Nr. 300 Ter Gletzener Anzeiger erschein! läghtt), außer EonntagS. - Beilagen: viermal möd'riulid) Oiehener,^amillenblatter, Rivcimnl loi'thfnll.Kftis» blall färben Kreil 6ic6tn tTienviag und r. Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Vie Eröffnung des hessischen £anMag$. Darmstadt, 20. Dez. Heute vormittag 12i/2 Uhr wurde in der schon programmatisch mitgeteilten ^teife im '^roßherzogllchcu 'Jic|toeii> schloü der 3j. Landtag durch den Großherzog eröffnet. Tie Thronrede lautet: Meine Herren Stände! Ich heiße Sie bei Beginn des 35. Landtags freundlichst willkommen. Nach den Verfassungsänderungen vom 3. Juni d. IS. treten Sie heule zum ersten Male zusammen. Die Erste Kaptmer hat aus den Kreisen der Wissenschaft, des Handels und der Industrie, der Landwirtschaft unb deS Handwerks wertvolle Kräfte gewonnen. Die Zweite Kammer besteht nunmehr in der Mehrzahl ihrer Mitglieder aus unmittelbar gewählten Abgeordneten und ist an Zahl durch weitere Vertreter der Städte und des Landes verstärkt. Ich hoffe zuversichtlich, daß die neugeordncte Mitwirkung der Ersten Kammer bei Feststellung des Finanz- gesetzes und Hauptvoranschlags Ihre fernere gedeihliche Zusammenarbeit mit Meiner Regierung zum Wohle des Landes fördern wird. Ihre nächste Tätigkeit wird dem Staatsvoran» schlag der Einnahmen und Ausgaben für 1912 zu gelten haben. Die Sorge Meiner Regierung, die Finanzlage zu kräftigen, kann nur dann nachhaltigen Erfolg verheißen und dem Lande die gleichzeitige Pilege seiner Kulturausgaben gewährleisten, wenn sich das Verhältnis zum Reich mit Aussicht auf Dauer fester gestaltet, und wenn die Bundes st aaten nicht durch das Reichkünftigno ch st ärkerinAnspr uchaenom- men zu werden brauchen. Nicht minder muß innerhalb des Landes der Staatshaushalt von Schwankungen des Wirtschafts, lebens möglichst unabhängig bleiben, die sich er- fahrungsgemäß alsbald in den Betriebsergebnissen der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemcinschaft ausdrücken. Nach wie vor steht Meine Regierung auf dem Standpunkt, daß gegen die Folgen solcher unvermeidlichen Rückschläge ebenso wie des Anwachsens der Staatsschuld und der durch sie bedingten Zinscnlast gesetzliche Vorkehr zu treffen ist. Die auf dem vorigen Landtag unerledigt gebliebene Gesetzesvorlage wegen einer genügenden Tilgung der Staatsschuld wird Ihnen daher erneut mit teilweise geänderten Vorschlägen zugehen. Der Lösung dieser wichtigen und nicht mehr zu vcr- schiebendeir Ausgabe kommen die noch andauernd günstigen Eisenbahneinnahmen entgegen. Aus ihnen kann zugleich die laufende Verivaltung erhöhte Zu- schüsfe erhalten. Es trägt dies zu Meiner leb- haften Befriedigung dazu bei, nunmehr auch der nicht weniger dringlich gewordenen Aufgabenäherzutret-en, die Bezüge der Be- amten, Staatsdienstanwärter und Völkisch u l l e h r e r mit den schon seit längerer Zeil und neuer- dings in verstärktem Maße gestiegenen Kosten der Lebenshaltung in besseren Einklang zu bringen. Daneben wird gesucht werden müssen, der vielfach mißlichen Lage der Pensionäre und der Hinterbliebenen früherer Staatsbeamten Rechnung zu tragen, sowie für die Z i v i l l i st e gleichartige Schritte zu ermöglichen. Do sich die Löhne der für den Staat nur auf Grund Arbeit svertragsbe- schästigten Personen als zu niedrig erwiesen haben, sind sie früher unb auch im neuen Hauptvoranschlag erhöht worben. Für bie bezeichneten Zwecke sollen außer beit erwähnten Zuschüssen Ersparnisse ber Staatsverwaltung unb zu Gebote stehenbe Reste früherer Jahre herangezogen werden. Die überdies in Aussicht genommenen neuenEinnahmequellen werden nur unter sorg- faltigerRück sichtnah in eausdieStcuerkrast und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes erschlossen werden. Durch die angebeuteten Gesichtspunkte bestimmte Vorschläge werden vorbereitet und Ihnen in nächster Zeit zugehen. Im Interesse der Stadt Mainz und der mit ihr verbundenen Landesteile begrüße Ich das Ihnen zu unterbreitende Abkommen mit Meiner Regierung wegen der Straßenbrücke. Ebenso hoffe Ich, das; die lieber» nähme des Kostenanteils für den Umbau des Bah n - Hofs Offenbach durch die zu erwarcenden Verlehrs- vorteile ausgeglichen wird. Mrt der Uebersuhrung von Grundstücken auS bem Staatseigentum in bäuerlichen Besitz soll fortgesahren werden. ES wirb Ihnen hierüber wieber eine Vorlage zugehen. Erfreulicherweise hat fick bie seither ungünstige Lage ber weinbautreibenden Bevölkerung infolge der dies- jährigen Weinernte erheblich gebessert. Dagegen haben das starke Auftreten bet Maul- uub Klauenseuche unb bie Dürre bieseS Sommers bie Landwirt,chast trotz einer qualitativ guten Ernte teilweise in Schwierig, leiten gebracht, bie besonberS burch bie Sorge um bie Erhaltung ber Viehbestände unb burch bie in iijrcnt Gc- folge ausgetretene Teuerung auch bie Allgemeinheit ber Bevölkerung berühren. Maßnahmen Meiner Forstver- waltang haben bem Mangel an Futter- und Streumitteln zu begegnen gesucht. Daneben waren bie Organe der Landwirtschaflskammer, gestützt durch bie staatlichen Zu- schlisse, in ber Lage, helfend einzugreisen, währenb zur Linberung ber allgemeinen Teuerung bie Herabsetzung ber Futter- und LebenSmitteltarife ber Hessisch-Preußischen Staatsbahnen beigetragen hat unb vielfach bie Ge- meinbeverwaltungen in anerkennenswerter Weife geeignete Maßnahmen ergriffen haben. Zur Ausführung bes demnächst in Kraft tretenden neuen Reichsviehseuchcngesetzes werden Ihnen alsbald geeignete Vorschläge und der Entwurf eines Gesetzes wegen Entschädigung für an Maul- unb Klauenseuche gefallenes Rindvieh zugehen. Tie Einführung ber R eichsv er siche rungS- orbnung erforbert ein* nqyc Gestaltung ber Versiche- rungsbehörben. Der Äostenbedarf wirb im Hauptvoranschlag angcforbert unb Ihnen ber Entwurf ber lanbeS- gesetzlichen Vollzugsvorschriften unterbreitet werben. Nach ben aus dem vorigen Landtag geäußerten Wünschen sollen die Bezüge der K-rcisärzte unb Kreisassistenz- ärzte anbermeit geregelt unb bie Jmpfgebühren zur Staatskasse vereinnahmt werben. Eine Vorlage über bie baburch notwcnbig geworbene Aenberung bes zurzeit gel- tenben AusführungSgcsetzes zum Reichs- Jmpfgesetz wird Ihnen alsbalb zugchen. Eine Novelle zu bem Gesetz, bie Branbversiche- rungsanstalt für Gebäube betreffend sowie ber Entwurf eines Gesetzes, betreffenb das Verfahren ber Zwangsvollstreckung im Verwaltungsweg, sollen bie auf biesem Gebiet gcltenben Bestimmungen zeitgemäß umgestalten unb ergänzen. Ten Wünschen auf eine anderweite Abgrenzung ber Verwaltungsbezirke in ber Provinz Rheinhessen wirb Meine Regierung burch eine .Gesetzesvorlage entgegenkommen. Auf dem Gebiet ber llnterrichtsverwaltung wirb Ihnen bem Ersuchen bes vorigen Lanbtags entsprechenb ber Entwurf eines Gesetzes über bie Aufbringung der Kosten ber höheren Schulen zugehen. Eine Novelle zur Revision beS Volksschulgesetzes soll biejenigen Aenberungen bringen, bie sich im Laufe ber Zeit als wünschenswert ergeben haben, ohne an den bewährten Gru n b- lagen bes Gesetze- zu rütteln. Zur weiteren Ausgestaltung besLehrerbil- bungswesens trifft der Hauptvoranschlag für bas Jahr 1912 Vorsehung. Ebenso soll in ihm ein Betrag zur Förberung ber Pflege berschulentlassenenJu- g enb bereitgestellt werben. Zur Neuregelung bes Jagbpolizeistrafrechts, bie auf bem 32. unb 33. Landtage erfolglos versucht worben ist, wird Ihnen eine Vorlage zugehen, sofern nicht ber Fortgang ber Arbeiten zur Reform bes Reichsstrafrechts, bas jene Materie teilweise geregelt hat, ben Aufschub ber Revision bes hessischen Jagbstrafgesetzes rätlich erscheinen läßt. Mit Vertrauen sehe Ich ber Erlebigung ber Ihnen gestellten wichtigen Aufgaben entgegen. Mögen Ihre Arbeiten ber Wohlfahrt Meines geliebten Landes bienen. Meines fortdauernden lanbcs,ttt stächen Doh.wrl.ens dürfen Sie sich versichert hallen. e Tie mit hohem Interesse erwartete Thronrede des GroßherzogS erfüllt vor allem einige seit langer Zeit ge- heg^e dringende unb berechtigte Erwartungen: bie Scannen tonnen nunmehr der Erfüllung ujrer Dünsche entgegensehen. Die die Mittel dafür aa gebracht werden, wird nur kurz angeöeutet Denn eS hei^, daß auch Er- ipami.se ber Staatsverwaltung dafür herangezogen wer- - ■-üb b.won maa.ii tmnicn, denn oie Vereinfachung bn StaatsverwaUung, s^r die jetzt roieocr Die Lus,cha„e do »teilt morgen |UU), liegt ofieuoar noch IN wewem tyeloe. Wir werden über neue Steuern man htnwegiommen: daß aus die Sieucrtrasi unb lvir.icha,tlichc Leittungssähiglett dco Landes „sorgfältig Rückiidn" genommen werden soll, ist zu begrüben, und l-ofsentiicb gelingt c5, in biefer SR ul t- lchnur auch praktisa) erfolgrrin) vorzudringen. WaS in der Thronrede an gesetzgebemchen unb Dcr- waltungSmaßregeln in Aussicht gestellt wird, entspricht dem waS man ungeiähr erwartet ha.. Bemerkenswert m, daß bei ber Revijion des Vol.Sjchulgesetzes „an ben bewährten Grunblagen nicht gerüttelt' werben soll. Denn ba? Zentrum Sonberwüns.. e verjolgen will, so wird also die Regierung in dieser Beziehung kein Entgegenkommen zeigen. Mit Ingres e wird man ber „weiteren AuSgeitaUuug des Lchre^bildungSwesenS" entgegensehen. Ein svlcleü Gcietz tnifüriu)t lange gcovgteu Le.-rerwünschcn. Auch der Land- wirtschaft werben Zu.agen gemacht, vor allem in bem „Entwurf eines Gesetzes wegen Entschädigung für an Maul- unb Klauenseuche gcfaltencd Rindvieh", ferner mit ber Ucbcrsuhrung von Grunbstticken auS bem StaatSeigenlum in bäuerlichen Besitz. Im aligenui.tui wird bie Thronrede im Lande mit Beifall und Besriedigung ausgenommen werden, bie sich »loch steigern werben, wenn ber neue Lanblag dafür sorgt, daß die Saaten auch reifen können. • Tie erste Sitzung brr Zweiten Kammer. bS Darmstadt, 20. Dezember Präsident Dr. Köhler eröffnet tie eii’.uno und macht thWoii Mitteilung, daß er bem Geh.muwat »ane den gestern hier au gciprodxncn Tank b.r Kammer übermittelt habe. (Webcimcr.it X)aad labt bie Mitg.icdcr der Kammer herzlich gnißen uno ntr öic il'üi zuteil geworbene lüuimcrfjamfeit danken. Alsdann wirb zur W u y l der Schriftführer geschritten. Gcwah.t tvurbai bie Abgg o i n g e r natL) mit 37 und Damm (BoltSp.) mit 48 Stimmen, '.'(uf Raab (Soz.) em- fielen 11 Stimmen. Tie Wahl ber Ausschüsse, die ben zweiten Punkt ber Lagcvvrbnung bildet, wirb auf Antrag bc>i VU>g Tr. S ann durch Zuruf norgenommen. In den Fina n > a uSichuß warben p. wüh.t bie Abgg Tr. Osann, Brauer, Tr. Heidenreich, Henrik, Molthan, Ulrich unb Tr. Weber: in ben esevgebung - auS, chuß bie Äbgg. v. Brentano, Tr. Fulda, Lutz, Reh, Schönberger, Stephan und Wolf-Stabcd.ii; in ben Wahtprliiung>s- ausschuß die Abgg. Breidenbach, Bäbr, Erru^rt, Grüiuii"a!a, Lang. Tr. Wniklet, Tr ourfinai)cr. in b:it Petition.; i■ l d) n h bie Abgg. Stöpler, Bett, Hauck, rkorell-Königswo. n. Raab, Senßseld.r unb liebet. Sadann werden nod) 2 anbei auSschü sse zur Ber e infa un g der Staati»verwal tu n g unb ein Sonberanvschuü für bie Revision der lanbitaubischcn Geschastsorbnung gewählt. Bon soziaitnmialratisd)er Seite ist ein Antrag ber Abgg. III r i d) u. Genossen eingegangen, bic ben Konkurs ber R i c • ber-Modauer Spar- unb Tarlehnskasse betrisst. Nach 11 Uhr schließt bie Silung, unb bas Hatto vertagt sich auf unbestimmte Zeit. Von der F o r 11 ch r i tt l. V o l t t Pa r i c i liegt ine Ansta,.i deS Abg. MuteU»ilömpitäbieit uaer bi? handhabe des Reblau. g e s e v c S vor, bie folgendcn Wortlaut .hat: „An bic Großh. Regierung rid>tai wir die An frage, ob sie in ter Lage ist, angesichts ber neuerdings in Hingen, Aücc^hrim unb Kempten Horror getretenen UnLutrügtichkeiien unc •Jlbdiit^rung der Au^'ührungsbestunmungen «um Reblausgesetz d erbet zu s.ihren. Ist sie insbesondere geneigt, ber.aowarte, ton ter Reblaus befallene Gemariungen zu einem Bezirk im Sinne d.s Gcseves Äuicunmengulegen, bie Tesin'ettw» in den Wuiterinonalen auf das Mindestmaß emzuschranlen unb die Untersuchungsarbeitk r a n k h e i t c n n 30. Ium 1 'kJ bet reisend ai chGs. 7 bet tu Au-fstl-rung dieses Gesetzes betrefftnb;n <:ekaijumachtmg tarn 26. Lktober lUO'J, t'cHunmungen dahin getroffen iverbot, wer bie gemäß § 2S be» Reid)sze,eres zu leatcacc Entschädigung zu trage.i hat, binnen welcher Frist o.'r Ent!cha5igungsan,pruch geltend zu machen unb wie die Höhe der Entichächgring zu u uiilteln ist." Konstituierung ber Fraktionen. Tie einzelnen Fraktionen haben sich gestern konstituier.'. Erster Bor ivenber ber national!iberalen Partei ist Tr L s ann, zweiter Borsiyenocr Tr. -Veibenr e t di ; 1. Lor litzenber der Fo r t sch rt tt l. Voli»variei ist 21 bg. 21y, 2. Vorsii'endcr Abg. £> e n r i di: Voriitzenber bes Bauern b u n b e » Abg. Brauer, ftcllotrtreten^n Vorsitzenoer Tr Weder. • Tie Eröfftmvgrfihong der Ersten Kammer bS. Tarrn ft obt, 20. Tezernber. Heule abend fanb unter dem Vorsitz beS Präsibenicn Gr^ ..♦ o. Schlitz, genannt o. Görtz, bie zweite Titzung b.r Ersten .'Um-rcr der Stände statt. Ter Präsident etwinet um 6.2j uhr b;e Sitz ung unb stellt bie Frage, ob gegen bie neu berufenen Mitglieder Einwände erhoben werben. 2a dies nicht ber Fall ist, gelten diese als auigenommen. Alsdann derlieft Freiherr v. Riebesll zu Eisenbach eine Antwortadresse auf die Thronrede an ben Großherzog. Tarin heißt es: Eure Uönigi.che Hoheit haben bie Gnade gehabt, auch den 35. Landtag in Person tu eröffnen und deren getreue Stäube unter ber Versicherung landesherrlichen Wohlwollens Million: men zu heißen. Tie Erste Kammer fmichc hierfür ihren t surchtZoollen Tank aus; sie wird in liebereinftimmung m.. test beivarrien Traditionen, in Treue zu Fürst und Batet. .. ihren verfaffungsmaßlgen L'lichren Nachkommen. Eine volle MithtKe bei der Erlebigung ber ihr versasfungsm. - rugewiesenen Arbeiten erwanet bie Enste Kammer feü.r. ( . durch bas Wahlgnetz vom 3. Juni 1911 in die Kammer rufenen Vertreter ber Üii'cnftbaft, beS Handels um ..-r Jr buürie, ber Landwirtschaft uno des Handwerk? Es heißt bann rvctier, daß Du Enre xammer bemüht fein wird, an der Erledigung ber landstanoischen IrbciUn muni- roirien. Ti? neugeordnete Mitwirkung ber Ersten Hammer bei ber Feststellung des FinanzgcieLes uno des Hauptoorawchlaaes werde! hierzu willkommene Gelegenbeit geben. Auch die feste jlSestaltung des Landes zum Reich hält die Erste Kammer für wünschenslvert: auch hält sie es für angebracht, den Staatshaushalt von Schwankungen des Wirtschaftslebens möglichst un abhängig zu machen und ist dafür, eine gesetzliche Vorkehrung da- tzegen zu treffen. An der Erledigung der Vorlage über die Tilgung der Staatsschuld will die Erste Kammer gleich falls mitarbeiten. Tie Mitteilung, daß der Anteil des Landes an den ^Einnahmen der Eisenbahngemeinschaft gestiegen sei, und aus ihm erhöhte Mittel für die laufende Verwaltung zur Verfügung gestellt werden können, wird mit besonderer Freude begrüßt. Tie Erste Kammer nimmt mit Befriedigung davon Kenntnis, daß die Bemühungen der Regierung und des Ausschusses zur Vereinfachung der Staatsverwaltung weitere Er- sparnisse erwarten lassen. Tie hierdurch flüssig werdenden Mittel sollen eine Erhöhung der Bezüge der Beamten, Staatsdienstanwärter, der Lehrer, der Pensionäre und der Hinterbliebenen möglich machen. „Tie Besserstellung der Beamten liegt auch, so heißt es weiter, uns schon seit Jahren am Herzen. Wir wer den die in der Thronrede in Aussicht gestellte Vorlage besonders genau zu prüfen haben, und es wird unsere Pflicht sein, einerseits auf die Lage der Staatsdiener, jedoch auch andererseits auf die finanzielle Lage des Landes und seiner Bewohner Rücksicht zu nehmen. Ebenso halten aber auch wir zum gleichen Zeitpunk eine Erhöhung der Zivilliste aus denselben Mitteln für notwendig." Auch den Vorlagen über das Abkommen mit der ©toi)' Mainz wird die Erste Kammer mit Interesse entgegen sehen Die Maßnahmen, die zur Abwendung der Folgen der D u r r e gc troffen worden sind, oie Herabsetzung der Eisenbahntarife fottrip das helfende Einschreiten der Forstverwaltung, der Landwirt schaftskammer und der Gemeindevertretungen werden, wie wir hoffen, dauernde Schäden abwenden. Auch in der Entschädigungsfrage für an Maul- und Klauenseuche gefallenen Tiere wird die Kammer ihr besonderes Interesse für die landwirtschafttreibende Bevölkerung des Landes betätigen. Alle anderen in Aussicht gestellten Vorlagen werden einer ernsten und gewissenhaften Behandlung unterzogen werden. Tas Haus erklärt sich mit der Fassung dieser Adresse ein verstanden. Tie Ueberreichung dieser Adresse erfolgte heute abend 3/48 Uhr durch eine Abordnung, bestehend aus dem Präsidenten, den beiden Sekretären und den Mitgliedern .Prinz Viktor zu Erbach-Schönberg und Oberbürgermeister Tr. Göttelmann. Nun folgt die Wahl der Ausschuss< Es werden gewählt: In den 1. Ausschuß: Graf zu Erbach-Fürstenau, Fürst zu Jsenburg-Birstein, Prinz Friedrich zu Solms-Braunfels, Erb- marschall Ludwig Riedesel Freiherr zu Eifenbach, Freiherr Hehl zu Herrnsheim, Bankdirektor Parcus, Geh. Kommerzienrat Dr. Strecker. In den 2. Ausschuß: Fürst tzu Leiningen, Fürst zu Solms Hohenfolms-Lich, Graf Kuno zu Stolberg-Roßla, Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, Professor Geh. Justizrat Dr. Schmidt, Justizrat Dr. Kleinschmidt, Landgerichtspräsident Dr. Hangen. In den 3. Ausschuß: Graf Wilhelm zu Solms-Laubach, '©raf zu Dftnburg und Büdingen in Meerholz, Domkapitular Dr. Bendix, Oberstallmeister A. Riedesel Freiherr zu Eisenbach, Geh. Kommerzienrat Dr. Merck. In den 4. Ausschuß: Graf zu Solms-Rödelheim, Prinz Viktor zu Erbach-Schönberg, Fürst zu Psenburg und Büdingen in Büdingen, Prälat D. Dr. Flöring, Geh. Kommerzienrat Gail, Oberbürgermeister Dr. Göttelmann, Gewerberat Falk. In den dlnsschuß zur Vereinfachung der Staatsverwaltung klommen als Mitglieder: Graf Kuno zu Stolberg-Roßla, Geh. Kommerzienrat Gail, Oberbürgermeister Dr. Göttelmann: als .Ersatzmänner: Fürst zu Jsenburg-Birstein, Prinz Friedrich zu Solms-Braunfels, Prof. Geh. Justizrat Dr. Schmidt. Freiherr von Riedesel schlägt vor, als Stellvertreter des Kontrolleurs für Staatsschuldenverwaltung den Kanzlisten Werner zu wählm. Die Sitzung wird damit geschlossen. Nach Erledigung der Tagesordnung bringt Gras von Schlitz den bis jetzt für dieses Haus bestehenden Frackzwang zur Sprache und schlägt vor, auf Anregung mehrerer Mitglieder von einem Frackzwang künftighin absehen zu wollen. Graf Erbach-Erbach will aus Prinzip den Frack erhalten wissen. Er sei em Zeichen des Konservatismus. Er sehe es als eine Ehre an, daß die Erste hessische Kammer noch Frackzwang hat. Auch Fürst Solms- Laubach bricht eine Lanze für den Frack. Da aber die Mehrheit liberaler denkt, wird also der Frack in Zukunft nicht mehr unbedingt notwendig fein. Aber immerhin einigt man sich dahin, daß der schwarze einreihige Schoßrock das niedrigste Kleidungsstück fei, das in der Ersten Kammer getragen werden dürfe. Die Reichstagrwahtbswegung. Die liberale Einigung in Gießen endgültig vollzogen! Wie wir hören, hat der liberale Einigungsausschuß am gestrigen Mittwoch sich endgültig über das gemeinsame Vorgehen geeinigt und die Kandidatur Erkelenz wird jetzt auch von den Nationalliberalen nach Kräften unterstützt. Es wurde unter Ausscheidung der Alsfelder Wahlkreisstreitigkeit grundsätzlich beschlossen, daß die Nationalliberalen und die Fortschrittspartei im Wahlkreis Gießen künftig bei allen politischen Wahlen gemeinsam vorgehen, das heißt also bei der Reichstagswahl, den Landtagswahlen und den Stadtverordnetenwahlen in Gießen, und zwar auf der Grundlage der Gleichberechtigung. Wir werden den genauen Vertrag, der diese Festsetzung erhält, wohl morgen zur Veröffentlichung bringen können. Es ist erfreulich, daß der alte Bruderstreit endlich beigelegt ist und daß die Extreme, die in beiden Parteien vorherrschend waren, jetzt zum Schweigen kommen müssen. Die nächsten Tage werden eine kraftvolle Agitation für den gemeinsamen Kandidaten in Erscheinung treten lassen. Aus dem Wahlkreis Alsfeld Lauterbach-Schotten. st. Schotten, 20. Dez. Gestern abend 8 Uh«r fand in der Turnhalle hier eine von der hiesigen fortschrittlichen Volkspartei einberufene Wählerversammlung statt, die recht gut besucht war. Nachdem Landtagsabgeordneter Pfarrer K o r e l l - Wnigstätten in kurzen Worten das Recht der Pfarrer, Politik zu treiben, klavgelegt und etwas ausführlicher die Schattenseiten der Reichsfinanzreform von 1909 beleuchtet hatte, entwickelte Reichs tags kandidat Pfarrer Möbus-Udenhausen sein Programm in ausführlicher und sehr sachlicher Weise .Beiden Rednern wurde sehr lebhafter Beifall gezollt. Eine Aussprache fand nicht statt. Deutscher Reich. Wie das Wolffsche Bureau mitteilt, ist die Ernennung de§ Gouverneurs Dr. Solf, der seit dem Rücktritt des Staatssekretärs Lrndequist die Geschäfte int Reichskolonialamte in Vertretung führt, zum Staatssekretär des Reichskolonialamts in Aussicht genommen. Der liberale Kandidat im ersten Mecklenburger Wahlkreis, Seminar-Oberlehrer Siv- k o v i ch, wurde auf der Heimfahrt von einer Wahlversammlung von einer Anzahl von Männern mit Steinen beworfen. Einer ferner Begleiter unh der Kutscher trugen Vec- letzuugen davon. Obwohl die Feuerbestattung in Bayern nicht zugelassen wird, hatten die städtischen Kollegien in Nürnberg beschlossen, in den «Etat 33 000 Mk. für Errichtung eines Krematoriums einzustellen. Die Regierung erklärte diese Beschlüsse als ungültig und ordnete Streichung der Position an. Der Magistrat der Stadt Nürnberg erhob hiergegen Beschwerde 6eint Verwaltungsgerichtshof, der auch eine Entscheidung dahin fällte, daß die Entschließung der Regierung von Mtttelfranken außer Wirksamkeit gesetzt werde. Ausland. „Osservatore Romano" veröffentlicht ein neues Motu- provrio des Papstes, wodurch das Brevier reformiert wird. Die Friedenskonferenz zwischen den Kaiserlichen und chinesischen Aufständischen wurde unterbrochen. Wutingfang vertrat dev Standpunkt, daß die Republik die einzige mögliche Grundlage zu einer Verständigung sei. Tangs Hao yi erklärterer könne ntcht eine Frage von so hoher Wichtigkeit beantworten, sondern müsse Darüber nach Peking berichten. Der Waffenstillstand wird infolgedessen um eine Woche vom 24. Dezember an verlängert. Aus Petersburg wird mitgeteilt, falls die persische Regierung bi£ morgen abend keine Antwort auf das russische Ultimatum geben werde, würden die russischen Truppen den Befehl erhalten, den Vormarsch auf Teheran anzutreten. Das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten nahm die Erklärung des Senats an, durch die der russische Vertrag gekündigt wird. Aus Stadt uud Land. Gießen, 21. Dezember 1911. Ueberlandzentrale Wölfersheim. Auf das Ausschreiben, das bm dem Sachverständigen der Provinz, Geheimerat Kittler ju Darmstadt am 2. Nov. an 14 elektrotechnische Firmen Deutschlands hinausging, werden die Angebote am 22. d. Mts. bei der Provinzial- direktion eingelaufen sein. Sie wwden int Lause des Monats Januar geprüft und beurteilt w-rden. Es ist demnach mit Bestimmtheit zu erwarten, daß in Monat Februar die Vergebung der Arbeiten an die eitzeinen Firmen stattfinden .änn und im Frühjahr 1912 mit dem Bau der Fernleitungen jcgonnen werden wird. Die Verträge mit den im Ber- sorgungsgebiet liegenden Gemeinden find nunmehr sämtlich abgeschlossen, nachdem auch gestern die Stadtverordnetenversammlung zu Friedberg die zwischen dieser Stadt und der Eisenbahnverwaltung wegen Versorgung des neuen Bahnhofs Friedberg mit elektrischer Energie entworfenen Verträge genehmigt hat. * ** Eine evanaelische Wochenschrift für Gießen. In dieser Woche wird die erste Nummer einer Wochenschrift herausgegeben, die sich unter dem Titel „Sonntagsgruß,GemLindeblattfürdieevan- gelische Kirchengemeinde Gießen", an die Evangelischen zu Gießen wendet. Das Blatt wird unter Mitwirkung der Pfarrer der Matthäus-, Markus-, LukaS- und J-ohannesgemeinde herausgegeben; die Redaktion liegt in den Händen des Pfarrers Bechtolsheimer. Der Plan zur Begründung dieses Organs — Blätter dieser Art bestehen in vielen Städten wie z. B. in Bonn, Düsseldorf und Stuttgart — ist aus der Erwägung hervorgegangen, daß in einer großen, beinahe 27 000 Seelen umfassenden Kirchengemeinde vieles ihre Glieder interessiert, das man ihnen weder im Gottesdienste, noch in Vereinsversammlungen mitteilen kann; hauptsächlich aber will das Blatt das Gemeinschaftsgefühl der hiesigen Evangelischen beleben. Der Titel „Sonntagsgruß" ist nicht willkürlich gewählt, das Blatt will in alle evangelischen Familien unserer Stadt als ein Sonntagsgruß kommen, es will namentlich auch denen dienen, die durch Krankheit, Dienst oder andere Abhaltung gehindert sind, den Gottesdienst zu besuchen. Eine kurze religiöse Betrachtung soll jedesmal vorausgehen, dann sollen Aufsätze über die verschiedenen Arbeitsgebiete der evangelischen .Brche folgen, besonders soll die Geschichte der Stadt und Kirckumgemeinde Gießen gepflegt werden. Auch der edlen Unterhaltung soll durch entsprechenden Lesestoff gebient werden. Patriotisches und Soziales soll nach Möglichkeit zur Sprache kommen, dagegen soll streng vermieden werden, auf politische und kirchliche Streitfragen einzu- gehen. Nicht das Trennende, sondern das Einigende soll hervorgehoben werden. Unter der Rubrik „Kleinere Mitteilungen aus dem Leben unserer Kirchengemeinden" sollen die wichtigsten Vorgänge unseres kirchlichen Lebens registriert werden. Der Bezugspreis beträgt 5 Pfennig pro Nummer. Er ist so niedrig festgesetzt worden, damit es auch den Geringsten und Kleinsten möglich ist, ein solches Blatt zu halten. Alles Nähere über Abonnement und Inserate kann man durch die Geschäftsstelle (Schulstraße 7) des „Sonntagsgruß" erfahren. ** Justizpersonalien. Der Großherzog hat die Notare Geh. Justizrat Herrn. Jöckel in Friedberg, Geh. Justizrat Wolf in Mainz und Justizrat Hallwachs in Darmstadt zu Mitgliedern des Disziplinaryofs für Notare, die Notare Justizrat Dr. 9teen in Wörrstadt, Justizrat Ernst M e tz in Nidda und Justizrat Dr. Osann in Darmstadt zu stellv. Mitgliedern des Disziplinarhofs für Notare: die Notare Justizrat Gallus in Darmstadt und Justizrat Dr. Kleinschmidt daselbst zu Mi gliedern, die Notare Justizrat Herrn. Metz in Darmstadt und Justizrat v. Brentano di Tremezzo in Offenbach zu stellv. Mitgliedern der Disziplinarkammer für die Notare der Provinz Starkenburg; die Notare Geh. Justizrat Aug. Metz in Gießen und Justizrat Herm. Katz daselbst zu Mitgliedern, die Notare Stahl in Bad-Nauheim und Ludw. Röm- held in Gießen zu stellv. Mitgliedern der Disziplinar- karnmer für die Notare der Provinz Oberhessen; die Notare Geh. Justizrat Köhler in Osthofen und Justizrat Schwarz in Worms zu Mitgliedern, die Notare Justizrat Dr. W e i s f e n b a ch in Bingen und Justizrat Sommer in Mainz zu stellv. Mitgliedern der Disziplrnarkammer für die Notare der Provinz Rheinhessen, für die Zeit vom 1. Januar 1912 bis 31. Dezember 1914, ernannt. ..** Staatsbahn-Personalien. Versetzt: Bahn- meister Fricke v-on.'ämrg-rnn nach S'ib'rs, Bahnmeister Reining von Gre,rach nach Burgsinn, Eisenbahn-Praktikant Kauert von Braunfels nach Limburg, Eisenbahn-Gütervorst. W ü st vvn Altenkirchen nach Limburg, gepr. Lokomotiv-Heizer Paul Moritz von Hanau nach Lungen und Jolxrnn Küch von Friedberg nach Hungen Dic Prüfung haben bestanden: Die Loko- motiv-Hrlssherzer Strecker, Weller, Adam und Hen- LT Ernannt wurden: Der kommissarische Eisenbahn-Assistent Egenols in Limburg (früher in Lang-Göns) zum Eisenbahn-Assistenten, der Schaffner im Probedienst Hühn in Gießen zwu ^envahn-Schafsner, der Hilfsweichensteller Karl Wenzel in Bruchköbel zum Bahnwärter. Das Allgemeine E h r e n z e i che n erhielten der Eifenbahn-Rangiermeister PH l pp Luh II. in Ullendorf a. d. Lahn, der Weichensteller 1. Klasse Jakob Wag ner und der Weichensteller Jakob W er t her , beiße in Gießen. Eine Belohnung erhielt der, Hilfsbahnstcigschaff- ner S o m m e r l a t in Salzschlirf, iveil er für schnelles Löschen eines Wagens mit Briketts auf Bahnhof Lauterbach gesorgt hat. •* Die elektrische Straßenbeleuchtung vom Bahnhof bis zur West-Anlage brannte an den beiden letzten Abenden tadellos. — Die Beleuchtung über die Lahnbrücke ist seit 14 Tagen verstärkt worden. Jede der dort stehenden Straßenlaternen ist mit dreifachen Brennern versehen worden, von denen allerdings von 12 Uhr nachts an immer nur einer brennen wird. "Der Weihnachtsmarkt, der gestern aus Os- waldsgarten stattfand, ist durch das schlechte Wetter zu Wasser geworden. Aber auch unseren Geschäftsleuten in der Stadt hat der Regen gestern viel geschadet. ” Der Krieger vere in hält seine Weihnachtsbescherung mit Verlosung am dritten Feiertage in Steins Garten ab. Er beschenkt auch diesmal wieder die Kinder verstorbener Vereinsangehöriger und nimmt auf etwaige Wünsche gerne Rücksicht. ♦* Weihnachtsverlosnngen. Vielfach wird von Vereinen gelegentlich der Weihnachtsfeier eine Verlosung abgehalten. Derartige Verlosungen sind nichtgenehmigungspflichtig, wenn die Lose lediglich nur unter den Mitgliedern verteilt werden. Sobald an Nichtmitglieder Lose abgegeben werden, ist die Verlosung eine öffentliche und Erlaubnis erforderlich. Auch müssen derartige Lose versteuert werden, sobald die Summe des Erlöses 100 Mark übersteigt. Die Vereinsvorstände tun gut, sich hiernach zu verhalten. ** Kein Werber für die Fremden-Legion. Die Mitteilung, daß ein 18jächriger Bursche aus Klein- Linden von einem „feinen Herrn" für die franz. Fremdew- Legion verschleppt werden sollte und von einem Schutzmann dem Werber in dem Augenblick entrissen worden sei, als die beiden abreisen' wollten, beruht nach der Erklärung des Polizeiamts Gießen auf Erfindung. Ein harmloser Vorgang, der sich am 30. Nov. und 1. Dez. in der StadÜ abspielte und zur Kenntnis der Polizei gelangte, ist von einem gewissenlosen Berichterstatter sensationell und phantasievoll bearbeitet worden. Am 30. November, vormittags, hatte der 18jährige Bergarbeiter W. mit seiner Mutter irt einer Wirtschaft in Klein-Linden einen Zwist; ein fremder Gast mischte sich dazwischen, worauf W. und der Fremde sich entfernten. Sie haben hier in Gießen tagsüber eine Bierreise gemacht, wooei aber jeder der beiden seine Zeche bezahlt hat. Frau W. in Klein-Linden verständigte die Polizei telephonisch und bat, ihren Sohn festzunehmen, was die Behörde selbstverständlich ablehnte. Wachtmeister Kümmel wies seine Beamten daraufhin an, auf ben jungen Menschen Acht zu geben und bei dem geringsten Anlaß ifjit mit seinem Begleiter aus die Wache zu sistieren Dies geschah auch gegen Abend. Der Fremde legitimierte sich als ein Reisender aus Butzbach, erklärte, wie er mit feinem Begleiter zusammengetroffen fei und daß der W. nicht wieder nach Haufe wollte. Am 1. Dezember, vormittags, ist der Reisende in der Richtung nach Frankfurt a. M. ab* gereist. Der junge W. erschien später am Bahnhof untz erklärte erregt, er wolle in die Fremde gehen Ein Bahnbediensteter aus Klein-Linden beruhigte ihn und schaffte ihn mit Hilfe eines Schutzmanns aus dem Bahnhof hinaus, von wo er den Weg nach Klein-Linden ctn>4 schlug. Die Mitteilung, daß Werber für die Fremden- Legion in unserer Gegend tätig seien, hat auf den Dörfern eine gewisse Beunruhigung hervorgerufen. Dieser Umstand veranlaßt uns, oen Sachverhalt, wie er aus den Akten des Polizeiamts hervorgeht, ausführlich mitzuteilen. •• Tierquälerei. Am Dienstag abend gegen 10 Uhr wurde ein kleiner Hund (Dackel) an der Ecke der Schott- und Steinstraße, angeblich von einem Schüler, geworfen. Das arme Tier erlitt hierdurch einen Beinbruch. Der Täter ist ermittelt, so daß Anzeige erhoben werden kann. Starkenburg und Rheinhessen. rv Darmstadt, 20. Dez. Anläßlich des Namenstages deS Kaisers von Rußland fand heute vornnttag in der russischen Kapelle ein Gottesdienst mit Tedeum statt, an dem der russische Gesandte und Angehörige der ruff. Kolonie teilnahmen. Kreis Wetzlar. -Einbau l KS& d" ii Ter l Vir erhsstbn \ Kerems m W lautet: Nachdem 1. es der dav Kietzen ohne ift M Iarlei m jjäi «I Automobil Zllfc desGesangv am Sami ] L Ouvertüre:,,En 1 l Arie aus „Hans 1 Zweiter Satz (L i. Rezitation eine) I 5. Erinnerung an 6. Solo für Cornet 7. „Samson und D | S. Krönungsmarsc 9. Slawische Raps« 10. Arie aus dem „ j 11. Rezitation eine 112. Cornet a Pistoi | 13. Florentiner Ma j V orausbestellun Er Nu Aufsehei Bien 5* Ar । m ’ft die Eane De Amtlicher Wetterbericht. WetterauSsichteu in Hessen am Freitag, den 22. Dezember 1911: Trüb, Regensälle, etwas kühler. Kleine Tageschronik. In Eharlottenburg schoß der 3Sjährige Schreiber Rode in einer Autodroschke aus ein 30iähriges Tienümädchen, verletzte es durch füllt Schüsse in die Brust schwer und warf es dann aus dem Wagen heraus. Das Mädchen lief noch bis jjunt Charlottenburger Pferdemarkt und starb dort. Rode gab einen Schub auf sich ab: er liegt im Krankenhaus Moabit darnieder und ist noch nicht vernehmungsfähig. In dem französtschen Badeorte Saint Trojan brachen 15 Strafsoldaten aus der Zitadelle aus, richteten in Eafös und lokalen schwere Verwüstungen an, stahlen, was sie konnten, miß' handelten einen llnterofstzier und raubten eine Villa am Meere aus. Mit Hilfe der Einwohner gelang es, die Meuterer in die Zitadelle zurückzubringen. Ter 19jährige Sohn des pensionierten Obersten Tschirtsch, des früheren Generaladjutanten der Könige Milan und "Alexander, wurde in der Räbe von Belgrad auf einem Eisenbahngeleise mit gefesselten Füßen erschossen und überfahren au'ge'unden. w. Wetzlar, 20. Dez. Nach der letzten Personenstandsaus- nahme zählt unsere Stadt jetzt 13 641 Einwohner. Dies bedeutet gegen die Volkszählung 1910 eine Zunahme von 252 Personen. — Die Viehzählung am 1. Dezember ergab 240 Pferde, 439 Rinder, 5 Schafe und 374 Schweine. = Niederkleen, 20. Dez. Die Gerichtstage für den Hüttenberg werden für 1912 wie folgt festgesetzt: 15. Januar, 12. Februar, 18. März, 15. April, 13. Mai, 8. Juli, 16. September, 14. Oktober, 18. November und 16. Dezember. Hessen-Nassau. w. Frankfurt et M, 20. Dez. Der Reichsetat für 1912 sieht einen Neubau des Bekleidung Samtes des 18. Arm eekorps in Kastel und einen Neubau des Generalkommando -Menstwohnungs- und Bureaugebäu- des des 18. Armeekorps in Frankfurt oi M. sowie einen Neubau des Gairnisonlazaretts in Darmstadt vor. — Der Etat Reichspost- und Delegraphenverwaltung für 1912 sieht für Frankfurt cc. M. an der Zeil einen Umbau uni) einen Erw eit erungsbau an der Poststraße, den Erwerb eines Grundstücks und für Friedberg Gründ' erwerb für einen Neubau vor. im n Zwist: ein frembc- W. unb der Jtembt 8. Vorausbestellungen der Karten nehmen jetzt schon entgegen Musikalienhandlung ,löl slilleo Plata' Ernst Challier, Neuen weg, Busch, Lindenplatz. D”/, Biograph Plockstr, 010612 der Orientale billigen Preisen. Kinematograph Babubosttraste 5* 01O311J vahubosstraste 54 Eia tritt 45 Pf*. Anfang 4V, ühr. Kriegerverein Giessen Drama in Sowie das übrige neue Programm. Besichtigung erbeten Reelle Preise Hießen tagsüber eine >er beiden seine Zeit: iben verständigte die Sohn sestzunehni.7. Aufsehen erregendes Detektivdrama in 3 Akten Eine Sensation ohnegleichen! Der grösste Weltschlager! — sowie die übrigen Progrannn*Nui»niern« Großer Posten Tflfchen= tücher unb balbterliae Stickerei Kleider in den bett. Cualität »u siaunend Gedichte v.C.Roemheld. Geb. 3 Mk. Brosch. 2 Mk. Durch d. Buchhandlungen und im Selbstverlag des Verfassers xu haben. Aus den Kritiken: Wer sich am echten deutschen tiefen Gemüt erfrischen will, greife nach diesen Gedichten. 7616 | io. u. 12. 18. Tee - Pause. Slavische Rapsodfe von Friedemann. Arie ans dem „Maskenball* (Herr Kammersänger Weber). Rezitation einer Studie von Alfred Bock (Herr Max Bayrhammer). Cornel a Piston von L. Kümmel (vorgetragen vom Komponisten). Florentiner Marsch von Fuczik (Orchester-Verein). Liebigshöhe Am Mittwoch^ 27. Dezbr. (3. Weihnachtsfeiertag): Militär - Konzert ansgeführt von der Kapelle des hiesigen Inf. - Regte. .Kaiser Wilhelm* unter persönlicher Leitung des Obermuiikmeisters Herrn W. Löber. •**“ Ortsgruppe Gießen des Verbandes der Schausteller, Hausierer und Marktreisenden. Am 27. Dezember von abends 8 Ubr ab feiert her Verein fein diesjähriges Löeihnachtsvergnügen in der Gastwirtschaft »um Pfan - «euiiobt - bestehend in Ver losanf mit nachfolgendem Tana. OltBlu Gäste herzlich willkommen. 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Wir erl-alten soeben noch den W o r t l a u t de4 von den Lorsränden de4 fortschrittlichen und deS nationalliberalen Ver ins in (ließen beschlossenen Einigung-Vertrag eS Er lautet: Nachdem 1. eS der Parteileitung der Fortschrittlichen VolkSprrtei in Gießen ohne ihr Verschulden nicht gelungen ist, die Änhängcr ihrer Partei nn Reichstagswahlkreis Alsstid—Lauterbach—Schot- ten zur Ilnierfaipung des dmeldst ausgestellten natronailiberulen Sranbi >cten ui veranlassen: nachdem weiter 'i. der Kandidat der sZortschrMlichen Voikspartri, \xrt Erke, lenz. inMnichen an tserfdnebrnen Orten des ZBab. freuet »ein Pro- aremrn ewtnnddl unb dabei die Zustimmung der «nwnallideralen Wähler gesunden bat, wird hiermit in der sicheren Erwartung, damit die schon lange erstrebte dauernde Einigung der beiden liberal en Ismocn zunächst für den Neichet ag^n-aHlkreiS her bei zu führen, innfdxn den V r» )landen de- Vereins der fortfdmttlübcn Volkspann und des Nationalltbcvalkn DerernS in Hs.eßen Folgendes verein, ^rt: 1. 'Xie Vereine der sortschriuluden Volkspann und der not io nallibc nalcn Partei in Giesen verreichten sich hicnnit. bn den nächsten Landtags- und Siadwerordnclenwahien in Gießen auf dem Boden ter Gleichberechtigung zusammen zu gehen. Diese Vereinigung erftredt sich auch aus die Landtag-wählen im Reich-togswahlfreis und soll der in Oheim eventuel! ;urüd' tretende Landtag, abgeordnete der forrschrilUtchen Volk-par.n in einem auSsichlsvaUcn Landtag-wahlfrei- des NnchMaaswablkreiseo oder der Provinz Lberhessen als ganeinschastlicher äandwai den beiderseitigen Vertrau en Sinännern voraei'LIagrn werden. 2 xxx seitherige Kandidat der fortfdnilthdxn VolkSvartei für die diesmalige Reich-tagswa HI wird als gemeinschastltchei Kandidat der beiden liberalen Parteien ausgestellt unb wirb feine Wahl von beiden Parteien mit alltu Kränen unterstützt werden. Siesten, den 19. Dezember 1911. Ter Vorstand deS nationalliberalen Verein-: Körte, Vorsitzender. Ter Vorstand deS Verein- der fortichnlstichen BvlkSparlei: Metz, Vorsivender. Vermischte». — Gin Seilmittel für Blutgeschwulste. Geheim rat v. Wassermann, der Entdecker der DlutdiagnoAk der Enphilis machte in der Berliner medizinischen Gesellschaft Aussehen erregende Mitteilungen über inne nrum Forschungen auf bein Gebiete der 0h-schmulnbciIung ES handelt sich itoar zunächst um Tierversuche, aber die Feststellungen die der Gelehrte und seine Assistenten in zahlreichen Apeninc-nten madsten lassen grohe Fortschritte auch bezüglich der Kr<-bN>ehandIung de- Menfchen erhoffen. Es handelt sich um eine chemisde Verbindung auS Selum und Svsin, nach dessen mehrmaliger Eim'pntzung in den Körper der Versuchstiere innerhalb von 10 Tagen nichts mehr von der Geschwulst zu sehen war und die Tiere geheilt waren TaS Mittel wirst dadurch, bay die Zellkerne angegriffen und zer- «ört werden TaS zellige Material verwandelt sich zu einer Art flüssigen Drei, der in andere Organe, Milz und Leber, übergesühn und dort verarbeitet wird. Bahnhofstraße 60 parterre, Eingang Grabenstr (Stein Vaben) BT Aernivrecher 269. "Wl utt w " ' fiabi^ jifes» nl isei -."Ti Wegner (Örchcstervereln). 6. Solo fiir Cornel n Piston, L. Kümmel (vorgetragen vom Komponisten. .Samson und Dalila“. 3. Akt, erste Szene, Gefängnis in Gaza, in szenischer Aufführung. Krönungsmarsch aus „Die Folkunger“, Kretschmer. ilehnte. Wachlineisict m an, auf ben iunpM geringsten Anlaß ihr e zu sistieren emoe legitini/mc in > rte, Ivie er nti: imm ib daß btt 'S. m»1. bezember, vvE-v ) Francs a. & ter am Bahnhvf w frennbe gehext i bmitygtt ihn m uns aus dem Bah Mn-Lmben >t für die Fremder , hat aus ben Dörfer, lerufen. Dieser Ut jalt, Ivie er aus dr t, ausführlich milP' ag abend gegen 10 Ui: m der Ecke der W‘ । Schüler, gemorst -Bembrud). » werden kann. Meßen. W d fanb brat' ti bi en (t ■* «** ,nb Slngebiti«*b" ™ MW «fS# Einwohner. - ezemver Mat, 8. JJg’ jj 16. Dezember. Nur noch heute und morgen! Dr.^ar ei Manna SA " '""""nut«* ’ «u! c«. g*** in £ Weibnacdts. .^'erlöge in Slmz Ql wieder die filn6,r nimmt aus etronige wird ben B«. abgehalt«, "?"n vkl. ^' abgegeben werden, Mis erforderlich. wbald die Summe bK elnsvorslände tun gy, Bur che aus fc. Eftanz. Fremden, pn einem Schutzmann Lil€n worden fei, als >ch der Erklärung des Ein hamloser Vor- Dez. in der Stadl 4ei gelanate, ist von rnsastonell unb pham wvember, vormittags, mit seiner Mutter i« weihnachts-vescherung mit Verlosung, Theater und Tauz Mittwoch, den 27. Dezember 1911, abend» '/,8 Uhr, in Siems Garten. Um Sttiiligimg bitM _ . . Tct Voruaud. Nur noch 2 Tage ist die unübertreffliche Tragödie AstaBIielsen in Zigeuner- Wohltätigkeits-Veranstaltung des Automobil-Klubs Giessen u. Umgebung (A.D.A.C.) zu Gunsten des Giessener Säuglingsheimes unter gütiger Mitwirkung desGesangvcreinsSänperkranzu.desOrchester-VereinsGießen am Samstag, dem 13. Januar 1912, im Stadttheater zu Glessen. Programm. 1. Ouvertüre: „Entführung aus dem Serail“, Mozart (Orchester-Verein). 2. Arie aus „Ilans Helling“ (Herr Kammersänger Weber, mit Orchesterbegleitung. 8. Zweiter Satz (Lanrbetto) aus der zweiten Symphonie von Beethoven 4. Rezitation einer Studie von Alfred Bock (Herr Max Bayrhammer) * 30|äg - 'un& Ä tollt f*S noch "L Ifi^Ert W* rb?eabit^ ,0 riM" fonnl^ bien Ek Peuttttl ag, v tfie Änanfi auf nin eteeifea»alL Heilbronn. 20 T. Al- gestern die Rickncr der Zweiten Strafkammer sidr iunt Urteilsbeskdlusst über drei Itbrocrf, unlängst in Vaden |u ZudubauSstraieu verurteilte Ber- brrcder, bk auch auf würUemdergiscbem Boden jaWrndx |chEintritt 50 Vkg. Turnverein Giess« Dienstag, L«. Dezember (L Wethnachtstagl Weihnachtsfeier bestehend in Konzert, Theater, Gesangs Vorträgen, turnerischen Äusiübrnngen, Verlosung und Ball. Nichtmitglieder haben keinen Butrüt Mittwoch, 27. Dezember (3. Feiertag): ▼”/„ Anssing nach Textors Terrasse. Caf6 Amend 6909 TÄgllch Künstler-Konzert Anfang 8 Uhr Sonntags 4 Uhr Eintritt frei Holzversteigerung int Muschenheimer (^rmeindewald. Donnerstag, den 28. ds. 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Getreu seinem Versprechen, für jedes redliche Schaffen einzutreten, hat er im Plenum wie in den Ausschüssen, durch Eingaben und in Rücksprachen mit den Behörden die Interessen von Landwirtschaft und Gewerbe, von Beamten und Arbeitern tatkräftig vertreten. Unser Bewerber Br. Ferdinand Werner tritt ein für den Schutz unferer nationalen Ehre, für ein starkes Reich mit guter Wehr zu Wasser und zu Laude. Er erstrebt eine zielbewußte Erschließung unserer Kolonien und ein finanziell gesichertes Staatswesen. Er steht aus dem Boden der bewährten Wirtschastspolitik, die zurzeit allem geeignet i t, das Wohlergehen von Bauernstand, Gewerbe und Industrie zu wahren. Er wird für Gesetze eintreten, die dem schwerringenden Handwerk und demKanfmanns- stande aushelfen können und wird alle mittelstandsseindlichen Bestrebungen und Einrichtungen bekämpfen (Warenhäuser, Filialgeschäfte, Wanderlager usw.). Den berechtigten Wünschen der Staatsbeamten wird er wie bisher Verständnis entgegenbringen. . Durch sein Mitwirken an dem Pensionsversichernngsgesetz und der Reichsversicherungsordnung hat er bewiesen, daß ihm auch die' Interessen der Privatangestellten und der Arbeiter am Herzen liegen. Unser Bewerber wird an den politischen und sozialen Freiheiten des Volkes nicht rütteln lassen, aber alles Undeutsche im Wiri'^^fts- und Geistesleben unseres Volkes entschieden bekämpfen. Sein Wahlspruch wird immer sein: Für Kaiser und Reich! Für deutsch-christliche Gesittung! Für deutsche Arbeit in Stadt und Land! Wähler! Pr* Ferdinand Werner ist der einzige in nationaler Beziehung zuverlässige Bewerber um das Mandat des Gießener Kreises. Wer eine wahrhaft vaterländische Politik will, der gebe ihm am 12. Januar 1912 seine Stimme! Der Wahlausschuß für die Kandidatur Dr. Werner. V.3S0 tü „sirelrblati > fingtn"e Die W Paris,?' men vom . men am beträchtlich- Nationalisten b blikamichenPa Sie Sihun undDelasotl'el Lagnerre Di nete, kam es 51 binderten Lagu sie andauerno Nahe eintrat, । Annäherung p Lrieg 1870/71 Kede des natu Driant, Schm in heftiger chai betrat noch em tribüne, um ii der Deputierte der Ostdeparter so schmerzlich i gesühljehsüim mung keineswe gangenheit ver 6ine berofsenllicht Sonder-Bericht berichtet wie f Nach seine dn Lüste de» moderner Dar Regierung zui körperlich in l hatie sich bishi unweit Bi)an t verborgen ge! daß es getan; lange geheim mit Mtsicht fast unzugüng seitens perj/ä des 6p&bai)< eiufatyn einztgesLo 'tlli davon, miet . Ns xuxte h Wtxx. nur seine ^en zudmäen, die e Persien, dn äi über die En nannte, die ihn lei auf das Bo horte sich seine, lrage Persiens aum nur auf, e>ie niemals, ^Keilen tu eg. Wnüui für, 6lc Engländer n p ihn einfach 1 1,1 ä?l)l ter y Wottflefuni^ V ff* 'S Ars «b pehen. A,, vn ksK? 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