Die heutige Nummer umfaßt 22 Seiten. K vernünftige svänben ein nehmen. Nach einigen englischen Pressestimmen scheint man sich von der Erschießung Mesopotamiens und der Länder am persischen &ol| durch die Bahn nicht hervorragend viel Au versprechen. Aehnliche Bedenken haben ja aber auch früher bezüglich der andern Teile der Bagdadbahn geherrscht, und doch ist heule sestzustellen, daß die Rentabilität außerordentlich gut ist. — Eine neue Erfindung Marconis. Marconi ist, wie aus London gemeldet wird, mit der Vollendung eines neuen Apparates beschäftigt, der eine bedeutungsvolle Erfindung darstellen soll, lieber die Einzelheiten wird läufig noch strengstes Stillschweigen bewahrt, und man weiß nur, daß der Apparat es ermöglicht, das gesprochene Wort sofort in das g e s ch r i e b e ne zu verwandeln. Tie Schrvinguivcn, die durch die Sä)allwellen auf die Ausmchmeplattc hervorgerusen werden, sind den verschiedenen Buchstaben des Alphabets ab- genimnrt, daß sie aus elektrische Ströme, die mit freier Platte in Verbindung stehen, verschrei)ene Wirkung üben. Tie Ströme der Linken so sehnlich erwartet werden, erst im nächsten Jahre stattzufinden haben. diese Weise wird den je&igen, in jeder Hinsicht unwürdigen Zu- Ende bereitet werden. Arbeit zulassen. Tiefen aufgeforDrnen Ztünstlern bezahle man eine Entschädigrmg für die aufgewandte Arbeit. — Auf Professor Ketule v. Stra-onitz f. Der berühmte Lehrer der Archäologie an der Berliner Universität, Geheimrat Professor Dr. Reinhard Kekule von Stradonitz, ist in einer Berliner Privatklinik nach längerem schweren Leiden im Alter von 72 Jahren gestorben. In Kekule.von Stradomtz, der einer böhmischen, im Dreißigjährigen Kriege eingewänberreu Uradelsfcmrilie ent- Der bankrott der tünstlerischen Wettbewerbe. Im Türmer lesen wir: Tie Ergebnisse der letzten künstlerischen Wettbewerbe müßten jebermann davon überzeugt liaben, daß diese Einrichtung sich völlig überlebt hat und nur noch ein isck»adcn ist. Ei» ^schaden für die Kunst und für die Künstler. Die Ergebnisse des Wettbewerbes für das Bismarckdenkmal bei Bingerbrück sind künstlerisch denkbar kläglich und bewegen sich auch in gedanklicher Hinsicht m ausgetretensten Bahnen. In der Künstlerschaft herrscht größte Unzufriedenheit, die durch äußere Maßnahmen des Komitees noch frer* mehrt wird. X)at dieses sich doch veraiilaßt gesehen, nachträglich für eine Veröffentlichung der Entwürfe „Verbesserung an denselben ' ju gestatten. Vielleicht fdtämi man sich, ohne solche Verbesserungen die Bloßstellung unserer Bildluinerei aller Welt noch mehr bekannt zu machen, als es durch die Ausstellung in Düsseldorf geschehen ist. Ter Wettbewerb für das Bismarckdenkmal in Stettin ist ebenso kläglich verlausen, und damit aller guten Tinge drei sind, hat sich jetzt auch nachträglich lserausgestellt — was Einsichtige übrigens damals gleich» betont haben —, daß die Entscheidung für das Denkmal, welches die Teulüben zur Jahrhundertfeier Brasiliens stifteten den donigcn Stiftern keineswegs gefällt, weil es gar nicht für den vorgesehenen Platz paßt. Man har sich also jetzt nach- träglich entschließen müssen, den Preisträger hinuberkommen zu lassen, damit er überhaupt erst die Vorbedingungen für die künst- terifrfjc Arbeit studiere. Man kann sich einen schlimmeren Hohn auf das ganze Wett- bemerbe-infteni gar nickt oorstellen. Stelch es mm um unsere deutsche Biidbanerci wirklich so jämmerlich, rote man aus diesen Wettbewerben schließen könnte ? — Keineswegs! Aber Fann man sich darüber wundern, wenn Künstler, die es wirklich ernst mit ihrer Kunst nehmen, die Lust verloren haben, sich an derartigen Wett- bennrben zu beteiligen? Eine bunt zusammengesetzte ^char von Preisrickrtern, die meistens gar keine Gelegenheit gehabt oder sic nicht genügend wahrgenommen haben, sich selber tief in die gestellte Ausgabe zu versenken, sieht sich plötzlich vor eine Unzahl von Entwürfen gestellt und soll nun hier in wenigen Ltynben eine Entscheidung treffen. Es ist ganz klar, daß da üoji einem Hineinleben in üünfllcrQvbeit feine Rede sein kann. Es ist denn auch nicht zu verkennen, daß sich bereits eine besondere Wettbewerbstechnik herausgebildei hat. Man strebt Arbeiten an, die durch ihre Silhouette, durch ihre ganze äußere Aufmachung die SLufmmiamfcit auf sich ziehen. Tie Folge davon ist, daß gerade Arbeiten, die »das Ergebnis tiefen Nachdenkens, und darum in der Regel zu hoher fingen. W i e n, 24. März. Die B l ä t t e r begrüßen das deutsche K'aiferpaar, das mit seinen beiden jüngsten Kindern zu kurzem Besuche hier eintrif t, herzt ch. Mit großer Sc।riebi qung wird von den Blättern hervorgehoben, daß der Thronfolger mit Gemalliu se nen E.ho ungs.ufenthalt in Brioni unterbrach, um zur Begrüßung der kaiserlichen Familie in Wien anwesend zu sein. Das „F r e m d e n b l a t t" schreibt: Der Stilndc des Besuches der Majestäten wird natürlich alle Politik fcmbleiben. Aber für zwei Reick>e, wie es das Deutsche und die österreichisch-ungarische Monarchie, in denen die Monarchin die starken Träger der auswärtigen Politik und.die sickeren Bürgen ihrer Kontinuität sind, haben so innige Beziehungen, wie sie zwischen den Häusern Habsburg und Hohenzollcrn bestehen, sicherlich auch hohe politische Bedeutung, zumal die den beiden Thrinen zunächststehenden Mitglieder dieser HerrschiHhäuser, indem sie von .Herzen diese Beziehungen pflegen helfen, auch für die ferne ZukunftBürgschaftenfürdieDauerderseitJahr- sehnten bewährten Politik geben. Darum mag es gestattet sein, auch bei einem ganz intimen Besuch fürstlicher Pcr- sönlickcheiteu nicht bloß Verehrung auszujprechen, die ihren hohen Eigenschaften gezollt werden, sondern in dem deutschen Kaiserpaar auch den Repräsentanten der verbündeten Großmacht zu begrüßen und das Bündnis zu feiern, das in der Gesinnung der Völker ebenso fest ist, wie es in denen der Herrsch-erläuser verankert ist. Die „Neue Freie Presse" schreibt: Die Beziel-ungen des deutschen Kaiserlxruscs zu dem Hause .Habsburg verstärken unzweiselhast die Grundlagen des Bündnisses ivtb bringen in das Alliance-Verhältnis, das für einen Teil der Bewohner des Reiches ein Herzensbedürfnis und für alle, auch für diejenigen, die es bekämpfen, ein tiefes politisches Bedürfnis ist, ein persönliches Moment, dessen Wert jeder, der die tasächlichen Kräfte abzuschätzen wetß> sehr hoch anschlagen muß. Das „Neue Wiener Tageblatt schreibt: Tie wiederholten Begegnungen des Deutschen Kaisers mit unserem Monarchen sind nickst politische Einzelerscheinungen, sondern historische Ereignisse, die Zeugnis geben von der Das deutsche Naiserpaar in Wi n. Wien, 24. März. Bei herrlichem Wetter sind heute vormittag das deutsche Ka i s e r p a a r mit den beiden jüngsten Kindern hier angekommen. Kurz nach 10Uhr mar Kaiser Franz Josef in der preußischen Feld- marschall-Uniform mit dem Bande des schwarzen Adler- Eünftlerifd>er Vereinfachung gediehen sind, über(?am)t nicht gesehen werden. Dann gibt es Spezialisten für Wettbewerbe, Künstler, Die nur daraus ausgelien, einen Preis zu gewinnen, die also nach erprobtem Schema arbeiten. Ernste Künstler, die feine Zeit zu verlieren haben, haben feine Lust, sich dieser Art der Beurteilung ihrer Arbeiten ccuszusetzen, noch die immerhin unangenehme Wirkung in der allgemeinen Wertschätzung zu tragen, die eine völlige Nichtbeachtung seitens der Preisrichter für sie hat. So halten sie sich eben grundsätzlich von Wettbewerben fern. Man wird deshalb aus den zahllosen Wettbewerben der letzten Jahrzehnte kaum zwei oder drei Fälle aufzählen können, in denen diese ein günstiges Ergebnis gehabt haben. .Hält man dagegen die Unsumme von verscksvendeter Arbeit und von verschwendetem Kapital, das z. B. für die Bingerbrücker Konkurrenz mit einer halben Million sicher noch viel zu niedrig eingeschätzt ist, so will der immer erhobene Einwand, daß aus diese Weise doch vielleickst einmal ein sonst ganz im Verborgenen arbeitender junger Künstler entdeckt werden könnte, gar nichts bedeuten. Diese „Entdeckung" kann man viel einfacher machen. Freilich ist es weniger bequem, als die jetzige Art der Wettbewerbe. Es setzt voraus, daß sich die zur Entscheidung über ein neues Denkmal Berufenen wirklich in die zeitgenössisch- Sun ft bineinlebcn, daß sie z. B. die Ausstellungen von ein, zwei Jahren gründlich daraufhin studieren, ob sich in den hier ausgestellten Werken nicht Talente zeigen, die für die in AusiickN genommene Aufgabe besonders geeignet sind. Mit einer beschränkten Zahl von ihnen, die mit der Höhe der für die Vorder ei tungsarbciten verfügbaren Summe in Einklang steht, setze man sich für einen engeren Wettbewerb in Verbindung. Von diesen Künstlern kann man verlangen, daß sie die örtlichen Verhältnisse, Die für die Aufstellung des Denknals maßgebend find, genau Kubieren, und daß sie Entwürfe einreichrn, die soweit durchge- arbeilet sind, daß li? wirklich ein Urteil für Die später auszuführende Im Auslande haben die Ministerkrisen in Italien und Rußland einige Aufmerksamkeit erregt <^viamenlarifc7 regierte Länder haben von ehrgeizigen Parteipolitikern oft die umgrci’enbften Ueberraschungen zu g?wärtigen, dcS zeig! nd) heute wieder in Rom vor den dortigen Jubilaums- cstlichkcifen: auf Luzzati folgt walirschein ich wieder Gw» litti, wobei freilich keine großen "Kenterungen in Der bisherigen Regierungspoli.il zu erwarten find ^n Rußland icheint Stolypin, der das unbestreitbare Berdtenft hat, einem Lande rußigere Zustände verschafft zu haben, vor läufig noch am Ruder zu b.eiben, obwohl offenbar allerlei Jntriguen gegen i n verjucht worden s.nd Wichtiger und intereisauter als diefe Dorkommnßse sind fär uns Deutsche die neuen Vertrage, die in Konstantinopel über den 93au der Bagdadbai n abge chlossen worden find In fünf Zähren wird man von K nstau.iuopcl bis Bagdad fahren lönnen. Die bis jetzt fertig gefieLtcn Bahnstrecken haben ein gutes finanzielles Erträanis abgeworfen, so daß die deutsche Gc- .eUscha.t aus die itecprozcnlig.' Zollerl.ö.jung als r.)eit für die Kilometergarantie des W.iierbaues verzi.! . .onnle. Dadurch konnte das große Werk bcschleun.gt wero u, denn die Zolleri öhung durch die Türkei ist an die Zustimmung der beteiligtest' Mächte gebunden. Nach der Veröffentlichung der „Nordd. Allgem. Ztg." sind der Gesellschaft statt des Anspruchs aus den Ertrag der Zoberlfohung Pfänder zugcwiejen worden; worin diese bestehen, ist nicht gesagt worden Gleichzeitig wurde der dcuischcn Bagdadba.,n- e.el.schast die Lrbauung einer Zw.igl nie von Osmanje nach Alerandrette übertragen (ohne Kckometer- garantie), womit ein guter .Handelsweg nach dem Ntiilel- meer geschaffen wird. m Ein dritter Vertrag, der aber nur einen Vorschlag be- bcutet, betrifft den Wei.erbau der Bahn von Bagdad bis an den persischen Golf. Tie deutsche Gesellschaft hat auf den Bau die,er Strecke verzichtet und wiederholt ihr Anerbieten vom Jahre 1503, wonach eine neue Gesellschaft gebildet werden könnte, in der sowohl die türkische Regierung wie fremdes Kapital vertreten fein dürste, fremdes Kapital a.lerdings nur im Höchstbctraye des deutschen Anteils. Tie Türkei hat also die Mög.ichkeit, mit England deshalb in Verbindung zu treten, unö im englischen Parlament ist der neue Stand der Tinge schon ziemlich ein-| nehenb besprochen worben. Staats »akret-ur Grey hat cr- llart, baß eine Verständigung über bie gemeinsamen Interessen geboten erscheine und daß die türkische Regierung schon vertrauliche Vorschläge gemacht habe. Welcher Art diese Vorschläge waren, darüber hüllte sich der Minister in geheimnisvolles Schweigen Falls niemand Lust hat, will die deutsche Bagbadbahn-Gescl.schast, wie sie erklärt hat, den Weiterbau bis an den persischen Meerbusen allein vor- ordens, vom Publikum mit brausenden Hochrufen empfangen vor dem Nordbahnhof vorgefahren und von den leitenden Beamten der Dahn in den Hoswartesalon geleitet worden. Als die Einfahrt des Zuges gemeldet wurde, betrat der Kaiser den "Perron. Bald daraus machte der Wagen, der die Mitglieder der deutschen K'aisersamilie be- herbergte, vor dem Kaiser Halt. Kaiser Wilhelm, der den Monarchen vom Wagenfenster aus erst militari)d) salutierend, bann freundschaft ich zuw.ulend begrüßt hatte, verließ raschen Schrittes den Wagen und eütc auf Öen'..ion> ardjen zu. Die beiden Herrsckser umarmten und fußten einander und schüttelten sich herzlich die Hand Sodann entstiegen dem Wagen die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Luise und Prinz Joachim mit Gefolge. Nachdem Kaiser F-ranß Joses bie Kaiserin und die Prinzessin herzlich begrüßt hatte, stellte Kaiser Wilhelm dem Monarchen den Prinzen Joachim vor. Kaiser ,>rinz Joies reichte seinem Patenkind die Hand, die der Prinz ehrerbietig küßte. Kaiser Wilhelm begrüßte hierauf den Generalad utanten Gra'en P ar und nahm die Vorstellung der hohen Beamten entgegen, worauf Kaiser Wilhelm Kaiser Franz Joses sein Gefolge vorstelltc. Hieraus reichte Kaiser Jranz Joses der Kaiserin den Arm und die Fürstlichkeiten begaben sich in den Hosivartesalon, wo sie etwa fünf Minuten im Gespräch DCib ieben. Sodann wurde ber Salonwagen bestiegen unb bie Fahrt nach Penzig sort- ge^ötzt. Von den Häusern, an denen die Verbind.ingsbahn vorbeisührt, wehen Falinen in deutschen und österreichischen Farben. Tie Fenster waren dicht vom Publikum besetzt, das dem Hofzuge zuwinlte, während alle ihn an den dem Ba n ürper zugängl.chen S e.len mt: Hochru^eii emp- stammt, verliert die archäologische Wissenschaft einen ihrer hervorragendsten Vertreter, die Berliner Universität eine ihrer größten Zierden. In Darmstadt 1839 geboren, studierte Kekulö von Stradonitz in Erlangen, Göttingen und Berlin, wo er 1861 zum Doktor der Philosophie promovierte. In den Jahren 1863 bis 1868 machte er an den, klassischen Stätten Italiens und Griechenlands archäologische Studien, die er in zahlreichen, seinen Weltruf begründenden Schriften niederlegte. $n Berlin war unser Kaiser, der damalige Prinz Wilhelm, fein eifriger Schüler, und auch häufig Gast im Hause des Professors. Seit seiner Berufung nach Berlin (1887) gehörte denn auch Setule von Stradonitz zu dem engeren Kreise derjenigen, die der Kaiser seiner besonderen Freundschaft würdigte. Alljährlich überraschte der Kaiser seinen einstigen Lehrer durch eine Weihnachtsaufmerksamkeit, und vor zwei Jahren lud er ihn nach Korfu ein. Der Gelehrte war im Studienjahr 1901/02 Rektor der Universität Berlin, gehörte der Preußischen Akademie der Wissenschaften und zahlreichen gelehrten Körperschaften des Auslandes an, war Vorfitzender der Archäologischen Gesellschaft in Berlin und Mitglied des Kaiserlich Deutschen Arckstiotogischen Instituts. — Ter Gelehrte erkrankte, wie der „Tag" meldet, tm Januar an Influenza. Eine eitrige Mittelohrentzün- duna trat hinzu, die am Montag eine Operation nötig machte. Da der Patient außerdem an Zuckerkrankheit litt, besaß sein geschwächter Körper nicht mehr die nötige Widerstandskraft; eine Blutvergiftung beschleunigte den Tod. Tie Beisetzung erfolgt in der Familiengruft in Bonn. politische Wochenschau. Gießen, 25. März. Die Gießener Wahl, deren Ausgang ja eine allgemeine Ueberraschung hervorrief, hat, wie selten eine Reichstags- ersatzwahl, die Gemüter in Deutschland stürmisch bewegt Unsere kampffrohe Zeit bringt das so mit sich. Jeder, der von der Reichssinanzreform her Erbitterung gegen den „schwarz blauen &locf" im Herzen trägt, wünscht Vergeltung, Ab rechnuna, und der Sturm auf die roten Parteischanzen, wie er im Jahre 1907 mit so viel Begeisterung einmütig ausgeführt wurde, ist der Vergessenheit anheimgefallen In ruhigeren Zeiten wäre es für nationalliberale Politiker wohl selbstverständlich gewesen, für den deutsch-sozialen unb gegen den Sozialdemokraten die Parole auszugeben. Heute gibt es darüber in der nationalliberalen Partei schroffe Meinungsverschiedenheiten. Am heftigsten stritt die „Köln Ztg." für die Parole „Gewehr bei Fuß!" Aber auch Blatter wie der „Hannoversche Courier", die „Münchener Neuesten Nachrichten" rieten davon ab, den deutsch-sozialen Kandidaten in der Stichwahl zu unterstützen, wahrend außer der parteiamtlichen „Nationalliberalen Korrespondenz" von größeren nationalliberalen Zeitungen die „Natioikalztg ", die „Braunschw. Landesztg.", der „Schwöb. Merkur" die Stimmabgabe gegen den Sozialdemokraten befürworteten. Selbsiverständlickf geschah dies letzte nicht, um irgendwelche antisemitische Regungen zum Ausdruck zu bringen, im Gegenteil, die nach ernster Gewissensprüfung getroffene Ent- scheidung wurde in der Regei mit vernehmbaren Seufzern verkündet. Auch Herr Bafsermann hat ja in Kassel den Großblock bis Bebel abgelehnt und den Kampf auch gegen die Sozialdemokratie gefordert. Unter diesen Umständen sollte man, umsomehr, da auch so viele fortschrittliche Stimmen Herrn Dr. Werner zugefallen sind, im liberalen Lager das Feuer der Zwietracht nicht weiter schüren. Politik ist nicht nur eine nüchterne Rechenkunst. Im Falle Werner-Beckmann spielten die widersprechendsten Empfin- bmißcn mit: Widerwille gegen das sozialdemokratische Joch, Abneigung gegen judenfeindliche Bestrebungen, der Libo ralismus oes ruhlosen Vorwärtstreibens und die gemäßigtere liberale Auffassung, daß man das Leben nicht völlig zum Kampfball der Parteien machen solle und bei allen liberalen Ueberzeugungen doch die Gemeinsamkeiten der national Gesinnten pflegen könnte. Manchem schien es wohl auch, der drängenden Katastrophenpolitif winke in der Ferne schon das Gespenst der Reaktion entgegen. Die Bevölkerung des Gießener Wahlkreises hat den Groß- blockgedanken lebhaft abgewehrt, und die liberalen Parteien, die sich jetzt zur notwendigen Einigung aufzuraffen scheinen, werden diesen nationalen Zug der Wähler gebührend in Anschlag bringen müssen. Am Wahltage in Gießen hat auch der Frühling in den deutschen Landen feinen Einzug gehalten. „Tie linden Lüste sind ertvacht", aber im Reichstag spürt man davon noch nichts. Die politische Nahrung, die uns gereicht wird, ist überreich. Die Erledigung der Voranschläge wird den Reichstag bis Ostern beschäftigen, und nach den Osterferien soll der schöne Maimonat mit Beratungen der Reichs- versicherungsordnung, des elsaß-lothringischen Verfasiungs- gesetzes unb bes Schiffahrtsabgabengesetzes ausgefüllt werden. Höchstes Aufsehen aber hat der Beschluß des Aelteslen- rates hervorgerusen, eine Herbsttagung vorzusehen, in der die Justiz- und Gewerbegesetze behanbett werben würben. Demnach würben bie Neuwahlen zum Reichstag, die von Nr. 72 Erster Blatt W. Jahrgang Samstag, 25. Marz> M Ter Siebener »nzekge, ^WWI <1 A V monatlid)75 ÜL,ot6rteU elmuäU,O-’*nio*Kn: ▲ A jgk AA | AA A A ' tbbok-S%vehVtellen sss Wlvilvllvl' 44II iv lUv l es wirllchastliche-eilfro er W ß W Percimwontich fin den Fernipiech - Aülchliiske potinichen Teil Auqust sS-tSSsä General-Anzeiger für Gberyefsen DrsM ann"hin«nro0n°*ä‘nje"3in «otaNonrdruck unö Verlag der vrühl'schen Uniu.-Vuch- unö Slcinöruderti R. langt. Rtöattion. drpeöition unö Druckerei: SSuIftratze r. E.H-u: >a, den L Büöingtn: z.rniprecher Nr. 50 S.!chä,I-ft.a. vahnhaiftrabe jöa. Wa.n...i: H. Kraft und des Bundes, tote die Weltgeschichte ttamt einen zweiten zu verzcichncn hat. Das „D c utsc'j c jBolksblatt" bcntcrH: Jedem, dem die 1 hoimiaiiMiifilinig unseres Vaterlandes am Herzen liegt und der ihre Politik boiicmb in eine gedeihlich« friedliche Entwiellung - erblirgenden Bahnen festgehalüm wissen will, insbesondere wir Deutschen Oesterreichs, begrüben freudigst die neuerliche Bekundung der persönlichen Freiurdschaft itnb poli tischen Uebereinstinnnung der Helden Herrscher. Wien, 24. März. Das deutsche .H'aifcrpanr blieb nach- mittagd in Schönbrunn, wo es mit Kaiser Franz Josef eine cinftünbige SpaHerfahrt im Schloßpark unternahm. Prinz Joachim intb 'Prinzessin VÜtoria Luise besichtigten in Begleitung der Erzherzogin Ella die Hofburg, den kaiserlichen Marstall und die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Abends 7 Uhr begann die Galatafel int Schönbrunner Schloß Heute abend sei', en Kaiser Wilhelm, die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise uom Bahn Hofe Hetzen dors aus ihre Steife nach Korfu über Venedig fort. Eine offizielle Abschiedsauslvartung unterblieb, doch wollte Kaiser Franz Josef es sich nicht nehmen lassen, den erlauchten Gästen das Geleite zum Bahnhof zu geben. Die deutschen Majestäten traten im Zuge an das Fenster und winkten, während sich der Zug langsam in Bewegung setzte, dem hohen Gastgeber freundliche Grüße zu. Nachdem der Zug die Station verlassen, verabschiedete sich Kaiser Franz Josef herzlich von dem Prinzen Joachim, der sich vom Bahnhof Hetzendors direkt zur Rücksahrt nach Berlin nach dem Nordbahnhofe begab. Kaiser Franz Josef verlieh dem Prinzen Joachim von Preußen das Großlreuz des Stephans- ordens und der Prinzessin Viktoria Luise das Großlreuz des Elisabeth-Ordens. Mus den hessischen ttainnier Ausschüssen. öb. Dar IN st a b t, 24. März. Aus dem Finanzausschuss. Der Finanzan^-mb Der Zweiten Kammer tagte heute und beriet über die Regierungsvorlage betr. die Bekämpfung der Reb - schädtinge, welche mit einem kleinen Zusatz Annahme fand. Die Anträge Köhler.Langsdorf betr. den Wetterdienst., sowie oie obere Bürgerschute zu Lich werden für erledigt erklärt. Die Anträge der Abg. Ulrich, Sieh und Molthcrn, betr. den Gemein- idzastsvertrag, sollen in der nächsten Woche gemeinsam mit der Mtcgierung besprochen werden. Die Anträge Pagenstecher und Dr. Scl-mitt, be.r. Die Gemeindesteuer der Gemeinschastöbeamten, werden für erledigt erklärt. Zu der Vorstellung, betr. die Bahn Bensheim—Lindenfels, sott tue Regierung aiucr oen jeßigen Stand ücr Angelegenheit um Auskunft ersuclst werden. Der Antrag Raab zum Finanzgcstzi, sowie der Antrag Reh, betr. den Rat- Hausbau in TllSfeld, werden mit Rücksicht auf die vorliegenden Kamm erb esckstüsse vorläufig für erledigt erhärt. Tas Wahlgesetz. Der Gesetzgebuugüansir Runge stcht im 55. Lebensjol-re. Sein Geburtsort ist Bremen. — D i e 3 6. SÖJ a n b c r bc r | a m m I u n g b c r | ü b to c ft= deutschen 9t e ifr o 1 o g e n unbJrrenärzte wird in diesem Jahre am 20. und 21. Mai zu Baden-Baden abgehalten werben. — Am 21. Ätärz ist in Berlin der Geheime Ober- linauzra: unb Vortragende Rat int Finanzministerium, Professor Otto Moll, früher langjähriger etatmäßiger Professor der Geo- uä|ic an der Landwirtschaftlichen Akademie B o n n - P o p p e l s - dors, im 60. Lebensjahre gestorben. — Zu Ehren des Direktor Hans Gregor, der vor kurzem die Leitung der Wiener Hofoper übernahm, fand gestern ein Festessen statt, das seine ialjlreidx’ii Freund«' ihm als Zeichen der Verehrung bei seinem ^chcwelt aus der 9teick>sl)auptstadt gaben. And) Gras von Hüllen- Hajeler toolntte der Feier bei und ehrte bau Scheidenden mit einer «mdruckvollen Diebe. 3um Ausstand in Mexiko. Newyork, 25. März. Einem Telegramm auS Mexiko zlifolge trat daS Kabinett zurück. 91 guapricta (Mexiko), 24. März. Bei La Colorado fand ein Gefecht statt, bei dem 36 Aufslänbische und acht 9)1 onn b er Bundcstr uppen gefallen sind. Die Aufständischen wurden aus der Stabt vertrieben. Aus Hessen. Der 1. Vorsitzende des nationalliberalen Vereins Gießen bittet uns um Aufnahme folgender Berichtigung: Nach Zeitungsmeldungen hat Herr Rechtsanwalt Dr. Pagen- stecher in M a i n z in einer öffentlichen Versammlung gesagt : „Herr Prof. G i s e v t u s ist, wie ick) soeben höre, noch vor nicht all» znlanger Zeit Mitglied der deutsch-konservativen Par- t e i gewesen." In sreisinnigen Kreisen unserer Stadt ivirb kolportiert, Herr Gisevius habe der freikonservativen Partei angehört. Wie ich gestern dnrck) eine Unterredung mit Herrn Prof. Gisevius erneut erfahren habe, sind diese beiden Behauptungen vollkommen unwahr. L. Alzey, 23. Mürz. In der heutigen Vcrtrauciis- nlännerversammlung der Z e n t r u m s p a r t ei Alzey-Bingen wurde einstimmig beschlossen, auf bic Ausstellung eines eigenen Kandidaten zu verzichten und den Kandidaten der nationalliberatcn Partei, Herrn Dr. Becker (Sprendlingen^ bedingungslos zu unterstützen. iÄÄlSUWS. Vertreter aller Parteien brachten in der belgischen Kammer einen Antrag ein, die Universität Gent vom Jahre 1916 ab in eine v l ä mische umzu wandeln. Die Entwicklung werde allmählich vor sich gehen, so daß im Jahre 1924 alte Unterrichtsfächer in vlämischer Sprache gelehrt werden. Der dänische Reichstag nahm endgültig die Vorlage betreffend Aenderung des Strafgesetzes an, durch welches die Prügelstrafe als Zusatzstrafe abgeschafft wird. Aus der französischen Kammer wird gemeldet: Zum Schlüsse der Ansprache über die Marolloansrage wurde mit 365 gegen 74 Stimmen eine Tagesordnung angenommen, die oer Regierung ba3 Vertrauen der Kammer ausspricht. Tie Petersburger Telegraphen-Agentur meldet aus Peking: Bei den Verhandlungen mit dem russischen Gesandten über den § 3 der russischen 9iote vom 16. Februar betr. die Lage des russischen Handels im eigentlichen China bleibt die chinesische Regierung hartnäckig auf dem Standpunkte, daß die Russen lediglich berechtigt feien, uichtchinejische Waren eiuzuführeu und Lokalprobutie auszusuhren. Einige Abweichungen von diesem Prinzip crtUircii die Chinesen als ihrerseits gemachte Zugeständnisse, zu denen sic aber vorn Stanopunkte oer Vertragsbestimmungen nicht verpflichtet sind. Aus Petersburg lvird gemeldet: Die Krisis ist beendet. Stolypin bleibt aus seinem Posten. In seinem Hause fand heute abend ein Ministerrat statt. Der Grund für sein Verbleiben im Amte liegt hauptsächlich in dem Ergebnis der Abstimmung im Reichsrate über die Einführung der Semstwoinstitutlonen in den Westgouverne- mcnlS. Nrrs Statt mit Land. Gießen, 25. März 1911. ** Tageskalender. Stadttheater: Sonntag nachmittag 8>$ Uhr: ,M e i n Leopold"; abends 7'/, Uhr: „Uriel 21 c o ft a". Getstliche M u s i k a u f f ü h r u n g des evang. Kirchen- g e f a n g v e r e i n s. Sonntag abend 61/« Uhr in der Stadttirche. Kolosseum: Tägtjck) Lichtspiele. K i n e m a t o g r a p h: 'ji.hcl ^-pielplan. Biograph: Neuer Spielplan. 2t n l a g e m u s i k am Sonntag vormittag 11'/, Uhr in der Süd-Anlage. Spielplnn: 1. Ungarische Lustspiel-Ouverture, von Keler-Bela. 2. Qlnlionollicbcr tn Form einer SuNe von Peter Tschaikowsky: 1 Polnijcher Tanz, 2. Französische Romanze, 3. Böhmischer Tanz, 4. JlaUemscheS Lied, 5. Russisches Splelinannstied, 6. Tiroler Tanz, 7. Ungarischer Marsch, ö. pieapoluanischeS Tanzlied. 3. Frsthluigslied uon 2)iendeljohn. 4. Unter dem Sternenbanner ! Alarsch von Sonja. ** Leb re r Personalien. Uebertragen wurde dem Lehrer Egid Thvmasbergcr zu Reisen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu B.ödesyeim; am 21. März dem Lehrer Jos. von der Embse in Jügesheim eine Lehrer- steile an der Gemeindeschule zu Bretzenheim, dem Lehrer Adam Keil zu Bieber eine Lehrerstelle an der Gern ein beschule zu Kostheim, der Lehrerin Anita 9t o 11) o f in Münster (Str. Dieburg) eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Kostheim, den Lehrern Joh. Klein zu Gau-Odernheim und Aloys S ch a a ck zu Ober-Mörlen Lehrerstellen au der Gemeindeschule zu Weihcnau, dem Schulamtsaspiranten Joh. Braun aus Rüddingslfausen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu RudingSyain, dem Schulamtsaspiraitten Phil. (Deibel aus Seeheim eine Lehrerstelle an der Ge- meindeschule zu Ober-Saulheim, der Schulamisafpiraniin Katharine S t e l 1 w a g e n aus Mainz eine Lehrerinstelle an der Gemeindeschule zu Bretzenheim, dem ScyulamtS- aspirautcn Joh. Dietrich aus Groß-Zimmern eine Lehrer- Itclle an der Gemeindeschule zu Guntersblum, dem Schulamtsaspiranten Aug. Schmidt aus Danustadt bie 2. Leh- rerjtelie an der Gemeindeschule zu OberFintenbach, dem Lehrer Steinl). Wein m a n u zu Eusyei.it eine Lehr erstelle an der Gemeindeschule zu Wallertheim, der Schulamts- aspiranlin Elisabethe Kaut h aus Gernsheim eine Lehrerin- steile an der iath. Schule zu Bensheim. — Erledigt sind die mit eoang. Lehrern zu be,etzenden Lehrerstellen zu L a n g e n - B r o m b a ch, zu Eifa unb zu Ober-Oh- m e ii. Mit ben Stellen zu Eifa und Ober-Ohmen ist Organisten- unb Lektordienst verbunden; eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu U l r i ch ft e i n. ** O r l s g r u p p e für Frauenstimmrecht. Man schreibt uns: Am Donnerstag abend berichtete dic Land- tagsabgeordnete Annie Furuhjelm aus Helsingsors int Hotel Schütz' über das Frauen st i in in recht in F t n n- I a n b. Die finnischen F-rauen erstrebten es seit 20 Jahren. Daß sie es schon 1007 erreichten, ist auf die politischen Verhältnisse in Finnland und Rußland zurückzuführen. Finnland sollte seiner Freiheit beraubt werden; da galt es, fest zujammenZuste,en gegen die Unterdrücker; man tonnte die Hilfe der Frauen in oem ungleichen Kampfe nicht entbehren. — Sind nun alle die schädlichen Folgen eingetreten, die die Gegner des Frauenstimmrechts erwarteten? Die gefürchtete Redseligkeit der Frauen hat sich nicht bemerklich gemacht, die weiblichen Abgeordneten reden ganz sachlich unb mir über Dinge, bie sie verstehen. — Die sozial- bemofraten haben Sitze gewonnen, aber es ist nicht nach zuweisen, daß die Frauen sie ihnen verschaffen, beim durch das neue Wahlgesetz von 1907 stieg auch die Zahl der männlichen Wanlberechtiaten bedeutend. — Es hicroeu feine unglücklichen Ehen durch die Neuordnung geschaffen: die Eheleute wählen meist Angehörige derselben Partei und bic Frau eine Frau, der Mann einen Geschlechtsgenosfen. E- sitzen schon zwei Ehepaare im Landtag. — Ein großer Prozentsatz der Frauen übt daS Wahlrechr aus, obgleich das Wählen für die zerstreut auf bem Lande Wohnenden mitten im Winter sehr beschwerlich ist, bie Frauen sind also nicht gleichgültig gegen die Politit. Eine arme Näherin verzichtete auf Unterstützung, weil sie das Wahlrecht nicht verlieren wollte. Die Frauen interessieren sich weniger für die Machtsragen in der Politik, aber sie treten mit bem ihnen eigenen Idealismus für die Schwachen und Unterdrückten ein. Sie haben schon mehrere Petitionen eingebracht, um herrschende Mißbräuche abzustellen, und es ist ihnen ge. langen, das Schutzalter der Mädchen hinaufzusetzen und die Reglementierung abzuschaffen. Sie tampsen gegen den Altohol, gegen Mißhandlung und Ausbeutung der Kinder and erstreben eine Reform der Ehegesetze und größere Rechte für die unehelichen Kinder. Sie bemühen sich ferner uir bie Einführung von Haushaltungsschulen und scheuen dabei persönliche Opser nicht. •• In der Gewerbeschule Gießen sand gestern vor der Großh. Prüfungskommission unter dem Vorsitz des llaatlichen PrüsungSkomiinssars, Baurats Diehm, der Prusungsabschluß dec Gewerbeschul-Abiturienten mit der Beurteilung der schriftlichen und graphischen Arbeiten, sowie dec mündlichen Prüfung statt. Die Leistungen wurden allgemein als vorzügliche anerkannt und von dem Vertreter der Großh. Zentralstelle, Geiverberat Reuter, mit sehr anerkennenden Worten gewürdigt; besonders wurde die Sicherheit und Selbständigkeit in den konslriiktioen und statischen Arbeiten, sowie im Bauzeichnen und Entwerfen hcrvorgehoben Die Llbiturieuten waren: Adolf Volk-Gießen, Philipp Klein-Treis a. d. Lda., Leonhard Schmidt-Burkhardsfelden, Karl Müller-Niederquembach, Karl Keßler- Annerod, Ludwig Schmidt-Lich, August Agel-Dutenhofen, Heinrich Pfeiffer-Annerod. Zivei Schüler erhielten di« Note „Sehr gut bestanden", fünf Schüler die Note „Gilt bestanden", ein Schüler die 9lote „Bestanden". Die Prüsungß- arbeiten bleiben bis Montag, 27. d. M., in der Gewerbeschule ausgestellt; dadurch ist Interessenten Gelegenheit zv ihrer Besichtigung gegeben. ** Der K eg elbund Dill — Lahn — Taunus, bem 10 Kegelklubs mit etwa 200 Mitgliedern angehören, hält, wie man uns schreibt, am Soilurag, 26. Marz, hier im Frankfurter Hof eine Versa in mlung ab, um in der Umgebung Gießens bestehende Kegelklubs Lennen zu lernen unb ihnen den Zweck des Bundes mitzuteilen. Der Kegeln bunb Dill—-Lahn—Taunus umfaßt bie Orte Herborn, Wetzlar, Eisenroth, Weilburg, Honibueg und yat sich zur Aufgabe gemacht, den deutschen Kegel>port zu pflegen, gegenseitige Freundschaft zu hegen unb alljährlich abwechselnd ein großes Bundeskegeln mit wertvollen Preisen abzuhalten, Kreis Büdingen. -l- B ü d i n g e n , 21. März. - ic P r ü f u n g der Schüler an bei hiesigen Handwerkers chulc findet am 29. Aiärz .statt. Nacy Schluß der Prüfung findet eine Sitzung des Aufsichtsrats statt, der als Vertreter der Großh. Zencralstelkk für die Gewerbe Geh. Regierungsrat Noack beiivohnen wird, worauf eine Besichtigung der Schülerarbeiten stattfinbet. Die Arbeiten der Schüler werden etwa drei Wochen lang ausgestellt. Nach dein Sckfulschluß beginnt ein Vorkursus für die Meisterprüfung. — Im Auftrage des proo. Komitees hatte Herr Kreisrat B o e ck m a n n auf heute nachmittag eine Anzahl Damen und Herren zu einer Sitzung eilige- laden, in der vorbereitende Schritte für ben Blumen- tag der Groß Herzogin zum Besten der Muttcr- unb Säuglingsfürsorge in Hessen beraten werden sollten. Nachdem Kreisrat Boeckmann ben Zweck des Blumentages dargelegt und bie Gesichtspunkte angegeben, nach denen in Berücksichtigung der Verhältnisse in ben einzelnen Orten ans Werk gegangen werden kann, wurden bie Vorschläge der zunächst aus den Städten Büdingen, Altenstadt, Nidda, Ortenberg unb Echzell eingclabcnen Damen unb Herren inbezug aus Anzahl der zu bestellenden Blumen unb Sammelbüchsen, sowie der mit dem Verkauf zu be- trauenben Damen besprochen, weiter die Frage etwa zu veranstaltender geeigneter Festlichkeiten am Blumentage, wobei auf die Mitwirkung der Vereine gerechnet wird, speziell in der Kreisstadt Büdingen, erörtert. Das durch Zuziehung weiterer Personen noa) zu verstärkende Komitee wird in einer späteren Sitzung sich über bie Einzelfragen schlüssig machen, so daß man alten berechtigten Wünschen gerecht zu werden und ben Ziveck des Blumentages zu erreichen hofft. Starkenburg und Nheinhesfen. R. B. Darmstadt, 25. März. Während bic seitherigen Gastspiele erster Kräfte am Hoflheater beim Publikum wenig Beachtung fanben, fand das gestrige 1. Gastspiel bes bayerischen Kammersängers Knote vor ausverkauftem Hause statt. Der Vorstellung wohnte auch das Großherzogspaar unb bec Fürst zu ^olins-Hohensolms- Lich bei. Knote erntete als Tannhäuser mit seiner Partnerin Fräulein Geyersbach für feine hinreißenden gesanglichen Leistungen außerordentliche Triumphe. Audi für das morgige zweite Gastspiel, bei dem Knote den Walter Stolzing im Tannhäuser singen wird, ist das Haus ausverkauft. Kreis Wetzlar. X Kinzenbach, 24. Mörz. Unser Ort ist in diesen Tagen an das Telephon netz von Gießen angeschlossen worden. Während die Ntuller'jche Dampfziegelei im Jahre 1905 auf eigene Kosten Anschluß nahm, ist die Weiterführung bis zum Dorfe (etwa x]t Kilometer) erst jetzt zur Ausführung gekommen. <$>crtd?csfaaL Eine „Fürsorgeanstal t". > Aachen, 24. März Ein umfangreicher Mißhandlungsprozcß in einer Fürjorge- anstatt bcfdjäftigt die hiesige Strafkammer. Es handelt sich um Vorgänge in der Fürjorgeanslalt a u c l bei Gemünd in der Eifel, die eine private Stiftung ist und unter der Aussicht des Dialonissenhauses in Duisbury steht. Die Anstalt wurde olv Handwerkervildungsstätte von dem inzwisd-en verstorbenen Direktor War lies pegrünbet und steht unter der Leitung von dessen Ehefrau. Die Anklage behauptet, daß bie Witwe Warlies und sieben ihrer Angestellten das Züchtigungsrechr in gröblichster Weise überschritten haben, allerdings nicht in Ausübung eines Amtes, ba den Angestellten bie .BeamtenqNotifikation fehlt. Ein Blatt Hessischen Ersten Hammer. ■ iisselsheim N ä h sagen innigen Dank. Luise Lahr und Kinder 2040 Giessen. 25. März 1911. Kredit DIE Mit deutschem Gruß und Dank D”/, Dr. Ferdinand Wernei o4o <4® TT TT Schöne Noienpsähle i. all. ®rdp. ©roher Vorrat. Baum- u. Wasch- pfäble, Waschseilstütz., iow. Hacken-, Beil- u. Schaufelstiele. Klein gemachtes Brennholz emvstehlt W. Gcrtd, Lcmdmmmsrr. 11. [”** Man verlange l Preislisten Automobil-Vertreter: Wilh. Hamel. Gleesen. Blelchetraeee Für Fahrrndcr: Adnm Kircher. Glexsen. BlcIclistraeMe. mit tödlichem AuSgange zu 10 ^ayre tenen hatten dem Angeklagten mdbi Giessen Direktion: Hermann Stelngoetter. Sonntag den 26. März 1011 Klerne Preise Mein Leopold Volksstück mit Gesang von ^'Arronge. (a#/a Ans.3'/,Uhr. Ende 6 Uhr. Gewöhnliche Preise. Gutscheine haben Gültigkeit. Uriel Acosta von Karl Gutzkow. Ans. 71/, Uhr. Ende geg. 10'/, Uhr. Letzte Nachrichten. Das amtliche Gießener Stichwahlcrgcbnis. Tapeten! Z IVatvrell-Tapeten o. 10 Ps. a. Gold-Tapeten , 20 Dl. a. in d. schönst, u. neuesten Plustern. M. verl. kostensr. Mutterb. Nr. 426. Gebrüder Ziegler. Lüneburg AmIIichkr w-N-rdericht. WelterauSstcbten in Vesten am Conntaa dem .8 Wt.ijon: r. Ter Doruaud. NEUESTE MODE kann Jeder mitmachen. 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Alte Gaeeo >r. 14. bebauptele, an diesem „Orte des Schrecken-" würden unmenschliche Strafen vollzogen. Eine besonders beliebte Züchtigungsmethode sei bT sogenannte „Inngsornkranz", der darin bestehe, da» man den zu züchtigenden Zögsing auf einen Tisch lege, ihn mit ge- ivreitten Beinen anbinde und dann von den übrigen Anstalts- zögfingen schlagen lasse. Auf Grund des Artikels ordnete die Behörde eine Untersuchung an, die zur Erhebung der Anklage führte Die Witwe WarlieS bestreitet entschieden, ihre Mtt- angeNagten zu den Züchtigungen angestistet^zu haben. Jn der Beweisaufnahme bekundete Negierungsrat Schmidt, der irn Auftrage seiner Behörde die Anstalt zu revidieren hatte, dast ihm nie Klagen der Zöglinge zu Ohren gekommen seien. Einige Zöglinge hätten ihm aus Befragen gesagt, daß ne den „Zungtern- kranz" bekommen hätten, andere wollten davon überhaupt nichts gesehen hoben. In der weiteren Zeugenvernehmung werden eine ganze Reihe von ehemaligen Zöglingen der Anstalt Mattel vernommen Einige entlasten die Angeklagten, andere machen entgegengesetzte Angaben. Ein jetziger Tischler^clle bekundet, dast er versucht habe, auS der Anstalt zu entweichen. Darauf habe rr zunächst aus Anordnung der Frau Direktor oen''?ung,ern- kranz" bekommen und zwar, solange, biS er ohnmächtig wifde. Ein anderer Zögling, der ebenfalls einen Fluchtversuch gemacht hatte, wurde zunächst in Arrest gelegt und bekam dann den „J"ng- sernkranz": er will dabei 147 schlage erhalten.b°ben ,^er auS der Anstalt hervorgegangene AngeNagte Aufieher Stöcker erklärt aus Vorhalt, dast er nur im Auftrage des Direktor» oder dessen Frau geprügelt habe. Dieselbe Aussage.macht fein anderer Aufseher Em als Zeuge vernommener Anstreicher ist einmal in der Anstalt beschäftigt gewesen: er hat durch eine Türspalte beobachtet, wie ein Zögling, dem man em Taschentuch m den Mund gesteckt hatte, damit er nicht schrie, den '/3ungscrnkranz bekam Ein weiterer Zeuge hat, als er Zögling der At^lalt war einmal 20 Ohrfeigen von der Frau WarlieS bekommen, so das ihm die ganze Backe anschwoll. Der Vertreter der Anklage biel auf Grund der Beweisaufnahme sämtliche Angeklagte überfuhrt und beantragte gegen die am meisten belasteten Angeklagten> E-e- iängniditrnfen von 14 Tagen bis zu fünf Monatm, sowie Geld» strafen Der Gerichtshof nahm als strafmildernd an, dast der ^rau Warlies der Betrieb, namentlich nach dem Tode des Mannes, 05er den stopf gewachsen sei und daß sie recht oute Ergebnis,l erzielt habe. Tas Gericht erkannte gegen Frau WarlieS au nur 500 Mk. Geldstrafe, gegen den Aufseher Stöcker aus neun Monate Gefängnis. Drei andere Aufseher erhielten Gefängnis- straff von acht, sechs und.drei Monaten. Drei Angeklagte kamen mit Geldstrafen von 20 biS 50 Mk. davon. R.B. Darmstadt, 25. Marz Die Erste Kammer setzte heilte die Voransck»lagSbera tun g 'or' Sejm Slarnci Mmisteri >m >c5 Innern führte Prä n‘ Flöring Klage darüber, S>6 am pfiffen An6 • «nb B<. t«8 .in «Ti'vr, ein aII; gemeiner Berkehrstag stattnndcn ,of(- fordert er mit Rücksick-4 aus die imlieln'-.men Vvilonimiuoe beim vr-uß'- sck en Bus" und Dettag Verl mdlungcn mit Preu'eu w?cen emcö alcickzeitigen BusttageS. Minister von Bombern lufjrt auS, die Regierung l-abe geglaubt, dem Ersuch.n der Mamzer Ge irixÜi-Müctt mit Rücksick t aus deren Klagen über ihre Benachteiligung Reckmung tragen zu müssen. Anregungen w-S^n s^tfung eine, gemeinsamen BusttageS mit Preußen habe di. Regierung der gegeben. , Derlin, 25. März. Ti.' parlamentarischen Abende beim Reichskanzler werden jetzt unterbrochen und erst na'' hen Ostcrfer .en der Parlamente wieder aufaenommen werden. . Konstantinopel, 24 Marz. Der Oberkommandan, in Bem en meldet: Tic lürlischen Truppen nahmen nach scchstägigen Kämpfen acht Orte ein. -tie Rebellen erlitten bet Pifsxlk eine große Sckilavve. Dcrmiiebte». *EinheldenhafteSMädchen. In Berlin ist das 22jährige Kinderfräulein Martha B e l t e r auf traurige Weise ums Leben gekommen. Die junge Dame fuhr ein ihr anvertrautes, vier Monate altes Kind auf dem ^atzr- dämm spazieren. Als sie einen vor ihr fahrenden Kinder- wagen Überholen wollte, sah sie mir wentae ödintte vor sich eine zweispännige Kutsche in voller ^ahrt herannahen. Ein Zusammenstoß schien unvermeidlich. Das Fräulein verlor jedoch die Geistesgegenwart nicht. Sie warf sich den Tieren entgegen und bermochte sie mit Aus- gebot aller Kräfte nach der Seite zu drängen, so daß die Kutsche den Kinderwagen nur leicht streifte. Das tapfere Mädchen wurde von den Pferden zu Boden gerufen, so daß die Wagenräder über sie hingingen. » To« Geheimnis dcS unterirdischen Ganges. Eine schauerliche Geschichte sollte sich in der alten Bi.choi- stadt Meisten ereignet haben. In und vor emem »mlcdtcn Gange her vom Garten eineS Rittergutes im Stadtteile Kolln unter dem Altan hindurch zur Elbe führt, hatte man eine große Blutlache entdeckt, Än dr ein paar blutgetränkte Saiidschulh, zwei Taschentücher und andere Gegenstände lagert Ebenso waren die Wände des Ganges mit Blut bespr'tzt. Man glaubte zunächst, dost es sich um ^nen Frauenmord handle und daß der Täler die Leiche nach der Elbe gefchlevvt habe. Da d ikcl te sich aber der wahre Sachverhalt heraus. Em ^bester hat e sich in der Trunkenb-st dadurch eine stark blutende Kops- verletz'ma »'.gc-ogen, dast er mit dem Napfe aus einen harten Gegenstand aufschlug. Er ist bann au» bem betreffend^ Likal entfernt warben und Hot in dem Ganae genächtigt YruhmorgenS reinigte n- sich oberflächlich von dem D'ute und liest dabei .auch die Öandsck'uhe und die beiden Ta|chenMck^r zurück woraus er sich nach Lause trollte, ohne zu ahnen, daß er mit seinem Tun einen grauenhaften Frauen mord Vortäuschen würde. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgänge meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Herrn Philipp Lahr ♦ Dom Gemeinen jutn MajoDer Napoleonische Grenadier hatte bekanntlich den „Maricl) lMllhotn- mtke), IliomasnieM, fiainit, 30 unh 40 projentigeö Hali. ! C. C. Pfeiffer Walltorstrasse 71. Gesang-Verein „jCetterKeit“ Sonntag den 26. März1911 Ausffuis nach hem Windhos (Mitglied Allendorf) Zahlreiche Beteiligimg erbeten. Der Vorstand. NB. Freunde des Vereins roidfommen! v,e/, Bauer’scher Gesangverein LamStag den 25. März 1911 abends 9 Ubr oriientl. bkncrolDtriaininliiiig im Vereinslokal. vtt/8)___________Ter Vorstand. Morgen oioösg Tanzmusik Restaur. Bäulke. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil- nähme an unterem schweren Verluste, für die zahlreichen Blumenspenden, sowie für die tröst- reichen Worte deS Herrn Pfarrer Hofmann sagen herzlichen Dank 2009] Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Bürgermeister «umann. Familie Heinrich Reinhardt. Londorf u. Rllendorf a. d. Lda., 24. März 1911. < > Dtulsdn enikl. Solldarla-Fahrräder < auf Wunsch ' 1 Teilzahlung! ' •^Anzahl.: 20. 30,1 ' 50 Mk. Abzahl. < ' __ 7—15 Mk. mon. < > ’ Zubehörteile spoHblllig. Prcislist grt < > , , J. JEN DROSCH & Co., < , , Charlottenburg No. 251 Wdgener & Schlöte! ConfecHon M Princejjkieidzrn Ssödleüneim BOendem, Sp)©Hüd®iidem Ssüsen alter Ort M©irg®[n)rö©fc®[ni5 WZfLmL®® Unterrocken, Frankfurt a. M. Goethzstrasse S, 11, «agener & Schlöte! Connection jeder Art. Neuepe Schnitte, praktifche [olide Stoffe und kleidfame Formen. W hdben jetzt ein großes Ldger in Mänteln Frankfurt a. M. 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Iltichseiienb Vor Erle heute im Bud ;ur Beratung. teilte n habe, daß all sicht aus t Bei der bahnen wi im Interesse kehrsminister (amten Betri der Arbeiter bürg—s2Ioriti Ter Ministei daß die srai Blan nicht c Zweibrücken anschlag bei Man g aber. Aus sprechun Ponape angesichts i mangelt, ü wiwWt u amötigtcn ( & birb geil)j foridmng des drückenden Ai