M. a M 3^1": ^°ere tot, £ 42° «Ä rs-^L 3.50 S eo«en :SS? S-KL tzrs )0' w'ei^Mk.^ s?er Kehricht. »hV un°eetq- Olsten. Eimer ? * eine «er- »Hk rCr muB es jnbenlangnai W °uf den b den Verkehr m- feiern Uebelftanb ui* alle Verstöhe desPolizelskasgesetz. 'as haausstellen bei ranigimg von Drts- : stellen, zur Anzeige ine ordnungsgemäße luskehrichts durch die htgesäße, wie sie von gebracht werden, seh: mit Trag-tigel und nsscharren und Vei- n die Sntletriutg bei t, wie vvraeschrieben. -üreaufgestell! d entfernt wer- !• Tie einjchlägiga Haltung der Stajja : nachstehend in &- ichts. sich länglich auf K häuslichen Absallt t, Steine, gefoetflia eilens der KehrmiM alt abgefahren. DerDfHdm fitfmdi1 n nawtefymben 3p /ich bes $affun& ichts und der W geeilt Md tnS, niat bti Mast de feiten. Tus S-’hife 30 Zentimeter Gm eben. , Aebhardt, *1 *1 W ♦ r <• n rt Nr. 255 Der (Siebener Anzeiger erscheint täglich, anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich StebenerZamilienblätter; zweimal ivocbentLKreiS' blattfikben Kreis (Sieben (Dienstag und Freitag); zweimal monail. Landwirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 118, Verlag u. Expedition 51 Adresse dir Depeschen: Anzeiger Gicßeu. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 161. Jahrgang * Mittwoch, 4. ©ffober 19ü General-Anzeiger für Gverhessen Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. Büdingen: Fernsprecher Nr. 269 Geschäftsstelle Bahnhofstraße 16a. Bezugspreis: monatlich75Df^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost 3)l!.2.—uicrtcl- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilenpreis: lokal IbPf^ auswärts 20 Pfennig. Ehesredaktenr: A. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil: August Goetz; für .Fenrlle- ton*, .Vermischtes' und .GcrichtSsaal-: K. Neurath; für .Stadt und Land": E.Hcß; iür den Anzeigenterl: H. Beck. Die heutige Nummer umfafet 10 Seiten. Der italienisch-türtische Krieg. Ist die Stadt Tripolis bombardiert und eingenommen morden? Das ist die Hauptfrage, die indessen durch die vielen einander widersprechenden Meldungen nicht bestimmt beantwortet werden kann. Nach einer römischen Depesche vom Dienstag war der türkischen Besatzung von Tripolis auf ihren Wunsch ein Aufschub des Bombardements gewährt worden, der aber am Dienstag nachmittag ab» gelaufen sein sollte. In der Tat sprechen spätere Nachrichten davon, daß die Einnahme der Stadt in den Nachmittagsstunden am Dienstag erfolgt sei. Eine Bestätigung durch das italienische Marineministerium liegt aber nicht vor. Sicher ist, daß auch heute wieder viel Pyanlasicnachrichtcn verbreitet werden, die man nur gegeneinander au halten hat, um das Wahrscheinliche zu erraten. Türkische Schiffe haben einen ilaliemscyeit Postoarnpfcr verfolgt; ob cs ihnen gelungen ist, ihn zu ergreifen, darüber gehen die Meldungen gleichfalls auseinander. Ueber die Vorgänge bei Prevesa an der albanischen Küste kommen ergänzende Nachrichten, die das Vorgehen der Italiener wieder in ein ernsteres Licht rücken. Prevesa soll doch beschossen, und Truppen sollen gelandet worden sein. Wie es heißt, sollen die gelandeten Soldaten sich dann wieder eingeschifft haben, während der italienische Kommandant von den Türken die Herausgabe der geflüchteten türkischen Schiffe gefordert und ein Bombardement angedroht haben soll. Daß ein Bombardement stattgefundcn habe, soll vom türkischen Kricgsminisrerium nach einer Meldung deS Berichterstatters der „Franks. Ztg." bestätigt worden sein. Darauf wird Oesterreich woht oic nötigen Schritte cingeleitet haben. Tie Vermittlungsversuche haben noch kein Ergebnis gehabt. Sic wirksam zu führen wird dadurch sehr ersazwert, daß es dem greisen Großwcsir Said anscheinend schwer gelingen will, ein Kabinett zu bilden. Er soll gegenwärtig mit dem türkischen Botschafter in London wegen Uevernatzme der Leitung des auswärtigen Amtes verhandeln. Tie Jungtürken, auf die auch der Großwcsir sich stützt, versuchen alles, um die türkische Bevölkerung ruhig zu erhalten, ob es für die Dauer gelingen wird, bleibt fraglich. Der Sultan soll außer- ordentlich erregt sein, und der frühere Großwesir, H a kki, soll sich feinen höchsten Unwillen zugezogcn haben und auch des besonderen Schutzes vor den erregten Lolksmasscn bedürfen. Besonderes Interesse verdient der Besuch des deutschen Botschafters Frhrn. v. Marschall beim Sultan, der zur Anbetung des Mantels des Propheten sich ins Schloß Tohkapu begeben hatte. Das „Berliner Tageblatt" will erfahren haben, der Sultan habe nach den Ausführungen Marschalls erleichtert aufgcatmet. Was aber davon zu halten ist, weiß man nach der gestern veröffentlichten amtlichen Erklärung der deutschen Negierung. Nichts geschieht vorläufig. Und heute wird nur gemeldet, die Mächte hätten den Türken geraten, auf der Grundlage des italienischen Ultimatums zu verhandeln. Das würde also die völlige Preisgabe von Tripolis bedeuten und, nach türkischen Blättermeldungen, die Revolution zur Folge haben. Das türkische Blatt „Turquie" will von einem Handschreiben des Kaisers Wilhelm an den Sultan wissen. Darin stehe, daß Deutschland zweimal in Nom zur Erreichung konzilianterer Haltung Italiens sich bemühte, doch beide Male vergeblich. Der Kaiser habe dem Sultan sein Bedauern hierüber ausgedrückt und ihn und die ottomanische Nation seiner unwandelbaren Freundschaft versichert. Deutschland behalte sich vor, im geeigneten Momente der Türkei ihre guten Dienste zur Verfügung zu stellen. Die Türken werden sich von diesem Trost wenig zu versprechen Loben. Ein hervorragender Türke hat dieser Tage in einem Londoner Blatte geschrieben, es hätte nur eines Wortes von Sir Edward Grey bedurst, um dem italienischen Vorgehen Einhalt zu gebieten. Das ist durchaus richtig. Tie Türkei wird sogar sicher annehmen dürfen, daß cs die ganzen Schwierigkeiten der direkten Mitwirkung Englands verdankt. Die Italiener vor Tripolis. Rom, 3. Okt. (9 Uhr 25 Min. abends.) Die „Agenzia Stefani" gibt folgendes bekannt: Ein Telegramm des Viz e- admiralsFaravelli, das heute früh von Tripolis aufgegeben wurde und heute abend aus Vittoria (Sizilien) hier eingetroffen ist, besagt, daß auf die gestrige Aufforderung zur Ergebung und Auslieferung der Stadt Tripolis der türkische Kommandant mit der Bitte um Aufschub geantwortet habe, der zugestanden wurde und heute mittag ablaufen sollte. Die „Tribuna" meldet aus Malta: Tie in Tripolis ansässigen Araber, die von einem Italien feindlich gesinnten Journalisten aufgercizt wurden, gegen die dortigen Italiener die Waffen zu ergreifen, bemächtigten sich der von den Europäern zurückgelassenen Vorräte. V o n i t a l i e- nischen Panzer schissen aus sah man Scharen von Tr ip o l i i an e r n von einer Siadtseite nach der anderen lausen, wo sie sich an die Getreide-, Mehl- undZuckerspcicher,vor allem aber an die Brotviertel heranmachtcn. Es kam auch zu Angriffen auf Magazine, aber Soldaten verhinderten die Plünderung, da sia) in den Speichern außer italienischen Waren auch französische, deutsche und englische 'befanden. Hierzu kommen noch die Meldungen Berliner Bläiter vom Mirtwoch morgen, die uns telegraphisch übermittelt wurden: Der Berliner „Lokalanzeiger" meldet aus London: Hier sind Meldungen über den Beginn des Bombardements von Tripolis, eingelaufen. Der „Exchange Telegraph Eom- pany" wird aus Rom telegraphiert: Das Bombardement von Tripolis hat begonnen. Die Depesche ist am Dienstag um Vj12 Uhr vormittags aufgegeben. Ferner erhielt eine Glasgower Firma von ihrem Vertreter aus Djerba per Heliograph aus Tripolis folgendes Telegramm: Tie italienische Blockade von Tripolis ist vollständig. Die Schiffe bombardieren mehrere Stellen. Tie Einwohner fliehen. Ter „Central News" wird aus Rom gemeldet: Nach einem Telegramm aus Malta hört man dort Kanonendonner von der See her. Man glaubt, es stamme vom Bombardement von Tripolis. Der „Morgenpost" wird aus Chiasso telegraphiert: Die „Tribuna" bringt eine Meldung aus Malta, daß die italienischen Kreuzer in den Hafen von Tripolis ein- fahrcn und die Forts, das Kastell sowie alle höher gelegenen Punkte bombardieren. Dann wurden Soldaten aus g e s chisst. Am User weht die italienische Flagge. Tie „Wiener Neue Freie Presse" meldet die Einnahme der Festung: Nach einem in Wien cingegangenen Telegramm auS Augusta in dem Hafen von Syrakus weht seit abends 51/, Uhr die italienische Flagge aus den Forts y>ii Tripolis. Hebelgriffe der Italiener bei Prevesa? Berlin, 4. Olt. Das „Berl. Tagcbl." und die „Voss. Ztg." bringen fllge .dc Au f;i ;i crreg^noe Meldung: Man erfährt heute, daß der Kommandant des italienischen Geschwaders den Gouverneur von Prevesa auffor- dcrn ließ, die beiden ottomanischen Unterseeboote und das Kanonenboot, die sich in der Bucht von Prevesa befinden, binnen 24 Stunden aus- zuliefern. Im Falle der Weigerung würden die Italiener mit dem Bombardement des Forts von Prevesa beginnen. DaS bewilligte Ultimatum läuft am Abend des 3. Oktober ab. Zugleich wurden die außerhalb des Hafens von Prevesa liegenden italienischen Tropedo- boote angewiesen, zur Einfahrt in den Ambrakischen Golf sich bereit zu machen. Bereitstellung einer österreichischen Krcuzerflotlille. Ofcnpest, 3. Okt. Entgegen der Meldung eines ungarischen Blattes über die in Pola erfolgte Bereititellung einer Kreurerslottille ist das ungarische Telegraphen- und Korrespon- dcnzburcau zu der Erklärung ermächtigt, daß der Panzerkreuzer „Sankt Georg", der Kreuzer „Admiral Spaun", zwei Torpedo- bootszerstörer und drei Torpedoboote an der Westküste Istriens Hebungen ausführen. Eine Bereitstellung für das Ausland ist jedoch nicht erfolgt und zurzeit auch tlicht in Aussicht genommen. Der Kreuzer „Szigctvar" wurde überhaupt nicht in Tienst gestellt. Tie Unterseeboote sind gleichfalls mit der Durchführung von Uebungen beauftragt und können den Zentralhafen Pola nicht verlassen. Ein türkischer Kreuzer erobert? Rom, 4. Oktober. Der italienische Kreuzer „M a r c o P o l o" hat einen türkischen Krenzerweg- genommen, der einen General und 200 Soldaten, ferner eine Ladung von 5000 Gewehren und viele Munition an Bord hatte. Der eroberte Kreuzer wird nach Tarent gebracht werden. Die italienischen Kriegsschiffe haben den englischen Dampfer „Sheffield" weg genommen, der sechs türkische Offiziere, Waffen, Munition und Festungsmaterial an Bord hatte. Der Kapitän des Schiffes, der nachweisen konnte, daß er im guten Glauben gehandelt habe, wurde freigelassen, dagegen wurden die türkischen Offiziere an Land gebracht und die Ladung beschlagnahmt. Ein italienischer Dampfer gekapert? London, 3. Okt. Aus Konstantinopel wird telegraphiert, daß der italienische Dampfer „Erneste Ilardi" gekapert und seine Besatzung nach Kavan gebracht wurde. Rom, 3. Okt. „Corriere d'Italia" meldet aus Bart, der italienische Dampfer „M o l s e 11 a", der gestern nachmittag Pen Hafen Turazzo verließ, wurde plötzlich von fünf türkischen Torpedobooten umzingelt, die versuchten, den Dampser zu kapern. Es gelang „Molfetta", die alle Lichter auslöschte und Volldampf gab, zu entkommen. Die türkischen Torpedoboote setzten die Verfolgung eine Weile fort, mußten sie aber schließlich wegen zu hohen Seegangs aufgeben. Die türkische MinisterkrifiS. Konstantinopel, 3. Ott. Kiamit und' Hilrni Pascha sind zu einer Besprechung der Tripolisfrage zum Großwesir berufen worden. Kiamil hat der Einladung nicht Folge geleistet. In der Ministerkrise ist keine Entscheidung crsvlgt. Die Jungtürkcn verlangen die Wiederaufnahme DschavidS als Finanzminister. Ein Aufruhr der Zungtürken. Saloniki, 3. Okt. Das Zentralkomitee für Einheit und Fortschritt richtet einen Appell an die öffentliche Meinung, in dem cs gegen die Beraubung durch Italien, von der die Türkei bedroht werde, Verwahrung cinlcgr. Nicht die Türkei, fonbern Italien verletzte Menschenrechte und .Gesittung. Die Geschichte kenne kein ähnliches Beispiel. Tie Türkei könne mir Repressalien antworten, sie werde jedoch das Völkerrecht beobachten, die Waffen werde sic aber nicht niederlegcn, bevor nicht der Statusquo wieder hergesrellt sei. Tie türkische Nation fordere die öffentliche Meinung Europas auf, sie moralisch zu unterstützen. Tie Italiener in der Türkei. Saloniki, 3. Okt. (Wien. Korr.-Bur.) Obgleich die Regierung noch keinen Ausweisungsbefehl gegen die Italiener erlassen hat, reisen doch sehr viele von ihnen ins Ausland, da Gerüchte über bevorstehende Gewalttaten im Umläufe sind und auch öffentliche Drohungen des erregten Volkes laut werden. Viele im Dienste der orientalischen Eisenbahnen stehenden Italiener mußten auf Befehl der Regierung entlassen werden. Tie hier bestehenden italienischenSchulen sollen i n t ü r ki sch e u m g c w a n d e l t werden. • Die Vermittlungsversuche. Berlin, 4. Olt. Das „Berl. Tagcbl." meldet aus Konstantinopel: Die „Agenee Ottomane", die offizielle De peschcn-Agentur in Konstantinopel, glaubt, amtlich, wenn auch unter Reserve, mit teil en zu können, daß eine rasche Erledigung des Kriegszustandes bcvorstehe. Italien werde höchstwahrscheinlich ein Mandat zur Besetzung von Tri polis erhalten. Im Laufe dcS Dienstag liefen die noch fehlenden Antworten der Großmächte ein. Die Antwort Rußlands wurde durch den ersten Dragoman dcr Pforte überreicht, die Oesterreichs durch den heute zuruckgekehrten Botschafter, Markgrafen Pallavieini. Alle lauten einander sehr ähnlich und raten der Türkei zur raschen Einigung mit Italien. Die Lage ist somit dadurch gekennzeichnet, daß die Großmächte zumFri c- d e n raten. Die Antwort des deutschen Kaisers an den Sultan hat, so meldet der Konstantinopeler Korrc^ spondent des „Berl. Tagebl.", vorzüglichen Eindruck auf diesen gemacht. Man hatte den deutlichen Eindruck, daß der Sultan befreit ausatmete. Man rechnet anscheinend damit, daß Deutschlands Vermittlung, die jetzt auch durch England gefordert wird, $u einer Einigung führen werde. Besondere Bedeutung mißt man dem Besuch des englischen Botschafters beim Großwesir bei, der zwei Stunden währte. Es wird bcijaiiptet, er habe in sehr dringender Weise der Türkei geraten, sich mit dem Verlust von Tripolis abzufinden und sich auf der Basis der Souveränität über Tripolis so rasch als möglich mit Italien zu vertragen. Der Eindruck auf der Pforte war ein sehr deprimierender. Tie britische Neutralitätserklärung. London» 3. Okt. Im Hinblick auf den türkisch-italienischen Krieg veröffentlicht das „A m t s b l a 11" die britische Neutralitätserklärung und droht Strafen bei Verletzung des Neutralitätsges etzes durch englische .Staatsangehörige an. Griechenlands Haltung. Athen, 3. Okt. (Agenee d Athenes.) Die griechische Negierung wird in ihrer friedlichen Politik verharren, die sie seit der Bildung des Kabinetts VenizeloS verfolgt, wofern nicht Tatsachen beweisen, daß griechisches Gebiet bedroht oder Lebensintercfscn Griechenlands gefährdet sind durch das .Vorgehen Dritter. In diesem Falle ist Griechenland genötigt, Nöaßnahmen zu treffen, die durch seine Verpflichtung zum Schutze der bedrohten Interessen erforderlich sind. Eine militärische Vorbereitung Serbiens. Belgrad, 3. Okt. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Befehl des Königs, durch den die Reserveoffiziere zu einer einmonatigen Waffenübung im Oktober und November ein- berufen werden. An maßgebender Stelle wird erklärt, daß diese Maßnahme in feinem Zusammenhang mit den Kriegs- ereigniffen in der Türkei stehe. Natürlich wird jedermann das Gegenteil glauben. Vorkehrungen Rußlands? K o n st a n t i n o p e l, 3. L kt. Wie „Danin" erfährt, trifft Rußland an der türkischen Grenze militärische Vorsichtsmaßregeln. Demselben Blatte zufolge ist beschlossen worden, den Italienern gegenüber die Kapitulation nicht anzmvenden. Petersburg, 3. Okt. Auf eine Anfrage des Börsen-' komitees in Rostow a. Ton erwiderte das Handelsministerium, daß für Handelsschiffe neutraler Flagge keinerlei Schwierigkeiten bei der Durchsal)rt durch den Bosporus be-' ständen. Der russische Botschafter in Konstantinopel sei angewiesen worden, den russischen Handel und die russische Schissahrt zu unterstützen. Japans Neutralität. Tokio, 3. Oktober. Japan erklärte heute seine Neutralität im türkisch-italienischen Kriege. Finanzkreise befürchten, der Krieg könnte der Tokio-Tramwayanleihe in London schaden. * Der See» und Außenhandel Tripolitauieus wird mangels jeder anderen zuverlässigen Handelsstatistik wohl am besten durch den Schiffsverkehr charakterisiert. Nach einer Aufstellung unseres Kaiserlichen Konsulats gingen im Jahre 1910. in Tripolis an Dampfschiffen ein und aus: Zahl Reg.-Tons Italienische , , 203 mit 226089 Französische. e B « , . , , 52 „ 46 072 Britische * . , , , ( . 31 „ 42 471 Deutsche 19 „ 24156 Türkische . 6 ,, 6658 Augenfällig ist hierbei besonders der so außerordentlich überwiegende Schiffsverkehr Italiens und der minimale Anteil des türkischen Reiches. Ter Karawanenhandel, einst die wichtigste Einnahmequelle für Tripolitanien, hat einen Niedergang erfahren, von dem er sich nur schwer erholen dürfte. Nachdem schon seit langem zum Schaden von Tripolis das Aufblühen der südlich von der Sahara liegenden Länder eine Verminderung des nach Norden gehenden Handels berbeigesührt, ferner der Handel von Wadai her mehr und mehr sich nach dem Nil oder Niger gezogen hatte, sind in der letzten Zeit auch die wenigen noch bis Fes,an kommenden Karawanen meistens der durch sranzösi,che Militär- posten gesicherten Straße wegen nach Nordwesien, nach Tunis oder Algier abgeJentL Während jm Sabre 1894 von Tripolis ;t ■). wachsen und jich nicht schließen. Auch hallcit nicht c Kreis Büdingen. anbLLn » MÄWSSÄÄ Am DonnerStnq, 5. Oktober, öffentliche Gemeinde rats- ^^/idigung durch die Prcssc. Der Rcichstagsabgcordnete Dr. Ferd. Werner in Butzbach tzatte gegen den verantwortlichen Redaktenr Max Schröder vom Berlmer Tageblatt Privatklage erhoben, weil dieser ihn bei der letzten Reickstagswahl in einem ungemein scharfen Zeitungsartikel belcibtgt habe. Schröder war deswegen vom Schöffengericht in Butzbach zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. !>n der heutigen Bernfungsverhandlung war der Angeklagte per- son ich erschienen und erklärte sich bereit, für den Fall einer H. Büdingen, 4. Oft. Gestern abend fand eine" Gemeinderatssitzung statt. Anwesend war Bürgermeister Fendt, Beigeordneter Dotter, sämtliche Mitglieder des Gcmeinde- rats mit Ausnahme des Oekonomierat Andrä, als Vertreter des Fürsten Kanimerdirektor Müller; als Vertre'er des Kreisamts Regierungs-Assessor Schäfer; als Sachverständiger zum Beschluß verschiedener Bauarbciteu Kreisstraßenmcister Straub. Wegen der Rechtsverhältnisse bei der Stadtmauer hatte das Kreisamt die Anfertigung von Meßbriefen empfohlen, da auf den Mauern und Dämmen Private Baut'n errichtet Huben und die Eigentumsverhältnisse nicht ganz geklärt sind. Inzwischen hat jedoch bei Anlegung des neuen Grundbuchs die Eintragung samt- Sport ** Ter Rad-Klub „G e r m a n i a" Gießen hatte gelegentlich des Wettbewerb^ im Straßenfahren beim 28. Bnndes- feste des D. R. B. zu Frankstitt a. M. einen hervorragenoen Erfolg zu verzeichnen, indem seine Rennmannschaft (Herren Reich, Käb, Hartmann; Ester, Linker, Sebrt) in Gruppe 5 (100 bis 190 Kilometer) trotz vieler Risendeseke unter schärfster Konkurrenz den ersten Preis, bestehend in einem silbernen Pokal. nebst Bundesehrenurkunde und sechs silbeiucn Bundesmedaillen errang. Im geschlagenen Felde befanden sich 16 Vereine, darunter die besten Rennmannsckaften von Frankfurt, Heidelberg usw. Auch er-iKte der Klub bei diesem Nennen von allen Gri'vpen die höchste Kilomeierzahl in der erreichten Mehrleistung für die Stunde. nach dem Süden noch Waren im Werte von 12 Millionen Frauken gingen, bezifferten sie sich im , Jahre 1906 nur noch auf knapp l1/? Mill. Franken. Aehnliches gilt für die Einfuhr vom Süden mittels Karawanen. Für die letzte kommen wesentlich nur noch Häute in Bettacht, in geringem Maße Elfenbein und Sttaußenfcdern. Für das.Jahr 1909 wird von einem der besten Kenner des Landes die Bedeutung des Karawancn- vandcls für Tripolis auf weniger als 500 000 Franken geschäht. Trotzdem geschieht von türkischer Seite nichts, um die alte Karawanenstraße von Fessan nach Tripolis neu zu beleben. — Ebenso geschieht nichts, nm die äußerst günstigen klimatischen Verhältnisse von Tripolis ausnutzbar zu machen. Die Lage der Stadt Tripolis, die Konttaste zwischen Meer, Oase und Wüste in ihrer gleichbleibenden Ruhe und Harmonie dürsten wichtige Faktoren für die Behandlung vieler Formen körperlicher und geistiger Uebcr- ansttengung bilden. Der trotzdem bestehende auffallende Mangel jeglicher einigermaßen modernen Ansprüchen entsprechenden Hotels zu erklären. * Zum Verfolg des italienisch-türkischen Krieges bietet die soeben im Verlag der Gothaer Geographischen Anstalt von Justus Perthes erschienene große farbenprächtige Karte von Tri- volis und dem östlichen Mittelmeer willkommene Gelegenheit (Preis 1 Mar^kl. Der Verfasser ist Prof. Paul Langhans, dessen frühere Kriegskarten bekannt sind. Tie Hauptkarte zeigt das gesamte Operationsgebiet des östlichen Mittelmcers mit Angabe aller strategisch wichtigen Punkte und der wittschaftlichen Interessen der Italiener auf türkischem Boden, deren Bovkottierung die Vernichtung des italienischen Levantehandels einleiten würde. Eine Nebenkarte enthält eine genauere Darstellung des Vilajets Tripolis und der Kprenaika, eine andere die Befestigungen und die Oase der Stadt Tripolis. Eine Ansicht von Tripolis vom Meere aus vervollständigt das Kartenbild. = Lollar, 4. Okt. abends 8 Uhr, findet s i tz u n g statt. die Raupen beträchtlichen Schaden daran angerichtet. -r- Ober-Gleen, 3. Okt. Der 58jährige Landwirt Jacobi war während des Dreschens mit Getreideherab- werfen beschäftigt, als er von dem Gerüst in die Tenne stürzte und sich hierbei tödlich verletzte. Der Bedauernswerte hatte einen Schädclbruch und andere schwere Verletzungen, wie Bruch der Rü Z nmarkssäule erlitten, die den Tod auf der Stelle zur Folge hatten. d. Alsfeld, 3. Okt. Unsere neue Volksschule ist nunmehr im Rohbau fertiggestellt. O. K. Romrod, 3. Olt. Nach der H eintat einberufen wurden etwa 30 hier mit Herstellung von Eisenbahnschwellen beschäftigte italienische Arbeiter. Sie traten sofort die Heimreise an. Kreis Lauterbach. ~ Dirlamm en, 3. Okt. Die unter Leitung der Kulturinspektion Gießen in unserer Gemarkung vorgenommenen SchürfungsarbeiteU nach Quellwasser für die hiesige Wasserleitung haben ein ganz vorzügliches Ergebnis gehabt. Trotz der in diesem Jahre anhaltenden Dürre wurden an den geschürften Quellen täglich 76 Kubikmeter Wasser gemessen. Ta für die hiesige Gemeinde nur ein täglicher Wasserverbrauch von etwa 46 Kubikmeter in Betracht kommt, so dürfte die Wasserfrage auf lange Jahre gesichert sein. > Starkenburg und Rheinhessen. rm. Darmstadt,3. Okt. Der Streik der Transportarbeiter ist beendet worden, da die Arbeitnehmer die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder ausgenommen haben. Ter S;r;i ist nacb Mitteilung der Streikleitung nicht aufgehob-'n, sondern nur an fges ch ob en. d. Budenheim, 3. Okt. Heute nachmittag brach im Ma-» scymenhaüs der am Rhein gelegenen Oelfabrik der Firma Roder Großfeuer aus. Tie Transmissionswellen rissen wmtlicke Mauern ein. Tas Lager, das Tausende von Dovpel- zcntnern Oelbohncn enthielt, verbrannte vollständig und bildete! innerhalb der Mauern eine glühende Masse. Tie Fabrik lieferte täglich 15—20 Wagen fertiges Oel und man kann sich denken, welche Nahrung das Feuer sand. Die Feuerwehren von Budenheim, Mombach, Biebrich und Mainz waren bald an der Brandstelle. Von der Fabrik blieben nur die Umfassungsmauern stehen, die bedeutende Risse zeigen, so daß ihr Einsturz zu befürchten llt. -ter Schaden beträgt mehrere Hunderttausende von Mark, er ut durch Versicherung gedeckt. Tie Bureaus und einige kleine Schuppen wurden vour Brande verschont. Tie Feuerwehr konnte den Brand nur auf seinen Herd beschranken. Kreis Wetzlar. £ Mu der sb a ch, 3. Okt. Tie unnötige Angst vor einer jchlechten Ä artotielernte hat auch in unserer Gegend dazu gembrt, daß sich die Leute von der Schweinezucht zurückziehen, .ue ferkel sind infolgedessen sozusagen unverkäuflich oder müssen zu einem äußerst geringen Preis losgeschlagen ivcrden. Bisher wurden m unserm kleinen Dörfchen noch über 20 Zuchtsauen gehalten, die wohl größtenteils jetzt für die Hausschlachtung im Wmter bestimmt sind. Hessen-Nassau. )( Frankenberg, 3. Okt. Vergangene Nacht brannte die sog. Schief er müh le bei Röddenau (Bescher Wickenhöfer) ni"der. Das Feuer wird auf Selbst- entzünd"ng zurnckgefflh'-t. 3. Nord eck, 3. Okt. Unserem Bürgermeister überreichte beim Ausscheiden aus seinem Amte die Ge- rneindevertretnng für die großen Verdienste, die er während seiner 48 jährigen Tätigkeit Norbeck hat angedeihen lassen, eine prachtvolle Ehrenurkunde. Vom König von Preußen erhielt er den Kronenorden. w. Frankfurt a. M., 4. Okt. Der Bö rs enm aller F u r ch h e i m e r ist verschwunden. Seine zurückgelassenen Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 300 000 Mk. entfallen zum größten Teil auf Berlin und London. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 3. Oktober. Ins Arbeitshaus. Ter Taglöhn?'' <1?. I. vcrn L"s'nb*im ist vielfach "nrl-etf-riff und scheint eine weitgehende Abneigung gegen geregelte Tätia- keit zu besitzen. Erst im April l. I. ist er aus dem Arbeitshaus entlassen worden, in welchem er eine korrektionelle Nachhastchon achtzehn Monaten verbüßt hatte. Seitdem hat er sich arbeitslos umhergetrieben und ist am 13. Juli l. I. vom hie- igen Schöffengerichte, wegen Bettelns und Landstreicherei erneuI zu vier Wochen Hast verurteilt worden. Gleichzeitig ist auf Nebcrweisung au die Landespolizcibehörde erkannt worden. Das Berufungsgericht schenkte seiner Angabe, er habe als landwirt- 'chaftlicher Arbeiter in dieser ganzen Zeit keine Arbeit finden können, ebenfalls keinen Glauben und verwarf die Berufung. Es geht also wieder — ins Arbeitshaus. Gewerbsmäßiger Güter Han del. In Hessen sind Personen, die den Handel mit ländlichen Grundstücken gewerbsmäßig betteiben, verpflichtet, von je^em Ankauf und Verkauf das zuständige Krcisamt vorher in Kenntnis zu jcfecn. So wollte der Güterhändler H. H. von Lauterbach ner|S. neun oder uMf 341 re überlasset würde. — Um zu vermeiden, daß aller möglicher Unrat in Ecken, an Zäune und Feldwege hingeworfen, wird beschlossen, > aß monatlich einmal derartige Abfälle und Schutt auf Kosten der Stadt abgefahren werden. — Tie B a h u l; o f st r a ß e soll im roptmcn^cn Jahre mit Klei n bsla jt e r neu hergestellt werden, ^.ic .Holten, die sich auf etwa 15 000 Mark beziffern, werden zu K i(3 von der Provinz, dein Kreis und der Stadt Büdingen gc- tragen, auf die gleich? W'ise werden die Unterhaltungskosten verteilt., iie Kosten für Herstellung von Gossenpftaster, Kanal, Wanerlettung und Fußsteiae müsjen von der Siadc allein über- uonrmen werden. Ter Gemeinderat ist mit der Uebernahme '-leier Stötten einverstanden und beschließt demgemäß. Ter Unter« lelpner teilt mit, daß es ihm wegen Mangel her nötigen Pflaster- teme unmöglich sei, die Vorstadt mit dem vorgesehenen großen Normalpflaster in diesem Jahre auszusühren. Da von verschiedenen Seiten gewünscht wurde, man möge die Vorstadt anschließend an ne Bahnhofstraße mit Kleinpflaster versehen, wird beschlossen, nachdem der, Sachverständige die Haltbarkeit und D au erh affig Feit nner derartigen Umvjlasterung versichert hatte, die Straße mit Klernpflaster herzustellen. Die Arbeit muß bis zum 15. Nov. o. I. beendet sein, andernfalls ff'ir den Unternehmer Konventionalstrafe einmtt. — Nach Feststellung der Baufluchtlinie in Wilden- stcmweg nnd^nock verschiedene Geiändestrcifen von der Stadt anzukaufen. Die Saufv-,,''fr'^e errichtet werden Kreis Alsfeld. O Flensungen, 3. Olt. Tie .Kartoffelernte ist hier soweit beendet, eie ist besser ausgefallen als man erwartete; auch sind die Knollen größtenteils sehr gut entwickelt und mehl- rcich Ern Landwirt zeigte mehrere sehr stark entwickelte Kar- toffellnollen,, wovon die schwerste 2y2 Pfund wog. Dagegen ist das Gemüie, Strout und Wirsing, dürftig ausgefallen ~ ' Sterbegeld oder eine Angehörigenrente gewährt, weil die Verletzung den Tod zur Folge gehabt hatte. Von dem Recht der Uebernahme einer Krankenhaiisbeßandlung wurde in 27 Fällen Gebrauch gemacht und diese Unfallverletzten einem Krankenhanse oder einer für die Nachbehandlung eingerichteten Privatanffalt überwiesen. *• Die Obsternte in der Gemarkung Gießen Betrügt: Tafeläpfel 125 Doppelztr., Wirtschaftsäpfel 10, Tafelbirnen 150, Dirtschastsbirnen 60, Zwetschen und Pflaumen 100 sowie Wallnüsse 1 Doppelztr.; in der Gemarkung Schiffenberg: Tafeläpfel 50, Wirtschaftsäpfel 5, Tafelbirnen, Wirtschaftsbirnen 3, Zwetschen und Pflaumen 20 sowie Walluüsse 1 Doppelzentner. Der Durchschnittspreis für den Doppelzentner beträgt für Tafeläpfel 20 Mk., Wirtschaftsäpfel 15 Mk., Tafelbirnen 20 Mk., Wirtschafts- birnen 10 Mk., Zwetschen und Pflaumen 14 Mk. sowie für Wallnüsse 15 Mk. •• Aus dem Bureau beS Stadttheaters. Es sei darauf hingewiesen, daß Sudermanns Schauspiel „Es lebe da? Leben", da§ am kommenden Sonntag abend bei kleinen Preisen zur Aufführung gelangt, im Abonnement bestimmt nicht gegeben wird. Die weibliche Hauptrolle wird von Frau Baumeister gegeben. — Am Sonntag nachmittag soll „CharleyS Tunte* Herrn Großer, dem neuen jugendlichen Komiker Gelegenheit geben, sich in einer dankbaren Partie einzuführen. ** Dcr evangelische Männer -und Jünglings- verein „W a r t b u r g" hier feierte am Sonntag sein Jahres- fcst. Arn Mcnd zuvor fand fine Versammlung in engerem Kreise statt, auf der der Vorsitzende Pfarrer S ch w a b c den Jahresbericht erstattete. Darnach zählt der Verein jetzt rund 80 Mitglieder. Erfreulich ist es, daß die Sache der Jugendfürsorge im letzten Jahr mehr in die Ocffentlichkeit gedrungen ist: eine Anzahl von Damen und Herren haben sich zu einem „Beirat" zusammengeschlossen, um für die Sache zu werben und mitzuarbeiten. Tie eigentliche Festfeier am Sonntag begann damit, daß der Verein den Hauptgottesdienft in der Stadtkirche besuchte, wo in der Predigt seiner gedockt wurde. ?lm Nachmittag fanden in geräumigem Saal in Garben heim Vorführungen und Tarbicttingen aller Art statt. Pfarrer Schwabe und Pfarr- affiftent Schorle mmer hielten Ansprachen, im Namen der Gaste und des Beirates sprachen Lehrer Fritzel und Fabrikant Horst. Besonderen Beifall fand die Aufführung von bbei kleinen Stücken durch Mitglieder, von denen eines humoristischer Art war, während die beiden anderen uns in die Zeit Luthers versetzten. _ Die jungen Leute entledigten sich ihrer Ausgabe mit gutem Geschick. Ebenso muß der Streichchor rühmlich erwähnt werden, der die gemeinsamen Lieder begleitete und eigene Dor- ßiZungen bot. Um y?9 Nhr wurde der Rückweg nach Wetzlar unter Lampionbeleuchtung angetreten; von dort erfolgte die Heimreise. ** Tie 2000. Gallenblasenoperation wurde heute vormittag in der diesigen chirurgischen Klinik aus- gefüßrt, seit Professor Tr. Popper t die Leitung der Klinik hat. . Das ist die größte Zahl derartiger Operationen, die jemals in einer K inik in Europa im gleichen Zeitraum ausgeführt worden ist. Landkreis Gießen. 4rt. Birklar, 3. Okt. Eine hiesige berfrirntete Frau hatte erfahren, . daß von den G'ldern, die für ein Kreuz auf die katholische Kirche in Bad-Nauheirn gestiftet worden waren, ein Betrag übrig geblieben war. Deshalb schrieb sie an den katholischen Geistlichen in Bad-Nauheim, sie sei eine bedürftige katholische Frau und er möge ihr einen Teil des übriggebliebenen Geldes zuschickcn, dann sei ihr aus der Not geholfen. Ter Pfarrer sandte denn auch 27 Mark an den evangelischen Geistlichen in Birklar mit der Bitte, ihn der Fran zu übermitteln. Dieser kannte ober keine Frau dieser Konfession in seinem Orte und wandte sich an den Bürgermeister um Auskunft. Es stellte^ sich heraus, daß die Frau gar nicht katholisch, sondern evangelisch ist, eine jährliche Rente empfängt und einer derartigen Unterstützung nicht bedürftig ist. Der Betrag wurde zurückgesandt, um in besserer Weise Verwendung zu finden. Der Schwindel soll übrigens von der Frau schon früher anderwärts mit Erfolg angewandt worden fein. Die monarchistische Erhebung in Portugal. SantiagodeCompostela (Proo. Coruna), 3. Okt. Wie „El Eco da Santiago" meldet, ist Kapitän Paiva Conceiro, das Haupt der monarchistischen Verschwörer, am 1. Oktober morgens 2 Uhr mit 4000 Bewaffneten, mehreren Geschützen und Mitrailleusen sowie mit 120 Mauleseln in Portugal eingefallen. Eine gleichzeiüge Meldung aus Lissabon lautet: Dem Vernehmen nach versuchte eine Kolonne Royalisten die ^Grenze in der Richtung auf Chaves (Provinz Trazosmontes) zu überschreiten, wurde aber zurückaedrängt. Ein Zollbeamter wurde getötet. Man versuchte, die Brücke bei Entroeamicnto in die Luft zu sprengen. Die Bevölkerung von Santo Tirso erhob sich uno pflanzte royalistische Fahnen auf. jpolittsche Tagesschau. . , Tas Arbeitskammergeseh, vas im Reichstage wegen verschiedener Meinungsverschiedenheiten seit Monaten nicht mehr beraten wird, wird auch in der Nachsession nicht mehr verabschiedet werden. Die Regierung legt auf die Verabschiedung in der Fassung der zweiten Lesung keinen Wert und wird den Entwurf wohl auch später nicht wieder einbringen. Vielleicht wird versucht werden, den Gedanken später weiter zu fassen und neben Arbeitskammern auch Kaufmannskammern und besondere Vertretungen für Staatsarbeiter zu empfehlen. Reservisten und Staatsarbeiterverhältnis. In den letzten Jahren hatten die zur Reserve entlassenen Mannschaften- die früher als Staatsarbeiter beschäftigt waren, Klage geführt, daß sie nach ihrer Entlassung fast nie wieder eingestellt werden. Um diesen Wünschen entgegenzukommen, ist verfügt worden, daß solche Arbeiter wieder einzustellen sind, die früher länger als ein Jahr befchäfttgt waren und Anträge auf Wiedereinstellung wenigstens vier Monate vor der Entlassung vom Militär geftefit haben. Bei der Eisenbahnverwaltung dürften alle früher beschäftigten Arbeiterreservisten wieder zur Einstellung in diesem Jahre gelangen,, wenn zum Teil auch in provisorischen Stellungen und anderen Orten als bisher. Aus Stabt und Land. Gießen, 4. Oktober 1911. Tägeskakender für Mittwoch, 4. Oktober. Stadt- rheater: „Die Geschwister" und „Die Neuvermählten". Einfang 7 Uhr. e Vrd'ensangtzlegenheit en. Der Groß- h er zog hat dem Landbriefträger Ludw. Haas in Steinbach (Kr. Gießen) das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" und dem Kanzlisten bei der Hauptstaatskasse Ludw. Engel zu Darmstadt aus Anlaß der Vollendung einer 50 jährigen Dienstzeit die Krone zum Silbernen .Kreuz desVerdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Der König von Preußen hat dem Hofmarschall des Großherzags Kammerhcrrn Major a. D. Frhrn. v. U ng ern-Ster n v erg den Roten Adlerorden 2. Kl., dem Hessischen Hofsekretär beim Hofmarstallamt Friedr. Engel den Roten Adlerorden 4. Kl., dem diensttuenden Kammerherrn der Großherzogin Dr. Frhrn. von Leonhardi den Kronenordnen 2. Kl., dem Obergarteninspektor Ludw. Dittmann zu Darmstadt den Kronenorden 4. .Klasse verliehen. ** Oberrechnungskamm er. Der Großberzog hat den Oberrechnungsrevisor Reckmungsrat W-lh. Kren der zu Darmstadt zum Mrigenten der II. Justifikatur-Abteilung der Oberrechnungskammer ernannt. ** Von der Landesversicherungsanstalt Groß h. Hessen. Die für das Jahr 1910 eingcgangcncn Jnvalidenversicherungsbeiträge sind in allen Teilen Hessens fast durchweg hinter den Beitragseinnabmen von 1909 zurückgeblieben. Durch eine Umfrage bei über 100 Beitrags- l'et'cstcllen wurde um Aufklärung über die Gründe dieser Erscheinungen ersucht. Nach den Antworten, die ans den drei Provinzen eingegangen sind, ist der Beitragsrückgang in den meisten Fällen durch schlechten Geschäftsgang und dadurch veranlaßte Betriebseinschränknng oder Äetriebseinstellung verursacht. Von dem schlechten Geschäftsgang wurde besonders das gesamte Baugewerbe, ferner die Stein-, die Zigarren- und die Zündholzindustrie betroffen. Auch in der Eisen^ und in der BergwerkSindnstrie rabcu Betriebseinschränkungen stattgcsunden, desgleichen batte die schlechte Weinernte von 1910 an einzelnen Orten eine Verminderung der Jnvati^enversichernngsbKt''äg^ im <‘cfolgo. Bei einer Reihe von Fällen erklärt sich der Bei- iragsrückgang auch durch Beendigung vorübergehender Ar- l ciren, wie Fertigstellung von Bahn-, Straßen-, Kanal- nnd Wasserlcitungsbauten, sowie von Feldbereinignngs- . rbeiten. In der Hauptsache aber ergaben die Ermitte- hingen, daß das Jahr 1910 im gewerblichen Leben keine Befferung, sondern eher eine Verschlechterung gebracht hat. ** Unfallftatiftif. Bei der land- und forfimirt« schaftlichen Bernfsgenossenschast für Hessen in Darmstadt sind int 3. Vierteljahr des laufenden Ial.res 912 Unfallanzeigen eingegangen. In 510 Fällen wurde erstmalig eine Entschädigung festgesetzt, darunter in 23 Fällen das gesetzliche Der Razzia unter bei ritten bewaffnet Häfen der Inseln und in Süditalien chiffungen in den Truppen Gefahr lausen TT rro «MKO/v-vy. machen. H. Scblindt & Cie. FL« 0. dvm f l905 ¥-5- benagte jniltag. könnten, feindlichen irgangene Acht ei Röddenau sRc- toirb auf Selbst- und wieder ein jtaHtof IDackrtum! unlicht GÖZ25] 1 Rfennig j trümmerte bann die Türen, drang in die Zelle be3 Alten und 1 idileppte den vom 'Munbheber befallenen (Äe'aih enen zu dem qtoycn I Wafferreservoir. Vergebens flehte der Gefangene um Gnade ein Strick wurde um leinen Hals geworfen, em paar Minuten spate ‘itßcrmeifter 'llmte die , die et toafyttnb Wn, VM Preußen das Gericht die Verhandlung aus nächsten Dienstag nach Maße, Gewichte und Dagen in landwirtschaftlichen Betrieben. dsehen können, tvo die Der Vorstand : Frau Professor H 0 hlbaum. Zörsenmaklet Seine zurückge- etwa 300000 SRI und London. Amtlicher wetlerdcricht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. WetlerauSstebten m Venen am Donnerstag, hcn 5. Cftober 1911 trüb und regnerisch, später Nachlaßen der Niederschläge unbleichte ufheiterunq, etwas milder. ? vor einer lex« Gegend dazu ;'W zurückziehen, mslich oder müssen werden. Bisher bn 20 Zuchtsauen Hausschlachtung im Slreitkräfie, die victl.-ichl der regen Uebermachung unserer Flotte titgaitgcn sind, beunruhigt zu werden. Aus dein Einschifsungs^ .'Ian ergeben sich auch die Operationen unserer Kriegs« ch i f s e im Adriatischen Meer, das von feindlichen Schiffen ireigehalten werden muß, damit unsere Lransvorrschifse im geeigneten Augenblick die Ueberfahrt ruhig bewerkstelligen können. Obgeich die Arbeiten zur Jnüandsevung ?cr Dampfer so viel wie möglich beschleunigt werden, ist es .ioch nicht möglich, den Zeitpunkt anzugeben, zu welchem die ' cansporte die Einschiffungshasen verlassen oder aus hoher See ich vereinigen können. Die wenige Tage des Abwartens wer- ut aber nicht verlorene Tage sein, denn sic sind unerläßlich für )ic Flotte, um durch Operationen gegen die feindlichen Seestreit- .'cästc eine ruhige Ueberfahrt der umfangreichen Transporte sicher ,u stellen. Konstantinopel, 4. Okt. Bor dem Hasen von Prei -i c f a erschienen gestern auf kurze Zeit türkische Kriegs« schisse, die anscheinend eine Kundgebung beabsichtigten. P a r i s , 4. Okt. Ter Matin hat Nachrichten aus B u k a r e st, Belgrad, Sofia und Athcn erhalten, nach denen die bc» ressenden Länder ruhig sind und nicht beabsichli^dn, die durch den türkisch-italienischen Krieg geschaffene Lage auszunutzen. Toulon, 4. Okt. Bei der Panik, die gestern bei der Beerdigung der Opfer des Unfalles der Liberte entstand, wurden 230 Personen verletzt. Handel. Tie Zucker fabrikanten Böhmens beschlossen, mit Rücksicht auf die hohen Rohzuckerpreise den Rübenproduzcnten freiwillig 20 Heller per Meterzentner auf die vereinbarten Rübenpreise auszuzahlen. Sturmflut unö Seenot. Brüssel, 3. Okt. An der belgischen Küste wurden sechs Lcichen angeschwemmt. Es laufen immer neue Meldungen von Schiffbrüchen ein, bei denen zahlreiche Fischer getötet und verletzt wurden. Amsterdam, 3. Okt. Meldungen, die infolge der Unter - brechung der Verbindungen mit einem Teile der Provinz Zeeland erst verspätet eintrafen, besagen, daß von 130 Booten der Muschel sifcherslotte des Dorfes Bruiniöre während des Sturmes am Sonntag 120 verloren gingen oder stark beschädigt wurden. Tie Königin begibt sich heute nach y ruiniere. Auf den Flüssen zwischen Tordrecht uitb der Nordsee sind 4 5 Boote gesunken. Tie Mehrzahl der Mannschaften ist ertrunken. Bei Sternbergen sollen 2 8 Leichen angetrie- ben worden sein. Hamburg, 3. Okt. Ter Kapitän des hier eingetroffenen Kämpfers „Ferdinand" berichtet, ein unbekannter Segler, der Notsignale zeigte, ist in der Nacht zum Montag Li schwerem Sturm in der Nähe von Fehmarn mit der B e- sgtzu ng gesunken. urch das plötzliche Erscheinen irgendwelcher Genau wie diele Palme gewadilen ilt, ift der Konfum in Palmin (Pflanzenfett) und Palmona (Pflanzen» Butter-Margarine) in den letzten fieben Jahren gediegen. viele Tatsache ift der beste Beweis dafür, daß untere Produkte einem wirklichen Bedürfnis entsprechen. Es wird bald keinen deutschen Haushalt mehr geben, in dem Palmin und Palmona nicht zu finden find. N Jemand sollte daher versäumen, einen Versuch damit zu pendelte der zuckende Röroer über dem Wasser und wurde voi Nevolverkugeln durchlöchert. Tann begann eine ..... Gießen batte beim 28. Bundes' o berDorragenom ■(fiffff Herren », Klippe 5 (100 bis unter schärfst« ebend in * inbe und W geschlagenen W Rennmannschasten )CT Aub bei diesem ometerzahl tn der in der Stadt lebenden Negern, die aevoiiiiaen wurden, au’ de Stelle die Gegend zu veilafien; und bald Des Himmels reichster Segen quillt W^^sden Menschen aus den Heilauellen der Erde, und der Mensch W^AHHat es verstanden, die Heilträfle der Cuellen so zu verwerten, W daß sie jederzeit und weitab von den Quellen gebraucht werden können. Fays ächte Sodener Mineral Pastillen find ihren wirksamen Bestandteilen nach aus den berühmten Sodener Heil- guellen gewonnen, und wie die Quellen selbst sind auch sie ein ideales Hilfsmittel bei der Bekämpfung aller katarrhalischen Affektionen. Man kauft sie für 85 Pfennig die Schachtel in ollen einschläg. Geschäften. es"/,. Letzte nncbrtcbkth Ter italienisch türkische Krieg. Rom, 3. Oktober. Tie Agencia Stefani melbetS Tie Borbereitungen für die Zusammenstellung des E»' e d i t i o n s k o r p S schreiten in normaler Weise vorwärts. Zn Den verschiedenen Einschiffungshäfen wird eifrig an der Instand- cpung der für den Truppentransport beiiimrnten Schiffe gc" rbeitet. In Anbetracht der verschiedenen Standorte der cm» einen Truvveneinheiten, aus denen das Expeditionskorps zu- ammengeftelU werden soll, entschloß man sich, die Einschiffung ?cr Einheiten in den nächstgelegeneu Hajen in der Weise vor- zunehmen, daß die Einschiffungen nicht nur in den größeren, oudern auch in den kleineren Häfen der Oslküste und Westküste vorgenommen werden. So wird matt von Ein- TZ ZS ?;lnbc nur ein L'neter in m' ^nge 'N. ^rans- ,7 di- Arbeit- lyn lieber aus. Streit, /geschyben SM im Ma- 7°e von Tnovel- Ä und bildete *e 8abnk lieferte 1 ,fann süß denken, 'ehren Don 9uben- nld an der Vrand- lltgsmauern steten, ^urz zu befürchten ulende von Mark, 1 und einige kleine Feuerwehr konnte f. en, 3. Oktober- vielst SÄ'; y t f % voin Dir füll '■ 'nnb^etS ift aul !°"f ** Jnbwirt- b?6c ffit i*5 Ä* ®"*S' ___Gutsvachter R. B. von Obbornhofen war nach voraus gegangenem Strafbescheid vom Schöffengericht in Hungen zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden, weil er eine Emtewage — Eie nebenbei bemerkt aber richtig war — erst nach illblaus einer ihm gesetzten Frist hatte nacheichen lassen. Auf eingelegte Berufung wurde der Angeklagte heute freiges-rochen, da landwirtschaftliche Betriebe nicht als Gewerbebetriebe im Sinne des | 369 Ziff. 2 StGB, anzusehen sind, mithin Maße, Gewichte und Wagen m ihnen nicht glicht zu fein brauchen. 6 u «it «d-l ® itW 6; M •'’ n $e t seiner Söhne lagen tot daneben. Tie Frau aber und de dritte Sohn waren venchwundeu. Alan überführte den befangenen mr Untersuchungsgefängnis. Am nachften 'JJlorgen verjammelte sich eine wütende Bollsmasie vor der Anstalt, forderte Einlaß, zer- kvllllg. Gejmtgmei^e-FrNl'Werttll. Zu einem Vortras, den Fräulein Raaflanb aus Bern Montag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, im Saale der Johannes- lirche halten wird, laden wir unsere Mitglieder, die Mitglieder der Missionsvereine, sowie sämtliche Frauen der Gemeinde ein. ♦ Neugierig. Reisender (zu einem anderen, der soeben aus einem Geschäft hinauserpediert wurde): „Sie entschuldigen, Herr Kollege, in welchem Artikel sind Sie hinausgeworfen worden?" * Kathederblüte „. . . Cäsar wäre gewiß mit leich tcrem Herzen über den Rubikon gegangen, wenn er vorher meint Rechtsrtigung dieses Schrittes hätte lesen können!" Kleine Tageschronik. Ter Privatdozent für physikalische Chemie an her berliner Technischen Hochschule, Tr. Stefan Jahn, ist im 35. Lebensjahre g c ft o r b e n. In M agdeburg wurde der Oberlehrer Jsmer vom Realgymnasium in seiner Wohnung von einem Obertertianer der Anstalt durch R e v o l v e r s ch^ü s s e schwer verletzt. Der Täter machte hierauf einen Selbstmordversuch, verletzte sich aber nur leicht. Er wurde verhaftet und vorläufig nach dein Krankenhaus gebracht. Der Schüler fühlte sich durch das Zeugnis des Lehrers benachteiligt. Die Firma van der Zypen & Charlier MG. m. b. H., in Köln stiftete aus Anlaß der Fertigstellung des hunderttausendsten Wagens für Beamten- und Arbeiter-Wohlfahrts- zwcckc 500 000 Mark. Max Charlier stiftete außerdem 150 000 Mark für eine Volksbibliothek, eine Anzahl Arbeüer mit längerer Dienstzeit erhielten außerdem Zuwendungen. Beim Bühnenaufbau zur Abendvorstellung im Deutschen Theater in Berlin standen zwei Arbeiter auf den fünf Meter hohen Setzstück. Plötzlich rutschte das Gestell auf der einen Seite ab und beide Arbeiter st ü r z t e n zu Boden. Beide erlitten Knochenbrüche. Ter langjährige Notar Kreis zu Honnef wurde wegen großer Unterschlagungen verhaftet. Die Witwe des Schriftstellers Serge v. S ch e w i t s ch, Helene geborene v. (Hönniges, um die Lassale im Ziveikarnps fiel, ist ihrem vor wenigen Tagen verstorbenen Gatten in den Tod gefolgt. Sie vergiftete sich mit einem Schlafmittel und starb im Krankenhaus in München. Es heißt jetzt, daß Sche- witsch ebenfalls freiwillig aus dem Leben geschieden sei. Materielle Not soll die Ursache sein. In Paris' herrschk feit einigen Tagen schwere Milchnot. Von 10 Uhr morgens sind alle vorhandenen Vorräte ausverkauft. Erst in den späteren Tagesstunden kann man sich zur Not wieder einen Tropfen Milch verschaffen. Tie Milckchändler versichern, daß es in den nächsten Tagen noch schlimmer werden wird. In der Kirche zu St. Säv^rin in P a r i s entstand, wahrscheinlich durch Kerzen, die um eine Leiche herumgestellt waren, ein Brand, der bereits bedenkliche Ausdehnung angenommen hatte, als es endlich gelang, ihn zu löschen. Ein großer Teil des Kircheninventars, darunter kostbare Heiligenbilder, Glasfenster und Relchuienschränke, sind vernichtet worden. In der Nahe von Grenoble erschoß sich auf einem Spazierritt der 19jährige Sohn des Grafen d'Agoult. Der Vater des jungen Mannes ist ein Nesse der durch ihre Freundschaft mit Franz Liszt berühmt gewordenen Gräfin d'Agoult. Der junge Graf soll Selbstmord in einem Anfalle von Schwermut verübt haben. In Oranienburg wurde der 36jährige Buchhalter Hogenitz von der Brauerei Gebrüder Tromba roegen Unterschlagungen festgenommen. Bisher wurden über 4000 Mark festgestellt. Tie Schwiegermutter des Verhafteten beging Selbst- mord, indem sie sich die Kehle durchschnitt. tont -"L-'x Die Affäre der Grasen ®:sbert Wolff Metternich vor Gericht. ~ Berlin, 3. Oktober. Unter großem Andranae des Publikums, das sich teilro.i e aus den besten Gesellschaftskreisen zusammenietzie, begann heute unter bem Vorsitze des Landgerichtsdirektor C r ü g e r die Verhandlung gegen den 25 Jahre alten Grasen Giesbert Wolff- Metternich wegen Urkundenfälschung und der Hochstapelei, lütc gestern schon näher ausgeführt wurde. Der AngeNagte wird von den Rechtsanwälten Alsberg und Dr. Jasfs üerteibigl. Von den geladenen Zeugen ist Maximilian Harden nicht erschienen. Er hat sich, ebenso wie Frau Wertheim und deren Tochter Dolly Landsberger, wegen .ikrankheit entschuldigen lassen. Dagegen befindet sich unter den Zeugen die junge Fran des Angeklagten, die dieser kurz vor seiner Auslieferung nach Teutschland in Wien geheiratet hat, die Schauspielerin Claire Walentin. Von den weiteren Zeugen sind für heute geladen ehemalige Bekannte des Angeklagten, Offiziere und solche Personen, die er mit seinen Finanzoperationen geschädigt Haden soll. Die Anklage vertritt Staatsanwaltschaftsrat Porzelt. Sofort nach Eröffnung der Verbandlungen stellen die Verteidiger den Äntraa, daß der Vor- scheirde und ein Richter wegen Besorgnis der B e f a ix g c n b e i«. aus dem Gerichtshöfe ausfcheiden sollen. R.-A. I a f s £ behauptet, daß der Vorsitzende durch eine an ihn ergangene Anweisung des Justiz Ministers beeinflußt worden sei. Nachdem auch 81 A. Alsberg den Ablehnungsantrag begründet hatte, erbat sich der Angeklagte das Wort, um seinerseits nicht nur den Vor sitzenden und einen Richter, fonbern den gesamten Gerichtshof i us Besorgnis der Befangenheit abzulehnen. Im Laufe seiner .'l.isführungen kommt es verschiedentlich zu Zusammenstößen zwischen ihm und dem Staatsanwalt. Die abgelehnten Richter, oti ihrer Spitze der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Crüger, erklären in längeren Ausführungen, daß sie nicht befangen seien, woraus sie der Gerichtshof als nicht befangen erklärt. Der alte f-k'richlshof tritt also wieder in Tätigkeit und es wird mit der lZrrnehmung des Angeklagte^ begonnen. Daraus geht hervor, daß rr schon als Gymnasiast Schulden machte und zeitweise auch ill einer Irrenanstalt war. Das Heiratsprojekt mit der Frau ORly Landsberger sei sehr ernsthaft gewesen; er habe sie oft jint ihrer Einwilligung geküßt. Seine Schulden hätten übrigens rm geringen Umfang gehabt. In der Zeugenvernehmung be- f. in bet eine Krankenschwester, daß das Verhältnis zwischen Frau Wertheim und deren Tochter Dolly nicht immer das beste gewesen sei. Gerichtssaal. Aachen, 3. Oktober. (Unschuldig im Gefängnis.) Der Domschweizer Nierbeck in Aachen, der wegen eines angeblichen Uebers'alls auf ein Mädchen eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren drei Monaten verbüßt hatte, wurde vom Schwurgericht im Wiederaufnahmeverfahren frei pesvro cf) u n. Tas Mädchen legte von Gewissensbissen gequält ein Geständnis ab, daß Nierbeck unschuldig sei. Ein unbetannter Mann, mit dem es vor die Stadt gegangen war, sei der Schuldige. Aus Furcht vor ihrem ftrengen Vater habe sie die Wahrheit i icht sagen wollen. Tmpi's von weißen Nlännern au§ der Stadt, nm auch int iveilerei llmheüe die schwarze Bevölkerung ans ihren Wohnstätten zu vet treiben. kf. Ter erste Marsbewohner auf der Erde. Im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten halte man den ersten Be wohner jenes Planeten entdeckt, der seit jeher die Vlufmerli'ani feit von Gelehrten und Laien auf sich gezogen hat. Nicht le benhig, aber doch unter so eigenartigen Umständen, daß die Oesfentlichkeit bei der Nachricht von dem Funde in äußerste Aufregung geriet! Im Staate Arrapahys bohrte ein Mann namens Paxton nach Pettoleum und stieß auf einen Meteor- ft ein von ungewöhnlicher Größe, der sich tief in die Erde ein- gewühlt hatte. Ein Geologe wurde bemüht, der sich entschloß nähere Untersuchungen anzustellen, und, als man einen genügend großen Gang ausgehöhlt hat.e, mit Herrn Paxton in die Tiefe des Blockes eindrang. Bleich und zitternd kamen beide zurück 2abrinnen ruhte zu ihrem Entsetz?n ein Menschlein von kaum 4 Fuß Größe. Ter Kopf war gut erhalten und einbalfamieri an Stelle der Nase aber trug er einen Rüssel. Tas Seltsamste war, das; man bei dem toten Fremdling ein Geldstück fand auf dem die Planeten, wie sie die Sonne umkreisen, dargestel'.i waren. Mächtiger und größer aber als alle anderen war bc Mars. Konnte es zweifelhaft sein, daß die jätfclhafte Mumi geradezu von jenem Plan, len herunter auf unsere Erde yekom men war? Man war sich vollkommen darüber klar. Bis fic' eines Tages der Anstifter des — Scherzes bekannte. * Die Vakunm-Flohhatz. „In ein Faß voll Tabak, lauge tuntt man ihn mit Haut und Haar, ob er gleich fick heftig straube und durchaus dagegen war" — mit diesen Worte, schildert.Meister Busch die klassische Art, einen Hund von ta delnswerten Bewohnern zu säubern. Aber diese Art ist veraltet seit ein Mitarbeiter des „Michigan Tradesman" vorgeschlagcr hat, den Pakuumstaubsauger, mit dem man neuerdings aus bei Wohnungen ben Staub entfernt, in den Dienst ber Floh Hatz bc Hunden zu stellen. Tas ernsthafte „Journal des Dsbats" bc richtet, daß ein Ingenieur in Chicago diesen Vorschlag aus gegriffen und in die Tat umgesetzt habe. Dieser Ingenieur ha seinen eigenen Hund in einen Kasten gesperrt und bann der Vakuumsauger angeschraubt. Tie Wirkung soll verblüffend ge wesen fein: die Flöhe und ihre hoffnungsvolle Nachkommenschaft, will sagen, ihre Eier, flogen prasselnd samt allem Staub und allem andern, was das Fell eines Hundes verunreinigt, in den Vakuumsauger, und in nie geahnter Reinheit .erstrahlte der Hund, nachdem die Vakuumflohhatz ausgeführt worden war. kf. .Wäsche blütenweiss Weltberühmt! ildebrantT Kakao Schokolade Besonders empfehlenswert: Deutsche, Milch-, bittere Schokolade. Staatsmedaille in Gold 1896! EE3 $8 Ms Mas (Frische Fischei Donnerstag früh eintreffend: im v Nordsee-Kabtiau im Ausschnitt Der Vorsitzende. D 3- » Lehr - Institu t für Schnitt zeichnen u. Kleider machen. Beginn der Vor- n. Nachmittagsstunden wieder im Oktober. 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Um Paris zu [eben Großes, äußerst spannendes Drama. Länge 480 m. Kittle ßans iß zu klein Eine Pariser Humoreske. Das übrige Programm reiht sich diesen Schlagern würdig an. gW M- 2.20 Mk. 2.20 „ 2.— , 80 Pfg. Von Sonntag, dem 1. Oktober ab wieder täglich KONZERT des beliebten Solisten-Orchesters „H. Sandory“ unter Leitung des Violinvirtuosen Jean Cornell. Erbsen, grüne, ungeschält Linse«, große „ extra große Bohnen, weiß, groß ^Anfang 8 Uhr. Neue Hülsenfrüchte Viktoria-Erbsen, ungeschält Pfd. 20 Pfg. „ geschält Pfd. 22 u. 25 v W