Montag, 30. Januar 1911 161. Jahraang 80er Jahre das Protestlertum nur die Einverleibung der Reichslande, sei es in ( Preußen, sei eS in einem anderen-Bundesstaate, in Frage kommen könne. Ausdrücklich ist diese Ansicht hier im Reichstage bisher noch , nicht vertreten worden. Aber publizistisch und hinter den Kulissen ist sie allen Ernstes vorgcschlagen worden. (Hört, hört!) Ich will keine Erwägungen darüber anstellen, ob eine derartige Ordnung der Tinge, wenn sie im Anfang erfolgt wäre, zweckmäßig gewesen wäre. Würde sie heute vorgenommen, so würde sie sich unzweifelhaft in den schärfstenGegensatzzuderganzenPolitik stellen, die bisher Elsaß-Lothringen gegenüber beobachtet worden ist. (Sehr richtig!) B i § m a r ck S P o l i t i k, das können wir aus der von ihm geschaffenen Gesetzgebung unmittelbar entnehmen, war darauf gerichtet, den Elsaß-Lothringem ein den anderen deutschen Staaten möglichst gleichgestelltes Vaterland unter der Obhut des ganzen Reiches zu geben. Tie Einsetzung der elsaß- lothringischen Landesregierung, die schrittweise gesteigerte Unat), hängigkeit der LandeSgesetzgebung, haben im Verlauf der Jahre und in Verbindung mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes das auch unter französischer Herrschaft nicht ganz ver- nichtete Gefühl landsmannschaftlicher Eigenart, das Bewußtsein staatlichen Eigenlebens bei den Elsaß-Lothringem fest gegründet. Dadurch ist ein Besitzstand geschaffen worden, der nicht nur für Elsaß-Lothringen eine Existenzfrage ist, sondern der gleichzeitig ein festes Stück der Verbindungen bildet, mit denen das Reich diesem seinem jüngsten Gliede gegenübersteht. Alle diese Werte geistiger und materieller Art würden wir vernichten, wenn wir heute darangehen wollten, die Reichslande den an- ' grenzenden Bundesstaaten einzuverleiben. Nur Gründe zwin- i gendster Natur könnten einen derartigen Entschluß rechtfertigen, um dann auch nicht nur den bisherigenOperationsplan uns gelehrt daß eine Politik der Nachgiebigkeit und deS Entgegenkommens Nr. 2» et\d>ew «aNch w* «nSnahn^ M fX, „eiefienci Samillenbiatler* «erbe» bem BnAetfler* rtrrmal a>öd)entltd) betgelegl bat jlrtlsblaO fÄJ Kreti Stetzeo" iroetmal »pchenilich. Dte ^raudwlrftchastltchei Lett- fragte* alcherne» ewnailuti yaeunaL weiter: ist die Zusammensetzung der Zweiten Kammer ein Bestandteil der Verfaffung wie die des Oberhauses, dann soll • sie auch hineingearbeitet werden in das V e r f a s s u n g s g e- setz Aus die Frage des Wahlrechts gehe ich jetzt-nicht ein, nur soviel will ich jetzt schon sagen, daß wir den Vorschlägen deS Entwurfs nicht zustimmen können; am allerwenigsten aber werden wir der elsaß-lothringischen Gesetzgebung die Befugnis geben können, künftig das Wahlrecht von sich selbst aus zu ändern. ~ „ Das Wichtigste aber ist und bleibt die ^rage: können wir em solches Experiment machen ohne die Gewähr, daß wir es, wenn es sich nicht bewährt, wieder zurückmachen können? Ich sehe ganz davon ab, tote der Reichstag später zusammengesetzt sein wird; aber schon btc_ vor- nestrigen Reden machen es fraglich, ob der Reichskanzler 1pater eme Aufhebung oder Aenderung des Gesetzes wird durchsetzen können. Der K o m m i s s i o n s b e r a t u n g sehen wir mit großem Interesse entgegen; vielleicht wird sie eine Beruhigung bringen. Einstweilen haben wir schwere Besorgnisse. (Beftall rechts.) Reichskanzler von Bethmann Hollweg: Wer die Preßerörterungen, die sich an die Veröffentlichung des Gesetzentwurfs geknüpft haben, eingehend verfolgt hat, der mußte zu der Ansicht kommen, daß die überwiegend günstige Stimmung, mit der vor einem Jahre die Jnaussickststellung des Entwurfs eines Gesetzes zur Fortbildung der eliaß-lothringischen Verfassung begrüßt wurde, in der Zwischenzeit einer sehr skeptischen und vielfach ablehnenden Auffassung Platz, gemacht hat. Dieser Eindruck fand in der Rede, die wir soeben gehört haben, ja unzweifelhaft eine Bestätigung. Im übrigen aber habe ich aus der vorgestrigen Debatte doch einen etwas freundlicheren E i n dr u ck Hotflftenfbvud en» Betlag bei Sell dNch« lbit»€tiuäte - Bnct» anb «Stetnbruderet 8L Meng«. Sieben. Nedaktton. Crrcbttton enb f'ruderet ftraße ?. LrvebiNon unb Verlag 6L Siebaftioiue^s# 112. teL-'2lbrj21iuctQer(tiie6ei* Über den Haufen zu werfen und auf neuer Grundlage wieder an- zufangen. Was ist nun aber geschehen, das uns einen solchen Entschluß abzwingen könnte? Ich bin in diesen Wochen wohl der Ansicht begegnet, daß, wenn Bismarck erlebt hätte, wie sich otc innere Verschmelzung der Reichslande mit dem Reiche vollzieht, wenn er Zeuge gewesen wäre der Erscheinungen der letzten Zeit, die wir olle gleichmäßig auf das schmerzlichste beklagen, daß er sich keinen Augenblick besonnen haben würde, mit der ursprünglichen, in der Folge als fehlerhaft erkannten Politik kurz enischloffen zu brechen. Richtig ist es, daß auch Bismarck derartige Gedanken tatsächlich nicht fremd lvarcn. Als gegen Ende der Siehener Anzeiger General-Anzeiger für Dberheffen zur Blüte kam, hat er tätsächlich ernstlich erwogen, ob nicht die bisherige staatliche Verfassung Elsaß-Lothringenö aufzuheben un statt dessen die Reichslande den benachbarten Bundesstaaten zu vereinigen sei. Er hat diesen Gedanken durchgedachi und durchgearbeitet, aber er hat ihn fallen lassen. Er hat es für richtig gehalten, au der von ihm bis dahin geführten Politik ohne Wanken mb. Deutscher Reichstag. 116. Sitzung, Sonnabend, den 28. Januar. Am Tische deS BundeSratö: vonBethmann Hollweg, Delbrück, Zorn von Bulach, Mandel, Li Sc o. Präs. Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Min. Nach dem Anträge der G e s ch ä f t S o r d n u n g s k o m- Mission wird die nachgesuchte Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Behrens (Wirtsch. Vg.) wegen Beleidigung sowie zur Vernehmung des Abg. Hue (>voz.) als Zeuge in dem Wiederaufnahmeverfahren gegen Schroder und Gen. in Essen wegen Meineids nicht erteilt. Die ellaij.lofhringiiche Veriaüungsfrage. Zweiter Tag. Abg. Winckler (Kons.): ES handelt sich nicht nur um eine der schwierigsten Fragen, sondern auch um eine der wichtigsten. Von den bisherigen Red- nern ging dem einen der Entwurf nicht weit genug, dem anderen zu weit; der Negierung wird ja diese Mittellinie angenehm sein. Entschiedenen Widerspruch erhebeich gegen die s p o 111 f d) e 4 r t, in der Herr Naumann vom Bundesrat sprach. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Der eine Faktor der Gesetzgebung hat Anspruch, von anderen mit Ehrerbietung behandelt zu werden. Etwas erstaunt bin ich über den Optimismus, der aus der Vorlage spricht. Wir kommen mit diesem Optimismus nicht mit. Ich will nicht mißverstanden werden: Auch wir erkennen, daß die Stellung als Reichsland nur ein Uebergangsstadium erfolgt. Es war ein Fehler, daß man den Landesteil, der zu dem Gebiete zwischen Mosel und Saar gehörte, nicht einfach politisch und administrativ dahin legte, wohin das- übrige deutsche W - unb Saarland gehört. Solange der Diktaturparagrgph noch be stand, war es eine schlechte Anlage französischen Geldes, in elsaß- lothringische Zeitschriften gesteckt zu werden. (Abg. W e 11 e rl c : Infame Insinuation!) Präs. Graf Schwerin ruft den Abg. Wetterte zur Ordnung. ^er Abg. Emmel hat den Abg. Jaures als Vertreter eineö freundlichen Zusammengehens von Frankreich und Deutschland geschildert. Jaures hat sich aber dahni ausgesprochen, daß in den Reichslanden die französischen Elemente wieder eutfestelt werden müßten. In einer Wahlrede hat er unverblümt ausgesprochen. Rieder nut der preußischen Verwaltung und den deutschen Beamten! ES ist notwendig, auch die staatsrechtliche Ceite dieser Angelegenheit einmal zu erörtern. Ich bitte die Veqierung um Beantwortung folgender Frage: Sind wir, der Reichstag, wenn die Vorlage Gesetz wird, berechtigt, auch in Zukunft eine Interpellation einzubringen, wenn es sich um innere elsaß-lothringische Dinge handelt? Oder wird uns dann gesagt werden: der Reichstag ist ausgeschaltet, der Reichskanzler in nicht verantwortlich? Sollte uns diese Antwort gegeben werden. dann wäre Elsaß-Lothringen nicht mehr Reichsland. Sodann festzuhalten. Dieser Vorgang sollte bod) auch denen 3" denken , neben welche uns jetzt eine Politik nach ganz neuen Richtlinien , anempfehlen. Allerdings sind seit jener Zeit über 30 Jahre ver- ( flössen und wir haben in der Zwischenzeit neue Erfahrungen ( sammeln können. Währen diese Erfahrungen durchaus befr,e- digend. dann würden wir keine solche Vorlage gemacht Haven. Aber es ist auch falsch, daß die Erfahrungen zu einem solch schlechten Resultat geführt haben, daß wir keine Aenderungen wogen dürfen. In der Abwägung desien. was wir mit der reichs. ländischen Politik erreicht und nicht erreicht haben, sollten wir vorsichtig unb gerecht sein. Der Gang der deutschen Geschichte unsere Neigung zum Partikularismus und zur Rechthaberei ver- Kunden -ms de- anderen Seite mit einer s e I b st z ° r s l ° , s ch ° n - ben Kritik, die Lust daran empfinden. deutsche Verhältnisse vor dem Ausland möglichst schwarz in schwarz zu malen, Hot die ursprüngliche Kraft des Deutschtums und die Neigung des Auslandes zu uns nicht gerade erhöht. (Sehr richtig.) saß gegenüber befinden wir uns in besonderen Schwierigkeiten weil es sich da, wie schon der Herr Staatssekretär ausgefuhrt hat um ein Land handelt, das die für die politische, kulturelle und wirtschaftlickse Entwicklung im achtzehnten und neunzehn en Jahrhundert wichtige Verbindung mit Deutschland verloren hafte. Man sollte sich darüber nicht wundern, dast der V e r \ $ m : zungsprozeß nicht so schnell vor sich geht, wie wir alle wünschen müfien. Aber cm Feh'er Ware es, aus dw'er -Fügsamkeit den Schluß zu ziehen, daß wir nun gar ni^ j* daß wir die Hände in ben Schoy legen sollen. Im Gcgentei nh halte es für notwendig, baß wir sehr viel mehr, als e- bisher geschehen ist, die politische, diet u 11 u r e 11 e unb nujm lefcter Linie auch die für die Entwicklung von Politik und Kultur heute so entscheidende wirtschaftliche Schwerkraft Deutschlands zur Anziehungskraft für Elsaß.Lothrinflen werden losten. Unb auf staatsrechtlichem Gebiete drängt sich ja die Frage auf, obe- nicht ein Fehler gewesen ist, die von Bismarck zwar angefetzte. aber nunmehr seit 30 Jahren fast zum Stillstand gekommene Politik weiter ruhen zu lasten und ob nicht gerade dieser Still, stand für manche unerfreuliche Erscheinungen verantwortlich gemacht werden muß. (Sehr richtig.) Ich bin geneigt, diese Frage zu bejahen und setze mich tarum. für bie Vorlage ein. War einmal der Wunsch nach staatsrechtlicher Selbständigkeit als berechtigt anerkannt, wurde er in der An- -angsperiode von der Gesetzgebung sanktioniert, so ist es Nicht erstaunlich, daß daZ Beharren auf einem Zustande, der von niemandem als fertig unb abgeschlossen angesehen werden kann, auch in dem Teile der Bevölkerung Unmut hervorrief, der den Vorwurf chauvinistischer, rcichsfeindlicher Bestrebungen von sich ab- weist, weil er sich mit dem Frankfurter Frieden abgesunden hat Aber bie Zwischenzeit hat uns doch ein anderes gelehrt, sie hat enthält, bie volle Autonomie vorenthalten empfunden. Daß bie Verhältnisse in Eslaß-Lothringen ideal seien, wirb ja von keiner Seite behauptet. Im Gegenteil wird auf die unerfreuliche Erscheinung hingewicsen, baß bie Zeit immer noch nicht gekommen sei, um Elsaß-Lothringen größere Freiheiten unb eine größere Selbständigkeit zu gewähren. In ihrer äußersten Konsequenz kommt diese Ansicht zu dem Schluß daß, wenn überhaupt etwas gemacht werden solle, bann bleibt. Ten Wunsch nach Verleihung bieser Rechte hat ganz be- sonbers der Abg. Vonderscheer vertreten. Mit ben 3tc.en die er als Elsässer verfolgt, könnte ich mich diesem Wunsche vollkommen anschließen. .. , Wäre ich Elsaß-Lothringer-, so würde ich moglichcrwci'e au ' so sprechen. (Hört! Hört!) Aber die Zwischenbemerkung möge mir der Abg. Naumann gestatten. nicht auf republikanischer, sondern auf monarchischer Grundlage. (Sehr richtig! rechts und im Zentr.) Ich bin sicher, trotz des Aba Naumann, würde ich auch in den heutigen Elsah-Lochringern eine Überwiegend «rofee 3=1)1 ben 0>ennnu.i?»fleno)ie>ii W«. (Sehr richtig! rechts unb im Zentr.) Ich mochte Ihnen allen die dringende Bitte ans Herz legen: treiben ote nicht eine Alles, ober Nichtspolitik! Sie würde zu nichts führen. Verfolgen Sie auch nicht Problen-.e, die solange Elsaß-Lothringen fein Bundesstaat ist. ""löslich und. Die Frage der Beteiligung Elsaß-Lothnngens am Bundesrat kann nicht mit h u m o r i ft i s ch e n und sark" striche " Bemerkungen über den Bundesrat und die Verteilung der Machtverhältniste ui 'hm erledigt werden. k«ehr richtig! rechts und im Zentr.) Ich kann mich nach den Worten des Abg. Winckler weiterer Bemerkungen zu bieten vorgestern gefallenen Aeußerungen enthalten. (Beifall rechts unb inl Senk.) Der Bundesrat. das möchte ich zu bedenken geben, hat bay Gewicht des historisch Gewordenen fo boch emgeschatzt tag er ber feiner Begründung die Stimmenverteilung des Frankfurter Bundestages fast unverändert einfach auf den Bundesrat über nommen hat, obwohl die reale Machtverteilung vielleicht eine andere Stimmenverteilung hätte angemeften ertcheinen lagen. -Jen.i Abg. Bassermann die Erteilung von Bundesrat sstimmen an EI- sah-Lothringen in inneren wirtschaftlichen Fragen befürworte, bat habe ich doch in seinen Worten eine Lofung des Rat,els nicht , gefunden, wie man es aus,dem Gesamtkomplex der vom Bundes- , rat zu erledigenden Geschäfte die innerwirtschaftllichen Fragen h-rausn-hm-n foIL ,S°hr richtig! rechts.. Ich glaube, dar die I ausführlichen Bemerkungen des Staatssekretärs hierüber vom Abg. Mer mann nicht wiederlegt worden sind ja. ich halte sie über. Haupt nicht für widerleglich. Sie werden demgegenüber aner- kennen, daß die Vorlage der verbündeten Regierungen auch in sein kann unb früher ober später bie bundesratlichen Rechte als das Ziel kommen werben, nach bem wir alle streben. Ein -Q0 Heller Freude würde eS sein, wenn bie berufenen Vertreter her Reichsgewalt vor ben Reichstag treten unb erklären konnten, die Zustände haben sich so gefestigt, bah eine unterschiedliche Be- Handlung nicht mehr nötig, eine Mitwirkung ber 9leidi§organe m Landessachen Überflüssig geworben, b,e Bevölkerung de- Reichs- landeö unauflöslich mit dem Teuftchen verwachsen ist, baß cm Versagen ber reichslänbischen Organe ausgeschloßen ist. Die Be- grünbung ber Vorlage ist sehr knapp gehalten. Die verbündeten Regierungen glauben, baß durch bie Gewährung größerer Selb- stänbigkeit die i n n e r e V e r s ch m e l z u n g m i e mR eich schneller herbeigesnhrt werben kann. Der Staatssekretär war aber selbst der Meinung, daß bie bärtigen Lanbestcile ihre Zuge- Hörigkeit zum Deutschen Reich noch nicht ^und Sunz cmpf'nden. Wir glauben, baß angesichts ber aiigenblicklich tatsächlichen Ver hältnisie in den Reichslanben ein solcher Schritt n ichtbegr u n- bet ist, wie er hier vorgeschlagen wirb, ^ie Einverleibung von Elsaß-Lothringen ist bekanntlich in erster Sime aus militärischen Grünben hin. Ich kann ebenso wenig, wie es vorgestern Abg. Bassermann getan hat, mit ihm auch anbere Rebner dieses Hauses, für Vorgänge dieser Art die gesamte Bevölkerung E l, a g - Lothringens verantwortlich machen. (L-chr wahr, bei ben Elsässern.) Unb diese Vorgänge haben mich ui^ ber Ueberzeugung nicht roanfenb machen können, dan es cm ivchler wäre, an bem bisherigen Weg der elsässischen Politik eme Aende- rung vorzunehmen. Nun befürchtet man von ber Vorlage, bie nur unterbreitet haben, eine weitere, dem ReichSgedanken cbtragM-c Förberung des elsaß-lohtringischci P a r t ikulari s in u ?. jtic parftkularistische Wirkung an lieb läßt sich nicht ablcugr.cn, a i man sollte sie nicht schlechthin mit einer Stärkung deS Protestlerstums vergleichen. BiSmarck hat in ber partikularistischen Entwicklung, die Deutschlands Geschichte genommen hat, fein Hemmnis lur bie gesamte Entwicklung Deutschlands gefunden. Er sagt: ui) glaube man soll sich bei ben germanischcn Staaten nicht fragen, w.e weit gemeinsame Jnteresien vorliegen, fonbern nur was muß ihnen gemeinsam fein, unb baSjenige, was nicht gemeinsam zu sein braucht, daS soll man ber speziellen Entwicklung überlagern bannt bient man ber Allgemeinheit. Diese durch und durch m der ieu - sckien Geschichte wurzelnde Auffassung hat auai Bismarcks Politik gegenüber den Reichslanben bcftimnit. Er erblühe in ict all- mählich zu verwirklichenden ^ e 16 ’t a n d > gle11 Elsaß- Lothringens ein Mittel, um die Reich:rnnde fester an bas Reich zu knüpfen. Das Reich soll bi e Stämme e i n i g e n , a b e r n i ch t unterwerfen. Es soll ben Rahmen abgeben, in dem sich bie Eigenart bet Stamme unbeschabet des Ganzen entwickeln tonn. Unb ® Bagern, Preußen und allen anberen -stammen des Reiches erhalten wissen wollte. daS sollte nach seinem Wunsckie unb Willen auch bei Elsäsiern nicht vorenthalten bleiben. Nickt nur um ihrer ick1 willen, sondern um ben ReichSgedanken zu fordern. Dem Einwurf, daß dieser Gesetzcntwiirs den Parukulari- mus fördern wird, wird ber andere Einwurf entgegengeietzt daß das. was wir bringen, ungenügend unb unzulänglich 'st. und b h Elsaß-Lothringen, da es keine Stimmen im ^unbeSra gegen diejenigen Elemente, welche ein Interesse daran haben, in Vereinen und Versammlungen gegen den Anschluß an Deutschland zu schüren und zu Hetzen, uns um keinen Schrift vorwärts, sondern nut rückwärts gebracht hat. (Lebhafter Beifall.) Es ist Aufgabe beS Staates, diese Elemente b \ c Hand des Gesetzes mit allem Nachdruck fühlen zu lassen. Ich habe bereits im vorigen Jahre gesagt, daß cs mir fern liegt, aus speziellen Vorkomuinifsen generalisierende Folgerungen zu ziehen. Bei den Vorkommnissen in/Bketz und Dörnach scheint sich die dcutsch-feindliche Tendenz gegen bie Staatsgewalt rerbunben zu haben. Wenn daS nachgewiesen wird, dann müssen diese Bestrebungen mit aller Energie unterdrückt werden, unb sie werden unterdrückt. Die Veranstalter dieser Machinationen und ihre Hintermänner haben aus dem Unwillen, den sie in ganz Deutschland erregt haben, ersehen, welche Dienste sie ihren Le.nbc- leuteii erweisen. Ruhig gestimmte Elsässer anerkennen, daß diese Ereignisie nicht zum besten und zur Wohlfahrt deS Landes sind, sondern r' ? . Elsaß-Lothringens untergraben wird Wir dienen nicht nur Reckst und Gesetz, wenn wir gegen diese Strömungen aiiftrctcn. lonbcrn wir bienen bamit der Wohlfahrt des Landes Aber ich gebe mich dabei feinem übertriebenen Optimismus i st. Wir hoffen von den Institutionen, die Mr Ihnen hier vor. Das sage ich, obwohl ein Appell an die Furcht keinen Widerhall schlagen, daß sie das politische Leben in den Reichslanden neu um ist, hat einen bequemen Kamm, über den er alles scheren kann (Heiterkeit und ^rehr gutl rechts), dem mag es leicht sein, über die Individualitäten der Länder und Völker hinwegzusehen oder sie zu vergewaltigen. (Unruhe links.) In der Politik sollte man nach meiner Ansicht bei der Verteidigung bestimmter Institutionen verschiedener Länder nicht die Doktrin, sondern die nach Geschichte, nach Lebensart und politischen Begriffen verschieden bedingten Verhältnisse zum tertium comparationis nehmen. Ein Vergleich der Frage aber, wie man hier das Festhalten an einem abgestuften Wahl, recht als gut oder erträglich bezeichnen, dort ein freieres, allgemei, neres Wahlrecht empfehlen kann, hat doch nur für diejenigen Theoretiker einen Sinn, welche den Wert staatsrechtlicher Existenzen danach bemessen, ob das Wahlrecht mehr oder weniger demokratisch gestaltet ist. (Sehr richtig! rechts.) Ich kann diesen Schematismus nicht mitmachen. Ich kann mich bei Elsaß-Lothringen nur fragen: wie ist das in diesem Lande übliche, seinen Be. wohnern gewohnt gewordene Wahlrecht zu ge» stalten, damit die aus ihm yervorgehende Landesvertretung die Ge, schäfte so besorgen kann, daß die Wohlfahrt des Landes und zu. gleich die Wohlfahrt des Reiches besser als bisher gefördert werde? Auf denselben Standpunkt stelle ich mich auch in der preußischen Wahlrechtsfrage und würde ich mich stellen, wenn ich über das Wahlrecht irgend eines anderen Bundesstaates zu entscheiden hätte. Diejenigen, welche diesen Standpunkt für falsch halten, scheinen mir doch über die Verschiedenheit der Länder und namentlich den verschiedenen politischen Beruf der einzelnen Länder gar zu leicht hinwegzugehen. Es ist ganz unmöglich, die Rolle, die Aufgaben, welche Preußen dem Reiche gegenüber übertragen worden sind,' nut der Stellung irgend eines anderen Teiles des Reiches in Vergleich zu setzen. Denken Sie sich doch, wenn sich nun Preußen nach den radikalen Wünschen mit einein Wahlrecht ausrüstete, das den Massen die Herrschaft über das Parlament und dann nach ihrem Wunsche auch die Herrschaft über die Negierung ausfolgte, so daß also je nach den Stimmungen im Parlament und jedenfalls nach dem wechselnden Wahlausfall in Preußen Ministerium und mit ihm der Reichskanzler und seine Stellvertreter wechseln würden. Wenn dann die Reichsleitung, die doch gleichzeitig die Führerin der preußischen Stimmen im deutschen Bundesrat ist, bald diese, bald jene vom preußischen Parlament direkt gewünschte Politik sich zu eigen machen müßte, so würde das einer Desorganisation des Deutschen Reiches gleichkommen. _ (Sehr richtig! rechts.) Preußen— lassen Sie mich noch diese vom eigentlichen Thema abweichende Bemerkung machen , wird sein Wahlrecht nach seinem eigenen Bedürfnis und ohne die Muster anderer Bundesstaaten zu benützen, schon so gestalten, daß e§ eine konstante staatserhaltende Reichspolitik führen kann. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Mit Bezu hierauf ist cs unverbindlich, ob wir jetzt für Elsaß ein freieres oder weniger freies Wahlrecht beschließen. Wenn Sie von diesem Gesichtspunkt aus die Bestimmungen der Vorlage über das Wahlrecht zur Zwei, ten Kammer ins Auge fassen, so können Sie davon die Vorschriften über die Bildung der Ersten Kammer nicht loslösen. Beide liehen in notwendiger Wechselwirkung zueinander. Nun ist es richtig, daß ein Obe rhau s ihren Beschränkungen einen bedeutsamen Schritt auf dem Wege zu größerer Selbstständigkeit des Reichslandes bedeuten, mit dem Ziel, die innere Einigung Elsaß-Lothringens mit dem Reich zu fördern. Soll dieses Ziel erreicht werden, so können die Institutionen, in denen sich das Eigenleben Elsaß-Lothringens entwickeln soll, nicht von fern her hereingetragen werden, sondern sie müssen aus den Verhältnissen des Landes heraus sich entwickeln. Sie müssen b o d e n st ä n d i g w e r d e n. Ich kann aus diesem Grunde die Einwände, welche in der konservativen Presse, und wie mir scheint, auch in den Ausführungen des Abg. Winckler gegen die Gestaltung des Wahlrechts erhoben worden sind, nicht für stichhaltig erklären. Wir können nicht nach Elsaß-Lothringen ein beliebiges fremdes Wahlrecht ver- pflanzen. Wir müssen auf der Grundlage weiter bauen, welche dem Lande kraft seiner Geschichte und kraft der Schichtung und Denkungsart seiner Bewohner eigentümlich ist. Sonst verlieren wir jede Berührung mit den Realitäten des Lebens, und das möchte ich auch dem Herrn Abg. Naumann ent- gegnen, der am Schlüsse seiner Rede die Systematik ironisiert hat, in der ein preußisches Klassenwahlrecht neben einem freieren elsaß-lothringischen Wahlrecht besteht. Ja, wer an unbedingte politische Institutionen glaubt, wer im Besitze eines solchen absoluten Dogmas t _ Der nächste Krieg Tn^arÄ hie Elsaß-Lothringische Verfassung unter Umständen in größere Nahe geruckt. (Große Heiterkeit und Huhu-Rufe.) tm deutschen Herzen findet. (L e d e b o u r : Sie Angstmeier!) Mein lieber Herr Ledebour (Heiterkeit), das ist eine Kühnheit von ihrer Seite. Die Friedensfreunde die unter dem Fähnlein der Frau v. Suttner marschieren, sollten überlegen, ob nicht dieses erneute Entgegenkommen gegen Elsaß - Lothringen aus Frankreich direkt anreizend wirkt. (Emmel: Frankreich ist ver, nünftiger als Sie!) Mein lieber Herr Emmel, Ihre Kritik bewirkt immer das Gegenteil. Das richtigste wäre gewesen, El- saß-Lothringen schon ftüher in Preußen einzuverleiben. Unter dem Lande zu geben, was des Landes ist, o auch oem Reiche, was des Reiches unerfüllbare Wünsche harstelle. (Hört! hört! rechts!) Der Abg. Preiß hat im Jahre die Forderungen seiner Freunde in drei Paragraphen for- muIrerL Der erste Paragraph fordert die Einverleibung Elsaß- Lothringens in das Deutsche Reich als Bundesstaat. Der zweite Paragraph verlangt die Ausschaltung des Reichstages als Landtag ur Elsaß-Lothrrngen und die Umwandlung des Landesausschusses m ein vollwertiges Parlament, und der Dritte Paragraph sagt: Die gesetzgebende Gewalt in Elsaß-Lothringen soll ausgeübt wer.. den durch den Kaiser und den Landtag. Die Uebereinstimmuno des Kaisers mit einem Mehrheitsbeschlüsse des Landtages ist zu EnleniorTinr‘)e§9C,^3.e^or^er^- Diese Forderungen sind im Lan- oe^ausschuß von Elsaß-Lothringen erörtert werden, und d e r A b g. Prerß hat zu den einzelnen Fragen wiederholt Stellung genommen. Es ist vielleicht nicht uninteressant, aus seinen dama- Ugen Ausführungen Einiges zu rekapitulieren. (Der Staatsiekre. lUt- r r“nter mehrfachen Hört! hört!°Rufen.) Herr Preiß lchlog diese seine Ausfi'chrungen mit der Bemerkung: Nur müssen lmr, glaube ich, uns mit Geduld wappnen und versuchen Hand in Hand mit der Regierung in Elsaß-Lothrin. an.die Lösung der schwierigen Frage zu gehen; guter Wille ichemtia überall vorhanden zu sein. (Hört! hörtl) biefe Ausführungen des Herrn Preiß bekannt, als ich die Borstige «rusarbeltete. Ich glaubte daher, Herr Preiß würde ^be^dentlich erfreut sein, daß alles das eingetroffen sei, was hA2b YVs erklärt hat; ich habe mich leider getäuscht, und ich habe niSt bezug auf das, was die Elsaß-Lothringer wollen, nicht zum ersten Male getan. (Hört! hört!) Tas jetzige Auf- recht"d^dl^sagen^^^ 0ibt 3U cinem gewissen Grade denen die Elsaß-Lothringer wissen ja selb st nicht, waS sie wollen. faM.^^?^Essekretär wendet sich wiederholt gegen die Auf. Faktor^ ber bisher nicht gesetzgebender ü£r Li gewesen, und äußert sodann gegen- Ko^mUswn^'d^^ bte H°ftnung, die Verhandlung in der nommisiion und im Plenum würden der optimistischen Auffassung der Regierung würden sich auf d°S d'l° «äX “ " G r a^l bur?> die Erste Kammer, die zweifellos für aiZ b^Snhe§rJtanbe§0®r^e-r Angelegenheiten geeigneter ist (Heiterkeit nicht, weil er an Arterienverkalkung leidet fern lieaen ' bJe elsaß-lothringischen Verhältnisse zu aber Sm Acrbxn0g das kaiserliche Ernennungsrecht; ReickSwnd vorläufig noch das Land mit dem üteichsland verbindet, das unentbehrlich ist zur Aufrechterhaltung (Lebhaftes Hört! Hört!) Es ist ein Akt der Billigkeit, wenn ich dies hier im Interesse der elsaß-lothringischen Bevölkerung fest- stelle. (Beifall.) Im Anschluß daran möchte ich ferner feststellen, daß die Verfügung des Polizeipräsidenten von Mülhausen in der Tat so ergangen ist, wie die Zeitungen es meldeten. Es handelt sich hier zweifellos um einen Mißgriff, um eine sehr starke Entgleisung des Beamten, die vom Statthalter mit aller Entschiedenheit gerügt worden ist. (Unruhe und Zurufe b. d. Soz., Abg. Emmel: und die Jahre vorher?) Allerdings ist daß, was in dieser Verfügung ausdrücklich gestattet ist, in früheren Jahren stillschweigend geduldet worden und zu Ausschreitungen und zu Unzuträglichkeiten ist es nicht gekommen. Das ist kein hinreichender Grund, dies nun auch offiziell nicht nur zu genehmigen, son- dern vorzuschreiben, und hiergegen hat sich die Rüge des Statthalters gerichtet. Die Ausführungen des Abg. Preiß dürfen deswillen nicht unwidersprochen bleiben, weil sie nach me eine Einrichtung ist, die Elsaß-Lothringen bisher unbekannt war. Aber derjenige Grad von Selbständigkeit, den wir jetzt Elsaß geben, auch der ist in Elsaß sowohl unter ftanzösi- icher wie deutscher Herrschaft unbekannt gewesen. Im übrigen sind ja auch die Bestimmungen über die Bildung der Ersten Kammer von verschiedenen Seiten und im verschiedenen Umfange bemängelt worden. Ich will hier bei der ersten Lesung ebenso- wenig wie bezüglich der Vorschriften für die Wahl zur Zweiten Kammer auf Einzelheiten eingehen. Ich will mir auch versagen bic Fragen zu beantworten, die der Abg. Winckler soeben in staatsrechtlicher Beziehung gestellt hat. Ich will nur sagen- in der Stellung des Statthalters als Spitze der reichsländischen Regierung und in der Stellung des Reichskanzlers zum Stathal- ter wird durch die Vorschläge, die wir machen n i ch t s g e a n d e r t. Und daraus wird sich die Kompetenz er.' Neben, welche bezüglich der Führung der Politik in Elsaß- Lothringen im Verhältnis zum Reich notwendig ist Ich mochte nur zum Schlüsse noch eine allgemeine Bemerkung «^chen: Wir schlagen Ihnen für Elsaß-Lothringen ein Zwei- Kammer-Sy st em vor und ich muß schon jetzt mit aller Be- stiinrntheit erklären, daß r>ie verbündeten Regierungen von der Forderung dieses Systems nicht abgehen werden und daß in diesem System die Erste Kammer ein Bollwerk sein muß, das unter allen Umständen eine jedem Zweifel entrückte deutsche Politik in den Reichslanden gewährleistet. Das sind keine Forderungen theoretischer Doktrin, «andern das sind nationale und politische Forde.' '«-w-?!”’ lBeifall.) Deutschlands Söhne haben auf den elsässischen Schlachtfeldern nicht darum geblutet, daß sich in diesem, dem Reiche neu angegliederten Lande deutschfeindliche Tendenzen ungestört und ungestraft breitmachen (Sehr wahr!), toir Dci bcr Ordnung seiner staatlichen S Ua$ dEiriaren Gesichtspunkten verfahren. Es handelt sich darum, wie eine Hottentottenbevölkerung, wie einen ftemden Völkerstamm. (Widerspruch.) Wenn dieser Vorwurf wirklich erhoben ist, so ist er zweifellos unberechtigt, und er ist ungeeignet, die Wünsche des Abg. Preiß zu unterstützen, denn der Vorwurf wurde in hohem Maße geeignet sein, die Auffassung aller derer zu stärken, die nicht nur das nicht geben wollen, was der Abg. Preiß wünscht, sondern die Bedenken haben, auch nur das Av konzedieren, die verbündeten Regierungen Ihnen Vorschlägen. Die Zeit ist noch gar nicht lange vorüber, wo man in Elsaß und namentlich in den Kreisen des Abg. Preiß und seiner freunde der Ansicht war, daß das, was die Verbündeten Regierungen seht anbieten, in absehbarer Zeit niemals angeboten werden wurde, und ganz guter preußischer Verwaltung wäre es noch besser gediehen al- unter der Reichsverwaltung. (Heiterkeit links.) Der alldeutsche Verband weist aus die drohende Gefahr hin. (Lachen links.) Für seine Ziele hat ja ein Sozialdemokrat kei.i Verständnis. Vaterlandslos zu sein und sein Vaterland nicht zu lieben, halte ich überhaupt für einen großen Mangel. (Lachen bei den Soz.) Wenn die Elsaß-Lothringer nicht das erreichen, was sie wünschen, dann sind sie ganz allein daran schuld: tu Vas voulul Vizepräsident Dr. Spahn zitiert nach,dem Stenogramm die Stelle der Rede, wo c8 heißt- »Sie beweisen damit, daß sie nicht reif sind!" und erklärt, daß kein Grund zum Einschreiten vorläge, da diese Worte sich nicht gegen Mitglieder des Hauses richten. Staatssekretär Dr. Delbrück: Nachdem der Reichskanzler noch einmal die Situation beleuchtet und die Gründe erläutert hat, die die verbündeten Regierungen veranlaßt haben, die jetzige Vorlage einzubringen, könnte es zweifelhaft sein, ob es angezeigt und notwendig ist, noch einmal im Namen der verbündeten Negierungen das Wort zu nehmen. Es sind aber namentlich in den Ausführungen der letzten Redner Bemerkungen gefallen, die eine Antwort notwendig machen. Bei den Ausführungen des Abg. Preiß habe ich mir die Frage borgelegt, was er mit seinen Ausführungen eigentlich bezwecken wollte. Wenn er den Zweck verfolgt haben sollte, die Sympathien für die weitergehenden Forderungen zu steigern, so hat er offenbar einen Mißgriff getan. (Sehr richtig!) Das beweist deutlich der letzte Redner. Er hat den allgemeinen Vorwurf erhoben, daß die elsaß- lothringische Bevölkerung unsere einquartierten Truppen un- freundlich und schlecht behandeln. Der anwesende Staatssekretär von Elsaß-Lothringen hat mich ersucht, demgegenüber ausdrücklich festzustellen, daß ein derartiger Vorwurf in dieser Allgemeinheit nicht richtig ist. (Hört! Hört!) Selbst wenn, was ja überall einmal passiert, die Mannschaften über eine unfreundliche Behandlung zu klagen hätten, so sei demgegenüber doch festzustellen, daß seitens der kommandierenden Generäle nach Schluß der Uebung der Dank ausgesprochen wurde für die freundliche und gute Behandlung der Mannschaften. anregen werden und daß jener Zuwachs an Macht und an Stärke, den Elsaß-Lothringen damit erfährt, auch dem Reiche zugute kommen wird. Das ist das alleinige Ziel, welches uns bei unserer Vorlage vorschwebt. Ich richte auch an den Reichstag die Bitte, daß er bei seinen Beratungen und Entschließungen nur diesem Ziel zusteuern möge. (Lebhafter Beifall.) Abg. Preiß (Demokr.-Elsässer)S Es scheint, als ob wir Elsässer mit unserer Forderung der A u i o_nomi e allmählich uninteressant und unangenehm werden, weil Elsasi-Lothringen nicht als Mitglied, sondern als Werk- 3 o u 9 fru r gewisse Bestrebungen betrachtet wird. Es ist ein aller circulus vitiosus: alä vollberechtigte Deutsche sollen wir erst dann anerkannt werden, wenn wir unsere deutsche Gesinnung offen und unentwegt an den Taa legen; man tut aber alles, um das Aufkommen des inneren Zusammengehörigkeitsgefühls in Elsaß-Lothringen mit Deutsch- lanö geradezu zu verhindern. Wenn eine Angliederung Elsaß- Lothringens an einen Bundesstaat nicht möglich ist, dann muß es zu einem möglichst gleichberechtigten Mitglied der deutschen Bundes st aaten erhoben werden. Man vergleiche, was Frankreich Savoyen und ?n01^ Transvaal gegeben hat. Und was hat Deutschland den Elsaß-Lothringern, einer der ältesten Kultur- nationen der Welt gegeben? L e e r e W o r t e sind es, wenn man von der Sicherheit des Reiches in den Grenzlanden spricht. Nicht tvird diese Sicherheit garantiert, sondern nur mit SBßrIeiljung größerer Rechte an diese Grenzbewohner. Elsaß- ^/hringen weiß, daß cs nur in und mit dem Deutschen Reich politisch und wirtschaftlich sich entwickeln kann. Wo gibt cs aber ein Volk, das em Heer von Beamten, die die besten Positionen besetzt halten, so g e d u l d i g u n d bescheiden erträgt wie Elsaß-Lothringen? Würden die Bayernes sich gefallen lassen, wenn zu ihnen 100 000 preußische Beamte kamen?, Man kann in Elsaß-Lothringen von einer kolonialartigen Pri- SIC0^cuJ?0/rcu&i^ct Beamter sprechen. Ein plausibler Grund für die Aufrechterhaltung des bisherigen Ausnahmeregimes kann vorgebracht werden, auch nicht die Vorgänge in Metz sprechen Hat nichtauch Berlin sein Moabit? n°it Roller hat eS verstanden, die größten Hitzköpfe in Lljaß-Lothrmgen zu sich heranzuziehen und sie zu einem ersprieß- liajen Zusammenhalten mit der Regierung zu gewinnen. Unter Der Regierung des einhe i m ischen Staatssekretärs u J-a $ tragen diese Elemente daZ Haupt wieder be. denklich hoch. Herr v. Bulach vergißt zu sehr seine Qualitäten als eingeborener El,asser. Die Vorlage ist unwürdigen Provisorium, das durch die neue Verfassungsvorlage verlängert werden soll, ein Ende! Folgen Sie Frankreich, das durch zuvorkommende Behandlung aus den Elsässern ausgezeichnete Franzosen machte. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Wirtsch. Vg.): Die umständlichen Ausführungen des Vorredners beweisen, daß der Zeitpunkt noch nicht gekommen ist, dem Reichslande eine eigene Verfassung zu geben. Die Mehrheit der Elsaß-Loth- ri.n9er noch nicht reif dazu! Auch Fürst Bismarck würde sie nicht für würdig dazu halten. (Oho-Rufe.'i Der Vorredner hat die Erste Kammer für unannehmbar erklärt, der Reichskanzler hat die ganze Vorlage unerreichbar genannt, ohne diese Erste Kammer. Der Schluß liegt nahe, den ich und andere wünschen. Man soll den Elsaß-Lothringern erst eine Frist geben, politisch reif z u werden. Wir haben den uns aufgezwungene Krieg gegen Frankreich nicht für Elsaß-Loth- rnigen geführt, sondern fürs Reich. Auch heute noch droht vom Westen die Gefahr. Der Revanchegedanke lodert dort immer noch unter der Asche! Er lodert auch aus den Reden des Herrn Jaures! (Lachen bei den SozZ Der Deutsche lebt im Reichslande wie in Feindesland. (Lachen und Widerspruch.) Die Soldaten werden von den Elsaß- Lothringern bei jeder Gelegenheit übervorteilt. (Heftiger Wioer- spruch bei den elsaß-lothringischen Abgeordneten, Abg. Preiß: .ö ur O r b n u n g!) Darübr hat der Präsident zu entscheiden, nicht ein beliebiger Abgeordneter! (Große Unruhe bei den Elsaß- Lothringern; Vizepräsident Spahn bittet um Ruhe.) Die Herren Elsaß-Lothringer sind ja nur selten hier, man hat nicht ost das Vergnügen sie zu sehen, da sollten sie doch nicht die Verhandlungen stören! (Unruhe.) Ueberall schikaniert man die deutschen Beamten und Soldaten! Alle Soldaten, die ins Elsaß geschickt werden, sollten französisch lernen, damit sie sich wehren können, wenn die Bauernburschen sich über sie luftig machen wollen. (Heiterkeit! , elsaß-lothringische Bevölkerung hat sich durch die j/?ss3osische Presse zu fortgesetzten aktiven und passiven Widerstanden gegen die Behörden aufstacheln lassen. Dadurch wird die Sicherheit des Reichs bedroht! Dazu kommt der eigentümliche französische Brief SchlumbergerS in den „Berliner Neuesten Nachrichten"! _ (Zuruf: Das ist eine Mystifikation!) Ist gegen öen Polizeipräsidenten von Mülhausen eingeschritten worden, der revolutionäre Umzüge gestattet? Wir lehnen wegen aller dieser Vorfälle die Vorlage vollständig ab. Die Elsaß-Lothringer sind selbst schuld daran, weil sie sich FP- den Deutschen im Reiche nicht gleichftellen wollen, weil sie lebe Gelegenheit wahrnehmen, die anderen Deutschen zu über- borteilen. (Lebhafter Widerspruch bei den Elsaß-Lothringern und Zurufe: Das ist nicht wahr!) Sie beweisen damit, daß sie nicht u ie auch die Würde des Reiches. (Beifall.), 9Tbfl. Dove (Dv.)k Gewiß. der Entwurf bringt manches Gute, aber warum gehen wir nicht weiter? Der Kaiser kann a'S Oberhaupt bestehen bleiben, trotzdem kann das Land im DundeSrai vertreten sein. Um Mißverständnissen vorzubeugen, erkläre ub, hab W« Die republikanisch« Staatöform zurzeit nicht für einführbar halten. (Hörtl hörtl) Die Negierung soll dem N e i ch S l a n d e per. trauenßvoll entgrgenkommenl Wir hoffen, bah aus der Beratung etwas herauSkvmmt. Ter Reichskanzler Seife „Chloro*4 bleicht Gesicht und Hände rein weih. äBirfiam erprobte unlchüdliche Seife qegm unschäne Haut- färbe, Gommerlproticn, Leberflecke, gelbe Flecke - Mit ausführlicher Anweijung 60 * Man verlange etht ,.Chloro-4!I vom Laboratorium ,LcoTresden-A. 3. Erhältlich i. d. Apothek., Drog u. Parfüm. In Gießen. Adler-Drogerie. hvn/u Ledergamasehen in jeder Ausführung u. in allen Preislagen empfiehlt >373 Weih. Plank, Bahnhofstraße 18. Tel. 343. -er Eo«d-rSnsk8k Sei «ekcheV Jrr I«***"• fcten Regierungen über daS «ei*3lffnb. '«Oe« 'n allem ft rt ein sehr erheblicher Fortschritt, für den Sie vo >rei oder vier Jahren lebhaft gedankt hatten. Abg. Frhr. v. Herfling (Aenfr ): Die Ausführungen des «bg. Liebermann entsprechen wenig dem Geist der Versöhnun g, dem di-fe Vorlage entsvr igt. iSehr richtig!) Auch die Ausführungen deS Avg. Preißbedauern w,r umsomehr als fie aus eliasnsckcm Munde kamem (Zustimmung.) «IS 1871 Elsaß an uns hei, ba wollt n wir dort nickt nur ein Glacis, einen Grenzwall richten, sondern das Land sollt« ganz zu uns gehören. (Beifall.) Im Gegensatz zum Abg. Liebermann sagen wir: eine elsässische Frage gibt eS nicht m e b t. weder als deutsche noch als internationale Frage. (Lebhafter wiederholter Beifall.) Wir geben zu. daß auch auf deutscher Seite Fehler gemacht worden sinh und aus der Rede dcS Abg. Emmel haben feine Ohren die CuiHung fur groß e Do gannc herausgehört. Der Abg. Emmel bat die sozialdemokratische Arbeiterschaft im Elsaß als die stärkste Trägerin, deS deutschen Gedankens bezeichnet. W,r reklamieren dasselbe für unsere elsässischen Freunde. Etwaige Auflehnungen gegen die Staatsgewalt muß nachdrücklichst entgegengetreten werden. Aber man soll diese Dinge nicht übertreiben. Da tun die Elemente mit, die immer der Polizei gern ein Schnippchen schlagen und die dann Vlve la France I rufen, nicht au» Liebe zu Frankreich, sondern au» Aerger gegen die Polizei. Die wenig schönen Worte deS Abg. Naumann über den Bundesrat beklagen auch wir auf das tiefste. l.Benall rechtk unb im Zentrum.) Ich weiß ja nicht, was n -igentt.ch will: ein zentralisiertes Kaiserreich oder etne zentralisierte Republik/ (Heiterkeit im Zentrum.) Wir aber danken b cm dürften Bismarck. bah er das Reich so gestaltet bat, wie er eS getan hat. (Beifall und hört! hört I) So fassen wir den RcichSgedanken auf als daS unlösliche Band, das historisch begründet Volk und Fürsten um- schlingt. Wir im Süden sehen am wenigsten iin Reich nur Preußen und die umliegenden Ortschaften. (Heiterkeit.) Unser Ziel muh auch für Elsaß bleiben, die vollständige Eingliederung Grösstes Glück Simonsbrot Auers v daulich auch Magen- u. Darmleidenden empfohlen- 1 ______Zu haben in allen DPhkaip^n-Han.iiun^JE----- Klavier- Stimmen Reparieren Q Polieren in tadelloser Ausführung. Wilb. Rudolph Großh. Hess. Hoflieferant Pianohandlg.ii. Reparaturwerkstätte. Seltersweg 91. Fernapr. 389. g^e i ch b C r C ch t i g t e r Faktor in daS Deutsche Reich mit einer tm Lande selbst heimischen monarchischen Spitze. Shr geben einem Monarchen, vor dem sich der Widerstreit der Meinungen beugt und der über aller Kritik erhaben ist, den Vorzug vor einem lebenslänglichen Statthalter WaS das Wahlrecht anlangt, so sind wir prinzipiell für die Einführung des ReickS- tagswahlrecht auch im Elsah. Die Einschränkung, die die Regierung vorschlägt, trifft ungefähr alle Parteien gleichmäßig und wir werden an dieser Bestimmung die Vorlage nicht scheitern lassen. Von den Ersten Kammern schlecht zu reden werde ich mich hüten, denn ich gehöre einer der ältesten Ersten Kammer an. (Heiter- feit.) Unzweifelhaft kann eine Erste Kammer em wertvoller Faktor des DeliarrcnS sein gegen einen allzu raschen ^ortlchritt und eine berufsständische Vertretung gegen die auS allgemeinen und gleichen Wahlen hervoraeaangenen Volkskammern. £m einzelnen wünschen wir hier, dafi die Zahl der zu ernennenden Mitglieder beschränkt wird, dah die Mitgliedschaft weiter ein Ehrenamt bleibt und nicht besoldet wird und dah d,e Dauer der vorgesehenen fünfjährigen Mitgliedschaft verlängert wird. £'c Ablehnung einer Vertretung im DundeSrat durch den Reichskanzler ist hoffentlich nicht sein letztes Wort. Hier müssen die entstehenden Schwierigkeiten überwunden werden. Die elsässischen Stimmen müssen unter Umstanden auch anders als nur im Sinne PreußeuS abgegeben werden können. (Beifall im Zentrum.) Abg. Bühle (Soz.)? Emmel hat mit erklärt, die Sozialdemokratie habe die Ar- beiterichaft darüber aufgeklärt, daß sie zurzeit Wichtigeres zu tun habe, als sich darüber die Kopfe zu zerbrechen, ob es vorteilhafter sei, später deutsch oderfranzos'schzu fern. Aberder Klerus hat die Bevölkerung in E lsaß-Lothr i n. gen lange in dem Glauben erhalten, daß der Tag kommen werde, wo die Reichslande Frankreich wieder angeschlossen würden. (Unruhe im Zen- trum ) Durch die in Elsaß-Lothringen bestehenden staatsrechtlichen Verhältniffe ist das Land in wirtschaftlicher und kultureller Beziehung zurückgeblieben. Auf dem Gebiete des Konsumwesens haben wir im ReickMand starke Zurücksetzungen erfahren. Die Polizei in Metz hat eine ganz unrichtige Haltung eingenommen, und dadurch die Demonstrationen hervorgerufen. Bci einer Abstimmung in Elsaß-Lothringen würde sich die Mehrheit gegen eine Monarchie erklären. Tie Wahlrechts- beschränsimgen bedeuten eine Verschlechterung des bestehenden Zustandes. Vor allem wird die Ansässig- keitSklousel böses Blut machen. Sie entspringt allein der Angst vor der Sozialdemokratie. Herr von Dirksen hat die Elsaß-Lothringer frech genannt. Diese Beschimpfimg steht auf der gleichen Hohe wie die Angriffe der „Deutschen Zeitung". Dir versprechen un8 von einer vollen Autonomie eine Annäherung an Frankreich. Wer sie daher verwirft, verwirft mich die Annäherung. Wir lassen aber dieses Ziel nicht aus dem Auge. Abg. Gregoire (Hosp. d. Natl.): Dir beklagen aufs tiefste die Angriffe des Abg. Liebermann von Sonnenberg auf das lothringische Volk. Das war di« Sprache des Siegers über d ie Mit allen ruhigen Burgern oes uieicqeianoeo utuaueve ‘W | .....„..... Kundgebungen der ßotraine Sportive. (Beifall.) Man bk die Bevölkerung verhetzen, bat allerdings den Unfug unnütz aufgebauscht. Der zweifelhafte, beschuldigen. Beide Richtung' Brief in den „Berliner Neuesten Nachrichten" ist so gemeinen, unflätigen Inhalts. daß man daraus gegen un« Kapital zu schlagen sucht. Wa» können wir für solche Briefe, waS tonnen wir für Herrn JaurLS und die französische Hetzpresse? Sollen gegen uns gewendet. Er hat eS wohl getan, um einen Teil feiner sonstigen Mehrheit, die zum Teil grollend abseits steht, zu ge- Winnen. Aber gerade bei dieser Vorlage braucht er auch uns, wie bei vielen anderen. Sonst wird er am Ende£or einem Saufen von Scherben stehen. (Beifall bet der Volkspartei.) Abg. Hvefsel (RP.)? Man darf die letzten Vorgänge nicht gu tragisch nehmen. Störenfriede gibt es überall. Unsere Regierung bemüht sich, den richtigen Weg zu finden. DaS Land sehnt sich seit Jahren nach einer Verfassungtzerweiteruna. Nun ist die Gelegenheit da, auf den Entwürfen etwas Brauchbares aufzubauen. Abg. Wetters (Elsässer): Wenn man uns hier anschuldigt, dann soll man auch Be- weise vorbringen. Sonst weisen wir solche Beschimpsuligen entschieden zurück! Man kann nicht sprechen von einer JR a 11 o . nalistenpartei in Elsaß-Lothringen. Wir achten b*e Obrigkeit, sowie sie es verdient. (Heiterkeit.) Man will unS nicht mündig machen. Wir waren, als wir annektiert wurden, ein weit vorgeschrittenes Volk. Unser einziges Verbrechen ist. daß wir einmal Franzosen gewesen sind. Den Elsässern wird verboten, frmizösiscke Inschriften auf ihren Fabrikaten anzubringen, aber die kaiserliche Tabakmanufaktur verkauft ihre Tabake unter französischer Flagge. (Heiterkeit.! Bei den letzten Vorgängen in Elsaß-Lothringen ist die Negierung nicht vollständig frei von Schuld. Es besteht eine große Kluft zwischen den beiden Teilen der Bevölkerung. W i r wollen den Frieden, wir sind die Gemäßigten, wir sind die Musterknaben. (Heiterkeit.) Warum sollen wir unsex früheres Vaterland hassen? Ich begreife, wenn Sie Sedan feiern. Aber weshalb sollen wir Sedan feiern? Dazu liegt keine Veranlassung vor, oas erkläre ich ausdrücklich. An den sranzomchen Ueberlieferunflcn halten wir fest. DaS ,st nichts Aufrührerisches, mcbts Leparatätisches. Wir würden geistig verarmen, geistig etwas verlieren, wenn wir eS tun würden. Aber wir verlangen gleichberechtigte Aufnahme in der Familie, die uns gewalt;am an sich gerissen bat. Wenn 'n Elsaß-Lothringen einmal etwas passiert, was Ihnen nickt paßt, dann regen Sie sich darüber mcht gleich so auf. (Unruhe?) Für uns gilt der Satz, den die Fran- zosen über uns wiederholt gebraucht haben: mauvaises tetes, nxais bon coeurI (Beifall im Zentrum.) Staatssekretär Zorn v. Bulach: Es ist gar nicht möglich, auf die Einzelheiten, die der Abg. Wetterle hier soeben vorgebracht hat, einzugehen. Die Beschwer- den des Abg. Wetterle kennen wir ja schon lanae. Heber iebe Frage, die er hier behandelt hat, haben w,r uns schon 'M Landes- ousschuß von Elsaß'Loihringen mit ihm naher ause.nandergesetzt. Was will eigentlich die Vorlage der RelchSregicrungi S,e will Der Abg. Wetterle hat vom Nationalismus gesprochen. ES gibt einen Rationalismus, auf den wir Elsässer stolz sind, daS ist unser eigener PartikulariSmuS. Wir pflegen diesen PartikulariSmuK» aber wir pflegen ihn in einem anderen Sinne, als ihn der nbg. Wetterle pflegt. W i r wollen Versöhnung, wir verleugnen nicht die Vergangenheit. Wenn der Abg. Wetterle von früheren i Zeiten gesprochen hat, so kann auch ick sagen, ich bin auch stolz . auf die Vergangenheit, ick bin auch nicht als Deutscher geboren, ' aber ich sage mir, eS gibt Momente, wo man die Interessen eine! Landes vor die Interessen und das Gefühl deS HerzenS stellen soll , Zch sage mit gutem Gewissen: die Politik, die der Abg. Wetterle mit seinen engeren Freunden im Lande verfolgt, ist eine Politik, die für bad Land Elsaß-Lothringen nickt günstig ist. Zck will nickt an daS erinnern, waS der Abg. Wetterle hier vor einigen Abg. Graf Mielczfinski (Pole): Wir wollen volle Autonomie für Elsaß-Lothringen. Die Diskussion wird geschlossen. ES folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Abg. Liebermann v. Sonnenberg (Wirfsch. Dg.): Eine elsaß-lothringische Frage existiert auch für mich nicht. Wenn meine Worte schroff klangen, so war «S lediglich das Echo auf die Angriffe der Elsässer. Abg. Hauß (3entrum3-@näffer)7 bedauert, gegen die wüsten Ausführungen deS Staatssekretärs Zorn v Bulach nicht zum Wort gekommen zu fein. Bei Philippi sehen wir uns wieder. (Heiterkeit.) Die Vorlagen gehen an eine Kommission von 28 Mitgliedern. _ . . Montag 2 Uhr: RevistonSgesetz. Petitionen. Schluß iy2 Uhr, _________ feTleßlefl. Htr erfkfoit dagegen ssen entschiedenAen Gn- fpruefc. Daß Herr von Liebermann durch solche Tiraden der deut- . scken Sacke in Elsaß-Lothringen einen Dienst erwiesen hat, das | wird wohl feiner aus diesem Hause glauben. ES kann ja eine Genugtuung für uni sein, daß er gewissermaßen ad oculos be- numeriert hat, wie eS gekommen ift, daß die deutsche «ache im Elsaß noch nicht so weit gediehen ist, als eS tatsächlich dec Fall sein könnte. Wenn es nach Herrn von Liebermann g'ng«. dann möchte man glauben, hätten wir gerade noch datz Reckt, den Mund zu halten und unS überglücklich zu fühlen m dem Nichts. daS er unS mir gewähren will. DaS soll mich aber nicht abhalten ob- .jektiv dar zu tun, wie wir uns zur Vorlage stellen. (Beifall.) । 911* vor einem Fahre ein BerfassunflSentwiirf angekundtgt wurde, herrschte bei unö allgemeiner Zubel. Ein schone Traum schien sich zu verwirklichen. Dann kam die Enttäuschung! Statt der ersehnten vollen Autonomie bietet man un» eine Xeilreform, ein Stückwerk, Für Ball «öd Theater empfehlen unsere grosse Auswahl: BaU-Handschuhe, Ball-Strümpfe, Ball - Blumen, Fächer, Ketten Nadeln, Broschen. Kämme, Weisse Korsetts, üntertaillen Stickerei-Röcke, Rüschen, Elegante Ball-Wäsche. A. Salomon & Cie. arnuQ au erklären, daß der Entwurf em v-chritt vorwans t, L'aaioierreiar geian. kuuuck nUl, uuv uuu v« wenn^auck kein großer? Den grcßteu Fortschritt sehen wir in hing, die Herr Wetterle herauSgibt, nickt lesen können. Eie ist d^r Gewährung eines freiheitlicheren Wahlrechts sehr iuterehant, aber sie i|t nicht in dem S.nne geschrieben, daß zur Zweiten Kammer. Ein Hauptmangel ist bie I sie die Versöhnung bringen kann. ES ist aber fehlende Vertretung im BundeSrat. I die heilige Pflicht der Journalisten DaS ist ein schweres Hindernis für die Reichsfreudigkeit. Warum' «nd aller dersenigen, die ihrem Lande dienen wollen, nicht die setzt man nicht einen Regenten ein, wie in Braunschweig? Viel-, Gegensätze zu verschärfen, sei cS mit der Zunge, oder sei eS mit leicht betraut man auch ein Ministerium mit der Regentschaft. < per Fever, sondern dazu beizutragen, daß sie ausgeglichen werden. Mit allen ruhigen Bürgern des Reichslandes bedauere ich diel Die Schuld liegt an den Bläffern, auch an den Alldeutschen. '* " • *•----*1 - - x • ----- Keine Richtung kann btc andere e. beschuldigen. Beide Richtungen sind schädlich für Elsaß. Der -' größere Teil unser-r Bevölkerung ist loval und rechtschaffen und will von Unfrieden nichfS wissen. Sie will ruhig sich entwickeln. Aber mit solchen Insinuationen, wie sie WetterlL gebracht hat. werden S,e keinen Frieden und keine Ruhe im Lande ftiftcn. (Zuruf: Abq. Hauh: WaS hat er denn gesagt?) Alle die Falle, die er angeführt hat, sind doch nicht wahr. (Aba. Hauß: DaS ist doch die Wahrheit.) Nein daS ist nickt die Wahrheit. Sie wissen es gerade so gut wie ich. (Abg. Hauß: Wir werden unS im Landesausschuß treffen.) Wetterle hat Sachen vorgeb^icht, von denen der Abg. Haust ganz gut weiß, daß sie nicht richtig sind. Ich bin viel zu höflich, zu sagen, daßeinAbgeordneterdieUnwahrheitgesagt hat. Ich sage. Lai, WaS Abg. WetterlL gesagt hat, entspricht nicht der Wahrheit. (Lebhafte Unruhe bei den Elsässeni.) Mcm hat auch davon gesprochen, dah die Jugend im Msaß nicht so patriotisch ist wie eS erwünscht wäre. Wenn täglich btc Jugend immer zu lesen bekommt, daß der gegenwärtige Zustand Nicht Zufriedenheit erweckt, daß die Vergangenheit viel besser war, daß es im Nachbarland besser sei, bann muß man sich nicht wundern, wenn diese Jugend auch glaubt, waö sie lieft. SS ist leider die Ausgabe einer bestimmten Presse in Ersatz- Lothringen, die Jugend nicht in den Ideen aufzuziehen, die wir wünschen. Der Abg Wetterle sprach weiter von der Toppelkultuc. DaS ist ein sehr schönes Wort. Ich behaupte, es gibt überhaupt keine Doppelkultur. Es gibt nur eine Kultur, daS ist btc Mensch. heitSkultur, die soll gleich sein in allen Ländern. Sie können keinen Gegensatz konstruieren zwischen der französischen und der deutschen Kultur. Sie wollen in Elsaß-Lothringen den Gedanken weiterverbreiten, dw deutsche Kultur sei minderwertig im Vergleich zur französischen Kultur. (Widerspr. b. b. Elsässern.) DaS werden Sie ja in der Rede des Abg. WetterlL nachlesen können. ES sind dann Prinzipien und Theorien aufgestellt worden, b« nicht im Interesse der Entwicklung deS ReichslandeS liegen. Ich könnte noch vieles dazu sagen, ich will aber die Debatte nicht in die Länge ziehen und nicht die Veranlassung sein daß Sw sich noch auf die Montagssitzung auSdehnt. Aber die Rede deS Abg. Wetterle konnte ich nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen zu sagen, daß die elsaß-lothringische Bevölkerung die Ihnen gemachte Vorlage^mti Dankbarkei» annehmen wird. (Lhol bei den L-oz.) ES ist ja möglich, daß Sie nicht der Ansicht sind. Wenn die Vorlage auch nickt die vollständige Autonomie bringt, die auch ich alS guter Elsaß-Lothnw» get für mein Land wünsche (Hörtl hört! links), so bedeutet sie doch einen Fortschritt. Wenn die Vorlage in dem Sinne, wie sie von der Reichöregierung gemacht worden ist, zum Gesetz totrb, so ifl das ein bedeutender Fortschritt, und ich hoffe, nod) lange genug leben zu können, um schließlich die vollständige Autonomie m Elsaß-Lothringen zu sehen. Ich kann auck sagen: die große Majo- rität deS Landes verdient heute schon die Autonomie (Hörtl hörtl). und wenn wir die Autonomie dem Lande noch nicht geben können, können sich die Herren, daS auf5 ssonto schrecken, die solche Reden halten, wie wir sie soeben von dem Abg. WetterlL hört haben. (Beifall.) Thüring. Bauevnkäse Thüring. Stangenkäse allerfeinste goldgelbe Delikateß' wäre, reinstes Naturprodukt. Post- kolli Mk. 3.— franko SLachnabme. Beste Bezugsguelle für Wiederoerkäufer. 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Rm. Hungen, den 23. Dezember 1910. Drosch. Amtsgericht. 4,26 Mm., 17,68 Fstm. 31,95 Mm. Stämme 4. Kl., 25—29 (£tm. Dchm. = 3,82 Mm. 18 Stämme 5a Kl., 20—24 Ctm. Dchm. — 11 90 °'rt— Kl., 25—29 Ctm. Dchm. = 3,40 Mm. Kl. unter 25 Ctm Dchm. = 3,77 Mm. e) Fichten-Ltämme: 1 13 14 7 193,8 7 108,1 24,3 49,8 104,2 296,2 ArbeitsÄergebmrg. Neubau und Bauverändcrungen an der alten kath. Kirche zu Gießen. Die Erd-, Maurer-, Eisenbeton-, Steinhauer-, Zrm- merer-, Grobschlosser-, Dachdecker- und Spenglerarbeiten, sowie die Eisenlieferung sollen vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei dem Architekten G a r n o n, Kirchstraße 16, offen und sind daselbst täglich von 3—6 Uhr einzusehen, woselbst auch Angebotsformulare gegen Erstattung der Selbstkosten bezogen werden können. Angebote sind bis spätestens Freitag den 10. Februar 1911, abends 8 Uhr, einzusenden an den D3% Katholischen Kirchcnvorstand zu Gießen. Stämme, 52 und 35 Ctm. Dchm. = 1,62 Mm. d) Kiefern-Stämme: Jagd-Verpachtung. Mittwoch den 1. Februar d s. I s. nachmittags 2 Uhr wird im alten Rathaus dahier die Jagd in der Gemarkung Heuchelheim, bestehend aus ca. 650 Hektar Wald und Feld, auf weitere 6 Jahre verpachtet. 649 Heuchelheim, den 24. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. Kreiling. Holz-Submission. In den Waldungen der Gemeinde Ettingshausen nachverzeichnetes Holz auf dem Submissionswege geben werden: Holz-Submission. Aus ben Waldungen der Gemeinde Londorf sollen im Wege des schriftlichen Angebots verkauft werden: -..... Kiefern-Knüppel, Rm. Buchen-Reisig, Aufgebot. Der Kaufmann Friedrich Künanz von Hungen, gerichtlich bestellter Pfleger für den abwesenden Johannes Knauß von Atzenhain, zuletzt wohnhaft in Hungen, zur Zeck unbekannten Aufenthalts, hat mit oorausgegangener vormundschaftsgerichtlicher Genehmigung Antrag dahin gestellt, zwecks Todeserklärung des genannten Johannes Knauß Alifgebotsverfahren wegen Verschollenheit einzuleiten und entsprechendes Aufgebot zu erlaßen. Es wird deshalb Johannes Knauß, geboren zu Atzenhain im Großherzogtum Hessen, Sohn des Johs. Knauß und dessen Ehefrau Anua Gertrude geb. Seng, dessen Geburisjahr nicht genau zu ermitteln, der aber am 13. August 1864 zu Paris mit Katharine Müller, geboren zu Merlau im Großherzogtum Hessen, die Ehe eingegangen hat und der zuletzt in Hungen im Großherzogtum Hessen wohnhaft war, aufge- sordert, sich spätestens im Aufgebotstermin Mittwoch den 2. August 1911 vormittags 10 Nhr vor unterzeichnetem Gerichte zu melden, widrigenfalls seine Todeserklärung ausgesprochen wird. Ebenso werden Alle, die Auskunft über Leben und Tod les Verschollenen zu geben vermögen, aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermin dem Gerichte Anzeige zu machen. Auch müssen alle Personen, die an dem Nachlaß der verstorbenen Ehefrau des genannten Joh. Knauß, nämlich der Katharine Knauß geb. Müller, die am 14. Januar 1833 »u Merlau geboren war und am 20. April 1910 zu Hungen verstorben ist, als Erbe Ansprüche geltend machen, aufgefordert bis zu diesem Zeitpunkt diese bei unterzeichnetem Gerichte anzumelden, anderenfalls sie bei der Nachlaßoerteilung nicht berücksichtigt werden. Stamm 2. Kl., 41 Ctm. Dchm. = 0,92 Mm. Stämme 3. Kl., 30—39 Ctm. Dchm. = 3,98 Mm. Stämme 4. f"* ~ ~ ' - • * - * ÄÄ', 8 6n^,e wetfei Stilen l bi» . Ulli hto ft Jagd-Verpachtung. Mittwoch den 8. Februar 1911 nachmittags um 1 Uhr wird im hiesigen Rathaus durch öffentliche Versteigerung die der Gemeinde Bettenhausen zustehende Jagd, ca. 105 Hektar Wald und 400 Hektar Feld umfassend, in zwei Bezirken auf weitere 6 Jahre verpachtet. Bettenhausen, am 24. Januar 1911. 707 Großh. Bürgermeisterei Betteuhcrusen. Roth. Kl., 20—24 Ctm. Dchm. = 11,32 Mm. ca. 290 Stämme 5b Kl., 12—19 Ctm. Dchm. = ca. 62 Mm. 0 Fichten-Derbstangen: ca. 280 Stück 9—11 Ctm. Dchm. = ca. 30 Mm. Angebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Holz- Submisjion" bis spätestens Freitag den 3. Februar d. Is. nachmittags 2 Uhr bei uns einzureichen, woselbst alsdann die Eröffnung der Angebote in Gegenwart der etwa erschienenen Bieter erfolgt. „ 711 Zuschlag bleibt 3 Tage Vorbehalten. Londorf, den 26. Januar 1911. a) Cichen-SchnitthoLz: 3 Stämme 2. Kl., 50—59 Ctm. Dchm. = 3,77 Mm. 11 Stämme 3. Kl., 40—49 Ctm. Dchm. = 10,18 Mm. b) Erchen-Bauholz: Stamm 2. Kl., 55 Ctm. Durchm. = 0,67 Mm. Stämme 3. Kl., 40—49 Ctm. Dchm. = 10,75 Mm. Stämme 4. Kl., 30—39 Ctm. Dchm. = 9,48 Mm. Stämme 5. Kl., 25—29 Ctm. Dchm. = 2,24 Mm. c) Buchen-Stämme: Der c I ß»d-Amu°r ^ L sprechen, mag feto Segenbm Wt! j-iz 8« M Teil auch an c senden Wahlbewe- L-Bi-dE Wenlwürie W Bit Lchiffahrtsabga Machssteuer, Refor ■jntipurf für &W& nsichenlngsreforin -.di jetzt die Sachlac r [ ptrag Nacken der 3 lm Serfäffun^ent dnservativen ihren leime Wahl aufred ndnung.wemdic^ chl friedlich-fchiedl . «sicherungsordnm per Betriebskranken lü beim schließlich i kÄPrivatangeswlltc iei, daß hier nid): :twieriakeüen zu I Es ist einigem geordneten im js -indete und im hir ^hrscheinlich nutzt W verspüren und daß sie entweder 3 durch eine Ur m die Bahlen n wmmen, daß der nach den Beihna-l E A. Mannar v Plan daran fest am 13. Februar J“ ein fromme S onch die aus lMana Reinigu: bi^ben sollen 6Muar insaesai ,n blWi Zagen t t?J8W,bie Mes und : die fre»in sK- rö”In9 uberhau) Ky scheben 1 "erabm I "?enu bie g? Holz-Versteigerung Donnerstag den 2. und Freit.ag den 3. Fe- bruar soll im Ettingshäuser.Gemeindewald nachstehendes Holz versteigert werden: besonders empfehlenswert: Souchong, voller Geschmack Mk. 2.50 Dagoba, kräftiger Geschmack Mk. 3.40 Mandarinen-Mischung, mild, arom. Mk. 4.60 Weitere Sorten injed, Preislage n. fürjeden Geschmack Holzversteigernng in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag den 6. Februar, vormittags 9V« Uhr, im Distrikt Meilbach: Scheiter, Rm.: 282 Buchen (2 Werkscheitert 5 Eichen: Knüppel, Rm.: 80 Bucken, 22 Eichen, 11 Nadel: Stöcke, Rm.: 105 Buchen, 10 Eichen, 09 Nadel: ReishoOwellen: 3300 Buchen (40 Rm.:, 150 Eichen, 1760 Nadel. — 2 Eichenabschnitte = 0,63 Mm. <26 u. 48 Ctm. Mitten- durchmesseri, 204 Flchlenderbstanaen — 4,48 Fstm., 233 Fichten- Bohnenstanaen. Zusammenkunft auf der Kreisstrahe Lich-Hattenrod am Kreuzpunkt mit dem Vicinalweg Nieder-Beffingen—Burkhardsfelden. — Dienstag den 7. Februar, vormittags 91/, Uhr, im Distrikt Hüler: Scheiter, Rm.: 200 Buchen, 1 Eicken: Knüppel, Rm.: 70 Bucken, 21 Eichen, 1 Birke, 34 Nadel: Stöcke, Rm.: 63 Buchen, 3 Eicken, 28 Nadel: Nctsholzwellen: 2200 Buchen, 140 Eichen. — 1 Birke — 0,57 Fstm. <28 Ctin. Durchmessers. Die Zusammenkunft ist auf der sog. alten Gießener Straße, direkt oberhalb Hof Albach. | Keilas ‘ n;öd>eiit*'f ^S!noil-£an o ^^eveicben W<«cnon Wzkigel eSä91^ Emiiiericher Waareii ________ Spezial-Geschäft für Festm. Fichten-Derbstangen = 35,12 Festm. Der Anfang ist jedesmal vormittags 9i/> Uhr, am ersten Tag beim neuen Pflanzgarten (Sandhecke)," am zweiten ^ag tu der Hard 39. Beim Nutz- und Stangenholz wird bemerkt, daß am ersten Tag erst das Buchen-Brennholz kommt, am zweiten Tag das Nutzholz. Ettingshausen, den 27. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Grosse Gelegenheitskäufe in Wäsche, Weisswaren, Bettwaren—«Ausstattungs-Artikeln Augsburg, Darmstadt, Dillenburg, Frankfurt a. M., Fulda Frpihn^ « .. „ „ , , „ ................ Ettingshausen, den 27. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Ettingshausen. Keil. 734 Eichen 4. Kl., 30—39 Ztm. Durchm. Eichen 5. Kl., 25—29 Ztm. Durchm. Eichen 6. Kl., unter 25 Ztm. Durchm. Kiefern 2. Kl., 40—49 Ztm. Durchm. Kiefern 3. Kl., 30—39 Ztm. Durchm. Kiefern 4. Kl., 25—29 Ztm. Durchm. Kiefern 5. Kl., unter 25 Ztm. Durchm. 1. Kl., 50—59 Ztm. Durchm. = 1,41 Fstm., 2. Kl., 40—49 Ztm. Durchm. = 3,33 Fstm., 3. Kl., 30—39 Ztm. Durchm. — 41,71 Fstm., 4. Kl., 25—29 Ztm. Durchm. — 65,45 Fstm., 5. Kl., unter 25 Ztm. Durchm. = 197,91 Fstm., Fichten-Derbstangen = 65,89 Fstm. Die Angebote sind pro Festmeter getrennt nach Sortiment und Klassen, verschlossen mit der Aufschrift „Holz- Submission" bis spätestens Montag, den 6. Februar, mittags 1 Uhr, an unterzeichnete Bürgermeisterei einzureichen, wo alsdann im Rathaus um 2 Uhr die Oeffnung der Offerten erfolgt. Das Holz ist gefällt und wird auf Verlangen vom Forstwart Keil vorgezeigt. Nähere Bedingungen liegen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei offen. Großh. Bürgermeisterei Londorf. ______________________Aumann. Kalk- h. Marmor-Werke nnd läinpfziegelei Aug. Gabriel jr., Giessen Telephon 84 [12] Teleph on 84 la- LuMtcn, MMchbrikatimn, BchmsAuß. unübertroffene Qualität Mk. 1.—, 1.20, 1.40, 1.60, 1.80, 2.— echt holländischer Mk. 2.50, 2.80