Drittes Blatt Nr. 100 161. Jahrgang Giehener Anzeiger Erscheint läßlich mit Ausnahme deS Sonnta-S. General-Anzeiger für Oberhessen Die „Gietzener Samilicnblätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblflti für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Tie „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Redaktion, Expedition und Truderei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktion: 112. TeU-Adr.: AnzeigerGie-en. Zamstag, 29. April sOY Rotationsdruck und Verlag der Vrubl'schen UniversuätS - Bi»ch- und btemdruckerei. R. Lange, vielen. Lin Rückblick auf die oberhessische Landwirtschaft vor 60 Zähren. / IL Auch im 3abte 1846 wurde das von unseren Landwirten gezogen.' Bich prämiiert. Es bestanden sogen. Preisstationen in Lauterbach, Ortenberg und Friedberg. An Preisen wurden in diesem Jahr ausgegcben 602 fl. 49 fr., für die damaligen Ver hältnisse eine große Summe. Auch Bestrebungen, die auf die bessere Verwertung der Milch zielten, tauchten auf. Ter Vizepräsident Großh Rentamtmann Schneider verhandelt in Lich mit einem Herrn Mnot über die Fabrikation von französischen Käsen. Tamil scheint die Angelegenheit aber auch erledigt gewesen zu sein. In der richtigen Erkenntnis, daß Hand in Hand mit der Hebung der Rinderzucht die des F u t t c r b a u e s gehen müsse, tat der Provinzialverein sehr viel zur Verbesserung der Wiesen, für Ent und Bewässerung und zu dessen Tüngung. Es wurde in Gießen eine W iescnba n schu l e gegründet. Unter sachkundiger Anleitung wurde theoretischer Unterricht in den Wintermonaten erteilt. In der guten Jahreszeit nahmen die Wicsenbauschul-n an den matt neben Arbeiten in den Wiesengründen teil. Es wurden mit den Schülern auch Ausflüge in das Siegerland unter nommen, um die dort damals schon bestehenden berühmten Wiesen kultnren kennen zu lernen. Wiesenverbesserungett wurden borge nonunen in der Gemeinde Oppenrod. Den Wiesenarbeitern, die im .Streife Büdingen tätig gewesen waren, wurde bei Einsichtnahme der Arbeiten eine Gratifikation von 35fl. 30 fr. bewilligt in besonderer Anerkennung ihrer Leistungen. Ter Wiesenbaumeistei tzeiueck in Alsfeld liquidiert für die Aussicht bei Wiesenverbes serungen eine größere Summe, ebenso der Geometer Krauskopf in Königsberg für seine Tätigkeit im Kreise Biedenkopf. In der Gemarkung Crumbach ist es der Geometer Schwarz in Gießen. In Büdingen war der Kreisrat Dr. Spamer für den Wiesenbau sehr interessiert. Ein Mechanikus Fuhr in Gießen bringt die Mivellierungsinstrumente für bejt Wiesenbau in Ordnung, auch ent Gürtlermeister Messer in Gießen stellt Kanalwagen aus Messing ber. Jin Jahre 1846 werden 46 Gemarkungen der Provinz Oberhessen genannt, in denen Verbesserungen in der Siefcntultur vorgenommen wurden Darunter werden auch genannt die Großh. Hess. Wiesengründe in Neu-Ullrichstein. Der landwirtschaftliche Provinzialverein verausgabt in diesem Jahre zur Hebung des Wiesenbaues 1004 fl. 54 Ir. Mancher oberhessische Landwirt, der heute stolz ist auf die von den Vätern ererbte Wiese, die ihm gutes und reichliches Futter bringt, ahnt gar nicht, daß er dies der aufopfernden Tätigkeit des Provinzial- vereins zu danken hat, dessen Mitglieder ehrenamtlich sich den Mühen der damaligen Reisen in der Provinz unterzogen. In unseren Dörfern muß es damals in Bezug auf die Tüngerstättcu traurig ausgesehen haben. Das zusammen- stießende Regenwasser sammelte sich infolge der ungünstigen An läge der Düngergrube in dieser, laugte den Stalldünger aus und das überschießende Wasser entführte die wertvollsten Bestandteile des Düngers in den nächsten Bach, während die Aecker nach Dünger hungerten. Darunter litt die ganze Bauernwirtschaft. Um dem Hebet abzuhelfen, prämiierte der Provinzialoerein gut angelcglc Düngerstätlen. An den Prämiierungen nahmen sämtliche M reife teil. Unter den Prämiierten befindet sich in der Regel auch Der Bürgermeister Das läßt den Schluß zu, daß die Dünger- gruben bei den meisten Ortsbürgern in kläglicher Verfassung waren. Für solche Prämien gab der Provinzialverein 319 fl. 18 fr. aus. Der Provinzialverein tat für die Anlagen ordentlicher Düngergruben noch mehr. Er schickte auf seine Kosten Techniker in die Dörfer des Vereinsgebietes, ließ da, wo es nötig erschien, neue Düngergruben abfteden und die Anlage zur Ausführung bringen. Der Landwirt hatte das Material und die Arbeiter zu stellen. Tank bici r Maßnahmen blieb den Aeckern der notwendige Dünger erhalten, die Ortsstraßen wurden mehr oder weniger fchmutzfret, Ordnung und Sauberkeit in den Bauer nstösen gewannen. Dos waren die Hauptaiimaben, die sich der Provinzialverein gestellt hatte: Hebung ber leucht, Hebung des Futtexbaues, besseres Zusammenhalte» dec Stalldüngers für dre dessen bedürftige!' Aecker. Aber darauf beschränkte sich der Provinzial- verein nicht. So beschwerlich es damals — ohne Eisenbahnen — war, Bezüge aus größeren Entfernungen zu machen, so übernahm es der Verein doch, Sämereien für seine Mitglieder zu beziehen. Mleci'antcn wurde aus Mainz von der Firma Eberhard Röder n. Söhne bezogen. Tie Frachtfuhrleute Leng, Finkernagel, Phil. Euler mürben damit betraut. Man war gewohnt, den damaligen Fuhrherren Geld und Gut, Weib und Kind an - zuvertralieu, es tarn durch ihre Gewissenhaftigkeit alles an ferne Stelle wenn auch langsam. ________ Line Abenimnterhaltung in Zez. Wieder sind die Augen der zivilisierten Welt auf Fez, die rn den lebten Jahren so berühmt geworbene Hauptstadt Marokkos, gerichtet, und mir Spannung verfolgt man die Aktion der rrran- zoscn. Wer nie m Fez geweilt hat, wird mit der Lultanftadt m Marotio die Vorstellung von einer ärmlichen, und völlig tultur- loieit Anhäufung von Hütten und weißen Häusern verbmden, und in der Tat empfängt der Reisende beim Betreten von ,xez ten Eindruä von Not, Armut und Schmutz. Nur wenigen rft es vergönnt, wirklich einen Einblick in die Lebensweise der vornehmen Marolkaner zu tun, und nur wenige ahnen, dast hinter den unscheinbaren Mauern und Wänden sich die prachtvollen Reste einer raffinierten orientalischen Kunst und Kultur verbergen, inmitten derer die Vornehmen des Landes ihr Leben genießen. Im „Temps" schildert ein französischer Bcobacbter^eine Abcnd- unterhaltuug ut dem Hause eines reichen Bürgers von tfQ und gibt ein anschauliches Bild von dem unocrmittclteri, tait unheimlichen Kontrast, den der Europäer erlebt, wenn er aus den schmutzigen, engen Gäßchen plötzlich in das Innere eines vornehmen marotta- nischeu. Hauses tritt. Die Sonne sinkt im Westen, der Abend kommt, und von den Minarets der Moscheen tönt weithin hallend der Ruf des Muezzins, der sein „Allah afbaj" (Gott ist groß) gegen alle vier .Himmelsrichtungen erklingen läßt. Die -Liunde des Gebets ist gekommen, und in der ganzen Stadt beginnt plötzlich ein dumpfes Murmeln und Summen: die Gläubigen verrichten ihre Andacht. Wir sind bei unterem Gastgeber cingetroffen, schwingen uns au» dem Satte! und betreten die Gärten. Denn man aus den schmalen, staubigen Gassen, die zwischen halbverfallenen Häusern dahin führen, in so einen marokkanischen Garten tritt, bleibt man unwillkürlich flehen vor der Pracht, dem Luxus uird dem Raffinement, das einem hier cntqcgenlcudüct, nur durch eine dünne Lehmwand von dec Armut und der Unkultur getrennt. Marr wird plötzlich in eine Art Alhambra versetzt, wo alle Wunder und Feinheiten maurischer Kunst und maurischer Zivilisation sich auf tun. Drei Gärten reihen sich in terrassenförmiger Anlage aneinander, in jedem von ihnen steht ein zierlicher Kiosk, ber mit raffiniertem Formeminn in all seiner Zierlichkeit der Umgebung und der Vegetation angepaßt ist. In zahllosen kleinen Bächen rauscht und murmelt das Wasser, ber schwere, schwüle Duft üppiger Orangenblüten zieht durch die Lust, an den Seiten blühen Aprikosen, Pßir fische, Rosen und Jasmin. Langsam schreitet man durch diesen Mär- Jerusalcmsgerste und amerikanische Gerste, zusammen 1'/, Simmcr, wurde von Lauterbach bezogen. Diese l1/.- Sirnmer ostete 5 fl. 10 fr. Fracht In dem Begleitschreiben aus Lauter- >ach heißt es: Jetzt ist die richtige Zeit (1. Mai 46) zu dieser öerstensaat und braucht nur den halben Samen gegen der »deren Gersten, jedoch muß das Land erst einmal übereggt »erben vor dem -säen. An diesen Saatbezügen beteiligte sich sehr lebhaft für seinen lstzirksverein der Kreisrat Zimmermann in Vöhl. Er bezog orel Esparsettesamcn. Der Tarn von Eorbach (Waldeck). Auch viel weißer Kleefamen wurde bezogen, offenbar als WeideNee bei 5er starken Schafhaltung in der damaligen Zeit. Die Herrschaft Itter wird ost genannt. Bei den Rechnungen über Frachten .i'inmt häufig ber Fuhrmann Leng vor. Dieser lebte noch in )cn 70 er Jahren in Gießen. Er war der Schwiegervater einer )cr Brüder Lotz ins „Lotze". Ich habe oft mit ihm mich unter '.alten über bas Frachtfuhrwesen in der alten eisenbuhnlaseu Zeit. Obgleich Liebig sckwn seit 1824 Professor in Gießen war inb bic erste Auflage seiner chenrischen Briefe im Juli 1844 in Gießen erschien, sein Ruhm über alle Lande strahlte, sah es mit der Anwendung seiner Grundsätze im Ackerbau noch sehr ..bei aus. Daß man dem Boden toicbergebcn muß, was man ihm durch die Ernten entzieht, glaubte man noch nicht. Es ehlten auch die Ersatzmittel damals fast noch vollständig. Es hat in der Provinz Oberhessen gedauert bis in die 80 er Jahre des vorigen Jahrhunderts, ehe die Anwendung künftlicher Düngemittel einigermaßen allgemein wurde. Heute weiß jeder Bauer in der entlegensten Ecke des Vogelsberges, was er dem Acker, ber Wiese schuldig ist, wenn er Erfolge erzielen will. Heute werden in der Provinz für vielleicht 5 Millionen Mark künstliche Dünger verbraucht, im Jahre 1846 dagegen für 227 fl. 36 fr. Diesen mineralischen Dünger — fein Mensch wußte, was er enthielt — bezog ber Provinzialverein von der Firma Pfeiffer und Schwarzenberg in Kassel. Mit keinem Wort wird erwähnt, was dieser mineralische Dünger enthielt. Heute würde jeder einfache Bauer vor dem Kauf fragen, wieviel Prozent Phosphor- läiirc.obcr Kali ober Stickstoff enthält der Dünger, wieviel Prozent sind wasserlöslich, was kostet das Prozent. Die damaligen Bezieher, ber Präsident des Vereins Herr v. Firnhaber-Iordis und die Gräs'l. Solms-Laubachsche Gutsadministration in Arnsburg, waren nicht so neugierig. Das können wir ihnen auch heute nicht übel» nehmen, wir, die Fortgeschrittenen. Uns ist es durch tausende von Vorträgen eingetrichtert — trotz allem passiven Widerstande, den wir dieser Eintrichterung viele Jahre entgegengesetzt haben. Erstaunen wird es in landwirtschaftlichen Kreisen erregen, wenn ich mitteile, daß der landwirtschaftliche Provinzialverein in Gießen eine Niederlage von landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten unterhielt. Solchen Unternehmungsgeist haben wir ja heute nicht! Ta waren uns unsere Väter über trotz der heutigen Verkehrsmittel, die ein solches Unternehmen so sehr begünstigen. Da gab es zu kaufen eiserne Schrotmühlen, Flachs- bereitungsmaschinen, amerikanische Sägen, Biehentblähungsröhren, Bullcnnasenringe, Geräte aus Siegen für den Wiesenbau, Pflüge, Flachshecheln, Werkzeuge aller Art. Der Verkauf, die Verwaltung des Lagers war dem Bereinstechniker anvertraut. Für die landwirtschaftliche Zeitschrift, die jedes Mitglied umsonst erhielt, opferte der Verein 943 fl. 28 fr. — Der Sekretär und Bereinstechnifer Tr. Fries war zweifellos ein sehr vielseitiger Herr. Er war Sachverständiger beim Zuchtviehankaus, Leiter der Prämiierungen bei landwirtschaftlichen Ausstellungen, Verwalter der Maschinenniederlage, Leiter der Wiesenbauschule,. Schriftführer bei den landwirtsäwftlichen Versammlungen und Sekretär des Präsidenten. Sein Gehalt betrug 650 fl., für die damalige Zeit ein gutes Gehalt. Dazu tarnen Reisekosten und Diäten. . . . In der Schlußabrechnung stellen sich die Bureaukosten auf 510 fl. 27 kr. Für ein Denkmal, das dem Vater der deutschen Landwirtschaft Professor Dr. A. Thaer in Leipzig errichtet wurde, steuerte der Verein 50 fl. zu. Der Verein stand in geschäftlichen Beziehungen mit der Buchdruckerei Brühl I., mit ber Lithographic-Anftalt Johann Kraft Brühl IV., Neuen Bäue Lit. B. Nr. 62, mit der Druckerei Joh. Conr. Herbert in Darmstadt, der Buchhandlung Friedr. Heyer Sohn, der Rickertschm Buchhandlung und mit der Buchender ei Hoffmann. Die Belege für alle Ausgaben des Vereins nnb sorgfältig geordnet und füllen einen dicken Band. Man findet darin manches, was kaum Bezug auf den Verein hat, aber doch für die Lokal- geschichtc nnb die damaligen Zeitverhältnisse von Interesse ist. Ich lasse solche Notizen in bunter Reihe, wie ich he finde, folgen. Für Nieberwöllstabt gibt der Verein zwei Zuchtftlere ab tm Werte von 220 fl., dazu kommen für Transport und Unterhaltungskosten ie 65 fl., zusammen 130 ft. — Eine Wirtshaus- rcchnuiig von H. W. Seums Ww. zum Kurhaus in Salzhausen, die für unseren jungen Georgi ausgestellt ist, lautet: 1 Abendessen, 1 Schopp. Wein 48 kr., Kaffee, 1 Sch. Wein, 1 Mtttag- essen, 2 Sch. Wein 2 fl. 10 fr., eine Ucbernadjhing 36 kr. —> Tas Bier spielte im Wirtshausleben damals gar keine Rolle. Entweder wurde in den besseren Gasthäusern Wein getrunken oder auch Oualitätsbranntwein. Eine Postfahrt von Gießen nach Frankfurt kostet 3 fl. 12 kr Es wirb in ber Großh. Hess. Zeitung in Darmstadt von der in Aussicht stehenden Eröffnung der Main—Nackarbahn gefdnieben. Die pfälzische Ludwigsbahu soll im Laufe des Jahres eröffnet werben, vielleicht febon Mitte Oktober. — Von Bensheim, baß bie Traubenlese am 5. Oktober beginnen wirb. Eine ganz vorzügliche Cuahtät wird erhofft, auch die Quantität soll wenig zu wünschen übrig lassen. Bei den hohen Preisen der unentbehrlichen Lebensrnittel sei das sehr zu begrüßen. — Aus Darmstadt wird gemeldet: Heute nachmittag gegen 2 Uhr bestiegen S. G. H. der Prinz, und I. M. H die Prinzessin Karl bic Lubwigssäule unb erfreuten sich ber Herr lichen Aussicht, welche man von ba über Stabt unb Umgegend genießt, bie gerabe burch ben von Hcibelberg ankommenbcn stark besetzten Eisenbahnzug belebt war. Was öem Mittelstände fehlt. Von einem Gießener Architekten wirb uns geschrieben: Allgemein ist ber Wunsch, „ein Hänsle" zu besitzen, ein Hänsle, wenn nicht gar ein Haus, mit einem Blumen- und einem kleinen Gemüsegarten. Ja, aus bem Wunsche ist ein starkes Verlangen geworben, bas mit Energie aus bem Stadt- gcroirr ins Freie will. Im Freien, als ein Freier wohnen, leben unb sich erholen können, um bort ganz unter sich — sich selbst unb ben Seinen zu leben. Das ist der Herzenswunsch einer jeben Familie. Dem Besserbemittelten lag nach dieser Seite jederzeit bie Welt offen. Er konnte sich einen Flecken Erde suchen und — erwerben. Ihm standen die größeren Mittel zur Verfügung, um seine Wünsche in die Wirklichkeit umzusetzen und so verfügt heute wohl jedes Stadtbild über einen schmückenden Gürtel von herrschaftlichen Landhäusern. So haben auch viele Städte durch gemeinnützige Vereine für Einfamilienhäuser der Arbeitcrbevölke rung gesorgt. Man legte größere Gcländeslächcu, zu billigem Preise, bereit, baute ganze Wohnviertel, bie mit landschaftlichem Grün reichlich umgeben, jeder Stadt zur Zierde gereichen. Reich unb Arm fand badurch einen Fortschritt im kulturellen Wohnen, nur der Mittelstand, ber sich mit bescheidenem Kapital noch einer gewissen Selbständigkeit erfreut, fehlt das, ben anderen Ständen zur Seite stehende Hilfsmittel nach vielen Richtungen. Auch ihm ist es ein Herzenswunsch, ein eigenes Heim zu besitzen, ein Stückchen Erbe, bas ihn, zu eigen ist und auf dem er, seinen Neigungen entsprechend, sich entwickeln unb bie Erziehung seiner Nachkommen in gesundheitlich einwand- freier Weise, nicht nur in ben vier Wänben, bewirken kann. Der Wunsch, ben Kindern das Leben der Natur in ihrem Kommen unb Gehen näher zu führen, ist heute so mächtig geworden, baß in allen Gauen unseres deutschen Vaterlandes kaum ein Gedanke so bas Sehnen bes Volkes ergriffen hat, wie — das Wohnen, das 'Alleinwohnen in einem, wenn auch noch so bescheidenen aber eigenen Heim. Dieses allgemeine 'Sehnen hat seinen natürkichen Grund in bem nervenzerrüttenben Wesen, bas bic Woge der wirtschaftlichen Arbeit unserem heutigen Geschlecht aus gebrückt bat. Jede Tagesstunde, und noch darüber, ist durch bic gewaltig sich äußernde Gelbentwertung zum Verbienen notwendig geworden. Nicht, daß ber Mittelstanb von der Habsucht befallen sei, nein, sein Ringen um die einfache, nackte Existenz beschäftigt ihn dermaßen, haß er mit allen ihm zu Gebote stehctiben Mitteln arbeiten muß, um sein Leben unb bas ber Seinen in geordneten Bahnen erhalten zu können. Die Pflichten innerhalb der Familie, soweit sie die Kindererziehung unb die Pflege bes Familiensinnes betreffen, gelangen nicht mehr zu einer Innigkeit un Ausbau, wie sie von jeher dem Charakter bes bentschen Volkes zugigen war. Es fehlt an einem bauemben Ruhepunkt, ber es gestattet, bic Gedanken der einzelnen besonders bemerkenswerten Lebensstunden unb Ereignisse ein pietätvolles Anbeuten zu sichern. Ein einziger Wechsel der Wohnung raubt den Familiensinn, den Charakter der Be ständigkert, her Treue. Unb doch ist dieser ein ganz wesentlicher Punkt der Erziehungskunst, nicht nur auf bie Kleinen angewandt, sondern auch auf die Erwachsenen, denn diesen geht das häusliche Wohlbefinden, die Gemütlichkeit verloren unb — cs entsteht der Trieb, biefe außer ber Familie zu suchen. Diesem Allen sucht bic Garten st abtbewegung entgegen zu arbeiten. Hierin ist ein Hilfsmittel für die Erhaltung unb Hebung des Mittelstandes gefunden. Alle Vorzüge einer gesunden Gerneinde-Bodenpolitik unb bes zeitgemäßen Wohnungswesens vereinigen sich, um bic bisher begangenen Fehler toieber gut zu machen. Gemeinden und Gesellschaften legen den größten Wert • auf bie Erlangung eines gesunden und billigen Baugeländes. Sie suchen durch eine zweckmäßige Bebauung ein gesundes, schönes chengarten, über Treppen unb Treppchen zu dem eigentlichen Haufe, und betritt ben großen, viereckigen Hof, um den sich das maurisckc Heim gruppiert. An der einen Seite plätschert ein kunstvoller Springbrunnen, zehn kleine, malerisch verschlungene Kanäle leiten bas Wasser zu einem Bassin; überall sind die Manern von schlechthin prachtvollen Mosaiken bedeckt, deren bunter Widerschein im Wasser sich spiegelt und hundertfach zu vervielfältigen scheint. Der Boden des Hofes ist mit großen, leuchtenden Marmorplatten ausgelegt, um deren Ränder sich als pikante Farbengirlandcn kapriziöse Mosaikarbeiten schmiegen, überall wirbeln, drehen und leuchten farbenfrohe Ornamente, und an den Wänden kehren jene seltsamen Stuckverzierungen wieder, wie die Alhambra sie zeigt. Auge und Ohr mer ben durch rastlos wechselndes Formenspicl berauscht, der Lärm des Alltags scheint wie durch ein Wunder von dieser Stätte o erbarmt, die milde, kühlende Abendluft und das sinnende Rauschen der kleinen Gewässer laden zur Ruhe, ^n ben Räumen ber gleiche raffinierte Luxus. Der Plafond der Gemächer ist mit zierlichen Holzschnitzereien bedeckt, von denen wunderliche Malereien sich abheben: die Villen der römiidwn Lebcnskünstler können diese köstlichen Früchte der jahr- tairicnbalten maurischen Kultur nicht übertroffen haben. Unb in dieser Umgebung sieht man die vornehmen Marokkaner, seine, stille Leute, bic im Laufe der Jahrhunderte gelernt haben, die schwindende materielle Kraft durch Wunder der Geschicklichkeit, der Sd)laul)eit unb des Raffinements zu ersten. Welche Diplomatie mag nickt dazu gehören, solche Kunstschätze und eine solche Lobens- führuiig gegen die Eifersucht eines Herrschers oder die Habgrer seiner Untertanen zu verteidigen. Inzwischen hat das Mahl begonnen, wundervoll gewachsene, schlanke junge Negcriitnen, die lvic Bildwerke aus Ebenholz anmuten, kommen lautlos und verschwinden, wir sitzen auf seidenen Kissen um einen flachen, ganz niedrigen Tisch und tauchen unsere Hände in die feinziselierten alten Bronzegesäßc mit parfümiertem Wasser, die zu Beginn des Mahles jebem Gaste gereicht werden. Da einige Europäer anwesend sind, sind Messer und Gabeln auf dem Tische erschienen, aber die Mehrzahl der Anwesenden zerlegt die endlosen Reihen von Fleisck)gerichten geschickt mit den Fingern, bic Tauben wie bic Hühner, bas Hammelfleisch wie ben Braten. Die Zahl der Gerichte, Braten und Ragouts nimmt kein Ende, wundervolle Früchte, süße, schwere Konfitüren und exotische Leckerbissen schließen sich an. Unb dann, wenn das Mahl beendet ist, kommen die Sanger und Tänzerinnen, Durch die Stitte wfcda plötzlich die Schlage bes Tamburins, unb eine bronjefarben.' marokkanische Sängerin mit rounberooll metallischer Stimme beginnti eine alte, schwermütige Romanze zu singen, bic an bic Volksweisen Andalusiens gemahnt. Eine düstere Schwermut, ein leib- voller Weltschmerz durchzieht diese alten Dichtungen, unb sinnend, lauscht man den Klängen, die von dem Werden, Blühen und unaufhaltsamen Welken einer kostbaren alten Kultur Trauriges und Ergreifendes erzählen. Der Prozeh von Viterbo. Lr. Ne apel, im Avril. In Viterbo wird ber Camorra, wird Neapel selbst der Prozeß gemacht. An fünfzig Beschuldigte sind in einem riesigen: Eisenkäfig, zusammengepfercht, nur A b b a t e m a g g i o , der ;um Angeber gewordene Genosse, lauen allein in en,cm ileiiicrcn Käfig daneben. Seine Mitschuldigen überhäufen ihn mit den giftigsten Schmähungen ober sie wenden sich an ihn mit den pathetischsten Ermahnungen Vielfach sind sie alle wie ein einziger Mann, wie ein rm'end gewordenes Tier gegen ihn aufgesprungen. Noch ist es nicht möglich, ein klares Bild von ber Schuld oder Unschuld der einzelnen, geschweige ber ganzen Camorra bei der Ermordung des Ehepaares C u o c o l o , zu gewinnen. Alle Haden bisher jede Beziehung zu der Camorra, zu den ermord.'ten Eheleuten Cuoeolo und zueinander oemeint; die Camorra ipollcn sie höchstens als eine freie Vereinigung von "Männern von Geist und Ehre gelten lassen, die cs nicht dulden, daß eine Fliege sich ihnen zu Unrecht auf die Nase setzt! Eine ganz merkwürdige Gemeinde! Schon Erricone ist in seiner marktschreierischen Eleganz und unerschütterlichen Seelenruhe nicht übel. Auch der ehemalige Volksschullehrer Ravi, „il professore", kann Anspruch erheben, als ein ganzer Kerl angesehen zu werden! Sobald er sein geistiges Scherslein besser an legen zu können glaubte, machte er sich nach Paris auf den Weg, wnrr- dort rasch zu einem wohlhabenden Herrn, angeblich durch einen blühenden Handel in Straußfedern und Sekt, in der Tat am Spieltisch Er verspielte in Montecarlo feine ganze Barschaft, erhielt ein SchmerzensgeÜ» von 4000 Franken, selbstverstanblich nach Ausstellung des üblichen Reverses, wodurch er sich verpflichtete, nie wieder ben Fuß über bic Schwelle des Glückstempels zu setzen. T-ies kümmerte ihn aber nicht tm geringsten; er wurde bald darauf wieder bei trente et quaranse augerrstzeu, rocigfflx sich, das Wegegeld zurückznzMen, imb billiges Wohnen zu erreichen und bieten auf diese Weise dem Mittelstände die beste Gelegenheit zur Entwicklung und Wahrnehmung seiner Eigenart. Die Gartenstadtbewegung hat auch bewiesen, daß ein Alleinwohnen unter eigenem Dache sehr wohl, selbst unter bescheidenen Geldverhältnissen, erreichbar ist. Die Durcharbeitung solcher Projekte hat ergeben, daß Einfamilienhäuser, mit einem kleinen Gärtchen, für 12 000 bis 20 000 Mk. einschließlich der Straßenbaukosten ausführbar sind. Und hier dürfte auch wohl der Hebel der Gießener Garten st adt- bewegung einzusetzen haben. Tie gegenwärtige Ausstellung künstlerischer Baupläne des Hess. Architektenverbandes besitzt eine große Anzahl Entwürfe im Charakter der Einfamilienhäuser, die in jeder Hinsicht sehr beachtenswert sind. Deshalb kann der Besuch der Ausstellung nur empfohlen werden, da die dort gegebenen Gedanken zum Bau von Einfamilienhäusern sehr geeignet erscheinen, der ganzen Bewegung Nutzen zu bringen und fördernd zu wirken. Für die Gießener Verhältnisse sind allerdings durch eine übermächtig gewordene Bodenspekulation die Geländeprcise für diesen hehren Zweck ins Unendliche getrieben. Es ist schon eine tatkräftige Mitarbeit der Stadtverwaltung notwendig, um durch geeignte Bebauungspläne und Ortsbaustatuten in jetzl noch bUligen Lagen vorteilhafte Ansiedelungsplätze zu beschaffen. Als eines der wenigen, noch zur Verfügung stehenden, preiswerten Gelände dürfte sich wohl das an der oberen Marburaer- straße empfehlen. Dort ist iroch eine Wohnlage auf südöstlichem Abhange zu schaffen, die einen anmutigen Plick auf die Stadt gestattet und durch die Straßenbahn beguem zu erreichen ist. Das Fernbleiben von Mietskasernen und rauchenden Fabrikschloten kann durch Ortsstatut leicht geregelt werden. Es wäre sehr begrüßenswert, wenn die Gießener Stadtverwaltung, ehe es zu spät ist, in dieser Sache die Führung übernehmen würde. Sinspruchrversammlung gegen die Reichsversicherungs- ordnuug. * Gießen, 29. April. Die in Steins Garten zwecks Stellungnahme zu der von der Regierung dem Reichstag unterbreiteten Reichsversicherungsordnung auf gestern abend einberufene Versammlung war besonders aus den Kreisen der Arbeiterschaft ziemlich zahlreich besucht. Nachdem der Vorsitzende die Anwesenden begrüßt und durch Verlesen des betreffenden Schreibens bekannt gegeben hatte, daß der Reichstagsabgeordnete Dr. Werner-Bichbach am Erscheinen verhindert sei, ergriff der Reichstagsabgeordnete Busold- Friedberg das Wort zur Beleuchtung des in Frage stehenden Gesetzentwurfs, der nach seiner Ansicht einen bedeutenden Rückschritt in der sozialen Gesetzgebung darstellt.. Wir entnehmen seinen Ausführungen das Folgende: Dieinfolge der Erfindung und Anwendung der Maschinen in den gewerblichen und anderen Betrieben hervorgerufenen geänderten Verhältnisse, durch die der Arbeiter mehr auf sich gestellt und der Gefahr der Erkrankung und Arbeitsunfähigkeit in erhöhtem Maße ausgesetzt war, machten in den letzten Jahrzehnten des verflossenen Jahrhunderts eine größere soziale Fürsorge der arbeitenden Klassen notwendig. Die in jenen Zeiten durch die Arbeiterschaft gegründeten Kassen auf Gegenseitigkeit kamen nur dem intelligenteren Teile der Arbeiter zugute, keineswegs aber dem Proletariat, das abseits dieser Bestrebungen stand. Sie konnten also naturgemäß ihre Aufgabe nur unvollkommen erfüllen. Der von den Armenverwaltungen und Kommunen im Verein mit der Sozialdemokratie geschehenen Anregung und ständigen Agitation war es zu verdanken, daß in den 80er und 90er Jahren die verschiedenen Fürsorgegesetze erschienen: das Kranken-, Alters- und Invaliden- uno das Unfallversicherungsgesetz. Die Beteiligung der Arbeiterschaft bei der .Ausführung dieser Gesetze ist von hohem Werte für die politische Erziehung der Massen, und die Regierung sollte dieses berechtigte Verlangen der Arbeiter freuoig begrüßen. Alle diese vorgenannten Gesetze litten von vornherein an dem Mangel der Einheitlichkeit: die Beiträge der Krankenkasse werden zu 2/3 von dem Versicherten, Vs von dem Arbeitgeber aufgebracht, bei dem Jnvalidengesetz sind die Beiträge halbiert, während der Arbeitgeber die Beiträge zur Unfallversicherung allein aufbringen mußte. Analog den Beiträgen gestaltete sich der Einfluß auf die Verwaltung. Wie soll das in Zukunft werden? Ohne besonders nennenswerte Vorteile zu gewähren, beschneidet man die deutsche Arbeiterschaft an dem ihm seither ein- geräunrten Rechte der Mitverwaltung und nimmt ihr das Recht, sich zu betätigen. Und nicht dem Arbeitnehmer bloß, aud) den meisten Arbeitgebern. Einen Vorteil hat nur der Großunternehmer, der Großindustrielle. Man will die Versicherung bureaukratisieren, die Behörden an Stelle der Versicherten ausschlaggebend sein lassen, denn in den meisten Fällen hat die Regierung das letzte Wort. Bei der Wahl des Vorsitzenden, ebenso bei der Bestellung der Beamten geriet in Streitigkeiten mit der Polizei, wurde aus Frankreich ausgewiesen. Nach seiner Heimat zurückgekehrt, gründete er in Neapel eine Duodez-Spielhölle — Circolo del Mezzogiorno — und hatte die Genugtuung, Aristokraten und hohe Staatsdiener bei sich ein- und ausgehen zu sehen. Diesen Selfmademan wagt die Staatsanwaltschaft als den geistigen Urheber der Ermordung der Eheleute Cuocolo hinzustellen! Keiner dieser eigenartigen Käuze nimmt jedoch Unser Interesse derart in Anspruch wie der hochwürdige Don Ciro Vitozzi. Die Staatsanwaltschaft malt ihn mit den grellsten Farben als Schürzenjäger, Trunken- und Raufbold, Wucherer, Grabschänder; er selbst tritt so unschuldig auf, als 00 er statt in dem eisernen Käsig auf der Kanzel sich befände, wohlwollend, salbungsvoll, gottcsfest; als er von den Mißhandlungen berichtet, die er sich trotz seines geweihten Charakters seitens der Carabinieri gefallen lassen mußte, weil er nicht zugeben wollte, Polizeikommistare zu Mithelfern gehabt zu haben, versteht er es, die Zuhörer sogar zu rühren. Die Schlagfertigkeit, die Beredsamkeit der Angeklagten, der Bilderreichtum ihrer Sprache, ihr ganz ungewöhnlicher Menschenverstand müssen jedenfalls in Erstaunen setzen. Sie habm denn auch, soweit es sich bis jetzt übersehen läßt, gar nicht schlecht abgeschnitten. Der berüchtigte M a n d r i e r e, der sich den Diamantring des Ermordeten angeeignet haben soll, bewnst ad ocolus, daß er. Weil er viel schmächtiger als sein angebliches Opfer, diesen Ring gar nicht anstecken kann. An der Haird seines beschlagnahmten Notizbuchs weist Don Vitozzi nach, daß er zu derselben Zeit, zu der er sich an einem Verbrccherkonvent beteiligt haben sollte, eine Totenmesse auf dem städtischen Friedhof las — auf Antrag eines Verwandten des Verstorbenen. Bestätigt der Auftraggeber diesen Umstand, so ist die Anklage, was Don Vitozzi betrifft, nur noch ein Schemel mit drei Füßen. Ob eS ihm ebenso leicht gelingen wird, den Beweis zu liefern, dre unter seinen Papieren gefundene Frauenlocke rühre nicht von seiner Geliebten, sondern von seiner Mutter her? Die ganze Anklage steht und fällt mit dem Ankläger Abbate- maggio. Die auf ihn gesetzten Hoffnungen hat er bis zur Stunde arg getäuscht. Er hatte sich anheischig gemacht, die Hauptbeschuldigten ohne weiteres zu überführen. Die Eingeweihten meinen, Mbatemaggio, trüge sich mit dem Plan, seine Widersacher durch das Geständnis, er selbst habe in ihrem Auftrage bei der Ermordung der aus so schreckliche Art zu einem Weltruf gelangten Eheleute Cuocolo „Schmiere gestanden", zur Strecke zu bringen. Vis zur Stunde hat der Prozeß lediglich dazu gedient, den Gegensatz zwischen der Polizei, die alles vertuschen wollte, und den Carabinieri, die die ganze Geschichte an die große Glocks gehängt haben, im grellsten Lichte erscheinen zu lassen. weitere Mitarbeiter zu sichern. Die Versammlung stellte dem Vorstand die eingehenden Mitaliederbeiträge zu Unterstütz ungszw ecken für Krüppel zur Verfügung. In der an- fchlietzenden Vorstands,i. ung wurde Geh. Regftrungsrat Dr. Dietz zum Vorsitzenden gewählt. Gesuche unu Zuschriften an den Verein werden unter der Adresse des Vorsitzenden oder: Hessischer Fürsorgeverein für Krüppel, Darmstadt, Wilhel> minenstraße 34, erbeten. d. Mainz, 28. April. Die Ortskrankenkasse schneidet mit ihrer diesjährigen Rechnungsablage gut ab. Der Ueberschuß beträgt 150 000 Mk. — Heute morgen fand ein Arbeiter auf dem Gleise der Rangierabteilung am Neutor vier umgestürzte Eiswagen eines Italieners, der in der Nähe einen Lagerplatz besitzt. Der Arbeiter benachrichtigte sofort die Eisenbahnverwaltung und konnte noch kurz vor dem Eintreffen eines Rangierzuges das Hindernis beseitigt werden. Anscheinend haben die Nacht über Obdachlose auf dem Lagerplatz des Italieners genächtigt und bevor sie morgens den Platz verließen, die Eiswagen auf das Gleise gestürzt. £uftfd)iffahrt Eine reichsges etzl'che Regelung des Verkehrs mit LuNiahrzeuqen. Man schreibt dem „B. B.-C.*: Es ist vor wenigen Tagen vo mehreren Blättern behauptet worden, daß nn nächsten Monat voraussichtlich die Fortsetzung der internationalen Beratungen über die Regelung der Luüschiffahrt in Paris statt» nnden würde. Diese Annahme ist nicht znt reis end. Denn Frankreich hat zu einer Fortsetzung der im vorigen Jahre begonnenen Beratungen nicht eingeladen und es erscheint sehr wohl möglich, daß die vorjährigen Beratungen überhaupt zu einem Ab» schliiß nicht kommen werden. Diese Frage ist für Deutschland von Bedeutung, weil die in Aussicht genommene reichsqesetzliche Regeliing des Bertehrs mit Lusiiahrzeugen erst nach Abschluß der internationalen Verhandlungen in Angriff genommen werden sollte. Wenn Preußen im vorigen Herbst auf dem Verwaltungswege eine Regelung der Frage vorgenommen hat, so geschah dies, iveil aus Anlaß einer Reihe von Ungkücks<ällen eine schleunige Regelung angemessen erschien. Aus diesem Grunde kann man wohl an- nehmen, daß man auch eine reichsgesetzliche Regelung nicht lange hinausschieben wird, sobald endgültig feslsleht, daß internationale Vereinbaruiigen nicht zustande kommen. ist eine Zweidrittelmeh rheit der beiden Gruppen, Arbeitnehmer und Arbeitgeber, erforderlich. Da bei diesem umständlichen Verfahren gewöhnlich nichts herauskommt, so bestimmt die Behörde zuletzt die betreffenden Personen. Ein weiteres Beschwerderecht gegen die Entscheidungen des Oberversicherungsamtes gibt es nicht. Von einem Ausbau der sozialen Fürsorge ist in dem ganzen Gesetze keine Spur. Der einzige Erfolg auf dem Gebiete der Jnvalidenfürsorge besteht darin, daß die Invalidenrenten für jedes schulpflichtige Kind des Jnvalidenrentenempsängers um ein Zehntel erhöht werden. Alles in allem genommen kann die Regierungsvorlage in keiner Weise beftiedigen. Darum ist es Pflicht der deutschen Arbeiterschaft, gegen das Zustandekommen eines solchen Gesetzes energischen Widerspruch einzulegen. In der sich daran anschließenden freien Aussprache wurde das schöne Verhältnis zwischen Arbeiter und Arbeitgeber in der Ortskrankenkasse Gießen hervor- gehoben. Eine von Fourier-Gießen entworfene, an den Reichstag zu schickende Entschließung, worin die Nachteile der von der Regierung vorgelegten Reichsversicherungsordnung dargelegt waren, fand fast einstimmige Annahme. Ans StaOt und Land. G eben. 29. April 1911. ** Die studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Unterbeamte sollen auch in diesem Semester rortqefübrt werden. Beabsichtigt ist ein Kurs im Deutschen, Rechnen, Französischen und Englischen einmal in der Woche. Für Deutsch und Rechnen sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Vorkenntnisie für die beiden Fremdsprachen können durch Besuch des Deutschkursus erlangt werden. Außer einer einmaligen Einschreibegebühr von 50 Pfg. erwachsen den Teilnehmern keinerlei Unkosten. Beabsichtigt sind ferner wieder Führungen und Vortrage. D:e Eröffnung der Kurse findet statt Dienstag den 2. sDZai. Dabei werden Anmeldungen und Wünsche entgegengenommen. •• Im Museum für Völkerkunde gelangen zurzeit die von Herrn Dr. Gail aus Indien, vom malayischen Archipel und Ostasien gesandten Gegenstände zur Aufstellung. Die Besuchszeit ist bis auf weiteres nur Sonntags von 11 bis 1 Uhr. ** Die Sterb ekass e für Mitglied er des Hess. Landesgewerbevereins und des Verbandes deutscherGe Werbevereine hält ihre diesjährige Vertreterversammlung am Sonntag, 30. April, in Oppenheim ab. Für das Jahr 1910 ist zu berichten, daß das Jahr nicht nur mit einem überaus günstigen finanziellen Ergebnis, sondern auch mit einem befriedigenden Mitgliederzugang abgeschlossen hat. Der Mitgliederstand betrug am 31. Dezemoer 1910 1158, zuge- gangen waren 40 Mitglieder im Berichtsjahre. Der Stand oer versicherten Kapitalien betrug 654 900 Mk. Das Vermögen belief sich nach dem Kurswert auf 117 423,59 Mk. und hat sich 1910 um 12 938,61 Mk. vermehrt. Der Ueberschuß für das Jahr 1910 betrug 4 431,45 Mk. Als Dividende kommt für alle Mitglieder der Erlaß eines Monatsbeitrages zur Verrechnung. Die Sterbekasse des Landes- aewerbevereins, die sich durch eine billige Verwaltung, billigen Prämiensatz mit Dividendenbezug und künftige Zahlungsbedingungen aus^eichnet, kann als die günstigste Versicherungsgelegenheit für die Mitglieder deutscher Gewerbevereine angesehen werden. Die Mitgliedschaft können erwerben dem Verbände deutscher Gewerbevereine ange- börende gesunde Personen und deren Ehefrauen, welche das 20. Lebensjahr vollendet und das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die Verwaltung der Kasse zu Darmstadt, sowie die Ortsrechner der Kasse sind jederzeit zur Erteilung von Auskünften und Annahme von Anmeldungen gerne bereit. Landkreis Gießen. — Lang-Göns, 28. April. Auch in unserer Gemeinde bildete sich auf Anregung der Frau Dr. Reifs unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Rompf ein Komitee, um Vorbereitungen zu treffen, den Blumentag am 7. Mai zu einem Gemeindefest anSzugestalten. Sämtliche Vereine haben ihre Mitwirkung zugesagt. Es ist ein Waldfest, verbunden mit musikalischen und gesanglichen Vorträgen, ausgeführt durch den Posaunenchor und die Gesangvereine, geplant, vor dem und während dessen der Blumenverkauf durch über 20 junge Damen stattfindet. Sollte das Wetter für ein Waldfest nicht günstig sein, würden die Veranstaltungen unter den Linden auf unserem Kirchenplatz stattfinden. Bei günstigem Wetter wird sicher ein genußreicher Nachmittag geboten. v. Weickartshain, 28. April. Bei der hentigen Bürgermeisterwahl wnrde der seitherige Bürgermeister Karl Knöß I. mit 74 Stimmen einstimmig wiedergewählt. Die Zahl der Wahlberechtigten betrug 85. X Hungen, 28. April. Nächsten Mittwoch den 4. Mai findet im Gasthaus zur Traube dahier eine gemeinschaftliche Konferenz der evangelischen Geistlichen aus den Dekanaten Gießen, Grün berg und Hungen statt. Gegenstand der Verhandlungen ist vormittags 9l/2 Uhr ein Vortrag des Oberkonsistorialrates Dr. Bernbeck- Darmstadt über die Bedeutung und Verwaltung der Pfarrpfründe; nachmittags P/2 Uhr spricht Professor Dr. K 0 epp e - Gießen über die Mitarbeit der Geistlichen bei bar Mutter- und Säuglingssürsorge auf dem Lande. A Ettingshausen, 28. April. Ein schönes Bild der Einmütigkeit zeigte die heutige Bürgermeisterwahl. Der bisherige Bürgermeister Heinrich Keil V. wurde auf weitere 9 Jahre mit 132 Stimmen einstimmig wieder- zewäblt. Ein mächtiger Tannenbaum wurde vor dem Hause deS Neugewählten aufgerichtet. Starkenburg und Rheinhessen. --Darmstadt, 28. April. Am 26. d. Mts. fand hier im Sitzungssaale der Landesversicherungsanstalt die erste Mitgliederversammlung des Hessischen Fürsorge-Vereins für Krüppel unter zahlreicher Beteiligung der aus allen Teilen des Landes erschienenen Mitglieder statt. Der erst kürzlich gegründete Verein zählt zurzeit nach einem Bericht des Geh. Regierungsrats Dr. Dietz schon 510 Mitglieder, Private, Gemeinden und Korporationen haben außerdem noch chren Beitritt in Aussicht gestellt. Die Mftglieder verteilen sich auf alle Gebiete und alle Bevölkerungskreise, ein erfreuliches Zeichen, daß der Vereinszweck von weiten Kreisen gewürdigt wird. Es wurden von der Versammlung 15 Vorstandsmitglieder gewählt und dem Vorstand anheim gegeben, sich durch has ihm fatzungsgemäß zustehende Köoptionsvecht auf etwa die doppelte Zahl zu verstärken und sich damit namentlich aus den Kreisen der Aerzte und der Geistlichkeit Hessens noch Der Zusammenbruch von Heiligendamm. Rostock, 28. ApriO Ueber das Geschäft mit Heiligendamm sagt der Angeklagte John-Marlitt weiter folgendes aus: Ich erkundigte mich bei meinen Freunden an der Berliner Börse, die mir sagten, Heiligendamm würde schon seit Jahren wie Sauerbier ausgeboten und wäre nichts wert. Grade das aber veranlaßte mich, der Sache näher zu treten, denn diese Berliner betrachten alles, was außerhalb des Grunewaldes liegt, für etwas Exotisches. Die Verhandlungen gingen weiter, ich erklärte sofort, daß ich im Verhältnis zu dem Objekt über keinen Pfennig Bargeld verfügte, aber im übrigen in der Lage wäre, Kundenwechsel zu geben und auch Gefälligkeitswechsel von meinen Bekannten. Ich führte weiter als meine Vermögenswerte auf Anteilscheine der „Tamenwohnung G. m. b. H.", Michendorf und die Suhler Villa. Die Verhandlungen gingen hin und her, es kam nun auch der Verkäufer von Heiligendamm zu mir, Herr von Kahlden, der sich bereit erklärte, die Anteilscheine „Damenwöhnung G. m. b. H." zu nehmen. — Vors.: Was verlangte er für Heiligendamm? — Ange kl.: Ungefähr 2 800 000 Mk. — Vorst: Wie hoch war Heiligendamm hypothekarisch belastet? — Angekl.: Mit 1 310 000 Mk. — Vors.: Auf welcher Basis kam der Kaufvertrag schließlich zustande? — Angekl.: Auf der Basis von 2 155 000 Mk. Dafür bekam ich das Kurhaus, die Villen und das tote und lebende Inventar. Es sollten 200 000 Mk. bar angezahlt werden und diese 200 000 Mk. vermittelte Faulmann von der Firma Louis Wolff in Lübeck. — Vors.: Sie haben also immer betont, daß Sie keine eigene« Mittel besaßen, sondern sie sich erst von dritter Seite beschaffen mußten! — Angekl.: Jawohl, das habe ich immer wieder gesagt. — Ter Angekl. Faulmann äußert sich zu dieser Angelegenheit: Er habe John-Marlitt für einen vermögenden Mann gehalten, sonst wäre er nicht wegen des Verkaufs von Heiligendamm zu ihm gegangen. Hierauf beginnt die Zeugenvernehmung. In der Sitzung am Freitag sagt der frühere Besitzer von Heiligendamm Baron v. Kahlden aus: Die Auskünfte über John-Marlitt lauteten sehr günstig, er verfüge über gute Beziehungen. Daraufhin eckst habe ich das Geschäft abgeschlossen, denn daß er selbst kein bares Geld besaß, merkte ich bald. Allerdings meinte er, daß seine Kundenwechsel so gut wie bares Geld wären, aber ich wollte da doch nicht so recht heran. Die bare Anzahlung erfolgte dann durch das Lübecker Bankhaus Wolff. — Vors.: Fühlen L-ie sich nun durch den Angeklagten geschädigt? — Zeuge: Jawohl, sogar etwa um eine halbe Million. — Zeuge Agent Fredrich-Greifenberg war beim Verkauf von Heiligendamm mit tätig und hat über John-Marlitt von bett verschiedensten Firmen Auskünfte eingeholt. Die Auskünfte bezifferten sein Vermögen auf mindestens V/s Millionen Mark. Der Zeuge nahm daher auch an, daß Marlitt Vermögen hatte und der richtige Mann war, um Heiligendamm wieder in die Höhe zu bringen. — Vors.: Wie lwch sollte Ihre Provision sein? — Zeuge: 75 000 Mark. Man drückte meine Forderung aber auf 40 000 Mk. hprab. — Vors.: Haben Sie diese Summe bekommen? — Zeuge: Nicht einen Pfennig. — Bert. Nechtsanw. Wolff: Es ist doch nicht üblich, daß der Käufer die Provision zahlt. — Zeuget Der Kaufpreis war gedruckt und daher hielt ich mich an den Käufer. Von einem mußte ich die Provision doch bekommen. — Angekl. John-Marlitt: Es ist nicht richtig, daß der Zeuge von mir nichts bekommen hat. Ich habe ihm einen Wechsel in Höhe von 25 000 Mk. gegeben. — Zeuge: Ich habe noch mehr Wechsel bekommen, aber keiner ist honoriert worden. vermischte». Die „kommandierende Generalstochter". AuZ Jena wird dem „Tag" geschrieben: Die standesamtlichen Nachrichten, besonders die Aufgebote, bilden häufig eine Quelle heiterer Titelstudien. Eine Bezeichnung, die neuerdings hier Eingang gefunden hat, ist die „Haustochter". Wer annimmt, daß babet die Tochter des Hauses, also die Tochter des Hausbesitzers, in Frage kommt, ist schlecht unterrichtet. Vielmehr ist damit ein junge» Mädchen gemeint, das Hausarbeiten verrichtet, dessen! Eltern zur Miete wohnen. Dienstmädchen und dergleichen, selbst Stütze, ist in manchen Fällen nicht vornehm genug. Die letzte Ausgabe der standesamtlichen Nachrichten in Jena zeigt eine besonders gewagte Zusammenstellung. Unter den Aufgebotenen befindet sich da ein Universitätsprofessor mit einer „kommandierenden Generalstochter". * Die automvbilfeindliche Schweiz. Nachdem im Kanton Graubünden schon vor längerer Zeit der Verkehr von Automobilen durch Volksabstimmung verboten wurde, ist jetzt auch im Kanton Bern eine Volksbewegung gegen die Automobile im Gange. Der Automobilbetrieb soll im genannten Kanchn an den Sonntagen gänzlich verboten werden, ausgenommen sind die Kraftfahrzeuge der Aerzte imd Tierärzte. Ferner sollen nur Personen, die sich seit drei Monaten im Kanton Bern ausgehalttN haben, Fahrbewilligungen erhalten. Die Volksbewegung richtet sich vornehmlich gegen die Luxusautomobile. Wegen der Staubentwicklung und der Gefährdung der Straßensicherhett sind dre Kraftfahrzeuge in Stadt und Land sehr wenig beliebt, und wahrscheinlich wird die automobilfeindliche Bewegung auch nach anderen Kantonen übergreifen. , * Ein m erkwürdig es Gesundheits gesetz ,in London. Aus London wird geschrieben: Ein eigenartiges sanitäres Gesch wird der Stadtrat des Londoner Stadtteiles Paddington demnächst in Kraft treten lassen, nach welchem dre Bewohner von Mietskasernen gezwungen sein sollen, täglich für eine gewisse Zeit die Fenster ihrer Wohnungen offen zu halten Diejenige», die das Gesetz nicht boooachten, Durch- 89 49—50 89 -93 49 72 38 37-39 71-74 85—90 49 87 . . 47-51 Schlachtwertes. , 78 77-80 48 37 74 73—75 45 90 93—00 45-00 48 es 47-49 Gl—63 48 62 47-49 61—68 69 59-60 45 45—46 61—62 61 47 47—48 Ml. veranschlagt zu 7474.00 Cito-Räder (2896 zu mässigen Preisen elegant stabil unverwüstlich Erstklassige Marke Ersatz- und Zubehörteile Pneumatiks in^rösster Auswahl D*« Reparaturen billigst Die Welt erobert! Inhaber: Anton Breuer v«/. auSklingen. Gas-Bügeleilen etc 2594 10 Pfund Mk. 2.60 2803 sind in allen Preislagen ein getroffen und bitte ich bei Bedarf am gütige Besichtigung meines Lagers. 1571 86 92 80—84 75-78 hrshth ■asfeteg 105-114 100-105 93-98 80-89 47 51 45 41 SchutewkE Kaaiefqer. *4-88 90—95 44-46 40-43 82 76 66 62 57 60 109 102 95 84 gebotS vergeben werden: Pslasterarbeiten . Maurerarbeiten . Dedüeinlieferung k klieSlieferung . . C d>f en. Vollfleischige, auSaemästete. M a l u e c. ein Oe Tiaftfnlber . . Öliallere 'Ulan- unö beste < 0 einigere 'Ulau- und gute Geringere cauglalber . schade. Weidemaslschase . . . Schweine. Pollsteischige Schweine bi6 zu 2 Zentner Lebendgewicht........ l olUieija^e Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht Lollfleischige Schweine über 2'/, Zentner Lebendgewicht üleiiduge Schiveine unter 80 kg Lebendgewicht 66-63 augfälbec . 60—64 Saugkälber 55-39 .... 48-53 F. C. Wie»have». PiebhOf-Marktbericht wm 28. April. Austrieb: Rinder 4 (Cd len ?6, Rühe 66, Bullen 0*0, Rälber 110, Schale 19, ednoeiue 25 ob 4 ißocben aus. Darnistadt, 29. Avril 1911 ftniicrltdic Cbcr Postdircktion. 45—49 50—52 und Bedingungen eingcseben weiden können. Gießen, den 29. April 1911. Senßfelder, Kreisstraßenmeister. Zeinentrohrlieferiing . , Eisenlieferung (Eiufallrölte) „ Offerten sind verschlasien und mit schrift bis znu' 6. Mai, mittags 1 Uhr, inc’iaci lLrosten-Buseck adzugeben, w Berthold Kühne Telephon 820 Seltersweg 26. Telephon 820 Umänderung Im Gebrauch befindlicher Gasherde mit . . . • Doppeliparbrenner billigst • Georg flppel, Seltersweg 56 Rur eil etil bttlrr Wart« — bttn siNchkr — ban wohl an* fl nicht lange internationale “Restauration Spuck Nopd 38nlÄ Separators ist ein Siegeszug ohnegleichen. Zn allen Erdteilen hat die Einsübrung dcö Atta- Sevaratorü Trniiuvbc gefeiert, die am deutlich- sten in der gcivaltineu. von keiner Teue auch nur annähernd erreichten VerkautSziner oon Über 1 Million , 114.60 , 818.00 , 90.00 , 26.60 , 75.00 entsprechender Auf. bei ®roBb. Bürger- oselbst Voranschlag Tendenz: Rinder, Rälber, Schale und Schiveine mittrlmefeig. Pi ei« Durck» Verlangen Sie franko gegen franko Katalog I Tnpf'ic von 14- 45 Pfennig Katalog TT 'I apete von 50- 70 Pfennig Kat !■> UI Ta, etr- von 75—0 0 Pfennig Rlnalre e Tapeten-lnduetrle C.Kunsch, Frankfurt a.M.O. Alte Gatee Nr. K Einem verehrten Publikum hiermit die erg. Mitteilung, dah ick in meinem baden eine Gasapparafe-KonfrolHfcifion eingerichtet habe. Es wird jeder Gasherd aui Wunfch angefchlohen und kann der Gasverbrauch an der ausgestellten Uhr kontrolliert werden. Die Kcmroiluhr wird auch auf Wunfch zwecks Feststellung des Gasverbrauchs an bereits im Gebrauch befindlichen Gasherden, Gas-, Beiz- und Badeöfen an Ort und Stelle angeFchloHen. Gleichzeitig empfehle mein . . . . großes hager in • • • • Gaskochern, Gasherden Doppellparbrennern Gas-, Brat- u. Backöfen Grillrost e cottl ÖmwlHrn wird do« ««» au»ldo»vdort>. Ioure« 51 otton JA pule Iroajnl 3.0, ftinfirr arob ®ummt Bule 1.0. ©oller 119.0. Ültobol HA »urlu aromatt *e emulfton mü Zimt-, Mandel- und LauUdetlaoi it 2 Itop'en. Verdingung. $n der Gemeinde Großen-Buseck losten nachstehende Arbeiten und Lieferungen auf dem Wege schriftlichen An- Bette FfcaiMiie 9 Kirchenplatz 9 *"/* Nlutterpslichten Mannigfaltig sind die Sorgen der Mutter in Haus und Küche, und was ihr naturgemäß am meiften am Herzen liegt ist die Ernährung aller ^amiltenmilolieber, groß und klein. Von ganz besonderem Eiustust aus die Entwicklung und das allgemeine Wohlbefinden ist frühmorgens das erste Frühstück. In England und Amerika werden schon zum ersten Frühstück Fleisch, Fisch oder Eier gereich'. In Deutschland hat sich diese Sitte noch nicht eingebürgert. Man ist aber durch Van Houtens Cacao in der Lage, das erste Frühstück für Erwachsene und Linder zu einer kräftigen Mahlzeit zu machen, an Stelle von Kaffee, der gar keinen Nährstoff enthält.Neben derNährkrast besitzt VanHontens Eacao auch noch andere Eigenschaften, welche ihn zum geeigneten, täglichen Getränk machen. Er hat einen unerreichten Wohlgeschmack, ein köstliches Aroma und ist außerordentlich leicht verdaulich. Nicht alle Eacaos sind gleich, achten Eie deshalb darauf: Van Houtens! (ss7t Arbeitsvergebung. Für den 9b’ubau eines Wohnhauses hat der Unterzeichnete die Tachdeckerarbcitcu bestehend in ca. 320 qm Schiefer-Bedachung zu vergeben. Voranschlag und Bedingungen liegen bei mir zur Einsicht offen. Interessenten können Offerte bis zum 3. Mai d. I schriftlich einreichen. Lich, den 28. April 1911. Georg Schiefcrftein, Maschinenfabrik. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphen- linic an der La biirnhe uon Leihgeiiern nach Steinberg (Str. (.Mieneni Item bet dem Kaiserlichen Telegravhenamt in Gte-;en von heute “’s Mit, ; iu ilntfr, sN berT* “> 8i£ ute Diotaf* einte Mt. sr .Mienriz rlleBen, hu Märkte. «ieheu, 29. Avril. Tlorflb eriefit Ank heutigem Wochen- tnaifte fouete Butter vr. Bld. 1,20—1.26 WIL Hühnereier 1 et. 7—m . i.. Eitteneier 1 Stück 8—9 Psg, Ganseeier 1 Stück 10 bis 1? l ,. nass pr. et. 6—8 l'fg., Kasematte vr. St. 5—6 Big., imibeit rr Br. 0,80—1,00 Alk., Hübner pr. St. 1,00—1,60 *lh’L tal»u-r vr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. et. 1,80-2,20 Alk., wJule da- Bid 75 —80 Big, Schsenfleisch pr. Psd. 88—96 Big., vinid'leu vc. Pstmd 86—90 Psg.. ttnbsteifch 70 Psg., Schweine- fleuch i’i. Pinnd 70—90 Pfg^ ttalbsleiich pr. Pid. 88—92 Pia., Hann.ai' ktich vr. Pid 60—88 Psg., Kartoffeln vr. 100 Qq. 8.00 bi» ti.oO -Dlf., Weißkraut da« Stück 30 bis 40 Psg., Zwiebeln per jtr 10/10—12,00 Alk., Milch das Liter 20 Psg^ Aep'el per tztr. 15 bi5 20 Alk., 'Jltiffe 100 Stück 50-60 Psg., per Ztr. 0—Ou 'jjit. Bo -neu ner Pid. 00—00 Psg Marktzeit von 7—1 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 28. April. Heu- und Strobmarkt. Angefahrcu waren 5 Wagen Heu und 0 Wagen Stroh. Man nannte: Heu L, 0—8,50 Mk.. Stroh (Ronilaiigftroh) 0,00 Ins 0,00 Alt., -1 irrfnoh 0,00—0,00 Alk. Alles <üc 5u Kilo. Geschält flott. — Tie Zufuhren waren aus Lderheffen und dem kreise Tiebur«. imm. 28. AM. •r Angeklagte kundigle mich : mit fügten, er ausgebolnt ich, bet Sache i, Ivas außer-- Ac Serbanb- m LtthältmS igle, aber im und auch (Berte weiter qB amenwohnung Die Berhanb- Verkätistt m kteit erflörte, u nehmen - al: lln* tnbfltnm m - M: wtfenbe? — rfdin ich das . Es fotttei )0 M. Dep i Lübeck. - eine eirata rtte bewff« der aefagl - Ingelegenbtit: ann gehalten, :bamm zu ihr imung. : Besieer von luskünste über iber gute Le- abgeschloiien. »bald. Marie bares 8elb Lw Die bare Ms Wolii. - gefcöäbtflt • - iOIL - m| von V» von den inftebt*» -f. Der Zeuge mb der richtig« zu bringen-- jfiigc: 40000 M «ÜnR . „ - w- Sae M mr iV-S Hand in Hand hiermit geht die ebenfalls einzig dastehende grobe Anzahl der Auszeichnungen. 900 Erste Preise. 1910: Grand prix Weltausstellung Brüssel. Die gleiche höchste Auszeichnung auf den Westausstellungen Chicago. Pans, St. Louis. Lüttich. Alfa-Laval-Separator e.m.b. h., Berlin NW. 28b. Alfa allzeit voran! begegnen. xV , -Scotts Emulsion wirst Mcbmb und erfrischend und enthalt eine Neide blut- und fraf|» bildender Bestandteile, die auf die Beschaffende.t der Muttermilch von günftiaem Einflüsse find. — Man verlange ausdrücklich Scotti Emulsion. ii« ■ute «yfA* leiuefl^gMik tsgKz i -in rcb ^gltä > TAPETEN! MöUJBEJITZEDN 25^RABnTT Dr.Gentners berühmtes ehgemefn be^btes Vei Icheo-Sei ten p u Iver Goldperle mit hdD3:h=-nGestne-< n,ederaPa*eL . . Alltoriiüi't-hrl Qentner,.:. < ■ - fotlen mit einer Strafe von 100 Mark belegt werden und mtt einer Strafe von 40 Mark für jeden Tag, an welchem die tyenitcr nicty offen sind Ein ähnliches Gesetz ist erfolgreich in Rottuighm i feit den (ttucn 18 Monaten in Kraft. * Die gebrühten Maikäfer. Dir lesen im „Landw *h'otgcbcr", einer Beilage der „Kösliner Zeitung", sind also auch für das „Teutsch" nickt verantwortlich: Betannttich sind Hühner skhr gierig nach uldiem. Zudem man die Baume nun zur ^'aiiäikrzeit durch Abschütteln von diesem verderblichen Ungeziefer In befreien sucht, lassen sich die Maikäfer anderseits ganz nützlich vcnvfTtcn Man überbrühe nun die gesammelten Käfer mit Heistern Wasser und lasse sie eurige Augenblicke in bem- f.(Len Tann aber bringe man die lebenden, jedoch nickt verbrühten Käfer in eine Bratröhre, indem man sic Auf eine Unterlage von Lösclipopier schichtet. Nack 20 Minuüen r rben sie soweit gedörrt sein, baß sie in Säck.n für den Winter oi'fbcmol;; werden können. Sie sind bann eine überaus vorteil' bafte Zugabe zum Körnerfutter und lassen sich damit die fleischigsü n Hühner heranziehen. Gebrüht, aber nicht verbrüht und bann in die Bratröhre — was sagt der Tierschutzverein? Mr- und Sportwagen pro 100 15t o. turnt» L »lacht» gr-vicht Don-bifoon-bil höchsten HeizuugSfrage. Der richtig konstruierte Ta.ierbrandoien bedarf bei allerspar- inmfiem Kohleuverbrauch die wenigste Aufmerksamkeit in der Bedienung. Richtig eingestellt brennt derselbe fortwährend gleichmäßig. angenehme Wärme verbreitend. ES brannte zu>n Beispiel ein Taiierbrandosen von dem Spezialgeschäft der Ccieu- und Herde»Industrie (Sieben, Neuenweg 18 mit nur einer Füllung Noble von Sonntag morgen bis Donnerstag nachmittag also beinahe 5 Tage. In jeder Wohnung ein derartiger ü’en macht alle Central- Heizungen überflüssig. DaS oben aitgesührte Spezialgefchätt licicrt sämtliche Sorten Deien und Herde für Stadt und Land zu biUigit gestellten Preisen. (a72 I>r. Zucker s Kobleniäurebäder mit den Kisten find nach den neuesten vergleichenden Untersuchungen uon Profeuor Dr. Tiunababn und vr Baedecker-Berlin ein einziaaiuger vollwertiger Ersatz der Bäder tn Rauhet in. Sl i H i u n c n uhu. ih\ /> “«•wen Sie denn immer 1 V noch W d'iS. MU HW'OMMMKz, ...■.*■ Zweifelsfrei WM mW xWD . Eine i L ?rl. Ei F Äerausc w. Zrlänt I si Irrfota I Etliche I »ioar ai I W in | Ä Zahrl | Seeland I Üruch c |; 5t von »Ls Te! I Mahre Ichzu 3( p eineu i lüt 17 F enb ging gab er ji ein Exp Ireits bet hi e i ft ei wifefnani kl Hieben |d) sechs Wes in /fine Laus matb 3t M zu f Cir 3o Ute briti) k iidoch Wnen ; JMangb reelands । nichts bot tollen. 3 Set(f)5b lchenswert llaaten au Es unter! mit totale um stch Q Jemjujoi bringendl sich 5 -A Kgkj 'S in be b- hab au -Fetter touvtvcrsa ooii «lau für; &U1 I Mitia 2iu Ski O ->°-°! fukiii 1 w»-!- man iviu ^folger Mcht z Etlicher ( ion und Messes. Wes Boi ümiahm Lnthi srde ist bd hcnj- jdtti $i W'-elm i Ä9rc J?er 3eiti 2r unb( Wte. An *vr'Ä ii.Y? habl .l.'vvriv die SM "Robert Hasse vorm. E.ßloedner Gemundet 1883 Inh.: Otto Täubert Telephon 326 u. 854 Grösstes Tapeten-Spezial-Geschäft Gberhessens m Laden: Selterswe^ neben dem Automat Telephon 854 Versand: Schanzenstrasse Nr. 6 .. „ 326 ErnstChallier(RudolphsNachf) GIESSEN Spezial-Geschäft für Masikwaren aller Art Grosse Auswahl Solide Preise Illustrierte Preisverzeichnisse gratis und franko Mesikalien-Handlung: und - Leih-Anstalt Speaialitöt; Billige Ausgaben DVi Max Weissbäcker Telephon 409 Süd-Anlage 23 Telephon 337. Telephon 337. [1778] UKW" Mitglied der Rabatt-Spar-Vereinigung. Sand H. W. Rinn.