Nr. 230 Zünsler Blatt 161. Jahrgang Erschein« fl:cketungsmöglickkeiten des gewerblichen Mittel,Landes in Deutschland". Schließlich sprach noch Znternationalcr MittelftandLiongrch. n ^München, 29. Sept. Qn der heutigen zweiten Hauptversammlung sprach an crfirr Stelle der ÄdteilungSchei im belgischen Handelsmlnisteruun Dr. jur. Lambrechts (Brüssel) über Der Mittelstandim Verhältnis zu Watenhäusern und Konsumvereinen, indem er ausKhNe Vom Standpunkt des Wirtschaftslebens aus betrachtet entsprechen die Warenhäuser und Konsunweriine der heute überall hettsckzenden Tendenz der Konzentration. Tic fron- pentration der Warenhäuser und .Kons um vereine bietet eine gisse Notwehr gegen die Konzentration der Produzenten bezw Porteure und der Detaillisten. Warenhäuser und Konsinnvereine digen die Produttwn insofern, als sie die Massenproduktion >ern, was eine Einschränkung deS Produttionsacbietes und eine Einschränkung der in Betracht kommenden Produzenten zur Folge hat. Dieses fronkurrenzgebahren führt zum Einkauf und gur Verwendung von Ersavstoffen. Tie Warenhäuser und Konsum- vereine üben als fräuier einen anormalen Druck aus die Produzenten aus Sie gehen allmählich zur eigenen Produktton über. Die Ausdehnung des Systems der Warenhäuser und Konsumvereine bietet auch gewisse Nachteile für daS Personal: So ist für cS auch keine Hossnung zur Selbstandigmachung vorhanden, vielmehr wird durch die ganze Durchführung des Systems nach und Nach jede Möglichkeit bis zur Vernichtung verringert. Durch die Teilarbeit in den Warenhäusern wird die Fähigkeit der ?lngestrlften, ein Geschäft selbständig zu leiten, vermindert Die Anhäufung von Tausenden von weiblichen Arbeitskräften und deren Abhängigkeit von männlichen Vorgesetzten schliefen moralische Bedenken in sich. Line weitere moralische Gefahr bietet auch das System deS freien Eintritts in Warenhäuser. Dem kaufenden Personal bietet sich durch daS System Gelegenheit, aus Kosten des Unternehmers sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Warenhäuser unb Konsumvereine bieten gewisse Nachteile für die Abnehmer und zwar durch die geringe Auswahlmöglichkeit, durch die Entfernung der Verkaufsstelle, durch die Verminderung der Garantie. Vom soziolvaisck^n Standpunkte auS betrachtet bieten die Warenhäuser und Konsumvereine gegenüber den selbständigen Detaillisten ein minderwertiges System Vor allem soll eine wohlorganisierte und beständige Aufklärung des Publikums Nach dieser Richtung bin Platz greifen und zwar deS Publikums als Abnehmer, als Träger der Kultur und als Träger der polttifchen Macht. An dieser Aufgabe sollen sich gemeinsam beteiligen Männer, denen die Leitung der öffentlichen Meinung an- vertraut ist, beim, die dazu berufen sind, auf sie einen and- fcklaggebenden Einslust auszuüben, also Nationalökonomen, Professoren, Redakteure usw., Führer ber einzelnen Parteien und Vertreter ber selbständigen Detaillisten. Zur Erreichung oben* erwähnter Au'Näruny find unentbehrlich: eine allgemeine ständige lleberwachung einzelner diese Frage berührender Tatsachen, eine Zentralisier.!ug dieses Materials und dessen Verarbeitung bezw. Veröffentlichung. Weiter ist noch die Organisierung deS Detail- kistenstandeS zur Berfolguiig nachstehender Zwecke dringend zu wünschen: um eine richtige Preispolitik zu treiben, um durch gemeinschaftliche Einrichtungen auf dem Gebiete VeS Einkaufs, des Geldwesens ufiv. die Selbstkosten herabzusetzen und schließ- lich in gewissen Fällen die Technik der Warenhäuser und Kon* sumverrine sich selbst anzueignen versuchen. Heber den Vortrag entspann sich eine interessante Aussprache, in deren Verlauf die mittelstänbifchen Vertreter, mit denen der Warenhäuser und Äoniumvercine in heftiger Weise auf einander stieben. Zunächst wandte der Vertreter des holländischen Mittel - standes, Ministerialrat Meuwsen iAnrsterdam) sich gegen das zu weitgehende Verlangen deS Mittelstandes nach Staatshilfe. Ten Warenhäusern unb Konsumvereinen sei vielmehr die Selbsthilfe am Platze. Generalsekretär Dr. Wernicke vom Verbanb deutscher Waren- und Kaufhäuser erklärte den Ausführungen nicht zu- stimmen zu können, da dieser nicht objektiv und wissenschaftlich vorgegangen sei. (Beifall und Widerspruch.) Der Mittelstand solle nicht immer nur die Warenhäuser bekämpfen, er müsse auch von ihnen lernen, sonst komme er nicht weiter. (Oho Rufe.) Ter Vortragende habe ae.n; vergessen, die GrobhandelSbäuser und Bersandgeschaite die gefährlicher siich, als die paar Warenhäufer und dem Kleinhandel viel mehr zu schaffen machen. Läufer wie Rudolf yerjon, Jordan, Israel, Grünseld, hätten zusammen einen gröberen Umfang, al5 die 400 deutschen Warenhäuser. >Beifall und Widerspruch.) Eine vollständige Beseitigung der Waren- Häuser ist eine Utopie, namentlich wenn man mit folchen Mitteln arbeitet, die eine vollständige Vernichtung ber Warenhäuser bedeuten 9 Millimeter. Noch weit größere Feuchtigkeit findet sich m den Mittelgebirgen und ihrer Umgebung. Ta Gewitterregen mit kurzen, starken Niederschlägen im Oktober kaum noch voriommen, verteilt sich der Regen mehr aus den ganzen Monat, so daß häufig regnerisches Wetter die Folge ist. So hatte Frankfurt 1894 2 z Regentage. Gelegentlich können aber auck sehr trockene Monate mit nur wenigen Millimetern Nieeerschlpg cintrrtrn, so 1861 unb 1908. Häufiger aber wiegt regnerischer Witterungscharakter vor. Für die moderne Luftfahrt haben in erster Linie die Wind- verbältnisfe ousschlaggebeiide Bedeutting. Bei vorwiegend füb- westlicher Luftströmung ist die Windstärke, die tm September ihren niedersten Jahre inert erreicht hatte, wieder im Steigen begriffen und cbenfo die Zahl ber Sturmtage, die sich auf 2 erhebt. Der Oktober hildet für die' Luftfahrt einen Uebergangs- rnonal zu den ungünstigen sturmrcicken Wintermonaten. Berücksichtigt man auch noch die Tcmperaturverhältnifse ber freien Attnofphäie, die neuerdings durch Drachen und BallonS eingehend erforscht werden, dann springt im Oktober die rasche Senkung ber Frostgrenze in die Augen. Während im August durchschnittlich erst in 3600 Meter Höhe Frost angetroffen wird, also nur in den obersten Teilen ber Alpen, senkt sich die Frostgrenze int September auf 3300 Meter, um int Januar unb Februar bie Erdoberfläche zu erreichen. Ter verflossene September war gegen normale Verhältnisse, ebenso wie die vorangegangenen Monate, zu warm: in Mitteldeutschland meist um 1—1,5°. Auch seine Regenmenge blieb gegen das Miml stark zurück, wenn auch mehr Regen als im August fiel. In Weilburg wurden insgesamt 22 mm gemessen, weniger im Main- unb Rheingebitt. Nasser waren die Mittelgebirge unb ihre Umgebung Besonders in b6r ersten September- Ixilftc fehlten die Niederschläge zum großen Schaden der Landwirtschaft durchaus. Im letzten Monat ist aber langsam unter ber Herrschaft westlicher Zyklonen ein Umschwung einqetreten, ber im kommenden Lktober reichliche Regenfälle bringen dürfte. Gießener Strafkammer. K Gießen, 29. September. Schwere sittliche Verfehlungen. Unter Ausschluß ber Leffentlichkeit wurde gegen den am 15. Oktober 1879 zu Burkhards geborenen Taglöhner W. L. von Friedberg verhandelt. Er ist beschuldigt, sich im Juli L I mit drei Mädchen unter vierzehn Iadren in unsittlicher Weise vergangen zu haben. Das Urteil lautet auf zwei Jahre Zuchthaus unter Anrechnung eines Teiles der Untersuchungshaft, sowie auf Ehrverlust auf bie Tauer von fünf Jahren. Eine Freisprechung. Der Bürgermeister von W. hat als Standesbeamter seinen Bruder getraut, obwohl er zur Zeit ber Eheschließung in Lauter bad) bedienstet war, ohne die Genehmigung des dortigen Standes beamten vorher einzubolen Ter Angeklagte gibt an, fein Bruder habe W. noch als seinen Wohnsitz bettachtet. Da dieses zweftel- hast bleibt, erfolgt Freisprechung. Zwei böse Tage. Der $?. Sch. aus Erfurt ist häufig vorbestraft. Er kam am 8. August l. I in eine Wirtschaft nack Sckwalhetm und Der- suchte einem dort fitzenden Arbeiter das gefüllte Portenwnnaie aus der Tafcke zu ziehen, wurde aber vvm Wirt daran gehindert. Am Nachmittage desselben Tages erschien er wieder mit dem Arbeiter und machte einen zweiten Versuch, sich in den Besitz des Portemonnaies zu seven, er wurde aber von dem Wirte an die Luit befördert. Am nächsten Tage bettelte er in dem Lause eines Lclonomen und nahm ans dem Flur eine Mütze mit In einer Wirtschaft bestellte und trank et ein Biertelchen Branntwein für 12 Pfg. und verschwand in einem unbewachten Augenblick ahne zu bezablen. Er begab sich nach Friedberg und nahm aui dem Wege zwei auf der Wäscheleine hängende Lemden mit, die er in Friedberg für 1,10 MO verkaufte. Er erhält für diese Taten ein Jahr a cht Monate Gefängnis. Ein schlimmer Genosse. Der Taglöhner I. V. D. von Mölsheim bei Worms war auf dem Nonnenhof bei Ilbenstadt im Februar L I einige Zcfi beschäftigt. Eines Abends bamtiere er feine Muknechre mit B — Schaft und Schweine mittelmäßig, C tbfen. dö—89 60 87 ib u 11 en. 73—7» 46 76 77-88 47 83 76-78 39 76 63—74 36 69 84—00 43-00 43 84 53—54 68—69 63 68 63-64 68—69 68 68 51-68 06-67 61 66 67—68 68 69-58 67 88 88 82—>*6 87—00 46 61 68 66 51 46 106 93 85 76 88-88 78-80 Durchschnitt »o rett pro 100 Ulutti» Sckale 17, Schweine 241. Tendenz: Rinder, Halber, gefälschte Nahrungsmittel in bcungen Berufungsverband- iigeflagten heraus, so daß n und der Angeklagte freien des Angeklagten werden L-eidemastfchafe Schweine. Lollflelfchige Schweine vis zu 2 Zentner Vedendgeivicht ToUflcischige Schweine über 2 Zentner tiebeiiögeivicbt........ BoUflcischige Schweine übet 2'/, Zentner üebendgeivlcht ....... Jleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht ........... Geringere unb gute Saugkälber 50—58 Ueinigere Saugkälber......44—48 c» dj a ’e. feinste Tlafltälbec 63 -64 105-107 •ixiltlere 11!lau- unb beste Saugkälber. 54—68 90-0/ MürNe. F.C Wiesbaden, vlehhoi -Mark tbertcht vom 29.Vevt. Austrieb. Rinder 115 tOchfen 18» früh« 97, Bullen 0\ Kälber 154, Bollstefichige. ausgewachsen^ höchsten Schiachtivertes 44—47 Färsen. Rübe. ; ollsteischige auSgemöstete iZärfen höchst. Schiachtivertes 47—61 ioUUeildnge außgernäfleie Rübe höchst. Schlachuoerlcs uti zu I Fahren . . 38—41 Allere aubgeinäUcte Riche und ivenig gut culiotdelte junaere Ruhe unb Üarsen 83—37 R al b ec. T'ollflelfdftge, oufocmdftetc, höchsten Schlacktivertes höchstens 6 Satire alt 49—61 ?unoe. 1 elsckige, nickt aulgemaiietc unb altere auSgemästete 45—48 Ungeiodjte 60—62 Branntwein, um sie in der Gesindestube festzudakten W.ibrends bnini aing er in die Schlafzimmer öf'nele mit Nackicbtüsieln, erbrach einen Koffer unb nahm einen Handkoffer. .Iniug und fc*ut an sich In einem liberal Zimmer nahm er ein Pear Schuhe weg. Ter ‘ungeflagte verbützl zurzeit eine znt,monatige We- fängnilüraie und erhalt unter Einbeziehung dieser Strafe ein Jahr Gefängnis Eineerfolgreiche Berufung. In Frankfurt a. M war Magermilch als gewässert bean« standet worden, die aus der Molkerei iy Büdmgen stammte. Ter Verwalter A S. war deshalb vom dortigen Schöffengericht zu 20 Ml Geldstrafe verurteilt worben, weil er aU vaant- wörtlicher Leiter auS Fahrlätfigkeit ben Verkehr gebracht habe In bei Jung stellte sich die Unschuld des daS v.-rurtrilende Erkenntnis aufgri auf ■ Staatskasse übernommen. Preis pro 100 Utx VetxBfc- e 1K4C» w *<4t con-eiioon-bll Meteorologische Btobad)hingen Der Station Sieben. Sept. 1D11 Barometer auf Oe reduziert Temperatur der Luft Vtbsolute Feuchtigkeit »auopiß Windrichtung Windstärke M an Weit« 1 1 29 l* 48,7 18,4 5,9 52 W 6 8 Sonnenschein 29 f <513 7,1 6,8 90 W 2 0 befler Himmel 0 1 .' «48,6 €5 5.9 94 8 2 10 Beb. höchste XemoeaUue am 28. btt 29. Eeptbr. -» + 13,6 '0. tiiiebrigite „ . 28. r 29. , — 53 *0. Riederlcklag: - 0,5 mnu Der Kinder bester ^ckun gegen ztraickdeit isi aufu-r Sauber^ feit u. Abhärtung eine ciniadjc. regelmäßige Omdbrnnn. P.u letzterer mahlt eine kluge Mutter Nestle s .QinbruncbL eine untiirgemäfie, leicht verdauliche unb gern genommene Nahrung, welche die Kleinen vor Darin unb Mageiikaiaiiben schützt unb daS Entwöhnen bet Säuglinge bebeuicnb erleichtert. et"/. Nachbar’s Lieschen! Wie rennt Nachbar’« Lieschen die Strasse Da scheint etwas nicht geheuer? [heran, Ach nein — der grosse Besuch kam an, Ihr fehlt noch der Werner Breuer! Werner Breuer Feinwter KaflTee-Znaatx. Dr. Hommel S H«em«logen 20jihri|er Erfelgl Wmuf! Man TerUi^e twedrttekHeb des Nanxee Dr. Homme«. DV, Stadt* Gewerbe-Akademie Pelftecha. Frledber6 (Kw«r, leMitet 1 Bi.-.c-Wm. r. Bed Na.neun, ‘. Bahnetd«.T. Frmktur: a. ■ UML (.■ucMBinku, Elefctrel ?Ar*n*L I. leghifOTlecrwii F'-ef’’ • 1 S-fcee* B«e*e" <•' Sem-ele'1 M« 8Wo‘i’ V/S/TKA RTEN OJiigun.gen Lu]ert tu mäßigen Preisen die Brühl'sehe Univ--Druckend» @ebr. 3mheus(?r Marktplatz 9-10 find in großer Auswahl eingetroffen und haben wir dieielben in der erften Etage ausgeitellt. 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Atelier des Herrn Chr. Zimmer mit heutigem Tage käuflich übernommen habe.— Mein Bestreben wird es sein, das Geschäft in unveränderter Weise weiterzuführen, und bitte ich, das meinem Herrn Vorgänger entgegengebrachte Vertrauen auch auf mich übertragen zu wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung HEINRICH NICKEL Farbige Garnituren c-LH ßofenfräger, Sfrümpfe, lowie CaFdientüdier . - In allen Preislagen. =-. .. ■ - Bug. l^aag, Seifersweg 60 i'SS'UCb-SCMI niliglled der Rabaft-Spar-Verelnlgung. Möhis Tanzschule. Mein diesjähriger Kursus beginnt ^0^ Montag, den 9. Oktober Gell. Anmeldungen nehme in meiner Wohnung Sonnemtr^ entgegen. — Privatstunderr z« jeder Tageszeit. 08032 Achtungsvoll Bdbo Mühl, Tanzlehrer. 03 1858-1908 Grossh. Hess. Hoflieferant TH.BRUCK ÄLTESTES UND GRÖSSTES MÖBEL 8 F3 Q x> o FPREIS MEDAlLLEi; s h7/ Höchst. Auszeichnung f. Zimmereinrichtung. Oberhess. Gewerbe- Ausstellung 1898. Beste Referenzen. Haltestelle Elektr. Strassenbahn Marktplatz. 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