Nr. 254 Zweites Blatt Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Giehener Lamiliendlätter" roerben dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krcisblotl für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal. 161. Jahrgang Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Donnerstag. 5. Sttober (9U Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen UniversttälS - Buch- und Cleindruckerei. 3t. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^@51. Redaktion: 112. Teü-Adr.: AnzeigerDießen. Die Schaffung eines Goldmattte; in Berlin? .MS eins der sichersten Mittel, den Goldbezug vom Auslande zu erleichtern und vor allem zu einem regelmäßigen und dauernden au gestalten, empfiehlt das Mitglied des Bankenquetc-Ausschufses, Herr Bankier Arthur Fische! (L Fa. Mendelssohn u. Co., Berlin-, die Schaffung eines Goldmarktes in Berlin. Tiefer Vorschlag fand schon in der Gesamtkommission vollste Zustimmung und größte Beachtung. Bei der eminenten Bedeutung, die diese Frage für unser gesamtes Wirtschaftsleben gewinnen kann, dürste es sich lohnen, die Ausführungen des genannten Sachverständigen der Mlgemeiicheit bekannt zu geben. Als die Ursachen der Krisis von 1507 bezeichnet Herr- Fisch el die Auswüchse der sehr stark entwickelten vorher- aegangenen Hochkonzunktur und die u n g e n ü g e n d e A u s- slatlung Deutschlands mit monetären Mitteln. Als Beweis, daß wir in der Ausgestaltung unserer monetären Mittel zu sehr zurückgeblieben sind, führt Fischet die Metallschätze der Reichsbanl an. Im Jahre 1858 beließ sich dieser int Durchschnitt auf 850 Millionen, 1507 au 843 M illionen. Der "Notenumlauf belief sich im Durchschnitt 1898 auf 1124 Millionen, dagegen 1907 auf 1478 Millionen. Also eine Verminderung der Barmittel um 7 Millionen, dagegen eine Vermehrung des Notenumlaufes um 274 Millionen! Die Vermehrung der Noten beruht auf der naturgemäßen normalen Entwicklung des Verkehrs, zum Teil auch auf der Hochkonjunktur. Dieser Vermehrung der Noten muß aber auch eine entsprechende Stärkung oes Metallschatzes, der als Unterlage der Violen dient, gegenüberstehen. „Wir müssen meiner Ansicht nach uns dauernd daraus einrichten, mehr Gold zu gaben, als wir unbedingt benötigen, uiei mehr Gold. Denn wir müssen uns nicht nur auf etwa eintretenbe innere Krisen einrichten, die ja immer möglich sind in einem hochentwickelten und voranschreitenden Lande wie es Deutschland ist. sondern wir müssen auch auf die Störungen im wirtschaftlichen Leben anderer Völker vorbereitet sein, mit denen wir durch internationale Beziehungen dauernd verbunden sind. Nur auf diese Weise ist es möglich, daß Deutschland seine Stellung im Weltmarkt und als einer der großen zentralen Geldmärkte dauernd behauptet." Tie Diskontpolitik bezeichnet Fischet als Hauptmittel, als ein weiteres die Schaffung eines.Goldmarktes. Hauptmarkt für Gold ist und wird London bleiben. 23 ef England vereinigen sich eine ganze Reihe natürlicher Vorzüge, daß ihm die Konzentrierung der Goldbezüge auf seinen Markt ein Leichtes ist. Fischet weist bann daraus hin, daß England aber außerdem auch günstigere Ankaufsbedin- guugen hat als wir. In England existiert keine Prägegebühr. Wer einen Barren Gold zur englischen'Münze bringt, erhält ohne irgendwelchen Abzug den vollen Wert in geprägten Souvereigns, das volle Gewicht, wieder zurück. Ebenso in Amerika! In Deutschland dagegen, wo wir von vornherein durch unsere geographische Lage und die höheren Transportkosten im Nachteile sind, auch durch das Fehlen direkter Beziehungen zu den Goldlandern, wir — machen einen Abzug durch diePräge- gedühr von 3 M k. per Pfund fein! Ist es zweckmäßig, einen solch unverhältnismäßig ungünstigen Preis (1392 per Pfund fein) als normalen Kaufpreis aufrecht zu erhalten? Fische! schlägt vor, für die Reichsbank dauernd die Prägegebühr aufzuhebeu bzw. einen Preis von 2790 Mk. per Kilo Gold oder 1395 Mk. per Pfund fein sestzusetzen, weil bann auch bei geringeren Schwankungen der Wechselkurse Gold nach Teut,chlano fließen wird. Ein fester .Ankaufspreis in dieser Hohe wird dem Produzenten wie dem Verkäufer die volle Sicherheit bieten, in Deutschland einen günstigen Preis, den vollen Pariwert, zu erhalten. Fische! ist der Ansicht, daß dann ein Teil des Goldes, der jetzt nach England geht, nach Berlin geschickt wird, und zwar, ohne dag die Reicysbank genötigt wird, jedesmal eine besoirdere Kombination mit zinsfreien Vorschüssen vorzunehmen, welche manchmal für dieselbe recht kostspielig ist. Für außerordentliche Zeiten, wo wir rasch Gold in großen Quantitäten beschaffen müssen, soll diese Kombination als Ausnahmemaßregel bestehen bleiben. Fischet führt dann weiter aus, daß wir durch einen deutschen Goldniarkt auch in die Lage gesetzt würden, andere Länder (z. B. Schweden, Norwegen, Rußland), denen wir durch untere zentrale Lage bequemer sind als London, zeitweise mit Gold zu versorgen, wenn wir zuviel haben. Deutschland ein zweiter Go 1 dmarkt — hoffentlich, so schreibt zu diesen Vorschlägen die „Deutsche Volkswirts ch. Korresp.", hält der Herr Reichsbankpräsident sein Versprechen, dem Vorschläge des Herrn Fische! in Beratungen im engeren Kreise noch näher zu treten, um ju prüfen, ob und wie es möglich sein wird, ihn in die Praxis überzuführen. Und diese Zeilen veranlassen hoffentlich das Reicysbankdirektorium zu einer Aeußerung, wie weit diese Beratungen gediehen sind, denn der Gegenstand ist wahrlich wichtig genug für unser gesamtes wirtschaftliches Leben. Präsidentenwahl in Meriko. In Mexiko ift General M a d e r o zum Präsidenten gewählt worden. Tie Revolution in Mexiko, die wegen des diktatorischen Verhaltens des Präsidenten Porfirio Ttaz im November vorigen Jahres ausgebrochen war, endete im Mai dieses wahres mit dem Siege der unter der Führung Francisco Maderos stehenden Rebellen. Ter 81jährige Präsident Ttaz, der seit dem Jahre 1877, also feit vier- unddreißig Jahren, die Geschicke Mexikos lenkte, und der verhaßte Vizepräsident Corall mußten das Land räumen. Es bedeutet für mittel- und südamerikanische Verhältnisse ungemein viel, daß Francisco Madero sich nach dem Liege seiner Truppen nicht augenblicklich aus eigener Macht- volllommenheit zum Präsidenten Mexikos ausrief und sich nach dem Muster seiner Vorgänger nicht selbstherrlich mit -diktatorischer Gewalt bekleidete, um die Anhänger Por- jirio Tiaz', sowie icine zum Teil widerharigen Truppen -Hinter sein Regime zu beugen. Er übte eine schlaue Zurückhaltung, als er am 18. Mat ds. Js. dem damaligen Mi- nistet des Auswärtigen und früheren Gefandten della Barra das Amt eines provisorischen Präsidenten einräumte, ihm die Ernennung des Kriegsminifters und Ministers des Auswärtigen überließ und sich selbst nur das Recht sicherte, die übrigen Minister im Einverständnis mit della Barra zu ernennen, sowie bis zur definitiven Präsi- denteiiwahl als offizieller Berater des provisorischen Präsidenten zu fungieren. So blieb Madero der mächtige Mann hinter den Ktttlissen, brachte es aber gerade durch diese Zurückhaltung zuwege, daß ein Teil der Anhänger des Por- firio Tiaz, denen er übrigens einige Ministerposten einräumte, auf feine Seite trat. Aus den am 1. Oktober stattgehabten Wahlen ist nun anscheinend Francisco Madero als Sieger hervorgegangen Zwar handelte es sich am Sonntag nur um die Wahl der Wahlmänner. Ta man aber ihre Stellungnahme bis zu einem gewissen Grade kennt, so ist man fast allgemein der Ansicht, daß auch bei der Hauptwahl am 11. Ctiober Madero den Lieg über seine Gegenkandidaten davontragen wird. Tenn derjenige Kandidat, der für Madero die größte Gefahr bedeutete, der hochangesehene General Bernardo Reyes, hat, teils aus gesundheitlichen Gründen, teils auch, weil er der Regierung keine Verlegenheiten bereiten wollte, am 29. September auf die Anwartschaft eines Präsidenten von Mexiko verzichtet und ist nach Neuyork ab gereift. Francisco Madero ist sehr wohlhabend. Seine Bildung ift fragwürdig, er nennt sich Freidenker und ist außerdem noch Vegetarier und Spiritift. Dem brutalen Tatsachen- und Gewaltmenschen Porfirio Tiaz wird also wahrscheinlich ein Schwarmgeist folgen, der erst seine staatsmännischen Talente erproben muß, wenn ec das innerlich kranke Mexiko gesund machen will. Ueberdies würden auch unter seiner Regierung, ebenso wie unter der seines Vorgängers, die amerikanischen Interessen in Mexiko Trumpf sein, ganz abgesehen davon, daß Madero den in Mexiko zahlreich lebenden Deutschen nicht wohlgesinnt ist und in feiner Wahl sch ri st vom Jahre 1910 ein höchst ab sprechen des Urteil über den deutschen Kaiser fällte. Deutschland wird daher kaum Veranlassung haben, die Wahl Maderos zum Präsidenten von Mexiko freudig zu begrüßen. Madero soll ja über eine gewisse Beamtenschlauheit verfügen, keineswegs aber über staatsmännische Befähigung, politischen Takt und politische Zuverlässigkeit. Man darf von ihm Putsche aller Art erwarten, die, von dem ihm anhängenden Pöbel ausgeführt, sein Ansehen als Präsident von Mexiko verringern dürften und vielleicht sogar das Einschreiten der Mächte, oder wenigstens der Union, nötig machen. Heue Erfolge öer persischen Hegierungstruppen. Die Sache des früheren Schahs von Persien scheint nunmehr endgültig gescheitert zu sein. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Teheran: Ein Telegramm aus Täbris besagt: Nach der Nachricht von der Niederlage Salar ed Daulehs hat sich Schua ed Dauleh den Täbrisern ergeben. Er habe auf Pardon gehofft, sei aber gefangen genommen worden und solle nach dem Eintreffen Ain ed Daulehs, des neuen Statthalters, abgeurteilt werden. Sala r e d D a u l e h ist in Hamagan vondenRegierungstruppen eingeschlossen. In Jesd sind die Unruhen durch Emir Assam unterdrückt worden. Der Tod Schua Saltanehs, des 'Bruders des ehemaligen Schahs, infolge der Verwundung bei Sawadkuh wird erneut bestätigt. Gefangene aus den letzten Gefechten sind hier eingetroffen. Mit den Zuständen in Südpersien aber können sich die Engländer noch nicht zufrieden geben. Ein Londoner Blatt meldet: Wegen der dauernden Unruhen in Südpersien wurde beschlossen, die Wachender verschiedenen britischen Konsulate zu verstärken. Zu diesem Zwecke erhielten zwei indische Kavallerieregimenter Befehl, fich zur Einschiffung nach dem persischen Golf be- reitzuhalten. Daß die persische Regierung die Hände wieder ziemlich frei bekommen hat, beweift auch die Entsendung von Kosaken nach dem Süden, urtt einen berüchtigten Räuber zu bekämpfen. Vielleicht handelt es sich um ein .Entgegenkommen oder ein Scbein- manover gegenüber englischen Wünschen: Teheran, 4. Okt. Unter der Führung zweier russischer Instruktoren rückten 3 5 0 persische Kosaken mit zwei Ge- ichützen und Maschinengewehren nach Kasch an aus, um den Räuber Naib Hussein zu verfolgen, gegen den die persische Regierung seit 30 Jahren kämpft. Vor kurzer Zeit fiel Naib in Oie Hände der Bachtiaten, entfloh aber wieder und besetzte abermals Kaschan, von wo er die Karawanen auf der Straße nach Jspahan plünderte. Deutsches Reich. In Berlin fanden am Mittwoch unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner im Rathaus Verhandlungen von Vertretern Berlins und der größeren Vororte über Maßnahmen gegendie herrschende Lebensmittelleuerung statt. Als Ergebnis der Beratung wurde feftgestellt, daß darin Einverständnis bestehe, daß ein gemeinsamer Einkauf von Seefischen für Berlin und die Vorstadtkreise anzusrreben ist. Ten einzelnen Städten bleibt es überlassen, sich dieferhalb mit Berlin in Verbindung zu setzen. Dem bisherigen Präsidenten des Norddeutschen Lloyds, G. Plate, wurde zu seinem Rücktritt vom Kaiser der Stern des Roten Adlerorden zweiter Klaffe.verliehen. Staatssekretär Tr. Delbrück sandte an Plate ein Sch.reiben, in welchem Plates tatkräftiger, großzügiger Schisfahrtspolitik und feiner Verdienste um den gemeinsam mit dem verstorbenen Generaldirektor W t e g a n d vorgenommenen Ausbau der deutschen Reichspvst- dampferlimen besondere Anerkennung grollt wird. Tie feit langem zwischen Preußen und Bremen schwebenden Verhandlungen über eine gemeinsame Regulierung der Geeste von der Mündung bis oberhalb der Drehbrücke find einen großen Schritt vorwärts gekommen. Beide Staaten haben, wie wir vernehmen, sich grundsätzlich über die Aufttellung eines Bauprogramms geeinigt, so daß begründete Hosftmng für eine baldige Inangriffnahme der vornehmlich den an der Geeste liegenden Werften zugute kommenden Arbeften besteht. Ausland. Ter spanische Mi nist errat beschäftigte sich am Dienstag mit der monarchistischen Erhebung in Portugal. Ter Minister des Innern legte dar, welche Maßregeln an der Grenze getroffen wurden, um strenge Neutralität aufrecht zu erhalten. Ter Minister teilte mit, daß an der Grenze von Galicien die Festnahme eines Automobils erfolgte, mit dem 40 Personen in Portugal einzudnngcn versuchten. Wie die „Temps" meldet, ift General Moinier in Marseille eingetroffen. Ter Aus ft and der irischen Eiscnbahnarbciter wurde am Mittwoch beigelegt. lieber die chinesischen Unruhen wird neuerdings auS Peking gemeldet: Tie Unruhen in den östlichen Teilen der Provinz Szcchuan wachsen und bedrohen die Stadt Tschungking. Truppen aus Punan und Hupe sind unterwegs. Tie Regierung beabsichtigte, Truppenteile aus der Provinz Kwangtung zu entsenden, doch erklärte der Vizekönig, dies sei angesichts der geringen Truppenzahl dieser Provinz unmöglich. Die chinesische Vicgicrung erleichterte die Bedingungen für die Erteilung der chinesischen Untertanenschaft an die Koreaner. Bisher war zehnjähriger Aufenthalt auf chinesischem Gebiet notwendig; zukünftig genügt ein einjähriger. Deutsche Kolonien. v- Di e Betriebsergebnisse der Südbahn in Deutsch-Südwestafrika haben samt dem Landungsbetriebe in Roberthafen während des Rechnungsjahres 1910 einen erfreulichen Aufschwung genommen. Denn es wurden nach einer im neuesten „Kolonialblatte" veröffentlichten Nachiveisnng aus dem Personenverkehr rund 323 000 Mk., aus dem Güterverkehr rund 3,5 Millionen Mark, anS dem Viehverkehr rund 51000 Mark und aus sonstigen runb 333 000 Mark, insgesamt also 4,3 Millionen Mark vereinnahmt. Zum Vergleich sei erwähnt, daß die vorangegangenen ersten 6 Betriebsmonate eine Einnahme von 1,5 Millionen Mark gebracht hatten. Ta die Betriebsausgaben im Jahre 1910 runb 3,2 Millionen Mark betrugen, stellte sich der Ueberschuß auf 1,06 Millionen Mark, wovon dem Gouvernement nach Abzug der Pachtentschädigung usw. 928 000 Mark zusallen. Für die Zukunft ist mit einer starken Verringerung des Güterverkehrs zu rechnen, weil der später fortfallende Bau gu Werke Iw für die Strecke Keetmannshoop—Knb mit runb 1,3 Millionen Mark etwas über 49. Prozent der Gesamteinnahme des Güterverkehrs erreichte. — Der ftänbige wirtschaftliche Ausschuß der Kolonialverwaltung erledigte, der „Norddentsckfen Allgemeinen Zeitung" zufolge, den ersten Punkt der Tagesordnung „Aufgaben der Kreditorganisation in den Sckstitzgebieten, mit besonderer Berücksichtigung von Südwestaftika". Es wurde allgemein anerkannt, daß ein dringendes Bedürfnis vorliege, den Farmern von Südwestaftika Kredit zu verschaften. Empfohlen wurde die Förderung des ratenweise unb unter Kontrolle des Verwendungszweckes und gegen reale Sicherheit zu gewährenden langfristigen Meliorationskredits, ebenso die weitere Ausbildung der kurzfristigen Betriebskredite ohne eine solche Sicherheitsleistung. Die zu»diesem Zwecke zu entwickelnde Kreditorgam- sation soll ein ganzes Land als genossenschaftliche Crganiiatiom umfaüen. Auch bezüglich der Kreditorganisation von Ostasrik« und Samoa wurde eine Einigung erzielt und der Ausbau der Organisationen einem Unterausschuß überwiesen. Arbeiterbewegung. Der Bewegung der Berliner Eisenkonstruk-, teure für einen besseren Dienstvertrag haben sich auch die im Deutschen Techniker-Verband organisierten Ange- ftellten angeschlossen und ihre Kündigung zum Oktober eingereicht. lieber eine erneute Lohnbewegung der Bergleute meldet der „Vorwärts": Der Hirsch-Dunckersche Gewerk- verein Hal in drei Konferenzen in Dortmund, Wanne und Oberhausen beschlossen, infolge der Teuerung bei den übrigen Bergarbeiter-Organisationen anzuftagen, ob sie gemeinschaftlich in eine Lohnbewegung eintreten wollen. Der Deutsche Arbeiterverband habe bereits zugesagt. 51. tjauptveriammlung öer deutschen Philologen und Schulmänner. ; Posen? A. Okt. Am,zweiten Tage beschäftigte sich die 51. Hauptversammlung der deutschen Philologen und Schulmänner zunächst mit den Sek- tionssitzungen. An erster Stelle sprach Professor K ö t s ch k e (Leipzig) über Ostdeutsche Kolonisation in mittelalterlicher und neuerer Zeit. Universftätsprosessor Stern (Breslau) sprach über Moderne Jugendpsychologie in ihrer pädagogischen Bedeutung. (ft schildert den gegenwärtigen Stand und die Methode der Wissenschaft, welche das Seelenleben mit der Jugend durch systematische Beobachtung und,experimentelle Untersuchungen erforscht und gibt bann eine Auslese aus pädagogischen Problemen, bei denen die Jugend durch Forschungen belehrt unb geleitet, zum Teil aber auch reformiert werden soll. Die tattischen Folgerungen sind aus den Untersuchungen über die Psychologie des Lernens außer psycho- logifchen Analysen der Sprachwelt und zeichnerischen Tarstellungs- fähigkeit beziehen. Das Studium der Entwickelung muß dazu führen, daß der Lehrplan eine bessere Anpassung an Die jeweilige geistige Verfassung der verschiedenen Klassen gewährt. Die Hauptfach e ift das S t u d i u m d er i nd iv idu e l l e n V e r- anlagung, der Intelligenz, der Willens- und Gemütseigen- sck-aften, und menrift jetzt dabei, eine exakte Methode auszuarbeiten. Lies wird um so wichtiger werden, als sich die Reformforderungcn im Sinne einer psychologischen Gliederung der Schüler geliiiib -st machen beginne. Das große Interesse, welches von den Studierenden den Hebungen entgegengebracht wird, beweist, daß die Kenntnis der Schülerpsyche und der Einfluß dieser Kenntnis auf Den Unterricht steigen werde. Ueber die ßlntimoberne Tendenz der höheren Schule sprach Professor Tr. Grünwald (Berlin): Aus den scharfen Gegensätzen unseres f)einigen wirtschaftlichen und politischen Lebens ergibt sich Die Unmöglichkeit, Der Gegenwart die Ziele des Jugend- unternchts zu entnehmen. Daß die Schule das Recht und die Pflicht auf Die Zeitströmungen einzuwirken hat, zeigt der Vortragende an verschiedenen Beispielen. Bezüglich der Untersuch- ungsfwffe betont er den Wert des Wissens ohne Gedächtnisüberlastung, fordert gegenüber einer Heberschätzung der Naturwissen- fchaft Die Anerkennung des Berufes Der Geisteswissenschaften. In Den modernen Weltsprachen hält er Die Parlierfähigkeit für eilt untergeordnetes Ergebnis des Unterrichts gegenüber Der durch die etiuien bee fremden Volkstumes erstrebter Bereicherung unseres eigenen Er tritt nachdrücklich für das humanistische Gymnasium ein, das dein Vaterlande bisher große Dienste geleistet habe und noch leisten tonne, Len staatsbürgerlichen Unterricht hält er für angebracht, aber nicht als ve,onderes Lehrfach. Er wünscht eine ebanere 2-chei ung der Geister auf der höheren Schule, und einen humanen Schulbetneb. . Gymnasialproseft'oc Tr. Hartmann (Schöneberg) sprach über baS Thema „Was kann Die Sprachwissenschaft tun, um die Ein- Verhandlung auf morgen vertagt. Es endeten c? Q Angriffsbewegungen 77,ö Abweh rbeweguik gen. 6,9 916 AusstÄrdeii lieber die Lohnbewegung "ben, di zurück: Von den Kampien waren Jahr „Kämpfe nach der Geiamtzahl dieser waren 467 911 843 939 556 1443 1905 1906 1907 1908 1909 1910 367090 593724 507728 401334 288327 628432 410839 122981 169903 392374 74,0 77,4 80,9 30,6 58,9 62,4 76320 112856 73641 168493 73165 186480 46 35 56 82 112 253 421 323 257 206 970 1905 1906 1907 1908 1909 1910 292 401 516 597 627 809 1014 834 1117 1007 839 191 158 226 435 939 767 Es sanden statt Kampfe insgesamt 93,2 89,2 84,9 79.3 77,3 83,7 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909 1910 Von 2193 3468 3733 1655 2243 3908 865 199 1197 3205 17860 2055 bezttn 77,8 54,2 69,5 70,0 21,0 19,0 14,5 42,0 25,1 29,7 5,4 4,8 6,5 6,4 6,9 10,9 12,1 11,5 12,5 10,1 3,91 5,6 6,8 9,ö 13,4 c P SQ 53 & 852 727 861 1282 1625 2323 3480 2792 2052 2045 3194 92,0 95,1 91,0 75,8 66,t d8,4 5,5 2,5 6,9 6,8 29,4 7,3 Dus- 1900 514 291 289 603 886 1261 2045 1635 678 832 1385 14242 7587 15929 36491 40357 24853 8 10 18 52 171 63 31,3 55,2 59,9 46,6 88,6 34,8 29,1 29,9 54,4 49,2 26,3 2763 4470 4801 3059 3227 5580 15420 7982 17507 48100 60634 28099 205 177 266 548 1280 60,3 40,0 33,6 47,0 54,5 54,3 58,8 58,6 83,1 40,7 43,3 denen 5580 die Verbesserung und 916 die „Abwehr einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen" bezweckten. Ein näherer Ausweis über diese Kämpfe wird erst seit dem Jahre 1905 gegeben. Für diesen Zeitraum waren, wie nachstehende Tabelle ausweist, im Jahre 1910 die Lohnbewegungen am zahlreichsten. 17,0 20,4 17,5 30,7 17,2 25,9 Gerichtssaal. Ein Kolonialprozeß. F. C. Wiesbaden, 4. Oft. Heute stand der frühere Tistriltsches in Swatopmund und fetzige Volizeilommissar in Esten Franz Wilhelm Raabe vor dem hiesigen Schwurgericht wegen Fälschung öffentlicher Urkunden. Dent An- gellagten lag in den Jahren 1906 und 1907 in Swakopmund auch die Verwaltung des Gefängnisses ob.Nach der Anklage foll er nun in die Gesangenenrapporte, die Aufschluß über die Arbetts- vertcilung der Gefangenen geben sollen, unrichtige Emtrage gemacht haben und vor allem die Arbeiter, die er bet sich beschäftigte, nicht in das Buch eingetragen haben. Mehrere Anklagen gegen Raabe, die von: Damaligen VezrrrSrichter in Swakopmund Fchlandt, jetzigen Amtsrichter in Mecklenburg, erhoben wurden, wurden bereits am 11. Juli d. I. vor der hiesigen Strafkammer erledigt. Raabe und seine Frau, die der Beihilfe mitangeklagt war, wurden damals sreigesprocheu. Auch das heutige Verfahren endete mit der Freisprechung des Angeklagten. Sämtliche Kosten einschließlich der Kosten der Verteidigung wurden der Staatskasse auferlegt, e fc Wiesbaden, 4. Oft. Wegen Unterschlagung im Amte wurde der Briefträger Friedrich Färber von hier vom hiesigen Schwurgericht zu 6 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt, Färber, der eine Frau uitb vier Kinder von 2,70 Mark Tagelohn ernähren muß, hat im Juni d. I. 50 Mark erhalten, die er bei der Post cinzahlen sollte. Färber strich jedoch das Geld in ferne Tasche und suchte die Unterschlagung durch. Anfertigung eines Posteinlieferungsscheines zu verdecken. Tas gleiche Manöver führte Färber int August d. I. aus, als ihm 51 Mark zur Einzahlung bei der Post aiwertraut wurden. Rach der Verhandlung unterzeichneten die Geschworenen ein Gnadengesuch. 79,41268278 77,5 459306 lieber die Lohnbewegungen, die zu , sperrungen führten, finden wir folgende Angaben bis auf 6. Sitzung Großherzoglichcr Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. P r o i o l u 11 - i'i u s z u g. Gießen, den 18. September 1911. Anwesend sind die Herren: Geh. Kommerzienrat Heichelheim als Vorsitzender, Kommerzienrat H. Schirmer als 1. stellvertretender und Kommerzienrat C. Grünewald als 2. stellvertretender Vorsitzender, Türbeck, Kommerzienrat Hoos, Noll, Ramspeck, Rinn, Röhr, Stammler, Wallach, Zurbuch und der Syndikus. 1. Gesetzliche Regelung des P o st - U e b er weil'ungs- und Scheckverkehrs. Nach dem Gesetz, betr. die Festsetzung eines zweiten Nachtrags zum Reichshausyalts-Etat für das Nechnungsjalfr 1908 sind die grundsätzlichen Vorschriften über den Postüberweisungs- und Scheckverkehr bis zum 1. April 1912 auf dem Wege der Gesetzgebung zu regeln. Bei dem erheblichen Anteil, welche Handel und Industrie an dem Postscheckverkehr haben, wird es Aufgabe der amtlichen Handelsvertretungen sein, diejenigen Wünsche, welche sich seit dem 2r/s jährigen Bestehen dieser Einrichtung geltend gemacht haben, vorzubringen, damit sie bei dem iwch zu erwarrenden Gesetzentwürfe Berück- lidjtigung finden können. Diese Wünsche lassen sich unter drei Gesichtspunkte ordnen: Verzinsung der Guthaben, Verbilligung des Postschcckvertehrs itiib Beschleunigung im Post- scheckverfahren. Von weit größerer Bedeutung als eine Verzinsung der Guthaben, roeldje zweifellos eine Vermehrung cc5 PosticheckverkehrS zur Folge Haven, ander er sctts aber auch den ganzen Verwaltungsapparat schwerfälliger und komplizierter gestalten und dadurch noch weiter verteuern mürbe, erscheint der Handelskammer eine Verbilligung des Post- icheckverkehrs durch eine entsprechende Aenderung des Tarifs. Als solche Aeuderungen würden in erster Linie in Betracht kommen: Beseitigung der Zuschlagsgebühr von 7 Pfennig, Festsetzung einer einheitlichen Gebühr für jede Bareinzahlung in Höhe von 5 Pfg- unter Verwendung von Marken ohne Rücksicht aus die Höhe des Betrages, Aufhebung der Buchungsgebühr auf einem und dein- selben Konto. Als eine weitere Forderung muß die Portofreiheil tut Verkehr zwischen dem Kontoinhaber und dem Postscheckamt erhoben werden. Im Hinblick auf die vielfachen Klagen über die langsame Abwickelung von Zahlungsaufträgen und Ueberweisungen ist zu prüfen, ob eine Beschleunigung hierin durch eine Vermehrung der Postscheckämter oder, wie von anderer Seite vorgeschlageu ivird, durch Aufhebung der Postscheckämter unter Führung der Scheck- tonten durch die Postämter und unter Schaffung von Abrechnungsstellen bei den Oberpostdirektionen zu erzielen ist. Zur £• erbet' Aus Stadt und Lund. (ließen, 5. Oktober 1911. ** Sein 5Ojähriges GeschäftSjubilänni begeht in aller Stille nm 6. Oktober unser Mitbürger Herr Tapezier Hch. Bepler. Bei körperlicher und geistiger Nüstigkeit ist er trotz seines hohen Alters von 79 Jahren noch im Stande, seinem Beruf, menn auch in beschränktem Maße, nachzu- kommen. Wir wünschen dem alten Herrn einen friedlichen und heiteren Lebensabend. ** Kolossen m. Direktor Ohm teilt uns mit, daß die früher so beliebten Familien-Borstellungen wie in den früheren Jahren allwöchentlich Donnerstag abends slatt- finden, womit eine Gratis-Verlosung verbunden ist. ** Der Ruderklub „H assia" veranstaltete am Sonntag als Schluß der Rudersaisoit ein Abrudern, verbunden mit Vorgaberennen. Zur Auffahrt traten zwei Skisfahrer, zwei Vierer- Mannschaften, sowie eine Achter-Mannschaft an. Sie Fahrt ging bis zur kleinen Eishalle uno zurück, woraus sich die Mairnschafieu für die Rennen umsetzlen. Zuerst gelangte die Klub-Meisterschaft im Einer zur Ausfahrt. Es starteten Karl Joedt und Fritz Schüßler. Trotz größter Anstrengung konnte letzterer den Sieg nicht erringen, so daß Joedt mit einer guten Länge durch das Ziel ging. Zum Vorgaberennen starteten zwei Senior-Mann- Ichaften „am Felsen", während eine Anfänger-Mannschaft mit Vorgabe von mehreren Längen zum Start ging. Tie Senioren konnten die Vorgabe gegen die tüchtige Anfänger-Mannschaft nicht aufholen und letztere ging als Sieger durch das Ziel. Im Anschluß [ an die Rennen sand eine gemütliche Feier im Bootshaus statt, wobei der Vorsitzende die Preisoerteilung vornahm. Dem Skuller Karl Joedt, der in diesem Jahre den Lahnpvkal in Gießen, die Verbandsmeisterschaft in Frantsurt, sowie die Meisterschaft vom Rhein in Mainz errungen hat, wurde zum zweiten Male der Klubmeisterschaftsstern überreicht, während die siegreiche Anfänger- Mannschaft E. Vitt, G. Deutscher, C. Brasch, F. Buller, Steuermann O. Bätz ein Deckelglas mit gravierter Widmung ausge- ausgehörk hatte zu leben. Nachdem so dem Büreaukratismus Genüge geschehen war. konnte mit einer Verzögerung von li/2 Stunde die Beerdigung vollzogen werden. (Muß so was sein?) 0 Nieder-Ohmen, 4. CH. In diesem Herbste haben die Felddiedstähle einen Umfang angenommen, wie sonst in keinem Jahre. Wohl treten die Klagen über sie jeden Herbst auf, aber im gegenwärtigen doch ganz besonders stark. Waren es seither die Kartoffeläcker, die unerbetene Besuche erhielten, so sind es jetzt Kraut- und Gemüsefelder, die kräftig gerupft werden. Gerade das Weißkraut i|t in diesem Herbst nicht allgemein geraten. Doch gibt es Aecker mit gutem Bestand. Hier suchen nun die besonderen Liebhaber dcS Krautes sich nachts ihren Tribut zu holen. Man hat schon einige dieser freiwilligen Zehntenerheber festgestellt und zur Anzeige gebracht. Auch aus den Nachbargemeinden hört man Klagen über Jelddiebstähle. x Ober-Ohmen, 4. OH. DaS Ziffernblatt der Turmuhr an unserer Kirche war schon lange so verblichen, daß man keine Ziffern mehr sah. Damit stimmte der Mecha- nismus der Uhr überein, der längst veraltet war. Jetzt hat unsere Gemeindevertretung die Anschaffmig einer neuen Turmuhr mit drei Ziffernblättern beschlossen, so daß die Zeil von jeder Straßenrichlung aus leicht ablesbar erscheint. § Aus dem Ohmtal, 4. Oktober. Jetzt, wo die Dreschmaschinen am Ende ihrer Arbeit anlangen und die Speicherböden die Fruchtergebnisse bergen, läßt sich auch ein genaues Urteil über die diesjährige Getreideernte fällen. Sie ist im allgemeinen besser als die vorjährige. Die Körner sind viel vollkommener und viel reichlicher als damals. Allerdings läßt die Kornernte bei vielen kleinen Landwirten zu wünschen übrig, aber den Ausfall ergänzt wieder die Gerstenernte. Nimmt man dazu den Ausfall der Kartoffelernte, so darf man hier von keinem Notstand reden. Zu einer Verteuerung der Lebensmittel, wie sie ins Werk gesetzt wird, bietet unsere Gegend keine Veranlassung. Kreis Wetzlar. -a- Atzbach, 4. Ott. Liniere Gemeinde nimmt als erste Anschluß an die Ue berlandzentrale der Buderns'schen Eisenwerke. Außer vielen Privatbetrieben wird auch die am Schwalbenbach gelegene Beplersche Mühle mit elektrischer Kraft versorgt, da sie infolge Waffermangels während der Sommermonate überhaupt nicht in Tätigkeit treten kann. — Im benachbarten Kinzenbach wird die Dampfziegelei Müller gleichfalls an die Zentrale angeschloffen. Hessen-Nassau. X. Hanau, 4. Ott. Die Platiuschmelze W. E. Heraeus, G. m. b. H., hat ihrem gesamten Personale eine Teuerungszulage bewilligt. Die verheirateten technischen und kaufmännischen Angestellten 'haben 100 Mk. und die unverheirateten 50 Mk. erhalten. Die Arbeiter erhalten wöchentlich 1 Mk. Zulage, für jedes Kind weitere 30 Pfg. , Führung sprichhistorischeiPBetrachtuNgsweisen in dem Schulunter- l berechtigten Angriffen des Staatsanwalts, der ihn bereits als ückt zu erleichtern?" überführten Betrüger hmstelle. Der .Vorsttzende lehnt ledoch dielen In der Sektion für Volkskunde sprach Privatdozent Dr. Antrag ab. . - . ~ . o Unwert (Marburg) über „Wiedergeburt und Schutzgeister tm . M es ch elsohn bekundet, W ein von F germanischen Volksglauben". Er führte aus: Der in der Wick- Wolf, Wertheim in den „Herold ,lanoteder 2 rtikcl auf vo inaerzeit im Norden aufgekommene Brauch, Kinder nach Ver- Üanbiger Unrichtigkeit beruht. Wolf Wertheim sollte öu ein ftorbenm zu benennen, hänge mit dem Glauben zusammen, daß strafwürdigen Vergehen veranlaßt werden, um ihn aus d m die Toten wieder geboren werden. Der Glaube an Schutzgeister Geschäft ausschließen zu können. , hAriifipr hPtv hänge ebenfalls mit dem Glauben an eine Verbindung der Toten Der Zeuge Rechtsanwalt, Behrendt soll darüber ver mit den lebendigen zusammen. nommen werden, welche Vorgänge sich tm Jahre 1906 zwischen Professor R c u ch e l (Dresden) hielt einen Vortrag über „Die der Familie Wertheim und jener des KoE^^enrats Pincus Gestalt von Martin Luther im Volksbild". Er zeigte, wie das abspielten. Da der Zeuge ohne seme Sandak en b^rzu nicht Bild Luthers bei den Angehörigen beider Konfessionen vom wißen-1 tn ber Sage ist, wird seme eingehende Vernehmung auf o g sch östlichen Bilde abweiche und legte dann dar, wie Luthers. Name verschoben. den Wortschatz der deutschen Sprache bereichert habe. I Der nächste Zeuge Sind. Phil. Kühn sagt bezüglich der Privatdozent Dr. Fr ick enh ans (Berlin) sprach über denI Mißverhältnisse zwischen Frau Dolly Landsberger unb ihrer .Athenischen Earneval", d. h. über die älteste griechische Form Mutter aus, daß die Tochter wiederholt von ihr^ Mutter mit des Festes. Er geht dabei von der Ansicht aus, daß das Fest I den gröbsten Schimpsworten belegt worden sei. Der Zeuge er- von einem Schiffskarren oder Karrenschiff seinen Namen habe. I klärt weiter, daß Frau Wertheim einmal gesagt habe, ihre sachter Einzelne erhaltene Bilder führen alle Einzelheiten einer Prozession I dürfe vor 22 Jahren nicht heiraten, vom 18. bis zum 22. Jahre vor Augen, an deren Ende ein schiffsähnlicher Karren mit dem aber müsse sie Verhältnisse haben und zwar rede Woche em Gott Dionysos gefallen wurde. Der Vortragende glaubt, daß anderes. — Im Anschluß hieran kommt es zu einer erregten damit der Festzug der großen Tiouysieu gemeint sei. | Auseinandersetzung zwischen dem Vorsitzenden unb, dem .Ver- Jn der allgemeinen Sitzung sprach Professor Dr. Eugen I leidiger Dr. Jaffö über die Zulässigkeit solcher Auslagen. Wolff (Kiel) über _ c. „ Zeuge Schriftsteller Edel (Wien), der am Silvesterabend Wilhelm Mei ster's „Thea tr all, che Sendung bei der Familie Wertheim eingeladen war, erklärt, daß der von Go et he. Die Auffindung des „Urmeiswr" in Zürich bringt Anaellagte die Tochter des Hauses zu Tisch geführt habe und für die von dem Vortragenden und anderen Forschern versuchte selbst zu der Ansicht gekommen sei, daß Graf Metternich der ivissenschaftliche Vorbesprechung fast ausnahmslos tatsächliche Be- vermutliche Schwiegersohn sei. Auf der anderen Seite aber habe stätigung. Allerdings müsse die Züricher Handschrist nicht die cr wieder den Eindruck erhalten, als ob der Angeklagte eine vollständige erste Form des Wilhelm Werther sein, da Goethe Persönlichkeit sei, die gewissermaßen zum Tafelschmuck gehöre, nur die abgeschlossenen Bücher des Romans stückweise an die 3cr Ochste Zeuge, Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Meyer- Freunde sandte. Das ganze Fragnient uberraicht durch die $ ü n t h c r (Wien), erklärt ausdrücklich, daß sich bei ihm nur stattliche Reihe von Personen und Kapiteln, die dem Sejer ber toeni Gläubiger bes Grafen gemelbet haben, obwohl sie von .Lehrjahre" vollständig neu sind Wie die Mehrzahl der Ltterallir- reiner Vertretung des Grasen Kenntnis hatten. Der Angeklagte forscher mmehme, ist es Goethe ernst mit der „theatralttck)en hj^zu neuerdings fest, daß man vor dem Prozeß die Sendung". Noch augenfälliger wird der Abstand beider Gatt- Zustimmung seines Onkels, des deutschen Botschafters in London, ungen des Romans durch jene Figuren u,id Abschnitte, welche £^<.^1 habe. Das bestätigt der Zeuge Meyer-Günther, der 'Urgestalt noch fehlen. Die späteren Zusätze hervorzuheben, Zwischen Berlin und Wien (so ändert der Zeuge später seine war die Schrift „Mignon" besonders bemüht. In der nun aus-1 ursprüngliche Aeußeruna, die gelautet hatte „zwischen der Ber- gefmidenen Handschrift „Der Freuide", der sich am Schlüsse liuer und Wiener Pottzeffff j.urbe lange vor ber Verhaftung des ersten Buches der „Lehrjahre" über die Sammlung des be§ Grafen verhanbelt: allerdings nicht wegen ber Schulben, Großvaters ergeht, ber Landgeistliche aus dem neunten Kapitel sondern wegen des Falschspicls. Der Zeuge betont nachdrücklich, imd die Partie von dem geheiimiisvollen Darsteller des Geistes bgg cr focn Eindruck gewonnen habe, Graf Wolff-Metternich habe im „Hamlet", sie fehlen in der nun aufgefundenen Handschrift, sich durch seine Schulden schwer bedrückt gefühlt unb habe bte Der Stil ber aufgefundenen Urschrift entspricht den Erwartungen beftc Absicht gehabt, sie zu bezahlen. Unter allgemeiner Heiter- ber Wissenschaft. Dem Literaturforscher erfüllt es mit Genug-1 x^t erflärt ber Zeuge, baß er ziemlich überrascht gewesen sei, als tuung bürüber, daß die Philologie die Fähigkeit bewiesen hat, I ec hörte, daß ber Graf nur 30- bis 40 000 Mk. Schulben habe, versunkene Kunstwerke iuieber aufzubauen. | Ter Zeuge bestätigt weiter, daß dem Grafen ein Bardarlehen von Die Beratungen werden morgen fortgesetzt. I 20 000 Kronen in sichere Aussicht gestellt worden sei und legt > ■ ---»----— ■ ■■-------- .. I entschieden Verwahrung dagegen ein, daß der Angeklagte in der SaaessOarr. Absicht, sich seinen Verpflichtungen zu entziehen, von Berlin _ I nach Wieii übersiedelt sei. Ausstaude und Aussperrungen tm ^ahre 1910. I Hieran schloß sich die Vernehmung der Gemahlin des Ange- Das „Correspondenzblatt der Generalkommission der (sozial-1 nagten, Gräfin Wolff-Metternich, die mit dem Angeklagten seit demokratischen) Gewerkschaften" gibt in feiner neuesten Nummer I hem 28. September v. Is. verheiratet ist. Sie erklärt, der An- (30. September) die alljährliche Ueberficht über die Lohnbeweg- geklagte habe ihr bereits lange vor der Verehelichung gestanden, daß ungen des abgeschlossenen Berichtsjahres. Diese Angaben ftnb Cr keinerlei Vermögen besitze, wohl aber Schulden habe. Sie deshalb mit Vorsicht aufzunehmen, weil sie mehr oder weniger habe sich dann bereit erklärt, 20 000 Mk. zu bezahlen. Des von einseitig parteipolitischen Gesichtspunkten ausgehen und! weiteren bestreitet die Zeugin ganz entschieden, daß man von namentlich bei ber Frage des „Erfolgs" von ber Auffassung einer Verstoßung bes Angeklagten burch seine Familie reben könne; unparteilicher Statistilen, vor allem ber des Reichsarbeitsblatts, er habe von seiner Schwester Briefe erhalten, bie eine Aus- bemerkenswert abweichen. Immerhin sind sie deshalb von Wert, söhmmg mit seiner Familie nicht als ausgeschlossen erscheinen weil sich erst aus der Gegenüberstellung der gewerkschaftlichen ließen, allerdings unter der Voraussetzung, daß er sich wieder unb der amtlichen Angaben ein einigermaßen verläßliches Bild I von seiner Frau trenne. Der Vater des Angeklagten habe ihren, gewinnen läßt. Wir beschranken uns darum hier vorerst auf der Zeugin Vater, hier in Berlin besucht. Die Zeugin bekundet, daß die Wiedergabe einiger Hauptzahlen, ohne sie zu kommentieren, der Vater des Angeklagten auch gesagt habe, er wolle alles Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung ftnb für f i e tun, nur müsse sie bazu Helsen, baß ihr Mann nach dem „Eorr.-Bl." im Berichtsjahre 6496 burchgeführt, vonLnä Irrenhaus geschafft würbe. ' - -- -- e «-■ Nach ber Vernehmung einiger weiterer Zeugen würbe die hänbiat erhielt. „ .. ** Paketeinsammlung durch d i e P o st. Es i|t noch nicht genügend bekannt, baß bie Post abzusenbenbe Pakete au Bestellung aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Kürte oder einen Zettel mit den Worten „Paket abzuholen bei (Name und Wohnung)" u n- 30,4 I fr anfiert in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem her Be-1 Briefträger mitzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten ---— —TT------T .. , Kreis Alsfeld. ®IGf Wolff fetter Kid) vor Gericht. M. Dannenrod, 3. Ott- Alles war zur Beerdigung ~ Berlin, 4. Oktober. der 78jährigen Anna Katharine Stumpf bereit. Der Zu Beginn der heutigen Verhandlung erklärte der Ange- Geistliche war von dem eine Stunde entfernten Hauptort klagte, auf eine der beiden wegen Herzleibens vom Erscheinen gelommen, bas Zeichen zum Beginn der Beerdigung ge- .entbunben sein wollenben Zeuginnen nicht verzichten zu l'önncn, [nutet, bie Trauernben waren aus bem Weg zum Sterbe- norpuf ber Verteibiger R.-A. Dr. Alsberg bereu kommis- . ba fam letephonisch vorn Amtsgericht Homberg die dnXu^eÄ ÄIÄ Meldung, di- B-°;dr°u„g könnte nicht ftattfinben, btt« des Angellagteu verlangt. R.-A. Dr. Jaffe beantragt bie ernwaitdsre^ feftgestellt wäre, day die Alte eines nawr Labung eines Zeugen, ber beTunben soll, daß int Hause Wertheim ltchen ^obe» gestoroeu fei. Sie lttt ichon längere Zett an der Anaellagte allgemein als der vermutliche Schwiegersohn ge- Altersschwäche und war am Sonntag morgen m ihrem gölten habe. Stübchen von Leuten, die nach ihr sahen, tot aufgefunben Der Staatsanwalt wenbet sich daun bagegen, baß heute neuer- worden. Wiewohl nun der Leichenbeschauer und der dings die Glaubwürbigketc der Frau Werth^m behaudeli werben Büraernieijler nut gutem Gewissen bekunden konnten, daß soll. Demgegenüber betont R.-A. Dr. Jagä, bau oer Äiigellagte nile Umstände auf einem nariirliafcn Tod hinwiesen, mußte Wert au, die Feststellung lege, ob er die Erwartung haben formte, , . w . ... ... . qu t , ... ^oniL, .a Frau Dolly Landsberger werde ihn heiraten; er könne besyalv doch nüü) tm ~ ■ uqt “X/ hiu&tn aur diese Zeugin nicht verzichten Ter Angellagte ersucht in commen, um ^,,geriauiich fe[t^u^^llen, was leder wußte, erregtem Tone den Vorsitzenden um Schuk gegenüber den un-1 daß die alte ^rau oyne Anwenonng von äußerer Gewalt hauptuna beÄ „Corresp.-Bl." 2657 ober 83,2 Proz. irfolgretch Paketbestellsahrt gegen nne Gebühr von 10 Pfg. vom vauie oder teilweise -erfolgreich, währenb 330 886 ober 89,7 Proz. ber bes Absenbers abgeholt. Das Brrfahren ist einfach unb bequem an den Ausständen und Aussperrungen Beteiligten vollen oder und besoubers solchen Personen zu empfehlen, denen em Dienst- teilweiseu Erfolg zu verzeichnen hatten.bote nicht zur Verfügung steht. erfolgreich teilweise eriolgreiaj Bewegungen mit 1 Beteiligten Bewegungen mit Beteiligten Zahl | % Zahl I °/6 Zahl | °/0 Zahl | °/0 Angriff- Ausstände Abwehr- \ Ausstände Aussperrungen Zahl | Proz. Zahl Proz. Zahl Proz. I 76—77 36—37 29-30 68-72 25—00 60—00 50.00—53.0) 64.00—67.00 49.00—51.50 18.00—66.00 51.00—53.60 64.0)—66.00 64.50-66.00 51.00—53.00 Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. R sc# Wetter Z LV Oktober = 3. 93 92 98 10 10 10 WNW NE flill 4 4. 5 2 2 still meinde nimmt als le derBudernS'jchen wird auch die am hie mit elektrischer mgelS wahrend der •eit treten kann. - >a»ipsjiegelei Müller K z LV Bed. Himmel Regen 44,9 -45,1 • 47,0 Sanatorium Lindenfels zwischen Darmstadt—Heidelberg, 400 m hoch herrL gelegenJss**/® Mk. 58-62 53-56 48-52 -l- 10,2 *C. -b 0,5 eJ. Mk. 95-103 90-95 81—88 Tic Marktpreise für viel, und Frucht und die Gieß euer Fleisch- und Brotpreise nm 4. Oktober 1911. L • ftanb ter iriitetc eifommiifar in ty'en Schwurgericht nden. Tem Äa- 17 in »V»®® fcto'&nWW ä Än bxt Ärbiür- BW M tt bei lid) beiM- n Mehrere .flnfiW achter in Livalommr jurn, erhoben wurder - hiesigen Straskamul : Keihilse ntitaiW bis tafaJk* jtcn. sämtliche Lost? wurden M StaatG Kalber. . fxeinrte Maktkälber Muttere 'Dlafi- und de'- • * inqkälber .... Geringere 1* aft- un gute .angtälbec . . . eiallmaiiidiQic. Mastlämmer und jüngere Mastbammel . . . '.'leitete Masttianmiel, gut genährte junge Schale und geringere Mastläininer Ma big genährte Hainntel und Schafe (Merz- 8,2 7,8 7,7 Oft. Ko 1511 |c « rschmelze W. C. zesamten Personale Die verheirateten Ilten 'haben 100 Ml. Iten. Die Arbeiter jedes Kind weitere 9,4 8,8 7,8 atamc. le. Frankfurt a.M. V i e h h of-M a r kt bericht vorn 5. Cft. Auftrieb: 24 Rinder, darunter 00 Ocdfen, 00 Bullen, 24 ’. c und Härten, 1034 Kalber, 352 Schale, 1819 Schweine. Tendenz. Rinder abgefetjt, Kälber und Schafe l oft, räumt, Schweine gedrückt. Preis h. 100 •>. Lebend- ■ geivrcht tnterschlagung im to von h er vom W« Gefängnis veruM n 2,70 Statt Tagelch prhiiten, dre er bt. & das G-ld ich Anfertigung w» ntitbe Manöver M ^ark zur ÄnzaM cr Perhandlung unter such- —-— AtifdenMaiW gehen ist oft gleichbedeutend mit sich erkälten. Darum pflegen vorsorgliche Frauen besonders bei rauhem Wetter in der Handtasche neben Portemonnaie und Schlüssel eine Schachtel Wybert- Tabletten mitzunehmen, die jede Heiserkeit im Entstehen bannen. Die Schachtel kostet in allen Apotheken nur 1 Mk. und dir- Wirkung ist unübertroffen. Depot in tiie«#en: Pelikan-Apotheke, Kreuz 2. [sse/e »5S-« "W; L»... 'Sielt? b -“ Karlsruhe) Ansprachen hielten. Salzburg, 4. Okt. heute vormittag trafen etwa 60 Mitglieder des Vorstandsrates des Deutschen Museums ein, um auf Einladung der Stadt Salzburg einen Besuch abzustatten. Ter Besuch hatte besondere Bedeutung durch die Teilnahme des Protektors der Vereinigung, des Prinzen Ludwig, welcher in Begleitung,des Staatsministers v. Frauendorfer eintraf. Die Teilnehmer wurden vom Bürgermeister Berger willkommen geheißen, wofür Graf Zeppelin dankte. Zu Ehren der Gäste war der Minister des Kultus und des Unterrichts Graf Stuergh und andere erschienen. Reichskanzler v. Bethmann-hollweg entschuldigte sein Fernbleiben brieflich. Um V210 Uhr versammelten sich die Mitglieder des Vorstandsrates des Deutschen Museums unter dem Vorsitz des Grasen Zeppelin in dem alten Landes- sländehaus )u einer Sitzung, bei deren Beginn Landespräsident Graf Schastgotsch die Herren begrüßte. Nach der Sitzung besuchten die Gäste die Veste Hohensalzburg, um 1 Uhr fand Frühstückstafel statt. Prinz Ludwig trank auf Kaiser Fran- Josef, Unterrichtsminister Graf Stuergkh auf den deutschen Kaiser, den Prinzregenten und den Prinzen Ludwig, Graf Zeppelin auf den Landespräsidenten sowie aus die Stadt und das Land Salzburg und Landeshauptmann Prälat Winkler aus das Deutsche Museum, hieran schloß sich eine gemeinsame Besichtigung des Städtischen Museums. Um 4 Uhr 45 Minuten erfolgte die Rückfahrt nach München. vüchertisch. — Der Futtermeister. Ein Handbuch für den praktischen Landwirt, sowie für Behörden und landwirtschaftliche Lehranstalten. Von Tierzuchtinspektor,C. Wulff. (2 Mk., gebunden 2,50 Mk.) Verlag von Emil Roth in Gießen. Tie Tier- lüttening und Pflege ist und bleibt eine Erfahrungssache! Ter Verfasser legt in diesem Buche all die reichen Erfahrungen, die cr in langjähriger Praxis im Dienste der Tierzucht gemacht hat, nieder, und stellt sie so in den Dienst der Allgemeinheit. Kein wissenschaftliches Lehrbuch will er bieten — nein, ein lehrreiches nutzbringendes Handbuch für den Praktiker. Er teilt seinen Stoff in 4 Abschnitte: I. Die Ernährung. II. Die Futtermittel. III. Tie Fütterung. IV. Die Pflege. Das Buch ist anregend geschrieben, und Autoritäten auf dem Gebiete der Landwirtschaft, eenen das Manuskript vorgelegen hat, haben es aufs günstigste beurteilt. Jeder Gutsbesitzer kaufe es im eigensten Interesse für feinen Futtermeister, jeder kleinere Landwirt schaffe es zum eigenen Gebrauch an, in Fachschulen wird es mit großem Nutzen verwendet werden. Ter Verfasser zeigt u. a. auch, wie mit verhältnismäßig wenig Mitteln eine rationelle Fütterung erzielt werden kann und es wird sich daher der für das aus der Praxis hei-vorgegangene Buch angelegte geringfügige Betrag vielfach bezahlt machen. — Di e Kalkulation im Darenhandel. Von Dr. Hans Töndury, Professor an der Handelshochschule in St. Gallen. Muthsche Verlagshandlung in Stuttgart. Zahlreich ,'ino die Beiriede, die trotz eines hohen Umsatzes doch im Verhältnis viel zu wenig verdienen. Daran trägt vielfach eine ungenügende Kalkulation der Selbstkosten wie der Verkaufspreise und der Geschäftsspesen die Schuld. Es war deshalb ein verdienstliches Unternehmen des an dem großen Schweizer Handels- und Industrie- platz wirkenden Verfassers, in einer kleineren billigen Schrift für 'je gesamte Handelswelt alles Wichtige und Wesentliche klar und oündig darzudieteNr ^!am-ncr «W« un» 8«*««»«* II ß1 , -füll nmcrgienrat ve iS fite ertS*** regeln- W $0|W chen ^F jShrigen * it dem ngiMiE «<'«t M16? | eif«U»8 » ll«1 Eft! neÄbilZE !ime 'N hlllNg.'" Lf die i und *7,i Israelitische Religionsgesellschast. Gotlerdienst. SamStag, den 7. und Lonntag, den 8. Oktober 1911! Hüttenfest. 1. Tag. Vorabend 5.20 Uhr. Morgens 8.00 Uhr Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. 2. Tag. Vorabend 6.35 Uhr. Morgens 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Feitesausgang 6.35 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30. Uhr, abends 5.30. Uhr. auf 11,02 Uhr nachmittags renneiept, rvovurm ver genmmmre Anschluß an den Zug D 87 (Fulda an 10,54 Uhr nachmittags) hergestellt wird. ii Die Handelskammer hatte eine Eingabe der Handelskammer Wetzlar bei der Kgl. Eisenbahttdirektion Frankfurt a. M. unterstützt, in welcher zwecks Verbesserung der Zugverbin- düngen nach Bayern die Wiedcrherstellmtg des Anschlusses zwischen den Schnellzügen D 180 und D 160 sowie um Wiederherstellung der früher bestandenen Abfahrtszeit des Zuges D 58 ab Frankfurt a. M. 12,56 Uhr nachmitalgs) gebeten wird. Drese Anträge sind iedoch aus einer Reihe von Gründen abgelehnt worden. , . . . , k) Zum Winterfahrplanentwurf der Biebertal b a h n hat die Handelskammer den Wunsch ausgesprochen, daß der ein über den anderen Sonntag um 9 Uhr abends von Gießen nach Bieber zur Beförderung des Fahrpcrsonals abgehende Zug in den Fahrplan aufgeiwmmen und die Mfahrtszeit auf etwa 11 Uhr festgesetzt wird. 0 Tie Eisenbahnverwaltung konnte entgegen einem von der Handelskammer vorgetragenen Wunsche ein allgemeines wirtschaft liches durjuis, für Juteleinengroßräumige Wagen ui stellen, auf Grund sehr eingehender Prüfungen nicht anerkennen. Gleichwohl hat die hattdelskammer die Kgl. Eisenbahirdirektion Frankfurt a. M. nochmals gebeten, die Angelegenhell fortgesetzt im Auge zu behalten und zu gelegener Zeil an die Ständige Darislommission der deutschen Eisenbahnen zwecks nochmaliger Prüfung heranzutreten. m> Es ist in Anregung gebracht worden, für mangan- haltiges Eisenerz einen A n s n a h m e t ar i f vom Siege r l a n d nach Obers chles ie >< tinzusühren. In mündlicher Verhandlung mit der Kgl. Eisenbanndirettion Frankftlrt a. M. hat die Handelskammer die Sckwsfung eines berartigen Tarifs befürwortet. n. Bei dem Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten hat dic .^andelsiammer eine Eingabe der Handelskammer Wiesbaden, in welcher um Einführung einc5 Frankaturzwangs für gebranchtc leere Weinsässer sowie für Kisten mit leeren Flaschen gebeten wird, unterstützt. o) Von unterrichteter Seite liegen noch Mittellungen uor über Einführung der Brieftelegramme, zweifelhaftc Firmen im Auslande (Aegypten, Argentinien, Britisch-Jndien. Frankreich, Großbritannien und asiatische Türkei). Näheres hierüber erfahren Interessenten auf dem Sekretariat der Handelskammer. I lührung einer größeren Schnelligkeit im Verkehr mit der Reichs- ? tonf muß cs als wünschenswert bezeichnet werden, da« sämtllche l^stscheckämtcr den Abrechnungsstellell der Relchsbank beitreten. 2. Ausschaltung des freien Wettbewerbs bei l«r Errichtung von Ueberlandzen traten. In tast eilen deutschen Bundesstaaten schweben gegenroartig noch Proiekte I ür die Errichtung elektrischer U^erlartf>jcntralcn. ^. icoer Richtung hin gewahr, wird. Die Handels !. nmer Hilt, soweit hie Herstellung der Fernleitung, der NNs 1 ertcilung^ncnc, der hausanschlüsse bis zum Zahler m Betracht Ijmmt ein Installation^- und Materialmoi'.^pol für nicht un lie- ettt'igt, weil die städtischen oder staatlichen El ktnzitätSwerke ein IirheblicheS Interesse an der sorgfältigsten Ausführung aller bicict iinlagen haben Zm übrigen aber muß jede weitere Ausdehnung Its Installotions- und Materialmonopols als ein TiNgrift tn die I Stmerbcfreih i verworfen werden. In diesem Sinne wird di $ cnbelvfamnier gemeinsam mit den übrigen hessischen Handels jun mein bei der Großh Regierung vorstellig werden. 3. Maßnahmen gegcndieTeuerung. Die Handelskammer beschließt gern insam mit den übrigen hessischen Handels idiimrrn bei ö.r roi ii Regi inng dahin vorstellig zu werden, b ß sofort Mas.nahmen unternommen werden, welche gecigiv i . der Preissteigeriuig d^r Lebensrnittel entgegenzuwirken; a . fol.hc Maßnahmen sind neben Äsenbahntarismafnahmen im In- iarce eine vorübergehende Aufhebung ber bestehenden Futtermittel zolle und Einschrämung des Einfuhrscheinnistem- anzuschen. 4. Entwurf einer Eisenbahn-Zollordnung Das seit dem Jahre 1870 mit vereinzelten Abänderungen vom ßabre 1888 noch heute geltende Eisenbahn Zollregulatw spll durch eine den modernen Anschauungen über berechtigte Ansprüche des modernen Handelsverkehrs mehr alS bisher angepaßte Eiien- bnhiAollorbnung ersetzt werden. Außer einer ganzen Reihe von Grhid/tcrungen im Interesse des Handelsverkehrs sieht der Ent Wurf auch eine Neuerung vor, die allerdings in erster Linie die auiländischen Versender berührt und an welche diese sich erst gewöhnen müssen Es ist dies nämlich die Vorschrift, daß jebc mit Frachtbrief eingehende Sendung von einer deutlich geschriebenen offen beiliegenden Warenerklärung in doppelter Ausfertigung nach 9cigebrucllem Muster begleitet sein muß. Diese Warenerklärung soll bei zollfreien Waren den bisher vorgeschriebenen statistischen Anmeldeschein ersetzen unb bei zollpflichtigen Gütern von den Bahn b ernten nach entsprechenber Ergänzung je nach den Uniftänbcn o i Zolldeilaration oder als Begleitzettelanmeldung (wenn die f tiier nach einem inländischen Zollamte gehen) benutzt werden, s tii diese neu einzuführende, vom ausländischen Absender aus irfillnthe Warenerllärung ist die Abfassung in deutscher oder | anzösischer Sprache zuzulassen, dagegen nicht die Abfafsung in kiqlischer, holländischer oder italienischer Sprache. Im Falle der Einfülwung dieser Neuerung dürfte es zweck- ßMig erscheinen, daß die inländisck>cn Empfänger von Bahn Iurrfenbungen aus dem Auslande ihre ausländischen Geschäfts (mibe daraus aufmerksam machen, daß eine Wareiiertlärung km Frachtbriefe beüutügen ist. Nachdem von keiner «eite De- tnilen gegen den Inhalt des Entwurfs geltend gemacht worden jmt, stimmt die Handelskammer dem Entwürfe zn. 5. Schutzzoll auf Kieselgur. Tie deutschen Kiesel |.n mcrlc haben an die gesetzgebenden Körperschaften des Reichs eine Eingabe gerichtet, in welcher im Hinblick auf die sich immer wiflünfliger gestaltende Lage der deutichen Kieselgurindusttie nm v i uhrnng eines Schutzzolles auf Kieselgur, Kieselgurfabrikate ui b Wärmeschutzmasse gebeten wird. Tie Handelskammer bc kilicfft, im Interesse per auch in ihrem Bezirke vertretenen iicjclguriuerte die Eingabe bei ber Großh. Regierung zu befürworten. dttts dem Geschäftsbericht ist folgendes hervorzuheben: a) Erhöhung der niederländischen Einfuhr- iöllc. Das Großh. Mit i terium des Innern hat die von der randelskamiuer geäußerten Wunsche gegen die beabsichtigte Zoll rihchnng in den Nieder-landut für Erzeugnisse der Textilindustrie ber Reichsregierung zur Kenntnis bringen lassen. b) R ei chsbankn ebenste! le in Gießen. Bei dem Hroßh. Staatsministerium wie auch bei dem Reichsbankdirektoriilm js! die Handelskammer wegen Umwairdlung der Reichsbankneben jelle in eine Rcichsbankstclle vorstellig geworden. fdjafc)............ Schweine. Voll fleischige Schweine von 80—100 kg Lebendgewicht Voluieistmae r chmeine unter 80 k hle, Dorlar b. Wetzlar. 6093 Hoscli- uni) Wcstcn-LAciöcr sof. gesucht. 160951 Jean Eckert. Tüchtige o GrWückittt außer dem Hause für dauernde Beschäftigung sofort gesucht. Markus Bauer, 6044) Bahnhofstraße 60 p. ___ Junger, gesund., hier ansässiger Bursche als Kaffee-Packer für dauernd gesucht. Schristl. Angebote unter 08215 an den Gießener Anzeiger erbet. Ziivacrcr, oriicnfiidjtr KncÄ gesucht. [08208) Wolkcngasse 18. Hausbnrsche gesucht. Hofbäcker Noll, Mäusburg 12.^ Kellner-Lehrling gesucht. Eintritt sofort ev. später. l ßufe Hcttler, (Sichen. Schtthmachcrlehrlinn für sofort gesucht. (08143 Ludwig Hill, Balmhosstr. 20. Keilllerlthrliiig ßchcht 08172 Restanr. Augustiner. kcsMjteimPutz-li.Ulischfcan Näh. Friedrichstr. 17 III. l'«^ Ndeiitl. Laussrau daticrud ge- sucht. [08240] Bahnhosstr. 66II. Reinlilhe oder Mäölhen zum La.denputzen gesucht. 60871__________Marktplatz 21. ioiißtiiiö^fn ober -Frau sofort gesucht. 16081) Blcichstr. 6. Jung. Fräulein aus guter Familie für Kontor und Laden eines feinen Geschäftes gesucht. Schrift!. Angebote unter 08242 an den Gieß. Änz. erbeten. Acht. Wilerinnen bei hohem Salär per sof. gesucht. Lehrmädchen gegen sofortige Vergütung gesucht. 6097) SvringmanuS SchnhbauS. ZumlHgcs MMtn mittags zu ein. Kind aes. Frau Rudolf Löwenstein, Friedrichstr. 8II.'«--«' Ein reiOioWn DbÄau tagsüber gesucht. Ebelstr. 34.0S,M A.-G., Mannheim. hv18/e einen Borführungs-Wagen zu halten. Erdgeschoß. Stand Nr. 11. Halle I. ss’/io FahrzeugfabrikEisenachin Eisenach Vertreten auf der Internationalen Automobil-Ausstellung Berlin vom 12.—22. Oktober 1911. 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