gISffgn Sbeff’n^Sr^: oblcn.imdimt .nb ^K.^iicr iWn Zwei vismarckdenlmäler. »—Born Wettbewerb für das Bisrnarck-Na- tion al b en £m al in Bingerbruck. Der Kunstaus- schuß für den Wettbewerb um das Bisrnarck-Dentrnal in Bingerbrück teilt soeben eine Reil>e der an der Monturrenj beteiligten Bildhauer mit. daß er eine Publikation her Wettbewerbs-Entwürfe in allernächster Zeit herausgeben wolle. Der Ausschuß bezeichnet es nicht als ausgeschlossen, daß die Künstler, falls sie selbst noch Ergänzungen oder Abänderungsvorschläge oder zur Reproduktion geeignete und ihnen besonders wertvolle Details haben, diese bei der Reproduktion berücksichtigen, wobei natürlich Abänderungsvorschläge als solche charakterisiert werden müßten. In nächster Zeit soll ohnehin den Teilnehmern am Wettbewerbe anheimgestellt werden, Abänderunasvoxschkäge zu üiachen. Tie Veröffentlichung soll möglichst fofujt herausgegeben werden. — Entscheidung in dem Wettbewerbe für ein Bismarckdenkmat an der Odermündttng. dem Wettbewerb für das große Bismarck Denkmal, das die Provinz Pommern dem Altreichskanzler bei Stettin errichten will, hat das Preisgericht seine Entscheidung getroffen. Den ersten Preis erhielt Pros. Wilhelm Kreis, der Düsseldorfer Architekt. Der zweite Preis wurde dem Berliner Bildhauer Prof. Hermann Hosaens zuerkannt, der dritte wurde einem jüngeren Künstler, dem Berliner Bildhauer Hermann E n g e l in Berlin-Zehlendorf, bestimmt. Ferner wurden zwei Entwürfe angefauft, der eine, eine Arbeit zweier Kölner Künstler, des Architekten Gipping und Bildhauers Moe ft, der andere ein Werk des Stettiner Architekten Föger. 40GÜ, 2500 und 1500 Mk. wurden an Preisen verteilt, je 1000 Mk. sind für die augetauften Entwürfe bestimmt. Wilhelm Kreis hat einen Ku ppel- ban entworfen. Auch die beiden eingereichten Arbeiten von Hofaeus zeigen den Bildhauer zugleich aiS Architekten. Der eine Entwurf zeigt einen Aufbau von drei Säulen mit der Figur eines Löwen. Als Platz ist der Weinberg, eine Erhebung am linken Cbcrufer, einige Kilometer unterhalb Stettins, in Aussicht genommen, wo das Denkmal wie das Hamburger Hugo Lederers ein weithin sichtbares Wahrzeichen bilden wird. Deshalb war al- Bedingung gestellt, daß es von der Cb er aus unb auch an- der Nähe eine geschlossene unb wirksame Umrißlinie erhält Der Wettbewerb trug hauptsächlich Dorbcreitcnben Charakter und war mehr als eine Art Ibeenkoniurrenz ge dacht. Für die Ausführung, für die die Summe von 200 000 Mk. nicht wesentlich überschritten werden sollte, wurde daher feine Bestimmung getroffen. seine Rente bietet. . u Was die wirtschaftliche »cito von Heer unb tyw>ttc anbelrisft, so ist sestzuftellen, daß dadurch I)uuberttau)enb von Deutschen Brot und Arbeit finden. Ein noch größerer Gewinn erhellt aus der Tatsache, daß sie uns während eines vierzigjährigen Zeitraumes den Frieden erhalten haben, und "noch nicht lange ist es her, daß durch die Wucht der deutschen Waffen sich die orientalischen Wirren friedlich lösten. ..... ~ . .. Bei der «eurieilung der zukünftigen steuern ist fest- zuhalten, daß es Steuern gibt, die den kleinen Mann nicht belasten, das ist jede Art von Lurussteuer, aber hier zeigt sich die Unfruchtbarkeit ber liberalen Parteien, die auf keine Steuer eingehen, die die Börse belastet. Die Sozialdemokratie ist nicht in der Lage, bic tcrcjfen ber Arbeiterschaft zu vertreten. Sie mußte denn einen vollständigen Frontwechsel vornehmen unb mit ihren seitherigen Grundsätzen brechen. . . ± Ein gefährlicher Gegner jeden Fortschritts auf wirtschaftlichem Gebiete, sorgt der Hansabiind für Verwirrung unb ist nur für die Förderung ber Interessen des Groß- — Professor van't Hoff i. Ter berührte Chemiker und Professor an ber Berliner Universität, Geheim rat I. van't Hoff, ist im Alter von 59 Jahren in Sieglitz einem langjährigen Lungenleiden erlegen. Professor Jakob Heinrich van't Hoff gehörte durch feine bahn brechenden Arbeiten auf dem Gebiete der physikalischen Chemie zu den Gelehrten von Weltruf. Er war in Rotterdam 1852 geboren, studierte in Leiden, Bonn, Paris unb Utrecht Naturwissenschaften, wurde 1876 in Utrecht Dozent unb 1888 ebendort Gründer und Leiter des Instituts für physikalische Chemie. 1896 folgte er einem ehrenvollen 5hif all ordentlicher Honorarprofessor an die Berliner Unu Der ität unb zugleich als Mitglied der Akademie ber Wissenschaften Seine Arbeiten sinb für die Entwicklung ber Chemie von hoher Bedeutung, besonders bic neue Theorie ber Lösungen, worin er die Identität des Gasdruckes und osmotifcveli Truckes nachweift. Außerdem schuf er die Basis zu der in unterer Zeit zur Blüte gelangten Stereochemie deren Grundsäße er in feinem Werke „Die Lagerung der Atome im Raum 'niederlegte. Von seinen zahlreichen Ehrungen seien die Gerietoung des Nobelpreises im Jahre 1901 unb ber Helmholtz-Medaille der Preußischen Aia- demie der Wisjenfchaften von 1911 genannt — Fnr Friedrich Spieltagen fand am Mittwoch nachmittag im Traueryause zu Berlin eine würdige Tranerfeicr statt, an ber sich neben Schriftstellern und Künstlern besonders auch Vertreter der Bonner Burschenschaft Frankonia", der Spieihagen 1848 angehörte, und die Berliner Burschenschaften beteiligten. Kränze legten ferner nieder die Vertreter der S.äbtc Berlin, Cl-ar lottenburg, Magdeburg unb Stralsund, des „Vereins Ber lincr Prefse", des „Vereins Berliner Künstler" sowie viele andere. Pfarrer Niethack S t a h n hielt bic Gedächtnisrebe unb schilberte in großen Zügen bas^Leben unb Wirken Spiel Hagens. Tarnt trat Hermann Sudermann vor und widmete dem Dahingeschiedenen tief empfundene Worte Ihm folgten n. a. noch der erste Chargierte der Bonner „Frankonia" und Oberbürgermeister Reim ar ns -M a g bcbur g. In großem Trauerzuge, ben bic studentischen Vereinigungen zu Wagen eröffneten, ward sodann der Sarg zum Friedhof der Kaiser-Wichetm-Gedächtniskirche am Fürstenbrunner Weg nach Westend gebracht. _ Tie Mitte der Welt Dächer als Wasserscheiden zweier Meere sind nichts ganz Seltene*. Cinc solche ioeltbc öeutenbe Rolle spielt z. B. das Schloßoach des Fürsten Hohen lohe Schillingsfürst in rfiothenburg an der Tauber. Tw südliche Dachrinne läuft nach Franckenheim in die Wörrni^ intb durN bic Donau nach dem schwarzen Meere, die nördliche nach oer Tauber und durch Main unb :nl)cin zur Nordsee. In oer Schweiz sind ähnliche Fälle noch häufiger. Hier hantelt es sich imi Wasser,cheide von Nordsee und Mitiellämi-chem Meer. BciVeve» im Genfersee findet sich oberhalb ter Stadt ein das Rhein- und Rhonebedeu in unparteiischer Gerea tigleu speisendes Dach. Ein andere- bei Eossonan zwischen L’aiiiannc und Neuchalel gab tem Gehöfte feinen Namen. Er führt den prunihaftcn Titel: Die Mitte ber Welt! — In Göttingen ist am 28. Februar bet Romanist, ord. Professor an ber bortigen Universität, Geh. Iustizrar Dr. Ferbinanb R e g c 15 b c r g e r im Alter von 80 Jahren gestorben. In ber Kolonialsragc stelle sich seine Partei entgegen ben Gruiibsätzen ber Sozialdemokratie auf den Standpunkt, baß bic Erhaltung unb ber Ausbau der Kolonien eine Lebensfrage für bas bcutschc Volt bcbcutc. Er luoilc Ijcuti nicht auf die Bedeutung ber Kolonien für die Laubwirt- schaft, nicht auf bic Ausfuhr von Kakao, scfal, Eopra, Vieh unb anbevc Dinge eingehen, nur eins stelle er fest, da- jci hie Bebcutung der Baumwolle für unsere. Textil- inbuftric unb Dcbinbustrie. Wenn Noxbamerika, von wo her wir bic Rohbaumwolle beziehen, infolge von Ring- bilbungcn ober aus irgenb welchen Gründen die Grenze für bic Baumwollausfnhr sperrt, so ist das für uns em nationales Unglück, wenn wir nicht auf andere Weise inefer Möqlichtcit begegnen, uns wirtschaftlich nach dieses scite hin frei machen. Angesehene foziaibemokrawche <-chrifl- steller wie. Galroer unb Hildebranb stehen auf demselben Standpunkt. Sic rasen dem Arbeiter zu: Bedenken Sic doch, daß Sic nicht bloß Konsument, sondern auch Produzent sind! Die Fnrsorgegesctze für die Arbeiterverjicherung er- fordern hente einen Aufwand von lJ,i Milliarde seitens' dev Reiches, wobei darauf hinzuweisen ist, daß diese Gesetze gegen die Sozialdeuiokraten geschaffen wurden. Andere Länder tun heute noch wenig oder nichts für ihre Aroeiter, luic Sübefiim und Liebknecht in den nordamerikanischen Freistaaten sich selbst überzeugten, wo der Arbeiter im aalle der Arbeitslosigkeit auf der Straße hegt, ebenso liegen die Verhältnisse ut London, wo der 36. Arbeiter Arnicnunterstiitzling empfangt, während man bei uns dem Arbciior im Falle ber eit- unb tttt Alt«, Die im großen Saale des Cafe Leib einbernsene Wähleroersammlung, in ber sich ber Kanbibat ber wirtschaftlichen Bereinigung, Dr. Ferbinanb Werner, ben Wählern vorstellte, war lange vor ber angesetzten Zeit von Parteigenossen aller Schattierungen besucht. Ooerbibliothclar Dr. Heuser eröfsnete furft nach i/$9 Uhr bie Versammlung unb wies Darauf hin, baß ber gemeinsame Kanbibat her deutsch- sozialen unb christlich-sozialen Partei unb ber wirtschaft lieben Bereinigung, Oberlehrer Dr. Werner, ber auch zugleich vom Bunb ber Lanbwirte anerkannt fei, bie Gelegenheit ergreife, fein Programm barjitlegcn, bas, wie er bc- fiimmt hoffe, gleicherweise ben Interessen von Stabt unb Land entgegenfomme. Nach einem Hoch aus Kaiser unb Grohherzog, in bas bic Menge krästig cutftimmte, erteilte er dem Rcichstagskanbibaten Dr. Werner das Wort. Dr. Werner führte hierauf etwa folgcubes aus: Noch ist es nicht lange her, baß ein wackerer, deutscher Manu, der Reichstagsabgeordnete Köhler-Langsdorf, dem die Organe aller Parteirichtungen das Zeugnis eines^ehrlichen Politikers ausstellten, von uns gegangen ist. Sein Programm gipfelte in dem Satze, ein Vertreter redlicher Arbeit fein zu wollen, unb er stehe nicht an, sich ebenfalls auf diesen Boden zu stellen. Wer mit offenem Auge hinter die Kulissen zu sehen gewohnt sei, werde ihm Recht geben, wenn er behaupte, daß alte politischen Parteien nur Umschreibungen der wirtschaftlichen Interessen sind. Große nationale Fragen sind, so fuhr er fort, nicht mehr zu lo,en, es gilt vielmehr, das Deutsche Reich wirtschaftlich stark zu machen. Denn auch zugegeben werden muß, daß sich die Liberalen um die Gründung des Reiches große Verdienste erworben haben, so mutz doch auch hervorgehoben werden, daß sie in wirtjchastlicher Beziehung vollständig versagten. Der Redner unterwirft nun die einzelnen Parteien emer kurzen Kritik, wobei er nachzuweisen fncht, daß seine Partei den Gedanken des wirtschaftlichen Aufschwungs in richtiger L-eife ersaßt hat. Der Liberalismus aber habe das Vater- i ianb im Stiche gelassen, als es galt, die Reidfsslnanz- I) rejorni zu schaffen, unb die Parteien, die des Reiches Not | beendigten, halten dadurch tausendmal mehr geleistet, als I alle andern, bic sich grollend zur Seite stellten. Emc , ^gcnLreiche Tat war es, als Bismarck bic «ck'.ntzzolle ein. führte, ohne bie Deutschland zu Grunde gegangen wäre, unb burdi bic ber Trostlosigkeit ber wirtschaftlichen Lage ber siebziger Jahre bes vorigen Jahrhunderts ein Ende gemacht wurde. Seitdem ist die Getreibeproduktwu stetig ui bie Höhe gegangen, so ba» im Jahre 1908 sogar bentsches (betreibe ins Auslanb versch.ckt würbe. Auch Die Viehpro- buttion, bic einen Seuchenschutz bringend nötig hat, erfreut sich einer aufstrebenden Tendenz, wenn auch heute noch nicht der ganze Bedarf an Fleisch im Inland erzeugt wirb Hand m Hanb bamit ging ein stetiges et eigen ber Arbeitslöhne, sowie ein fast breintal so großer Fleischverbrauch, pro Kops berechnet, alles trotz bes Wachsens ber Bevölkerungs ziffer von 41 Millionen auf 65 Millionen. Was dem einen Staub recht ist, muß inbessen bem anbem billig zugestanben werben. ES sollten boch bic Arbeiter bem Landwirt nicht verwehren wollen, wenn er sich, gerade so^wie sic cs getan, organisiere, um dadurch seinen gerechten Forderungen mehr Nachdruck verleihen zu können. Beide Stände sollten sich verstehen lernen unb Hanb in Hanb miteinander gehen, was indessen nur möglich ist, wenn der Blick auf das Ganze gerichtet wirb. Bis jetzt allerbings versteht ber eine Teil hinter ihm Die Not bes Mittelstandes ist einzig durch den Liberalismi' , verschuldet, sic ist eine Folge ber liberalen, schrankenlosen Gewerbefreiheil. Der Mitlcl,lanb und der Bauernstand müssen dagegen gejchützt werben, -tut)au Sitte, deutscher Sinn sind zu erhalten notwendig, llnfci Volk kämpft eben schon einen heftigen Kampf nut den Feinden des Deukschlums im Osten. Jene Piomerc, beut dien Wesens und deulsckjer Art haben unsere iLvmpathiC Sorgen wir dafür, daß der deutschnationale Gedanke unmer mehr gepflegt werde, sorgen wir, dal; wir politifch frei und wirtfchaftlick) stärker werden. Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten. Geffemliche Wählerversammlung für die Kanöiöatur Dr. Werner. Gießen, 3. März. gung wird wesentlich erschwert durch das Verhalten der frei- uunacii Presse, die bemüht ist, die Kluft zwifchen den cm- zeincn Ständen zu vergrößern. Dies sei sehr bedauerlich und diese Presse müsse darum bekämpft werden. x te bindende Landwirtschaft habe die Industrie günstig beeinflußt die ja von der Landwirtschaft ui hohem Mape abhängig ci. Tie einzelnen Zweige der Industrie bcbiufteii vielfach bes Schutzes, um gegen Ueberflutung burdi ben zluslands- markt gesichert zu sein. Als Beispiel führte er ben Pflastersteinzoll unb _3dII auf Haarhüte an. Alle Staaten sinb zum Sd)ntzzoll iibcr* gegangen, ntib wenn Dänemark seine ^mbnftrlc nicht fdmtze, io ließe sich biefe Tatsache leicht baburdi erklären, es fast keine Industrie habe, sonderu cut vorwiegend ackerbautreibender Staat sei. Ucvrigens ist tue Lxrage des Schutzzolls nur cinc Zwcckmäßigkcitsfrage unb richtet sich nach dem Bedarf. Stabluerorbntlct Nippel-Hagen führte and: Wir alle haben’ die Pflicht, in der heutigen ernsten Zen bei ocui großen Unverstand bet Manen polttnche Auf tläruna zn üben. Es steht außer alleni Zwencl, datz die Gleich gültigteit des liberalen gebildeten Bürgertums m boutifdieit Fragen auüerinbcntlid) groß ist, und babet behaupten btc raten, bie geborenen Führer zn fern. Um Oie .Irbtiterichaii hat man sich nicht gekümmert, sie ivar auf sich angcwiefen uno Hai eine ichr rege politische Tätigkeit entfallet, bic nut ^rciibcii ieituutellcn ii'i. Wenn aud) Dciitschlanb nach aunen hm mächtig dasteht, wenn es auch ein schlagfertiges Heer und eine tüchtige Marine besitzt, so daß ber Franzose und Engländer cs mem fürchtet als er cs liebt, so müssen wir boch ans der Hut fein. Erw vor wenigen Tagen ist in Frankreich durch ben Lturz des Kabinetts Brianb mit Deleaiis wieder ein Manu ins franzomme Ministeiium eingetreten, dessen Teutschseiiidltdch'tt zur Genüge bekannt ist. Darum ist die Forberung ber ^03ialtenwFratic, abzurüfteu, iwllftänbig unmöglich. Es ntünen Opfer gebtadu n,erben, bamit ber Bestaub bes DcuNchen Reiches erhalten bleibt. Denn nicht bloß Heer unb Marine können ""Reich erhalten- Reiche sind zuiammeugesunken, weil die Führer ihre nttllche Psluht neiidumt haben - fonbern Opfer, bic auf bem Altar bes Hatn landcS bargebracht werden. Wer ehrlich Ut, muß zugeben, daß iede ■sntcrcficngruppc steuer'cheu in. Die Reidisfmanzreforni ut eine, nimmt,aste Tat, burd Die, weim itc aud) nidjt w alten etuden befriedigt, doch der Grund zu einer gedeihlichen finanzieUeu EutwiÄung gelegt ist. .... . , ,. Ter Liberalismus ift nicht mehr leoensiahig, burd) bic Sozial bcnwtratic wird er verdrängt unb die wüsten Hetzereien, bic Jett ben Tagen bet Fmanzreform von ben Liberalen getrieben werden, bringen nur uev Sozialdernolratie Nutzen. Eiu i chwarzblaue l Block besteht tu Wirklichkeit nicht, wie dies bic Verhanbluugeit tm Rekchstage beiveisen. Der Redner poiemfitcrt bann gegen btr Natioualliberaleit unb charakterisiert sic als Partei ^rej)fd)elbe. in Baden hätten sie ein Bündnis mit der Sozialbernokratie gegen das Zentrum geschlossen, im Industriegebiet leien itc von oeii Großinbustnelleu beeinflußt, unb bic Stellungnahme der hd fließen 9ia.tiouaUiberalcn fei überhaupt nicht festzustellen. Im Reichstage hätten ne bura) ben Paragrovh 2'A bes Euttommeu steizeraelltzes den Arbeitern den größten -s di ab cn zu gefugt. Tic forrschrittliche Bolksvarlei war bereit, bie ,yuhuisrerorm mitzumacheu, wenn ihr gewisse Zugcstäubnisfe gernachl wuroen Berechtigt ist bic Forberung nach einer direkten Heranziehung des Kapiials, bamit bic Großinbuslrtellen getroffen werten, '^tircb die Haltung ber fortschrittlichen. Volkspartei ist den Beftrebungeu mancher Finauzkreisc, der Bank und Börsenwelt nur gedient luorbcu. Der Freifiiiii bat sich schon immer gegen jebe Bc ftcucrinig des mobilcit Kapitals mit Entschiedenheit gewehrt, weil dadurch ber Gelbmarll in seiner Bewegungsfreiheit gehindert mtd lahm gelegt würde. Aber gerade hier müßte ter Hebel angcicPt werben, der Grund und Boden dagegen dürfe nicht weiter in der Besteuerung hcraugezogen werben. , . . 4(it uiiicvcr bcicäbrtpu ^chutzMoUPoiitik Müncn wir icfü-allcii aus wiitfchaftlicheu Gründen, wie dies Herr Dr. Werner schon ausführlich dargelcgt hat. Audi bic geographndjc Lage zwingt uns *,u dieser Politik, ein Ceffncu der Grenzen wäre der Untergang der gesamten Bevölkerung, iorool;L der Landwirtschaft betreibendem als auch der arbeitenden Stäube. Durch das Experimen^CapriPis mürbe zur Genüge bargetan, daß ein Herabsctzcn der Schutzzölle nur Nachteile bringen kann. Tie ganze Frage ber ^chu^olll politit' ist eine Zweckmäßigkeitssrage. Augeudlicklid) ift ter Schutzzoll notig, sollten andere Zeiten eintreten, kann er icberzeit abgeschafft werben. Zum Schlüsse seiner Aussübrungeu hob der Rcbner hervor, baß der Reidi->lagskandibat Dr. Werner offen und ehrlich sein Programm eiitwickeli habe, mib das; jeberrnaun otc Ur. 55 6iff« Blatt • M ZahiMg Snif««. \ W ©ieftener Anzeiger -SSW General-Anzeiger für Vberhefsen , W-M Ä'™ »K« Bofafiensinttf und Verlas dir SrüNNchrn Unw.Guch- und Steinörudcrei K. Lange. Nedattisn, Lrpedilion und Onidcret: Sdfulftrafic «.• b.. is.wS; für bca £ »Udingen: zernsprecher Nr. Zg Lrschäft-still- vahnhafftratzi IS-. .lnz-m-n.-.t. -p- 3rf. Ueberzeugung mitnebmen könne, daß er and) im Reichstage, un- befümmcrt nach oben und unten, den als recht erkannten Weg als -freier und unabhängiger Mann marschieren werde. Die Anhänger der wirtschaftlichen Vereinigung zollten auch den.Ausführungen des Herrn Rippel lebhaften Beifall. Die Aussprache. Waren schon die beiden Redner durch häufige Zurufe, Herr Rippel auch durch Schlußrufe, häufig unterbrochen worden, so zeigte sich dieses störende Verhalten eines Teiles der Versammlung noch in weit höherem Maste bei der nun folgenden freien Aussprache. An erster Stelle ergriff Stadtverordneter Krumm das Wort imd spielte zunächst auf seinen Zeitungskrieg über den Zukunstsstaat im „Gießener Anzeiger" an. Am heutigen Abend aber wolle er vom Gegenwartsstaate reden. Aus Erfahrung ist, so sagte er, zur Genüge bekannt, daß die Kandidaten vor jeber Reichstagswahl immer schöne Worte machen, alle möglichen Versprechungen geben, im Reichstage aber niemals in der Lage lind, ihre Worte in die Tat umzusetzen. Durch die Branntwein- liebesgabe ist nicht den kleinen Brennereien geholfen, sondern nur den größten Betrieben. Die Rückvergütung an vier große norddeutsche Brennereien betrügt mehr als an 60 kleine süddeutsche. Die Schilderung, die Dr. Werner über die Freihandelzeit gegeben habe, sei vollständig richtig, aber der Kapitalismus hätte sich entwickelt auch ohne Gewerbefreiheit. 1808 seien nur einige Getreidesorten in genügender Menge gepflanzt worden. Die Löhne haben mit der Zeit der Schutzzölle nichts zu tun. Der Unterschied zwischen reich und arm ist größer wie je. Rur 6—10 Prozent der Einwohner find im Besitz eines Vermögens, das die Hälfte des Volksvermögens übersteigt. Der Fleischgenuß müsse größer sein, weil die körperliche und geistige Anstrengung gewachsen sei. Die Arbeiterseinde sitzen in den Reihen der Konservativen und des Bundes der Landwirte. Es ist den Landwirten nicht übel zu nehmen, wenn sie hohe Zölle erstreben: die Arbeiterschaft aber wird herabgedrückt in ihrem Bestreben nach höheren Löhnen. Auch die Sozialdemokratie will ausreichende Fürsorge gegen die Einschleppung der Seuchen. Schutzzölle werden jetzt in allen Ländern erhoben, aber nur, weil wir sie erheben. Bei aller Anerkennung des (Muten, das die Schutzzölle haben, haben sie dock; manche Nachteile im Gefolge. Der Redner bestreitet weiter den Nutzen der Kolonien. Die Landwirte würden dem Viehzüchter, der aus den Kolonien Vieh ein- führte, sicherlich wenig Dank wissen. Es sei wohl möglich, daß Kupfer und Diamanten dort gesunden würden, der Nutzen, den der Anbau von Baumwolle biete, werde in dem Augenblick fraglich werden, wenn bei der Sperrung der amerikanischen Grenzen infolge von Ringbildung der Vorteil in die Taschen des Großkapitals fließe. Alle Verbesserungen der Arbeitergesetze sind von der Sozialdemokratie angeregt und stückweise Erfolge erzielt worden. Hinsichtlich der Wehrmacht verlangt die Sozialdemokratie ein Volksheer, die Zweckmäßigkeit der ausgegebenen Gelder bestreitet sie. Kriegsschiffe sind nicht nötig: denn der Handel hätte dieselbe Ausdehnung genommen; die Güte der Ware ist hier ausschlaggebend. Alle Steuern werden überflüssig, wenn Vermögens- und Erbschaftssteuern eingesührt werden. .Die Erbschaftssteuer, wie sie bei der Finanzreform vorlag, ging ihnen nicht weit genug. Infolge der Zündholz- und Tabaksteuer sind viele Arbeiter brotlos geworden. Das Beamten- und abhängige Arbciterheer wird immer größer. Wenn auch die sinzelnen Interessengruppen z. Zt. gegeneinander eiferten, so stehe doch fest, daß sie zu gelegener Zett wieder zusammenkämen. Auch er habe die seiner Zeit erfolgte Versetzung des Herrn Tr Werner als eine politische Maßregelung angesehen und sie mißbilligt. Aus der Entgleisung des Abg. Raab in der 2. Kammer dürsten keine allgemeinen Schlüsse gezogen werden. Es sei der heldenhafte Untergang der Mannschaften des Iltis und des Unterseebootes Nr. 3 wohl anzucrkennen ianb ihre Mamihaftigkeit sei ein schönes Beispiel treuer Pflichterfüllung, aber in allen Ständen und Berufen fänden sichMenschen, die auf dem Schlachtfelde der Arbeit standhaft und mutig ihr Leben opferten. Frankreich und England sind nicht allzusehr zu fürchten, die Völker find friedlich gesinnt, schuld an dem gespannten Verhältnis ist einzig und allein der Kapitalismus. Die Erde gehört Allen: jeder Mensch hat teil daran, nicht eine kleine Schicht. Die agrarischen Teile des Volkes sind nicht allein Steuerenthalter. Die Produktionsmittel sollen verstaatlicht werden. Den Anfang hätte man mit der Verstaatlichung der Kalibergwerke machen sollen. Die Sozialdemokratie ist die Freundin aller kleinen Leute: wer diese Ueberzeugung hat, muß am 10. März Beckmann wählen. Die Erwiderung des Herrn Dr Werner. In seiner Erwiderung verbreitete sich Dr. Werner zunächst über das Fallen des Reichsbankdiskonts trotz der Finanzreform und über das Frauenstimmrecht. Hinsichtlich der Schutzzollpolitik müsse ■er auf seinem Standpunkt beharren. 1908 seien nicht nur grotze Massen von Getreide verfüttert, sondern .auch noch ein Teil nach dem Ausland befördert worden. Bezüglich des Milizheeres vertritt er den Standpunkt, daß es teurer als ein stehendes Heer und dazu noch ungenügend sei. Die Sozialdemokratie leistet keine positive Arbeit. Tie Parfümeriesteuer, die sicherlich nur die Besitzenden getroffen härte, wurde von ihnen abgelehnt. Die Zündholzsteuer ist von dem Freisinn vorgeschlagen worden. Der Kapitalismus wurde von ihm niemals ernstlich gefaßt. Daß die Sozialdemokratie für den Freilstrndel ist, liegt ganz in ihrem Interesse, da dann die Verstaatlichung des entwerteten Grund und Bodens eher vor sich gehen kann. Redakteur KaubOffenbach zog in gewohnter' sozialdemokratischer Weise gegen den Militarismus los, der Deutschland dem Untergang entgegenführe. Es gibt gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder abrüsten ober losschlagen. Die Kosten und die Schädigungen eines Krieges nack> den verschiedensten Seiten hin sind so ungeheuerlich, daß niemand die Verantwortung dasür übernehmen kann und will. Es bleibt darum nur noch die Abrüstung. Nur an der deutschen Regierung liegt es, daß nicht abgerüstet wird. Aus dem früheren Agrarstaat ist ein Industriestaat geworden. Deshalb muß sich die Wirtschaftspolitik ändern. Die in nächster Zeit bevorstehende Erneuerung der Handelsverträge muß unter diesem Gesichtspunkt vorgenonimcn werden, wobei die Schutzzölle den Abschluß wesentlich erschweren werden. Die Reichsfinanzresorm bedeutet eine schwere Schädigung des armen Mannes. Er unterzieht dann die einzelnen Reichstagskandidaten einer kurzen Betrachtung und kommt zu dem Schluß, daß der sozialdemokratische Kandidat Beckmann gewählt werden müsse. Mit dem Freisinn könne man in der Stichwahl zusammengehen. Ihm tritt Stadtverordneter Rippel-Hagen in kurzen Ausführungen entgegen und betont, daß der ernsthafte Politiker sich nicht von Zukunststräumen, sondern von der realen Wirklichkeit müsse leiten lassen. Dem Freisinn prophezeit er, daß er über kurz oder lang von der Sozialdemokratie verschlungen werde und verwahrt sich energisch gegen die Mffassung, als ob seine Partei Agrarpolitik treibe. Wenn bis hierher die Aussprache sich in durchaus sachlichen Bahnen bewegte, so erging sich her folgende Redner, Herr Bär - Gießen, in Schmähungen und Beleidigungen gegen die Partei der wirtschafttichen Vereinigung, gegen verschiedene Vorkämpfer des Antisemitismus, sowie hauptsächlich auch gegen den Kandidaten Oberlehrer Tr. Werner Die Versammlung zeigte sich mit wenigen Ausnahmen über dieses Verhalten entrüstet und billigte es. daß dem Redner das Wort entzogen wurde. Nach einem kurzen Schlußwort schloß man die äußerst stürmisch verlaufene Versammlung mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und mit dem Gesang des Liedes: Deutschland, Deutschland über alles. * Von der Parteileitung der fortschrittlichen Volks Partei werden wir gebeten, festzustellen, „daß |'b die unsachliche und persönliche Kampsesweise des Herrn Bär mißbillige und weit von sich weise." * Eine Wählerversammlung für die Kandidatur Dr. Werner findet wieder am Sonntag, 5. März, in Gießen und zwar nachmittags 3 Uhi in „Steins Garten" statt. 9cadj einer An- Ivrache des Reichstagsabgeordneten Liebermann v. Sonnenberg wird Reichstagsabgeordneter Amtsgexichtsr ah Sattmann einen Vortrag halten. Line (Ertlärimg des randesvorfitzenden der Sunde; der Landwirte. Wir erhalten folgende Erklärung zum Abdruck: Gegenüber den verschiedenen Erklärungen des Wahlbureaus der Fortschrittlichen Volkspartei im Gießener Anzeiger stelle ich, soweit der Bund der Landwirte in Frage kommt, folgendes fest: 1. Am 5. Februar fand vor der Vertrauensmännerversammlung des B. d. L. im Felsenkeller mit Herrn Professor G i s e v i u s eine Besprechung statt, nachdem die Nationalliberale Partei die Unterstützung des Bundes für ihren Kandidaten nachgesucht. 2. Bei dieser Besprechung wurde nicht das offizielle Programm des Bundes der Landwirte vorgelegt, da dieses erst später in der Bundesversammlung in Berlin beraten, sondern s christlich formulierte Grundsätze, die sich auf dem "Boben der gleichmäßigen Berücksichtigung aller Berufsarten bewegten. 3. Die von Professor Gisevius in kurzer Aussprache mündlich gegebenen Darlegungen, die sich auch mit dem seither öffentlich vertretenen Programm deckten, boten mir Anlaß, in der Vertrauensmännerversammlung vom B. d. L. Stimmfrei» gäbe zu befürworten, nachdem auch der Kandidat der Wirtschaft!. Vereinigung, Herr Oberlehrer Dr. Werner, durch einen Vertreter seine Bereitwilligkeit zur Anerkennung der Grundsätze hat erklären lassen. Der Landesvorsttzende des Bundes der Landwirte: _____________________________ Korelt. Au; den ReichstagsausschMn. :: B e r l i n, 2. März. Reichsversichernngsordnung. In der Donnerslags-Sitzung der Reichsversicherungskommission wurde die Aussprache über die Angestellten der .Krankenkassen fortgesetzt, tu der wesentlich neues nicht zutage gefördert wurde. Bei der Abstimmung wurden die §§ 356 bis 363 b nach den Einigungsanträgen angenommen. Beamtenfragen beim Posthaushalt. In der heutigen Sitzung des Bndgetausschuffes des Reichstages beschäftigte man sich weiter mit der Bittschrift der Oberpostassistenten und dem Antrag der Natio- nalliberalen und Fortschrittspartei, jenen, soweit sie vor dem 1. Januar 1900 in den Postdienst getreten sind, gewisse Alterszulagen zu geben. Nach mehrstündiger Aussprache geht eine Entschließung von konservativer Seite ein, nach der den Oberpostassistenten, die drei oder mehr Jahre in der obersten Gehaltsstufe sich befinden, soweit sie vor dem 1. Januar 1900 in den Dienst getreten sind, eine Zulage von 300 Mk. gewährt werden soll. In der langen Aussprache treten wichtige neue Gesichtspunkte nicht hervor. Die Abstimmung ergibt eine Mehrheit der Nationalliberalen, Konservativen, Rcichspartei, mehrerer Freisinniger mit 14 gegen 13 Stimmen für den konservativen Antrag. Bei Titel 24 werden Wünsche der Telephonistinnen zur Sprache gebracht: die Regierung steht ihnen teilweise freundlich gegenüber. Die lebenslängliche Anstellung könne nicht bewilligt werden, da mehrfach Fälle von Pensionierung vorlägen, denen die Ehe aus dem Fuße gefolgt sei. Erleichterungen im Dienst unterlägen der Prüfung. Der Referent Abg. Beck (Natl.) empfiehlt die Genehmigung von 800 neuen Dienststellen für Unterbeamte, davon 500 in ge- hobenen Dienststellen. _____________________________________ Deutsches Resch« Ein Niederlassungs-Vertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Schweiz, und ein Vertrag beider Staaten, betreffend Regelung von RechtSvcrhältniffen der beiderseitigen Staatsangehörigen, ist dem Reichstage zu- geganaen. AnslanS. Das französische Kabinett setzt sich endgültig wie folgt zusammen: Vorsitz und Inneres: Monis; Justiz: Antoine fß er riet; Aeußeres: Cruppi; Krieg: Verteaux; Marine: Delcasse; Finanzen: Caillaux; Unterricht: t e e g ; Oeffentliche Arbeiten: Dumont; Handel: Masse; Ackerbau: Pams; Kolonien: Messimy; Arbeit und soziale Fürsorge: Paul Boncour. Der Abgeordnete von Bagdad, Ismael Hakki, wurde zum türkischen Unterrichtsminister ernannt. Ans Stadt nnd Land. Gießen, 3. März 1911. Aus der Sitzung der Stadtverordneten. Die gestrige Sitzung verlief so friedlich, wie seit langem nicht, namentlich wenn man bedenkt, daß der Hauptgegenftand der Beratung die Voranschlagsberatung war. Die Vorarbeit, die die Bürgermeisterei und der Finanzausschuß für die Beratungen geleistet hat, war so gründlich, daß die ganze Abänderung in der finanziellen Wirkung des Voranschlags sich auf 10 Mk. erstreckte, die für den Westerwaldklub bewilligt wurden. Auch die lange Reihe von Wünschen, die fönst zu erscheinen pflegt, hielt sich diesmal in bescheidenen Grenzen. Am meisten sprach man noch Über die Vertilgung schädlicher Tiere, wildernde Katzen u. ä. Auch Die von sozialdemokratischer Seite vertretenen Arbeitersorderungen nahmen diesmal bedeutend weniger Zeit in Anspruch als sonst. Sehr energisch wurde für eine Verbesserung der Anlage vor dem Universitätsgebäude hingewirkt, doch liegt dies nicht in der Macht der Stadt, da der Platz Eigentum des Staates ist. Die Sitzung wurde mit der Einführung und Verpflichtung des Beig. E m m e l i u s eröffnet. * Anwesend waren in der Sitzung: Oberbürgermeister SDtccum, die Beigeordneten Keller, Georgi und Emmelius, sowie die Stadtverordneten Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Friedberger, Gabri^, Grünewald, Habenicht, Dr. Haberkorn, Heichelheim, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Krumm, Leib, Löber, Loos, Orbig, Petri, Plank, Dx. Schäfer, Schafsstaedt, Dr. Sommer, Trotz, Detters, Wallenfels, Dr. Wimmenauer, Wimr. * In der nichtöffentlichen Sitzung wurde die Verbreiterung der Neustadt an den Häusern der Herren Schön und Schneider bezw. ein neuer Fluchtlinienplan beschlossen. Elektrizitätswerk Oberhessen. In seiner gestrigen Sitzung hat der Provinzialausschuß eine von der Provinzialdirektion ausgearbeitete Vorlage benebmigt, nach der die Provinz aus einem vom Staat in Wölfersheim zu erbauenden Kraftwerk elektrische Energie beziehen wird und damit ungefährdieHälste der Provinz Ob er Hess en mit Licht und Kraft versehen kann. lieber die Vorlage wird der Provinzialtag in seiner für den 27. März in Aussicht genommenen Sitzung zu vesinden haben. In nördlicher Richtung reicht das Versorgungsgebiet bis Lich, Grün berg und Lau- 6 a di einschließlich, in westlicher und südlicher Richtung l'inb seine Grenzen die Landcsgr«enzen, in oMcher Richtung ist es begrenzt durch den Komm des hohen Vogelsbergs. Mit Ausführung des Projekts wird für Den Fall feiner Genehmigung durch die berufenen Faktoren alsbald nach dem 1. April, d, I. begonnen werden Die auf Errichtung eines Provinzial-Elektrizitätswerks gesetzten Hoffnungen werden hiernach demnächst aller Voraussicht nach in Erfüllung gehen. * * Tageskalender für Freitag, 3. März: Kolosseum: Lustiger Abend des Kabaretts. Alles gestohlen. Abends 8 Uhr. * * Erklärung. In der Friedberger „Neuen Täges- ztg." wird aus Großen-Linden geschrieben, der Samstag- Nummer unseres Blattes habe nod) eine andere Gießener Zeitung beigelegen. Wir haben unsere Träger angewiesen, auf keinen Fall mit unserer Zeitung zugleid) andere Blätter oder Flugschriften auszutragen. * * * Gerichtspersonalien. Der Großherzoa hat den Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberheffen Ludw. Lang zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht und den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg 5äf. H o f mann zum Oberstaatsanwalt am Landgericht der Provinz Oberhessen ernannt. * * D i e Frankfurter U ni v e r si t äts f r a ge. Nach der Frkf. Ztg. ist die erwartete Universitäts-Vorlage des Magistrats jetzt erschienen. Der Magistrat macht Vorschläge wegen Be^ gründung einer Stiftungs-Universität in Frankfurt am Main durch den Zusammenschluß der hier bestehenden städtischen Kliniken uird wissenschaftlichen Anstalten. Die Universität soll drei Fakultäten erhalten: eine juristische, eine philosophische und eine medizinische. Nach der Berechnung des Magistrats fehlen zur Deckung noch rund 130 800 Mk. jährlicher Em- nahmen, wegen deren Beschaffung Erörterungen schweben. * * Sta dttheaier. In der Sonntagvorstellung von wird das „Gretchen" von Frl. Sybil Bane gespielt werden. Die Dame steht von ihren letztjährigen Gastspielen als „Salome" und „Melide" hier noch in bestem Andenken. — Am Montag findet als V o l k s Vorstellung eine Aufführung von Schillers „Kabale und Liebe" statt; sie soll Herrn Max Bogel, dem jugendlichen Helden des Metzer Stadttheaters, der als „Ferdinand" auf Engagement gastiert, Gelegenheit geben, sich vorzustellen. * • Sein fünfundzwanzig st es D ienstju b iläum beging am Mittwoch der Hausverwalter des Gesellschafts. Vereins, Georg Todt. Zu seiner Beglückwünschung hatte sich der engere Vorstand des Vereins eingefunden, in dessen Namen Prof. Fromme eine kleine Ansprache hielt und dem Jubilar eine goldene Taschenuhr überreichte. Geheimerat Baist war als Vertreter der Weinstube erschienen. Außer dieser offiziellen Ehrung wurde Herrn Todt noch eine große Anzahl von Blumen und anderen Geschenken zu teil. • * Verhaftet wurden gestern zwei vorbestrafte junge Burschen von hisr, die am Montag am Biebertalbahn- Hofe eine Reisetasche gestohlen hatten. Den Jnhaltder Tasche hatten sie bereits verwertet und die Tasche selbst im Philosophenwald versteckt. Beide sind auch verdächtig, die Wein d ie bst äh le der letzten Zeit ausgeführt zu haben, zumal sie sich früher schon ganz gleiche Kellerdiebstähle zu schulden kommen ließen. Starkenburg und Rheinhessen. m. Offenbach, 2. März. Um die Stelle des technischen Beigeordneten für den zum 1. Juli ausscheidenden Beig. Walter hatten sich 111 Bewerber gemeldet Der Stadtverordneten-Versammlung werden Bauinspektor Weil-Offenbach, Baurat Bewig-Marburg und Beig. Schmidt- häuSle-MörS a. Rh. zur Auswahl vorgeschlagen, — Von den hier lebenden 400 Veteranen von 1864, 1866, 1870 und 71 haben 317 die von den Stadtverordneten bewilligte Ehrengabe von 25 Mk. erhalten. Hessen-Nassau. w. Kön igstein i. Taunus, 2. Marz. Gestern nachmittag fuhr der Papiergrobhändler Kommerzienrat Flinsch von Burg-Königstein nach Eronberg, dabei lief ihm der vier Jahre alte Knabe deS Maurermeisters Kowald in den Weg, wurde überfahren und auf der Stelle getötet. ................... -X. ----------.■»■■■.'.'-JL.'J1.... ."W Handel. Kopenhagen, 2. März. Die Nationakbank setzt ab morgen den Diskont von 5 auf 4y2 Proz. herab. . 11 ... ■■___■— ............... ............. Wettermissichtcn in Hessen am Samstag dem 4. März 1911t Starke westliche Winde, mild, Regenfälle. ■ .!■' .'■■L-I.L- ■ 1 ■■ . ...... ■ ... Letzte Nachrichten. Aus der Hessischen Zweiten Kammer. R.B. Darmstadt, 3. März. Die Zweite Stimmer begann heute die Einzelberatung des Staats» oranschlaaL. Kapitel 1, Reste aus früheren Jahren, wurde genehmigt. Bet Kapitel 2, Ka meral- und Fvrstdvrnäiren, braMe eine größere Anzahl Abgeordneter Wünfche wegen den Waldkulturen vor. Abg. Bähr wandte sich gegen das Ordenswesen mtbl beantragte, bei der Verleihung von Orden eine S t e m-l p e l g e b ü h r zu erheben, bereu Ertrag, den er auf 30 000 Mark schätzt, bei der Keck inettsdirektio n in Einnahme gestellt werden solle. Staatsminifter Dr. Ewald sprach sich entschied« gegen diesen Antrag aus, indem er betonte, daß der größte Teil der Ordensverleihungen im staatlichen Interesse erfolge. Die int Voranschlag für die Ordenskanzlei langeforberten 5000 Mark stellten nur einen kleinen Teil der wirklichen Aufwendungen für das Ordenswesen vor. Die Sitzung dauert fort. London, 2. März. Im englischen Unterhaus beantragte Austen Chamberlain ein Amendement, das sich für die Reform des Oberhauses ausspricht, aber die Unabhängig«; feit als zweite Kammer erhalten wissen will und erklärt, bte Regierungsvorlage biete keine Sicherheit dagegen, daß schwerwiegende Veränderungen ohne Zustimmung des Volkes Gesetz würben. Es kam zu einer lebhaften Szene, als Balfour erklärte, bic Regierung beabsichtige, in ber Zeit zwischen her Annahme des Vetogesetzes und der Einführung ihres Reformplanes die größte konstitutionelle Umwälzung zur Annahme zu bringen- die das Land je gesehen habe, nämlich die Home Rule. Die Regierung beabsichtige, die Home Rule dem Lande durch Betrug aufzuerlegen. Das Wort Betrug wurde mit lauten und immer wiederholten Zurufen: Zurückneymen! seitens der Ministeriellen und Nationalisten ausgenommen. Um 11 Uhr nachts wurde ans Antrag des Premierministers Asguitb beschlossen, bic Aussprache zu schließen. Hieraus wurde das Amendement Chamberlain mit 365 gegen 244 Stimmen abgelehnt und die zweit« Lesung der .Vetobill mit 368 gegen 243 Stimmen angenommen. Washington, 3. März. Das Repräsentantenhaus lehnte einen Antrag ab, daß die Vertreter Amerikas bei der internationalen Friedenskonferenz für Den Abschluß eines internationalen Abkommens eintreten sollten, das sich gegen Kriege zwecks Erwerbung neuer Gebi.'tr ausspricht. Rio de Janeiro, 3. März. Nach hiesigen Blättermeldungen wurde eine monarchistische Verschwörung entdeckt, die sich gegen Die republikanische Regierung in Portugckll richtet. Dex Sitz der Verschwörung soll sich in London besmoe»4 1618 Rödgen, 3. März 1911. Die Beerdigung findet Sonntag den 5. März, nachm. 3>/< Uhr statt. Erfinder! UMtt Manu m. g. Beugn .-gegen; SSht'ÄStt Fmeffis Ä«ii fatenlrale Sens, Cassel W. 55. Dank (Hv»/8 4 Zimmer "| 2 Zimmer Kotmm Verschiedene | i/x Flasche 70 Pfg- ohne GlaS, 2. Stock zn remietn. 511 Wolfstr. 10, Ecke Kaiserallee. 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Bei der letzten ReichStagSwahl glaubte eine große Anzahl Bürgermeister oder Wahlvorsteher der ihnen nach Absatz 1 obliegenden Verpflichtung damit Genüge geleistet zu haben, daß sie das Wahlergebnis telephonisch oder tele. graphisch Lokalblättern mitgeteilt haben. Derartige Mitteilungen privater Natur können natürlich die amtliche Mitteilung deS Ergebnisses an den Wahlkommisiär nicht ersetzen. Der Letztere muß als erster im Besitz deS ErgebnisieS sein, da er dienstlich verpflichtet ist, über den Ausgang der Wahl umgehend womöglich noch « der auf den Wahltag folgenden Nacht, an daS Reichsamt deS Innern in Berlin und das Staatsministerium in Danrt* stakt zu berichten. Sie wollen sich hiernach bemeßen. Dr. Lliuger. Die vollüändig neuhergerichtete Wohnung im 1. Stock der Alten Post (Walltorstrahe 24) 7 Zimmer mit Zubehör ist oer L Avril anderweit »u vermieten. 4U «öderes bei Arckntekt Siem. Tüchtige Ltellmacher (Wagner) auch solche, die nach ZeuMtung anretssen können, und Giessen, den 2. 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März nachmittags 3 Uhr Ausflug nach Der Licbigshöhc (mit Musi« __________Der Vorstand. Maschi enbauer Gesangverein. Feier des 27. Stiftungsfestes Samstag den 4. März 9 Ut>r abends (01675 KsuiuittS iui VereiuMkul Sonntag bett 5. Mar; Ansfiug mit Tanz nach dem SchützenhauS, wozu wir unsere Angehörigen insbesondere die verehrt. Ebren- und vasfivcn Mitglieder jreuudl. einladeu. Ter Vorstand. Damen verein Grabeisberger Griessen Samstag 4. März, abends 8V3 Uhr: V’/8 tamlisMes Tuzträzcta tn sämtlichen unteren Räumen des Caf<ß Ebel. Samstag und folgende Tage gelangt zur Vorführung die lange mit großer Spannung erwartete und jede Erwartung weit übertreffender Fortsetzung des Tendenzdramas zur Be- kämpfung des Mädchenhandels Oie weisst Sklavin .Kopsen»® über: Die lmMkük RrichsstgMhl. Heute umibemflich zum legten Male der Graf von Luxemburg nach der Operette von Franz Lehar, 650 m lang, sowie die übrigen erstklassigen Programm-Nummern. Ab SamStag den 4. März bis einschl. 10. März gelangt das Schauspiel in 2 Akten Jie tornägff' ein Bild aus dem Großstadtleben zur Vorführung. Dargestellt von den ersten berühmten Mitglieder dänischer Theater. Vorsührungsdauer ca. 45 Minuten. _____________Näheres siehe morgendes Inserat. Blütentropfen ohne Alkohol im Leuchtturm Wundervoller, täuschend natürlicher Duft des frischen Maiflioders. Brüssel 1910s Grand Prix! Amtliche Alten Zpnse, Aut- nni) Breuukartoisetu Struwwelin ^MOMHUS Nord - Süd, Berlin. BBEHKaHSM ,1 7|jm Orinnf- ÄÄ Ä ■*11111 8 V6I 1 e lern, bonderfahrten v. 375 M. •v an im Juli und Äugeust. S Pan-7 bis 30 las von 300 >llc. an. - ' L. uanz liaiien. . Sizilien, Nordafrika.