Mittwoch, 31. Mai 1911 Nv. 126 161. Jahrgang G-rch-ds WgN- mtt lufnaBfM M um ** eidfff Mte «Aß-NchW Uateccfudti * Curth en> €tctnbruda* Deutscher Reichstag. 187. Sitzung, Dienstag, 30. Mai. Sm Tische deS BundcSratü: Delbrück, Caspar. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung 10 Uhr 15 Minuten. Dte »•Itfceuo jfamlllcnbiarter* »erbe» bem pBnjrtger* rtermal wöchentlich del gelegt, bet ^Krelsblaö fti Io Kret> Lietzen- zweimal Wöchentlich. Di» ^r«br-ir1schaflllche> 1'iellt ist, daß er den Unfall vorsätzlich herbcigefnhrt bat. In zweiter Lesung wird dieser Ausschluß der Haftpflicht auf den Fall beschränkt, das; der Versicherte oder seine Hinterbliebenen keinen Anspruch an die Berussgenosienschaft auf Rente baden. Ein Kompromihantrag Schultz verlangt die Wiederherstellung der KommissionSfassung. Abg. Stadtbaacn (Soz.) spricht gegenüber dem Kom- promißantrag von ickam loser Entrechtung, von Aus- nahmcrecht gegen die Arbeiter, von Haß der Unternehmer, der die Arbeiter und ihre Familien noch über den Tod hinaus verfolge, von einem aufbetzcnden der Gerechtigkeit ins Gesicht schlagenden Antrag der Mchrheitspartcicn. Die Abg. Dr. Potthoff (Vp.) und Tovc (Dp.^ sprechen gleich- falls gegen den Kompromißantrag. Sie nehmen dabei u. a. bezug auf den Fall, daß die Hinterbliebenen eines verunglückten Aus- ländcrö einen Anspruch auf Rente an die BcrufSgenossenschast nicht haben, weil sie sich zur Zeit des Unfalles im Auslande befanden. Ministerialdirektor CaSpar legt dar. daß der Beschluß zweiter Lesung der ganzen Grundlage der Versickerung widerspreche. Denn diese gehe davon auö, daß der Unternehmer durch seine BeirragSpflickr an die BerufSaenosscnsckaft. auf Grund deren auch von ibm in keiner Weise verschuldete Unfälle entschädigt werden, von jeder weiteren Haftpflicht befreit sein soll. In namentlicher Abstimmung wird der Kompromiß- antrag mit 203 gegen 97 Stimmen angenommen. Abg. Docrkscn iRp.) bat mit Unterstützung von Mitgliedern auch anderer Parteien seinen Antrag aus der zweiten Lesung in der Hauptsache erneuert, der für die Veranlagung zu den landwirtschaftlichen BcrufSgenoffenschaften _bie Grundsteuer in jedem Falle auSschließen, und flat* dessen den Arbeilß- bedarf als Veranlagungsmaßstab vorschreiben will. Der Be- schluß zweiter Lesung beläßt tet der Freiheit dec Satzung, den Maßstab zu bestimmen. Württemberg. BundeSverlrcter v. Vodcn bittet dringend um Ablehnung des Antrages. In Württemberg bat sich die Grund- steuer feit dreißig Jahren bewährt und auf keiner Seite Be- schwcrden veranlaßt. Da ist der Kleinbesitz vorherrschend, die Veranlagung nach bem ArbeitSbkdarf würde große Kosten und Schwierigkeiten verursachen, der Betrieb erfolgt vielfach durch Familienangehörige und unständige Arbeiter. Lassen Sie doch den BerusSgcnosscnschaften in den einzelnen Staaten freie Hand, die Sacke so zu regeln, wie c$ für ft: paßt. Abg. Dr. Heim (bahr. Zentr.): Für Bauern gilt das Gleiche. Sie in Preußen haben ja auch freie Hand; benutzen Sie doch dort Ihren Einfluß. Abg. Toerksen sRp.): In Bevern ist die Veranlagung der Grundiicuer 50, in Württemberg 25 Fahre alt, iic sind also auch dort beide veraltet und können 'ein ridrtiger Maßstab sein. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Toerksen mit 170 gegen 126 Stimmen bei 3 (Enthaltungen abgelehnt. Sei § 967 ist durch die Kommisiionsbeschlüsse, sowie durck den Beschluß zweiter Lesung daS RcichSverstckcrungSamt beim Erlaß von Unfallverhütung-Vorschriften und der Anstellung teckniscker AussicktSbcamten auSgesckaltet, soweit c5 sich um die landwirtschaftlichen BcrufSgenossensckastcn bandelt. Die Volk Spartet beantragt Streichung dieser Bestimmung und hierüber n a m e n t l i ck e Abstimmung. Abg. Dr. Heckicher (Vp.): Diese Bestimmung gehört zu den wunderlichsten Mysterien dieses komplizierten Gesetzes. In der Kommission haben die Vertreter der verbündeten Regierungen die gewichtigsten Argumente angeführt, und nicht ohne Bewegung wird man die prachtvollen Worte des würtiembergiscken Regie- rungShcrircter1. im KommissionSberickt lesen; eS hat nichts genützt. Wie kann daS NeichSversickerungSamt fick diesen Scklag gegen seine Ebre gefallen lassen, wie kann daS ReicliSamt dcö Innern eS dulden, daß die Aufsichtsbehörde einfach stranguliert wird? Der Kaiser tat 1890 sein lebhaftes Interesse für die Unfallverhütung in der Landwirtschaft bekundet; wie wäre eS, meine Herren von der äußersten Rechten, wenn Sie sich hier um die kaiserliche Standarte febaren würden? Wie wollen die Herren künftig die Agitation im Lande führen, wenn man auf diese offenbare Sonderstellung der Landwirtschaft Hinweisen kann? Wenn wir namentliche Abstimmung beantragen, so tun wir c5 nicht, uni Sie im Lande zu brandmarken (Lackvn rccktS). Nun. ich z i c h e meinen Antrag auf namentliche Abstimmung zurück. Der Antrag der Volks Partei wird in einfacher Ab- siimmung gegen die gesamte Linke abgelchnt. DaS dritte Buch, Unsallversickerung, ivirb erledigt. Mit § 1212 beginnt das vierte Buch: Invaliden - und H i n t c r b l i e b c n c n v e r s i ck e r u n g. Eine Anfrage dcS Abg. B a s se r m a n n (Natl.), ob auch die Luft schiffahrt unter die Versicherungspflicht fällt, wird vom Ministerialdirektor CaSpar bejaht. Abg. Dr. Potthoff (Bp.) hält unter Bezugnahme auf den gestrigen Beschluß bei der Krankenversicherung, auch bei der Jnva- lidcnvcrsicherung die Heraufsetzung der EinkommenSgrenze auf 2500 Mk. für wünschenswert. Abg. GieSbcrts k Zentr.): Leider haben die Heimarbci- t c r nicht in daS Gesetz cmbczogen werden können. Wir erwarten, daß die verbündeten Regierungen ernst der Frage näher treten, bei welchen einzelnen Sialcgoricn das doch geschehen kann. Das HauSarbeitSgesetz, das hoffentlich zustande kommt, wird helfen, Klarheit zu schaffen. ..... Abg. Molkenbuhr kSoz.): Dir haben in der Kommission ja die Einbeziehung bet Hausarbeit beantragt. Abg. Becker-Arnsberg (Zentr.): Wir auck. Jetzt kann die Regierung einzelne Kategorien von Hausgewerbetreibenden ein- beziehen. Wir haben den umgekehrten Weg beantragt: generelle Einbeziehung unter Ausschluß der Kategorien, bei denen die Regierung ans gesetzestechnischen Gründen die Einbeziehung nicht für möglich hält. Aber das ist abgefeimt worden, Staatssekretär Delbrück: In der Kommission sind die Gründe bargclcgt, die eine generelle Einbeziehung der Heimarbeiter un« möglich machen. Auck ich hoffe und wünsche, daß eS gelingen wird, in der H e r b st s c s s i o n das Gesetz über die Heim- arbeit zum Abschluß zu bringen. Auch ick nehme an, daß d-eseS Gesetz Klarheit über die Verhältnisse der Heimarbeit bringen wird. Ich werde dafür sorgen, daß diese Feststellungen nutzbar gemacht und darauf geprüft werden, ob die Einbeziehung der gc- samten oder einzelner Kategorien der Heimarbeiter in die Jnva- lidenveruckernng möglich sein wird. § 1242 enthält die Altersgrenze für die Alters- rente. Die Sozialdemokraten erneuern den Antrag, sie auf daS 65. Lebensjahr herabzusehen. Tie Volkspartei will diese Herabsetzung vom 1. Januar 1917 an cintrctcn lassen. Der Kompromißantrag Schultz will diese Frage beim Einführungsgesetz regeln und die Regierung, obne daß ein bestimmter Vorschlag gemacht wird, aufforbern, i in Iabrc 1915 dem Reichstag eine neue Vorlage über bic Altersrente zu machen. Abg. Dusold' (Soz.): Herr Vccker-Arnsberg Fat ja in her zweiten Lesung gegen unseren Antrag gerebet. Tie fröhlichen Gesichter, bas Wohlbehagen bet Herren auf ber Rechten, wenn Becker sprickt, .zeigt, daß er nickt für eine gereckte Sache cintritt. Ec hat ac’iegt; es ist "nickt der Ruhm des Siegers, es ist ber Ruhm des Streikbrechers. Als ich bas erste Mal hier in diesem Hause war. sprach gerade ein Mann für bic Herabsetzung auf 65 Jahre. Dieser Mann sab Herrn Becker so ähnlich, wie ein Ei bem anderen. (Heiterkeit.^ Ick fordere alle Mitglieder dieses Hauses auf. für unfern Antrag zu stimmen. Sen Abgeordneten Becker nehme ich aus, er mag seinen eigenen Weg neben. Vizepräsident Tr. Spahn: Der Ausdruck »Streikbrecher' ist veräcktllch gemeint und unzulässig. Abg. Tr. Pottlioff die Jnvalidcnversicherungsbeiträgc in Anrechnung kommen. < Abg. Cuno (Vp.) beantragt namens seiner Parteifreunde,! diese ganzen Paragraphen überhaupt zu streichen^ also die Wartezeit für den Uebergang ganz zu beseitigen. Ministerialdirektor ,E a s p a r stellt sest, daß die Uebcrgangs- zeit vorn Inkrafttreten der Rei<^versicherungsordnuug bis zur vollen Wirkung der Hinterbliebenenrente zehn, höchstens 25 Jahre betragen tvürdc. Wenn die Artikel gestrichen würden, so würden die Witwen garnichts bekommen. Abg. Dr. Po 1t ho ff (Vp.): Die Berechnung ist falsch. Die Uebergangszeit wird wahrscheinlich 40 bis 50 Jahre dauern. Nach weiterer Aussprache werden die Artikel 58 und 59 nach den Kompronrißantrügen angenommen, der letztere in namentlicher Abstimmung mit 225 gegen 63 Stimmen, bei drei Enthaltungen. Gegen den Antrag stimmten, die Sozialdemokraten und die Polen. Nach Artikel 61 haben die Hinterbliebenen solcher Versicherten, die vor dem Inkrafttreten der Reichsversicherungsordnung, also vor dem' ls Januar 1912 schon verstorben sind, keinen Anspruch auf Rente. Die Sozialdemokraten beantragen in dieser Beziehung rückwirkende Kraft auf den 1. Januar 1910. Abg, Mv lkenbu.hr (Soz.) nimmt Bezug auf die lex Trim- born. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch-, und Brotpreise am 29. Mai 1911. Büchertisch. — Stromversorgung landwirtschaftlicher V e° triebe durch U e b e r t a n d z e n tr a l e n. Vortrag, gehalten von Berat.°Jng. A. Pli'nnecke, städt. Betriebsdirektor a. D., Berlui« Steglitz. Zunächst sind einige allgemeine Begriffe zum besseren Verständnis elektrischer Anlagen erläutert. Dann i|i die Entwickelung der Ueberlandzentralen besprochen. , Nach Schilderung der Anwendung und der Vorteile der Elektrizität für die Landwirtschaft werden zum Schlüsse die Kosten mitgeteilt, die dem Landwirt bei Einführung des elektrischen Betriebes erwachsen. Tausendfach bewährte Nahrung bei: Brechdurchfall Diarrhöe, «kos Darmkatarrh, etc 20. Ziehu Zle Nu die Ge Die Ges , (Ohne M! Ti « 11* 3 * 2180 u «o [5*1 « 'S Ti «1 716 8' W {KOO] :» 1O01 »ttl T “6" 123 I (MO) M ««MS 3i IOT 56 4( " 18038 «J 330 60 L 20015 221 8 6« 067 ~f » ISO 5® «35 «336 809 -1 3S6 99 87 a । (3000) . Ä I 34007 ; 85 16 ? 38.'! 41,4OO83 ] |1**8 l3°00 ft« 8« :*Lj5oo] 4 y,1479 ta !3 «55 w 34 802 9' lä07 « I# §0117 4, igv "5*1: «ft?” i1»« ‘•fr," •fe« % »s *1* Getreidepreise in Mann heim Wetzen 1OO üg. 21.75-22..OO Alt. Roggen 100 Kg. 18.90—0000 Mk. soll, daß wir ihre Beseitigung befürworten wollten! Es ist aber zweifellos, daß sie heute noch ganz, anders wirken würde, wenn sie vor etwa 35 Jahren weiter von der Straße zurück und mehr nach der Heichelheimschen Besitzung zu gepflanzt worden wäre, etwa so wie die jetzt etwa 22 Jahre alte Birke zwischen den Häusern Goethestraße 34 und 36. Bei genügendem Raum, und namenllich, wenn das Nachbarhaus eine fensterlose Brandmauer zukehrt, könnte man übrigens auch großblätterige Bäume anpflanzen, z. B. Ahorn, Roßkastanie, wofür als Beispiel angeführt sei der Ahorn in dem Wortmannschen Garten neben Nitschkowsky in der Ludwigstraße. Jedenfalls sollte keine Anpflanzung ohne vorausgegangenes Einvernehmen mit der Nachbarschaft erfolgen! Bei dem Interesse für möglichste Verschönerung des Straßenbildes, das wir bei allen Gießenern und namenllich bei allen Hausbesitzern voraussetzen, wird aber unsere Anregung zweifellos auf fruchtbaren Boden fallen. Schaden würde es übrigens nichts, wenn eine berufene Stelle, etwa der Verkehrsverein, sich der Sache kräftig annähme. ** Veterinärwesen Der Großherzoghat die praktischen Veterinärärzte Dr. Gg. S p a m e r in Reichelsheim im Odenwald und Dr. Aug. Walther in Alzey zu Assistenz- Märkte. fc. Frankfurt a. M., 30.Mai. Heit- tt ttb Strohmarki Angefahren tunren 10 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man notierte- Heu 3,22-3,60 Alk., Stroh (Kornlangstroh) 0,00 bis 0 00 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles für 50 Kilo. Gefchaic pott. — Die Zufuhren waren aus Oberhessen und dein "reife ^eOiuo-^ Hy. Bim. Auf dem heute hier abgehaltenen Sch w e in ema rk t entwickelte sieh das Geschäft sehr langsam. Man bezahlte für Ferkel 28-40 Mk., für drei bis vier Atoncue alte Läufer 55—65 Alk. und für größere Ware 70—120 Alk. dav Paar. Tie Zufuhr belief sich aut 870 Stück. . — Kartosfelmarkt-Bericht vom 29. Mat 1911. Ma,gde- bürg: Rote Datier Mk. 2.25-0.00, andere rote «orten Mk. 2.0c» bis 2 20, Ätaguum bouum 2.80-2.95, weiße runde 2.0o-2.20, - Gelbfleischiqe rote Alk. 0.00, weihe 0.00-0.00. Alto na-Rote aber 0.00, rote Sorten Alk. 0.00-0.00, Magnum bouum Mk. 8.20, weiße runde Alk. 0.00-0.00, Gelbfleijchige blaue Ml. 0.00—0.00, rote 0P0 bts 0.00, weiße 4.10 bis 0.00. Dortmund: Rote Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten Alk. 0.00-0.00, Magnum bouum Mk. 3.80-0.00, weiße runde 2.80-0.00, Gelbfleischtge blaue 0.00-0.00, rote Alk. 3.80—0.00. Hagen: Rote Daber Mk. 0.00—0.00, andere tote Sorten 0.00—0.00, Magnum bouum Alk. 0.00—0.00, .weiße runde Mk. 0.00—0.00, Gelbfleischtge rote Alk. 0.00—0.00, tvetpe Alk. 0.00 bis 0.00. Köln: Stofe Daber Mk. 0.00-0.00, andere rote eorteu Alk. ‘2.40-0.00, Magrntrn bouum 3.35—3.70 Mk., weiße runde 2.55—2.70 Alk., Gelbfleischige rote 3.70—3.80, weine 3.30—3.50 JJii. Krefeld: Rote Sorten Alk. O.Oü-O.OO, Alagnurn bonum 'Utf 4 50—4.70, weiße runde Mk. 0.00 bis 0.00, Gelbfleischtge rote 4.50-4.70, weiße Mk. 4.50-4.70. (Alles zu 50 Kilo.) Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 62 Ptg. Schivarzbrot 2 Kg. 54 Ptg< (Direktor" WilWmy) wurde ein Abkommen getroffen, wonach «z in verschiedenen Orten Vorstellungen gab, die namentlich in Land- tädtchen und Dörfern außerordentlichen Beifall fanden. Der Schmutz- und Schundliteratur suchte man durch Herausgabe iwn Flugschriften an die Eltern, durch die diese auf die großen Ge- ähren, welche der Jugend durch schlechte Lektüre drohen, aus- merksam gemacht wurden, sowie durch Verzeichnisse guter Volks- und Jugendschriften, die man an Interessenten verausgabte, ent-, gegen zu wirken. Eine Menge von Jugend- und Volksbibliotbckm wurde neu begründet. Ebenso wurde überall ein tvachsames Auge auf die Ausüigen in den Buch- und Schreibwarenhandlungen gehalten. — Nach der üblichen Rechnungsablage, die feinerlei Beanstandung fand, wurde der Voranschlag pro 1911/12 mit 996 Mark festgesetzt und der seitherige Vorstand einstimmig toieber», gewählt. — Die Verwaltung der Chemischen Fabrik Griesl-eim-, Elektron hatte in entgegenkommender Weise die Pforten ihrer Fabrikanlagen geöffnet, so daß um 4 Uhr nachmittags eine Be- ichtigung der dortigen, seit etwa 3 Jahren bestehenden mustergültigen Wohlfahrtseinrichtungen stattfinden konnte. Für _ die nächstjährige Hauptversammlung sind Kroß-Gerau und Kaisers-^ lautern vorgemerkt. Vermischtes. • Bismarcks che Diplomatie im kleinen. Bekanntlich wird — teilweise der großen Billigkeit wegen — der Kaffee oiel- ach inil Zichorie vermischt getrunken. Ein gutes Mittel, sich hiergegen zu sichern gibt die nachstehende Erzählung, die wir einem englischen Blatte entnehmen. Bismarck — io wird da berichtet — war ein« eifriger Verehrer des Kaffees freilich nur in guter Qualität unif ohne Zusatz. Auch während des Krieges 1870/71, als die deutschen Truppen in Frankreich kämpften, wollte der große Staatsmann einem Lieblingsgeträuk nicht entsagen. Eines Tages befand er sich m einem französischen Torfe, wo er das einzige Wirtshaus des Ortes auisuchte, um sich ein Frühstück zu beschaffen, und zu diesem Zwecke den Wirt rufen liefe. „Haben Sie Zichorie hier?" fragte er den Eigentümer. „Ja, Euer Gnaden/ entgegnete der Mann. „Dann bringen Sie mir alle Zichorie, die Sie im Hause haben, her!" Der Franzose verschwand und tarn bald mit einem großen Gefäß voll des Gewünschten zurück. „Ist das sicher auch alles, was da ist?" fragte Bismarck noch einmal. Gewiß, Durchlaucht; ich habe kein Stückchen mehr!" versicherte der Franzose „Gut", ver- setzte der Reichskanzler, indem er das gestillte Gesäß zu sich heran- zog, „dann — machen sie mir jetzt eine Tasse Kaffee!* * Umständlichere Herstellung. Gast: „Jetzt warte ich schon zehn Minuten auf den bestellten Rotwein!" — Wirtin (entschuldigend): „Ja, Rotwein dauert immer länger!" * Der Trost. „Es ist doch traurig, daß Sie Ihren Mann so schnell verlieren mußten!" — „Ja allerdings, ich hab' nur den einen Trost, daß ich jetzt weiß, wo er die 'Rächte zubringt!" Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes . I. V.: August Goetz. Müller'sche vadeanstalt. Mass erw ärrne der La hn arn 3 1. Mai: 17 R. Veterinärärzten ernannt. , ** Tarifermäßigungen für Ob st. Dre Vertreter der Landwirtschaft von Bayern, Württemberg, Baden und Hessen waren dieser Tage in Stuttgart versammelt, um über Tarifermäßigungen für frisches Obst zu beraten. Für Bayern war erschienen Freih. v. Cetto, für Württemberg Oberregierungsrat Sting, für Baden Prinz Löwenstein und Direktor Müller, für Hessen der Vizepräsident der Landwirtschaftskammer, Bähr und Dr. Hainan. Die Beratung hatte zum Zweck, das inländische Obst gegen die ausländische Zufuhr konkurrenzfähig Ku machen. Da eine allgemeine Tarifermäßigung unter Ausschluß des Auslandes nicht möglich ist und auch nicht gewünscht wurde, fand eine Einigung dahin statt, daß man bei den maßgebenden Stellen in erster Linie eine Frachtermäßigung für Frühobst in Waggonladungen, desgleichen auch für Steinobst und Beerenfrüchte, die von dem Pro- dukrionsplatz nach einem bestimmten Konsumplatz verschickt werden, anstrebe, ebenso soll auch eine allgemeine Frachtermäßigung für Stückgutverfrachtung beantragt werden. Kreis Alsfeld. sagen —^vor allem prüfen, ob die vermehrten Lasten von! § Flensungen, 30. Mai. Ein hiesiger Einwohner allen Beteiligten, von den Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowie spaltete gestern mit einer scharfen Axt Bu ch e n tn up- vom Reich getragen werden können. Was in Sonderheit das pelholz, wobei ihm seine 12jährige Tochter zuschaute. Reich anlangt, so wird auch gegenüber dem hier zum Ausdruck Beim Durchhauen eines starken Astes wich die Axt aus gelangten Wunsche unbedingt seine gesamte Finanz- fnhc dem Mädchen ans rechte Bein, wodurch der gebahrung zur Richtschnur dienen. Bundesrat und Reichs- Strumpf glatt durch,chnitten und die Haut auf dem Schien- lag halten an dem Qininbfa» feit, da« keine neuen Aus- wurde/ Ein Zentimeter tiefer und der Röhren- gaben bewilligt werden, welchen nicht eme gleich verfug- hurrßnefmupn worden bare Deckung gegenübersteht. Ferner werden beide Faktoren Wochen wäre glatt durchgchauen die Prüfung auch Darauf richten, durch welche Starkenburg und Nheinhesfen. gleichwertigen neuen Einnahmen die Ausgabe gedeckt — W o r m s, 30. Mai. Die Tagung des Bundes werden kann. Diese Frage entzieht sich jetzt der Erörterung, deutsch er Verkehrsvereine sindet vom 6. bis 9. Juni MLL ^r^^e^M^L^chier^-tt. lommm »Ä 'deren Änft"gVrİ?! ° n‘bi3& ins Auge schmuck'in ^H.f™Untoagen, Regelung der Somm-rferi-n gefaßt ist. Der Reichskanzler hat es für seine Pflicht gehalten, ^ahrplanwunsche ufw.) Beratungen und Beschlüssen wird in dem Augenblick, wo wir ein sozialpolitisches Gesetz von größter den Gästen dank der eifrigen Vorarbeiten der Wormser Bedeutung verabschieden, das den wirtschaftlich Schwachen neue Bürgerschaft auch eine mannigfache und genußreiche Unter- Zuwendungen, dem Reich und den Versicherungsträgern aber Haltung geboten werden, so am 6. Juni ein vom Verkehrs- ancb neue Lasten bringt, auf die finanziellen Gesichtspunkte I)in= l)ere|n gegebener Begrüßungsabend; am 7. Juni kredenzt zuweisen. Ohne gesunde Finanzen ist auch eine gejunbe Finanz-1 Stadt im sehenswerten Cornelianum ein Frühstück sowie polittt nicht möglich. Denkschrift nützt uns die berühmte „Liebfrauenmilch"; nachmittags ist Festessen, nichts^^Lir^erlanaeti eine Vorlage.' ^enlfchrift nutzt uns I 8 Sum imrb Staatssekretär Delbrück: Kommen die verbündeten Re- nachmittags eine Rheinfahrt nach Oppenheim mit Ehrengierungen zu dem Ergebnis, daß ihren Wünschen entsprochen trunk, Besichtigung der Katharirientirche und Beisammensein werden kann, dann werden sie ihrerseits einen Gesetzentwurf auf der Landskrone veranstaltet. Abends geht es mit vorlegen. Kommen sie zu dem Ergebnis, daß die Verhältnisse Dampfer zurück nach Worms, dort zwangloser Abend am des Reiches «s nicht gestatten, dann legen sie ihnen eme Denk- Cheine mit Brückenbeleuchtung. Der letzte Tag bringt einen schrift vor. Diese wird besprochen, und dann kann der Reichstag 2(usflug ins Neckartal. seine Anträge stellen. .. t x J J Nesten-Nassau. Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Sudeknm (Soz.) erklärt go Mai Gellern nachmittag stürzte Ä NL Lk »'S. in Ä“ bie au°desH°inh°uL Frisch Än Reichstag sie früher haben, so werden wir nicht widersprechen, aus dem Oberstock ihres Hauses und schlug Mit dem Kopse Der Artikel .71 b wird angenommen, ebenso der Rest des aus einen Mauerrand. Sie konnte nur als Leiche vom Gesetzes. ' I Platze getragen werden. Das Haus vertagt sich. x Gladenbach, 30. Mai. Im nahen Hartenrod Mittwoch 1 Uhr: Handelsverträge, kleine Vorlagen ferner än Festausschuß zum Empfange des nächste Woche die in die Kommission verwiesenen 30 ff. des .Elnfuhrungs-1 ^m Gefängnis zu Wehlheiden zur Entlassung gelangen- r ri/ den sog. „Wunderdoktors" Dikomeit gebildet. (!) Schlug nach 8 /4 Uhr. \ in dem bereits der früher aus dem .Ge- 28»«« Mttö ßattO» I fängnis entlassene Genosse Dikomeits, Zimmermann, ANS Staor uns tarn» Aufenthalt genommen hat, ist bedeutend erweitert. Es soll Giegen, 31. Mai 1911. ' > Werter Arzt dort Anstellung finden. Zur Verfchvuerttug des Vtraßenbrldes 4 Wiesbaden, 29. Mai. In der heutigen Haupt- trägt es, so schreibt uns ein Leser, dem wir mit seinen Versammlung des Deutschen Verbandes kauf- Vorschlägen freudig zustimmen, zugestandenermaßen viel männischcr Vereine, die im Kurhaus stattfand, erstattete bei, wenn die eintönige Reihe der Häuserfrontendurch.L Generalsekretär des VerbandeS, Baum-Frankfurt a. M., freundliches Baumgrün gefällig unterbrochen wird, ^n Bericht über „Die Regelung der Frauenarbeit NN g g" 11 /si» f : hrtV. "dc chb ° 1 "ch °°f >' g - - kmchlchnnchch«- crMidl und -dichtenl Laube, etwa Birken, Akazien Frauenarbeit im HandelSgewerbe, und hofft, daß auf dem oder rotblühenden Weißdorn u. a. in einerIH^ge der organisatorischen Selbsthilfe zusammen nut gesetz- Entfernung von ungefähr einem Meter von . rischen Maßnahmen die vorhandenen salärdrückenden der Straß en grenze, und man wird nach ein Vaar U b n bec Frauenarbeit beseitigt werden. Zu diesem St IS. der nächsten Pflanzzeit, im Herbst d. I. oder im zeitigen praktischen Lehrzeit für weibliche Angestell e, die nut der theo- Frühjahr 1912, dieser Anregung zu gedenken und etnenl .ctil-cj)en Ausbildung Hand in Hand gehen soll. 3. Gefetz- oder mehrere schöne Bäume zu pflanzen. Ganz ohmen, die das Verbot der Frauenarbeit m ungemein gewinnen würde z. B. bet solchen, Aupflanzungen mit aefundheitlichen oder sittlichen Gefahren herbet- von Bäumen die Südanlage. Die langgestreckte Zerle..v^r . Durchführung dieser Forderungen ist in erster "ch't°»°..Äch «°ni- H?u er wurde 1«» -u 9Organifei„„ der weiblichen An- wftsen ell*cu111 cibet *1 uabanber15 "würde für das gestellten zu unterstützen, die m eigenen Rethen, sowie bet Auge des Beschauers eine viel wirksamere Verbindung, ein Litern und Vormündern aiunarenb wirken mutz. ^.Llichunsere Anregung sür solche v°rs°rten?°se S^b°n, diesjä^ig^D^iMM^un^des Verband«- neben denen keine Aiilagen herlaufen, wre z. B. Roon , b dcr zurzeit 37 körperschaftliche und 9 persönliche Mit- Goethe-, Bismarck-, Ludwigftrafze Was sich schon durch I um^tJ hat eine rege Tätigkeit erckfaltet So wurden bloßes Pflanzen von ein paar Birken errnchen la^, kamt 5 @täWen Vorträge gehalten, die der Vervaiid vermittelte, man an den Eckhäusern Ludwigstraße 34und Goethe- L ließen, Darmstadt, Langenschwalbach, Nasiauund Worms, straße 40 sehen. Ein vorbildlich gepflanztes Wetfzdorn- Um namentlich auch kleineren Vereinen bie Möglichkeit der Fort- NN.« s» JSSätt- 8 tz tot, MAL fräse:« wtfaw sfewrnw BÄs-üätti 61 ESE 2 77 I NE 2 Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. 2)1. Fleischpreise in ©iefeen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 93—100 Ulf. y. Kg. Schlachtgw. 100-107 Vf. 3/, Kg. 86- -94 Psg. 7. , 88-92 , 7, , 70-90 , _ ■oc-j---- Mai 1911 Barometer auf 0° reduziert Temneratur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke (Brab da Brv'öldung tn grhnlrl der pchlb. tzimmrlsfl. 30. 2’- 744,9 24,3 13,8 30. 9“ 745,8 19,4 12,9 31, 7'- 747,2 m 10,0 Salamander Anemrerkxsf fflr Gienen t Giessen I J-8"tmanE^e Pieckstr. 14/16 J Plockstr.U/16 16 Prachtkataleg grati* und franco. Möbel Möbel ■ t Eucalyptusöl «Bonus* beste Einreibung b. GUederreissen, Rheuma 1.00 Mk.nur Hirsch- u. Pelikan-Apotheke. 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