 10 — 450 qm. Gießen. Den 27. Marz 1911. GroßherzoglicheS Ortsgericht. GroS. Kani machen das schmutzigste Metall spiegelblank. In Ffaschen von 10—56 Pfg. überall zu haben. Fibr.LubezTeiki * Co.. Berlin-Lieht en berg. h\ ' Wasserdichte Wagen- h. Zelt- rtßplfpn liefert vromvt und UGbRull billig und steht mit Lvezial-Offerte gern zu Diensten. Ludwig Lazarus Asterw. 53. Femsvr. 505. Ganz vorzüglich wirken E. 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