Vie Ermordung ftanzöfijcher Soldaten in wie Die Leichenfeier für Oberstleutnant v. Zchlichting. K o n st a n i i n o p e l, 1. April. Heute nachmittag fand eine Leichenfeier für Oberstleutnant v. Schlichling statt, au der der deutsche Botschafter, das Persdnal der Botschaft und des Konsulats, die Minister des Krieges, der Marine, der Finanzen und des Unterrichts, das diptomatischc Korps, die Offiziere der „Loreley", die deutschen Jnstruktionsoffi- zierc, alle höheren türkischen Offiziere und sämtliche dienstfreien Tuballernoffiziere teilnahmen. Ter Sultan war durch den Prinzen Tjemalcdbin sowie durch seinen Adjutanten vertreten. Ter Großwesir und die übrigen Minister, die am Erscheinen verhindert waren, entsandten Vertreter. Nach der Trauerrede des Pastors trugen Matrosen der „Loreley" den Sarg nach dem protestantischen Friedhof, wo eine türkische Ehrenkompagnie den Salut abgab. Tie Straßen, welche der Kondukt parierte, waren von einer großen Menschenmenge gefüllt. Tie Lerche wird in den nächsten Tagen nach Deutschland übergeführt werden. Ter Mörder erschossen. Konstantinopel, 1. April. Ter Mörder des Oberstleutnants v. Schlichtung wurde heute früh erschossen. Tic Offiziere des Regiments, welches v. Schtichting befehligte, meistens Albanesen, veröffentlichen im „Tanin" einen Brief, in dem die Tätigkeit und die Verdienste von Schlichnngs hervorgehoben und ihr lebhaftes Bedauern über den Tod des beliebten Offiziers, der einem feigen Mörder zum Opfer gefallen sei, ausgedrückt wird. ßranzösisüi-Suinea. Tie Franzosen lauen einen anniia.en traurigen Fall erlebt .... Deutschland bei dec Niedermachung von Beamten durch Eingeborene nur Ponapc. Wir erhielten folgende Meldungen: Konatrl) 'Französisch-Guinea., 1. April. Ein Haupt- in an n u n b ein Leutnant, die beauftragt waren, den Wali sammensetzung des Kabinetts Acnderungen, die er für notwendig hält, vorzu nehmen. Canalejas stattete heute vormittag Morel, Romanos und Monterorios Besuche ab. Als sicher nimmt man an, daß im Kriegsministerium und Finanzministerium ein Wechsel eintritt. Sie Revision der hessischen Verwaltungsgesetze. R. B. Tarmstadl, _• April. Tie drei Vorlagen zur V e r w a l t u u g s g e s e tz r e v i s i o u, die in der Zweiten Kammer gleich nach Erledigung der von der Ersten Kammer gefaßten Beschlüsse über die Wahlrechtsvorlage hinsichtlich der beschlossenen Abänderungen zur Beratung kommen Deutschland und die zriedensidee. In der amtlichen „Nordd. Alta. Ztg." wird die 8?c deutung der Rede des Reichskanzlers nochmals hervor gehoben und festgestellt, daß die Regierung weder mit dem Reichstag noch der Mehrzahl der deutsd)cn Zeitungen im Widcrsvruch stehe. Ter ruhige, friedliche Ton des am, liehen Blattes wird auch im Auslande einen guten Eindrucl Hervorrufen: Tie „Nordd. Allg Ztg." schreibt: Ter Reich-Kanzler lehnte es in seiner letzten Reichstagsrede ab, den anderen Großmächten ein Programm für die Einschränkung der Rüstungen vorzulegen. Die vom Reichstag angenommene Entschließung der fortschrittlichen Volkspcntei scheint gleichfalls die ungeheuren Schwierigkeiten anzuerkennen, welche der Auf ficllunq eines solchen Programms entgegenstehen. Sie verlangt deshalb nur, daß Deutschland über das Programm, das etwa andere Mächte aufftellen sollen, verhandeln möge. Ten Sch ieds gerichten steht Teutschland, wie der Reichskanzler ausgesühn bat, nicht ablehnend gegenüber. Es Hal im Gegenteil den Abschluß von Schiedsverträgen gefördert und wird es auch ferner tun Aber aurb hier wird es einer praktischen Friedenspolitik dienen, wenn es die Schiedssprecimng die nicht unmögliche Aufgabe zu weist, über die Unabhängigkeit, Ehre und Existenz der Staaten zu entscheiden, ionberu nur klar zu übersehende Rechtsverhältnisse der Schiedssprechung unterwirft. Konform dieser Anschauung akzeptiert die Regierung den von England vorgeschlagenen Nachricht e n a n s t a tl s cl> über Schiffs baut en. Eine Bindung der beiderseitigen Streitkräfte liegt darin nicht; es soll nur Ueberraschungen vorgebeugt werden, die Paniken und als deren Folge ein krampfhaftes Wettrüsten Hervorrufen könnten. Sowohl im Jnlande wie int Auslande erkannte die Presse in überwiegender Mehrheit diese Grundgedanken der Rede des ReiäBkanzlers als zutreffend an. Nur die Minderzahl erblickt darin Tendenzen, welche einer friedlichen Entwicklung des Volkerlebens widerstrebten. Es verlohnt fick nicht der Mühe, ihnen im einzelnen entgegen zntreten. Sie werden bündig widerlegt durch die Politik, die Teutschland seit vierzig Jahren führt und fernerhin führen wird Tie amtliche deutsche Erklärung stellt auch falsche Auffassungen in der auswärtigen Presse richtig: London, I. April. „Westmünster Gazette" sagt in einem Leitartikel: Es wäre nach unserer Ansicht sehr bebauen lieb, wenn die emphatische Sprache des deutschen Reichskanzlers über die Friedensprinzipien int allgemeinen uns blind machen würde, der Tatsache gegenüber, daß in dieser Rede der Kanzler einen wichtigen, praktischen Beitrag geliefert hat jur Herbei suhrung besserer Beziehungen in concreto. Tie Annahme des' Vorschlages, daß Englattd und Teutschland Informationen über das Schifssbauprogramm anstauschen sollen, ist im höchsten Maße dienlich Wenn er in einem fairen freundlichen Geiste der beiden Seiten ausgeführt wird, tarnt er trotz Deutschlands Weigerung, über die Friedensprinzipien z u verhandeln, eine tatsächliche Erleichterung für beide Lander int Gefolge haben. „Glob e" schreibt: Ter deutsche Reichskanzler verwirft die l i e b e it s w ü r d i g e n Theorien der sentimentalen Pazi - fisten in England und Amerika als nnausführbar. Von einer Nation, die bis zu einem Grade, wie wir bei unserer insulareit Stellung uns niemals völlig vorstellen können, von großen Militärmächten umgeben ist, mit denen allen Deutschland gekämpft hat, war feine andere Antwort möglich. Der Kanzler stellte sich auf den Standpuntt der unaustilgbaren Grundbedingungen des m e n s ch l i ch e n Lebens, als er die Behauptung aufstellte, die Bedingung des Friedens sei die Stärke. Das alles ist für Idealisten-, die oen Tatsachen nicht ins Gesicht schauen wollen, betrübend, aber wir in unserem Teil sind dem Kanzler für den gesunden Menschenverstand, der sich in seinen Worten ausdrückt, dankbar. von Gumba, den fanati'chen Marabu:, feitzunehmen, wurden beim Einmarsch in das Torf der Walis infolge Verrätern gelötet. Tw i iratlleiice vcmä.i >g.e > ,m: er-.- a.vries uuo ichlugen den Feind in die Fluäst. Ani'er Den beid.m Offizieren wurden etwa zehn französische Soldaten getötet uno jcchzehn^verwundet. Tie Eingeborenen verloren in dem Kamps dreihundert Tote. Unter den Geiallenen befindet itd) der Sohn des Walis von Gumba. lieber den Kampf wird weiter gemelde!: Eine Kompagnie unter Dera Hauptmann Talah erhielt am 30. März den Befehl, den Marabu t von Tierno, Alin, der sich der Aufreizung zum Aufstande schuldig gemacht hat, festznnehmen. Talah, der Blutvergießen vermeiden wollte, zog unvorsichtigerweise nur in Begleitung eines Leutnants und einiger T iraillcure ins^Torf und ließ. Um seine friedlichen Absick d n z» den isen, die Flintenschlösser öffnen. Ter Hauptmann, der zunächst Gegenstand freundlicher Kundgebungen war, wurde plötzlich an gefall en und mit Säbelhieben niedere ent a ch t. Ter Leutnant und zehn Tiraillcure teilten sein Schicksal, nur zwei llnterosfeziere und drei Tiraillcure enttarnen. T e r Rest der Kompagnie nahm das Torf im Sturm und schlug mit Flinten die bewaffneten Feinde in die Flucht. Amtlich wird dazu in Paris erklärt, daß der Ueberfall auf ein Wiederaufleben der m u ) c i m a n i | cn Beweg- ii ng znrückzusühren sei, welche den Gouverneur oor fünf Jahren zwang, den Almamv Alfa Jaja nach Tahomep zu deportieren. Dessen Nachfolger Alfa Himu habe auf Anstiftungen des Wali von Gumba und der Marabuts von Fnladialon von neuem die muselmanische Agitation angefacht, welcher bereits 1909 der Ko- lonialadminislrakor Bastie zum Opfer fiel. lk. Z9 Erster Blatt 16t Jahrgang Montag, 3. April 1911 Ter «iefitner Mnjdger ÄHB • ftb WT d mmiatlich75Pß,vi?rtel- erschemt täglich, außer ▼ kJ A Ä ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ ▲ .ihrltd! Ttf. 2.20; burrti »Äf !<▲ * Aä* Afi AM f | 'M A A* A AM KiehenerZamiltenbiatter M ||W ■ g y M JF I I 1 ▼ ■ & ■ ■ IT WM« fljr W diePostDLL.—viertel- bssss Ile elf tllf lll^ I ZI II Vl< Illi/1 säs» eCfWVIIVIwVW- WIIJVWIV▼ «s» wirtschaftlicheSeitfragen ■ ■ MM Verantwortlich für den !.eriüvrcch - Anschlüsse. politischen Teil: August »S . General-Anzeiger für Hberheffe» WM Annahm? von Anzeigen Rofafiottsbrud unb Verlag ber vrühl'schen Univ.'vuch- unb Steinbruderei R. Lange. Nebattion, Expedition unb vruckerel: Zchulstrahe 7. Land"-'GHch^für den bis oornüttag^Tubn vüdingen: Fernsprecher Nr. 50 Geschäftsstelle vahnhofstrahe X6a.________________________________ Anzeigenteil: H. Beck. Die heutige Nummer umfafjt 12 Seiten- Der Abschied der Kabinetts Canalejas. im Oktober 1909 bic * * * * s * * B * * 11)iad>rid)t von der Erschießung des Revolutionärs Ferrer bekannt wurde, erhoben sich die bekannten Proteststimmen, so daß das damalige tonserva- tive Kabinett Maura dem liberalen Kabinett Morct Platz machen mußte, das im Februar 1910 wiederum von dem liberal-konservativen Koalitionsmiuisterium Canalejas abgclöst wurde. Seltsam war dabei, daß weder Morct, nod) Canalejas an eine Revision des Ferrerprozesses dachten, sondert: sie mit dem Hinweis ablehnten, das; das Mili- rärgericht von Barcelona aus Grund der bestehenden Gesetze lein airderes Urteil gegen Ferrer fällen tonnte, und seltsam war es auch, daß der Ferrerrummel in den Kulwr- ländern sein Ende erreichte, sobald nähere Einzelheiten über die Persönlichkeit Fcrrers bekannt wurden. Tic Lache bildete aber für das Ministerium Canalejas eine recht unglückliche Erbschaft, mochte and) das Kriegsgericht von Barcelona auf Grund der vorliegenden Akten und der bestehenden Gesetze nach bestem Wissen und Gewissen die Todcs- strase über Ferrer verhängt haben. Seit vorigem Montag hat nun die spanische Kammer auf Antrag der Republikaner über den Fcrrerprozcß verhandelt und so dem Ministerium Canalejas eine arge Verlegenheit bereitet. Tenn man verlangte die Revision des Ferrerprozesses, und Canalejas war nunmehr gczwungeu, oor dem ganzen Lande „Farbe zu bekennen". Tas aber war für ihn um so sd;w:erigcr, als neben bei: Republikanern auch die Liberalen der Anschauung huldigten, daß das Militärgericht gesetzwidrig gchandcl: habe, und als die Konservativen, die für die Regierungsmehrheit notwendig sind, nad) wie vor daran feslhielren, daß die Todesstrafe an Ferrer zu Recht vollzogen sei. Canalejas mußte also, wollte er den tonservativ-libe- ralen Block nicht in die Brüche gehen lassen, einen Eiertanz aufführen, indem er unter der Tevisc „einerseits - andererseits" das Verfahren gegen Ferrer mißbilligte, das Urteil selbst aber rechtfertigte. Es schien ihm das aud; bis zum Freitag, wenigstens in der Kammer, gegenüber den Reden der Republitaner gelungen zu sein, wenn nicht das Lssiziertorps von außen her die zwischen Konservativen unb Liberalen getroffene /Verabredung, den Ferrer pelz zu waschen, ohne sid; naß zu machen, durchbrochen hätte. Man sand in Offizicr-: kreisen, daß Eanalefas das Militärgericht von Barcelona denn doch zu wenig in Schutz genommen hätte gegenüber den republikmischen Angriffen. So waren die Differenzen innerhalb der liberal-konfer- vativen Blockmchrhcit schon am Freitag so scharf geworden, daß Canalejas sid) genötigt sah, einen Ministerrat abzuhalten, in dem der Abschied des Gesamtkabinetts be- fchlossen wurde, weil sid) aud) eine Uneinigkeit unter den Ministern selbst geltend machte. Madrid, 1. April. In ber gestrigen Kammersitzung erklärte Lacicrva (fonb , die Regierung habe der Revolution gegenüber ihre Pflicht getan. Die revublilanischen Redner hätten zugunsten Fcrrers nur Ungenaues, Unrichtiges vorgebracht. Tie Anwendung eines besonderen Verfahrens gegen Ferrer fei berechtigt gewesen, doch enthielten die auf den Prozeß bezüglichen Akten keinerlei Falfchuiigen oder Verstümmelungen. Tie Ausführungen Laciervas wurden von den Konservativen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Im heutigen Ministerrat beschloß das Kabinett zurückzutreten. Canalejas bleibt Ministerpräsident. Madrid, 2. April. Der König drückte Canalejas sein ferneres Vertrauen aus, inbein er ihn ermächtigte, die von ihm bisher verfolgte Politik fortzusctzen und in der Zu- was vr. Look von seiner Zlucht erzählt. Die lange. Irrfahrt, die ber entlarmc „Nordpolentdecker" Cook unternommen hat, um sich den Augen ber Menschheit zu entziehen, ist in ihren Grundzügen bereits bekannt unb, als bloße Reisebetrachtung auch eigentlich ohne Interesse; was Cook jedod) für Qualen durchgemacht hat, als er ein Jahr lang ruhelos in den verschiedensten Ländern des Erdballs die Einsamkeit suchte, erkennt man erst, wenn man seinen vierten und letzten Recheu- fchaftsbericht liest, den man uns aus „Hamptons Magazine" überliefert. Und dieser Bcrick't ist nun als menschliches und zeitgeschichtliches Totumcnt sehr inretessam. Von Halifax aus schiffte ^.ook fick) nad) Liverpool ein. Als er nad) zweitägiger Seekrankheit zum ersten Male im Speisesaal erschien, war das erste, worauf sein Blick fiel, eine drahtlose Nachrickst mit der Uebcrschrist: „Wo ist Cook?" Tie wenigen Fahrgäste des Sd)iffes kannten tein anderes Gesprächsthema als die Frage: „Wo ist Cook?", und selbst der ^er.iifskocki, ein Halbblut, mit dem Cook fick) in ein Gespräch einließ, verfiel sofort auf das leidige Nordpollhcma. Hierbei stellte sich heraus, daß er felsenfest an Cook glaubte, und so blieb dem unglücklichen Forscher nicksts übrig, als^sich auf Pearys Seite zu stellen und alle Redewendungen des Streites Peary-Coot zu verwenden, die er aus der Zeitungslcklüre behalten hatte. Achnlich auäLenb verlief bic Weiterreise von Liverpool nach Lissabon; dann fuhr Cook nach Algeciras, wo er mit ieiner Frau nach langer Trennung zusammentraf. Ter anfängliche Reiseplan, Italien aufzusuchen, wurde glcid) wieder fallen gelassen, und da das endgültige Urteil ber Universität Kopenhagen erst nach längerer Zeit zu erwarten war, schiffte sich das Ehepaar Cool nach 5 ü b a m e r i f a ein. Tie wochenlange Seefahrt wurde wirilich eine Zeit der Erholung. Hier blieb Cool wirklich unerkannt. Kurz nach der Ankunft in Buenos-Aires erfuhr Cook die Nad)- richten aus Kopenhagen. Er wußte nichts besseres zu tun, als sich svfort wieder cinzuschissen und um bie, Südspitze Südamerikas herum nach Valdivia uno weiter nach Santiago zu fahren. Zunächst blieb er unerkannt. An Bord machte er jedoch die Be- lannt)"d)ait eines amerikanischen Pillenfabrikanten, dem er sich als Arzt vorstcllte. Erst als dieser Amerikaner das Schiff verließ, erfuhr er, daß er erkannt lonv, _bciiH die Äbschiedsworle lauteten: „Good Bye, Dr. Cook," und Tags darauf^ersah Cook aus den Zeitungen, daß sein Jiicognito dahin sei. Im Hotel drehten sick) an ber Tab le b'hote alle Gesichter nad) ihm, in seinem Zimmer wurde er von Reportern bestürmt, die er natürlich alle abwies, aber wieder einen Dag später wimmelten alle Zeitungen von Interviews mit ihm. Jetzt erst — so behauptet wenigstens Cook — ging ihm eine Ahnung aus, daß die Augen der ganzen Welt auf ihn gerichtet seien und jetzt wurde seine ruhelose Wanderung zu einer wirklichen Flucht vor den Menschen. Er burdquerte Südamerika von Westen nad) Osten, aber eine ganze Wolke von Reportern folgte ihm. Wo der Zug hielt. Drängten sich Hunderte von Menschen auf dem Bahnhof und starrten ihn an; unterbrach er feine Reise, so war der Weg vom Bahnhöfe 5um Hotel ein wahrer Leidensweg durch die mellte Menschenmenge hindurch und einmal traf ev gar mit einem ehemaligen Gefährten von der Beigicaexpedition zusammen, der jedoch so ver- ininftig war, ihn nicht tennen zu wollen und sick) erst mit ihm in Verbindung seste, aiu die- unauiiäUtg geschehen tonnte. Ja er erklärte sogar — allerdings vergeblich — den Zciiungsreporterii, der verfolgte Mann sei gar nicht Tr. Cook. Erst nach längerer Reise gelang es Cool, seine Verfolger abzuschütteln, in einer ganz kleinen Stadt verließ er den Zug, legte eine Strecke im Automobil zurück und bestieg dann einen Dampfer. Kurz darauf trennte er sick) von seiner Frau, die die Sorge um ihre Kinder nach den Vereinigten Staaten trieb. Sobald die Ostrüste wieder erreicht war, setzte sick) Cook in das erste Schiss, das nach Europa fuhr, mit der Absicht Italien aufzusuchen. Gleich an einem der ersten Tage fragte ihn ein Italiener, ob er nicht Tr. Cook fei, und trotz feines Leugnens verbreitete sich das Gerücht, Tr. Cook fei unter den Reifenden. Nun war er wieder der Mittelpuntt der Aufmertsamkei: wie vorher! Glücklicherweise konnte er aut den Kanarischen Inseln nach ganz kurzer Unterbrechung Der Reise ein anderes Schiss besteigen, das ihn nach London führte, und in London fand er endlich Die ersehnte Ruhe. Kein Mensch rannte ihn. Abend sür Abend ging er allein durch die Straßen: er saß im (Safe, in der lärmenden Menschenmenge des Varietes oder im Theater, ohne beachte: zu werden. Wenn er zur Nachtzeit durch bic menschenleeren Straßen ging, dachte er wohl, wie mancher Flüchrling vor ihm in Der Millionenstadt Verborgenheit gesucht und gesunden harte. Niemand erkannte ihn, obwohl er sich ieiner Verkleidung bediente, abgesehen davon, daß er sich einen Bart hatte stehen lassen. Er lebte sogar in einem Hotel, wo viele andere Amerikaner wohnten, ja er lernte einen Mitarbeiter einer großen Tageszeitung kennen, unterhielt sich ost mit ihm, und bicicm Zeitungsmannentging es, wen er vor sick) hatte! Schließlid) wandte Cook sick) an einen Rechtsanwalt, durch den er Die Beziehungen mit seiner Heimat wieder auf nahm. Er ließ feine Familie nach Europa kommen und nun machte er eine längere Rundreise, bei der er anscheinend nie erkannt wurde, obwohl er sich fogar unter feinem richtigen Namen ins Fremdenbuch etnfdirieb. Während des vergangenen Sommers^hat er nach feinem Berichte Holland, Teutschland und die Schweiz durchreist, den Passionsspielen in Oberammergau beigewohnt und Belgien ausgefiicht, bis er sich endlich entschlossen, vor der Oessent- lichleit seine gründliche Beichte abzulegen. * — Die Internationale Ausstellung für Reise und Fremdenverkehr wurde am 1. April in den Ausstellungshallen des Zoologischen Gartens zu Berlin durckj Ansprachen des Präsidenten K u h k m a n n und Geheimrat Jakob cingelcüet, die Eröffnung selbst im Austrag des Ministers von B r c i t c n b a dj Durch Geheimrat von Der Leyen mit einem Hoch auf den Kaiser verkündet. Ter Feier wohnte eine glänzende Gesellschaft geladener Gäste bei. An die Eröffnung schloß sich ein Rundgang durch vie vollständig fertiggestellte Ausstellung, wobei die Tirektorcu Schl ie per und Willner die Führung hatten. — I n der Internationalen Kunstausstellung zu Rom erfolgte am Sonntag die Einweihung Der deutschen Abteilung. Um 4 Uhr traf Der König im Automobil ein und mürbe von Dem EhrenvorsitzenDen Des Deutschen Ausschusses, Dem Fürsten Bülow, Dem deutschen Ausstellung-Kommissar Prof. Kampf und dem deutschen Botsd)aster v. I a g o w sowie anderen Persönlichkeiten empfangen. Zugegen waren ferner die Kommissare ter anderen 'Jiaiioneu i'jidic i eroorragenDc Persönlichkeit.". der deutschen Kolonie. Fürst v. Bülow hielt in deutscher Sprache eine Begrüßungsrede. Hieraus besichtigte der König unter Führung des deutschen k'lusstellungskommissars Prof. Kampf die einzelnen Säle. — Preisaufgab c. Ter Vorstand der H n f e l a n - difchet: Gesellfchaft (für Demonstrationen und Vertrag- aus Der gesamten praktischen Medizinzu Berlin hat b. schlossen, folgende Preisaufgabe zu stellen: „F u n f t i o n c 11 e Herzdiagnostik in ihrer Anwendung, auf die ä r 31 - 11 chc Praxi s." Für Die preisgekrönte Aroeit ist ein Prcis von 1000 Mk. ausgesetzt. Einzureichen sind die Arbeiten in je zwei Exemplaren möglichst Schreibmasduneufchrift bis zmn 1. April 1912 an Geh i'A sizinalrat Prof. Tr. G 0 1 d > ch c 1 d c . , 1 I ii t müssen in in r üblichen Art mit einem Kennwort versehen fein. Tie nicht preisgekrönten Arbeiten werden auf Verlangen bis zum 1. Oktober 1912 den Einsendern urüdgegebeu. Tie B kanntmachung der Zuerteilung des Preises findet am 14. Juli 1912 statt. sollen, dürften ohne besondere Schwierigkeiten verabschiedet grundbesitzes in Thessalien und die Aufteilung! in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft, aus Anlaß ttfres werden Wie schon für; erwähnt hat sich der Sonder- unter kleine Ackerbauer ausspricht. Ausscheidens aus dem Staats er, enbahndrenst das Allgemeine «uSfAuB für dir Serroalhrnflüqeielsncbunq in der der- -------- -■-----■ Ehronzrichrn mit der Zmchrnt rrür treue Arbeit" -erlief «offenen Doch-mit den Mmtderunnsb-schLsfen der Ersten 2,*tS ........ ' ri* ?, “ '< äh^ „ , r~ iÄ WM - T Kräfte von auswärts, leisteten vor- 2luslattfc fr u: 2t. ielt srü So t« QU lo dc bi J Kammer beschäftigt und beantragt im wesentlichen, diesen Beschlüssen beizutreten. In dem Gesetzentwurf, betr. die Der Ortsgewerbeverein hat sein Vorstandsinitglied Direktor i. P. Bergen in Anbetracht seiner mehr als fünfzigjährigen eifrigen Mitarbeit zum Ehrenmitglied ernannt. Gestern vormittag wurde ihn, in seiner Wohnung durch Vertreter des engeren Vorstandes von dieiem Beschluß Kenntnis gegeben und ein Diplom überreicht. K 3)1 „ „ „ < . , -----—verunglückte ..A1*n 9. dadurch, baß er beim Brennholz- ie?y\aSc enaßt wurde, die ihm drei Fing er fltb 0. W vi aflb W bit perl ber> der Wc L» —Biedenkopf, 2. April. In der Einteilung der Gendarmeriebezirke des Kreises Biedenkopf sind mehrfache Blenderungen vorgenommen worden. Die Station Hartenrod wird nach Niederweibbach verlegt. Der neuen statwn Nredertveidbach werden unter Abtrennung dev jetzt zum ?e:,tr" Hartenrod gehörigen Gemeinden Endbach, Wommelshausen, ^ar^enrod und schllerbach die Gemeinden Frankenbach und (Snnw I ^mNodheimer Bezirk zngcteilt Der Station Weiden- hauten werden dre Orte Endbach, WommelshausLu, Hattenrod Deutsches Nerch. » , dem amtlichen stenographischen Reichstagsbericht Hut der Reichs kanzler in seiner letzten Rede die Bemerk u n g c n üb er d e n R e i ch s f i na n zstr eit in folgender Form getan: 1 * meine Herren, will ich mich auch an dem lebhaften Nachgefeckt über die Reichsfinanzreform nicht beteiligen: sehr viel wird, glaube ich, dabei nicht herauskommen (Sehr richtig!) Der eigentliche Kampf ist längst ausgefochten, gesunde Reichsfinanzen sind seine Folgen, (l)ort! hört! — bravo! rechts und in der Mitte), und diesem Faktum wird man sich auch im Volke auf die Dauer nicht entziehen können. Der Geschäftsordnungsausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses fugte neue Vorschriften über die Frak- ^onen iw Aeltestenrat und die Bildung von Ausschüssen in die ftsordnung ein. Als Fraktionen gelten solche Mit- glrednvereimgungen mit politischem Programm, die mindestens 15 Mitglieder haben. Der Aeltestenrat wird aus Vertretern der i>hnAt0PnHP xäl betl ^ Mitglieder entfällt ein Vertreter, 15?°? entsenden auch kleinere Fraktionen einen solchen. Die Aus- schutzmitglieder werden nach dem vom Aeltestenrat auf rechnungsmäßiger Grundlage ausgeftellten Plan von den Fraktionen und i hSm?' Äen Bereinigungen von mindestens 5 Mitgliedern ge- tb\v ®°56e£bcn Ausschüsse von den Fraktionen nach einem bestimmten Turnus. ’ her ir? Auswärtigen Amt der Austausch ^er . R a t i f i l a t i o n v u r k u n d e n zu deni am 30 Tairiior ^-C U t i-A? altb Großbritannien abgeschlos- Vertrage statt, durch den die Auslieferung flüchtiger An»ab?b^is-h-deutschen Schutzgebieten und einer !$er Protektorate, zumal Afrikas, geregelt wird Der Vertrag tritt am 1. Juni in Kraft vnZb'ttralkomitee der preußischen Landesvereine 6i°nrlJfci 1 °n '^VU5 toirb lb- ^Uni für ganz Preußen einen " mentag veranstalten, dessen Erträgnisse zur Be- ^reier Brunnen- und Badekuren an hilfsbedürftige ^iegsveteranen und zum weiteren Ausbau der bestehenden Vc- teranenheiine vom Roten Kreuz verwendet werden sollen. Die Wur,ttcmbergi,chenHandelskammern haben di nrrnr h!7i ^^uttg ar t abgehaltenen Konferenz einen st ä n - gäindet lüUrttcmber9tfticn Handelskammertag ge- Kreis Wetzlar. ' . D Ahrdt, 1, April. Lehrer K r a u ß, der sieben Fahre unserer Schule vorstand, ist nach Garben heim versetzt und an seine Stelle tritt Lehrer Vetter, bisher in Oberlemp. Ahrdt, das bisher schon die kleinste Sckmle im Kreise Wetzlar mit 13 Kindern hatte, wird in dem neuen Schuljahr sogar nur neun SMler zählen. Hessen-Nassau. # Fellingshausen a. Dünsberg, 1. April. Mit dem Frühjahre hat unsere Kreis-Wegebauverwaltung sich anS Werk begehen, unsere Straßen gründlich herzustellen. Für den OrtSbereich unserer Gemeinde sind für Straßen- deckung nach beiden Seiten bis zur Landesgrenze nach Rodheim 35 000 Mk. bereitgestellt. — Auch der schon häufig gerügte schlechte Zustand des Weges Rodheim—Kinzenbach wird gründlich beseitigt und zwar wird die Befestigung der Ltraße mit Basalt vorgenommen. Man kommt immer mehr Du der Ansicht, daß für Wegebauten das beste Material, wenn dessen Beschaffung auch teurer sich stellt, billiger ist als geringwertige Kalksteine, die ja in den nahen Bieberbrüchen bequem zu haben sind. - ,3um ®efanbten am persischen Hof. alB den Artikel unverändert angenommen Die Erste an der Gemeindeschuie zu Bieb-vh-im. dem Schulamtsafpiranien A'W ° Ms Or der Äühinh?swEa^ wr 191° Kammer hat jedoch beschlossen, auch die im Amte befindlichen Wilhelm Rollar vom Hoi Iben eine Lehrerstelle an ber k~etP^Lctü?lüert; /!<• ,Jr! Geistlichen von der Wählbarkeit auszuschließen und der Gemeindeschule zu Raunheim. In den Ruhestand versetzt wurde Butzbach bestimmt. ~te Wahl den.' ,-^orstandes er» Ausschuß der Zweiten Kammer beantragt jetzt in seiner wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Neckarlwusen, im 9^ bte Wiederwahl bes Vorsitzenden Hasenkrug tn Mehrheit Beitritt zu diesem Beschluß Kreise Heppenh.-im, Konr. Zorn auf sein Rachsuchcn, .unter Gießen. Lehrer Th i e r o l s-Ofsenbach hielt einen Vor- Jn der Land gern ein deord nun g befindet sich die Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, und ihm aus trag über „Die Geschichte der Stenographie und ihre Ent- analoge Bestimmung im Art. 47. Die Erste Kammer hat b°5 Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps lvictelung". d-n Kreis der Richtwahlbaren (entgegen dem Beschluß der W I°z^-'°en."'t b« Krone verl.ch« . „ . Kre,§ Friedberg. Zweiten Kammer, der die Regierungsvorlage awnahm unbLt durch ihre diplom-ü'che^VerE-Mng am besthchen tzose gc^ u Fr.ebberg, 2. April. Das dreistöckige Hou-, das auch entgegen dem Antrag des Ausschusses der Ersten beten, ihr anläßlich der am 2. April in Großbritannien statt- vor einigen Jahren als Großh. Familieneigentum erworben Amte befindlichen Geistlichen unter findenden Volkszählung Angaben über die Zahl der in Hessen wurde und in der Burg unmittelbar am Schloßgarten gelegen die Nichtwählbaren gerechnet haben wollte, nicht aber die wohnenden Personen zu machen, die innerhalb der Grenzen des jst roar feither an vier Familien vermietet Sämtlicken Volksschullehrer) so gezogen, wie ihn die Mehrheit des vereinigten Königsreichs geboren sind. Lmipfrrn ist npFünSinf Ausschusses der Zweiten Kammer beantragt hatte. Die „Her i cht s per sonalien. Der Grvßherzog hat den ^ ^ern ist gekündigt worden und die Raume we^>en für die Erste Kammer hat nun aber beschlossen- Nicht ivählbar ^S^lsessor Dr. Alsred Leon i aus Mainz zum Staatsanwalt Hvihaltung verwendet werden. Der anstoßende Garten wird sind 1. zum aktiven Heer gehörige Militärpersonen, 2. im am Provinz Starkenburg ernannt herrschaftlicher Spielplatz. — Die Präparanden, die ->-1^ schullehrer, ferner Staatsbeamte, Richter. Ter den Ruhestand mit der gesetzlichen Pension verliehen: den (£ba= ®c“nnar_bireftor§ abgehaltene Prusung m Lich bestanden haben, Ausschuß der Zweiten Kammer (von dessen 12 Mitgliedern rakter als Oberst: dem Oberstleutnant Karl Zahn, seither Kom-1 Hnb größtenteils dem hiesigen Seminar überwiesen worden. /r^u9e9en waren.') hat nun mit 4 gegen 3 Stimmen mandeur des Gendarmeriedistrikts Rheinhepen: den Charakter Sie bilden die Klasse 3a und 3b unseres Lehrerseminars, beschlossen, der Vollversammlung der Kammer den Beitritt zu diesem Beschlüsse zu empfehlen. Der zweite wichtige Punkt betrifft Art. 223, betr. ba§ Recht des Höch st beste u e r t e n Grundbesitzers auf Sitz und Stimme im Gemeinderat. Die Erste Kammer hat hier das zurzeit bestehende Recht des höchstbesteuerten Grundbesitzers einer Gemeinde, den Gemeinderatssitzungen mit Stimmrecht beizuwohnen (das im Regierungsentwurf fallen gelassen war), wieder ausgenommen. Nach den Ermittelungen der Neuerung wird, wie der Ausschußberichterstatter der Zweiten Kammer betont, zwar häufig kein Gebrauch gemacht, doch war die Regierung sowohl, wie auch der Ausschuß mit nur einer Ausnahme der Ansicht, daß die Ausübung dieses Rechtes bisher kaum mißständig, vielmehr in vielen Fällen sich recht nützlich erwiesen habe. Meinungsverschiedenheiten I Mischen Gemeinde und Standesherrschaft, Fiskus oder Großgrundbesitzer würden auf einfachere und zweckmäßigere Weise behoben, als das auf dem Beschwerdeweg möglich sei, das gegenseitige Wohlwollen werde gefördert, die Gemeindevertretung habe vielfach in juristischen oder sonstigen schwierigen Fragen einen sachverständigen Berater zur Seite usw. Der Ausschuß beantragt daher gegen eine stimme, dem Beschluß der Ersten Kammer b e i z u t r e t e n. S t ä d t e o r d u u u g , liegt der Hauptpunkt int Art. 43,1sa m in Ni n g oes Bürgervereins : Die der die nicht wählbaren P e r s o u e n näher bestimmt. i_sl, c n Die derzeitige Vorschrift, wonach Geistliche, Bolksschullehrer,! ^kems sowie Beamte der Staatsanwaltschaft und staatliche Polizeibeamte nicht zum Amte eines Stadtverordneten wählbar । den Charakter Sie bilden die Klasse 3a und 3b unseres Lehrerseminars. Wilb P?v ch unV Wilb'^W ^7'^^metstern Phil. Gartner, Z„ ih„e„ kommen noch die Schüler, die die am 6. und 'Jt 1) c I n a u 1 I L U I. aui Grund der 1896 zwischen den X' 9lpnl stattfindende Prüfung bestehen. — Im ,Hotel Regierungen von Preußen, Bahcrn und Hessen getroffenen Ver- fi^rapp" dahier fand heute nachmittag das vierte und letzte cinbarung wurden die Funktionen eines Aufsehers für den 2. Rhein- Winterkonzert unseres MusikvereinS (gemischter Chor) Bayerischen Straßen- und Flußbauamts Speyer $auamtmann ul,nmec waren biS auf den letzten Platz besetzt. Schillers Theodor Wand übertragen. -Lied von der Glocke" von Max Bruch kam zur Aufführung. **^Gieß en er Stadttheater. Fräulein Josette — Die Solisten, bewährte Kräfte von auswärts, leisteten vor- hÄÄStÄ UX’ bcr Chor unter 3ri6 ufing.rs Leitung, allerliebsten naiven Frau, fand bei guter Darstellung lebhaften der konnte diesmal der Geldfrage wegen kein Orchester Beifall. ^Toni Silva vom Berliner Residenztheater zeigte sich initwirken, sondern das Klavier (Rudolph'scher Flügel) mußte in der Titelrolle als geschmackvolle, sichere Darstellerin, deren das Orchester ersetzen. spiel vor allem durch eine bis ins kleinste gehende Lebenswahr- --Friedbera 2 Avril Die terfmiirfw r h rl Division hatte am 9. Dezember vorigen Jahres,^ den Zeug- seldwebel Ernst Müller, der am 21. August m Hanau seine frühere Geliebte, Anna JNland erschoß zu sumzehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Ge- richtöherr Berufung eingelegt weil nur Totschlag, Nicht Mord angenommen worden war. Tas Kriegsgericht des 18. Armeekorps kam nach dreitägiger Verhandlung zu der Überzeugung, daß die Tat mit Ueberlcgung begangen worden iei und verurteilte den Angeklagten zum Tode und zur Entfernung aus dem Heere. Bonn a Rh., t. April. Im Bonner Bankprozeß wurdeil beute sämtliche Angeklagten f r e i g c s P r o ch e n und die Kosten der Staatskasse auferlegt. München, 2. Avril. Das oberbayerische Schwurgericht verurteilte in später Nachtstunde den Lithographen Irl- München und den Kaufmann D v l d - Stuttgart wegen Banknoten- fälsckung zu 8 bezw 12 Jahren Zuchthaus. Irl batte für Told gegen eine versprochene Belohnung von 100 000 Mk. etwa 1000 falsche 500 Milreisnotcn angesertigt und an Told nach Zürich geschickt, der sie durch eine Mittclperson nach Brasilien schaffte Infolge Unterschlagung von Wertsendungen, die solche falschen Noten enthalten haben, die durch zwei Züricher Postbeamte verübt wurde, wurde der Schwindel entdeckt. Arbeiterbewegung. Hoi (Bavern>. 1. April. Eine "ark besuchte Tertilrrbeuer- versammlung beschloß gestern abend, die Arbeit am Montag nicht wieder aufzunehmeu. Infolgedessen roerben am 3 April etwa 5000 Textilarbeiter ausgesperrt. vermischter. — Wie Gottvater um seinen Dank kam. Peter Rosegger erzählt den Lesern seines ..Heimgarten" folgendes Ge- schichtchen von Gottvater und Petrus: Gottvater beklagte sick eines Tages darüber, daß die Veutc auf Erden, wenn fie sauren Wein haben, immer ausrufen: „H e t r- gott, der Wein ist schlecht? Immer dieses Verbinden meines Namens mit schlechten Dingen, das ist ärgerlich!" ,,Dagegen wüßte ich schon einen Rat," antwortete Petrus, „laß doch einmal einen recht guten Wein wachsen." „Du hast recht, Petrus, und das tue ich," sagte Gottvatetr. „Daß «io doch auch Gelegenheit lfaben, meinen Namen mit guten Dingen zusammen zu nennen." Hierauf ließ er ein ganz ausgezeichnetes Weiniabr los. Und dann schickte er Petrus hinab, um zu erfahren, was die Leute dazu sagten. t Petrus blieb lange aus, unb als er endlich zumckkam, war er sehr mißmutig. , .. . „Nun, Petrus, was tagen ne zum neuen Wem?" fragte ihn Gottvater. Ä , „Herr," antwortete Petrus, „du hast fern Glück. Tu kannst machen was du willst, so werden sie dir doch nie die Ehre geben." „Was treiben sie denn?" „Ja," sprach Petrus, „da zechen sie, schnalzen mit der Zunge unb sagen: „Teufel, der Wein ist gut!" Amtlicher Wetterbericht. Lcffcntliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen nm Dienstag dem 4 April 1911: Zunächst trüb, später aufheiternd, noch leichte Regenfälle, kühl. Letzte Nachrichten. Ein großer HafenarbeiteratiSstand in Mannheim. Mannheim, 3. April. Hier sind 2000 Hafenarbeiter in den Aus st and getreten. X Hanau. 3. April Aus dem Braunkohlenbergwerk Gustav bei Tettingen wurde der Arbeiter Walter aus Seligenstadt von glühender Asche überschüttet unb schrecklich verbrannt, daß er bald btnaiiT int Krankenhaus in Hanau starb. Berlin, 3. April Tic Schwiegermutter des Reichskanzlers, Frau A g n e § v o n Pfeil, ist gestern im Mter von 64 Jahren hier gestorben. Cetinfe, 3. April. Nach einer von der Grenze ein« getroffenen Meldung war gestern nachmittag Gewehr- und Geschüßfeuer von einem Kampf zwischen Aufständischen und den zur Unterstützung der Garnison in Tuz i aus Skutari heranmarschicrenden Truppen zu hören. Der Hauptkampf spielte sich zwischen Teschitfch und Plani- nitza ab, wo die Aufständischen Stellung bezogen hatten Es scheint, daß die Aufrührer zurnckgeschlagen worden sind, da ein Teil der aus Skutari kommenden Truppen bis Tuzi Vordringen konnte Sowohl die Aufständischen als auch die Truppen hatten große Verluste; die Höhe ist unbekannt. leinen Srlninntnuutjimg 8 Zur Saat em vielt le Alleinverkauf der berühmten „Herz"-Schuhwaren Bei Süd-Anlage 7 Tel. 680 an 2288 Dr. Schäffer, Blockstrasse Bürgerverein Giessen Der Vorstand. Gieß en, den 31. März 1911. Mi Amtlicher Teil. Hinwegen. * Leipziger & Cd. Marktstrasse 9 wissentlich mit Ge- GepüststricRe und Hollseile hält stets nur Lager und offeriert z. billigsten Preisen 1218) Ludwig Lazarus, Asterweg 53. Fernspr. 505. 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Verbringung von Tieren zur sofortigen Abschlachtung nach einer Schlachtstätte innerhalb derselben Gemarkung oder auch Betr.. Wie oben. An die Großh. Bürgermeistereien Ober« Hörgern, Eberstadt, Lang-Gönß, Holzheim, Gröningen, Dorf-Güll, Muschenheim mit Berger- und Neumuhle, Birklar, Bettenhavsen, Obbornhofen, Bellersheim, Lich mit Kolnhausen und Utphe mit Feldheim, an das Großh. Polizeikommisiariat Arnsburg und die Großh. Gendarmerie des Kreises. Wir machen Sic auf vorstehende Bekanntmachung ganz besonders aufmerksam. Tie Großh. Bürgermeistereien wollen die erlassenen Anordnungen ortsüblich bekannt machen lassen und außerdem die Viehhändler, die in Ihren Gemeinden wohnen, 'christlich oder zu Protokoll noch besonders auf diese Vorschriften prima M-u.-Mrloüclil 2077 'Petr.: Maßnahmen zur Abwehr und Unterdrückung der Maul- unb Klauenseuche. Wegen Ausbruchs ber Maul- unb Klauenseuche bei dem Pächter Weder in Münzenberg Kreis Friedbergs muß ein Beobachtungs- gebir gebildet werden, das folgende Gemarkungen des KreisesGietzen umfaßt: Ober-Hörgen, Eberstadt, Lang-Göns, Holzheim, Grü- । iting^n, Torf-Güll, Hof-Güll, Arnsburg, Muschenheim mit Berger- I und Neumühle, Birllar, Bettenhausen, Obbornhofen, Bellersheim, Lich mit Kolnhausen unb Utphe mit Feldheim. A. Für das Beobachtungsgebiet wird bestimmt: 1. Tie Abhaltung von Viehmärkten (auch Pferdemärkten^ und Tierschauen ist verboten. 2. Ter Austrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet auf auswärtige Viehmärkte ist verboten. 3. Innerhalb des Beobachtungsgebietes ist das Treiben von Klauenvieh ganz verboten. Das Führen einzelner Ziere an der Leine unb bas Fahren von Tieren im Gespann ist gestattet. Der Weidegang kann im Bebürsnissall vom Kreisamt unter Beobachtung strenger Sicherungs-Maßregeln gestattet werden. 4. Tie Ausfuhr von Klauenvieh zum Zwecke sofortiger Ab- schlachtung ist auf Grund besonderer Erlaubnis gestattet, deren Erteilung wir den Großh. Bürgermeistereien der genannten Orte übertragen. Diese Erlaubnis wird nur nach tierärztlicher Untersuchung und auf Grund eines tierärztlichen Zeugnisses erteilt, welches nur 24 Stunden Gültigkeit Hal. Ist durch das tierärztliche Zeugnis bescheinigt, daß keins der auszuführenden Tiere von ber Maul- unb Klauenseuche bet'allen ist, so ist die Ausfuhr unter ber Bedingung gestattet, daß die Tiere zu Wagen ober auf Wegen transportiert werden, die j von .Klauentieren auf seuchenfreien Gehöften nicht betreten werden: a) nach benachbarten Orten, d> nach in ber Nähe befindlichen Eisenbahnstationen behufs Weiterbeförderung nach Schlachtviebhofen ober Schlachthäusern unb zwar im Fall al unb b), vorausgesetzt: 1. daßdie Polizeibehörde des Schlachtortes sich mit ber Zuführung ber Tiere vorher einverstanden erklärt hat, 2. baß bie Tiere diesen Anstalten direkt mittels ber Eisen bahn ober doch von ber Ablabestation mittels Wagen zugeführt werben. Durch vorgängige Vereinbarung mit ber Eisenbahnverwaltung oder burdi unmittelbare poli zeiliche Begleitung ist dafür Sorge zu tragen, baß eine Berührung mit anderem Klauenvieh aus dem Transport nicht stattsinden kann. Bekanntmachung. B e tr.: Auftreten der Maul- und .Klauenseuche. Wegen der Ausbreitung der Maul unb Klauenseuche hat Großh. Ministerium des Innern angeordnet, daß die Pferde- Märkte und Veranstaltungen, wie Pferdeschauen, Stutenkörungeit usw. bis auf weiteres verboten sind. Gießen, den 31. Mär', 1911. Großherzogliches Kreis amt Gießen. > I. V.: LangerNtzss. Vertreter: Peter Kronenberg E. Karn. Central-Drogerie Gebe. Michels, Drogerie Ang. Noll, Kreuz-Drogerie A. Schäfer. Viktoria-Drogerie Carl Seibel, Germ. - Drogerie. Rollbahnen - Anschluss gleise. Miete u. Kauf. Neu- u. Altmaterial vorrätig. Frankfurt a. M.. in nur höchstkeimenber Ware. M ÄrtttW Obst-, Gemüse- und 21\ PlUMl, Nartoffellmndluna, Neuen Bänc 7.THcron 612. Giessen. TZZ T 77 Rp«en Schrubber Scheuerbürsten, Scheuertücher, Seifen, Schmirgel. Metallputz. Stahlspähne. Parkettseife, Bodenwachse. Bohner. Poliertücher, staubbindende Fuss- Haiisnalllinjcs- boden’öle Fussbodenglanzöl, schnelltrocknende Berns!einlackfarhe. 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Die Ausfuhr von Zuchttieren ans einem Beobachtungsgebiet zum Zweck ihrer Einstellung in ein Gehöft außerhalb des Beobachtungsgebietes ist verboten und kann auch nicht gestattet werden. Tie Verbringung von Zuchttieren aus einem Bestand des Beobachtungsgebietes in einen anderen Bestand innerhalb derselben Gemcnckung oder in eine andere Gemarkung innerhalb des Beobachtungsgebietes kann von dem Kreisamt ausnahmsweise gestattet werden Tie Genehmigung hierzu ist jedoch stets nur von Fall zu Fall und nur unter der Bedingung zu erteilen, daß der Bestand, aus dem bie Ausfuhr ftattfinbet, unmittelbar vor dieser aus seine Unverdächtigkeit untersucht wird l Ziffer 4>. Auch diese Untersuchung kann durch den zuständigen Fleischbeschauer erfolgen, wenn die Tiere innerhalb derselben Gemarkung verbleiben. ,6. Tie Sammelmolkereien dürfen Magermilch, Buttermilch und Molken nur in abgekochtem Zustand abgeben. Tem Abkochen gleichzuachten ist eine 1 jtünbige Erhitzung auf 90° C. Tie zum Transport ber Milch benutzten Gefäße müssen vor ihrer Entfernung aus der Molkerei innen unb außen mit heißer Sodalaugc gründlich gereinigt werden B. Ter Hausierhandel mit Geflügel ist im Sperr- und Beobachtungsgebiet verboten. C. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen wer- Zur Konfirmation in Steins Saalbau hl taMlnng Tages-Ordnung: 1. Die Verlegung der städt. Acmter in die alte Klinik als zukünftigem Rathaus 2. Verschiedenes. Wir laden hiermit alle Einwohner unserer Stadt zu der Versammlung freundlichst ein und rechnen auf zahlreiche Beteiligung. Schuhhaus L. Süss WX‘ Täglich frische Jnghnrt I>ick-Milch Glas 25 Psg. zu haben im (1705 Reformhaus Kreuzplap 5. Honorar für die Vorschule bas ganze Jahr 45 Mk. Schullokal Alicestraße 19 Gartenhaus. Gesl. schriftliche Angebote unter 01907 an den Gieß. Anz. erbeten. ? mit Brut vernichtet radikal Eademachers Goldgeist schützt. Nr. 75)98. Geruch- u. farblus. Reinigt d. 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