fern bau m >r MusikSTl unnum. pu. . ™ I PUfn?um. Platz 5pfff.ziscb£ | ten geschätzt als ein hervor- irrhen der At- icr6’s Katarrh- tnd sind in der Pfg. in Apn- ;t auch direkt [ss“/i Wiesbaden. Hel Le"d8 8 Chr ibend Id chtbllder’n ES*** ischler. Ph PlocLkt p» ad<- id sende/? Se en. unter Bei- is L A BORA- 6 225. Sie er nie Kaufzwang len. sowie wert- Störung bei Kail können. Viele und Patienten. Verkaufsstellen rnhilitür V Mäntel , werden ver.Llu^ i » abgegeben, io I«« . i nur »««*** er Wembeimcr. > ^j^_ßronennLi f Pfiftialti-Iii’i! ..Verein «i°°°° och d.»> im Kaiicrboi tag fl' sän" 5trJ ■ 7-7-°""-"" je 16L Jahrgang Zweiter Blatt Ur. 25 Giehener Anzeiger Erscheint lSglkch mit Ausnahme de» Sonntag». General-Anzeiger für (vderhchen Tie „Elehener KamilienblStter" werden dem ,Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, dar 'llreisblatt ffit Öen Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tie „randwirtschaftlichev Lett- fragen" erscheinen monatlich zweimal. Montag, 50. Januar Ml Rotationsdruck und Verlag der Drübl'ichen UnioersitälS - Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e Die Gemeinde Ebcrstadt hatte einen Darüber herrscht eine Stimme. Der Herr Einsender sagt ferner, daß seine Partei sogar einen Nationalliberalen, Herrn Professor Biermann, als Kandidaten habe aufstcllen wollen, er verschweigt dabei aber, daß man diesen als Kandidat der fortschrittl. Volkspartei zu gewinnen suchte und »daß das von Herrn Biermann entschieden zurückgewiesen worden ist. . In die Debatten über die Aussichten einer Kandidatur mochte ich nicht eingreifen, denn sie sind völlig unfruchtbar. Bei der Ausstellung eines linken Kandidaten fällt das Gros der rechten Stimmen ab, umgekehrt ist es bei der Aufstellung eines rechten. Deshalb hat die nationalliberale Partei die Mittellinie gezogen. Heber die Organisation sind auch die Ansichten geteilt. Durch das jahrelange Zusammengehen ist es nicht überall ft ar erkennbar, welche Stellung die Vertrauensmänner bei der Trennung der liberalen Gruppen einnehmen: es wird sich aber bald zeigen, daß nicht alles Gold ist, -was glänzt. Nun zur Schlußfolgerung des fortschrittlichen Anhängers. Sie überschreitet in ihrer Anmaßung alles dis letzt Tageweseue! Nachdem im Vorhergehenden das unge ähre Bild der Verhältnisse und Verhandlungen in knappen Zügen gegeben ist, 'tarnt sich jedermann eine Vorstellung davon machen, aus welcher Seite die Unnachgieb,gleit liegt und wer für die Zerslcischung des Liberalismus einzig und allein verantwortlich sein wird. Mit dem Einsender frage auch ich: Gibt es in der freisinnigen Partei nicht einen ehrlichen Mann, der „das vierfache" E n t g e g e n k 0 n, - men der Nationalliberalen der fortschrittlichen leeren Hand" entgegen zu setzen wußte und dabei den Mut fand, nicht die Nationalliberalen, sondern die Volks Partei für das'Scheitern der Verhandlungen zwischen den Liberalen ver- a n t w 0 r t l i ch z u m a ch e u? Tic Nationalliberale Partei führt nicht nach rechts, sie bleibt ihrer ganzen Tradition entsprechend in der Mitte, und darin gehen alle in der Partei einig. Tie Anlehnung des fortschrittl. Volkspartei-Kandidaten an das Programm der Nationalliberalen ändert daran nichts. Die national- liberale Partei bekämpft nicht weniger wie die Volkspartei dw Ursache der Volkskrankhciten, aber sie weiß praktische Politik von einer zu nichts führenden Blender-Politik zu unterscheiden. Der Zufammenruf „in letzter Stunde" kann als Beginn der Feindseligkeiten ausgesaßl werden. Den Nachweis der Friedfertigkeit seiner Partei weiß der Fortschrittler nicht anders zu begründen wie durch die üblichen bald abgedroschenen Verdächtigungen der Nationalliberalen Partei. Dem außerordentlichen Entgegenkommen der Nationalliberalen gegenüber ist der Ersatz der Kait- didatur Rade durch Grünewald Kinderspiel und trotzdem findet man den Mut, in dieser brüskierenden Weise aufzulreten. Geh. ZusiiMt Lessing t- Berlin, 28. Ian. Geheimer Justizrat Lessing von der „V 0 s s i s ch e n Zeitung" ist, 83 Jahre alt, gestorben. Die Redaktion des Blattes widmet ihm einen Nachruf, in denk es u. a. heißt: Aufklärung, Fortschritt, Humanität waren die Ideen, in deren meinbe Eber stabt. Bullen angeschasft, wozu das Krcisamt Gießen die Genehmigung versagte, weil nach Mitteilung des Kreisveterinäramtes Gietzen es kein reinrassiges Tier war und in Eberstadt die reine Simmentaler Rasse gezüchtet wird. Die Gemeinde wandte sich an den Provinzial-Äusschuß. Ter Bürgermeister erklärte heute, daß er den Nachweis erbringen könne, daß es sich ooch um ein reinrassiges Tier handele. Darauf wurde die Verhandlung vertagt. 3. Beschwerde der Firma oornt. H. Breuer u. Eie. in Höchst a. M. gegen die Heranziehung zur Gewerbesteuer in Inheiden für 1911. Auf Antrag der Firma wurde die Entscheidung in dieser Sache solange ausgesetzt, bis eine andere, ähnlich liegende Beschwerde vom Vcr- waltungsgerichtshof entschieden ist. 4. Enteignung von Gelände zur Durchführung der Zufahrtsstraße zum neuen Bahnhof in Vilbel. In einer früheren Sitzung des Provinzial-Ausschusses war j)ic Zulässigkeit der Enteignung bereits ausgesprochen worden. Die Stadt Vilbel hat inzwisclurn nachgewiesen, daß die zuerkannte Entschädigungssumme gerichtlich hinterlegt ist. Es wurde deshalb die beantragte Enteignung ausgesprochen. 5. WirtschastSgesuch des Simon Alt zu Asien- Heim. Tie Dedürsnissrage war vom Gemeinderat zuerst einstimmig verneint, später aber einstimmig bejaht worden. Ter Kreisausschuß des Kreises Friedberg versagte aber die Genehmigung mangels vorhandenen Bedürfnisses. In der heutigen Sitzung wurde iestgestellt, daß m Assenheim verschiedene Vereine bestehen, die' kein geeignetes Lokal bekommen können. Ter Pro- 'vinzial-Ausschuß hielt deshalb ein Bedürfnis für vorliegend und gab dem Rekurs gegen die Entscheidung des Kreisausschusses statt. 6. Klage des OrtsarmenÄerbandes Wirbelau gegen den Orts-Armenverband Ober-Eschbach wegen U n t e r st ü tz u n g d e.s A. Nickel. Ter Orlsarmemver- banb Wirbelau hatte für Nickel Kranlcnpflegckosten vcrausgabi, bereit Ersatz er von Ober-Eschbach verlangte, weil Nickel dort über Kann doch nirgends ein Zweifel über den Wert belieben, welcher einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen den beiden mäd tigen Nachbarreichen für die Sacke des allgemeinen Friedens inne wohnt. In Deutschland wie in Rus land kam 'die freudige Genug tuung über das hochbefriedigende Erg 0 bn i s des zwischen den beioen Monarchen und ihren Beratern stattgehabten vertrauens vollen Gedankenaustausches in dem bei weitem größten Teile. de öffentlichen Mehrung in einer Weise zum Ausdruck, die leinen Zweifel darüber läßt, daß ein gutes nachbarliches Verhältnis den Wünschen beider Völker entspricht. Wenn aber die Beziehungen zwisa-cn den beiden Ländern aus einer solchen Grundlage rubeu, berechtigen sie zu der Hoffnung, daß sic von Toner sein werden- Sic sind zu s e st gewurzelt, als daß Versuche, i ■ c z u erschüttern, wie sie der Widerstreit der Meinungen in dem politischen Tageslampf zeitigt, Aussicht auf Er.olg haben könnten. Möge die Erkenntnis, daß diese Freundiamit dem Wohle beider Lander entspricht und dem Frieden der Völker dient, in immer weitere Kreise dringen, möge sie auch diejenigen bekehren, die sich in dieser Beziehung noch nicht üb er ic ngen lauen wollen. Unseren beiden erlauchten Herrschern aber gebührt 1111 anslöschlichcr Tank für ihre fortgesetzten Bemühungen, das vertrauensvolle Verhältnis zwischen den beiden Reichen zu pflegen und vor Trübung zu schützen. V»1 Uhr. , . 1. Tas E ahnschc Knochenlager zu Alsfeld. Gegen Adolf Cahn zu Alsfeld war ein Strafbefehl erlassen worden, weil er Knochen in einem Gebäude lagerte, bad nicht den vorgeschriebenen Abstand von den bewohnten Gebäuden hatte. Er wurde aber von dem Schöffengericht freigesprochen, da eine Untersagung nach Paragr. 4 ber für Alsfelb bestehenden Polizeiverordnung nicht erfolgt sei. Tas Kreisamt Alsfeld untersagte bann förmlich die Weitcrbenutzung der Anlage. Gegen diese Verfügung verfolgte der Vertreter des Cahn Beschwerde an den Provmzial-Ausschuß. Ta eine solche Beschwerde sich aber nur an die vorgesetzte Behörde des Kreisamts richten kann, nmrbc der Rekurs als unzulässig zurückgewiesen. Tie Kosten des 23er ährens sowie eine Verhandlungsgebühr von 5 Mk. fallen dem Rekurrenten zur Last. Line Rede des deutschen Botschafters in Petersburg. Petersburg, 28. Jan. Bei der Feier anläßlich des Geburtstags des deutschen Kaisers in der deutschen Kolonie brachte der kaiserlick)e Botschafter Graf Pour- tales ein Hoch auf den Kaiser Nikolaus aus und sagte u. a.: Es erfüllte uns Deutsche mit besonderer Freude, daß Kaiser Nikolaus int Jahre 1910 längere Zeit ht Deutschland weilte, und ht unseren heimatlichen Gefilden Ruhe und Erholung suchte und fand. Eine besondere Bedeutung erlangte der Au, ent halt des Kaisers auf deutschem Boden durch die Begegnungen mit unserem Kaiser, l 'ei denen das zwischen den beiden Herrschern bestehende Freundschafts- und Vertrauensverhältnis von neuem besiegelt und befestigt wurde. Es ist nod: i.' frischer Erinnerung, welch günstigen Eindruck die Potsdamer M.narchen- zusammeniunst und die erfreulickum Au:- .chren, bic uck für die weitere Entwicklung guter deMich-rm 1 - S. r Beziehungen eröffneten, überall bei allen Freunden des Friedens, Hervorrufen, Dienst er die Zeitung gestellt wissen wollte, an bereit Spitze ibn der letzte Wille seines ihm väterlich zugetanen Oheims in scharfsichtiger Erlenitlnis seiner Tüchtigkeit unb Zuverlässigkeit berufen hatte. In den mehr als sechzig Jahren, die leit dem Uebergang der „Vossischen Zeitung" in den Besitz C\art Robert Lessings verstrichen sind, war sie stets im ersten Treffen zu finden, wo für geistige und bürgerliche Freiheit, für, Unab • bängigfeit von Wissenschaft und Kunst, für politischen und sozialen Fortschritt gestrigen wurde. Das Verhältnis Geheimrat Lessings zur Redaktion und zu allen in dem vielgestaltigen Betriebe des Instituts tätigen Angestellten entsprach seiner vornehmen Av' ■ fassung des Zeitungswesens und seiner ideellen Ausgaben. Pllicw- gcsühl, Geiradsinn und Freimut waren die Eigenick asten, , die er an icbent seiner Mitarbeiter zu höchst schätzte, freier Entfaltung der Individualität in dem weitgezogenen Rahmen der allgemeinen. Richtung der Zeitung ließ er bereitwillig Spielraum. Beinahe sechzig Jahre hindurch wat Geheimrat Lessing Tag für Tag ins Haus der „Vossischen Zeitung" getommen, um in ituitbcniaiigeic Konferenzen mit den Leitern der Redaktion, der Expedition unb der technischen Betriebszweige bic Fragen, bic ber Tag gebracht hatte, zu besprechen. Erst 111 ben letzten Monaten mußre er, durch ein schmerzliches Altersleiden behindert, auf diese ihm säst zur Not Wendigkeit gewordene Gewohnheit verzichten. Seit seinem Ausscheiden aus dem Justizdienst, den er Ende der achtziger Jahre als Landgerichtsdirektor verließ, widmete er seine ganze Kraft dem Blatte, zu dessen Besitzern er schon als junger Referendar gehört hatte. Ter Entschlafene, ein Uren'kel von Gotthold Ephraim Lessing, war mit der Familie Zelles, des verstorbenen Oberbürgermeisters von Berlin, verwandtschaftlich verbunden: ein Sohn, der Rittergutsbesitzer Gotthold Ephraim, Rittergutsbesitzer auf Merseberg bei Gransee, hat eine Tochter Zelles zur Gattin. schäft befindet, an dieser Stelle besser nicht erörtert. Ein Kamps der Nationalliberalen Schulter an Schulter nut dem Zentrum wird nicht stattiiiiden, und wenn das Zentrum in dem einen oder anderen Wahlkreis Bersprechungen hält, bic es gemacht hat, so läßt sich baaegen nichts einwcnben. Wie lange unb gern hat boch bic Vorgängerin ber fortschrittlichen Volkspartei, freisinnige Partei, sich um biesc Unterstützung beworben unb (Erwiderungen. Auf die fortschrittlichen Ausführungen in der Sams- tag>9hinnncr erhalten wir von nationalliberaler Seite fol gen de Erwiderung: Ein Mitglied des hiesigen 23ereins der Fortschrittlichen Volkspartei — nach dem Inhalt des Artikels ein führendes Vorstandsmitglied — hat in Nr. 24 des Gieß. Aiiz einen den wahren Sachverl>alt durch Unrichtigkeiten unb namentlich durch Auslassungen entstellenden Artikel veröffentlicht, der obeiidrein mit persönlichen Spitzen versehen war Er hat durch diese Tat, die gerade tote f. 3t. die Herausgabe gewisser Flugblätter vor einer wichtigen Entscheiduna, so 'erfolgte, daß den Angegriffenen eine Abwehr nicht mehr möglich war, sicher gegen den von beiden Seiten verabredeten Vorsatz einer ruhigen, sachlichen gampsesweise verstoßen und so der Sache des Friedens wicht gedient, sondern eher geschadet. Daß er der Erreichung seines Zweckes auch nicht damit gedient hat, dürfte bic Tatsache beweisen, datz die Vertrauensmänner der Nationalliberalen Partei heute nach ausführlicher Darlegung des Sachverhalts nnd einer darauf erfolgten regen Aussprache ihre Beschlüsse, sowohl die bejahenden, sowie die verneinenden, e i n stimmig gefaßt hat. Ich will bte Leser des Gieß. Anzeigers nicht mit langatmigen Gegen- cmsführungen belästigen. Tie Entgegnungen werden besser Ange in Äuge in den öffentlick)en Versammlungen hier und auf dem Lande erfolgen. Tort bitte ich den Herrn Verfasser, das Visier herünterzunehmen. Da ich an den letzten Einigungsverhandlungen von Anfang bis zu Ende leilgenommen habe, glaubte ich mir erlauben zu dürfen, die vorstehenden Zeilen im Gieß. Anzeiger dem Herrn Anonymus gegenüber zu veröffentlichen. Prof. L u l e y, Oberlehrer. Dem Herrn Veffasscr des Samstagsartikels „in letzter Stunde" war leider bic Antwort darauf vor bem gestrigen Zusammentritv ber Vertrauensmänner beider liberaler Parteien nicht mehr zu geben Schade, denn vermutlich sollte es Zweck seiner Auslaimngen jein, einer Einigung bas Wort zu reben, unb eine gegenteilige Aussprache hätte vielleicht zu anberem Ergebnis wie biese einseitige Darstellung geführt. Erreicht ist aber wahrscheinlich durch bic den Tätlichen ganz unb gar nicht entsprechende Wicbergalw ber seitherigen Vorgänge bas Gegenteil des beabsichtigten, eine Voreingenommenheit ber Vertrauensmänner ber eigenen Partei und ein Abstößen der Uebrigcn, das sich in neuer Verbitterung Lust schaffen wird. . r Tie Entscheidung ist inzwischen gefallen, und cs kann nur Zweck dieser Antwort sein, den fortschrittlichen, Verfasser der Leffcntlichleit gegenüber auf ben Boben der Tatsachen zuruckzu- roill? Daß bei der Ausstellung einer mittleren Kandidatur, dank einer wüsten Agitation unb Entstellung der tatsächlichen Verhältnisse, mancher Kurzsichtige ins sozialbemokratifchc Lager schwenken wirb, mag sein. Groß ist die Zahl dieser Geblendeten nicht, ihnen werden noch die Augen geöffnet, haben wir erst ein sozialdemokratisches unb Zentrums-Parlament. Viel schmerzlicher dagegen ist es, wenn durch bic Aufstellung einer linken Slanbibatur das Heer bet bürgerlichen Wähler, besonders vom Lande, ben Antisemiten in bic Hände getrieben wird, und das ist nach Lage ber Tinge im hiesigen Wahlkreis ganz zweifellos der Fall. Der Gießener Vertreter der Nationalliberalen „will sich mit ben Antisemiten vcrbinbcn", sagt ber Fortschrittler in seinen Auslassungen. So lange inan basür nicht ben glatten Beweis beibringt, muß das als wisseutliche Unwahrheit bezeichnet werben, denn bic national liberale Parteileitung ober ihr Kandidat haben nicht int entferntesten ein Bünbnis mit ben Antisemiten ins Auge gefaßt. Ist bem Herrn Einsenbcr ber Verkehr Korell-Köhler unb Krumm Köhler nicht bekannt unb sind Korell unb Krumm jetzt Antisemiten? Jedenfalls ist ber Zweck bieser Ausstreuungen nur ber, unser Judentum wieder, wie bei ber letzten Stabtverorbneten.- wahl, bet Fortschrittspartei gefügig zu machen unb als Lteig- bügelhaltcr ber Sozialbcmokratie auszunützen. Als vor brci Jahren bic Freisinnigen sich im Block der bürgerlichen Parteien gegen bic Sozialbcmokratie betäuben, ba hörte man nichts von antisemilischen-sreisinnigen Brüdern. Nachdem sie sich von ben anberen bürgerlichen Parteien bei der letzten Stabtverorbnetcn- wahl getrennt, würben diese zum antisemitischen Block gestempelt unb unser sonst so aufgeklärtes Jubentum siel leibcr auch auf diese Wahlumtricbe hinein. Die Sozialdemokratie, die irre geführten Israeliten unb bic recht saubere Agitation mit bem vom Vor- sitzenben der fortschrittl. Volkspartei verfaßten Sckiriftstück zur Seite, konnte man bas Jahrhunbert in bic Schranken fordern, unb sich ein glänzendes Vertrauensvotum holen. Seien sich die Juden des wohl bewußt, daß man sic wieder als Mittel zum Zweck, früher ober später, zu verwenben suchen wird! Nur ein aus mittlerem Boden stehender liberaler Kandidat wird ben Antisemiten aus der Stichwahl gegen den Sozialdemokraten verdrängen unb bamit dem Liberalismus wieber eine bauernbe Stätte verschaffen. Ob es ber Volkspartei mit dem Verdrängen des -Lo- zialdemokraten gerade so sehr ernst ist, wie mau das betont unb als Hauptaufgabe hinstellt, bars nach ben seitherigen Beweisen ber Freundschaft zur Sozialdemokratie miubesteus in Zweifel gezogen werben. WaS sich liebt, neckt sich! Die nationalliberalc Partei ist trotz ber schwebenben Verhandlungen der Liberalen untereinander mc so glimpflich behandelt worben. Tas Lob, bas den „liberalen" Männern unter den National- liberalen gespendet wird, werden diese hoffentlich zu schätzen wissen: sie verstehen leider trotzdem vollständig die Maßnahmen der hiesigen Wahlkreisleitung, wenn sie daneben die Fricdsertig- keit und das Verhalten der fortschrittl. Volksparteileitung stellen. der gemeinsame Kandidat in schroffster Haltung zur hessischen Parteileitung stehen muß, die allerdings weitgehendste liberal' Duldung übt, indem sie den auf wirtschaftlichem Gebiet abseits stehenden unb gegen bic Gesamtparteileituug stqrk eingenommenen Frhrn. von Heul nicht aus ber Partei entfernt, zum Entsetzen der liberalen, sonst so duldsam en Fortschrittler. • Wird die fortschrittliche Volkspartei alle die entfernen, welche direkt gegen das Parteiprogramm, das die schrittweise Herabsetzung der Schutzzölle fordert, verstoßen, und entweder für deren Beibehaltung oder die sofortige gänzliche Beseitigung eintreten? So wichtig eine richtige, dem Volkswohl angepaßte Finanzreform ist, nicht minder bedeutend ist aber die Erhaltung einer gesunden Landwirtschaft und diese hat, roenn auch einige fortschrittliche Abgeordnete für die jetzigen Schutzzölle eintreten, nicht die geringste Gewahr dafür, daß das Gros der Partei ihr irgend welches Verständnis, irgendwelchen Schutz entgegenbringt. Tas überlege sich der Bauer beizeiten, nicht erst, wenn man ihn durch schöne Reden lahm gelegt hat. Die naiionalliberalc Partei des Kreises fragt nickt danach, was die Parteileitung oder Herr von Heyl zu der hiesigen Kandidatin- sagen, sie fragt ben Kanbidaten auch nicht, wie er sich zur Parteileitung ober Herrn von Heyl stellt — bas ist seine Sache unb Sache des Taktes, benn ber hessische Parteileitcl gehört zu den niaßgebenbsten Persönlichkeiten ber Gesamtvartei — sondern sie fragt den Kandidaten nach seinem Progranrm und verlangt in solchem die Wiederannäherung zwischen Stadt und Land, einen gesunden Ausbau der direkten Besteuerung, die Erhaltung eines zufriedenen B e a m t e n st a n d es , die Hebung und Unterstützung des Handwerks, ber A r b c i t er s'ch aft und der kleinen Geschäftswelt unb nicht zuletzt die Kräftig- Haltung unb gerechtere Beurteilung ber Landwirtschaft, von bereit Bedeutung sie andere Begriffe bat, wie der Herr Einsender der Zuschrift „in letzter Stunde" unb viele seiner Freunde. Daß. die Volkspartei Verbanblungen mit den Sozialbemokraten wegen der R e i ch s t a g s w a h 1 gepflogen hat, ist zu keiner Zeit behauptet worben, bedarf alfo keiner Berichtigung und was die Beziehungen anbeirifft, die beide liberale Parteien haben. 2 Jahre gearbeitet hatte. Ober-Eschbach weigerte sich mit der Begründung, Nickel fei geistig minderwertig und es fei bei ihm eine freie Sclbs bcstimmung feines Aufenthaltsortes ausgeschlossen. Sein Arbeitgeber in Ober-Eschbach habe ihn nur auS Mitleid beschäftigt. Wirbelau suchte demgegenüber nachzuweifen, daß Nickel ;a Dienstverträge selbständig abgeschlossen habe unb nicht so minderwertig sei, baß er nicht einen Unterstützungswohnsitz erwerben Meteorologische Beobachtungen der Station Sietzen. Wetter s & 28. Niederschlag Kein Gichtiker versäume Sero. Himmel Klarer Himmel 9 0 0 Jan. 1911 85 = 758,1 769.2 760,0 — SÄ w UI a:O . p Sigel Ä - 28' 0,0 mm. 29. 2” 29. 9“ 30. 7" Erngesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zur Richtigstellung. Der Einsender St. schreibt im Gießener Anzeiger vom 28. Jan.: „Der Alld. Verb, zeigt nicht an, daß er es (das Knote- Rieinann-Konzert) zu seinen Gunsten veranstaltet". . . . „Ta der etwaige Ueberschuß des Konzertes dem A. V. zugute kommen soll, dies aber nirgends ausdrücklich gesagt ist usro. . In Wirklichkeit sprach die erste Ankündigung im Gießener Anzeiger von fmun etwas anderem. Es wird darin ausdrücklich betont: „Kammersänger H. Knote, der weltberühmte Münchener Tenor, ist von der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes emgeladen worden . . . ." „Ter Reinertrag des Abends wird den Zwecken des Alld. Verb, zu gute kommen." v. Liebig, 1. Vorsitzender der Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes. biS 29. Januar = -j- 6,9 0 D. „ 29. , = 0,0 "C. Aus Stadt und Land. Gießen, 30. Januar 1911. Vogelsberger Typen. Man schreibt uns: Richtige urwüchsige Vogelsberger, d. h. bescheidene, anspruchslose Männer sind die fünf Gebrüder Müller in Rudingshain. Ich habe mir dieser Tage das Vergnügen gemacht, die Herren aufzusuchen, bei welcher Gelegenheit mir die fünf Gebrüder gern zu fciner photographischen Aufnahme Modell standen (Das Bild befindet sich in «unserem Schaufenster. Red.) Das Alter der fünf Männer beträgt zusammen 390 Jahre; noch befinden sie sich bei völliger geistiger Frische, beim besten körperlichen Wohlbefinden. Die Eltern der Männer waren ebenfalls alte Leute geworden, sie 'hatten mit ihrer Familie in einem Häus- chen, bestehend aus einer Stube, Hausgang und Stall, gewohnt, das an der Stelle neben der Nidderbach stand, wo jetzt des Bürgermeisters Haus steht. Der älteste und größte der Brüder, Henry Müller V., ist geboren am 24. Juni 1825, also jetzt 85 Jahre alt; er hat nicht beim Militär gedient, war wie alle seine Brüder Bauer und betreibt heute noch die Imkerei. Er hilft aber auch (noch -bei der Landwirtschaft, mäht wie ein Junger und sagt, es sei ihm ein Leichtes, seinen Vordermann aus dem Mahden zu treiben (d. h. zu überholen, was beim Mähen im Vogelsberg zur Heuernte gern geschieht — die Städter überbieten sich im Sport, die Ländler in der Arbeit). Die Wcibsleut, sagt Henry, sind heutzutage nichts mehr nutz, seit sie Vorhäng an den Fenstern haben und feit das Kochen in den Haushaltungsschulcn gelernt wird, gibt es keine Bmiernweiber mehr. Keiyen Flachs wollen sie mehr brechen Und spinnen, weiße gekaufte Schürzen und Blusen haben die Mädchen an. Das Geld war früher rarer, aber doch hatte man Mehr wie jetzt an den verdienten Groschen. Die Nachkommen Henrys sind 3 Kinder, 11 Enkel, 7 Urenkel. Der zweite Bruder Heinrich Müller IX. ist geboren am 8. März 1828, also jetzt 82 Jahre alt; er hat gedient in Offenbach beim 4. Regiment, 2. Komp., machte den badischen Aufstand mit; seine Nachkommen sind 2 Kinder, 7 Enkel, 1 Urenkel. Der dritte und vierte sind Zwillingsbrüder: Georg Müller II. und Johannes Müller III., ersterer geboren am 12. Dez., letzterer am 14. Dez. 1834, beide sind also 76 Jahre alt, der Johannes ist aber zwei Tage jünger als Georg: gedient haben beide in Worms bei dem 3. Jnf.-Regt., 4. und 6. Komp., Georg hat 4 Kinder, 5 Enkel, 3 Urenkel, Johannes 2 Kinder, 9 Enkel; letzterer ist ein eifriger Jagdliebhaber, er befand sich am Tage der Aufnahme aus der Treibjagd im tiefen Schnee, es galt, einen Fuchs ausfindig zu machen. Der fünfte und jüngste der Brüder, Johann Müller, ist geboren am 12. Juni 1839, also 71 Jahre alt, hat gedient bei der Leibschwadron des 2. Reiter- Regiments in Darmstadt und den 66 er Feldzug mitgemacht. Seine Nachkommen sind 1 Kind und 4 Enkel. — Noch sind diese Männer rüstig und tätig, obwohl ihnen in ihrem Leben nichts geschenkt worden ist; sie leben glücklich ihr Leben im stillen Vogelsberger Dorfe, ihr Verkehr mit der Welt ist die heimatliche Zeitung. Die neuesten Errungenschaften der Kultur werden von ihnen mit großem Interesse gewürdigt, und wer vermag dem zu Widersprechen, daß ihr Leben dis (dato trotz mancher Entbehrungen ein glückliches war? Wenn im Frühling wieder draußen die Sonne scheint, dann sind die fünf Männer Hinterm Pflug oder auf der Weide zu finden, die Abendglocke ruft sie zum heimatlichen Herd. Ein Kranz von Poesie windet sich um die Häupter dieser Fünf, möge, bis wir sie zur letzten Ruhe begleiten, jeder neue Tag für sie ein weiterer .Glückstag an ihrem Lebensabend und tatenreichen Leben sein. e '"Veränderungen im 18.Armeekorps, v. Altrock, Oberstlt. beim Stabe des Füs.-Negts. v. Gersdorff (Kurhess.) 9?r. 80, unter Versetzung zum 1. Bad. Leib-Gren.-Regiment Nr. 109, mit der Führung dieses Negiments — beauftragt, v. Stockhausen, Obersilt. im Füs.-Regt. v. Gersdorff (Kurhess.) Nr. 80, unter Enthebung von der Stellung als Bats.-Kommandeur zum Stabe des Regiments übergetreten. — Transfeldt, Major beim Stabe des Füs.-NegimentS v. Gersdorff (Kurh.) Nr. 80, zum Bats.-Kominand. ernannt. Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, Durchlaucht, Major und Kommandeur des Kurhess. Jäger-BatS. Nr. 11, zum Stabe des 3, Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 71 versetzt, v. Buttlar, Major und BatS.-Kommandeur im Jnf.--Regt. v. Wittich (3. Kurhess.) Nr. 83, zum Kommandeur deS Kurhess. Jäger-Bats. Nr. 11 ernannt. Frhr. v. WeiterS- Hausen, Hauptm. und Batterie-Chef im 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61, kommandiert zur Dienstleistung beim Kriegsministerium, in das Kriegsministerium versetzt. Versetzt die Majore: Fischer im Generalstabe des Gouvernements von Mainz, in den Großen Generalstab; derselbe ist gleich, zeitig zur Dienstlcistuug beim Generalstabe des 16. Armee- korps kommandiert; v. Ramm im Generalstabe der 11. Div. in den Generalstab des Gouvernements von Mainz. — Ein vordatiertes Patent seines Dienstgrades verliehen den, Haupt, mann und Battr.-Chef Becker im 2. Großh. Hess. Feld- Art.-Regt. Nr. 61, vom 26. September 1901. — Düring, Hauptm. und Battr.-Chef im 1. Westpreuß. Feld-Art.-Regt. Nr. 35, in das 2. Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61 ver- setzt. — Zu überzähl. Hauptleuten befördert: die Oberlts.: v. Wienskowsksl im 2.Großh. Hess. Feld-Art.-Regt. Nr. 61, Groos im 2. Nassau. Feld-Art.-Regt. Nr. 63 Frankfurt, kommandiert als Assistent bei der Art.-PrüfungSkommission. — v. Elern, Oberlt. im 1. Garde-Feld-Art.-Regt., in das 2. Naffau. Feld-Art.-Regt. Nr. 63 Frankfurt versetzt. — Neumann, Major und Bats.-Kommandeur im Westfäl. Fuß-Art.-Regt. Nr. 7, zum Ersten Art.-Offizier vom Platz in Mainz ernannt. " Stadttheater. Maria NehoffS Ibsentheater, das von seiner vorzüglichen Aufführung des „Baumeister Solncß" im Jahre 1908 hier noch im besten Andenken steht, wird Dienstag den 7 Februar ein einmaliges Gastspiel absolvieren. Gegeben wird Ibsens letztes Werk „Wenn wir Toten erwachen" mit Frau Maria Rehoff und Herrn Fritz Wolter in den Hauptrollen. Bestellungen für diesen interessanten Abend werden schon jetzt im Theaterbureau entgegen genommen. könne. Durch Vernehmung des Nickel gewann der Provinzial- Ausschuß in der heutigen Sitzung den Eindruck, daß er vollkommen in der Lage ist, sich einen Aufenthaltsort selbst wählen zu können. Der Paragr. 12 des Unterstützungswohnsitz-Gesetzes komme deshalb nicht in Betracht. Ober-Eschbach hat neben den Unterstützungskosten die Kosten des Verfahrens und eine Ber- handlungsgebühr von 5 Mk. zu zahlen. ** Heinrich Knote in Gießen. Man schreibt ^^Ei^rgc kurze Erläuterungen zu den Lisztstucken, die ytiemoim heute abend Vorträgen wird, werden viel- lercht manchem dienlich sein. In der Dante-Phantasie wollte Liszt wohl die Stimmung wiedergeben, die ihn nach oem Lesen von Dantes Göttlicher Komödie gefangen hielt. rt%.5rnt9t ,QTTJnn95 die auch der Lisztschen symphonischen Achtung gleichen Namens vorausgesetzten Klänge, wahr- sehernlrch den Versen „Lasciate ogni speranza" entsprechend, Schilderung des Inferno, der Francesca da Rimini episode, und klingt uns in Erlösungsstimmung unter Beibehaltung der (umgedeuteten) ALotive. ........ .... Handel. Berlin, 28. Jan. In der heutigen Sitzung des Zentral ausschusses der Reichsbank teilte das Reichsbank-Direk- torium mit, daß es wegen des bevorstehenden Ultimos noch nicht in der Lage sei, eine Diskontermäßigung in Vorschlag zu bringen. Ter Präsident führe: aus, daß die Verhältnisse bei der Reichsbank sich normal gestaltet hätten. Tie Rückflüsse im Januar seien stark gewesen, ähnlich wie im Vorjahre. Am 23. Januar wären zwar die Wechsel und Lombarden zusammen noch um 114 Millionen gegenüberJ>em 23. Januar 1910 höher gewesen, dagegen sei der Bestand au Schatzscheinen am 23. Januar um 200 Millionen Mark kleiner gewesen als im Vorjahre. Bis zum 25. Januar hätten die Reserven weiter zugenommen. An diesem Tage bestand eine steuerfreie Notenreserve von 337 Millionen gegen 194 Millionen im Vorjahr unter Berücksichtigung der Erhöhung des Notenkontingents. Auf diese Weise entstand gegenüber dem Vorjahre noch eine Besserung um 68 Millionen. „Räuberhauptmcmn" Kat! Mohr vor dem Schwurgericht. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Berlin II begann am Samstag die Verhandlung gegen den vielgenannten Tischler Karl Mohr, dessen Verbrechen seinerzeit viel beimachen wurden; er hat auch einige Zeit im Verdacht gestanden, im September 1909 das Pastor Vermehrensche Ehepaar aus Rügen in der Nähe von Stubbenkammer ermordet zu haben. Tie in dieser Beziehung erhobenen Beweise reichten iedoch zur Eröffiiung des Hauptverfahrens nicht aus. Er hat sich jetzt wegen Bandendiebstahls, An st iftungzumRaubeundver suchten Morde, wegen Diebstahls und Unterschlagung zu verantworten. Der Mitangeklagten Metallarbeiterin Frida Ladewig ivird vorgeworfen, daß sie es unterlassen habe, von dem ihr bekannt gewordenen Vorhaben eines Verbrechens rechtzeitig Anzeige zu erstatten. Den Vorsitz int Gerichtshöfe führt Landgerichtsdirektor F o rft m a n n n , die Anklage vertritt Staatsanwalt Corwegh; der Angeklagte Mohr wird von den R.-A. Dr. I a f f e und Dr. Puppe, die Angeklagte Ladewig vom R.-A. Meyer ft ein verteidigt. Als Sachverständiger ist der praktische Arzt Dr. Hinze-Friedenau geladen. Der Angekl. Karl Franz Mohr aus Steglitz ist am 26. September 1890 in Berlin geboren. Im Jahre 1908 ist er wegen chweren Diebstahls zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden; es wurde ihm damals Strafaufschub gewährt, der aber nach Bekanntwerden seiner neueren Straftaten zurückgenommen worden ist. Er hat inzwischen seine Strafe verbüßt. — Der Angellagte gibt auf Vorhalt zu, daß er dem Ingenieur Boelk'e Metallabfälle, insgesamt etwa 30 bis 40 Pfunden, gestohlen, ferner daß er dem B. den Betrag von 47 Mark, den er zum Einlösen eines Wechsels erhalten hatte, unterschlagen habe. Ebenso gibt der Angeklagte zu, den strafmündigen Sohn der Eheleute Simon be- timmt zu haben, den Eltern die Geldschrankschlüssel, em Armband, ein 20 Markstück und drei Flaschen Wein zu stehlen und ihm zu bringen. Nachdem die dem Angeklagten zur Last gelegten Einzel- älle von Pompadourdiebstählen erörtert worden sind, wird der Angeklagte zu dem Hauptfall Rösener vernommen. Vors.: Wer ist denn von Ihnen zuerst auf den Gedanken getonmien, den Küster Rösener zu überfallen? Angell.: Das war Kawitzki, der früher schon einmal bei dem Küster gearbeitet hatte. Als er dort Monteurarbeiten ausführte, hat er den Geldschrank gesehen. — Vors.: Sie sollen aber zuerst beit Vorschlag gemacht haben, ihn zu überfallen? — Angekl.: Jawohsh. t chschlug vor, ivir wollten den Küster mit Chloroform betäuben und dann den Geldschrank ausrauben. Einer sollte hineingehen und sich jum Beitritt zum Jünglingsverein melden. Es sollte dann der zweite Komplize hinzukommen und den Küster mit einer eisernen Stange niederschlagen. Später bin ich aber davon wieder abgekommen. Da mir die Sache zu gefährlich schien. Ich schlug deshalb vor, nach Dresden zu fahren, wo ich auch eine „gute Sache" vorhatte. — Vorst: Sie wollen also jetzt behaupten, daß die Tat ohne Ihr Wissen ausgeführt ist? — Angell.: Ja. — Vors.: Sie haben aber früher gesagt, daß Sie den Kawitzki dazu bestimmt haben, den Schlag zu führen, weil er, wie Sie agten, der kräftigste von ihnen war. — Angell.: Das glaube ich, habe ich teilweise gesagt. Kawitzki rühmte sich noch damit, daß der Küster nicht so leicht wieder aufstehen würde, wenn er rieselnden, rauschenden und sich überstürzenden Wassers. Wie ßifit sich aber in allen seinen Sachen — abgesehen von reinen Virtuosenstücken — nicht mit der äußeren Wirkung Genüge sein läßt, hat er, seinem damaligen Seelenzustano entsprechend — Priesterweihe! er war damals als Gast bei Kardinal Hohenlohe — dem Stück den Gedanken aus dem Evang. Joh.: „Sed aqua, quam ego dabo ei, fiel in eo fons aquae salientis in vitam aeternam" untergelegt. Das Stück klingt aus in innerer Ruhe und Abgeklärtheit. — „Sposalinio" ist entstanden unter dem Eindruck, den Liszt durch Raffaels bekanntes Gemälde (Vermählung Mariäs) erhielt. Er sah sein Ideal in der Einheit aller Künste. In einem Brief an Berlioz schreibt er darüber: „Jeder Tag (in Italien) befestigte in mir das Bewußtsein der Verwandtschaft aller Werke der schaffenden Geister. Raffael und Michel Angelo verhalfen mir zum Verständnis Mozarts und Beethovens." In „Sposalinio" gab er diesen Kunst- betrachtunaen feste Gestalt. (Nach Kapp, Lisztbiographie, Verlag Schuster u. Löffler 1909.) Die E-Dur-Polonaise ist Virtuosenstück und bedarf als solches keiner weiteren .Erläuterung. *• Niaul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus Elberfeld (Viehhof); Traar, Kreis Krefeld-Land; Vluynbusch, Regierungsbezirk Düsseldorf; Geislar, Regierungsbezirk Köln; Inden, Regierungsbezirk Aachen, und Waigolshausen, Unterfranken. Landkreis Gießen. △ Klein-Linden, 29. Jan. Der Geburtstag des Kaisers ist gestern abend vom Kriegerverern in schöner Weise und bei sehr starkem Besuch gefeiert worden. Zur Errn- nerung an das 40 jährige Bestehen des deutschen Reichs wurde ein schönes Gruppenbild „Barbarossas Erwachen". vorgeführt. Daran schloß sich das lebende Bild ..Germania huldigt dem Kaiser". In der Festrede erinnert der Vorsitzende an die traurigen Zetten vor jetzt hundert Jahren und an das Wieder erwachen des deutschen Volksgeistes. Auf das Hoch auf Kaiser und Reich fang man ..Heil dir int Siegerkranz". Zwei Mädchen sprachen das Festgedicht „Hoch der Kaiser", und zwei Knaben trugen vor „Ein Hurra den Veteranen". Ein abwechslungsreiches Programnt wickelte, sich nun rasch ab. Einzelstücke wechselten mit Unteren Zwiegesprächen und anderen theatralischen Darbietungen, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Eine Verlosung und die Einrichtung einer Saalpost sorgten für Unterhaltung. Schließlich ging man zum Tanz über. In den Zwischenpausen wurden vaterländische Lieder und Volkslieder gesungen. Die Kapelle Harnisch-Watzenborn-Steinberg konzertierte. Kreis Wetzlar. Lützellinden, 27. Inn. Kürzlich hielt der Gesangverein seinen diesjährigen Jahres schluß ab. Tie Rechnungen wurden geprüft und für richtig befunden und dem Rechner Entlastung erteilt. Ter Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. £er langjährige Vorsitzende Gilbert, der dieses Jahr auf sein --chähriges Vereinsjubiläum blicken taun, wurde zum Ehrenpräsidenten gewählt. Temnächst wird ihm ein Ehrendiplom überreicht werden. Hessen-Naffau. [1 Marburg, 27. Jan. Ein alter bekannter kurhessischer Offizier, Generalleutnant z. D. Karl K l e i n h a n s , hat heute hier im Alter von 75 Jahren das Zeitliche gesegnet. In Neuhofs in Kurhessen geboren, trat General Kleinhans 1854 in oas 3. Jn- anterieregiment ein. Im Jahre 1866 Tarn er zum 75. Jnf.-Regt. in Bremen und den Feldzug gegen Frankreich machte er als Hauptmann im Jnf.-Regt. 9er. 66 mit. Später kam er nach Königsberg und Neisse und schließlich als Regimentskommandeur nach Frankfurt a. b. Oder, 1890 wurde er Generalmajor und zum Kommandeur der 7. Infanterie-Brigade in Bromberg ernannt. 1893 trat er in den Ruhestand. andere sollten sie dagegen beftreiten, insbesondere auch daß sie die Namen der Komplizen kennen. Woher haben Sie den dies.- Weisheiten? — .Angell.: Von Hermann Liska. — Vors.: Uso auch aus der Verbrecherschule. Bors.': Haben Sie der Ladewig etwas von Ihren Planen erzählt? — Angell.: Jawohl, sie hat mir deshalb auch Vorwürfe gemacht. — Auf eine Frage des Staatsanwaltes Corwegh erklärt Mohr noch, daß er sich ein Jahr in der Erziehungsanstalt befunden habe. Auf eine Anregung des Rechtsanwalts Dr. Jaffs soll sich Mohr über seine Eltern äußern. Der Vorsitzende bemerkt, daß die Mutter eine Dienstmagd Mohr sei, mit der der Angellagte nie zusammengewesen sei. Die Angell. Ladewig war vorübergehend als Kassiererin in einem „Kientopp" in Steglitz tätig und hat den Angeklagten dort kennen gelernt. Nach ihrer Behauptung hat ihr Mohr eines Tages erzählt, er brauche Geld, sei in Not und er müsse jetzt einen Raubanfall auf den Küster Rösener ausführen. Sie habe das nicht geglaubt. Aus Befragen des Staatsanwalts bestätigt die Angellagte, daß Mohr ihr einmal gesagt babe: er würde sie totschießen, wenn sie mit einem anderen verkehren würde. Sie habe auch dies nicht ernst genommen. — Auf eine Frage eines Geschworenen teilt der Vorsitzende mit, daß Kawitzki bereits »u 7 Jahren 6 Monaten, Lösche zu 4 Jahren 6 Monaten und Bohl- mann zu 2 Monaten Gefängnis vor Der 4. Strafkammer des Landgericht II als Jugendgerichtshof verurteilt worden ist. — Nach Verlesung des Strafkammerurteils gegen Kawitzki und Lösche erllärt Mohr nochmals auf Befragen des Vorsitzenden: er sei das Haupt der Bande gewesen und gebe alle Straftaten zu mit der Einschränkung, daß er im Falle des Küsters Rösener den Kawitzki nicht angestiftet, aber allerdings dem Lösche zugeredet habe, sich an dem Attentat zu beteiligen. Hierauf findet eine Pause statt. In der Beweisaufnahme wurde feftgeftellt, daß Mohr schon als junger Mensch mit Vorliebe Verbrechergeschichten las und auch mit Verbrechern Umgang hatte. — Der aus dem Gefängnis vorgeführte Zeuge Kawitzke bestätigt, daß Mohr zwar die meisten der zur Anllage stehenden Verbrechen inszeniert habe, bei dem Ueberfall auf den Küster aber nicht beteiligt gewesen sei. — Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf einfachen und schweren Diebstahl, schweren Raub und Anstifttmg dazu. — Ter Gerichtshof verurteilte baraufljin Mohr zu fünfzehn Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. — Die Angeklagte Labewig würbe frei- gesprochen. (Nachträglich eingegangen.) Schotten. Eheschließungen: Januar 22. Karl Schmidt, Dienst- 'knecht m Schotten, mit Emma Rinkenberger in Einartchausen 'Sterbefälle: Januar 19. Katharina Pröscher, geb. Schlörb, 61 Jahre alt. Spielplan der vereinigten Srantfurter Ztadttheater. Opernhaus. Montag, 30. Jan.'): „Tannhäuser." Dienstag, 31. Jan.' „Die Judin." Mlltrooch, 1. Februar, nachmittags 3*1 Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7'/, Uhr: „Die geschiedene Frau." Donnerstag, 2. ^ebr.: „Figaros Hochzeit." Freitag, 3. Febr., abends 71/, Uhr: „Ter Graf von Luremburg." Samstag, 4. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7 Uhr: „Tosca' Sonntag, 5. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Aschenbrödel." Abends 7 Uhr: „Undine." Montag, 6. Febr., abends 71/, Uhr- Der Zigeunerbaron." Dienstag, 7. Febr.: „Madame Butterfly." " Schauspielhaus. Montag, 30. Jan.'): „Die Macht der Finsternis." Dienstag, 31. Jan. : „Glaube und Heimat." Mittwoch, 1. Febr.: „Elektra." Hievauf : „Dre zärtlichen Verroandten." Donnerstag, 2. Febr., abends ni9 ‘ In, c Freitag, 3. Febr., abend- 77, Uhr: „Glaube und Hermat." Samstag, 4. Febr.: Analol- Zyklus. Sonntag, o. Febr., nachmittags 37, Uhr: „Tie drei 6>razien." Abends 7 Uhr: Anatol-Zyklus. Montag, 6. Febr.: „G^ube und Hermat." Dienstag, 7. Febr.: Anatol-Zyklus. Mittwoch, 8. Febr.: A,ratol-Zyklus. *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. I I I höchste Temperatur am 9hebvig|te zuschlage. — Vors.: Es hat ben Anschein, als ob Sie ganz absichtlich immer fern vorn Schuß geblieben waren. — Angell. : Ms ich bas bem Bölke gehörende Gelb unterschlagen hatte, fuhr icf)_ nach Saßnitz, dort habe ich erst aus der Zeitung erfahren, daß der Ueberfall von Kawitzki und Lösche verübt worden sei. Auf wiederholten Vorhalt des Vorsitzenden erklärt Mohr schließlich, I eine häusliche Trinkkur mit baß er bestreite, ben Kawitzki angestiftet zu haben, dagegen habe Assmannshauser natürlichem Gichtwasser. a qyX9 I ev den Lösche überrebet, baran teilzunehmen. — Vors. i Ist i e ? iill un«, mit natürlicher Kohlensäure ancereichert ~ ety?te^L J?er I richtig, baß Sie Ihre Genossen instruiert haben, stets nur das ein I Badesaison Mai bis Ende, Sept bringen Mnächift etne realistische Darstellung des, I zu gestehen, wobei sie abgefaßt würden und nicht zu leugnen. Alles I Depot ^ür Giessen* Jean^ Weise? Te^““"n^-auscn 4.9 4,7 71 NNE 2 0,3 3,4 73 SE 2 3,6 3,5 63 SE 2 *■ l>hl ■ Hin"^ Rubrik steheildkn AM im gegenübte leintrin 0 - * Mohr |Ag. Krgc'chichten bem ®efaS Mohr zwar bie 3 fciert habe, bei de? ! i'8t gewesen sei. - > Machen and , 2 Vr ^rich!^ ! fahren Zuchthaus £ Jte Ladewig wurde fo »leP110 KW ■‘Ätirt ^Ttb als 6-.tr > h°t dVtz«ru,, Dlung t m 'JJot >Lb ft de? K?°^ühren I Z--LZ t Äümtl deS Öl 1 worden ist - Sui *6tiunbfctt^ ^itzMZdez Zentral, e bas Reichsbank^irek. swen Ultimos noch niä m Vorschlag zu bringet, «altnisse bei der Reichs- ickflüsse int Januar seio Am 23. Januar rodre men noch um 114 M iher gewesen, daaeam t tuiüv um 200 Millmc: Bis zum 25. Jarwr An diesem Tage bettcr.1 illionen gegen 194 TL ing der Erhöhung h mb gegenüber dem 8r< nen. ebener ’&njtviw »cm datz er es (öd Rnoie* 1 iVtaUel*.... ,Ta der | D. zugute komtM soll, II ist uiw,..' itünbigimg tm EitMN ■ wird darin auäbtüdl'- ; ; veltben'ihmle Müntenri § Alldeutschen Verbandti I trag des Abend? men/ Liebig, )er Orisgnippe ©teßtr tschen AerbandeS. richten. ngen.) Karl Schmidt, Di« :ger in G*™*|en. Mrina Arolcher, 9 MrAMM :/ Dienstag. 81. > nachmittags o i, u .Di- E"z.Ä- ÄbmdS ’*!&/»(«* ssAf^JS lerW^ 4il w ' ®C; 738 Giessen (Ederstr. 6), den 30. Januar 1911. Danksagung. Kür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergesslichen Vaters, Bruders, Schwiegervaters, Grossvaters und Onkels, des Herrn Theodor Schmidt, Gastwirt sprechen wir hiermit unseren aufrichtigsten Dank aus. Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Wilhelmine Schmidt. Statt besonderer Anzeige. Heute morgen 41/, Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden unsere gute Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabeth Grösser. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. I. d. N.: Ludw. Grösser Ww. Giessen (Weserstr. 19), 30. Januar 1911. Die Beerdigung findet Mittwoch den 1. Februar, nachm. 3 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt <54 Todes-Anzeige Die Beerdigung findet Montag den 30. d. Mts., nachmittags 31/, Uhr, in Münster statt. (742 00715 ! Seit 16 Jahren Berlin-WilmerSdorf, Münster bei Lich (Oberheffen), Gießen, den 28. Januar 1911. Für die trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Horn. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme während der Krankheit und beim Heimgange unserer innigstgeliebten, unvergeblichen Mutter, besonders für die ausovscrnde Pflege der barmherzigen Schwestern, die grobe Beteiligung des Weichenstellervereinö bet der Beerdigung und für die zahlreichen Blumenspenden unseren herzlichen Dank. Gietzen, den 30. Januar 1911/ Heute nachmittag entschlief sanft nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester und Tante Henriette Guntrum Wine geb. Best im 66. Lebensjahr. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Guntrum Gießen, Spandau, Berlin, Dobrisstroh, den 28. Januar 1911. Die Beerdigung findet Dienstag nachmittag 3 Uhr auf dem neuen Friedhof statt. (0717 Am 28. Januar früh 7 Uhr entschlief sanft im Herrn unser treuer Vater, Großvater und Urgroßvater, der Pfarrer LP. Georg Koch im 84. Lebensjahre. Heinrich Koch, Reichsmilitärgerichtsrat Julie Koch geborene Dieffenbach Peter Ahlheim, Pfarrer Mathilde Ahlheim, geb. Koch Dr. Georg Koch, Bibliothekar Hilda Koch geb. Endres 11 Enkel und 1 Urenkel. Giessen, 30. Januar 1911. Der Konkursverwalter. 748) 743 Juchs. Rödgen, 30. Januar 1911. in Deutschland ein^eführt und beliebt. ! Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen herzlichen Dank Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Georg Schwan. Die Gemeinde Breungeshain (Kreis Schotten) nimmt noch zirka 120 bis 150 Stück Schafe auf ihren Weidegang. Der Weidegang ift sehr gesund. Reflektierende wollen sich bei der unterfertigten Stelle bewerben. Breungeshain, den 27. Jannar 1911. Großh. Bürgermeisterei Breungeshain. verpachtet werden. Aulendiebach, den 20. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Aulendiebach. Bolitsch. Jagd-Verpachtung. Samstag den 4. Februar d. Js., vormittags um 11 Uhr, soll in der Wirtschaft von Ehr. Wllh. Hardt die hiesige Gemeindejagd, bestehend aus zirka 125 Hektar Wald- und 300 Hektar Feldjagd, auf weitere 9 Jahre öffentlich Central-Automat, Giessen, Selin; Bezugnehmend auf die heutige amtliche Anzeige hierdurch die Mitteilung, daß der Betrieb des Automaten b,s auf weiteres unverändert fortgefübrt wird. Statt besonderer Anzeige. Am 28. Januar, abends 11 Uhr, wurde unsere liebe Mutter Frau verwitwete Dberzahlmeiftk Marie Waum geb. Jecke von ihren langen Leiden erlöst. Geschwister Schramm. Jena (Lutherstr. 112), den 29. Januar 1911. Die Feuerbestattung findet am Mittwoch, dem 1. Februar, nachmittag 3 Uhr itatt. (749 Konkursverfahren. Ueber daS Vermögen der Firma Central-Automat, Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Gießen wird heute am 28. Januar 1911, mittags 12 Uhr, daS Konkursverfahren eröffnet. . Der Rechtsanwalt Dr. C. Spohr in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt. KonkurSforderunqen sind bis zum 1. März 1911 bet dem Gerichte anzumelden. Es wird zur Beichlußfaffung über die Beibehaltung deS ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines GläubtgerauSschuffes und emtretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände — auf Donnerstag den 9. Februar 1911, vormittags 10 Uhr, Zimmer 18 — und zur Prüfung der an- gemeldeten Forderungen auf SamStag den 11. März 1911, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 18, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur KonkurSmaffe gehörige Sache in Besitz haben oder zur KonkurSmaffe etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 1. März 1911 Anzeige zu machen. GroßherzoglicheS Amtsgericht in Gießen. (B*0/, Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem fsinfrfipihpn unserer liehen Frau und Alutter, für die s £ Worte des Herrn Pfarrer Groth, besonders aber fürÄe unermüdlich?Pflege unserer Krankenschwester sagen tiefgefühltesten Dank W. Klos II. und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem uns so schwer betroffenen Verluste unseres mniggeliebten, unvergeßlichen Sohnes und Bruders Adolf Wagner sowie für die zahlreichen Blumensvenden sagen wir aus diesem Wege unseren innigsten Dank. 746 Gietzen, den 30. Januar 1911. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wagner. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Gatten, BaterS, Bruders, Schivagcrs und GrotzvaterS, des Herrn Karl Diehl sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabetbc Diehl Wwc. Ettingshausen, Billingen und RuvvertSburg, den 27. Januar 1911. (■»' dieser Schutzmarke. Nur echt mit in seinen Eigenschaften und Wirkung von dem hochangesehenen Chemiker der Seifen-Industrie Herrn Dr. C. F. Deite in Berlin auf das glänzendste begutachtet gibt blendend weisse, völlig geruchlose Wäsche und schont das Leinen in denkbarster Weise. 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