^°ckstr Zweites Blatt 161. Jahrgang Nr. 240 Erfcheim tSqlicb mit Ausnahme deS Sonntag». II 08t Donnerstag, 12. GNoder 1911 Rotanousdruck und Verlag der Brübl'schen UnivcrsilätS - Buch- und 6teinbrudereL R. Lange, Gießen. Revolution in der chinesischen Provinz hupeh. In China sind wieder ernste Unruhen ausgebrochen. Die Revolutionäre haben die Stabt Wuchang eingenommen, und der dortige Vizekönig, dessen Palast zerstört wurde, ist entflohen. Selbstverständlich find die Fremden und Europäer, obwohl ihnen von den Aufrührern Schonung versprochen worden ist, auss Höchste beunruhigt. Man wird wohl bald davon hören, day Kriegsschiffe nach dem Schauplatz der Unruhen entsandt werden. Wuchang liegt gegenüber der Stadt Hankau, nahe dem Ufer des Jangtse- kiang, in der Provinz Hupeh: da dieser bis in diese Gegend für S e e d a m p f c r schiffbar ist, so hat sich Wuchang zu einem bedeutenden Umschlaghafen und volks- reichen Handelsplatz entwickelt. Wir erhielten folgende Meldungen: Peking, 11. Ott. Die Revolutionäre haben sich Wuchangs bemächtigt. Ter Vizekönig ist entflohen. Der Kommandant der Truppen wurde durch eine Bombe getötet. Fünf ausländische Kanonenboote haben den Schutz Hankaus übernommen. Innerhalb der Stadt Wuchang ist Feuer ausgebrochen. Der Palast des Vizekönigs ist zerstört. Ter Vizekönig begab sich an Bord seiner Privatjacht. Der Kampf zwischen den Aufrührern und den Regierungstruppen dauert fort. Die Ausländer sind wohlbehalten. Die Führer der Aufständischen haben eine Prottamation erlassen, in der ihre Anhänger aufgefordert werden. rinnerunge arm/M dielnDvMbnm ernt >r Gemälde bfW r hiers.tzavre. nen. wie in dielen -/- t nalurgencuer oenlc.. Vöcklin-Lrinnerungen. Gießen, 12. Okt. Fran »a ranzk‘,rsc üt Redaktion, Erpedikion und Dnickerei: Schul- siraße 7. Erved'lion und Verlag: 61. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGreßen. Tie „Gtehener Zamlliendlütter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtublan für den Kreis Sietzen" -wkinial wöchentlich. Die „LandwirlfchaftUchen Seit» tragen" erlchemen monatlich zweimal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen M» zu 6® WKSZU- Vortrisi 2ie '.‘"«•ih «lager: nu Babnbosiiraiie: tb morgen: Nierstein: Gutsbesitzer S ck ä tze I - Selzen N., Bürger- mcistcr N e i ch a r d t--Nierstein N. ^Sonderkandidatur), Gutsbesitzer Wolf- Stadecken Bbd., Redakteur S d) i l b b a d) - Mainz S. ft 0 ft f) c i m -Weisenau: Juslizrat Dr. Zudmeyer Z., Gesaaftsführcr Bauer S. B i n g en Land: Justizrat v Brentano Z., Landwirt S d) m 11 ck V.-Aspisheim f. Vp., Buchdrucker Ibing - Bingen S. III Oberhessen. Gießen: Fabrikant Adolf Klingspor 91., Professor Urstadt f. Vp., Redakteur Vetters S. R 0d I) c i m - O b c r - R 0 s da ch: PedstSamvalt Dr. v. Hel- mol t - Friedberg Bbd., Redakteur W i t t r i d) S. Echzell-ReichelSheim: Ockononnerat Breidenbach - Tornhciin Bbd. L i ch: Lairdwirl Fenchel- Lberhürgcrn Bbd„ Scminar- lehrer L e u ch t g c n s - Friedberg f. Vp., Häuser- Steinberg S. Großen-Lindcn Heuchelheim: Bürgerm. Leun- Großcn-Lindcn Bbd., Schneidermeister Diehl S. Homberg: Mühlcnbcsitzcr Brauer- Obcr-Fleidcn Bbd., Redakteur Vetters S. Alsfeld-Land: Ockononnerat K 0 r e l l - Angenrod Bbd., Sattlcrnlcistcr Eder - Alsfeld S. 92 i b b a: Landwirt Dorsch-Wölfersheim Bbd., Beckmann - Gießen S. Büdingen: Landwirt Bähr- Rohrbach Bbd., Landwirt £>r. B ä h r^- Büd>cs f. Vp., Ockonomierat Andrac 9t., Schaub- Büdingen S. Vilbel: Gemcindecinnehmer Herling-Rendel f. Vp., Rcichstagsabg. Bus old S. * Darmstadt, 12. Okt. Kammerpräsident Geheimrat Haas hat nun bestimmt erklärt, daß er auf dringendes Anraten seiner Aerzte unter keinen Umständen niehr irgendeine Kandidatur zu der bevorstehenden Landtagswahl übernehme. Die Kanöiöaturen zur hessischen weiten Kammer. Von den 58 Abgcordnercnmandami sind am 3. November 33 neu zu besetzen. Es sind bis jetzt in allen Wahlkreisen Kandidaten ausgestellt und zwar 14 Nationalllbe- rale, J6 Fortschrittler, 32 Sozialdcmotraten, 9 Zentrum und 12 Bund der Landwirte, Baucrnöündlcr und Ehristlichsoziale. Bon den 18 oberhesfischen Mandaten sind 10 neu zu besetzen. Wir vcrösscntlichen nachstehend eine vorläufige Zu- s a ni m c n st e l l u n g der bis jetzt a u f g e st c l l t e n Kandidaten zur bevorstehenden Landtagswahl, mn nach Möglichkeit zur Erleichterung der Uebcrsicht über die Wahl- lampflage bcizutragen. Wir haben nur die Kandtdaluren ausgenommen, die bisher als sicher gelten können. Tie noch ausstehenden Kandidaturen betreffen vorwiegend wohl nur noch die Nationalliberalen. Wir bezeichnen Kandidaten des Bundes der Landw. mit B. d. L., des Bauernbundes mit Bdb., der Christl.-Soz. mit ch. s., des Zentrums mit Z., der Nationalliberalen nut N., der fortschrittlichen Volkspartei mit f. Vp. und der Sozialdemokratie mit S. I. Starkenburg. Darmstadt: Rcgicrungsrat Bastian N., Stadtv. Henrichs. Vp., Redakteur Knoblauch S. Offenbach: Haitdelskammcrfhnoikus Dr. Kratz 9t., Ar- beitersekretär Frede Z., Beigcordn. Eißnert S. Beerfelden-Hirsch Horn -Wimpfen: Vü.germeister Kredel-Airlenbach N., Lehrer L a il g - Beerfelden f. Vp., Parteisekretär H a s e n z a h l - Erlxich S. Höchst: Stratzenmeistei F l e ck c n n e i n ch. f., Bürgermeister Mei) fing er-Kirch-Brombach 9t., Hartmann S. Furth-Reichelsheim: Gutsbesitzer liefert- Frohnhofen B. d. L. u. d). s., Paswerwaltcr Mergelt- Reichelsheim 91., Reästsanwali Sturmfels - Groß-Umstadt S. Dieburg: Rcid-slagsabL- Uebel Z., Stabrv. Dr. Baude l - Darmstadt f. Vp., Schlossermcister A n t h e s - Sprendling. S. Heppenheim-Viernheim: Postmeister Wiegandt Z., Loch-Worms S. Bensheim-Zwingenberg: Fabrikant Auler 92., Professor Flcgler - Bensheim f. Vp., Neumann S. Gernsheim-Pfungstadt: Reallehrcr Boehm -Gernsheim 92., Landwirt Friedrich- Groß-Rohrhcim B. d. L., Fabrikant Preß jun.-Pfungstadt f. Vp., Raab S. Eber st adt-Gries heim: Stadtv. S a m e s - Darmstadt f. Vp., Partcisettctär Raab S. Bischofsheim-Rüsselsheim: Bürgermeister Hühnerkopf f. Vp., Buchhändler Berthold- Darmstadt S. Langen- Neu-Isenburg: Bürgermeister Pons- Neu- Isenburg 92., Lehrer Kinkel-Langen f. Vp., Rechtsanwalt Dr. Fulda-Darmstadt S. Seligenstadt: Bürgermeister Singer-Seligenstadt Z., Rechtsanwalt E a r n i e r - Seligenstadt f. Vp., Pattcisekr. Rink- Offenbach S. II. Rheinhessen. Mainz: Redakteur Adelung S. Worms: Justizrat Stephan-Worms 92.,- Buchbindermeister Schmuck-Worms Z., Parteisekretär Engelmann S. Alzey: Bürgermeister Diehl- Gau-Ldernheim 92., Wcin- gutsbcsitzer Knell - Heimersheim f, Vp., Stadtv. Lükel - Alzey S. W ö l l st e i n: Bürgermeister Schott- Uffhofen 92. (B. d. L.), Bürgermeister E i b a ch - Pfaffenschwabenheim f. Vp., Schuhmacher- meister H c u b a ch - Alzey S. Osthofen: Beit 92., Bürgermeister Schreiber-Abenheim Z., Schreiner Lutz S. Wörrstadt: Pfarrer K0 r ell f. Vp., Stadtv. Gruber- Alzey S. Gonsenheim-Nied-Olm: Molthan Z., Settetär S eel-Mainz S. Zur Entwicklung der deutschen Autoindustrie. In dem eben herausgegebenen Geschäftsbericht des Vereins deutscher Motorfayrzcug-Jndustricller, der wirt- I sdiasttichcn Interessenvertretung der gesamten deutschen Uaromobil- und Zubehörindustrie, gibt dcr Generalsekretär 5 L- jUr. Sperling einen Ueberblick über die Entwick- I (miß der deutschen Automobilindustrie im Jahre 1910/11. ES heißt dort: Tas Jahr 1910/11 bedeutet für die Entwicklung der , deutschen Automobil-Industrie wieder einen großen Schritt vorwärts. Der Gesamtumsatz mit dem Ausland, | uso Einfuhr und Ausfuhr an Kraftwagen, Karosserien, I D oloren, Motorrädern, für das Jahr 1910 weist in der I diitllidjcn Statistik eine Steigerung von 45,6 v. H. ‘ anj gegen das Jahr 1909 und ist auf 60,1 Millionen gegen 41,1 Millionen im Vorjahre, also um 18,9 Millionen j ß e ft i e g c n. Sehr beachtenswert ist nun, daß diese große Steigerung 7 des Gesamtumsatzes fast allein auf der Vergrößerung les deutschen Exports beruht. Denn die Ausfuhr- « zi'fer ist für die genannten Artikel um 59,9 v. H., d. h. 4 um 18,4 Millionen, gegen das Vorjahr gestiegen, die Ein- D dagegen nur um 0,5 Millionen, so daß fast der ganze 8 Steln'bedarf Deutschlands im Jahre 1910 durch die ein- ’ heimische Industrie gedeckt worden ist. Auf die ungefähre Hohe des einheimischen Mehrbedarfs kann man schließen Iprs dem Resultat der Bestandszählung für Kraftwagen. Dinach gab es am 1. Januar 1911 an Motorfahrzeuge n 5 7 805 Stück, also 7864 mehr wie am gleichen I btrmin des Vorjahres, was einer Jahressteigerung von 05,7 v. h. entspricht. Nicht soll nun verschwiegen sein, daß von maßgeben- * bett Stellen schon hin und wieder auf die absehbare Mög- * fiiifcit einer Stockung im Absatz warnend hingedeutet wird. »Sinn verweist dafür auf die mannigfachen Neugründungen iuuii Automobilfabriken und aus die wesentlichen Vergröße- uitgen, welche große und besonders auch kleinere Fabriken “Ja** 3lORA ... Feldarbeitern, die plötzlich den Spaten mit verborgen gehaltenen Waffen vertauschten, überfallen worden seien. Durch hinzutommende Leute wurden die Kerle verscheucht. Von der persönlichen Tapferkeit Böcklins weiß seine Gattin übrigens mehr zu erzählen. So hat er in seiner Florentiner Zeit, als er mit seinen Freunden den passendsten Ort für die Hochzeitsfeier seiner Tochter Klara ausfindig machte — es sollte sestgestellt werden, wo der beste Wein wäre — mit Erfolg einen sehr gefährlichen Angriff von händelsüchtigen Arbeitern abgewehrt, indem er einen der Angreifer auf die Erde warf und jämmerlich durchhaute. Hier darf auch die Heine Geschichte erwähnt werden, die in einem römischen Karnevalstreiben, vor der Eheschließung, sich ereignete und die von Böcklin ein lustiges Bildchen entwirft. Er näherte sich dem Fenster Angelas mit einem riesigen Veilchenbukett und warf es an dem Hause in die Höhe. Nachdem der Wurf mehrmals verfehlt worden war, brannten einige Gassenjungen mit dem Strauße durch. Böcklin raste mit seinen langen Beinen hinterher. „Ich fah noch," so berichtet Frau Angela, „die wilden braunen Haare und die Beine in die Luft fliegen und schließlich meinen Ritter in der Ferne verschwinden. Es dauerte aber nicht lange, da tauchte er wieder auf, mit dem völlig zerstampften und zerzausten Veilchenbukett in der Hand, und nun begann das Spiel von neuem." Böcklin hatte ja nicht die Dttttel, aus großem Fuße zu leben. Sein ständiger Gast war der Hunger, und nach dem Bericht seiner Frau ernährte er sich wochenlang nur von Brot und Lattuga, römischem Schnittsalat. Puffbohnen waren schon eine Delikatesse. Dabei blieb er aber munter und fütterte noch die zahlreichen Mäuse seiner kleinen Klause. Tie ersten beiden Ehejayre waren besser. Frau Angela bezog als Tochter eines päpstlichen 9Naresciallo noch zwei Jahre lang eine kleine Pension aus der päpstlichen Schatulle. Tann aber kamen schon die 92ahrungssorgen. Tas erste Söhnchen starb an Brechdurchfall, und als die Cholera in Rom wütete, nährte sich die Familie Böcklin von den Früchten der verlassenen Gärten und von einem Sack Bohnen, die in Albano billig gekauft worden waren. In der höchsten 9tot wollte Arnold schweizerischer Soldat in Diensten des Königs von Neapel werden. Frau Angela hielt ihn davon ab, indem jie ihm „rundweg erklärte, sie hätte einen Maler geheiratet und keinen Offizier". Konfesfionelle Anfeindungen der Verwandten Angelas trieben das Paar nach Basel, zu den Angehörigen Böcklins, wo namentlich Frau Angela sich gar nicht heimisch fühlte. Nur der Freundschaftsbande, die ihn an den „Leimsutt", eine Stammlischge,e..ichaft, fesselten, mochte ihr Gatte Wcmaten Januar bis 1. August 1911 für 22,5 Millionen Stark exportiert gegen 15,3 Millionen int Vorjahr. Also t.nc weitere Steigerung des Exports um 50 v. H. gegen lern gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Bedarf int Inland ist gleichfalls ständig im Dachsen begriffen und wird, da man zurzeit vielfach mit den Aufträgen bis nach der diesjährigen Ausstellung zurück- bdlt, erst dann in seinem ganzen Umfang erkennbar werden, edilicftlid) zeigt auch ein Blick auf die viel größere Ver- t licitung des Automobils in anderen Ländern, z. B. in England, in welchem die Vorbedingungen für die Ver- ; lveildung des Motorfahrzeugs auch nicht günstiger sind wie in Deutschland, daß bei uns auch noch im Inland große Absatzgebiete zu erschließen sind. Von neuern tritt uns der verewigte Meister als ein Laster von Schlichtheit und Anspruchslosigkeit entgegen, h sehen wir ihn als jungen, mittellosen ft.'unftjürger in k ewigen Stadt ein Leben voll Entbehrungen führen, tie 15jähnge Angela Paseueei sah ihm schon von dären an, daß stets Ebb? in seinem Geldbeutel war. Er l dn: aber ungemein fleißig. Wenn morgens in aller i^mhe das 9Nenschengetriebe noch nicht erwacht war, sah Siugela, wie der lang aufgeschossene blonde Jüngling in $9 rtragener Kleidung, mit der Mappe uiiterm Arm, zur weit ins Freie sich begab. Als die Franzosen ui Rom ^«ogen und die Garibalotaner sich zerstreutcii, wurde, nach «ner köstlichen, kurzen und bündigen Werbung, die Ehe SWoffen. Böcklin blieb auch während der Flitterwochen, I k"as junge Paar in dem malerischen Städtchen Palestr 1 na klebte, sehr fleißig, „arbeitete sehr viel und sehr an- ; ' engt". Von der Unsicherheit der schönen Gegend cr> j^llt Frau Angela, daß sie beide einmal von angeblichen gern gedenken. Als Maler hatte Böcklin bekanntlich in Basel gar fein Glück, und nach einer vorübergehenden Tätigkeit in Hannover siedelte die Familie im August 1858 nach München über. Es ist ein erschütterndes Kapitel, das Frau Angela von dieser „schwersten Zeit" in München aufrollt. Böcklin wurde von Typhusfieber geschüttett und er mußte, als feine Frau im Wochenbett lag, die Hilfe mitleidiger Hausbewohner in Anspruch nehmen. Dazu war kein Geld im Hause. Böcklin glaubte sterben zu müssen, aber „mit einer geradezu grau)amen Emsigkeit malte er, um seiner Frau und seinen drei unmündigen Kinderchen etwas hinterlassen au können". Als der König von Bayern den „Pan im Schilf" für tausend Gulden antaufte, konnte die Familie sich wieder etwas mehr rühren; nach langem Krankenlager konnte Böcklin wieder malen. Es ist charakteristisch für den Künstler, daß er trotz dieser schweren Ersabrungen die Anstellung als Professor der Landschaftsmalerei in Weimar, die ihm ein kleines, aber sicheres Einkommen sicherte, schon nach zwei Jahren wieder aufgab. Die Verhältnisse in der Kunstschule waren zwar nicht übel. Aber Böcklin vertrug die Gebundenheit und die „Hoflust" nicht. Tie weimarische Landschaft zog ihn auch nicht an, und er klagte, daß ihm in Weimar die Ideen fehlten. Nur der Verkehr mit Lenbacy und Begas, die beide ebenfalls nach Weimar berufen worden waren, vermochten ihn anzuregen. So ging es denn 1862 zum zweiten Male nach Rom, und „alle Sehnsucht nach Sonne, Felsen, Zypressen und dem farbigen Himmel Roms, die wahrend der Zeit, die wir in Deutschland zugebracht hatten, aufgespart war, löste sich jetzt aus in immer erneuter Wanderung". Er tauchte förmlich unter in der römischen Landschaft. Anselm Feuerbach, der sich zu ihrem alten Kreis gesellte, scheint bei Frau Angela nicht in Gunst gewesen zu sein. Sie schreibt, er habe „eine leichte Ader" gehabt, mit einem Modell zusammen gelebt und sich allzu ausfallend gekleidet. „Geld hatte er nie und eines schönen Tages pumpte er meinen Mann an." Darüber ist es bann zum Zerwürfnis gekommen. Feuerbach sei, so wird in den Erinnerungen erzählt, nach Empfang des Geldes gleich vierspännig mit seinem Modell nach Frascati abgefahren. Böcklin habe nach langem Säumen Feuerbachs diesem frühmorgens „auf bte Bude rucken" müssen, um sein Geld wiederzubekommen, und bie Freundschaft habe sich in bittere "Feindschaft verwandelt. Interessant ist auch die Schilderung des Zerwürfnisses zwischen Böcklin und feinem früheren Freunde ^akob Burckyardt in Basel, wohin Böcklins im Jahre 1866 sich gewandt hatten, als nach den italienischen NErlagen in ■jiom die Geschäfte stockten. Der berühmte Kunsthi,toriker Neben der neuen Ausgabe von Feuerbachs Briesen, tie zum Teil erschütternde Einblicke in die Feuerseele des lüiistlers gewähren, regen auch die bei der internationalen ^lerlagsanstatt zu Berlin erschienenen, von Ferdinand Runkel ‘letigierten unb herausgegebenen Erinnerungen der Frau tngela Böcklin zu mancherlei angenehmen Betrach- ingen an. Die prattische und resolute Greisin, die in :hrer Florentiner Villa Bencista ihres Lebens Lust und v- - Leid überblickt, rückt uns zwar nur in bescheidenem 9)2aße den $®il. assenstried des Meisters nahe. Sie berichtet uns nicht nel nennenswerte Aeußerungen seines nach Geltung ringen- un Geistes. Offenbar hat sie die künstlerischen Leistungen hres Mannes nur mit halbem Verständnis begleiten können. Hfür läßt sie die treue, oft schmerzliche äußere Wirkiich- -- in diesem an Kämpfen und Enttäuschungen so reichen unstlerleben an uns vorüberziehen. Bleibt uns das Heilig- .im von Böcklins Ättelier auch ziemlich verschlossen, so be- leiten wir die Familie Böcklin durch alle Lebenswege. !anchmal wird man subjettive Rückblicke der temperament- ttlen Römerin mit einiger Vorsicht aufnehmen müssen; »icht immer wird über dem häuslichen Zusammenleben ler Glücksschimmer vollen Einverständnistes geschwebt siden. Aber der in alle Lebensepochen eingestreute Bries- Achsel des Meisters, der sich in feiner Hinterlassenschaft jod; fand, bestätigt, daß die beiden Ehegatten durch ine » Zähre ihres Zusammenlebens Freud und Leid treulich jetcilt haben. ||ltc aoig vornehmen. Wenn nun sicherlich auch die Auto- V Mobilindustrie, wie jede andere, damit rechnen muß, daß sie ^ihce Produkte zeittveilig nicht so leicht unterbringen wird ivic augenblicklich, so muß doch eine noch immer anl) alte 11 b steigende Konjunktur festgestellt werden, für Ifreuen weitere Fortdauer günstige Anzeichen sprechen. Zunächst zeigen bie allerneuesten Exportziffern für ben 1 L August 1911, baß bas A u s l a n b s g e s ch ä s t noch weiter in schnellster Ausbehnung begriffen i|t. Es wurden in ben - s*“- »»“Cnnd W S 3 die Ausländer nicht anzugreifen. Die ausländischen Konsuln haben telegraphisch um Unterstützung durch Kriegsschiffe gebeten. Es werden japanische und amerikanische Kreuzer erwartet. Nachts sind verschiedene Kanonenboote nach Hankau und Wutschang abgegangen. Die Kauffahrteischiffe im Hafen liegen alle unter Dampf. Aus Vorsicht haben die Frauen und Kinder sich nachtS an Bord per Kauffahrteischiffe begeben. Das Reutersche Bureau meldet aus Schanghai: Der Ausstand ist in Wuchang gestern früh ausg'ebrochen, nachdem drei den modern ausgebildeten Truppen angehörige .Soldaten hingerichtet worden waren. Hankau, 11. Okt. Zu der E i n n a h m e W u ch an g s durch die Revolutionäre wird gemeldet: Die Truppen machten mit den Revolutionären gemeinschaftliche Sache. Die europäischen Niederlassungen stehen alle unter Waffen. Ein amerikanischer, ein japanischer und zwei englische Dampfer liegen bereit, Frauen und Kinder aufzunehmen. General Hu-Bei-Mi-Li hat einen Tagesbefehl erlassen, in welchem er erklärt, daß von den Chinesen die Verjagung der Mandschudynastie g?piant sei und deswegen der Kriegszustand verhängt und Todesstrafe angedroht wird für die Unterstützung der Mandschuren, die die Ausländer schädigen, sowie für Ausschreitungen und Störungen der Ordnung. Vor der Reede kreuzen drei chinesische Kriegsschiffe. Peking, 11. Okt. Ein kaiserliches Dekret betreffend die Verhaftung und Hinrichtung der Revolutionäre in Wuchang und Hankau zollt der Wachsamkeit und Energie des Vizekönigs Anerkennung. — Die Meuterer haben sich Chiadingfus bemächtigt und die Mitglieder der Behörde gefangen genommen. Hankau, 11. Okt. Tie Konsuln lehnten das Ersuchen der Chinesen ab, den Fluß abpatrouillieren zu lassen. Revolutionäre ersuchten die Konsuln, sich neutral zu verhalten. Sie erließen eine Proklamation, in der sie androhen, jeden zu enthaupten, der einen Ausländer angreift, oder den Handel stört. Der Zchisfahrtrabgaben-Ausschutz. :: Berlin, 11. Okt. Ter^ Schiffahrtsabgabenausschuß beendete heute nachmittag die zweite Lesung. Wesentliche Acnderungen wurden an den restlichen Bestimmungen nicht mehr vorgenommen. In die ausdrückliche Feststellung im Artikel VI des Vertrages, daß den aus dem Elbzollvertrag von 1870 und der Rheinschifsahrtsak.e von 1868 Oesterreich und den Niederlanden zustehenden Rechten, die sich inhaltlich mit den durch den jetzigen Gesetzentwurf geänderten Bestimmungen des Artikels 54 der Reichsverfassung decken, durch das Gesetz nicht vorgegriffen werden soll, wird auch der Vertrag zwischen dem Großherzogtum Ba.en und der Schweiz von 1879 einbezogen. Auch die Schlußbestimmung, wonach die Einführung der Abgaben in den einzelnen Stromverbänden $u verschiedenen 'Zeiten erfolgen kann, wurde nicht mehr bekämpft. Ein Redaktionsausschuß wird in den nächsten Tagen die Beschlüsse des Ausschusses durchsehen, so daß zu Beginn der Plenarsitzungen des Reichstags die Feststellung des Ausschußberichts erfolgen kann und der Entwurf zur zweiten Lesung im Plenum bereit steht. Nach dem Verlauf der Ausschußberatung und der jetzigen Gestaltung pes Gesetzes ist nicht daran zu zweifeln, daß es auch im Plenum eine starke Mehrheit fmdet. Die Seucrungsflagtn im österreichischen Abgeordnetenhause. Der österreichische Ministerpräsident hatte auch am Mittwoch im Abgeordnetenhause einen schweren Stand. Die Aussprachen über die Teuerungsanträge wurden fortgesetzt: Ter Deutschnationale Waber polemisierte gegen die Rede des Ministerpräsidenten, der sich auf einen rein kapitalistischen Standpunkt gestellt habe. Er, der Redner, müsse bedauern, daß gerade in einer so kritisck)en Zeit Gautsch als Ministerpräsident in Oesterreich füngiere. (Zustimmung.) Der Redner warf der Regierung unaufrichtiges Vorgehen und Schwäche gegenüber Ungarn in der Fleischfrage vor, und erklärte, der Ministerpräsident möge nicht warten, bis die revolutionäre Stimmung auch das Bürgertum erfasse. Tie Deutsch-Freiheitlichen Friedmann, Denk Und Zenker begründeten ihre Anträge gegen die Lebensmittelteuerung und die Wohnungsnot. Ter C h r i st l i ch -Soziale Jerschabek erklärte, die Regierung möge endlich dem bedrängten Volke die ersehnte Hilfe 'hatte nach Frau Angela die größte Schuld. Er wollte Böcklin in die Arbeit hineinpfuschen, und als dieser ihn damit abwies, entstand unversöhnliche Feindschaft. Wenn alles zutrifft, was in den Erinnerungen steht, hat Burck- hardt in sehr unschöner Weise sein Ueberaewicht, das er in Basel besitzt, mißbraucht. Sein Einfluß unterband dem Maler die Lebensbedingungen, und er soll direkt die Drohung ausgesprochen haben: „Dieser eitle Kerl muß zugrunde gehen." Man wird allerdings dazu neigen müssen, die Partei Böcklins zu nehmen. Den bitter ums tägliche Brot kämpfenden Künstler hätte der Gelehrte, der sich des besten Wohlstandes erfreute, so nicht bedrängen dürfen. Wenn Böcklin spätere Versöhnungsversuche ab/ehnte, kann dies nicht Wunder nehmen. Später, in Florenz, kurz vor dem Tode kBurckbardts, sah ihn Böcklin auf der Straße. Sein schlechtes Aussehen fiel ihm auf, und er wollte den alten Jugendfreund begrüßen. Burckhart aber, so berichtet Frau Angela, winkte schroff mit der Hand und sagte: ,Meibst weg". Da es Böcklin unmöglich gemacht wurde, zog er mit seiner Familie nach München über. Seine Werke begannen allmählich Aussehen zu machen, und die Familie brauchte nicht mehr Not zu leiden. Da erwachte aber auch schon nach drei Jahren wieder die Sehnsucht nach Italien, die ihn auch im hohen Alter beseelte, als er, halbgelähmt durch einen Schlaganfall, von Zurich ans tyrhenische Meer gebracht wurde. Auch über alle diese Jahre zunehmender Anerkennung weiß Frau Böcklin viel Interessantes zu berichten, sowohl in eigenen Erinnerungen wie in der Veröffentlichung von Briefen. Allerdings ist in Frau Angela- Erinnerungen auch hier weniger von der Kunst Böcklins die Rede, als von seinen Eigenschaften als unpraktischer Hausvater, seiner Liebhaberei für Cervelatwurst, seiner Ungeschicklichkeit als Koch u. s. f. Kleine Abenteuer und lustige Begebenheiten ereigneten sich bis ins hohe Alter des Malers in seine Züricher und Florentiner Zeit hinein. An seinem siebzigsten Geburtstage erfuhr Böcklin zahlreiche hohe Ehrungen; aber das waren nur kleine Entschädigungen für eine lange Leidenszeit, für dauernde Schwierigkeiten und Entbehrungen, die er durchzumachen hatte. „Es liebt die Wel das Strahlende zu schwärzen und das Erhabene in den Staub zu ziehen." Als Böcklin am 16. Januar 1901 starb waren seine letzten Worte an seinen Sohn Carlo gerichtet' und sie charakterisieren den trotz aller Hemmnisse ftet' Schaffensfrohen: „Arbeite, arbeite!" Böcklin ist Ovtimin geblieben bis an sein Lebensende. .z. bringen, sonst würden die Christlich-Sozialen nicht länger eine Stütze her Regierung bilden, welche die eingeborene Bevölkerung von asiatischen Ausländern au: beuten und geradezu verhungern lasse. (Beifall bei den Christlich-Sozialen.) Gras woisf Metternich vor Gericht. ~ Berlin, 11. Oktober. Zu Beginn der Sitzung legte Rechtsanwalt Alsberg den Stanopunkt der Verteidigung zu den Ablehnungsanträgen dar. Er weist daraus hin, daß die Verteidigung gezwungen gewesen sei, die Frau Wertheim insoweit anzugreisen, als sie gesagt habe, ihre Tochter wolle den Grafen Wolff-Metternich nicht heiraten. Die Verteidigung wollte beweisen, daß Frau Wertheim die Stimmung und den Willen ihrer Tochter nicht gekannt habe. Staatsanwaltschaftsrat Dr. P o r z e l t begründet sodann die Anklage. Der Prozeß hätte in 2—3 Tagen beendet sein können, wenn nicht von der Verteidigung Momente hineingetragen worden wären, die mit der Sache nichts zu tun hätten. Der Staatsanwalt geht auf die angebliche Anweisung des Justizministers ein und sagt: Entweder verstünde die Verteidigung von dem Auslieferungsverfahren überhaupt nichts oder die Behauptungen seien wider besseres Wissen aufgestellt. Durch die Heremziehung des Falles Wertheim in die Verhandlungen hat der Angeklagte seiner Sache nicht genützt. Die Staatsanwaltschaft hat darauf verzichtet, in das Privatleben der Zeugen und des Angeklagten mehr als unbedingt notwendig hineinzuleuchten. Eine Ausnahme fand nur in dem Falle des Generalmajors Pauli statt und dazu hatte die Staatsanwaltschaft ihre wohlerwogenen Gründe. Nach einigen kurzen weiteren Bemerkungen geht der Staatsanwalt sodann auf die einzelnen Betrugsfälle näher ein. In einzelnen dieser Fälle beantragt er Freisprechung oder er läßt die Anklage fallen. Um typische Hochstapeleien handelt es sich aber vor allem in dem Fall Horch und bei dem Pferdekauf bei Riesch, wo der Angeklagte unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und in rechtswidriger Absicht wertvolle Objekte an sich gebracht haeb, um sie möglichst bald versilbern zu können. Bei dem Pferdekauf hat der Angeklagte, der sich sonst stets als Pferdekenner ausgegeben hat, das Pferd einfach unbesehen erworben und sich auch nicht erkundigt. Denn ein Stallbursche sei doch nicht die geeignete Persönlichkeit, um derartige Erkundigungen einzuziehen. Weitere besonders belastende Fälle sind jene, die die Zeugen Noack, Kielhol; und Borchardt betreffen. Der Angeklagte hat diesen Zeugen erzählt, er sei mit Fran Dolly PinkuS verlobt und beziehe einen Monatswechsel von 200 Mk. Besondere Erwähnung verdiene weiterhin der Fall Gustke. Der Angeklagte habe der Zeugin vorgespiegelt, er erhalte einen monatlichen Zuschuß von 2000 Mk. und stehe im Begriff, sich mit einer reichen Dame zu verloben. Der Angeklagte habe der Zeugin einen Brief geschrieben, den der Staatsanwalt nochmals verliest. Der Graf bittet darin um ein Darlehen von 300 Mk., unter dem 'Vorgeben, er brauche zur Verlobung eine größere Summe. Der Staatsanwalt bespricht dann einige weitere Fälle, in denen die betrügerische Absicht des Angeklagten klar zutage liege. Zu erwägen sei, daß der Angeklagte, ohne einen Verdienst ober ein gesichertes Einkommen, ein ganzes Jahr auf großem Fuße gelebt hat und dann verschwunden sci. Wenn er ab und zu eine kleine Zahlung geleistet habe, so war er durch irgend einen Umstand dazu gezwungen. Tie finanzielle Schädigung seiner einzelnen Opfer sei eine außerordentlich große gewesen. Zudem habe der Angeklagte gar keine Aussicht gehabt, den Schaden wieder gutmachen zu können. Als besonders erschwerend sei das systematische Vorgehen zu betrachten. Auf der anderen Seite stehen, wie der Staatsanwalt bemerkte, dem Angeklagten verschiedene Umstände zur Seite, die seine Taten in einem etwas milderen Lichte erscheinen lassen. Er ist zweifellos geistig etwas minderwertig, außerdem muß seine Jugend als Entschuldigungsgrund in Betracht gezogen werden und ebenso bas Fehlen eines festen Halles von frühester Jugend an; es soll ihm auch zugute gerechnet werden, daß er schon vor der Abreise aus Berlin und nach seiner Heirat den angerichteten Schaden nach Möglichkeit wieder gut zu machen suchte und daß auch seine Frau nach dieser Richtung hin nach Möglichkeit bemüht war. Unter Berücksichtigung aller dieser Umstände stellte der Staatsanwalt den Antrag, den Angeklagten zu einer Gesamtgefängnis st r a f e von einem Jahr und sechs Monaten zu verurteilen. Nach einer kurzen Pause spricht zunächst der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Jaffe. Er tritt den Ausführungen des Staatsanwalts in allen Punkten entgegen und betont, daß es feine Verpflichtung gebe, bei Einkäufen auf Kredit die eigene Zahlungsunfähigkeit anzugeben. Zudem dursie der Angeklagte hoffen, daß er seine Schulden bald bezahlen könnte. Die Schuld an dem, was der Angeklagte getan habe, sei überall dem Vater aufzubürden, der einen so jungen unerfahrenen Menschen, den er selber für geisteskrank hält, ohne Geldmittel in die weite Welt schicke. Gegen einen solchen Mann sei das Urteil ziemlich einstimmig. Der Vater des Angeklagten habe die Bande des Blutes geschändet. (Der Vorsitzende macht hier den Verteidiger darauf aufmerksam, daß er in seiner Verteidigung zu weit gehe. (£r fördere Sachen zutage, die in der Hauptverhandlung nicht zur Sprache gekommen sind.) R.-A. Dr. Jaffe fortfahrend: Der Angeklagte habe es nicht für möglich hallen können, baß sein Vater so hartherzig fein werde. Der Verteidiger schließt den ersten Teil seines Plädoyers mit dem Hinweise darauf, daß keines der Merkmale des § 263 StGB, zutreffe. Durch die Beweisaufnahme ist festgestellt worden, daß der Angeklagte die Lieferanten über seine Vermögensverhältnisse nicht im Unklaren gelassen hat und daß ihm lediglich mit Rücksicht aus seinen Namen, sowie auf den Stand seines Vaters und seines Onkels Kredit gewährt worden ist. Der Verteidiger geht sodann aus die einzelnen Fälle ein und hebt den Fall Gustke hervor, deren Glaubwürdigkeit keine besonders aroße sei. Wenn man das Ergebnis der mehrtägigem Verhandlungen zusammenfasse, so ergebe sich kein Anhalt für eine Schuld des Angeklagten und deshalb beantrage er in allen Punkten die Freisprechung. Eine Verurteilung würde einen Rechtsbruch darstellen, wie ihn die preußisch Justiz noch niemals gesehen hat. Rechtsanwalt Dr. A h l s b e r g leitete seine Verteidigungsrede mit dem Hinweis darauf ein, daß der größte Teil des Krcdit- schwindels von dem Strafgesetzbuch überhaupt nicht getroffen werde. Wenn man den Angeklagten wegen Betrug verurteilen wollte, müßte man sich zuerst fragen, ob er nach österreichischem Recht bezw. Gesetz sich eines Betruges schuldig gemacht habe; denn nach österreichischem Gesetz sei der Begriff des Betruges viel enaer gefaßt. Solche Neate, wie sie dem Angeklagten zur Last gelegt werden, sind aber auch nach österreichischem Recht nicht strafbar. Auch nach deutschem Rechte muß das Gericht zu einem freisprechenden Urteil kommen. Der Staatsanwalt entnimmt die betrügerische Absicht des Angeklagten aus dessen Zahlungsunfähigkeit. Eine solche Beweisführung solle man lieber unterlassen, schon deshalb, weil der Angeklagte tatsächlich bemüht gewesen ist, seine Schulden zu bezahlen. Der eigene Vater hat den Angeklagten im Stich gelassen, andere Leute aber wußten, daß er Vertrauen in seine Zukunft haben könne, und zwar mit Rücksicht aut seinen Namen. Es bleibt auch die Tatsache bestehen, daß Graf Schulenburg die Heiratsaussichten des Angeklagten so hoch eingeschätzt hat, daß er ihm 6500 Mk. Darlehen gab. Dafür, daß die verschiedenen Heiratsprojekte des Angeklagten sich nicht verwirklichten, könne er nicht verantwortlich gemacht werden. Wenn der Angeklagte seinen Namen auf die Straße hätte werfen wollen, hätte er gerade in Berlin jede Woche ein paar braune Lappen au) dem Boden finden können. Diejenigen, welche behaupten, Gras Metternich habe sich eines Betrugs im juristischen Sinne schuldig gemacht, frage er, ob sie überhaupt noch Juristen seien. Die Verhandlung wird morgen früh fortgesetzt. 21 ns Stadt Uttd Land. M lenen, 12 Oktober 1911. •• Der HerbergSverbo nd für Hessen und Hessen-Nassau hielt in Frankfurt a. M. seine stark vesnchte Jahresversammlung ab. Nach der Erledigung geschäftlicher Mitteilungen fand eine rege Aussprache über soziale und wirtschaftliche Fragen ou§ dem Verbandsleben statt. Den ersten Vortrag hielt Herr B r e i t er - Wetzlar über „Tie Bedeutung des öffentlichen Arbeitsnachweises an kleinen Plätzen in Verbindung mit den Herbergen zur Heimat«. Tann sprach Geheimrat Iäger-Wiesbaden über „Tas Verhältnis der Herbergen zur Heimat zu den Wanderarbeitsstätten, unter besonderer Berücksichtigung des Bezirks Wiesbaden*. Em weiteres Referat beschäftigte sich mit der Teuerung und den Preisverhältuissen in den Herbergen zur Heiinat. Die Versammlung beschloß nach langer Debatte, einen gemein« samen Einkauf aller Verbrauchsgegenstände und Kcmsurnartikel für alle Herbergen deS Bezirks in die Wege zu leiten. Schließlich sprach noch Herr Loh-Gießen über „Das Jubelfest deS deutschen HerbergSoereins" und über „Neuerungen in der Wanderfürsorge". Die nächstjährige Versammlung tagt wiederum in Frankfurt. " Stadttheater. Da infolge deS schönen Erfolges der ersten Vorstellungen andauernd noch Anfragen wegen neuer Abonnements nn Theaterbureau einlaufen, sei nochmals daraus hmgewiesen, daß Oleuobonnenten keinerlei Schaden erleiden, da sie für erledigte Vorstellungen kostenlos Gutscheine erhalten. ** Arbeitsjubiläen. Der erste Meister der Zigarren« fobrif Julius Rattmann, Gießen, Herr Philipp Pfeiffer aus Lannsbach, blickte gestern m voller Rüstigkeit auf eine 25jährige Tätigkeit als Werkmeister der genannten Firma zurück. In dankbarer Anerkennung seiner Verdienste, seiner treuen, pünktlichen Pflichterfüllung überreichten ihm der jetzige und der frühere Inhaber der Firma einen namhaften Betrag. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen erhielt er einen prächtigen Nuhesessel und eine lebende Palme. Auch der ziveite Meister, Herr Karl Pfeiffer aus Wieseck, i|t bereits 25 Jahre in dem Betrieb tätig, gewiß ein Zeichen guten Einvernehmens zwischen Arbeitgeber und -nehmer. Dieser ivnrde ebenfalls bedacht. Beide 'Meister erhielten außerdem von dem Deutschen Tabakverein je eine prachtvolle, künstlerisch ausgeführte Ehrenurkunde. Silberne Hochzeit feiern Briefträger Wilhelm Depper und seine Ehefrau Theodore Tepper, geb. Fill« mann, am Freitag, 13. Oktober. Landkreis Gießen. — Musch en heim, 11. Okt. Gestern vollendete bet älieste Einwohner unseres Dorfes, Herr Johannes Seipp, bei voller geistiger und körperlicher Frische seinen 9 0. Geburtstag. Vergangenen Sonntag schon hatten sich die Kinder, Enkel und Urenkel zu einer kleinen Feier bei ihm eingefunden und es lourbcn ihm bei dieser Gelegenheit Blumensträuße und noch andere Geschenke überreicht. Kreis Alsfeld. i. Alsfeld, 11. Okt. Stadtvorstandssitzung vom 10. Oktober. Die nur fünf Punkte umfassende Tagesordnung wurde in rascher Folge erledigt. Der Vorsitzende gab bekannt, daß das Projekt einer Gruppen- wasservcrsorgung mit Eudorf nicht zur Ausführung kommen werde, da die Gemeinde Eudorf den Anschluß an die Alsfelder Wasserleitung abgelehnt habe und it)reift eigenen Projekt näher treten wolle. — Der evangelische Kirchenvorstand zu Alsfeld hat der vom Stadtvorstand vollzogenen Präsentation des Schuhmachers Georg Heinrich Hyll zum Kirchendiener die Bestätigung erteilt. — Weiter erstattete alsdann Herr Koch in seiner Eigenschaft als Mitglied der Geländeerwerbskommission für die Erbauung der Nebenbahn Alsfeld — Niederaula Bericht über die erste Sitzung der Kommission. Darnach sind für die gesamte Bahnhofserweiterung Alsfeld rund 546 Ar Grunderwerb notwendig, von denen 158 Ar von dem Konsortium der geländestellenden Gemeinden, 388 von dem Eisenbahnfiskus aufzubringen sind. Die Verteilung erfolgt also int Verhältnis von 29 Proz. zu 71 Proz. — Zur Frage der Lotterie für Kirche und Rathaus wurde beschlossen, den Lotterievertrag wegen Veranstaltung einer gemeinschaftlichen Lotterie zum Besten der Wiederherstellung der Walpurgiskirche und des Rathauses in der Fassung der von beim Ministerium des Innern dazu vorgenommenen Abänderungen zu genehmigen. — Weiteren Gegenstand der Verhandlung bildete sodann der Erlaß einer Wochenmark t o r d n u n g f ü r A l s f e l d. Das Ministerium des Innern hat zu dem ihm zur Genehmigung vorgelegten Entwurf einige Zusätze und Ergänzungen angeregt, dto ohne Besprechung genehmigt wurden. — Die von einigen Abnehmern erhobenen Reklamationen gegen die nachträgliche W a s s e r g e l d e i n s ch ä tz u n g wurden nach den Vorschlägen der Wasserwerkskvmmisswn erledigt. — Die Niederschlagung uneinbringlichen Schuldposten wurde durch besondere Unterschrift genehmigt. — Der stattliche Neubau der fyiefigen Volksschule macht rasche Fortschritte. Das Gebäude ist nunmehr im Rohbau vollendet. Mit Ausschreibung der Jnnenarbeiten dürfte demnächst begonnen werden. Tie Bauleitung hat der städtische Baubeamte. §§ Rup perlen rod, 11. Okt. Die hiesige Dampf- dresch m asch inen-Gen o ssensch aft hat ihre Dampf- dreschinaschme, mit der sie 21 Jahre lang gedroschen, oec- kauft und sich oumclöit. △ ,9$ o it der Ohm, 11. Okt. Die 'Schwalben haben uns nun endgültig für dieses Jahr verlassen. Sie sind keinesfalls frühe weggezogen wie die Störche; im Gegenteil, sie haben lange ausgehalten. Die ersten Schwalben verließen uns allerdings schon früher, ihnen sind jetzt die noch übrigen gefolgt. Dem Wegzuge der Schwalben sind die Frostnächte aus dem Fuße gefolgt, ein Beweis, welch feinen Instinkt unsere Zugvögel haben. Der Rückstrich der Kraniche ist noch nicht geschehen. Hoffentlich läßt er noch lange auf sich warten. Dem Rückzug dieser'Gäste folgt erfahrungsgemäß der Winter auf der Ferse. — In diesem Herbste, in dem die Kartof,elsträucher so lange üppig grünten, muß der größte Schmetterling Deu.schlands, der Totenkopf, nicht selten vorgekommen sein. Uns wurde von ft)em Erscheinen zweier solcher Exemplare Mitteilung gemacht und zwei wohlerhaltene Puppen dieses lings, die man in Kartoffeläcker gefunden, überbracht.^ Reichsgerichtsbrief. (Nachdruck verboten.) js. Leipzig, Okt. 1911. Klage a u f Rückzahlung der Mitgift. Wie raffiniert Schwiegermütter handeln können, beweist em Rechtsstreit, der kürzlich das Reichsgericht beschäftigt hat. -Las Tatsachenverhaltnis ist folgendes: Zum Weihnachtszeit dv Jahres 1900 hatte sich der Beklagte mit dec Tochter der Klägerin verlobt. Dabei versprach ihm die Äläaerin eine Mügw von 50 000 Mark. Nach der Verlobung gab sie dem della^ 7000 Mark, und. nach Aushändigmrg einetz Schuldscheins M*’“ . Cream anderer Seife. teere marke „rteurmg*- aiiem Ä.S. Lanolin and 'S, Lanolin — ■ ■ 1 .■**ichihmoervn weise man terfick.® — Vereinigte Chemische Werke Aktiengesellschaft. -—JtWtaai-Lawhii^fafcrU »UrtlidltMifeUr Charlottenberg, s.iiuier >» Schale und Schweine schlevvend. Brei» Durch- pro 10J i>rx Irfuiittjpret! Schien. 85—89 Ungejochte 60—53 73—78 *5 75—84 45 73-75 39 cniividclte lungere Mübe und naqeii 32—36 64—69 . 28-31 54 b3 100-103 61 L.-eldemasischafe 80-83 41-42 41 52-53 67—68 52 53-53 67—68 52 51-00 66-00 51 52-00 67—00 52 Meteorologische vcobachtungen der Station Glehen. Oft. Wetter 1911 S Ist 58.4 11 I 57/2 12 -55 4 'M b5 4 Oktober =» Sauggasmotoren - Anlagen 3. Abenvftickkurse. Dinterholbjakir 1911/12. 1. Erdarbeiter r. Die Angebote 10. 10 NNE NE NW 54 49 82—84 87—91 45 51 34 29 Tonnenschein Nebel höchste Detnveratur a>n Sliebviqite 89-93 78-87 70-75 F.C Wiesbaden. 2? lehhof-Marktveri chi vom 11 .Ott. Antrieb. Rinder 119 (Ochsen 34, Kühe 85, Bullen 0), Kälber 375. 60-62 53-56 + 12,6'0, — 0,4 1 ollsleischiqe Schweine ut4 zu 2 Zentner ^eoendgewichl ‘4.oU|iei|diiflc Schweine über 2 Zentner X:cbenöfleivid)l........ ‘lolliicifdiige Schiveine über 2'/, Zentner L.evendgeivicht tslciid)iQe Schwerne unter 80 k» Gebend- peiuidit Schate 6", Schweine 45?. Lendenz: Rinder, Kälber, M. Gestern üoIIctM Herr Johannes eei; Friiche seinen 90.9> j schon hatten sich - ?r kleinen Feier bei »ieser Gelegenheit Blue- iberreicht. 14 vM-S^ Präzisionsmotoren für Gas, Benzin, Splritit Dieselmotoren. Ueber 100 000 PS. lei Betrieb zeiverordnung, an denen sonst doch k in Mangel ist, da» Ausladen der Kohlen aus die Straße untersagte. Die Herren Kohlenhändler hätten dafür zu sorgen, daß da» Verbring.n der Kohlen in den Keller unmittelbar vom Wagen aus erfolgte. Diese Forderung liegt im Jntercss? aller Straßenvassanten sowohl als Groszy. Kultunnfpcktion Gießen. H. Steinbach. Wiabig geiiahrte Kühe und Färsen . Kai o ec. Peinte Ollastkälber A.uilere Wlaii- und beste Sa»>qkälber. u-enitrtcve Man- und gute Saugkälber 47—52 Ovcuiujcce r^auglulber ...... 40—45 c qj a ’e. 62 100 96 •JU Samstag, den 21. d. Mts., vormittags 10 Nyr, »uns einzureichen, woselbst die Eröffnung der Angebote ■4 Gegenwart etwa erschienener Bieter stattsindet. ^Auschlagsfrist 3 Wochen. «Ließen, den 7. Oktober 191L Weltausstellung Brüssel 1910 Grand Prix Diplome d’Honneur Kgl. Preuss.Staatsmedaille q. viele andere Auszeichnungen Beginn des Unterrichts: Montag, 16. Lktober 1911. Anmeldungen, sowie nähere Auskunft im Schulgebäude, Kirchi'lraße 20, Freitag und Samstag, den 13. und 14. Cftober von 10—12' und 2—4 Uhr. T« Die Vorsteherin M. König' 4. Kunstbandarbeiten und Zeichnen, 5. Bügeln und Kunstwaschen. Fonflend'ine, ausaeiuastete. hirfiHen ecblflcttivertei l öchstenS 6 Jahre alt 48—51 ?nnne. fieiidiifle, nicht auSgeniailele und ältere au-geiuästete......44—47 Markte. fc. Frankfurt a. M. Schweinemarktbericht vom 11. Cft. Anlaetrieben waren 2059 Schiveine. Bollfleisdnge Cdnveine von 80 bis 100 kg- Lebendaeividit 50.50-53.50 Mk., Schlachtgewidtt 65.00 - 68.00 Mk., uollflcifchtqe Schweine unter 80 kg Vebenbfleroirtit 50.00- 51.50 WIL, Schlachtgewicht 64- 66.- 0 WIL; vollfleischige Schweine von 100—1?0 kg L?bendgeivicht 52.00—53.50. WIL, Schlachtgewicht 65—67.00 WIL: voll fleischige Schweine von 120 bis 150 kff Lebendgewicht 52.0-- 53.50 WIL, Schlachtgewicht 66.00-67 WIL; ^e'tschivcine über 15o kg Lebendgewicht 00.00 bis 00.00 WIL, Schlachtgewicht *-<>.00-00 WIL Sauen 00—00 WIL Geschält mittelmäßig, bleibt llebcifmnb. Limburg a. b. Lahn, 1>. Skt. kruchtmarkt. Durch, schnttlspreis pro Wvertes Ms zu 7 fahren . . 38—41 Altere ausgemanele Muije itub ivemg gut Obstkuchen (sehr fein). Zutaten: 125 g (*/< Pfd.) Butter, 125 g (l/4 Pfd.) Zucker. 3 Eier, 200 g Weizenmehl, ein Päckchen Dr. Oet- ker’s Backpulver, Vs—1/* Liter Milch, 750 g (1 Vs Pfd.) geschälte Apfel. Zubereitung: Butter und Zucker rührt man schaumig und fugt nach und nach das Eigelb, das mit dem Backpulver gemischte Mehl und so viel kalte Milch hinzu, daß man einen glatten Teig bekommt Zuletzt rührt man den Eierschnee unter die Masse und füllt dieselbe in eine gefettete Springform, hierauf belegt man den Teig nut den geschälten und in sechs Stücke geschnittenen Äpfeln, bestreut ihn mit Zucker und bäckt ihn ca. Vs Stunde. An Stelle der Äpfel kann man auch mit durchschnittenen, entsteinten Zwetschen belegen. 12 3 5,5 1,7 veranschlagt zu 1203 Mark, 138 „ 040 „ H20 „ 233 „ 49 1 Liefern von Basaltlleinschlag L o. Liefern von Uebergründungsmaterial ■ 6. Liefern von Stückstcinen Die Verdingungsunterlagen liegen bei Sii'if) n e ten Behörde während der Landgericht Greifswald und Oberlandesgericht Stettin erkannten aus Abweisung der Klägerin. In den Entscheidungsgründen führt das Oberlandszericht u. a. aus: Ter Darlehnsanspruch könne durch den Schuldschein noch nicht als erwiesen erachk-n werden. Tenn nach 8 4IG der ZimlProzeßordnung begründen Prwaturkunden nur vollen Beweis baiür, daß die von ihnen abgegedmen Erklärungen von den Ausstellern wirklich abgegeben worden sind. Tamit sei aber noch nicht bie Richtigkeit der Erklärungen bewiesen. Im vorliegenden Jolle sprächen die Begleitumstände, besonders die be vorstehende Berh iratung deS Beklagten mit der Tochter der Klägerin für die Mitgift. Dazu komme, daß die Behauptungen der Äläqmn wenig der Wahrheit ähnelten, während die Gründe jnb Behauptungen des Angeklagten viel Wahrscheinliches an s ch tättm. Ta ober im Urkundenprozeß nur d?r Urkundenbeweis rulässig sei, müsse die Klage überhaupt als in der gewählten Prozeßart unstatthaft abgewiesen werden Tas Reichs geeicht hat die gegen dieses Urteil eingelegte Revision der Klägerin z u r ü ck g e w ie se n. 2000 „ der unter- Tienstftunden Der Appetit | wird ungemein gefördert durch Seiheis Nähr- o. Krälligongslikör 7i Sl. ML 2.50, -/, Fl. Mk L50 nur erhältlich: Germania - Drogerie Carl Seibel, Tel. 593 — Frankfurter Str. 39 2. Liefern von Zementröhren Chaussierung srttum der gelandwu (ja im Itthil« ’ ■ ge der Sotten ; «loii'«?'";*: Alice-Schulverein Gießen Abt. I Gewerbeschule und Handarbeitsseminar. Gewerbliche Fachkurse für: 1. Einfache Handarbeiten, GanOcL ♦* Vom Postscheckverkehr. Im NeichSpostAebiet ist die Zahl der Kontoinhaber im Postscheckr^erlehr Ende September 1911 auf 59 482 gestiegen. (Zugang im Monat September allein 816). Auf diesen Postsclieckkoitten wurden im September gebucht 997 Millionen Mark Gutschriften und 1011 Millionen Mark Lastschriften. Tas Gesamtgutbaben der Kontoinhaber betrug im September durchschnittlich 116 Millionen Mark. Im Verkehr der Reichspostscheckämter mit dem Vostsparkassenamt in Wien, der Postsparkasse in Budapest, der belgischen Postverwaltung und den schweizerischen Postsck-eckbureaus wurden saft 4,8 Millionen Mark umgesetzt und zwar aus 2130 Ucbcrtragungcn in der Richtung nach und auf 8980 Ucbcrtragungen in der Richtung aus dem Auslande. Universitäts-Nachrichten. he. Marburg, 11. Okt. Der Berliner Privatdozent Dr Georg Misch hat einen Rus als a. o. Professor sür Philo- kphie an die hiesiga Universität erhalten: er soll Professor r rmann Schwarz ersetzen, der als Ordinarius nach GreiiSwald übersiedelte. Vergebung von Wtqbauarbeitcn. Für die Fcldberein gung Gießen links der Lahn I 2eil sollen nachstehende 'Arbeiten und Lieferungen auf dein Htge schriftlichen Angebots vergeben werden: Vüchertisch. — NestrobS auSgewählte Werke. Bier Teile in einem Bande. Mit Einleitungen und Anmerkungen herauSgegeben von TT tYr. Brukner. Mit Abbildungen und Vandschristprobe. Leip- MO, Hesse u Becker Verlag. — Run ist auch Nestroh, der Possen- dichter, in den Rahmen von Hesses Reuen Leipziger Klassiker- AuSgaben ausgenommen! Der Possendichter hat sich mit seinen .puberpossen und Parodien, mit seinen Lokalpossen und Sitten- fttcken zur Blütezeit des Wiener Theaters neben Grillparzer, Öauernfelb und Raimund glänzend behauptet, er hat sogar den ’nH tieferen Volksdichter Ratmund verdrängt durch seine vollkommene Schwanktechnik, die den rechten Don für das gemüt- lil>e Wien traf. Zn Deutschland wird Restroy — abgesehen um unverwüstlichen „Lumpazivagabundus" — nur wenig ge- f'elt. Diese Ausgabe wird ihm manchen Freund gewinnen: t gewährt in Musterstücken einen Ueberblick über die vielseitige flet des satirischen Wiener Poeten, bringt aber auch dem Forscher manches Reue und manche Hilfsmittel zu weiterem Ändringen. Die Ausgabe enthält 13 Stücke, darunter eins, das hier zunr arten Male int Druck erscheint. “S >»,' •;;; [6 lOi'v v °hl dir ot0„£ al*', t. »Ai* .t«(,l jeifi K WM 119 li«n& p: ! Krltaniiliiutchung. Detr.: Tie Jahrmärkte zu Grünbe».g. Dir genehmigen die Abhaltung des GalluSmarktes zu Grünberg am 18. und 19. l. Mts. unter der Bedingung, daß nur Klauenvieh aus unverseuchten oberhessischen Zuchten zugelassen ist. Ausgeschlossen sind Händervieh und L>ändlerschweine, außerdem alles Klauenvieh aus Sperr- oder Beobachtungsgebitten. Der Austrieb der Schweine hat in Wagen SU erfolgen. Vor dem Auftrieb auf den Markt müssen säntt- ltchc Ttere dem beamteten Veterinärarzt zur Untersuchung vor« geführt werden, dessen Anordnungen pünktlichst befolgt werden müssen. Durch ein ortspolizeiliches, dem beamteten Ve- tertnärarzt vorzulegendes Z.mgnis ist nachzuweisen, daß die aus- zutretbenden Tiere unmit elbar aus der Zucht des Besitzers stammen und daß der Herkunftsort unverseucht ist, bezw. nicht zu einen« Sperr- oder Beobachtungsbezirk gehört. Alter und "W. b« Tiere muß aut dem Zeugnis vermerkt sein. Die Ortspolizerbehörden haben Vorstehendes bekannt &d machen. Gießen, den 11. Oktober 1911. Großherzogliches Kreisamk Gießen« Dr. Ufingen Llngesandt. pür Form und Inhalt aller unter üieiei Rubrik stehenden Artikel utr rnimml die Redaltion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver^n'mm'tuna ' Gießen Eine vorsintflutliche Mode, um deren Besei igung die Stadtverwaltung sich ein Verdienst erwerben würde, ist die birr ortsübliche Kohlenanfuhr für bie Wohnhäuser. Trr Fuhrmann schüttet die ganze Ladung einfach aus die Straße, so daß daS Trottoir einerseits, der Straßendamm andererseits '.von bedeckt werden. Fußgänger können nicht passieren, Wa.»en atzten über den Laufen und oerursack)en dem Konsumenten Ber- iii an Brennmaterial. Die Iie.be Jugend schleppt in ihrer spiele- 'stellung der W 7 »Mng bet von. eorqcwnm.™™*. ld. »’n W rbtii;" fleqen bi , rtfltä-un9 irut- snäff.is h« ;ct208 @ti» *®it ^gönnen [|§ dem m ,l8l"1^nl« 5 ot ib=‘-nflb '6tN '*• iS- mibe lmbflnf . '7a93ub* t""* m ■ ^«lanuniung l; ' b'9 fölöntn 5noi, ?nlr«9in «2 ni™ fcinctlti S4q. 'S™ [o|ltni»8 Sutfär feffitifltr bet3i ®nt Wi«p Tiufl, « Sün*it auf , ?n 9«nannlen 'e,ncr ^erbiensst, j(h ^reichten ihm der U /'nen ncimhaslen Belo ""'en erhielt er ein '"de Palme. ?luch t, mi§ Wieseck, ist berr ero'B em Zeichen gt? unb -nchmer. ki'let erhielten auheck ein je eine ptachtvc. nbe. m Briefträger Whe 'bote Tepper, geb. I Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Neinhardshain für 1912 Rj. liegt vom 14. d. Mts. an acht Tage lang zur Einsicht der Jnteresicnten auf unserem Bureau offen. RetnhardSlmin, den 11. Oktober 1911. Großh. Bürgermeisterei ReinhardShain. Graulich. 6247 - Rimmer Nr. 4 — zur Einsicht offen. ö Men in Prozenten des Kostenanschlags zu erfolgen, sind >»ttsahlossen, postsrei und mit entsprechender Au schrift ^^'«hen Pr0 100 tcn-etiDoit-bil der jtohlenempfänger. Ti? Herren Stadtverordne en werden ersucht, diesem fleinüablifdKn liebel ein Ende zu machen. ICircblidie Nachrichten. JsraciUi,d)c Rchgionsgemcmbe. Gottesdienst in der Spnagogc (Süd-Anlaaer. Samstag, den 14., und Sonntag, den 15. Oktober 1911; L a u b h u t t c n f e st - 1t n d c. 8. Tag. Vorabend: 5.15 Uhr. Morgen» : 8.30 Uhr Predigt. Nachmittags 4 Uhr. 9. Tag. Vorabend: 6.15 Uhr. IngendgotteSdienst. Morgens: 8.30 Uhr. Nachmittags: 4 Uhr. Feftesanögang 6.15 Uhr. Israelitische kreUgionsgesellfchaft. SotterdiensL Freitag, den 13. Cftober 1911: Morgens 0.00 Uhr. LamStag, den 14., und Sonntag, den 15. Oktober 1911: H u t t c n f e ft - E n d e. 1. Tag. Vorabend 5.05 Uhr. Morgens 8.00 llbr. Nacbnuttaas 4.00 Uhr. 2. Tag. Woiabcub 0.20 Uhr. Ingcndfe ier. WloiaenS 8.00 Uhr. Ractunitlags 4.00 Uhr. Fe'ieSan-gang 0.20 Uhr. DochengolteSdienst: WiorgenS 6.30. Uhr, abends 6.30. Uhr. Braut-Seide v.mmm.» — Schon verzollt! — Verlangen Sie Muster! — DlI/tol ti. Henneberg, Zürich werden gebraucht zur Herstellung der beliebten Van den Bergh'schen Margarine-Erzeugnisse, an ihrer Spitze die allgemein bekannten Marken Cleverstolz und Vitello Steh frisch io haben In allen einschlägigen Geschäften. Oetkers Rezepte 60000 Liter Milch täglich Fein ste M ges.gesch. Mk. Dose Oxo-Bouillon-Würfel Ringia 5637 H L. Süss Schuhhaus Tel. 434 Wettergasse Marktstr. 9 berühmten „HERZ“ - Schuhwaren Alleinverkauf der 6219 Suche für sofort 6 Zimmer Blockstraße 8 l. mieten. 4 Ziemer Läden etc. Caf6 Hettler. 6246) ene feinste Nordfeefische L> 2 Zimmer getroffen u. vtingn zu unoen ueu BEP agF AtoJjfflM Jfgü Georg Wallenfels | Marktplatz 21 i53"4! 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