erein IORA 9 benuk0, der lachtet ) beglK in ch uni 1* Inhaber: Carl Herbert ft in ä'ten ;z 'sämtliche PUtze sivä numeriert). m Plätzen. sreins und des Saal-* angerechnet Für ment auf 8 Konzerte IV. Platz 12.- Mk. potheken y Leinen toter ton Hermann Steingoetter btn3.CHobctl9U, icttbd 8 Ubr: ag,Abonn.-BorWW »t Neuanmeldunw? lv*/tt Frankfurt a.M. (V, **•**&& lasen. Kon2m WvemBten £6rZbur8(8optaa| rchhamte?7ThoDie. tienor, '«215 L°"°- i*w “in 3 Auszügen«»- S?»““ ffl'Ä“ wcli'AboiM'Borstellnng Geschwister von Goethe. -strade Mk 3.- „ a- . 150 , L- tz Studentenkarten <• 1-Mk. ir Einzelpreise statt 161. Jahrgang Zweiter Blatt Nr. 231 Erscheint IS-Nch mit Ausnahme deS Sonntags. Die ^«ietzener ZamlNendlStter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für Den Kreis «letzen" groeimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Verlag: Redaktion:«-UK112. Tel.-Ad ru AnzeigerDießen. Montag, 2. Sttober 19U Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversttätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Gegen die Lebenrmittetteuerung. Tin preußischer ministerieller Runderlaß vom 26. September ordnet an: _ In dem Runderlaß des Mmnters für LanDwirffchaft, Domänen und Forsten an d.e Landwirtschaftskammern vom 11. AuguU dieses Jahres, in welchem die durch die anhaltende Dürre dieses Sommers der Landwirtschaft und dem gesamten Volke drohenden Gefahren besprochen und Maßnahmen zur Abhilfe empfohlen wurden, ist bereits auf die in diesem Jahre außergewöhnlich Kjbe Spannung zwischen den amtlich ermittelten Preisen für Sd) ro eine auf den Schlachtvieh markten und den Preisen für Schweinfleisch im Kleinhandel hin- gewiesen worden. Wie zu erwarten war, hat diese Feststellung in Fleischerkreisen lebhafte Erregung und zum Teil auch offenen Widerspruch hervorgerufen. So hat die Berliner Fleischcr- innung die Verwertung der amtlichen Preisnalistik für Vergleiche als unzulässig bezeichnet, weil die gegenwärtig übliche Methode der Feifftellung der Fleischpreise im Kleinhandel unrichtige Ergebnisse liefere. Tie Innung hat hierbei übersehen, daß die Feststellung der Kleinhandelspreise in den vergleichsweise angeführten Jahren 1909 und 1911 nach gleichen GrunDsätzcn erfolgt ist, etwaige Mängel der Ermittlung also deren Ergebnisse in gleicher Richtung hätten beeinflussen müssen. Von der Entwicklung der Spannung zwischen Vieh- und Fleischpreisen geben daher die Ergebnisse der amtlichen Statistik ohne Zweifel ein zutreffendes Bild. Diese Ergebnisse zeigen aber mit Deutlichkeit, daß das für die Volksernährung mehr und mehr an Bedeutung gewinnende und namentlich für die Bedürfnisse der unbemittelteren Volksklassen wichtige Schweinefleisch auf dem Wege von der Erzeugungsstatte zum Verbraucher in außergewöhnlichem Maße verteuert wird. Tiefes Mißverhältnis zwischen Schweinepreisen und Schweinesleischprcisen wird auch neuerdings in der Tageszeitung fast aller politischen Parieirichtungcn gebührend beleuchtet, wobei dringend Abhilfe verlangt wird. Selbstverständlich kann cs nicht Ausgabe des Staates sein, unmittelbar einzugreifen; hier müssen die Kommunen ein» treten. ™ Eine wirksame Betät igung der städtischen Verwaltungen auf diesem Gebiete erscheint um so dringender, als die lange Türre dieses Jahres eine Anzahl anderer notwendiger Nahrungsmittel, darunter das wichtigste Nahrungsmittel der unbemittelteren Bevölkerungsklassen, die Kartoffel, teils schon ui bedauerlichem Maße verteuert hat, teils zu verteuern droht. Taher wird in denjenigen Städten, in denen ein Bedürfnis hierzu besteht, auf die Gemeindeverwaltungen, soweit sie nicht von selbst jchon Schritte getan haben, dahin einzuwirlen fein, daß Maßnahmen zur Verbilligung der Lebensrnittel, insbesondere aber der Fttischversorgung, getrosten werden. ES wird sich im wesentlichen darum handeln, daß — zweck- mäßigcrwcisc durch besonders zu bildende Ausschüsse — mit den Fleischern über eine den Viehpreisen angemessene F e st - setzung der 51 ei) d)b reife verhandelt wird. Sollten diese Erörterungen keinen Erfolg haben und die Behörden zu der Uebcr»cuguno gelangen, daß die Fleischpreisc zu hoch sind, so muß dringend empfohlen werden, die unmittelbare Versorgung bet Bevölkerung mit Fleisch durch von den Städttn cinzurichtendc Verkaufsstellen in Angriff zu nehmen, wie solches während der vor zwei Jahren herrschenden Fleisch- teucrung mehrfach mit Erfolg geschehen ist. Tes weiteren tarne die Frage der billigeren Beschaffung von Seefischen und ihrer Abgabe an die Bevölkerung auf besonders einzurichtenden städtischen Fischrnärkten in Betracht. Eine Reihe von Städten ist bekanntlich schon in dieser Richtung mit Erfolg tätig gewesen. Endlich würde noch zu prüsen sein, ob nicht auch durch den regelmäßigen Bezug von anderen Nahrungsmitteln des Massenverbrauchs, beispielsweise von Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Kohlarten, eine Verbilligung der täglichen Lebenshaltung der städtischen Bevölkerung erreicht werden kann. Um eine solche Wirksamkeit zu erleichtern, hat das Staats- miniftexium in seiner Sitzung vom IG. d. M. bereits beschlossen, Gemeinden und gemeinnützigen Organisationen, die Lebensmittel dieser Art zu oder unter den Selbstkosten verteilen, bei dem Bezüge besondere Frachtermäßigungen zu gewähren. Aus diese Sondervergüiisttgung ist besonders aufmerksam zu machen. Natürlich hat dieser preußische Erlaß auch für uns in Hessen großes Interesse. stützen, die Frauen tcilnchmen zu lassen an den gewerblichen Be- rufen, soweit ihr der Beruf im Hause nicht offen steht. Hierauf wandte sich der Kongreß dem zurzeit besonders bedeutsamen Thema der Brot- und Fleischnot zu. Prof. Tr. G. Nuhland (Berlin) vertritt folgenden Leitiav: „Tie wirkliche Ursache der periodischen Brot- und Fleischnot ist die „T es o r g a n i s atio n", die „Anarchi e" unserer M ä r f t c. Teshalb kann 'Abhilfe für diese schweren Mißstände nur durch Organisation unserer Märkte gesucht und gesunden werden." Der Redner führte u. a. aus: Wenn wir Millionen von freien nicht organisierten Landwirten, von Müllern, Bäckern un£> Schlachtern ohne jcDc zusammenfassende Organisation planlos die Brot- und Fleischversorgung des Volkes überlassen, so muß ein gi> wattiges Durcheinander, eine schier unglaubliche Unoronung, eine Anarchie int Markte eintreten. Zur Beteiligung dieses bedenklichen Uebels gibt eS nur ein Mittel, nämlich: wir müssen an Stelle des irrtümlichen „selbstherrlichen Individuums" die „organische Auffassung des Kulturmenschen" treten lassen. Tas hat schon Die, kaiserliche Botschaft vom 17. November 1881 gewollt. Tie Aus führung dieser Botschaft ist nun leider wieder auf ganz andere Wege geraten. Die richtige Auffassung dieser Botschaft bietet für unsere heutige Welt deshalb so große Schwierigkeiten, weil unserm gegenwärtigen Volkebewußtsein die uralte „organische Auffasiung des ^Kulturmenschen" leider verloren gegangen ist. Man sieht heule in den „Lebenscrscheinimgen der Völker" keine große Einheit, sondern glaubt, das Lebensproblem des Volkes als eine Fülle von Spezialfragen auflösen und behandeln zu können. Man ist deshalb nur zu weit von der Einsicht entfernt, daß die Lösung all unserer wirtschaftspolitischen Fragen im Grunoc die Lösung von^Problemen unserer gesamten modernen Ideenwelt ist, die mit der Frage, was der Mensch fei, umschlossen werden. In der praktisch politischen Behandlung auch der periodischen Brot- und Fleischiiöle gibt es deshalb nur ein Entweder — oder. Entweder man erkennt den heute herrschenden großen Irrtum, dann handelt es sich um eine Neugestaltung unseres gesamten Wirtschaftslebens, ober man erkennt diesen großen Irrtum Noch immer nicht, dann muß sich die Not noch weiter verschärfen, bis endlich die rechte Einsicht lomnit. Welche dieser beiden Eventualitäten heute schon gegeben ist, weiß der Redner nicht zu sagen; was er aber bestimmt tagen könne, faßt er in folgende Sätze zusammen: 1. Erst durch eine Neuorganisation der Gesellschaft und Eingliederung jeder Einzelwirtschaft als ein der sozialen Gemeinschaft „dienendes" Organ, unter Beibehaltung des Privateigentums an den Produktionsmitteln, durch „nationale Syndikate auf öffentlich-rechtlicher Grundlage" wird man endlich zu klaren und zuverlässigen Ziffern über Vorrat und Bedarf innere halb der nationalen Volkswirtschaft kommen, auf denen sich bann endlich auch stetige mittlere Brot- und. Fleischpreise erheben können. 2. Turch diese moderne Organisation der Gesellschaft, die alle höchst bedauerlichen Klassenkämpfe für immer verschwinden läßt, wird an der Stelle unseres heutigen „irrigen" Jndck vidualegoismus der „ideale Individualismus." wieder zur vollen Entfaltung kommen. 3. Die praktische Durchführung dieser gewaltigen Reform hat eine groß angelegte nationale Schulreform int Sinne der bekannten Reden Fichtes an die deutsche Nation auf der ganzen Linie unserer Schuleinrichtungen zur unerläßlichen Voraussetzung, wobei Staat und Gemeinde, Kirche und Familie freudig Zusammenarbeiten müssen, um dem großen kulturellen Fortschritt der Wiederkehr einer Periode des allgemeinen Gemeinschaftsbewußtseins zu erreichen. (Beifall.) In der Aussprache wandte sich der oberösterreichische Bauernführ er Binzens Till (Bruck a. Vüir) scharf gegen die Preistreibereien auf dem Getreidemarkt und verbreitete sich dann über die Technik der Brotfabrikation, wobei er ausführte, daß die mangelnde Technik des Bäckergewerbes vielfach zu der Brot not beigetragen habe. «.Beifall und Wider sprach.) Er verlangt schließlich die Ausschaltung des Gctreidehandels. Wir brauchen keinen Getreidehandel, der die Preise willkürlich bestimmt. Tie Bestimmung der Getreidepreise müsse gesetzlich den Parlamenten überlassen werden. (Beifall und Unruhe.) Landtagsabgeorditeter Hübsch (Nürnberg) erwidert, daß die unrichtigen Preisfestsetzungen doch nur zeitweise in die Erscheinung treten und nur so lange in Geltung bleiben können, als die Fälschung nicht erkannt ist. Nach den Ausführungen des Prof. RuhlanD würden Angebot und Nachfrage überhaupt keine Rolle spielen, davon könne aber feine Rede sein. Wir können, so fuhr der Sprecher fort, ihm nur soweit folgen, daß wir eine zeitweste unrichtige Preisfestsetzung durch falsche Preßberichte für möglich hatten. Wir haben alle Ursache, hier Abhilfe zu verlangen. Wir lind also damit einverstanden, daß die Staatsregierungen ihre tige Heerruser von Bayreuth, Herr Hofopernsänger Geiße- Winkel, gehört zu den beliebtesten Mitgliedern der Wiesbadener Hofoper und feiert dort durch die Pracht seines phänomenalen Baritons glänzende Triumphe. Seit langem gehört er auch zu den gesuchtesten Solisten des Konzertsaales; in diesem Winter hat sich Frankfurt seine Mitwirkung in den Museumslonzerten sowie dem Cecilienvereine unter Mengelderg gesichert, gewiß ein Beweis, wie sehr er geschätzt wird. Tas weiche, volle Organ des Herrn Julius Schül» ler aus Frankfurt ist für die Partie des Gurnemanz wie geschaffen. Er hat sie zu wiederholten Malen mit so großem Erfolge gesungen, daß es ihm u. a. ein Engagement für die Liszt-Zentenarsoier in Heidelberg eintrug. Tas letzte Konzert ist in seiner Eigenart ebenfalls eine Neuigkeit für Gießen. Der Dessosssche Frauenchor aus Frankfurt, eine Bereinigung von gegen 100 auserwähl- ten, musikalisch geschulten Stimmen wird unter der Leitung von Frl. Gretchen Dessosf eine Blütenlese herr- lichper Ehöre der klassischen wie modernen Musik in der Stadtkirche zu Gehör bringen. Tie Kammermusilabende werden von unserem bewährten Trioensemble, Prof. G. Trautmann, A. Rebner und C. Hegar, veranstaltet, deren vollendetes Zusammenspiel die Hörer bis jetzt noch jedesmal begeistert hat. In dem für Kammermuiik ganz besonders geeigneten Mlubjaal werden die Vorzüge dieser wundervollen Gattung der Musik sicherlich zu restloser Geltung kommen. Tie Durchführung eines derartigen Programms erfordert ganz erhebliche Opfer und kann nur in der Zuversicht auf allseitige Förderung geschehen. Darum hoffen wir, daß sie uns aus allen kreisen ebenso zuteil wird, wie die von uns mit lebhafter Freude begrüßte Würdigung und Unterstützung unserer Tätigkeit in einer der letzten Stadtverordneten-Versammlungen. Internationaler MttelftanSrkongretz. ~ München, 30. Sept. Ter 3. Internationale Mittelstandsiöngreß beendete heute seine Beratungen. An erster Stelle stand das wichtige und durch tas wachsende Interesse der Frauenwelt für die 1-artdwerkliche Betätigung aftuelle Thema: „Tie Frau im Handwerk". Fräulein Tr. Gertrud Scharf (Charlottenburg) stellte dazu folgende Forderung auf: Wo und soweit der Grundsatz der Gewerbcireiheit durch das Gesetz Anerkennung gefunden hat, muß die Frau den Mann im gewerblichen Leben gleichberechtigt gegen» überstehen. Soweit dieser Grundsatz als Ausfluß einer Mittel- standspolitik zu Gunsten des Handwerks Einschränkung erfahren hat, ist auch die Hwrdwerkerin unter die schützenden Normen zu stellen, damit die von Frauen betriebenen Handwerke nicht vollständig der Heimarbeit weichen. Im einzelnen ist zunächst Regelung oed weiblichen Lehrlingswesens, Einführung der Pflichtfortbildungsschule für Mädchen, Förderung der Organisation und des Bildungswesens für selbständige Handwerkerinnen zu fordern. (Lebhafter Beifall.) An der Aussprache dazu beteiligte sich auch der ^Vertreter der preußischen Regierung, Ministerialdirektor v. Seefeld (Berlin). Wenn besoitders die Frauenarbeit im Handwerk proklamiert werde, so könne er das nicht mit Begeisterung mitmachen. Ucberall dort, wo die Frau in bisher dem Manne offen gelassene Gebiete eintritt, verringere sie sich selbst die Aussicht auf ihren natürlichen Berus der Hausfrau und Mutter. Deswegen möchte er den Schluß ziehen, wir wollten heute auch auf diesem Gebiet fein allzu rasches Tempo fordern, aber alle Bestrebungen unter- vorgegangen, ist eines der stärksten Talente unter seinen Facygenossen. Gediegene Technik, temperamentvolle Interpretation und bestrickende Kantilene haben ihm überall außerordentliche Erfolge gesichert. Ten seltenen Genuß, das Cello als Soloinstrument zu hören, wird uns Herr Hofkonzertmeister Professor Wille aus Dresden bereiten, einer der hervorragendsten Vertreter seines Instruments; seinem Spiel rühmt man wunderbare Technik und makellose Schönheit des Tones nach. Ter Hundertjahrfeier von Franz Liszts Geburtstag gilt das 1. Chor- und Orchesterkonzert im Stadttheater. Tie Faustsymphonie, vielleicht das großartigste seiner orchestralen Werke und der hier noch nicht gehörte 13. Psalm bilden die Hauptnummern, bei denen der rühmlichst bekannte Heldentenor Ejnar Forch- Hammer die Soli übernehmen wird. Mir ganz besonderem Interesse dürfte dem Symphoniekonzert der Meininger Hofkapelle unter ihrem neuen Dirigenten, Herrn Hosrat Professor Tr. Reger entgegengesehen werderr. Sie wartet mit einem auserlesenen Programme auf. Langjährigen Wünschen sott die Aufführung der Par- zivalszenen (Richard -Wagner- Abend) willfahren. Wir wollen allen Den Vielen, Die das Weihefestspiel nicyt in Bayreuth selbst hören können, einen Einblicr in die letzte und erhabenste Offenbarung Wagners verschaffen. Tabei sei bemerit, daß die Schutzfrist des Parzwal erst im Januar 1914 abläuft, so daß das Wert nichi schon 1913, wie irrigerweise vielfach angenommen wird, au^er^aLb Bayreuths aus- gefüljrt werden Dar-. Bezüglich Der mit.uirlenDen Solisten )ei erwähnt, daß Der neue Heldentenor der Frankfurter Oper, Herr Hurt, der erklärte Liebling des Publikums ist. Seine frische, wohllautende (Stimme loste türzlich in der Rotte des Manrico eine Derartige Begeisterung aus. Daß, wie Der Rezensent bemerit, Die ^:ute Die Operngläser zu Hilfe nehmen mußten, um sich zu' überzeugen, Dag es wirtlich Herr Hutt unD nicht Caruso war. — Ter wuch- Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Cberheffen politische Tagesschau. Tie Neichöeinnahmen an Zöllen, Steuern und Gebühren haben nach Der nunmehr vorliegenden ttebersicht im August d. I. die Lumme von 138,7 Trillionen Mk. erreicht ge^en^l4^Mittioneii^m^lugtist^910^o^a^eine^u^ Vie Veranstaltungen der Aonzert-Vereins im Winter tM12. Der Konzertverein veröffentlicht in der heutigen Num- tr.cr fein Winterprogramm und empfiehlt es Der Beachtung aller Aritsiksreunde. Auch in diesem Jahre finden wieder 10 Konzerte statt, und zwar 3 Chor- und Orchesterkonzerte, 1 Symphonielouzert, 3 Solisten- und 3 Kammermusik- abenco. Ort, Tag und Zeit Der einzelnen Aufführungen, Abonnements- unD Einzelpreise sind aus der Anzeige ersichtlich, während jede andere Auskunft Herr Ernst Ch allier dereitwilttgst erteilt. Wie seither ist der Verein bestrebt gewesen, Künstler allerersten Ranges zur Mitwirkung zu gewinnen, und es ist ihm gelungen, eine Reihe von Solisten zu verpflichten, die zu Den glänzendsten Erscheinungen, selbst in Musikzentren, wie Berlin, Hamburg und Leipzig, zählen und Dort Triumphe über Triumphe feiern. Das Auftreten Lamonos wirD sicherlich mit lebhaftem Interesse begrüßt. Sein über alle Maßen herrliches Spiel und Die abgeklärte Kunst seines Vortrages Stellen uns Stunden ungetrübtesten Genusses in Aussicht. Die anmutige, jugendliche Pianistin, Frl. Wynne PY1 e aus Texas (zurzeit in Berlin, eine Schülerin Leschetyzlys, ist von Dem letzten Krvnbauerkoiizert her durch ihre trefflichen Leistungen noch in bester Erinnerung. lieber Gesangslräfte wie Frau Cahnbley-Hinken, Felix Senins und Frau Klara Senius-Erler fiuD Lobeswvrte nicht nötig. Frau Cahnbley-Hinken hat kürzlich bei der Ba ch fei e r cn Eisen ach mit Den blenden- ben Eigenschaften ihres lieblichen Mezzosoprans und ihrem echten Belcanto Hörer und Kritik entzückt. Der Lieder- unb Duettenabeitd des Sängerpaares Senins, Deren große Kunst Die Kritik allenthalben rühmt, wird uns mit manchem Kabinettstückchen gebiegener Vortrag.lunst begannt machen. Der junge uitß-irifcic Geiger Josef Szigeti ans Budapest, wie See;i Geyer aus Der Schule Hubays her- nähme um 24,4 Millionen M k. ober 21 v. H. statt- gesunden hat. In den bisbcr verflossenen 5 Monaten des Etatsjahres 1911 haben sich die Einnahmen auf 703 Millionen Mk. belaufen, während der entsprechende Anteil am Anschläge nur 618 Trillionen Mk. beträgt, so daß sich bisher ein Ueberschuh von 85 Millionen Mk. ergeben hat. Tie Voss. Ztg., der wir diese Angaben entnehmen, meint, baß kaum anzunehmen ist, bie Steigerung werde in den noch ausstehenden acht Monaten dieselbe bleiben wie bisher. Am meisten beteiligt sind an dem bisherigen günstigen Ergebnis bie Zölle, Die in Den 5 Monaten bereits 324,1 Millionen Mark ergeben haben, während der Anteil dieser Zeit am Etatssoll nur 266,0 Millionen Mk. beträgt. Auch bie Branntweinverbrauchsabgabe übertrifft mit einer Einnahme von 82,3 Millionen Mark die anfchlägige Summe erheblich, um 14/2 Millionen Mk. Ferner hat bie Börsen st euer einschl. des Talonstempels einen wesentlichen lleberschuß ergeben, indem bisher 37,8 Millionen Mk. eingekommen sind gegen 26,9 Millionen Mart Anteil am Etatsanschlag. Sonst tritt noch durch eine verhältnismäßig sehr hohe Einnahme der Kraftfahrzeug st empel hervor, der bereits 1,94 Millionen Mk. eingebracht hat und vielleicht schon im ersten Halbjahr den ganzen Etatsanschlag von 2,35 Millionen Mk. erreichen wirb. Tie übrigen Einnahmequellen zeigen meist eine geringe Abweichung von den Beträgen, die der Etatsanschlag Voraussicht, sowert nicht, wie bei der Zuckersteuer, Dem Lotterielosstempel und Dem Tantiemestempel, Die Einnahmen von Der Jahreszeit oDer auDeien UmstänDen abhängig finD. Enttäuscht haben bisher bie Brau st euer, Die um mehr als 2i/Ä Millionen Mk. hinter Dem Anteil am Etatsanschlag zurückgeblieben ist, ferner bie Salz st euer mit einer Minbereiimahme von über 1% Millionen Mk. unD Der Grundstücksüdertragungsstempel, ber einen etwa ebenso hohen Ausfall zeigt. Tie übrigen neuen und neuesten Steuern werden wohl jetzt Die Durch Den Etats- anschlag meist wesentlich herabgesetzten Beträge erreichen. Beachtenswert ist Der ungewöhnlich hohe Betrag, Den Die Erbschaftssteuer im letzten Monat mit mehr als 48/4 Millionen Mk. erreicht hat; er liegt um l1/» Millionen Mark über Dein Monatsanteil am Etatsanschlag. Berlin, 30. Sept. Tie Zolleinnahme Des Reiches vom 1. April dis zum 31. August 1911 ergaben gegen Das Vorjahr ein Pt ehr von 66 Millionen Mark. Tiefer Mehrbetrag fließt voraussichtlich größtenteils dem zur Durchführung Der W i t- mcn- unD Waisenversorgung bestimmten FonDs zu. Aus Stadt und Land. v von dein Ausschüsse abgeschlossen, die Bch Deutsches Reich. Die „Norddeutsche .Mlgemcine Zeitung" schreibt: Zu der in der Presse verbreiteten Nachricht, daß das Stempelsteuer- a m t 'die Stiftung des von dem Kaiser für den Sitzungssaal des Rathauses bestimmten K a i s e r b i l d e s als s ch e n k u'n g s- st euerpflichti g angesehen habe, können wir mitteilcn, daß die Oberzolldircktion in Berlin nach näherer Prüfung der Begleitumstände sich für die Steuerfreiheit jener Schenkung ausgesprochen hat und der zuständige Finanzminister dieser Auffassung beigetreten ist. Bei den Gemeinderatsersatz Wahlen in Mülhausen ergab sich für die sozialdemokratische Liste eine starke Mehrheit. Die acht sozialdemokratischen Kandidaten wurden gewählt. Im Großherzogtum Oldenburg fanden die Landtagswahlen erstmalig nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht statt. In den meisten Wahlkreisen findet Nachwahl statt. Bisher wurden gewählt: Drei Pertreter der Rechten, drei Nationalliberale, zwei Liberale, fünf Pertreter des Zentrums und fünf Sozialdemokraten, Heer und Flotte. ©in Unfall in der russischen Marine. Aus Ne- dal wird gemeldet: Bei «dichtem Nebel ist der Torpedobootszerstörer „Djäjatelny" mit einem anderen Torpedobootszerstörer zusammengestoßen. Er wurde mit einem Leck im rechten Vorderteil in den Hafen geschleppt Das MilitärVerordnungsblatt veröffentlicht einen Erlaß des Kaisers, nach dem für die Besatzungen der bei milr- tarlschen Unternehmungen vor und auf den Inseln Ponape und D s ch o 7 a d s ch beteiligten Schiffe „Emden" .„Nürnberg", „Cormoran", „Planet" und „Titania" das Jahr 1911 als Kriegsiahr zu gelten hat. träge cinkassiert und den Ausstellern übergeben. Die Ausstellung des zu verkaufenden Obstes bot auch dem Laien einen prachtvollen Anblick. In dem großen Saale war das Obst in 478 Nummern gruppiert und zum Verkaufe ausgestellt. Prachtvolle Exemplare von Goldparmänen, Nemetten in allen Sorten, Mecklenburger, Celline, Schöner von Boskop, Herrn- apfel, Borsdorfer usw. waren ausgelcgt. Auch die Birnen nahmen einen großen Raum der Ausslellung ein. In jedem Abteil lagen Zettel, die den Namen der Obstsorte, deS Züchters und den Preis der Ware angaben. Der Erfolg blieb nicht aus: die 175 Zentner ausgestellten Aepfel sind sämtlich daS Pfund zu 15 bis 30 Pfg. je nach Güte und Wert der Sorte verkauft worden; auch die Birnen erzielten einen Preis von 7—15 Pfg. das Pfund. Die Nachfrage überstieg das Angebot bedeutend und eS werden immer noch weitere Verkäufe vermittelt. Das Ergebnis der Veranstaltung hat bewiesen, daß in unserer obstreichen Gegend eine solche Einrichtung wirklich notwendig war. — Tie Zwetschenernte ist fast beendet. In den letzten Tagen wurden für den Zentner Zwetschen 6 und 7 Mk. bezahlt, während im Anfang der Ernte kaum 3,50 Alk. geboten wurden. Planche Grundbesitzer haben im Anfang für diesen geringen Preis ihre ganze Ernte losgeschlagen. Ausland. Die Einnahmen des Vereinigten Königreichs von G r o ß- britannien und Irland betrugen an dem am 30. September des zu Ende gegangenen Quartal 34 220 049 Pfund Sterling, was eine Abnahme gegen das Vorjahr von 7 320 7 70 Pfund Sterling bedeutet. An dem Minderertrage sind die indirekten Steuern mit 3 311000 Pfd. St. beteiligt, während die Einkommensteuer 3 834 000 Pfd. St. weniger ergab. Tie Mindereinnahme in den letzten 6 Monaten belief lichaus 25895275 Pfd. Sterling, hiervon entfallen auf die indirekten Steuern 2 145 000 Pfund Sterling und auf die Eintommenüeuer 20 885 000 Pfund Sterling. Aus Lissabon wird amtlich gemeldet: Die P o l i z e i v o n O p v r t o verhaftete in der Nacht zum Samstag eine große Zahl von klerikalen und reaktionär gesinnten Persönlichkeiten, die in eine .Verschwörung zum Zwecke des Umsturzes verwickelt sind. Die Negierung ergriff energische Maßregeln und ließ die Verhafteten auf zwei Kriegsschiffe transportieren, die sie hierher bringen sollen. Das schwedische Ministerium Lin dm an ist zurückgetreten. Aus Bonakry (Senegambien) wird gemeldet: Die Pahuins griffen in ben ersten Tagen des September eine französische Kolonie in der Nähe von Ekodovo an der Grenze zwischen Kamerun und Gabon an. Zwei Offiziere und 31 Schützen wurden verwundet; zwei Schützen sind gefallen. Vie Wirren in Persien. Teheran, 30. Sept. Zwischen den Regierungstruppen und den TruppenSalaredDaulehs hat abermals ein Zusammenstoß stattgefunden. Die Bachtiaren Bagadurs und Mochtaschems schlugen die Kurden Nasnaalikhans, die 200 Tote und Verwundete zählen und zwei Geschütze verloren. Tausend der besten Reiter der Regierungstruppen verfolgen Salar ed Dauleh. Hessen-Nassau. — Nodheiin a. d. Bieber, 1. Okt. Der Turnerein hielt heute nachmittag sein Abturnen, verbunden Kreis Büdingen. tt. Büdingen, 28. Sept. Am 27. und 28. Sep- tember fand im Saale des Hotels „Fülslenhof" der vom bic- ligen Obstbauverem geplante Obst markt statt. Der leitende Gedanke des Unternehmens war, die Obstproduzenten an- zueifern, nur wirklich gutes und brauchbares Obst zu züchten und nach Sorten emzuernten, damit den Obstkonsumenten Gelegenheit gegeben wird, gutes, preisivürdiges Obst zu erhalten, denn was nützt dem Käufer das beste Obst, wenn alle Sorten durcheinander m den Keller gebracht und dort ungleich reif und bald faul und unbrauchbar werden. Ferner soll den Obstzüchtern Gelegenheit gegeben werden, das ge. erntete Obst zu einem entsprechenden Preis zu verwerten. Der Verkauf war von dem Ausschuß für die Aussteller so leicht un d^ bequem wie nur möglich eingerichtet worden: sämtlie- * * Landesuniversität. Ter neue Rektor Prof. Dr. König hat gestern die Rektoratsgeschäfte übernommen. * * Ordensverleihung. Der GroßherSvg hat dem Magazinvorstand bei der Firma E. Merck, Karl Müller in Darmstadt, das Ritierkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. * * In Audienz empfangen wurde vom Großherzog Rektor H e r t f eh von Schotten und Kreisrat Dr. Kranzbühler von Schotten. " Eisenbahn - Personalien. Der Telegraphist Müsch aus Osterfeld i. Kohlenrevier wurde unter Beförderung zum Eisenbahn-Telegraphen-Assistenten nach Gießen, — der Eisenbahn-Praktikant Henne aus Offenbach a. M. nach G r ü n b e r g versetzt. * * Erledigt sind: Zwei Leh r erstellen an der evang. Schule zu Lampertheim; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Schulstelle zu Beuern. ** Uebertragen wurde die Leitung der Straßen- nenbaubehörde für den südlichen Odenwald dem Kreis- bauinspekror Baurat Theiß zu Erbach nebenamtlich bis auf weiteres. ( ** Von der Gendarmerie. Der Großherzog hat verliehen den Charakter als Leutnant vom 1. Oktober ab dem seitherigen Kreis-Obermachtmeister Jak. Beck im Gendarmeriekorps; die Krone zum Silbernen Kreuz des Ber- dienstordens Philipps des Großmütigen zum 1. Oktober dem seitherigen Wachtmeister Anton Kupka im .Gendarmeriekorps. ** Von der Bäderbahn. Die Zahl der Züge auf )er „Bäderbahn" Bad-Nauheim—Wiesbaden, deren Benutzung auch im abgelaufenen Sommer sich wieder erheblich gesteigert hat, bleibt bis zum 1. November unverändert. Von diesem Tage ab fallen die Züge ab Wiesbaden 11 Uhr vormittags und 11.20 Uhr abends aus, owie die Züge ab Bad-Nauheim 1.04 Uhr nachmittags und ab Homburg v. d. H. 10.01 Uhr nachmittags. Während gegen den Wegfall der späten Abenozüge nichts zu agen ist, haben Interessenten in Oberhessen und dem Oberlaunus vor allem gegen das Nichtverkehren der beiden Mittagsgegenzüge Beschwerde erhoben und hoffen, daß die ,Eisenbahnvermalkung sie auch im Winter verkehren läßt. Die Berliner Bäder-Gegenzüge Wiesbaden ab 9.08 vormittags bezw. Wiesbaden an 6.59 abends fallen schon am 1. Oktober aus, denn zu diesem Zeitpunkt kann der Bäderverkehr als beendet gelten.) Sie werden bereits am 1. März nächsten Jahres wieder in den Fahrplan eingestellt, um den ersten Badegästen gute Reisegelegenheit zu ver,chafsen. Für nächsten Sommer ist eine Vermehrung der Bäderbahnzüge in .Aussicht genommen. •• Zur Milttär-Turnanstalt wurden für ben Winterkursus 1911/12 kommandiert als Hilfslehrer Oberleutnant Fitting vom Jnf.-Regt. 117, zur Ausbildung die Leutnants Sartorius vom Jnf.-Regt. 117 und Klopp vom Jnf.-Regt. 168. Landkreis Gießen. -ra Hungen, 2. Okt. Wachtmeister Kupka, der seit mehreren Jahren hier stationiert ist und auf eine 40jährige Dienstzeit zurückblicken kann, ist mit dem 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand verletzt worden. Als sein Nachfolger wurde Wachtmeister Kessel aus Ulrichstein hierher versetzt. Dr. Gutfleisch, würdigen nachstehende Ausführungen in dem Jahresbericht: Nur mit schwerem Herzen und durch die Notwendigkeit gezwungen, hat der Vorstand seine Zustimmung zu dem Austritt feines hochverdienten Vorsitzenden erteilt, welcher dem Vorstand leit Inkrafttreten der Anwaltsordmmg, also volle 32 Jahre lang, angehörte. Unser hochverehrter seitheriger Vorsitzender hat sich ui btc)cm über ein Menschenalter erstreckenden Zeitraum in ganz hervorragender und hingehender Weise an den Geschäften des Vorstandes beteiligt. Er hat es dabei fertig gebracht, trotz seiner umfangreichen Berufstätigkeit und seinen vielfachen Ehrenämtern, die er alle in gleicher Weise im öffentlichen Interesse mit glänzendem Erfolg bekleidete, in dieser langen Zeit keine Sitzung des Vorstandes zu versäumen, bis ihm vom Februar l. Js. an die Teilnahme an der Tätigkeit des Vorstandes infolge Er- I van hing unmöglich wurde. Solange Gutfleisch dem Vorstande angchörte, hat er sich als Mitglied, als Schriftführer, stellvertretender Vorsitzender und seit dem Januar 1907 als Vorsitzender große Verdienste um ben Vorstand und die Kammer erworben. Er war in vielen Angelegenheiten, die das allgemeine Standes- interesse betrafen, Berichterstatter, ebenso war er in einer Reihe ehrengerichtlicher Sachen Referent und Vorsitzender. Bei allen vielen Tätigkeiten, sowie auch da, wo es galt, das Standes- interesse gegenüber der Justizverwaltung zu vertreten, hat unser bcreljrter seitheriger Vorsitzender mit dem ihm eigenen Geschick und Takt, ifotoie mit seinem versöhnlichen und verbindlichen Wesen die erforderliche Entschiedenheit und Strenge, gleichzeitig aber auch, wo es angezeigt war, weitgehendes Wohlwollen und große Milbe verbunden. — Seiner persönlichen Vermittelung als Migtlied und Vorsitzender des Vorstandes ist es zu danken, daß gar manche Streitigkeit zwischen Kollegen sowie manche Differenz zwischen Mitgliedern der Kammer und deren Auftraggebern, die zu großen Weiterungen führen konnten, zur Befriedigung aller Beteiligten beigelegt wurden. Ter Vorstand wird die taktvolle Leitung und den erfahrenen Rat seines nun ausgeschiebenen Vorsitzenden schmerzlich vermissen und erachten wir uns für verpflichtet, dem hochverehrten Kollegen auch an dieser Stelle nochmals unseren wärmsten Dank auszusprechen für alles, was er uns in seiner langjährigen Tätigkeit gewährt hat. .Möge er von seiner zurzeit in wesentlicher Besserung begriffenen Krankheit recht bald wieder vollständig genesen und es uns vergönnt sein, ihn in den Versammlungen der Kammer wieder in voller Gesundheit begrüßen zu können. Die Einnahmen der Kammer betrugen 5219.80 Mk., die Ausgaben (einschließlich 900 Mk. Einlage in die Sparkas e Gießen) 5005.73 Mk. Das Vermögen der Kammer beträgt 6257.81 Mk. Armensachen wurden int Jahre 1910 von hes, - schen Anwälten vertreten am Oberlandesgericht 90, an den Landgerichten Darmstadt 350, Gießen 132 und Mainz 385. Aus Hessen. Groß-Felda, 1. Okt. (W äh l er v e r s a m ml u n g.) Ter Wahlausschuß für die Kandidatur Korell-Angenrod hielt heute hier im Gasthaus zur Traube unter dem Vorsitz des Beigeordneten Mölzing seine erste Wahlerversammlung ab. Es hatten sich hierzu etwa 80 Personen aus Groß-Felda und den Nachbarorten eingesunden. In zweistündigem Vortrag berichtete Herr Korell über seine unb seiner Parteifreunbc (Hess. Bauernbund) Tätigkeit im vergangenen Landtag unb gab dann einen Ausblick über die Aufgaben, die der künftige Landtag zu erfüllen habe. Die Landtagswahlen. Die nationalliberale Partei in Offenbach beabsichtigt, wie uns von dort geschrieben wird, den Syndikus der Handelskammer, Dr. Josef .Eratz zu den bevorstehenden Landtagswahlen als Kandidat aufzustellen. Die sozialdenwkratische Partei, deren Kandidat der Beigeordnete Leonhard Eißnert ist, ist als erste in den Wahlkampf mit der Verbreitung eines Flugblattes eingetreten, das in scharfer Weise gegen das neue Wahlgesetz Stellung nimmt. größte Aufmerksamkeit solchen falschen PreßnachrichtLn zuwendcn Und hier nach dem Rechten sehen uni) Besserung schaffen. Profchor Brobnitz -Halle): Ruhland wirb mit seinen Ausführungen außer in agrarischen Kreisen nirgends Gegenliebe finden. Er bat uns ein romantisches Land gezeigt, in dem Löwe und Schaf friedlich zrisaminengehen, aber irgend welche Abhilse- vvrschläge hat er nicht gemacht. Diese hätte man aber erwarten müssen zu einer Zeit, wo Brot- und Fleischnot mit nie geahnter Heftigkeit an unsere Tore 'pochen. Rrihland vertröste die Bevölkerung auf später. Charakteristisch sei es, baß er noch in ben letzten Tagen in einer Kommissionssitzung des Internationalen Verbandes zum Studium der Verhältnisse des Mittelstandes erklärt habe, die soziale Revolution gehe ja doch schon los, die Wiener Kiawalle seien der Anfang davon. Gestern sei vom Internationalen Mittelstandskongreß die Beseitigung der Konsumvereine und der Warenhäuser geforbert worden: heute vertröste man bie hungernden Millionen auf später, das sei keine praktische Mittelstandspolitik, bas könne er als Mann der Wissenschaft nicht mitmachen. (Beifall und Widerspruch.), Zum letzten ,Punkt der Tagesordnung Güterzertrümmernng sprach Bezirksamtsassessor Dr. Schmelzte (München). Auch hierzu entspann sich eine Llussprache. Mit den üblichen Dankes- unb Schlußreden erreichte dann bie Tagung ihr Ende. mit Stiftungsfest und Rekrutenabschied im Benoer'schen Saale ab. Die Krosdorser Kapelle spielte zu Konzert und Tanz auf. Der Turnverein zählt jetzt 100 zahlende Mitglieder; im Winterhalbjahr wird die Gesangsriege ihre Hebungen wieder aufnehmen. b. Battenberg, 1. Okt. Für die geplante Eder- b rücke wurde der hiesigen Gemcinöe i/6 der auf 65- bis 70 000 Mk. veranschlagten Kosten ans Kreismittetn als Zu- chuß gewährt. Die Deckung soll aus den vorläufig zur ver- mehrten Schuldentilgung verwendeten Ueberschüsfcn des Jahres 1910 erfolgen. FC. Wiesbaden, 29. Sept. In der heutigen Stadt- verordnetensitzimg gaben die Stadtverordneten dem Magistrat die Genehmigung, den Vertrag nm occ Pschorr-Brauerei in München zwecks Verpachtung ocs Ratskellers für den dienen, 2. Oktober 1911. Die hessische Anwaltskammer hält am Smnstag, 7. aJit, in wc ainz ff)re Jahresversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen außer den geschätt- Uchen Angelegenheiten Beratungen über die Abänderung der Anwaltsordnung und der hessischen Gebührenordnung iain/?ienr -32‘ Vorstanoes für das Geschäftsjahr erwähnt, daß die Zahl der Anwälte am Ansang des Geschaftsiahres 243 betrug. Es schieben davon aus 9, S^^ .^walte neu zugingen. Somit waren am Ende des Geschäftsjahres 2o0 Anwälte vorhanden. Davon wohnten 102 ui der Provinz Starkenburg, 61 in Oberliessen (in freßen 26, Meld 5, Bad-Nauheim 4, Bübingen 3, Butz- vach 2 'tzttedberg 7, Grimberg 2, Hungen 1, Homberg 1, ~a^bach 3ftibba2, Ortenberg 2, Schotten 1 und Vilbel 1) und 87 in Rheinhessen. Am 22. Sept, legte der Vorsitzende Geh Justizrat Dr. Gutfleisch, sein Amt nieder und trat gleichzeitig aus dem Vorstand aus. Da der stellvertretende Vorsitzende, Geh. ^ustizrat Massot, verstorben ist führt Justizrat Metz-Gießen einstweilen die Geschäfte des Vor- ----------------- lifeenoen. Die .Wirksamkeit des seitherigen Vorsitzenden, I Verkäufe wurden Kreis Lauterbach. au ter bad), 30. Sept. In der heutigen Kreis- ausschußsitzung wurde der Einspruck) gegen die Beigeordnetenwahl in Herbstein verhandelt. Die Wahl sand am 26. Juli b. I. statt unb es wurde der Molkereibesitzer Joseph Kübel mit 187 Stimmen gegen ben seitherigen Beigeordneten, Fabrikant Theodor Ruhl zum Beigeordneten gewählt, letzterer erfjictt 103 Stimmen. Die Wahl wurde von der Partei Ruhl angefochten mit der Begründung, daß auf Kübelscher Seite vor der Wahl durch umfangreiche Biergelage Wahlbeeinfluisungen zu Gunsten des Kandidaten Kübel ftattgefimben hätten. Zu der heutigen Verhandlung ivaren etwa 50 Zeugen geladen. Tie Partei Ruhl wurde durch Rechtsanwalt Scheer, Laulerback) und bie Partei Kübel durch Justizrat Reh, Alsfeld, verrretcn. Tie Beweisaufnahme ergab, baß auf beiden Seiten unb lange vor ber Wahl eine Menge Freibier gespendet wurde, auch durch sonstige Aeußerungen sind die Wähler angegangen worben, für einen bemannten Kandidaten zu wählen. Kübel, auf dessen Seite das meiste Freibier gespendet wurde, stellte jede persönliche Beteiligung in Abrcoe, die Viergelage seien ohne sein Zutun veranstaltet Horden. Das Urteil lautet dahin: Der Reklamation des Friedr. Kilian Ruhl unb Genossen in Herbstein gegen die Beigeordneten- chahl daselbst, wird unter Verurteilung der Gemeinde Herbstein in vie Kosten des Verfahrens stattgegeben unb die Wahl für ungültig er Härt. — Eine weitere Verhandlung beschäftigte sich mit dem Einspruch gegen die Beigeordnetenwahl in Heisters. Bei der am 20. März vorgenontmenen Wahl erzielten Beigeordneter Th. Tietz und Landwirt Heinr. Seibert Stimmengleichheit. In der Stichwahl am 19. Mai erhielt Beigeordneter Tietz 9, Seibert 12 Stimmen; letzterer war somit gewählt. Anhänger der Partei Tietz erhoben hiergegen Einspruch, roeib ein Wähler von Seibcrtscher Seite am Tage ber ersten Wahl seine Steuer nicht beim Gemeinderechner bezahlt, sondern nur beim Bürgermeister hinterlegt hatte, da der Rechner nicht zu Hause war. Dessen Stimme sei formt ungültig unb dem Seibert abzuschreiben, so daß der seitherige Beigeordnete Dietz mit 1 Stimme Mehrheit aw gewählt zu betrachten sei. Die Reklamanten hatten sich Rechtsanwalt Scheer, Lauterbach, als Vertreter angenommen. Dn Einspruch wurde unter Verurteilung der Reklamanten in die Kosten des Verfahrens unb Zahlung einer Vcrhanblungsgebühr von o Mark in bie Kreiskasse, als unbegründet zurückae- wiesen, a Kreis Friedberg. x Bad-Nauheim, 29. Sept. Die sich dem Ende nahende Saison steht jetzt im Zeichen der Abschieds- o e ra n st a ltu n g e n. Mehrere Hotels haben schon Abschieds- cssen veranstaltet. Gestern abend gab Konzertmeister Jean Szanto, das beliebte Mitglied unserer Kurkapelle, sein A b s ch i e d s k o n z e r t. Der junge Künstler nimmt eine Stelle als Lehrer am Konservatoriinn in Ofenpest an. Auch andere Mitglieder des Orchesters scheiden mit dem 1. Oktober aus. Der größere Teil spielt noch bis zum 15. Oktober, dem offiziellen Saisoiischluß. Die üblichen Terrassenkonzerte müffen bei dem schlechten Wetter jetzt meist im Konzerthaus ab- gehalten werden. Verlassen hat uns schon das Kurtheater, das neben der Kapelle in der Saison am meisten zur Unterhaltung der Kurgäste beitrug. Der Schluß der Spielzeit brachte, ivie in den Vorjahren, auch iviebec einige Darbietungen ernsten Inhalts, u. a. Ibsens „Nora" und Sudermanns „Heimatff Nlit Rücksicht auf die leidenden Kurgäste müffen in der Hochsaison Operetten und Lustspiele im Vordergrund des SpielplanZ stehen. Als Abschiedsvorstellung gab Direktor Steingoetter „Der Herr Senator". Tie aus allen Teilen Deutschlands, Oesterreich-Ungarns und der Schweiz anwesenden Teilnehmer des hier tagenden Kurorte-Kongresse- wohnten auf Einladung der Kurverivaltung der Vorstellung bei und zollten den Einzclleistungen des Gießener Stadttheaters lebhafte Anerkennung. Starkenburg und Nheinhessen. rm. Darmstadt, 1. Okt. Kommerzienrat I. Glückert, der dem von der Künstlerkolonie auSgegangcnen Darillstädter Stil in der Viöbelbranche durch seine vornehmen Ausführungen auch im AuSlande zu großem Ansehen oerhalf, ist gestern im Alter von ca. 60 Jahren gestorben, nachdem er vor wenigen Tagen aus der Schweiz zurückgekehrt war, wo cr durch einen Fall verunglückte. rm. Lampertheim, 1. Okt. Im Altrhein bei Lampertheim wurde am Freitag die Leiche eines anscheinend in den mittleren Jahren stehenden Mannes aufgefundcu, dessen Gesicht wahrichcinlich infolge von Verwundungen voll- ständig unkenntlich war. Rian vermutet, daß em Verbrechen vorliegt. jährlichen Pachtpreis von 12000 Mk. ab-uschließen. ($’r Angebot, das sechs hiesige Weinhändler eingelegt hatten, zogen diese heute zurück. Ueberreichung -er Meiste briese. Gießen, 1. Oktober Gestern vormittag sand im Gewerbehause die Überreichung der Meisterbriefe au 62 Prüflinge statt. Anwesend waren u. a. Regierungsrat Wclcker-Gießen und Gewerberat Falk-Mainz der Vorsitzende der Hessischen Handwerkskammer. Ter Vorlitzend-. der Prüsunaskommission, Baumeister Traber, sprach über den Wert der Meisterprüfung für die Hebung des Handwerks Neben der praktischen WerkstattauSbUdung sei auch eine theoretische Bil düng erforderlich, die genaue Kenntnisse über die Ärbeitsverhält nisse usw. gewahre, den Handwerker leistungsfähiger mache und im wirtschaitlichen Kampfe mit Erfolg kröne. Tas Ergebnis der Prüfungen werde stets besser, obwohl die 'Mnforberuncjen sich Schritt für Schritt gesteigert hätten. So seien die Prütungsergebnissc auch diesmal gut bis sehr gut gewesen. Der Redner schloß mit einem Hoch auf den Grotzherzog. Baumeister Traber sprach dann die 62 Kandidaten, die 25 verschiedenen Berufen angehören und ihren Wohnsitz in 31 Orten Oberhessens haben, zu Meistern. Regierungsrat Welcker sprach namens der Regierung und der Prooinzialdirektion. Unter Hinweis ans die Worte: „Rast ich, dann rost ick", ermahnt er die Jungmeister zur Weiterbildung und zum Vonoärtsstrebcn. Gewerberat Falk Mainz beglückwünschte die Meister und wies sie aus ihre Pflicht zur Ausbildung des Nachwuchses im Handwerk hin. Ter Vertreter der Handelskammer Gießen beglückwünschte ebenfalls die Jungmeister Prof. Tr. K r a u s m ü l l e r , der Vorsitzende des LrtsgewerbevereinS Gießen, forderte sie aus, sich den gewerblichen Körperschaften anzuschließen. Namens der Altmeister rief Stadtv. Petri den JuiUWicistern em „Glück aus" zu Stadtv. Huhn ermahnte sie zu einer geordneten Geschästs- führung. Tarauf ersolgte die Ueberreichung der Meisterbriefe durch Stadtv. Huhn und Bauunternehmer Keßler-Annerod, den Handschlag erteilen Gewerbelehrer Bildhauer Barthel und Schreiner- meister W. Müller. Ten Tank der Jungmeister sprach Malermeister Schmidt-Gießen aus. Mit Tankesworten an alle Teilnehmer schloß Bauineistcr Traber die Handlung. Um 12 Uhr fand im Cafä Ebel ein Festessen statt. Die Namen der 62 Jung in ei st er sind: Schuhmacher: Adolf Schütz-Butzbach, Jak. .strausgrill-Niederweisel, Jul. König- Bad-Nauheim, Kon. Ratz Gamdach, Ludwig Hill-Gießen. Schneider: Jak. Kurtz-Lauterbach, Dönges Bleichenbach, Hemr. Rausch Maar. Buchbinder: Gg. Häuser ^Gießen Sattler: H. Köhler-Hungen. Maler und Weißbinder: Gustav Schmidt-Gießen. Spengler und Installateure: O. Pfesser-Grünb'erg, Ernst Mam-Gießen. Installateur: Hch. Pirr-Großen-Linden. Spengler: Heinrich Teis-Nicder- Florstadt. Friseure: E. Stuhenstein-Gießen, Gg. Helfcnbein Lauterbach, Rud. Leim-Alsfeld. Schriftsetzer: Bernhard Munk-Gießen. Buchdrucker: E. Kloos-Nidda Bäcker: O. Reuter Gießen, August Noll-Gießen, W. Ulrich Dorheim W. Schmidt Büdingen, E Nagel-Büdingen. Schornsteinfeger: H. Büttner-Nieder-Weisel. Dackofenbauer: Gg. Martinst- Gießen. Bildhauer: M. Berle-Gießen. Maurer: Joh Balser-Bettenhausen. Zimmerer: K. Müller-Gießen, F. Meu- ser Büdingen, Joh. Bogel-Gelnhaar. Schreiner: W. Petter Kloppenheimer, uLdw. Schepp-Hausen, L. Hof-Bersrod, K. Müller- Alsfeld, W. Bender-Gießen, W. L- Arnold-Beuern. Steinmetzen: P. Müller-Treis a. b. Lumba. Glaser: K. Gaul Büdingen. Metzger: H. Buschmann-Ober-Rosbach, K. Christ- Homberg a. b. Ohm, K. Duchardt-Alsfeld, Aug. Lein-Büdingen, Julius Aulmanu-Gießen, Joh. Duck-ardt Lauterbach, Wilh Reiß-Gießen, M. Wcglwrn-Gießen, Wilhelm Methsessel- Budingen, Ludw. Schmidt-Büdingen, Joh. Schnell-Lauterbach, Aug. Best-Nauheim, Wilh. Hartinann-Stockbeim, Christ. Albert- Büdingen. Schlosser: Franz Bourgois-Gießen, Adam Kircher- Gießen, Daniel Schäfer-Grimberg. Schmiede: Hch. Meidt- Lang-Göns, R. Wittich-Nieder Gemünden, Ludw. Weinmann-Holzhausen v. b. Höhe, Kupferschmiede: Hartmann Falken- hainec-Msfeld. Provinzial-Ausschust -er Provinz Obcrhesfcn. L. Gießen, 30. Sept. Anwesend: Provinzialbirektor Tr. Usinger, als Vorsitzender, fünf ordentliche und zwei Ersatzmitglieber. Beginn 9 Uhr, Ende 12 Uhr 30 Minuten. 1 M* läge des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Lrtsarmenverband Butzbach wegen Unterstützung des I. B. Ter Handwerksbursche I. B. war von dem Monteur der Berliner Akkumulatorensabrik, die Arbeiten für die Stadt Butzbach aussübrt, als Taglöhner angenommen worden, blieb acht Tage in Stellung und verließ sie dann wieder. In Gießen musste er ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Als der Ortsarmenverband Gießen Ersatz ferner Auslagen forderte lehiste dies Butzbach ab, weil Butzbach nicht der Wohnsitz des ltnterstützten gewesen sei, der Dienstherr nicht seinen Wohnsitz in Butzbach gehabt habe und der Anspruch auf Ersatz bei der Krankenkasse geltend zu macken sei. Gießen führte demgegenüber aus, daß die beiden ersten Punkte gemäß der Rechtsprechung des Bundesamts für das Heimatswesen nicht in Betracht kämen. Eine Krankenkasse sei als zahlungspflichtig nicht anzusprechen, weil das Arbeitsverhältnis keine drei Wochen gedauert habe. Ter Provinzial-AuSschuß gab heute der Klage statt und verurteilre Butzbach zur Zahlung der Pslegekosten nebst 4 Prozent Zinsen sowie der Kosten des Verfahrens und einer Verhandlungsgebühr von 5 Mark an die Provinzialkasse. 2. Das GesuchdesWilhelmSchneiderzuButzbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirt- schast wurde von dem Vertreter des Gesuchstellers vor Beginn der Verl)anblung zurückgezogen. 3. Hilfsbedürftigkeit des Th. H. von Offenbach. Th. H. kam, nachdem er sich einige Tage in R. herum» getrieben unb auch dort den Gottesdienst besucht hatte, eines Tages zu dem dortigen Pfarrer, erklärte, er sei wegen seiner Trunksucht entweder dem Irren- oder dem Zuchthaus verfallen und bat um Hilfe. Ter Pfarrer wies ihn nach einer Trinkerheilstätte und verbürgte sich dieser gegenüber, unt die Ausnahme nicht aufzuhalten, zur Zahlung des Pflegegeldes. Ta H. landarm war, veranlaßte der Pfarrer den Ortsarmenverband, die Pflege- kosten bei dem Landarmenverband Sch. zu liquibieren, der aber die Ucbcrnahmc ablehnle, weil er bestritt, daß Kosten für Unter bringung in einer Trinker Heilstätte Armenpslegekosten seien. Tie weiter beanspruchten Kosten für Anschaffung von Kleidern seien deshalb nicht zu erleben, weil die Hilfsbedürftigkeit nicht in einer für die zuständige Armenbehörde erkennbaren Weise hervvrgetreten sei. Gegen den Beschluß des Kreisausschusses Sck., des Vertreters des Landarmenverbandes, verfolgte die Bürgermeisterei R. Beschwerde. Ter Provinzial-Ausschuß wies beute diese Beschwerde als unbegründet kostenpflichtig ab. 4. Beschwerde des Ludwig Treut zu Büdingen wegen Verweigerung der Gemeinbenutzungen T., der ledig ist, besitzt ein Haus, in dem er wahrst und in dem seine Stiefmutter das Einsitzrecht l)at. Er wird von ibr geger einen bestimnsten B.strag verköstigt. Nun verlangt er, daß ihm gleich seiner Stiefmutter, die bereits Gemeindenutzung (LooshoU bezieht, solche gleichfalls gewährt werde, mit der Begründung, daß er einen eigenen Haushalt führe. Ter Kreisausschuß des Kreises Büdingen kam auf Grund der angestellten Erhebungen jedoch dem Ergebnis, daß dies nickt der Fall sei und wies die Beschwerde des T. ab.. Ebenso entschied heute der Provinzial Ausschuß in der Rekursinstanz. T. hat die Kosten des Verfahrens einschließlich der Anwaltskosten der Gegenseite, sowie eine Ver handlungsgebühr von 10 Mark an die Provinzialkasse zu zahlen Sport. — Fußball. Gestern nahmen in Gießen die Verbands Meisterschaftsspiele ihren Anfang. Sportverein Merkur-Mann chaft spielte gegen Ballspielklub Gießen. Merkur hat schwer zi lämpseu. da B.-C. sehr scharf spielt, doch Merkur war zweimal nfolgreick, während B.-C. leer ausgeht Nächsten Sonntag treffen ich auf dem Treib Merkur und Marburger B. f. B. LI. Nachweisung über den Stand der Maul- und ttlauen- scuche in Hessen vom 23 bis 29. September 1911. Kreis: Am 23. Sept, waren verseucht: Boni zd. bis 26. Sept, lind neu verseucht: Boni 2d. bis 29. Sepi ist die Seurtn erloschen in rarinstadl . _ _ _ cnSbeim . Zwingenberg — — tiebutg . . — — — Erback . . — — — 'irob-Gerau — -- — oeipenhcnn — Viernheim — Offenbart). . Tubenhofen, Haufen, Dietesheim Klein-Stein- beim, Ham- sladt — Gießen . . . EttingSkmufen. Cbcr- Hörgern, Eberstabt, Betten bansen, Obbornhofen, Utphe, Bellersheim 'llskeld . . . — — — Büdingen. . Berstadt, Heuchelheim, Echzell, Raniiadt Bingenheim — Friedberg . Wambach, Helfender,ien, Münzen berg, Wobn- had), Büdesheim, Melbach, Wnci'el, Bönstadt, Tiais-Münzen- beia, Rockenberg, Beienheim, Rendel, SUem-üavl'en Ober-Wöll- uadt, Dom ^lssenbeim, Dorbenn, Osjenheun Vnuterbad) Angersbach Vaut erbad) — echottcn . . —— — — Mainz . . . — — — Alzey.... Bingen . . . Flomborn — — Wroleheim, Genstugen, Ockenheim — — Oppenheim — — — Wo uns. . . Mörstadt, Eich, Pfeddersheim 1 1 — Gerichtssaal. Darmstadt, 30. Sept. Ter 37 jährige Taglöhner Georg Heilbronn aus Neu-Isenburg, der in der Nacht vom 17. zum 18. Juli d. I. in der Gemarkung Forst Dreicich bei'Sprendlingen seine Frau getötet hatte, wurde heute vvm Schwurgericht wegen Totschlags zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt. Heilbronn hat das Urteil anerkannt. Dresden, 1. Oft. Wegen Untreue und Unterschlagung wurde der R e ch t s a n w a l t und Notar, der frühere Staatsanwalt Dr. jur. Ludwig Hermann Thieme zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis sowie zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. Lin folgenschwerer vammdruch in 2Irfanfas. Mehrere hundert Menschen umgekommen. Bei Austin in Arkansas barst am Samstag ein Damm, wobei über eine Million Gallonen Wasser (etwa 4* Millionen Liter) das Tal überfluteten und beit Ort zerstörten. Mehrere tausenb, nach anberen Nachrichten mehrere hundert Menschen kamen um. Wir erhielten seither folgende Nachrichten darüber: Austin (Arkansas), 30. Sept. Hier barst ein Mühlen- dämm, ungeheure Wassermengen überschwemmten den Ort und zerstörten sämtl'iche 3 0 0 Häuser bis auf sechs, lieber 2000 Menschen f a:\ c n in den Trümmern u nt, die in Brand gerieten. Neuyork, 30. Sept. Aus Pittsburg wird gemeldet, baß der M u h l e n d a m m am Stapelplatz einer Bauholzgesell- schaft in A u st i n (Arkansas) geborsten ist. 3 00 bis 500 Menschen sollen umgekommen und fast sämtliche Häuser f o r t g e s ch w e m m t sein. N e u y o r k, 1. Oktover. Aus allen Richtungen sinb Hilfs- züge nach Austin abgegangen. Ter hochgelegene Mühlen- bantni ist am Nachmittag plötzlich geborsten, woraus sich Millionen Gallonen Wasser, bic bort aufgespeichert waren, auf ben unterhalb bes Tales gelegenen Ort Austin niederwälzten Sämtliche Häuser bis aus sechs wurden mit den Bewohnern weggeschwemmt ober zerstört. Die Trümmerhaufen sind zum Teil in Brand geraten. Viele Bewohner retteten sich auf die Hügel, doch wird die Zahl der Ertrunkenen aus-mehrere Hunderte geschätzt. 60 Leichen, in der Mehrzahl Frauen unb Kinder, sind bereits geborgen. Nach einigen Schätzungen wird die Zahl der Toten sogar mit 1500 angegeben. Neuhork, 1. Okt. Tie Zahl der bei der Dammbruchkatastrophe in Austin (Arkansas) ums Leben gekommenen Per?.i"t wird nunmehr auf 500 geschätzt. Börsen-Wochcnbericht. = Frankfurt a. M., 29. Sept. Nachdem der Marokkohandel endlich seiner Erledigung entgegen geht, nachdem die Börsen-Engagements mit großen Opfern gereinigt sind, unb bic Hanptsorgen um den Geldmarkt und die Erledigung des schwierigen Quartalsultimo glücklich überstanden sind, wird die Börse in eine neue Aufregung versetzt durch den Konflikt, der zwischen Italien und derTürkei wegen Tripo lis entstanden ist. Trotzdem inzwischen der Krieg erklärt worden ist, darf man hoffen, daß die Aufrollung der ganzen Orientfrage vermieden wird. Die Börse ist derart geschwächt und nervös geworden, daß schon die Möglichkeit eines kriegerischen Konfliktes größere Verstimmung hervorgerufen hat. Tie deutschen Börsen konnten sich dem verstimmenden Einfluß der politischen Meldungen umsoweniger entziehen, als auch die Auslandsbörsen vorwiegend in erregter und schwacher Haltung verkehrten. Besondere Aufmerksamkeit verdiente der N e u y o r k e r M a r k t durch seine wilden Preisschwankungen. Tie dortigen Kliguen — es müssen die kräftigsten Hände sein — nutzen ben Markt zugunsten ihrer Tasche weiblich aus. Selten vorher wurde mit Schwindelnachrichten über die Trustbewegung, die Jndustrielage^nber drohende Streikbeweg- ungen und dergleichen ein frivoleres Spiel getrieben, als in diesen Tagen. Daß die europäischen Börsen jenen amerikanischen Quertreibereien bis zu einem gewissen Grade preisgegeben sind, kann .licht wundernehmen. Im allgemeinen beobachtet man den Neu- iwrker Vorgängen gegenüber Zurückhaltung, wie überhaupt das Geschäft äußerst ruhig war. Tie Ultimoliguidation nahm .inen glatten Verlauf; Schiebungsgeld war zu 6'.. Prozent erhältlich, aber zu diesem Satz war Geld genügend vorhanden, bic uaute banque hatte Vorkehrungen getroffen, um der großen Aufgabe nxfx gewachsen zu zeigen. Einige Bedenken erweckten die Vorgänge auf dem Tevisenmarkt. Während sonst in Zeiten teuren Geldstandes fremde Wechsel schwach liegen, weil man all gemein bestrebt ist, über Auslandsguthaben zu verfügen, bekunde, er Devisenmarkt eine feste Haltung, so daß man mit Tiskont nhöhungen glaubt rechnen zu müssen. Was die Kursbewegung Letrifft, so wurden von der Abschwächung besonders der Türken und Jtalienermarkt betroffen. Daneben auch der Markt er ö st erreicht sch-ungarischenWerte. Matt lagen auch ■ ie Aktien der Deutschen Bank wegen ihrer Wirtschafts Interessen am Balkan. Bei der Teutschen Bank spricht noch mit, aß sie den zweiten Teil der Türkenanleihe von 1911 zu über nehmen hat. Schwach lagen auch Montanpapiere, besonders Zarpener und Pariser Abgaben und Gelsenkirchener im Zusammen Hang mit der geplanten Kapitalserhöhung. Am Bahnen markt nurden Amerikaner willig aufgenommen und dadurch den heftigen Schwankungen Neuyorks entzogen. Stärker gedruckt lagen Schau tungbahn auf Betriebsstörungen bei der Gesellschaft. Schiff tahrtsaktien hielten sich gut auf die Erhöhung der Frachs raten um 10 Prozent, und die gebesserten Aussichten unserer großen Gesellsckaften. In Industrie papieren fanden nur icringc Umsätze statt bei vorwiegend nachgebenden Kursen Gummi- jicter konnten sich von ihrem scharfen Rückgang etwas erholen, heimische und fremde Fonds neigten meist zur Schwäche. Privat-Tislvnto 4n/ie Prozent. Kleine dagesdfronit In Dortmund wurde bei Arbeiter Jakubowskv, der in der Nacht zum 15. Januor^bei Dorsten den ZdesselHeizer Hobec .'imordete und beraubte, am Samstag früh hingen (biet. Tas Befinden des mit dem Korvettenkapitän Engelhard abgestürzten FlugsckMers Sedlmayr besserte jich heute nacht bedeutend. Die Verletzungen sind, wie sich inzwischen ergeben bat, nur üußerli d>. Die Maschinenfabrik Chr. Mansfeld in Leipzig stiftete anläßlich ihres 50jährigen GeschäslSjubiläums 5 00 0 0 M k. z u W o h l f a h r t s e i n r i ch l u n g e n für daS Personal. In Prag wurden die LebenScrinncrungen der Frau T o s c l l i beschlagnahmt. In 5 t r a ß b u r g irlsaß) ist der Justizrat Notar K a l) s c r- 3 ö b er n nach Unterschlagung von 50 000 Mark flüchtig geworden, als er kurz bevor verhafttt werden sollte. QanfccL ** Schiffsliste für billige Briefe nach den Vereinigten Staaten von Amerika (10 Pfg. für je 20 Wramm : „Kronprinzessui Gecilie" ab Bremen 3. Oktober, „Kaiser Wil- Helm der Große" ab Bremen 10. Oktober, „Cincinnati" ab Ham ■ bürg 12. Oktober, „Kaiser Wilhelm II." ab Bremen 17. Oktober, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Hamburg 19. Oktober, „Prinz Flie rich Wilhelm" ab Bremen 21. Okt, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 24. Okt., „Kronprinzessin Eccilic" ab Bremen 31. Oki , 24. Oltobcr, „Eronprinzessin Gecilie" ab Bremen 31. Oktober (Postschluß nach Ankunst der Frühzüge). Alle diese Scknffe außer „Cincinnati" sind Schnelldampfer oder solche, bic für- eine bestimmte Zeit vor dem Abgang die schnellste Befürderuiigsgelegen- heit bieten. Es empfiehlt sich, die Briefe mit einem Lcitvermerk wie „direkter Weg" ober „über Bremen ober Hamburg" zu versehen Tie Portoermäßigung erstreckt sich nur auf Briefe, nicht auch auf Postkarten, Trucksachen usw und gilt nur für Briese nach den Vereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z. B. Kanada. Märkte. F. C. Frankfurt a. M., 1. Okt. TeS jüdischen Versühnungs- 890 58371 Schöne 4-Zimmcrw. m. Z>u- behör zu verm. Kreuzplatz 10. 4 Z.-W. im 1. St. p. 1. Jan. 1912 ev. früher zu verm. <5b. ^cböir hals, Nord-Anb, Ecke Weserstr.«'" 3 Zimmer 079941 Wohnung, 3 Zimmer m. Zubehör 2. Stock Hammstr. 10a ver 15. Oktober zu beziehen. 081151 Schöne 3 Zimmcrwolm. zu vermieten. Crcdnerstr. 36. 2 Zimmer 08110) 2-Zimmcrwohnung an ruhige Leute zu vernneten. __________Sonnenstraße 31. 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