Die heutige Nummer umfaßt 14 Seiten. Die Neckarlanalisierung. Die französische Kammer lehnte nach ziemlich erregter bauet siir die Streife Mannheim—Heilbronn wird etwa drei Tage betragen. Im Jahre werden 310 Betriebstage in Aussicht Ausland. Ter französische Senat trat in die Aussprache über den im Jahre 1898 von der Kammer angenommenen Vorschlag betreffend die Neuregelung der französischen ;3 c i t, um nrtt Europa das herrschende Zeitenfystem in Einklang zu bringen: die französische Zeit wird so mit der englischen über- einstimmcn. Ter Ausschuß und die Regierung beantragteir die Tringlickkeit, die abgelchnt wurde. Nachdenr ein Regier ungs-- kon'.missar auf den Nutzen der Aendcrung für das internationale Reiscpublikum hingewiesen hatte, wurde der einzige Paragraph des Antrages, der die französische Zeit neu regelt, in erster Abstimmung angenommen. Aus öem Aeichsversicherungsausschutz. : : Berlin, 26. Jan. Ter Rei chsver sich er uugsaus schuß setzte heute die Beratung dep Abschnittes Ersatz lassen fort. Tie Bestimmung des § 541 über das Verhältnis der Ersatz- lassen zu den Orts-, Betriebs- und Jnnungskrankenkassen wurde ausgedehnt auf die Gärtner in ihrem VerlMtnis zu den Lairdurssen. Im übrigen wird durch Wiederherstellung der Regierungsvorlage bei diesem Paragraphen bestimmt, seines Großvaters anbequemt und von Herrn v. Kiderlen- Wächter entsprechende Ratschläge annimmt, so wäre schon das ein großer Gewinn gegenüber früheren Tagen. Auch für die Politik uiberlen-Wächters ift; natürlich unser Bundesverhältnis zu Oesterreich-Ungarn die Grundlage, auf der sich unsere ganze auswärtige Politik aufbaut. Und daß dieses Bundesverhältnis auch in dem jetzt abgelausenen Jahre immer inniger geworden ist, dafür bürgen die Besuche, die der Kaiser iiito der österreichisch-ungarische Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, miteinander austauschten. Wer da weiß, in welchem Maße Franz Ferdinand die Neuorientierung der österreichischen Politik beeinflußt hat, wer da verfolgt hat, wie Italien jetzt dem Dreibund aufrichtiger angehört, als noch vor Jahresfrist, wird mit uns der Meinung sein, daß hier die persönliche Liebenswürdigkeit und Initiative Kaiser Wilhelms dem deutschen Polkc mehr Dienste geleistet haben, als die Bemichungcn der Drei- bimddiplomaten, zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien ?in erträgliches Verhältnis zu schaffen. Wie auf religiösem Gebiete alle Wege nach Rom führen sollen, so führen auf politischem jetzt anscheinend, wie zu Bismarcks Zeit, alle Wege nach Berlin oder wenigstens über Berlin. Und es lann unseres Erachtens keinem Zweifel unterliegen, daß die Kraft, die dies erreicht hat, nicht nur in der Wilhelm- straße zu suchen ist, sondern auch im Berliner Schlosse. Wenn heute die Kaiserstandartc über dem Schlüterschen Bau hochgeht zur Feier des Geburtstages Kaiser Wilhelms, dann wird das deutsche Volk sie mit Recht freudig und gehobenen Herzens grüßen, weil sie gleichzeitig trotz Deutschlands scharfer Wehr eine Friedensflagge bedeutet. Potsdam, 26. Jan. Heute vormittag nahm der Kaiser die R e k r u t c n b esichtigung des ersten Garderegiinents zu Fuß am historischen Eretzierhause des Lustgartens vor. Mit Dem Kaiser waren die Prinzen Ettel Friedrich, August Wilhelm, Joachim und Oskar erschienen. Es wurden von dent LcibregimeiU die dritte, fünfte und elfte Kompagnie besichtigt, worauf der Kaiser militärische Meldungen entgegennahm und den österreichischen Militärattache v. Bienerth zur Ueberreichung der Rangliste empfing. Später frühstückte der Kaiser mit den Offizieren des ersten Garderegiments im Regimentshause und begab sich per Automobil nach Berlin zurück. Kaisers Geburtstag. Wie reich verfließt das Leben eines Menschen, bcn, wie den deutschen Kaiser, das Geschick auf die Höhen des Daseins gestellt hat! Was hat nicht, unter diesem Gesichts- punkte betrachtet, Kaiser Wilhelm in seinem heute vollendeten 52. Lebensjahre wieder alles erfahren und erlebt! Aus der Fülle dieser Erlebnisse nur das Hauptsächlichste. Vier Wochen midi dem vorjährigen Geburtstage des Kaisers gaben die Massenversammlung gegen die preußische Wahlrechtsvorlage im Zirkus Busch zu Berlin, sowie die sich daran anschließenden Umzüge und Kundgebungen in der Reichshauptstadt, dem jetzt abgelausenen Lebensjahr des Kaisers eine politische Note, eine Ouvertüre, deren Finale wir trotz des Wiederzusammentritts des preußischen Landtags noch nicht vcriioinmen haben._ Der Kaiser hat zweimal betont, daß die Reform des preußischen Wahlrechts zu den dringlichsten und wichtigsten Aufgaben der Gegenwart gehöre, und hat damit ein Leitmotiv angegeben, das unsere ganze Zeit beherrschen sollte. Aber leider wafren die Männer, welche jetzt das politische Orchester Preußens bilden, in diesem Stücke schlechte Musikanten. Der alles beherrschende Grundbaß des Herrn v. Hcydebrand stimmte recht übel zu der melancholischen, um konfessionelle Gleichberechtigung sagenden Flöte der Herren Roeren, Porsch und Erzberger. Auch unter Zuhilfenahme der Geigen Bassermanns und Wiemers lvar diese politische Disharmonie nicht aufzutösen. Feiern wir unter dem allgemeinen Eindruck der Parteienzerrissenheit auch im übrigen deutschen Reiche Kaisers Geburtstag, so läßt sich nicht verkennen, daß dieser Eindruck eine Korrekttir nach der günstigen Seite hin sindet durch das, was Kaiser Wilhelm in seinem abgelaufenen Lebensjahre für das deutsche Volt getan hat. Zwar den 25. August, an dem er im Moslowitersaalc des Königsberger Schlosses die bekannte Gottesgnadenlnm-Rede hielt, wird sich Deutsch- land nicht als einen glücklichen Tag merken können, und sein Besuch im Kloster Peuron steht wohl auf demselben Blatt. Aber man kannte die Weltanschauung Kaiser Wilhelms zu gut, um durch diese beiden Episoden seines ab- c?elaufenen' Lebensjahres besonders überrascht zu werden, unb jedenfalls haben die bei beiden Gelegenheiten. geäußerten Richtworte bisher noch keinerlei gesetzgeberischen Niederschlag gefunden. Tie Danziger Erklärung hat das Volk befriedigt und versöhnt. Auf dem Gebiet der auswärtigen Politik befindet sich der alte, von Bismarcks Zeit her überlieferte gute Gedanke im Fortschreiten. Tas gibt uns Grunds dem Kaiser zu danken. Aus den Darlegungen Bcthmann-Hollwegs im Reichstage (10. Dez.) wissen wir, daß durch die persönliche Tätigkeit des Kaisers sich über Potsdam Verbindungen wieder mit deut russischen Nachbare fester knüpften und daß das deutsche Ansehen gewachsen ist. Wie weit hier der Kaiser in Betracht kommt, mag dahingestellt bleiben. Wenn er aber jetzt, wie es scheint, sich den Regierungsgrundsätzen daß die Arbeitaeber von Mitgliedern einer Ersatzkasse nur! genügend rechtfertigen ließe Im übrigen erscheine eine spatere d-n eigenen «Lra^n-eU SÄ Ä fyabeit, wahrend der lntctl der Verircherten wcgwllt. . ealur voraussichtlich eingehen: frort soll sic mit Rücknckt out Im übrigen wird das Buch Krankenversicherung putl behenden Verkehrsverhältnisse über die Taner- der Kana einer Reihe reboi“-* wller Aenderungen erledigt bis puf lUierimgsarbeiten womöglich niin-rft erbauen werden Turcb die einstweilen ausgesetzten Punkte: Tas Verhältnis derdie Verlangsamung der WafscrgesckNvindigkcit müssen andererseits Krankenkassen zu den Aerzten, Zahnärzten und Apotheken auch die zu Tal gehenden Schilfe geschleppt werden. ,rür den und die Jusainmensetzung der Krankenkassen-Vorftände. Schiffszug cmpfichlt die Tentschrist, soweit die -astichme nicht auch ablchnen kann, ivenn er nur Dtenitboten beschäftigt. oder zwei kleine Lastkähne zu befördern l-aben. Tie Reise- Jn 8 18 wird durch Acnderung des Äusschußbeschlusses erster ™ " Lesung bestimmt, daß der Versicherungsträger den Gewählten ihre baren Auslagen zu erstatten und ihnen Ersatz für entgangenen Arbeitsverdienst oder statt dessen einen PauschbetragsürZeitverlust gewähren kann. Einen solchen Pauschbetrag kann die Satzung auch den Vertretern der Arbeitgeber zubilligen. Durch Streichung des vom Ausschuß in erster Lesung eingesügten $ 22 a wird die Steuerfreiheit der Versicherungsträger wieder beseitigt, ij 34 enthält die Bestimmungen über die Errichtung der Versicherungsämter. Er wird in folgender Fassung angenommen: Bei jeder unteren Verwaltungsbehörde wird eine Abteilung für Arbeiter-Versicherung l Versicherung samt) errichtet. Die rr—-rx- s genommen. Aus den Anlagen über die Anlage des Kanals selbst sei mitgeteilt, daß sein Gefall, das auf der Strecke Heilbronn—Mann heim, rund 67 Meter beträgt, auf 17 Staustufen mit 18 Haltungen und Schleusen verteilt wird. In der Flußsttecke soll der SchiifS- weg auf 30 Meter Sohlenbreite eine Mindesttiefe von 2,2 Metern erhalten. An drei Stellen soll der Schiffsweg in abgesonderte Kanäle mit mindestens 22 Metern Sohlenbreite verlegt werden. An der Elz- und Laxbachmündung sind zwei neue Sicherung-! Hafen anzulegcn, die zusammen 349 060 Mk. kosten. Ter Karls- Hasen in Heilbromi ist zu vergrößern: die Kosten sinfr auf _______________ 122000 Mk. geschätzt. Tie Kosten für Hafenzwecke sind ohne die lVersicherungsamt» errichtet. Tie oberste Derwaltungs- Hafengleise und Umschlagseinrichtungcu auf 3 281000 Mk. ver- bceöibe kann bestimme», daß für dic Bezirie meieret anWant Won i ben Soften bet «anaHfierung ictbft entfo leit au» unterer Verwaltungsbehörden eine dieser Behörden ein „rfn'arGoir Der Bau von Lokomotiven, Torpedobooten und kleineren Schiffen, Versicherungsträger haben d üoh s wobei ein großer Tiefgang nicht in Frage kommt, wird nach den Bezüge der Versicherungsvertreter und sonstige Bar- Dor in Stettin vorgenommen werden. auslagen des Verfahrens zu erstatten, fowett sic nicht als' Geldstrafen nach dem folgenden Absatz in die Klasse des Bundesstaats oder des Gemeindeverbanbes fließen. Ten § 76 über bie Zulässigkeit der Errichtung von Sonder-Obervcrsicherungsämtern hat der Ausschuß in erster Lesung abgelehnt. Diese Be- : stimmung wird mit einer redaktionellen Aenderung Wiede r h e rg e st e l l t. Die folgenden Paragraphen bis § 84 1 werden ohne Aenderung erledigt. Dienstag Weiterberatung. Tie Frage der Kanalisierung des Neckars von Mann- Tie französische Kammer lehnte nad) ziemlich erregter Henn bis Heilbronn, die in der badischen Zweiten Kammer Aussprache mit 316 gegen 210 Stimmen den Antrag auf Betzes verflossenen Landtags eingehende Erörterung und Be- feitigung des Gesetzes ab, durch das die Diäten der Abgeordneten leuchtttng besonders hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Be- auf 15000 Fr. jährlich festgesetzt werdeii. Ministerpräsident Briand deutuna erfuhr, wird demnächst den württembergifchen Land- batte gebeten, im Jntcrcne der Wurde des Landes unb ber tag beschäftigen. Tie württembergische Regierung hat, wie Kammer ben Antrag äbzulchnen. schon mitaeteilt, den Ständemitg Hebern eine Denkschrift . ^us Athen wird gemeldet: Oberst L oyat hiotis, der Bh^m eXÄ®?*"’ SlvS'SbÄ w u5m" n"r benan d«s ' das » unb Hessen. Wrr entnehmen den Mitteilungen u^^J)en örnennung von amerikanischen Finanz sachvcr,tön- Inhalt der württembergifchen Denkschrift nach der „"ceuen leinen, die zur Umgestaltung der persischen Finanzen geneigt Bad. Landesztg." folgendes: sind, die politischen Beziehungen Persiens zu den anderen Mächten Tic Länge bei- Schhfahrtsftraße beträgt rund 116 Km. Bon in keiner Weise berührt.^ Einer der Sachverständigen soll zum ben beiderseitigen Ufern entfallen rund 38 Kilometer gleich 161 General,chatzineister und Steuerinrcttor ernannt werden. Prozent auf Württemberg, rund 168 Km. gleich 72 Prozent auf ----------------------- ------------------1 Baden unb nmb 28 Km. gleich 12 Prozent auf Hessen. Tie Aus- SeCt Uttö flotte« Messungen des Kanals sotten so gehalten sein, daß er vm lfX)0 ' m . , ,, . Tonnen-Schisfen befahren werden kann. Eine Steigerung der I _ r - V1 'cC°‘ -ta^ b.cPl tistarwochenblatt t)t Prtnh Tragfähigkeit für die großen Schi5e würbe mit bedeutendem Mehr- '\ r 1 e 1 dl D 0 11 c ’ 1 " .u.ntcr, Dewrderung zum auswand verbunden sein, der sich nach Ansicht der stäiidigcn tech- Zeneralmaior und Ernennung zum Ehcf des l>eni,chen Jnfanteric- nischcn Kommission ber Uferstaat eit unb nach dem am Main ge- Regiments Nr. 81 jur ^.iSvosttton gestellt worden. machten Erfahrungen unter den berzcttigen Verhältnissen nicht1 -- Ur. 25 Erster Blatt 161. Jahrgang zreitag. 27. Zanuar M Der »ietzener Anzeiger AgUM/gT 9 inonackich7öPs.,viertel- R: ffllviivllvl Zill ivlUvl genjfpttd) - Slnfdllhne: WZ »otttifdjm Zeit: Mnquü General-Anzeiger für Gberheßen DSM fcnaiime I»n zinjeigen HotatioNsöntd Md Verlag 6er vrMl'schen Uaio. vuch uhö Stemöruderei R. Lange. Reöattion, «rpeöition nnö Drndcrci: Schulprahe ?. K »ömitt2A"s"uhr! (Erpeöilion ffir Bübingen: Bahnhosftrahe ,6-. - Selephon Nr. 50.VinaeinenteH: p. Beck. wird heute öffentlichen flaggt; die geschloffen. Arr» Stadt und Land. Gießen, 27. Januar 1911. Kaisers Geburtstag hier in der herköinmlichen Weise gefeiert. Die und auch zahlreiche Privatgebäude haben ge- Schulen und die meisten öffentlichen BureauS sind Lustschiffahrt. Das Luftschiff „Ersatz Deutschland" . Ueber das Luftschiff „Ersatz Deutschland", das in nächster Zeit zu Düsseldorf zu Passagierausflügen ankommen wird, werden letzt folgende Einzelheiten bekannt: In erster Reihe interessiert die Neue Passagierkabine zum Aufenthalt für die Reisenden. Es rst bei dem Bau des neuen Luftschiffes vor allem Wert auf Stabilität und Sicherheit gelegt worden. Besonders die Mo- tore, die insgesamt 360 PS leisten, sind eingehend geprüft worden, bevor sie in Verwendung genommen wurden. Das Luftschiff hat zwei Gondeln, von denen die vordere einen Motor und die Hintere zwei Motoren erhält. Die Länge des Luftschiffes beträgt 146 Meter, der Durchmesser 14 Meter und der gesamte Rauminhalt 19 000 Kubikmeter. Die Luftschiffhalle in Düsseldorf hat mehrfache Verbesserungen während der letzten Monate erfahren. Die Verbesserungen betreffen in erster Reihe die Sicherheit der Einfahrt und Ausfahrt des Schiffes. Zu diesem Zweck wurden Windschirme errichtet, mit denen das Luftschiff bei der Aus- und Einfahrt vor plötzlichen Windstößen geschützt lst. Andere Verbesserungen beziehen sich auf kleine Nachteile, die im vorigen Jahre während der Passagierfahrten festgestellt worden sind. Ueber den Beginn der neuen Passagierfahrten sind augenblicklich noch feine festen Bestimmungen getroffen worden, hundert angehörige Balaam-Stück. Außergewöhnlicher Pas sagierflug. Paris, 26. Jan. Nach einer Blättermeldung unternahm der Flieger Sommer heute vormittag mit fünf Mitreisenden an Bord seines Zweideckers einen Flug von Douzy nach Romilly und zurück. Es ist dies da§ erste Mal, daß mit einem Aeroplan ein solcher Flug bewerk- telligt wurde. 3ur »afferseler Mi. Vier der Jahrzehnte sind int Sturmesbrausen Verweht wie Ranch, verrauscht im eiv'gen Raum, Seit uns der beil'ge Streit, voll Blut und ©raufen Tas Reich gebar gleich einem Märchenrraurn, Ein Wunder uns und allen Völkern draußen, StiegS aus der Schlachten wildem Wogenschauiw Daß es in ungeahnter Morgenschöne Das Ruhmesmerk der Heldenbrüder kröne. O, welch ein Reichtum ueugebornen Lebens Ist dir erblüht, o deutsches Vaterland, Tie hehren Ziele deines heißen Strebens, Für das die Väter mau dereinst verbannt, • Ter goldne Freiheitstraum, für den vergebens Viel edles Herzblut glühend war entbrannt, Tes Vaterlandes sturmgeborne Einheit, Wie strahlet sie in sonnenvoller Reinheit! Doch wie viel blühend Leben mußt' erbleichen Im Streike um Gerrnanias Ehr' und Macht, Wie viele Brüder mußten blühend neigen Tas Haupt im Schalten dunkler Todesnacht, Welch eine Schmerzensiülle ohnegleichen Ward in Millionen Herzen hell entfacht! O, schnöder Frevelmut nur mag vermessen Des heil'gen opserschweren Streits vergessen! Doch steh' — gar holder Früchte reiche Fülle Entsproß der Einheit junggepflügtem Feld, Des Adlers Schwingen wuchsen m der Stille, Aui starkem Fels ward uns das Haus gestellt, Und drüber waltet ein gerechter Wille, Voll hohen Geists ein König und ein Held, Für Deutschlands Ehr' allzeit die Hand am Schwerte, Und doch der starke Friedenshort der Erde. Ob manchmal auch in wetterschwüler Stunde Ter Wolken Schleier drohend sich geballt, Ob auch erscholl manch ernste Sorgenkunde, Die Herzen schreckend schier mit Allgewalt, Das Reich steht fest auf slarkgesügtenr Grunde Wle auch der Wogen Brandung es umwallt, Ein treuer Wächter in gestählter Wehre Schirmt kraftvoll uns den Frieden und die Ehre. So stehst gefürchtet du — doch weltgeachtet, Germania im großen Völkerrat, Weil nur nach wahren Friedenszielen trachtet Dein edler Herrscher rastlos früh und spat. Weil gütig — wo ein Herz in Kummer schmachtet, Erbarmungsvoll mit mildem Trost er naht. Weil allzeit segnend er mit Herz und Händen Znm Heil der Menschheit alles möchte wenden. Drum laßt voll Dankes auf zu ihm uns sehen Der's Reich und schützt mit starkem Frtedensschwert, Und ob in ernsten Zeiten auch wir stehen Und manche Rot das deutsche Herz beschwert, — Laßt nur des deutschen Geistes Spur uns gehen Und deutsche Art un§ wahren unversehrt, Dem Kaiser treu in Pflicht und Gotlvertrauen, Dann wird Germania die Sonne schauen. Die militärische Feier wurde gestern abend durch einen Zapfenstreich eingeleitet, der sich von der städtischen Kaserne nach dem Ludwigsplatz zur Wohnung des Regiments- sührers Oberstleutnant Heuer und von da zurück nach der Kaserne bewegte. Das große Wecken heute vormittag nahm denselben Weg. Um 8 Uhr vormittags wurde von der Stadtkirche ein Choral geblasen. Um 9% Uhr fand in der katholischen und um 10% Uhr in der evangelischen Stadtkirche Festgottesdienst statt. Bei letzterem hielt Pfarrer Ausfeld die Predigt. Gegen Mittag folgte Parade auf Oswalds Garten mit anschließender großer Paroleausgabe. — Am Nachmittag veranstaltet das Ossizierkorps ein Festessen im Offizierskasino, während die Mannschaftsfeiern am Abend in verschiedenen Lokalen stattsinden. Stärkenburg und Rheinhessen. ch Bingen, 26. Jan. Tas Hotel „Englische r Hof" ist zmn Preise von 93 000 Mark von Reck.tSamvalt Strauß hier erworben worden. Es besteht die Absicht das Hotel mit sämtlichen Nebengebäuden niederzureißen und an der Stelle wo gegenwärtig die Bierhalle sich befindet ein Wohnhaus zu erbauen. Ter größere Teil des Geländes soll dann als Bauterrain verwertet werden. ** Post-Perfonafnachri'chren. Der Kvntg von Preußen hat anläßlich des Preußischen Krömmgs- und Ordensfestes dem Postdirektor Blaß in Darmstadt den Roten Adler- Orden 4. Klasse und dem Ober-Briefträger Johannes Müller in Mainz das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ** Tie Freikarten der hessischen Abgeordneten tönnen, wie eine .Amtsblatt-Verfügung der Eisenbahndirektion Firankfurt a. M. an die beteiligten Betriebsund Verkehrsinspektionen, Bahnhöfe und Zugbegleitpersonale mitteilt, auch nach jedem anderen Orte als Darmstadt, sofern dieser Ort an der der Freikarte ausgeschriebenen Strecke liegt, benutzt werden. ^Schwurgericht. Der Beginn der ersten Schwur- aerichtspemode ist auf den 6. März festgesetzt worden. Zu Vorsitzenden wurden ernannt für Ob er Yess en Landgerichtsrat Wiener, für Rheinhessen Landgerichtsrat Hattemer-Mainz, für Starkenburg Landgerichtsrat Dr. Wolf. w. Mainz, 26. Jan. Die Diakonissin Rottberq aus Darmstadt stürzte sich hier in den Rhein, angeblich weil sie von Darmstadt nach Homburg v. d. H. versetzt worden war. ' •' Die Pest in China. C Harbin; 26. «jan. Das Stadtgebiet ist von dem heff* ®°Tort Pudjanajan und den anliegenden Tönern 15 Werst weit durch Polizeiposten abgesperrt. Am 24 Januar waren wegen Peswerdacht 1252 Personen unter Beobach'tuu^A- r?" den letzten 24 Stunden waren 38 bsfalle an Pest zu verzeichnen. Wie aus Peking ensck?e/e?der^S^Äs^ Pest im Innern Chinas mit erlwrectenoer Schnelligkeit aus. In ft U f rfn i n f i e n mb der Swche m der Vergangenen Woche angeblich L776 M-nschM erlegen Der mtemationate Gerichtshof ton Tientsin W ferne Sitzungen unterbrechen müssen da die Wirfiter V™- Pest geflüchtet seien Auch aus ^ingflüÄ^ ropaer Dem B. T zufolge gehen in der nächstenS äÄÄää“ 000 vlS S)ie Beamten und die Bürgerschaft vereinigten sich zur Feier des Tages zu einem Festessen im Saale des GesellschaftsvereinL. Dabei brachte der Rektor der Landes- Universität, Geh. Justizrat Prof. Dr. Biermann das Hoch auf den Kaiser mit folgenden Worten aus: Verehrte Festversammlung! Vor wenigen Sagen begingen fcnr in festlicher Stimmung die Feier der Erinnerung an die Gründung des Reichs, und lenkten unfern Blick zurück in eine Ruhmvolle und erhebende Vergangenheit. Wir freuen uns heute der Gegenwart, mbem wir den Geburtstag des Kaisers feiern Von den 40 Jahren, die seit der Gründung des Reichs ver- ’nt^'r grölst die größere Hälfte der Regierungszeit Kaiser Wilhelms II. an. Und niemand wird leugnen wollen, daß in dm em Zeitraum das Ansehen des Deutschen Reiches nach außen das alte gefestete geblieben ist, und daß der Wohlstand im Innern und zivar bei allen BevolkerungsNassen gesttegeu ist. Kein gerecht Deutender wird aber auch übersehen, in welchem Maße dieses Ergebnis dem Wirken Kaiser Wilhelms zu danken ist, der fast von Ansang an iein eigener Kanzler gewesen ist und es heute mehr me je zuvor ist, der voll von Interesse auch für die fernst liegenden iDmge, und beseelt von dem redlichsten Streben in sie einzudringen eme ungemeine Lebendigkeit des Geistes mit rastloser Arbeit vereinigt. Und darum dürfen wir uns wohl auch der Gegenwart freuen. Aber freilich, wer sie mit der Vergangenheit, mit der Zeit in der das Reich gegründet wurde, vergleicht, wird ihr vielleicht doch nicht den Preis zuerkennen. Tenn so fest die äußere Reichs- emheu begründet ist, die innere Einheit, das Gefühl der Ku- gehorlgleit zu einem gemeinsamen großen Ganzen und die Bereit- wuligleit, stch ihm uwerzuordnen, seinem Wohle Opfer zu bringen ist nahezu verloren gegangen. Und harter Kämpfe wird es bedürfen, Kämpfe, wie sie das politische Leben Deutschlands noch nicht geiehen hat, soll mit der äußeren Reichseinheit die innere wieder vereinigt werden, mid wenn wir heute der Hoffnung Ausdruck geben, daß dieses hohe, aber vielleicht noch ferne Ziel erreicht werden möge, so wünschen wir damit dem Kaiser an fernem Geburtstag das, was auch ihm am meisten am Herzen M H ! Seine Majestät der Deutsche Kaiser Wilhelm II hoch, hoch, hoch.! * 7 Tageskalender für Freitag, 27. Jan. Stadt- tljeatcv: p-eflvorstellung zu Kaisers Geburtstag: „Minna von Barnhelm". Anfang 8 Uhr. * ** SP.Y b c "Sv er lei hu n g. Der Großherzog hat dem Geh. Obermediznialrat, Hosveterinärarzt Professor Dr. ■ ~ L e u z, 5um 25. Januar d. I. das Dienstehren - kekcheu für -o Hofdienstjahre in Gold verliehen. . vV3 e~ I? n„ti lien. Uebert ragen wurde dem Joh. Schröder zu Bensheim etne Lehrer- fteltc au der Gemeindeichule zu Budenheim. Erledigt ch eine mit einer cvang. Lehrerin zu besehende Schul- iftelle zu E b c r stadt (Kr. Darmstadt . Kleine Tageschronik. .zwischen dem deuten Redakteur der Ionen getötet und Der Führer und ein Rangierer wurden aet öt- \ 8 nub fechs Wagen rourt.en aertrümmeti 9 Die Lokomotive MMUM-ZR Kreis Friedberg. x,~a dfNauh eim, 26. Jan. Eine öffentliche Kaisers- geburtstagsfeier veranstaltete heute nachmittag die hiesige ^^"^-«chule iRealschule). Außer Teklmnalionen und Ehorgeiangen kam ein Schülersestspiel: „Die Huldigung der Lrtande von W. Schönfelder, zur Aufführung. Die Festrede hielt Oberlehrer llnverzagt. Er sprach über den zug in die Champagne 1792 und die Ereignisse in Hessen und den angrenzenden Gebieten. Vie Bluttat in der potrdamerftrahe vor dem Schwurgericht. S. u. H. Berlin, 26. Jan. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts II fand heute die Verhandlung wegen der Aufsehen erregenden Bluttat statt, der am 6. November v. I. im Hause Potsdamer Straße 33 der Tarnens chneider Tetzke und seine Frau zum Opfer gefallen sind Die Anklage richtet sich gegen den erst 20 jährigen Gärtner ^rppe, der wegen schweren Diebstahls schon vorbestraft ist. Die entsetzliche Bluttat Beging er, um sich die Mittel zu einer Mucht ms Ausland zu verschaffen. Durch seine Schwester Ida, die be.l dem Ehepaar Tetzke gedient hatte, fannte er einigermaßen ^rhaltnisse. Er drang vom hinteren Eingänge aus durch die Küche ein und erbrach dann zunächst den Schreibtisch im Eßzimmer, in dem er viel Geld vermutete. Er fand aber nichts und ^3 daher in seiner Wut an, alle Behälter zu zertrümmern, ^mi Schlafzimmer erbeutete er bie goldene Uhr der Frau. In diesem Augenblick hörte er, daß das Ehepaar zurückkehrte. Er löschte den Lichtstumps aus, eilte in den Flur, in den eben die Frau Tetzke eingetreten toar. Sie erhielt von dem Einbrecher sofort einen Schuß in die Schläfe, so daß sie blutüberströmt- zusammenbrach. Inzwischen war auch der Ehemann Tetzke in der Wohnung angelangt, der von Tippe sofort einen Schuß über den Mund und einen tnbte Wirbelsäule erhielt, der den Tetzke sofort tötete. Darauf öffnete Tippe wieder die Tür und floh aus dem Hause. Er fuhr eine Strecke mit der Straßenbahn von dem Tatort weg und kehrte bann mit einem anberen Wagen nach bem Hause in der $ot3bamer _ ©irafce 33 toieber zurück, wo sich inzwischen eine 6?oße Menschenmenge angesammelt hatte. Er mischte sich unter die Neugierigen unb ließ sich Einzelheiten von der Auffindung des Toten und der schwerverletzten Frau, bie am nächsten Tage im Krankenhause verstarb, erzählen. — Bereits am nächsten Tage wurde er verhaftet, und zwar auf bie Setunbungen eines Gärtners yteins hin, ben er zu einem Einbruch zu überreden versucht hatte — Tippe legte bald ein Geständnis ab und gab auch bie Verstecke ber Uljr unb seiner Einbrecherwerkzeuge an, will aber das Ehepaar Tetzke nicht vorsätzlich, sondern aus Furcht und Überraschung erschossen haben. .....• •xLcrcn^z tt: Das Schwurgericht des Landgerichts Berlin II verurteilte heute den Gärtner Paul Tippe wegen vorsablicher Tötung der Tetzkeschen Eheleute, begangen bei Ai^ubung eines schweren Diebstahls, um sich der Er- ttischn Tat zu entziehen und außerdem wegen lä istveimal zu lebenslänglichem UA Emmi Jahr Zuchthaus uni> zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. In bcr^cneraltofan'mäng U“ SeHi! “r «* L'WiKWMLSELL Kreis Büdingen. = Nidda, 26. Januar. Für die gestrige Gemeinderatswahl war eine lebhafte Agitation gemacht worden. Nicht weniger als sechs Wahlzettel, auf denen teilweise gleiche Namen vorkamen, wurden angeboten. Es wurden gleich im erften Wahlgang gewählt das frühere Gemeinderatsmitglied Heinrich Lupp, neu gewählt (an Stelle seines Vaters) Friedr. Drost II. und (an Stelle des wegen der Wahl seines Sohnes zum Bürgermeister zurückgetretenen Landtagsab. Erk) Louis Stein II. Unter den sonst noch Vorgeschlagenen befanden sich Landwirte, Rentner, Geschäftsleute und Rechtsanwälte. . Büdiugen, 26. Jan. Die Feier des Geburtstags des Kaisers am Wolfgang-Ern st- Gymnasium fand heute nachmittag 3 Uhr unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen der Schüler, des Lehrkörpers und sonstiger Gäste statt, unter letzteren war auch das Fürstliche Haus durch den Prinzen Alfred zu Bsenburg-Büdingen und die Prinzessin Freifrau von Thungen vertreten. Der musikalische Teil, Klavier und Geige kam durch die Obersekundaner Lange und Kämmerer, ben Obertertianer Doctor, bie Untersekunbaner Höhn und Wießner, sowie bie Oberprimaner Haake und Lutze wirkungsvoll zum Vortrag, wahrend der Chor, der „Wald, du bist so wunderschön" zum Vortrag brachte, aus Schülern aller Klassen unter Leitung des Lehrers Ruth bestand. Tie Deklamationen, in bie sich Schüler ber Unterjefunba, ber Untertertia, ber Quarta unb Sexta teilten, braajten Gebichte zu Gehör. Die Szene aus Paul Heyses „Kol- berg sand durch neun Schüler der Untersekunda verständnisvolle Darsteller In seiner Festrede wies Lehramtsassessor Dr. Hin- r i 0) s auf das Blühen unb Gedeihen des Deutschen Reiches unter ber Regierung unseres Kaisers und den Aufschwung des Volkes feit der vor 40 Jahren erfolgten Neugründung des Reiches, sowie ferner aus die Errungenschaften der Neuzeit auf allen Gebieten hm, deren Einwirkung auf das Gymnasium der Redner c,l'1Vljer5 herporhob! Der Redner trat dem Bestreben auf Ausschaltung einiger frember Sprachen aus dem Lehrplan des Gymnasiums als der Förderung der allgemeinen Bildung entgegen und 1^100) sich namentlich für bie Beibehaltung des Griechischen aus; trefflichen Zügen zeichnete Redner die griechische Geschichte, Poesie, Baukunst und die staatliche Einrichtung Alt- Griechenlands und ihren Einfluß auf die Kultur anderer Länder, Qr’t? rrr5 ^^0^Überlieferung auf Deutschland, um schließlich der nö,a r9 /ntgegenzutreten, daß die Ziele des humanistischen Gymnasiums durch die aus allen Gebieten des Wissens und snJ? vollzogenen Umwälzungen überwunden seien. Ättich bie m^2ä)tsU9'r Kaiser Gegner des Griechischen sei, stellte Redner durch Vorführung von Tatsachen unb Aeußerungen bes Äcnferö über ferne Gymnasialzeit in Abrede. Mit dem Wunsche, *^nt -Üer noch eine lange, segensreiche Regierung be- ^den sein möge schlotz Dr. Hinrichs seine Festtede. Ter allgemeine Gesang „Heil btr im Siegerkranz" beschloß die Feier. „. Heinrich-Knvte-Abend. Man schreibt und: Einige Urteile über ben Pianisten des Abends, E. U., als Liszt- spreler werden vielleicht interessieren. „Ernst Riemann ist nicht mir vollwertiger Musiker, sondern vor allem tiefgründiger Klavierpoet. Die nicht in allen Teilen gleichwertige Paraphrase über ,,Dies rrack von Fr Liszt wußte er ergreifend zu gestalten und die Schauer des Weltgerichts mit entsprechenden Farben in Sönamu „arnb Rhythmus zu malen. Die technische Seite bes Spiels steht der überreichen Empfindungsskala ebenbürtig gegenüber. Das glatte, gesangreiche Arpeggienspiel, ber wirbelnbe, tonvolle Triller, bie staunenswerte Repetitionstechnik und vor allem der mit allen Schattierungsmöglichkeiten rechnende Anschlag sind Vorzüge dieses Künstlers, denen man in ber pianistischen Betätigung anberer leider sehr selten begegnet." (.,Fränk. Cour.") „Neben Knote, dem dankbar und enthusiastisch Gefeierten, wirkte ein Klavier- spieler Mit, dessen Kunst unb Programm mich lockten. Der Pianist heißt Ernst Niemann, unb nach seiner Knote-Mitwirkung möchte ich ihn für ben begabtesten unter ben jungen Künstlern unserer Stabt halten. Er entzog dem Blüthn^r-Flügel, ohne ihn zu mißhandeln, mit stählerner Faust bas .Aeußerste und im Aenßersteu doch Schönste an Klang. Und er goß diesen Klang m lerne glühende, von kräftigster poetischer Anschauung zeugender Auslegung des mächtigen Lisztischen Gedichtes. Auch die Rhapsodie mit allem ihr zukommenden virtuosen Flimmer behängt, enthüllte fernem stürmischen, bis zur Seele des melancholisch kapriziösen Geschöpfes vordrängenden Werben ihr Innerstes. Die Oberflächlichen sehen immer und ewig in Liszt bloß ben bien» benben Techniker; bie Tiefen nur erfassen ben brausenden Geist, der diese merkwürdigen musikalischen Gebilde in höchster Ekstase schuf. Riemann gehört, so bezeugte es sein Musizieren, zu der zweiten Gruppe. Heil ihm und uns." (Beil^ d. Augsburger Abendzeitung.) ** Freiwillige für unser Regiment. Jungen Leuten, die beabsichtigen, bei dem Infanterie-Regiment „Kaiser Wilhelm" Nr. 116 in Gießen in diesem Herbst als Freiwillige einzutteten, wird dringend geraten, sich den Meldeschein vor der Musterung zu besorgen, weil ihnen nachher Schwierigkeiten entstehen. Die Meldung auf dem NegimentsMeschäftszimmer kann an federn Dienstag vormittag erfolgen. ** Maul- und Klauenseuche. Neue Ausbrüche der Seuche sind gemeldet aus N i e d e r m a ß e n, Kreis Hamm- Land, Regierungsbezirk Arnsberg; H ö h scheid, Kreis Solingen, Regierungsbezirk Düsseldorf; Bassenheim, Landkreis Koblenz; Rör chiugen, Kreis Diedenhofen-Ost, Lothringen; Mag- deburg (Schlachtviehhof); Schlachthaus zu Göppingen (Württemberg); dort wurde unter einem Schweinetransport aus Heftern9' Verla$en Mannheim, Maul- üni> Klauenseuche fest- Landkreis Gietzeitt Stauf enber g, 26. Jan. In der letzten Verfamm- lüng der Ortsgruppe des Ob er hessischen Oft bau-Vereins Iprach Obstbaulehrer Wolff-Friedberg vor äußerst zahlreich erschienenen Zuhörern über bie Ansprüche der einzelnen Obstarten und über bie Notwendigkeit ber regelmäßigen Arbeiten an unseren Obstbäumen, wie Rinben und Kronenpflege, richtige Tungrmg und Bekämpfung der vielen Schädlinge und Pilze. Eingesandt. (5ür Form imb Inhalt aller unter Dielet Rubrik stehe»-« Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Gießen, 27. Januar. Die geicheiterlen Verhandlungen der liberalen Parteien. Trott bet auf beiden Seiten bestehenden guten Absichten haben die VerHandlungen, die zwischen den liberalen Parteien seither gepflogen wurden, zu einer Verständigung für diesmal noch nicht geführt, weil die beiden Teilen genehme Persönlichkeit fehlte, welche jugTräftig genug und bereit war, sich den Mühen und Ovfern einer Reichstagskandidatur zu unterwerfen. Aber auch vom starren Parteiprmzip konnte man scheinbar noch nicht ganz loskommen n, Erfreulich ist es trotzdem, Ansätze zur Annäherung beider Parteien festgestellt zu sehen und wenn auch der Optimismus aus auf den ersten Lieb noch feinen vollen Erfolg verzeichnen konnte, so darf er doch ans daS Erreichte mit Befriedigung sehen. Zu wünschen wäre nur, daß der gegenseitig gezeigte gute Wille, der sich leider noch nicht in die Tat umsetzcn ließ, erhallen bleibt, und daß trotz deS sich jetzt voraussichtlich getrennt vollziehenden Wahlaufmarfches das so mühsam wieder angeknüpfte Band durch gehässige Agitation nicht wieder zerrissen wird. Ter Feind steht rechts und links. Damit ist die liberale Overationsbosis festgelegt und bei einigem guten Dillen kann der Wahlkampf trotz mancher nicht ganz zu vermeidender Schärfen doch.Formen annehmen, die zu jeder Zeit, besonders auch in der Stich- oder bei bet im Lerbst liattfinbenben Neuwahl eine Annäherung oder ein gemeinsames Vorgehen gestatten. Ein sachlich scharfer, aber in der Form vornehmer Kampf verbürgt den besten Erfolg, dessen seien sich die ausziehenben Kämpen bewußt. Nicht gegenseitige unhaltbare Verdächtigungen, sonbern Ler- vorheben der gemeinsamen Ziele, an Denen ,a tn Der heutigen politischen Zeit und bei den gegebenen Zuständen Mangel nicht besteht. Amtlicher Wetterbericht. Deff entlidje Wetterdienst st eile Gießen. WetterauSnchten m bellen am SamStag, dem 88. Ian. 1911; Trub und dunstig, nult), iübroeftlidje Winde, keine nennenswerten Niederschläge. 6 cb ii <* e b e r i d) i ■ Relbbcrg i. T. 40—50 cm Schnee. Schibahn ungünstig, boherodskopl Schilauf unmöglich. Letzte Nachrichten. Zusammen st oß mit einem Unterseeboot. Paris, 27 Jan Im Lasen von Cherbourg stieß ein Unterseeboot mit einem Torpedoboot zusammen Das Torpedoboot wurde schwer beschüdigt und mußte in den Dock geschleppt werden. Das Unterseeboot blieb unversehrt (hnihu Hoch- *od Tief- Miicbloeoh*«-. Etetev- and 8* rut>-lua> Modern., gut erb Kinder wagen vreisweri au verlausen Lammstraße 15 I Klavierspieler für Samstag abend (28. Januar) gesucht. Näheres 1695 Seltersweg 58 tm Laden. __ Die gegen Ernst Pfeiffer geäußerten Beleidigungen nehme ich als unwahr u. mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Wißmar, den 26. Januar 1910. Hch. Kraft. <691 Hausverkauf. In BabubofSlage kleines HauS mit zwei Laben sowie eleganter 6-Zimmer Wohnung im 1 Stock ncost 'Hintergebäude mit Kontor- und Lagerräume ober Auto-Halle unter günstigsten Bedingungen wegzugshalber zu verkaufen. Bad, elektr Licht. Leucht- u.Hetz- aas vorhanden Schuldenfreier Bauplatz. Acker ober kleinere Hos- reite wird in Zahlung genommen Offerten, welche unter A. Z. vostlag. Gießen abgegeben,werden vom Besitzet beantwortet. (674 UW* Wirtschaft £, zu pachten aes. Schriftl. Angeb. unt. 0620 a. d. Gieß. Anz. erb. 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Den Schwarzsehern, die glauben, dass die Leistungsfähigkeit des Kinematographen aut dem Gebiete der eigentlichen Theaterauttührung, der Dramavorstellung, eng begrenzt und schon an ihrer Grenze angelangt sei, ist wieder einmal eine Abfuhr zuteil geworden .... Ein schlagendes Beispiel finden wir in dem Film „Abgründe“, der so ziemlich alle Vorzüge vereinigt, die man nach unserem Urteil von einem modernen dramatischen Film verlangen kann. — Ein modernes Sujet, die ergreifenden und durchaus nicht ms Phantastische übertriebenen Lebensschicksale einer jungen Künstlerin: ein überaus eigenartiges und ansprechendes Milieu, — das Stück spielt in Kopenhagen und seiner reizenden Umgebung — vortreffliche Naturaufnahmen und lebendige Gruppenszenen lösen einander in grosser Zahl ab; ständige Steigerung der dramatischen Spannung — vom ersten Zusammentreffen der Helden bis zu dem prächtigen Schluss; eine glänzende Darstellung durch zweifellos erstklassige Schauspieler, — die Trägerin der Hauptrolle, Fräulein Asta Nielsen als „Magda Vangd hat einige wahrhaft grossartige Momente—, alles das gibt ein Ensemble von so starker Wirkung, wie sie bisher wohl selten von einem Lichtspieldrama ausgegangen. Die Handlung und die Darstellung entsprechen durchaus dem Geschmack des deutschen Publikums. Die Reihe der mannigfaltigen lebensvollen Bilder, die da vor unserm Auge weiterwandeln, die den Zuschauer oft stärker als in der Kullissen- und Soffittenhülle des eigentlichen Theaters in den Bann des spannungsvollen Miterlebens ziehen, eröffnet eine reizende Begegnungsszene zwischen Magda Vang, der hübschen, lebenslustigen, aber einsamen Musiklehrerin und ihrem künftigen Liebhaber Knut Svane auf dem Strassenbahnperron. Knud. Ingenieur und Pastorsohn, verbringt mit ihr ein Stündchen in dem schönen alten Friedrichsberg-Garten. Er läd sie dann zum Sommeraufenthalt nach seines Vaters Pfarrhof auf dem Lande Dorf, Kirche, Haus, Garten, alles ein entzückendes Idyll, wie wir sehen, aber nichts für Magdas Naturell, die sich langweilt und ihr Interesse einem eintreffenden Wanderzirkus und dessem ersten Künstler, dem berühmten Cowboyreiter Rudolph zuwendet. Liebesszene zwischen ihr und diesem, nächtliche Flucht im Mondenschein zu Pferde. Kurzes Glück und schnelle Enttäuschung. Knut Svane, der immer noch treue, sucht Magda und findet sie in Kopenhagen, vom Gatten betrogen, verhöhnt, misshandelt. Auf sein Drängen packt sie den Koffer zu eiliger Flucht, aber im letzten Augenblick erliegt sie aufs neue Rudolphs sie hypnotisierendem Wesen. Knud geht. Das Schicksal eines Menschenlebens ist besiegelt. * Nun wandelt Magda mit Rudolph weiter, von Stufe zu Stufe den Abgründen zu. In jedem Zuschauer zittert noch, wenn das Haus hell wird, die Erregung nach. Die Wirkung des Films ist entschieden eine starke, rein künstlerische. Die Mittel des Kinematographen sind in den Dienst einer Dichtung gestellt, die sich als eine lebensfähige Kunstgattung Rocteg-Kiub. Samstag den 28. Januar Monatsversammlung im Vereinslokal. 685) Der Vorstand. Zastmchtrlieder ES “• Biograph p,oßslr _______________________________6*3 Schwere Hasen auch Keulen. Nucken u. 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