Montag, 27. Februar 1911 161. Fahrgang 6tein6nxtwk r i, bet ber- Bekleidung »6 orf a b. 2ba. vormittags ich, Todenberg rit 18,96 Kßv., Nr. 49 «a9H 9* VI DÜ .Otetzene» zamiNeadMter- •***• .flmdger* ’tetmaJ •Bftenllt* Wtgdeafth$<» *<«• heetl* «rtchdn« «wnatit* Rebtihtw, ervtbttt* ®* »rmfee* fteafc« 7. ExvedlNa» an» Vertag, fteWtümre«® Lil. ItL-8»utlmdaedBUlc*i x” wo« wird Mieicn suh le ®eld)ah8ii. isenb^ TclePy. igjMW' Wippe!, eitholz, )6 Rm. Adel. tb 1625 Mn »,5 Rw- Nadel, j"bei Aren»- t vormittags A §ün«r«S- ■froartei II: mitlMsdn. „it 88,30 W. Bayrischer Generalmajor v. Gcbsattel erklärt gegenüber einer Bemerkung deS Borredners. daß eS natur- lick nickt angängig sei. wenn tn einer Kaserne eine regelrechte Marr?nfabr?k ekngerichtet werde. In dem Befchwerdefalle handle eZ sich um die Herstellung weniger stuck. 'M ]orfi quL^4 Ä KB. W MS® | s ober bir ‘fetooHtu ft»« °^.°?beitcu. Mg. Dr. Paaschc (Natl.): Ick muß manches wiederholen. Ein Wort über den Erlaß den S?r. Müller-Meiningen aur Sprache brachte. Wenn wir ml verständigen Offizieren Rücksprache über Einrichtungen deS .Heeres, und diese unS offen und freimütig sagen, daS unddas ist der Verbesserung bedürftig, so teilte man nicht^Siellen Erlassen warnen vor den Partementariern vor diesen bosen nicken Da,u ist das Parlament da. daß eS derartige ot fr6treten vorbrinot und dazu sind auch die Offiziere da. Wir si - MciÄdft in bi?Politi, Sinein^n. -b-r ^ w-rd-n schon den nötigen Takt bobcn. sich nur an solche Abgeordnete zu wenden, von denen sie sicher sind, daß sie im Sinne der ^ort. entwicklung des SeercS davon Gebrauch Nischen. So kann also der Erlast nicht gemeint sein und ,o wird er auch nicht (tememt L Auch jetzige Kriegsminister dem wir v°°es Vertrauen entgegenbringen, Ixit Miststände anerkannt. JA.must lerder bi&IeS wiederholen. In fcbem Jahre bringen wir immer darauf an: A.. - was kostet uns ein verlor en er Krieg? die Kosten die wir für die Wehrmacht im Frieden aufwenden. §nn al? unproduktiv zu betrachte«^ wenn Deutschland vor emem Weae bewahrt wird, oder wenn statt eine? verlorenen ein sieg- rdaSr Krteg geführt wird? Ich habe darauf hinaewiesen, ton.» ein verlorener Krieg in Zukunft unserem Vaterlande kosten konnte. Wenn man die Kriegslasten, welche daS arme Preußen rm Jahre 1807 für Frankreich aufbringen mutzte. M die moderne Wahrung übersetzt und mit unserer heutigen Bevl lkerungSzahl vergleicht üL 'dknn mrnLmt. w°- Frankreich un- 1870/7,i an> «dfi fünf Milliarden hätte bezahlen müssen, dann witd^man ine un fahre Unterlage dafür bekommen, w aß e i n Krne g kn uk u n f kosten wird. AuSrechnen lätzt sich ras natürlich nickt, aus veu Grunde, weil die ganzen mittelbaren Srnbutzen, d^ em Lm erleidet, gar nickt ichätzungSfahig sind . Was 'n-besondere an Eigentumswerten ruiniert, gar nicht zu denken, was- a t politischem, geistigem und , wissenschaftlichem Gebiete emgebuß wird Ich glaube daber. nicht fehlzugehen. wenn ich meine, dai- bie Ausgaben, welche sich Deutschland für Wehrmacht teistet sich solange bezahlt machen, als es un3 gelingt, beit lytt.Mn » bewahren und unser Vaterland vor einem derartigenSchicksal zu retten. Ich glaube, dies umsomehr behaupten zu können, tvenr '^unsere heutigen finanziellen Fortschritte im Volke Deutscher Reichstag. 185. Sitzung, Sonnabend . b e n 25. Februar. am Tische des DundeSratS: v. He et tng-n. Präsident Graf Schwer in-Löwitz eröffnet die Sitzung am 11 Uhr 15 Minuten. Der ITlHIfflretaf. Die Aussprache beim Gehalt des KricgSministerS wird fort- »-alten Striw Mel01 KS Muli nefuit. Aba Liebermann v. Sonnenberg (Wirtsch. Vg.): Eine Nacklese- Der Wegfall der Masse der Besichtigungen ist eine Ersparnis m Geld und Nervenkraft. Die Ankäufe sollten ! direkt beiden Produzenten erfolgen. Die Milde gegen die oe,den , pnnlifdieu Offiziere in dem Spionaäeprozesse ging so weit als nut ?«b=nf«Ui mutz man )ie folon0e .n bet 8«ü>™8 lafien bis sie vergessen toben, wag sie erkundeten. Von der Ansiedlung der alten Unteroffizier- verspreche ich mir Nicht viel- ein Versuch kann ja gemacht werden. ES muh aber aus iraend eine Weife versucht werden, die gedienten Soldaten wieder aHs Land zurückzubringen. In die Militärbeamtenichaft mutz jetzt endlich Ruhe cinziehen; die DesoldungSordnung mutz abqe- schlossen sein. Herrn NoSkeS Rede: nicktS gelernt urte nichts vergessen. Fast nichts von feiner Rede ist übrig geblieben nach de/ Antwort deS ÄriegSministerS. iW'derspruch ^ dLn So^j DaS ist das Unglück der Demagogen daß sie die^ Wahrheit nich hören wollen. (Heiterkeit.) Eine furchtbar ernste Mahnmig b deutete eine Bemerkung NoSkeS: unsere Leute werden schon n ben Elternhäusern sozialdemokratisck erzogen und kommen so w das Seer! Herr NoSke sagt, seine Leute wurden ben Kriegs- mknisser nicht in die Lage letzen von seinen Instruktionen Äe- brauch zu machen. Das steht nicht ganz un GmHanö mU öen Worten Bebels: Preußen niederzuwerfen kostet schweiß und koste ^ihrscheinlich noch mehr! Was ist das anders als Mut? Fre> lick nach Bronsart von SchcllendorffS Wort wirdmonhofsent lick gegen sozialdemokratische Putsche mit der Feuerspritze fertig werden. Meine Einfügung betr. d Eignung zum Vorgesetzten in die Resolution der Freisinnigen macht, wie Hnr M^r-Mei. ningen meint, die Resolution unwirksam; ganz recht. deshalb habe ich die Einfügung beantragt. Das Wort Konfessionell tollte aus der Resolution auch heraus. Konfessionelle Rucksich werden in der Armee nicht genommen; »Konfession kanri auf das nationale Judentum nicht angen^ndet werden Mit eii^m Hinweis auf dre getauften Juden hat der Vorstand deutscher Juden recht: auch die sollten nicht befördert werden. können stolz fein auf unsere Armee, auf das Volks- EÄte-isrÄK® eSb“ sut Unictorbnung. Di- Sugcnbiptek. fo w.chi.g sind such nut spiel. Ich wiü>-th°I-i w.t smd ftolg auf unser Heer. (Beifall.) Abg. Brandys (Pole): Das Volk murrt darüber, dah alle neuen Steuern nur für haltende Parteien feien. Abg. Gans Edler zu Putlitz (Kons.): ! Das aktuelle Wort ist Sparsamkeit. Sfcrx \ Weintr.acn fpriait von einem Mißerfolg, dem kann rch nicht zu" mmmem Von einer Herabsetzung der F^'-denSprasenzstarle tote vor drei Jahren will auch er nichts mehr wigen, er sieht eben em dast die Armee auf ihrer Höhe erhalten werden mutz. Ich bttk K Arie^minister, in seinen Bestrebungen fortzufahren, dem LuxuS in der Armee entgegenzutreten. (Beifall rechts.) lieber di- kleinen Gamiionen braiÄ ich nicht noch einmal zu sprechen auch nicht. über die Militäranwärter. Ich habe eS immer alß Starke unserer pre • HiAcn Armee gehalten, datz toir eine Bevorzugung oes Ä bc t ß nicht kennen; auch beim Avancement ist keine RLdedavon Tas sind keine Redensarten. Ein besonders des Adels in der Armee fällt auf die Mi l i ta r fa:mi^t e n , die ohne hervorragende Geldmittel seit vielen Generationen ihre Söhne in die Armee schicken. Sie.sind aufgewachsen m den Am schauunaen der Armee und halten ihre Homogenität aufrecht^ Wir sind diesen Familien großen Dank schuldig; tch sage daS ohne i Urberhebung, weil mit hier von links zugelachelt wird. D r aus Baden mitgeteilt worden - ich bin aufgefordert d^ zur Sprache au bringen —, daß Soldaten dort offen für die Sozialdemokratie agitiert hätten. Diese Blüte des Grohblocks beweist, daß der Großblock Verwirrung in unsere fnnerpolitischen Verhältnisse hineinträgt. Ick bitte den Kriegsminlster daS Auge offen zu halten, damit derartige Dinge nicht weiteren Unifang an nehmen. Unser Heer in ferner fetzigen Struktur, mit sei^m fetzigen Offizierkorp« steht einzig tn b e r ® e 11 ba. 3er Stempel, bei unserem Heer aufgedruckt ist, beruht nrcht zuletzt in der Qualität der Ersatzmann,chatten. Diese ch s<» a^r rurr möglick geworden durch die Zucht des HeereS. Gefühl ber verfönlichen Gefolgschaft deS OffizierkorpS zum Krne?Sherrn das Rückgrat unseres Heeres, gibt ihm und pretf&xfäen 6W die Festigkeit, um btc un# ba» Ausland beneidet. Einzelheiten tn den Reglements und der Organisation kann man unS nachmoc,)! bieg aber nicht. Unser Heer ist etn VolkSheer. ansehe. Unser Volkkvermögen vermehrt sich rm Reich lahrl'ch um rund fünf Milliarden. Die Spareinlagen sind von 1907 auf 1908 um 451 Millionen gewachsen. DaS siiid Za hl en dies bewesien^ daß trotz der großen HeercsauSgaben ober richtiger gesagt, gerave deswegen, weil toir Frieden Aehalten haben, DeutschUmd unter dem Schutze seiner HeereSmackt anfbluhen konnte. Der Abg. V. Vutlitz ist in sebr warmer Weise für die Armee eingetretem Ich fQ0C U>m dafür im Namen der Armee Dank. Im dlrekten Gegeii- 'atz dazu hat der Abg. Stücklen die Tatsache herauSgegriffen, oaß dem Ä a r b e d u k o r P S - R e g i m e n t 21 Prinzen und Grafen angehören und daraus einen Unterschied zwischen,®arbeo.ffyie“n und Linienoffizieren konstruiert. Dagegen muß ich brDtcftiercn. Das Gardedukorp'-Regiment hat in allen.Umzügen seine Schuldigkeit getan. Bringen Sie d,e Herren nicht tn einen Geaens^, ber nicht besteht. Die Tüchtigkeit vor dem Feind ist nicht vom Adel oder von der Burgerlichkeit abhängig. lLebhasteS S^r richtig! bei den Soz.) Ich gebe dem Abg. Paasche darin recht, dah die eigentlichen Leidtragenden in den Grenzgarni fönen unsere Offiziere sind. Die Truppen selbst leiden Verhältnis, mäßig weniger. Man kann aber nicht sagen, daß einzelne Offiziere ihre ganze ^Dienstzeit tn Grenz, garnisonen zubringen. Bei elf Regimentern tn , kleinen Grenzorten ist fcstgcstellt worden, daß von 327 Offizieren 8f während 15 Jahren in ber gleichen Garnison gewesen sind 62 zehr Jahre lang, 126 fünf Jahre lang und 97 weniger als fünf Jahre Wir suchen ide Unannehmlichkeiten dadurch zu mindern, daß wir den Herren sährlich zu Reisen m, die §e>mat Unter^tzungen gewähren. Vielleicht empfiehlt es sich auch, durch Verletzung von Offizieren, die aus dem Generalstab oder anderen bevorzugten Stellungen kommen, in so kleinen Garni,onen Wandel zu ichaffen. Wenn von den Fehlstellen gesprochen worden ist so muß ich sagen, daß wir in Preußen gar außerordentlich viele Feblstellen haben. Tie Zahl von 604 ist richtig abgegeben, aber wir haben eine ganze Anzahl oon .Fabnenfun?ern zur Deckung der Fehlstellen zur Verfügung. Wir batten im vor'gen Sabre 1095 Fähnriche und Fahnenjunker, die als Unteroffiziere m ber Armee dienten, sodaß in Preußen der Bedarf ßebedt to«. Aber im Verhältnis zu den tatiachlich vorhandenen Lsfizieren steht sich Preußen durchaus nicht so schlecht, wt Gegenteil. Preußen hat 3,04, Bayern 3,08 und Sachsen 8,97 Pk^. F ehl- stel l en.' Sachsen Hot feine Grenzgarn.ison, also bamtt bangt es nickt zusammen, sondern mit der Abgabe an Kolonialtruppen, Neu'ormationen uiw., was erst im Lause der Zeit wieder emge- brockt wird. In bezug auf die KriegSmmister Mir. b. Hekringen: 2bo Gothein hat die bou mir angeführten DerhälttnS. AL LL & wirtschaften wir so 'parsam wie nur möglich; pro Stopf betragen die reinen Bekleidungskosten 67 Mk. und mit °bem Dvzuge^rigen 71 Mk und dafür werden auch iwch bte ganzen Mobilmachungs» bestände erkalten. Die Kosten der Sachen für die eigentlichen Paradezwecke betragen nur 0,12 Mk. Nehmen Sie unseren Leuten jeden Glanz an ber Uniform weg — gewiß, es ist nur etn äußeres Zeichen das aber für den inneren Geist der Armee Bedeutung fiat. Wir können unsere Leute nicht wie Straßenfeger • ' - Im Frieden dürfen Sie uns nicht allen Glanz Bw-I, Scheithols-, ,«d 124 *^f‘9«n«4D,i TtS&i die gleichen Klagen vor. und wenn dann der Etat erledigt ist und der KrtegSminister sein Gehalt bewilligt erhalten hat, dann gehen Herren vergnügt nach Hause und sagen: Gott sei Dank, für em Ahr haben wir ^wieder Ruhe —, und im nächsten Jahre können wir wieder von vorn anfangen. (Hört! Hort!) ES geht nicht an, dah man auf die Stimme^ dcS Volkes, der Volksvertretung, io wenig hort. Die Bevorzugung des AdelS! Nock vor kurzem hat mir ein alter inaktiver Offizier, eine Sxz., gesagt: mir ist cs nicht möglich, meinen Sohn tn emem Kavallerieregiment anzubringen, außer an der Gr.nze. weil er den bürgerlichen Namen behagen hat. (Hört! Hort? Imf5j Sj* tionen in den Rcaimentern erfennen wir als berccht'gt an, aber diese Exklusivität liegt nickt im Interesse der Armee. (Sehr wahr! links.) Der Kommandeur der Montc-Kukuli-Dragoner, des vor- nchmsten Regiments, das mit fliegenden Fahnen durch p laner- liche Hofburg ziehen darf, degen Kommandeur lederzett ohne Mel hung Zutritt zum Kaiser hat. war b,S zu lewem Abschied burar lich; was in Oesterreich möglich ist. mutz auch bet uns ge^m. Ich weiß sehr gut. datz auch in diesen exklusiven ^gimentttn ernst und gewissenhaft gearbeitet wird, aber d'e Homogenita wird dadurch gewiß nicht gewahrt. Dann die F.age der Kon fessionl Auch da Jahr für Jahr d-efelbe ?lane und k-'neu Schritt vorwärts! Kein füdiscker EiNfahriger wird Reserveorflzier. ES mutzte doch mit dem Kuckuck zugehen, wenn die Militärverwaltung es nicht beim OfsizierlorpS durchfetzen konnte ^dah sie auch tüchtige^ jüdische Einjährige in Vorschlag brlNgen l^ wahr! links.), daß man Leuten, die die Befähigung zum Borge,ehten haben, nicht die Ehre verweigert. Aber der R.e so l utt o über« o II- partei können wir so, wie sie vodicgt, nicht äyfhtnmcn. 28ir können nicht daran denken, einem Mitglied der.'.ozialdemo kratischen Partei das Recht zuzugestehcn. Offizier der deut,cken Armee zu werden, solange die Sozialdemokratie auf ihr.m P - Programm stehen bleibt und nicht daran denkt, die Mtc. Verhältnisse anzuerkenneii. Wir verlangen, daß die Tüchtigkeit entscheidet und nickt nach Geburt und Konfession gesehen wird; aber cs kommt auch darauf an, ob er geeignet ist nad) Jemen ganzen LebenSanschauungen, den Familienverhältnissen, —.bah die Homogenität des Offizierkorps gewahrt wird. In diesem Sinne alfo würden wir der Resolution zustimmen, so wie sie vorliegt, nicht. Alt ist auch unsere Klage bezüglich der Grenzgarnisonen. Bei gutem Willen könnte man Abhilfe schaffen durch geeignete Versetzungen. Bon Angehörigen der Offiziere in ben Grenzgarnison en wird auch gewünscht eine Verbilligung der Urlaubs- reiscn. Ich erinnere da auch an unsere vorjährige Resolution wegen freier Urlaubsreisen für Mannschaften und Unteroffiziere. Die Sparsamkeit wird nicht konsequent durchgeführt. Die neuen Uniformen werden sogar teurer, das 20. Husarenregiment in Bautzen bat goldene Schnüre bekommen statt der bisherigen silbernen. Ter . . . , . n kaufmannifche Geist sollte in den Militärbetrieben sich betätigen, der MonopolwirtMt entgegenaewirkt möglichst Konkurrenz herangezogen werden. W t r Emem etn Abg. Stücklen (Soz): Datz alle Klagen des Reichstags erfolglos bteiben, ist nur Schuld des Reichstags selbst: warum bewilligt er ben ©tat! Der Redner spricht über daS Volksheer. Wenn cm, Offizier feine wehrlosen Untergebenen mißhandelt, so ist das feige und ehrlos- Die Offiziere sollten solche Elemente aus ihren Rerhen s^enl Dem Kriegsminister ist der Ausdruck „Serl5 , auf die «olk^- vertreter angewendct, fremd. Weiß er nicht, dgß ein sehr, tehr hoher Offi/iier einmal sagte: ,.2aas? Den Kerls auck nock Diäten?" ^Damit waren die ReichstagSabgeordneten gemeint! Die preußische Disziplin ist nichts als Kadavergehorsam. Die Militärfrömmigkeit im Reichstage zieht immer weitere Kreise. Selbst daS Zentrum, die Polm und die Vollspartei sind sckon sehr sanft Y^o.ordcm. ^ Redner svrickt aeacn die Jugendwehr. Ist es richtig, datz gerade aus den reich-?ändischen Garnisonen sehr viele Soldaten dci^tiercn^ Wie steht cs mit dem Flugblatt, in dem die badischen Soldaten nufge orbert wurden, an Kaisers Geburtstag den Gehorfam zu bertociaern? Der Verfasser kann nur em Wahmmniger oder em wSiSel sein. Aus derselben Quelle stammt auch das von <5irrn v Licbert erwähnte „Soldatenbrevier". lAbg. v. fiebert widerspricht.) Wenn Sie uns das in die Schuhe schieben wollen Herr v. Siebert, so wäre das Ihrer würdig und das Gegenteil von Wahrheit! Herr v. Siebert will auch die pensionierten Ge- nerale gegen uns mobil macken. Elefanten im .Porzellgkft Ni -b wenn mnrnptehte ihre Untergebenen Mißhandeln. Da war Herr v. .. - 9 ' anderer Mann als der fetzige SrygSmmtfter. Em an ziehen. el vrrlkiht >Neuemve«^ Verpachtev. itrahe 30 ober _______HCT triften jlarfjntii 1 «tadttdratkr mvs ntto.M Hi ten. äböug. b, b. stadubeattrtz »rem i ion SeltetSwefl ine kl. gnlbtnt »erloren. Abzug IeltcrSvcq7l «reu. i tezwiA'/stb. l'httfididni 'btc.fUtnilunh gic Sellin ecnfliaif infelbiauner. urzdaaria« RlimenRhui« aui roixb ne ladjttin übt' ttt (WO Ätdi-in. 32. Die heu' Vie! * ii=-, " ■ Oie tm W w®ä\N «»(ftr, der «d« R-d" »litt A!°ß sorgetIM«« *i«6* «ngefu^t stenograph^slhe MsführMgen zweifellos ein spruchen $nni Bezüglich d barüber ab, roif nächst gegeben i andere Barter, liehen kann, de gemacht roei Seite nicht gla ;y ihren Ungu Ulrich gestern regieiung « Sanne er für ^isammenhängt baß diese Wir Heiterkeit und fad) den Aus! aber wohl kar wie die Sacke richtig ’.) Tas imanzresorm i sacke und eine Kinzelstaaten. Ter Sehr nicht weniger Steuern decke) die seit Zadrk übernommen it> tvn 30 T-ccjtnl ant Steuererhl bitten auch die y» Reichstags i ')i 500 Million " Reform auf M Maüikula str 1000 00C chhuna. GS nung der h monn den Bist hebt, wie dies fiiming in der Mner auS: s «W. die Not beseitigen t Icinmenneuer bii Vielfad) j Rtn Molk ™ feiet mi Willrich sein fm K. zeigt M dii stehen. <öm man in einem solchen Fall 5ie Sache genauer unkersucht, stellt sie sich ganz anders, als ne Bier vorgetragen wurde. (Sehr richtig, rechts, stürmischer W.versprach links?) Zu mir kam ein Vater, der sich über Nichtbeförderung seines Sohnes beschwerte. Ich habe mir die Akten kommen lasten und bin mit ihm Punkt für Punkt durchgegangen, um ihn zu überzeugen, daß sein Sohn den Anforde. rangen nicht entsprochen Hai. Natürlich ist mir das nicht gelungen, denn einen Vater kann man ja nicht davon überzeugen, daß sein Kind nicht genügend befähigt ist. Nun wird behauptet, daß seit 1885 m Preußen fein Jude Offizier geworden ist. Der Grund 7'Erstir entspringt ganz sicher antisemitischen'Regungen, (Lebhaftes Hort? Hort! links.) Das gebe ich rückhaltlos zu. Aber ^e„nl6 mochte ich dick unterstreichen, daß ich das nicht billige. (Dort. Hort? links.) Aber was soll in der Frage geschehen? Eine augememe Verfügung ist nicht nötig und sie würde auch keinen 0 ~alLen-. bleibt nichts übrig, als daß man in jedem spe- zielten ?vaH eingreift. Das habe ich im Vorjahre versprochen und links ^spreche ich auch heute wieder. (Lebhaftes Hört! Hört! &’.e ^rmee wirklich so antisemitisch? Wir haben ja tatsächlich noch jüdische Offiziere, die allerdings früher schon be. fordert worden sind (Rufe: Aha? links), 1894 und 1896 sind fie in ihre Chargen als Reserveoffiziere noch befördert worden. -Wenn alfo, wirklich an höchster oder an maßgebenden Stellen antT p™1*lJ$c Neigungen vorhanden wären, so hätte man leicht Mittel und Wege gefunden, die Juden nicht in der Urmee zu lassen. Diese Neigungen sind den maßgebenden Stellen aber durchaus fern. Meine Verfügung bezüglich der Material- Sammlung zur Entscheidung der Frage, ob jemanb befördert werben soll ober nicht, ist durchaus angebracht. Es werden bei den .rncn.$cu^en*c,:kn dücher geführt, in die von Zeit zu Zeit Urteile eingetragen werden, die später gute Dienste tun, wenn man sich persönlich nicht mehr erinnern kann. Es wird also ehrlich und redlich versucht, die Sache auf eine annehmbare Grundlage zu stellen. Die Verfügung will allerdings den Offizieren entgegentreten, die liebenswürdig und wohlwollend einmal einem Manne etwas sagen, das ganz falsch aufgefaßt wird. Dann geht der Aspirant damit hausieren und hält sich für einen tüchtigen Feldherrn, während vielleicht tatsächlich an ihm nichts daran ist. (Heiterkeit rechts.) Der Abg. Gothein hat befürwortet, wir möchten einen Ver- such mit FeldwebelleutnantS machen. Eine Resolution im vorigen Reichstage ist abgelehnt worden. Ich habe auch starke Bedenken, in dieser Richtung vorzugehen, denn wir würden damit eine Zwitter st ellung zwischen Offizieren und Unteroffizieren schaffen, die zu nichts Gutem führen kann Die Aufgabe unserer Armee geht nicht dahin, daß wir uns nach Straßen- kämpfen sehnen. Ich habe schon früher gesagt, die Armee weiß, daß ihr aus der Straße fein Lorbeer blüht. Auf dem Standpunkte stehen wir heute noch. Die Aufrechterhaltung der Disziplin im Heere wird uns dadurch erschwert, daß unsere Rekruten zum Teil im verhetzten Zustand- in die Kasernen ge- bracht werden. Ein objektiv unrichtiger Befehl braucht zwar nicht befolgt zu werden. Aber dadurch, daß die Sozialdemokraten dauernd den jungen, noch nicht urteilsfähigen Leuten diese kniff- lichen Bestimmungen vorlegen, verwirren sie sie nur. Sie sollten rhnen sagen: geht in die Kasernen und tut eure Pflicht! Was soll es heißen, wenn die Sozialdemokratie bauenib die Mann- schäften gegen die Offiziere ausspielen, und uns doch keinen Pfennig bewilligen werden. (Sehr richtig!) Es ist behauptet worden, ich nähme eine mildere Stellung zu den Mißhandlungen ein als früher. Das ist durchaus unrichtig. Mr hm alles, mn bie Mißhandlungen einzuschränken. Es geschieht aber auch alles, um das Vertrauen zwischen Offizieren und Mannschaften aufrecht zu erhalten und zu fördern. (Bestall rechts.) Die Regi- mentSjubiläen, die jetzt gefeiert wurden, zeigten deutlich den Zusammenhang zwischen Regiment und früheren Angehörigen. M. 5« t« •'ti* roöct HitzS sgs SM tKZ 'Melle s Ai. ßSÄ > naicti] ia® feöcfeittn c JÄ des Ai'k beginnt M 'Hebouten rnn bin ^.kr vielleicht ßL rrk? •««Sb ?»■ >°h°TjA tu LW Aus Stadt ttnd Land. Gießen, 27. Februar 1911. ** Erledigte Lehrerftellen: Eine Lehrerftelle attt ver kath. Schule zu Bensheim. Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Seidenbuch. Die mit einem evcrng. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Nieder-Stoll. Mit der Stelle ist Organisten- uitb Lektordienst verbunden. Die Lehrerstelle an der evang. Schule zu Hering. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ** Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbruche der Seuche sind gemeldet aus: Bennweier, Bezirk Ober- Elsaß: Oberbaldingen, Baden: Straßburg, Regierungsbezirk Niederbayern. Erloschen ist die peuche im Schlacht-Viehhofe zu Mannheim. Kreis Lauterbach. = Heisters, 24. Febr. Ein Dienftfnecht von hier nurr am Sonntag nachmittag in seinem Heimatsort Landenhausen. Nach seiner am Abend erfolgten Rückkehr sprengte er in den hiesigen Wirtschaften ans, er sei in dem sogen. Steigerwald von zwei bis an die Zähne bewaffneten Strolchen unter der Drohung „das Geld her oder das Leben" angesallen worden. Er habe diesen darauf 30 Pfg., bie er in seiner Westentasche gehabt, übergeben und hierauf eiligst die Flucht ergriffen. Seine Uhr und Portemonnaie hätte er, da er in Stockhausen vor Zigeunern gewarnt worden wäre, schon vorher in die Strümpfe versteckt. Die Angaben hatten in einem Lokalblatt Aufnahme gefunden und hierdurch die Polizei zur Untersuchung der Angelegenheit veranlaßt. Sie ergab, daß die Geschichte von dem Dienft- knecht erfunden war, da er den Leuten etwas aufbinden wollte. Jedenfalls wird ein Strafbefehl der Schluß des . ,Miubanfalles" sein Kreis Friedberg. = Bad-Nauheim, 24. Febr. Der Kur - und Ver- ichönerungs -Verein hielt dieser Tage im „Sprudel-Hotel" ferne 43. ordentliche Hauptversammlung ab. Der'Vorsitzende, Lehrer A. Wagner, hielt dann einen längeren Vortrag, m dem er besonders hervorhob, daß der Verein vor 43 Jahren aus der Not der Zeit als geschlossenes Band der Badcinduftriellen hervvrgegangen fei, sich allzeit bewährt habe und im Stcklen viel Gutes wirke. Er selbst sei auf Wunsch des Vorstandes im Jahre 1869 in den Verein eingetreten und habe stets an der Hebung des Bades mitgewirkt. Mit großer Freude gedenkt er der Anwesenheit der russischen Kaiserfamilie in unserem Bade und wünscht, daß der Aufenthalt ihnen gut bekommen fei. Zum Schluffe gedenkt er unseres Großhcrzogs und seiner Famckie, die so lange Wochen unter uns weilte, und bezeichnet den Großherzog als eifrigen Förderer der neuzeitlichen Entwicklung Bad-Nauheims Mit dem Wimsche, daß unsere Badestadt sich kraftvoll entwickeln möchte, läßt der Redner feine Worte in einem mit großem Beifall aufgenommenen Hoch auf den Grobherzog austlingen. Aus dem von dem Vorsitzenden erftatletcn Jahresbericht fei hervorgehoben, daß wieder dem Ausschuß für Blumenschmuck, sowie dem Verkehrsausschuß und dem Volksbildungsoerein ein größerer Beitrag bewilligt wurde. Für Füller ung der Söget _ im Winter wurden 80 Mark ausgegeben. Für Neuanschaffung und Unterhaltung der Bänke wurde gesorgt. Das Verkehrs- und Wobnungsbureau wurden red>t benutzt. Ter schriftliche Verkehr wurde von dem Vorsitzenden besorgt. Der Bericht verbreitete sich noch über die staatlichen Neubauten in sehr merfennenber Weise. Der von Villenbcsitzer W. Wallmann erftattetc Kassenbericht schließt ab mit einer Einnahme von 661,97 Mark und einer Ausgabe von 659,47 Mark. Das Vereins- Vermögen beträgt 788,15 Mark. Bei der Neuwahl für neun 1 ar 'eni>e 0rstandsmitglieber wurden gewählt: Lehrer A. Fragner, 'stadtverodneter Klinkerfuß, Stadtverordneter Ehr. r-r' Stadtverordneter Kaufmann Warner, Stadtverordneter i ^atobi^, 5hirI)au-5rcitaurateur Moder, Schriftsteller Reinhardt, Dr. । raä>. xntö cchuhmachermeister Will. In das Kuratorium ' Konrtzkyftlfts wurde wieder Lehrer Wagner ernannt. Den 1 in jeder beliebigen Schriftart und Karton- -Vl KilSnrpPU forte, sowie mit Zirkeln aller studentischen *?»♦♦****>■» Vereinigungen, liefert zu mäßigen preisen tzrühl'sche Univerfitäts-Vruckerei, Schulstrahe Z öerfdnebenen Ausschüssen wurden Beiträge bewilligt, außerdem! dem Ortsgewerbeverein für Schulzwecke. In dem Reisebuch des! Deutschen Lehrervereins soll eine größere Annonce erlassen werden. Bon wünschenswerten Verbesserungen wurden eingehend besprochen: Fortsetzung des Ober-Mörler Weges nach dem Lichtenberg, wenigstens durch Herstellung eines jederzeit gangbaren Fußweges, sowie Herstellung des Weges an der englischen Kirche. Erbauung der Eisenbahn von Bad-Nauheim nach Usingen, wodurch den Kurgästen neue Ausflugspunkte erschlossen werden. Offenhaltung des staatlichen Lesezimmers während des ganzen Winterhalbjahres zur Benutzung der im Winter hier anwesenden Kurgäste. Hessen-Nassau. fc. Höchst a. M., 24.Febr. Aus den Bürgermeister- post en in Unterliederbach haben sich 117 Bewerber gemeldet, darunter 8 Bürgermeister, 68 Stadt-, Kreis- und Gerichtssekcetäre, 30 Juristen (Rechtsanwälte, Assessoren, Referendare usw.), 7 Offiziere, 2 Techniker und 2 Gewerbetreibende. Kleine Tageschronlk. Die wen errichtete Parseval-Ballon-Halle in Bitter- fei5 hat infolge des Sturmes so sehr gelitten, daß sie nicht betreten werden darf. In der Nacht nach einer Faschingstneipe in Mnnchen kam es auf der Straße zu. einer Rauferei, bei der ein Student von einem maskierten Unbekannten niederge- stochen und mehrere Personen schwer verletzt wurden. . In der Nahe der Braden-Kttpserwerke in der chilenischen Pro- vmz O h i g g i n s entgleiste auf einer Brücke ein Zug und stürzte in die unter der Brücke befindliche Schlucht. Die Zahl der Getöteten und Verletzten beträgt etwa 50. In Auxcapes, einer Hafenstadt der Insel Haiti, ist ein Feuer ausgeörochen, das die ganze Nacht hindurch wütete und dre Stadt zerstörte. Der Schaden ist groß. Die Einwohner leiden beträchtlich. In dem französischen Dorfe Marches bei Roman im Departement Drome brach in einem Kinematographentheoter Feuer aus. Bei der dadurch unter den Zuschauern verursachten Panik wurden 35 Personen schwer verletzt, darunter drei lebensgefährlich. Die Erdbebenwarte auf dem Königftuhl bei Heidelberg verzeichnete am Freitag nachmittag 12 Uhr 58 Mm. ein ziemlich starkes Erdbeben, das um 1 Uhr 11 Min. seinen größten Aus- schlag erreichte. Wer wollte ketzmststen, baß die allen Kameraden diese AnhllnA. lichkeit zeigen würden, wenn sie während ihrer Dienstzeit wie Hrmde L. anbelt worden wären! In Deutsch-Südwestasrika haben Offiziere und Mannschaften für einander gehungert und gedürsiet. Glauben Sie. das wäre geschehen, wenn wir unsere Leute nickst gerecht behandelten? Auf dieser gesunden Grundlage werden wir auch stehen bleiben. (Lebh. Beifall rechts.) Abg. Graf Carmer-Osten (Kons.) bittet besonders die Reinen und mittleren Städte des OsienS mit Garnisonen $u bedenken. Der Redner bedauert die Verringe' rung der reckenden Artillerie. Allen Mannschaften in fernen Garnisonen sollte einmal im Jahre ein freier Heimaisurlaub ge- währt werden. Menn es Ht.r n Gothein tm Auslande so gut gefällt, so sollte er doch den deutschen Staub von den Füßen schütteln. Statt dessen erfreut er uns immer noch mit feiner Anwesenheit, (Heiterkeit rechts, Unruhe links.), Abg. Linz (Rp.) stimmt den Resolutionen, die auf eine Förderung des gewerb« lichen Miilelstaiides hinzielen, zu. Die Besetzung militärischer Stellen darf nicht nach konfessionellen und Sta'nbesrückfichten erfolgen, sondern ausschließlich nach der persönlichen Tüchtigkeit. Soztaldeniokraien sind selbstverständlich vom Offizierskorps auszuschließen. Da? Duell ist ein ganz unberechtigter Akt der Notwehr durch den jede Achtung vor Gesetz und Recht vernichtet mtrb. Der Redner fordert weitere Stellen für Militäranwärter, einmal tm-oaOre freie Fahrt für eine Heimatsreise des Soldaten und eine Garnison für das Wuppertal. Abg. Raab fWirtsch. Dg.)7 Auch Vorgesetzte werden durch Untergebene mißhaiidell. Wir haben unsere Vor^setzten oft durch passive Resistenz so geärgert, daß ihnen der Schaum vor dem Munde stand. Ter Redner wendet sich dann gegen die Zulassung der Juden zum Offizierskorps. Die Volkspartei hätte doch direkt sagen sollen, wir verlangen die Zulassung jedes Juden zum Offizier- wrps, der es werden will. Die Juden sind eine unkriegerische Rasse, deshalb eignet sich die große Masse der Juden nicht zum OfftzierSstand. In einer Zeitschrift des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus hat Dr. Paul Nathan eine Statistik aufqe- fteHt monadfe 4006 Juden desertiert sind, während im richtigen Verhältnis zu den Christen es nur 2408 hätten sein dürfen. Die Talente des fudischen Volkes liegen gewiß nicht auf militärischem (ScBiete. Sonst wäre es nicht zweitausend Jahre lang zerstreut geblieben. Die Deutschen hatten in gleichem Falle entweder ihr Reich wieder aufaerichtet oder wären zugrunde gegangen. Dan deutsche Volk hat sich Gott sei Dank eine gewisse Abneigung gegen bte Juden bewahrt Die ludischen Offiziere sind nur komische ftiguren, die wir in der Armee nicht brauchen können. Wir wollen unsere.deutschen Jungen nicht in die Gefahr bringen, sich gegen einen ludilchen Vorgeietzten zu vergehen, dessen ganze Art ihm unsympathisch fern muß. Sin S ch l u ß a n t r a g ist von den Abgg. v. H e r t [ i n g, Dr. Hernze und Frhrn. v. Richthofen gestellt. Abg. Dr. Wremer (Vp.): Mit Rücku. ! auf die eben gehaltene Rede widerspreche ich dem Schlußautrage. Sollte er zur Abstimmung kommen, so würde ich die Beschlußrahigkeck des Hauses bezweifeln. ^Einze (Nack.) und v. Hertling (Zentr.) ziehen darauf ihre Unterschnft von dem Schlußantrag zurück. Abg. Raab (Wirtsch. 93g.): ,, $5 freue mich, daß die Herren mir aqttporten wpllen. Ich flehen ihnen zu Diensten. ” - v y Das Haus vertagt sich. Montag, 2 Uhr: WeiterberatunL Schluß 6% llhr. nehmen, wenn Sie Me Imponderabilien 5er Armee nicht gefährden wollen. Die Gehaltsaufbesserungen für die invaliden Offiziere hat her Reichstag selber abgelehnt. Ein dringendes Bedürfnis kann in diesem Umfang auch nicht anerkannt werden, denn schließlich stehen sie noch besser, als die mit Pension verab- schiedeten Offiziere. Die Fehlstellen unserer Sanitätsoffiziere betragen allerdings zur Zeit für die oberen Assistenzärzte 49,48 Proz.,_ das ist ziemlich hoch; der vierte Teil davon wird durch Unterärzte beseht. An dem Verhältnis zwischen aktiven Offizieren und Sanitätsoffizieren liegt e§ sicher nicht, das hat mir der Generalarzt bet Armee entschieden erklärt. Es liegt wohl im wesentlichen daran, daß die Zibilpraxis von unseren Sanitäts' offtzieren nur in kleinem Umfange ausgeübt werden kann. Es mag auch sein, daß die größere Bewegungsfreiheit eine gewisse Rolle spielt. Der Offizier bient, so lange er kann, denn er verliert mit dem Ausscheiben seinen Lcbensberuf, der Arzt durchaus nicht, der gewinnt neue Vorteile. Die Rede des Generals von Deimling kenne ich auch nur aus den Zeitungen. Danach hat er ungefähr folgenden Gedankengang ver olgt: Zur Wehrhaf igreit eines Volkes gehört auch Erhaltung der kriegerischen Gesinnung im guten Sinne de? Wortes, dazu gehört vor allem opferwillige Gesinnung gegen den Staat, das Bewußtsein, daß man in ernsten Zeiten gezwungen werden kann, Gesundheit und Leben für den Staat zu opfern. Diese Gesinnung hineinzupflanzen war die Absicht des Generals v. Deimling, jedenfalls feine chauvinistische. Ich bedauere es, daß zu einem Vortrag des Sfbrt. Lattmanu über ..Kolonialpolitik" zweihundert Soldaten eingeladen wurden. Die Militärverwaltung ist daran nicht schuld und auch Abg. Sattmann nicht, sondern die Gesellschaft, die *-en Vortrag arrangiert hatte. Ich habe angeorbner, daß in Zukunft etwas derartiges vermieden wird. Unsere Ehrengerichtsverordnungen schreiben keine Duelle vor und sie wollen nur da? Verhalten vor dem Zustandekommen des Duells untersuchen. Politische Verhältnisse spielen dabei gar keine Rolle. Ich stehe ganz auf dem Standpunkt meines Vorgängers, der jede Verfolgung eines Re- serveoffiziers wegen politischer Betätigung innerhalb der staats erhaltenden Parteien weit von sich gemieden hat. Wir kommen nicht darüber hinweg, daß die Kabinettsordre von 1843 Gesetz tft. Hinsichtlich der Fudenfrage ist die Rechtslage außerordentlich klar. Eine Zurücksetzung sseS Glaubens wegen fft ungesetzlich. (Zuruf links: geschieht aber doch.) Die einzelnen Fälle, die hier vorgetragen werden, liegen meist so viele Jahre zurück, daß man sie gar nicht mehr verfolgen kann. Ich konnte nur Erhebungen über den Fall Bock anstellen, die ergeben haben, daß der Einjährige seine Dienstzeit wohl mit vollem Erfolg absolviert hat, daß er aber außerdienstlich nicht bloß Offizieren, sondern auch Untergebenen gegenüber nicht die erforderliche Zurückhaltung gezeigt hat und infolgedessen es sein Korn- manbeur für unmöglich hielt, ihn zum Offizier zu beförbern. lHört! Hört! rechts, große Unruhe links.) Ob der Aspirant nicht gerade durch sein Verhalten beim Bezirkskommando gezeigt hat, daß er zum Offizier ungeeignet ist, lasse ich dahingestellt. (Leb- hafteS Sehr richtig! rechts.) In dem Fall Dannenbaum, der im Vorjahr hier vorgetragen wurde, habe ich genaue Erhebun- gen eingefordert. Danach ergibt sich, daß Dannenbaum nicht später als die übrigen Einjährigen, sondern gleichzeitig mit drei anderen zum Unteroffizier befördert wurde, während zwei aller- dings schon einen Monat früher Unteroffiziere geworden waren. Er ist auch nicht allein zum Train abgeschoben worden, sondern mit zwölf anderen unter 26 Offiziersaspiranten. Es ist auch nicht richtig, daß die Offiziere ihn ursprünglich nicht für einen Juden hielten und nur solange gesellschaftlich mit ihm verkehrten, als die das nicht wußten, sie haben vielmehr von Anfang an gewußt, daß Dannenbaum Jude ist. Beim Train hat er bann feine Uebung ohne Erfolg abgelegt. (Lebhafte Unruhe links, Zuruf: das ist natürlrch bann die bequeme Ausrede!) Das ist typisch, wenn Gießener Strafkammer. )( Gießen, 24. Febr. Daß Reviswnsbeamte oft Fein angenehmer Besuch sind, mußte der Gr. Kreisassistenzarzt Dr. Sch. üt G. erfahren, als er am 17. November 1910 dort die Molkerei von O. F. revidierte. Die Wirtschafterin F. K. empfing iljin mit einigen ungehörigen Redensarten, und als er sich diese verbat, versetzte sie chm einen Stoß und rief erregt: Hinaus, Sie elender Lausjunge! Äick Rücksicht auf ihr leicht erregbares Temperament kam sie niit 40 Mark Geldstrafe davon. Um einer Strafe zu entgehen! hat der Bahnarbeiter W. M. in Großen-Linden das Datum der Abmeldebescheinigung des Bezirksfeldwebels zu Höchst a. M. in seinem Militärpaß gefälscht, um die verspätete Anmeldung bet dem Bezirksamt Gießen zu verdecken. Er erhält wegen Urkundenfälschung zwei Tage GefänMis. Ein durstiger Musi kante scheint der Musiker W. M. von Berlin zu sein, der nach längerer Wanderschaft bei dem Dirigenten einer Musikschule in Friedberg Stellung gesunden hatte. Anfangs ging die Sache ganz gut, als ihm aber die selbständige Leitung auswärtiger Aufführungen übertragen wurde, kam er auf Abwege. So nahm er am 18. September 1910 in Groß-Karben die Kasse an sich, wozu er berechtig! war, trank sich zur Feier seines auf diesen Tag fallenden Geburtstages einen gründlichen Rauschs an und ging bann mit dem Reste des Geldes auf und davon. Vom Schöffengericht Vilbel erhielt er deswegen zwei Wochen Gefängnis. Das Berufungsgericht bestätigte dieses Erkenntnis mit der Maßgabe, daß die Strafe durch die Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wurde. Dagegen wurde er von der Anklage einer zu Rodheim v. d. H. begangenen Unterschlagung freigesprochen, da er in diesem Falle die Leitung der Kapelle eines Vereins durch Vertrag mit dessen Vorstand — allerdings in unvereinbarem Widerspruch mit seinem Dienstvertrag — selbtcändig übernommen hatte, so daß ihm das Honorar als eigenes Geld und nicht zur Ablieferung an seinen Dienstherrn übermittelt wurde. Einen unerwünschten Besuch statteten im Juni und später nochmals im Juli 1910 zwei Kolonisten bar Arbeilerkotonie Neu-Ulrichstein der zufällig unbewohnten Villa des Kammerberm von B. in Nicder-Ofleiden ab. Sie drangen durch die unverschlossene Kellertüre em und be- gaben sich von da in alle einzelnen Räume des Hauses. Der eine von ihnen, O. K. W. von Oberroden, gibt zu, bei beiden Gelegenheiten einige Bücher und sonstige, geringwertige Gegenstände mitgenommen zu haben. Er erhält dafür als rückfälliger Dieb acht Monate Gefängnis. Der andere, K. Sch von Höchst a. M.» bat angeblich nichts gestohlen und erhält, da das Gericht lediglich auf die Angaben der Angeklagten angewiesen ist, denn es haben in dieser Zeit noch asndere die Villa heimgesucht, wegen Hausfriedensbruchs 14 Tage Gefängnis. HanSel. ed. Weilburg, 2-1. Febr. Eine bcbeutenbe H o l z - B erst e i g e r u n g wurde tu Weiubach abgehalten. ' Es wurden eine Anzahl alter Stämme — 300 Jahre alte Eichen - aus- geboten. Für zwei Stämme wurden je 1000 Mk. bezahlt. Durchschnittlich kostete der Festmeter 65,70 Alk., einige Stämme erbrachter 100—160 Mk. für den Festmeter. Ter Gesamterlös bezifferte sich auf 15 000 Alk. — Siegerländer Ei s e n ste inve r ein, G. m. b. H. Die Förderung in Eisenstein betrug im Januar 1911 174 357 "i gegen 169 020 t im Monat zuvor. Der Januarabsatz stellt sich auf 182 985 t gegenüber 189 524 t int Dezember 1910. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Vereins steht u. a. der Antrag der Gewerkschack Storch & Schoeneberg, die Beteiligungsziffer der angekauiten Gerverlschast Honigmund.Homburg aus ihre (Seroerb chafi zu übertragen. Tie letztere scheidet aus den: Syndikat aus. Spielplan der vereinigten Srantjurtet Stadttheater. Gpernhaus. Montag, 27. Februar, geschloffen. Dienstag, 88. Febr.'): „Ter Zigeunerbaron." Mittmoeh, 1. März, abends 67, Uhr: Znm ersten 'jJialc: „Der Rosenkavalier.* Donnerstag, 2. März, abends 6ff, Uhr (bei aufgehobenem Abonnement): „Ter Rosenkaoalier." Freitag, 3. Alärz, abends 71/, Uhr: ,Ter Graf von Luxemburg." Samstag, 4. März: „Oberon." Sonntag, 5. Marz, nachmittags 37, Uhr: „Die Regimentstochter/ Abends 7 Uhr: „Joses und feine Brüder." Montag, 6. Biärz, abends 1% Uhr: „Prima-Ballerina." Dienstag, 7. März, abends 6'/, Uhr: „Der Roienkavalier." Mittwoch, 8. März: 4. Abonnements-Loiizert. Schauspielhaus. Montag, 27. Febr.'): „Eharteys Tante." Dienstag, 28. Febr.: „Charleys Tante." Alittwoch, 1. März. „Madame Bonward." Donnerstag, 2. März, abends 71/, Uhr: Amckol-Zyklus. Freitag, 3. Alärz, abends 71/. Uhr: Anatol-Zyklns. Samstag, 4. Marz: „Glaube und Heimat." Sonntag, ö. März, nachmittags 31/, Uhr: „Ser dunkle Punkt." Abends 7 Uhr: „Ggrano von Bergerac." Montag, 6. Alärz: „Aladame Bonivard." Dienstag, 7. März: „Cyrano von Bergerac." Ällttwoch, 8. März: Zum ersten Male: „Herr und Diener." Schauspiel in 3 Akten von Ludwig Fulda. wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.