Erster Blatt Nr. 151 M. Jahrgang Zrettag, 50. Juni 1911 iet General-Anzeiger für Oberhessen AÜ Alt At* 31 tt ?AtA AI* ZM Mkyb Nbt EgbWl ®S? General-Anzeiger für Oberhessen ssssH fSb!?es!S&n^,n1« Kotalionrörnck und Verlag der vrühl'schr« Unio.'vuch- und Steinbntdtrei R. Lange. Rebaltion, Lrpeöilion und vruckerel: SAuIftroM 7. ’1)' biG vormittag. 9 Uhr.Büdingen: Fernsprecher Nr. 50 Seschaslrftelle vabnhosstratze iba. A^nleü?> Beck. Die heutige Nummer umsatzt 16 Seiten. Zur Verbesserung der Rechtspflege. Mon schreibt uns: „Es regt, sich kräftig bi der fünfteniDClt Unter ter Jfl^rung des Präsidenten des Lberlcrndesgcrichts in Jena l)r. 'Born gen besteht seit kurzem ein Verein, der sich „R c d) t u nb W irtschaft" nennt und alle diejenigen — Juristen und Laien - zufaniutcnzuschlicßen tradnet, ^ic eine Reform unserer Rechtspflege wie unserer juristi schon Ausbildung für erwünsdrt Iwlicn und diese aus eigener Kraft herbeiführen wollen. Tie „Forderung zeitgemäßer Rechtspflege und Verwaltung" hat der Verein aus sein Banner geschrieben und lvill darauf lstuwirken, das; sich in Justiz und Verivalluug da 5 Recht nach den Bedürfnissen der Gegenwart entwickelt. „Gegenwartsjuristen" will er hercm- ziehen, die den Vorwurf der „Weltsremdheit" der Richter endlid) ganz und gar zerstören und die Brücke zivisdum Richter und Volk aufs neue sdflagen, die Briicke. die der Formalismus und die Buchstadeniurisprudenz feit langem abgebrochen haben. „Zeitgemäße Rechtspflege" aber heißt in dem Sinne der Führer des neuen Vereins eine verständige Verbindung modernen Freirechts mit Gesetzesbindung: sie erkennen als Grundfai; an, das; Rechtsprechung ohne bindende und unersd-ütterliche gesetzliche Grundlage ein lln ding ist, aber zugleid) betonen fic, daß die Gesetze nid)t lückenlos sind und der Rid)ter nickll etwa mit Hilfe von Logik und Konstruktion die richtige Entscheidung autvmatisd) finden kann — sondern daß der Richter die Freiheit haben muß, die Lücken des Gesetzes bei seinen Entscheidungen noch freiem rid)terlicheu Ermessen auszusüllen. 3o hat ja das sehr weit fortgeschrittene, am 1. Fann ar nächsten Jahres in Kraft tretende schweizerische Zivilgesetzbuch in seinem ersten Artikel den neuen bedeutungsvollen Grundsatz ausgestellt: „Tas Gesetz findet aus alle Rechtsfragen Anwendung, für die es 11 ad) Wortlaut oder Auslegung eine Be stimmung enthält. Kanu dem Gesetz keine Vorschrift entnommen werden, so fall der Richter nach Gewohnheitsrecht und, wo nud) ein solches fehlt, nach der Regel entscheiden, die er als Gesetzgeber aufstellen würde." Unser deutsches Bürgerliches Gesetzbuch entbehrt einer so modernen Vor- schrist, aber seine Paragraphen 157 uno 242 geben eine ähn liche Freiheii, da sie die Auslegung der Verträge und die Leistung des Sdjulbitcrß „nach Ttcu und Glauben, mit Rück ficht auf die Verkehrssitte" vorschreiben. Der lebensfähige, zukunflsreidle Gedanke, irr hierin liegt, i-‘t am schärfsten uno folgerichtigsten bi-her von dem Fcnacr rlberlandes- geridftsrat Tanz in feinem Buck) über „Tic Auslegung der Rechtsgeschäfte" zur Grundlage einer Rechtsresornl ge> macht worden. Tics aber ist and) der wesentliche Inhalt der neuen Vereinigung zur Forderung einer zeitgemäßen Rechts pflege: die wirtsckmftlicheu Bedürsnisse und Tatsachen, die llmstände des Falles, alles das, woraus der rechtsuchende Mann im Volke bei seiner Beurteilung Werl legt, soll mehr als bisher in den Richtersprüchen Berücksichtigung finden und Geltung erlangen. Mit einem Wort: Tas Leben besser als bisher kennen zu lernen, es mehr als bisher in seinen sachlichen Verzweigungen und Eigenheiten zu >vür digeu, gilt es, den Verkehr zu achten, der auf Grund der Technik und der Wirtschaft seine eigenen Regeln ausgebildet Hal! T-enn für den Verkehr und das Wirtschaftsleben ist das Recht da, auf sie hat eS seine Ideale anzuwenden, nnd diese Ideale des Recht» können mir dann Ideale von vrak tischcr Brauchbarkeit sein, wenn sie auf die tatsächlichen Lebensäußerungen anwendbar find! Ties zu erreichen, ist fürwahr, wie Präsident Börngen es ;üngst in einem Vorträge ausfprach, eine vaterländische Tat: denn daß die Rechtspflege mit der Entwicklung des Lebens, des Verkehrs und des Volkes mitgebe, ist eine Ausgabe nationaler Wohl fahrt. Es haben iid) denn and) bereits bedeutende Männer hier zusammengefunden. Tie Anreger der neuen Freirechts bcwegnng, der Rechtsanwalt Fudis in Karlsruhe und der Landgericktsrat Pozi in Bielefeld, haben bei der Gründung Pate gestanden: die „Jenaer Rick)tung" genannt seien. Ter Verein wird eine Zeitschrift hcrausgeben, zur Bearbeitung wichtigerer Fragen sind besondere Ausschüsse gebildet föorbcn, so der Ausschuß für Vorbildung und Ausbildung der Juristen, der Ausschuß für Fortbildung der Juristen, der Ausschuß für Gesengebungsfragen, der Ausschuß für Rechtsvflege, der Ausschuß für Verwaltung, der Ausschuß für Verbreitung von Rechtskenntnissen. Gerade dieser letz tere fud)t die Verbindung mit dem Volk: durch Vorträge und andere Mittel will er der „Redttsfremdheit im Volke" entgegenwirken, und her Verein sieht cs deshalb besonders gern, wenn aud) gebildete Laien ihm beitreten und dadurch ihre Zustimmung zu dem hier gesteckten Ziel und dem vor gczeichneten Weg zum Ausdruck bringen. Ter hier vorgezeichnete Weg aber ist in der Tat geeignet, zu einer Verbesserung der Rechtspflege und zur Annäherung zwischen Reattswissenschasi und praktischem Leben, zwischen Richter und Volk zu führen. Tenn von extremen Forderungen entfernt, wird hier aus dem Schoße moderner Juristen feldst ein solches Ziel gesteckt, dessen Erreichung auf der Grundlage des heutigen Rechts möglich und in ver haltnismäßig kurzer Zeil erreichbar ist. Tic Allgemeinheit braucht nur das gesunde Streben dieser Selbstreformer ver ständnisvolt zu unterstützen zum Heile des Vaterlandes und zum gemeinen Besten." Tr. E. Die Abreise des Aroi^Zirzerr aus England. London Juni Tn. S < uIsche Kronprinzen- paar veravkniedelc sich 00m stöingspaar im Buckiugchtm- palaft und /führ zum Waterloobahnhof, von wo es die Rückreise nftrat. Auf dem Bahnhöfe befanden sich der S?crAog und 'Prinz Arthur von Eonnaught, der deutsche Bot- fd)afler und alle anderen Mitglieder der Botschaft, teils mit Tarnen, Earl Granville u. a. 'Ter Marineatlache, Korvettenkapitän v. Widemamt, und die Herren des Ehrendienstes begleiten den Kronprinzen uach Portsmouth. In einem Abschiedsartitel für die scheidenden Gäste der Krönungsfeier sagt „Daily Graphic": Wenn es uns gestattet ist, einen Gast besonders zu erwähnen, drücken wir sicherlich das Empfinden eines sehr großen Teils der öffentlichen Meinung ans, wenn wir ausspreckfen, weldw Fr eud e wir empfunden haben, bei» deutschen K r 0 n p r i 11 z und seine bezaubernde Gemahlin willkommen beißen zu dürfen Tic mannhafte und freundliche Art des Prinzen und die Liebenswürdigkeit und Anmut der Prinzessin nmdtten überall den glücklichsten Eindruck, der in den spontanen Choers der Menge auf den Straßen in herzlichster Weise »um Ausdruck kam. Des Prinzen kaiserlicher Vater und das beutfdK Volk werden sich fichcriidi freuen, das; sie in so gewinnender Weise vertreten worden sind Tie angenehmen Erinnerungen, die die kaiserlichen Hoheiten zuruck)assen, können nur die glücklichste Einwirkung auf die politischen Beziehungen zwischen Großbritannien und Teutsdfland auSüben. politifdic lagcsfcbatu lieber btn plötzlichen Schlutz des preutzischen Landtage? fdircibt man uns aus Abgeordneten kreisen: Tic Linke Ijatle inr Abgeordneten Hause gestern wiederholt die Behauptung ausgestellt, daß die Regierung mit den Mehrheitsparteien über den Lmidtagsschluß Verlstindlungcu geführt habe. Ties trifft nicht zu. Beabsichtigt war seitens der Regierung, vom Landtage nod) die rljeimidte Landgemeindeordnung, das rheinische Bullenhaltungsgesetz und den Entwiirf über die Prüfung von Rechnungen vcrabsdiieden zu lassen. Ties hätte bei ordmingsmäßiger Besetzung des Hauses nm gestrigen Tage wohl geschehen können, aud) das abgeanberte Wegereiingungsgesey hätte nod) am Racktmiltag vom Ab- georbnetenhaufe verabschiedet werden tonnen Ta aber die Eisenbahnsretkarten der Abgeordneten mit dem Schlüsse bet Session ihre Gültigkeit verlieren, so mären die Abgeordneten, die mehr als eine halbe TageSreife von Berlin cm fern t wohnen, bereits am Ticnstag abgereist. ES dürfte sich also empfehlen, in Zukunft die Bettimmungen über die Benutzung der Fahrkarten so abzuändern, baß sic wie beim Reichstage nod) drei Tage über den Sessionsschluf; hinanv Gültigkeit behalten. Bis Mittwoch mittag war niemandem im Landtage authentisch bekannt, wann der Ldtlnß der Session erfolgen solle. Gegen Mittag kehrte der Ministerpräsident aus Miel zurück mit der allerhöchsten ttabinettsorder in bet Tasche Er ließ sid) sofort Vortrag über bic Ereignisse im Abge ordnetenbaus halten nnd kam zu der Ueberzeugnng, daß die nod) zu erledigenden Gesetze bei dieser Sachlage weder am Mittwoch noch am Freitag endgültig verabschiedet wer- den könnten Er ließ deshalb um '«2 Uhr dem Landtage bic Ankündigung von der Schlußsitzung zugehen Tic Ent- icheidung über bat Schluß per Scilton iit also zwifchen 12 und I x/i Uhr nachniiitags beim Staatsministerium gefallen Herrn von MTPd)e‘r war dieser Beschtuß kurz boi dem Einlauf des amtlichen Sd)reidens mündlich übermittelt worden. Aus Liesse«. R.B. Gesd)äft s kon lu r renz durch Ge»äng- nisarbeit Auf Anregung des heffischen Justizministeriums ist dieser Tage vom Finanzministerium ein Erlaß erschienen, der in den beteiligten (Geschäftskreisen nicht geringe Verstimmung hervorgerufen hat In dem an „sämtliche Behörden und Beamten" gerichteten Erlaß wird diesen empfohlen, ihren Bedarf an Briefumschlägen usw „tunlichst" vom Tarmfläbter Arresthaus zu beziehen, in» Emsprud) der Hiinftlcrvcrciniguiifltn werde sich Mrum ha,ivt- fäcl'!td) gegen diese Ixnbtn Punkte richten Uni ähnlichen Miß- bcllinfcitcn bei Aiettdewerben um Tcnfmäkr uno. voriiibeugcn, ljat nun bei „Bu n d Deutscher Architekten" eme „Denkschrift zur Reform bei Aleltbewerbvgrund i a y e" ausgcarbenct, durch welche die bisherigen Mtinnahm.n bei Wettbewerben eine umfosiende Aenoeriuig criabrrn. Ans An regung Oes Bundes hoben nun folgende Vereine, die „Allgemeine Deutsche st u n st - G e n 0 s s e >1 s ch a s t", der „W c r k b 11 n d", der u n st g e w e r d e - Ve r e i n", die Bildhauer Vei • einigungen und die Architekten und Ingenieur Vereine eine Tagung veranstaltet, nm über die Tenführih zu derottn Die Vereine und zu der Ueberzeugung gelangt, daß eine Bei,eruuq t^.'S Vetrbeiverbsweiens einmal durch die neue Reform her Uniutb- iätze und zweckens euren die 3 sind Einzel betten. über die man mit einem Lääwln himveggelzcn könnte: „jchodi muß äxliDcriprud) erhoben werden gegen tue vielen Vcr zerrungcn und Verdrehungen, die der Originaltext in den Händen lieberietzcrs erfahren bat. Die Stellen z. B., in denen Riäuird Wagner von der tiefen Erschütterung und dein unoerlöschlichen seelischen Eindruck spricht, den er beim ersten Abendmahl cmv'iug und der io groß war, baß er nie mehr dos Sakrament empfangen wollte, aus Iurelu. die'eit Eindruct abzuschwächen, wirb etnrad) in tein Sinne übersetzt: „Ter Schauder mit dem ich das Brot und den Wein enutting, nxn so unverlöschbar in mein Gedächtnis t'ingcqiabcn. daß id) niemals mehr die Mommumon nahm, um ba-5 nicht mit Leichtfertigkeit !) ;n tun." „xem 'd.öüjei des Pari'ifal solche Aeußcrungen m den Mund ju legen, und das zu einer Zeü, die der Riedi'rschrift des Textes zu dem großen Musikbrama. in dem er den hatten »um reiner christlicher Mnstik zum Ausdruck brachte, unmittelbar rorberging, baäinx- fteigt iich zu einer Beschmutzung des Andenkens an den Meister/ — Um das Bismarck--Rationaldenkmal. Die bc lau tuet wird, werden sich dernnadist die $ ün ft I c r b c r ei 11 i 0 u n g c n mir der Entsdzeidung des Bismarck-Deukmal-Aus'chunes bcschattigen und in Beratungen erntteten. wie ne »ich dazu stellen N'krden Es sei anzuiiehmen, daß von den getarnt en Vereinigungen, nämlich dem „Bund T e u t s ch c r A r ch i t e k te n", der „B er - 1 inc 1 Bildhauer-Bereinigung" und dem gciamten ' ^erbanb TentscherArchitekten-und ^ngeatenr- ucrcuic". ein scharfer E 1 n , pruch gegen die Entscheidung erfolgen werde. Tic drei Bereinigungen hatten bc- ammgt. daß nidu nur die preisgekrönten .stümtler, lojWcrn auch bic ui der Allgemeinheit als hervorragend bezciwnetrn Entwürfe in srn ritactcii D utoeivorb eiligewgen werden, uno oatz vor allen tor eimar.. au» «rflärr. DanraUid) m 8-^baorn ba- n ieder gntgeinadst u-erden wurde, was von den Preisrichtern verdorben nmrde. Durch die (iundnbung des '"«buNAlnd aber nur die von den früheren Preisrichtern gekiotcken Enwmrie Mw cnaercu Dettoeiverb verangewgen worden und du alten Preis M im» aud, .Ktmm« S'-d-m.«., er •'rfi.-iuc um: ounstige Erledigung der Augelegenhir aber mcht m-rlich- »- 58ie in allen musikliebenden Ländern ist and) in England das Erscheinen von Richard Wagners Sclbstbiograpliie mit lebhafter Spaiiiiiliig erwartet worden, und voll Freude begrüßte man dieses Vermächtnis. Aber lutu, nachdem bic erste hohe Dankbarkeit für bic Herausgabe dieses Schatzes und bic ersten eiligen vlk- ertennungen vorüber sind, regt sich in den Kreisen ber englischen Wagnerncundc ein stetig ivachsendcs Mißbehagen, oas nch ictzt in Hellen Flammen der Empörung zu .'nlladen beginnt. Es- ■cigt iitv. daß d cugliidK Ausgabe von ..Mein Leben" m cjtd"- io minbeiwertigen, ungenauen und i'u'l’adi muicntucUcnl)#i lleberscx.uug hcrauSgebracht irotbcii ist, daß man von einer Verbat l o o r n u n g ivrechen kann. Ihitei dem Titel „Eine erstaunliche Uebei>epung"^g'bt jatt P i 0 n 0 dv m der Tai'.g Mail an icitcnbet r idle der Eiitrunung barüber Ausdruck, daß man cm so lonbarcs^Derk itie Dagiter» Selbstbiographie in einer soläicn Ucbcrtragung b.'rauÄgc'jen konnte. „In Wagnerkieisen machen iid) die ersten An- . Lilien if? 1 onnncnben Sturme, uihlbar E» kann nicht tncnr lange dauern, und der Sturm wird nut seinem ganzen^ Zorne am das Haupt denamenlosen Fxevlers der „autorisierten" lleöer- > tzung nirdergchcn. Dieser unglückselige Mensch bat crn feyr lesbares Buch gebracht, das in einem 10 guten Englisch gciauiebcn ist, dos; er das einstimütige Lob des Heeres der B:tcher«fprecycr erntete, die m der ersten Hast urteilten ober keine Gelegenheit hatten, diese englische lieberujgmiriglcn Sinn stören tstd entstellen, sondern die togar geeignet sind, den Eharakter Wagners in ein falsches Lidst zu fei:eit. Er lat md't das Recht, den Meister, einen Rami von liefet Multur, tut Jargon der Straße, sprechen ;u lassen« Im in er niet;er werben in bicici erstaunlichen „aiitoriiierten lieberitBung" Riward Wagner Aenßerungen mitctgeidiobcu, bic man vergebens in der Lriginalfassung von ::n Leben" ludrt, Aeußeinngai, er ernsthaiie Didersprüli? in bep vorherg... uw'.', odei nach'olgen den Stellen 1 rvorrnsei. bic ein ungünstiges Vicht ar' ’.'innt Etzaeatlei ir er feit ober die reiner lln’imt ftnb " Und mm gibt ,'ionobi) auf» Geiadcwol'I eine Anzahl von 'v -im, die ^ttgemcinh^t göstellt haben, und ba die anderen Tai mehr als erstaunlich und und bu-cr ci-u.'chen Auswbe ia,. » J Frage kommen. Ter von Wagners eigener L'bcnsbcfchreibung zum mindeu.it einen Igukn Entwürfe 1.verhauvt nt . muji m j j sofern nicht vertragliche Verpflichtungen entgegenstehen oder ein billigerer Bezug an dem Amtssitz möglich, ist. Zum Schlüsse ioird noch bemerkt, daß die bezeichnete Stelle auch noch den Aufdruck der Firmen usw. übernimmt und zwar zu einem Preise, der über 200 Prozent hinter dem tarcs- mäßigen Satz zuriickbleibt. Daß der Staat die in Strafanstalten angefertigten Arbeiten billiger liefern kann wie ein Geschäftsmann, ist klar. Hat er doch, von allem anderen abgesehen, nicht die Löhne zu zahlen, tvie das Gewerbe. Nebrigens steht das angegebene Rundschreiben im Widerspruch mit der. ministeriellen Verfügung, daß die staatlichen Druckarbeiten nur in tariftreuen Druckereien angefertigt werden sollen. Es mag zugegeben werden, daß die ordnungsmäßige Beschäftigung der Gefangenen ihre Schwierigkeiten hat, aber nian sollte dann doch auf andere Mittel sinnen und nicht Maßnahmen treffen, durch die eine große Anzahl kleinerer Geschäftsleute jn ihren Interessen geschädigt wird! Deutsches Reich. Der Kaiser nahm am Donnerstag morgen in Kiel an Bord der „Hohenzollcrn" die Huldigung von Mitgliedern der dritten sä ch fische ii Krieger fahrt entgegen, die auf Dampfern die „Hohenzollcrn" passierten. Der Kaiser empfing mittags an Bord das Komitee der türkischen Studien- 'Gesellschaft unter Führung von Dr. Jacckh-Hcilbronn und unterhielt sich längere Zeit mit den Herren. Später hörte der Kaiser den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amts. Zur Frühstückstafel an Bord waren geladen der Großherzog von Oldenburg mit dem Erbgroßhcrzog und den Prinzessinnentöchteru, sowie der Herzog und die Herzogin Friedrich Ferdinand zu Hol- stein-Glücksbnrg. Die „Nordd. Allgcm. Ztg." veröffentlicht die Bestimmungen des neuen Handelsvertrags zwischen D c ii t s ch l a n d und Japan, der am 24. Juni vom Bundesrat genehmigt worden ist. Der Vertrag wird mit Wirkung vom 17. Juli ab in Kraft gesetzt und dem Reichstag beim nächsten Zusammentritt zur nachträglichen G c n e h nm g u n g vorgelcgl. Der Vertrag ist auf zwölf Jahre abgeschlossen. Er regelt in herkömmlicher Weise die Handelsfreiheit, bezüglich deren besonders bestimmt ist, daß der gegenseitige Handelsverkehr, abgesehen von den üblichen Ausnahmen, durch keinerlei Einfuhr-, Ausfuhr- und Durchfuhr-Verbote gehemmt werden darf. Hinsichtlich der Schifffahrt ioirb der Grundsatz der vollkommenen Gleichstellung mit den Schiffen nationaler Flaggen ausgesvrochen. GiAe Ausnahme davon ist bezüglich der Küstenschiffahrt a.usbedungcn, die sich ausdrücklich die nationalen Flaggen vorbehalten. Das Zollabkommen, das gleichzeitig mit dem Handelsvertrag am 17. Juli in Kraft treten soll, enthält neben der M e i st b e g ü n st i g u n g hinsichtlich der Einfuhrzölle einen V e r t r a g s t a r i f, der bei der Einfuhr deutscher Erzeugnisse in Japan und einen solchen, der bei der Einfuhr japanischer Erzeugnisse in Deutschland zur Anwendung kommen soll. Zur Gründung des elsaß-lothringischen Bundes fand am Donnerstag in Straßburg unter Vorsitz des Abg. Wet- terlö eine von 132 Personen besuchte Versammlung statt. Das beratene und gutgeheißene P a r t e i p r o g r a m in bezeichnet die Erlangung der Ä n t o n o m i e und die Verteidigung der elsaß-lothringischen Interessen im Deutschen Reiche als den Hauptzweck der Partei. Tas Programm zergliedert sich in sieben Paragraphen. 11. a. wird von den Verwaltungsbeamten die Beherrschung der landesüblichen Sprachen und Vertrautheit mit den Sitten des Volkes und seiner demokratischen Denkart verlangt, ferner dic Schaffung eines obersten Gerichtshofes, im Unterrichtswesen obligatorischen französischen Sprachunterricht an den.Volksschulen und Unterweisung in der Geschichte des Landes, ferner keinen Bau der Eisenbahnen nach st r a t e - gischen Gesichtspunkten. Endlich verlangt der Programm-Auszug Wetterle-Blumenthal Achtung vor der nationalen Eigenart, wie sie sich im Gebrauche zweier Sprachen und im Verkehr zweier Kulturen heransbildetc und ungehinderten Verkehr mit den ausgewanderten Landsleuten, „es wird keines der Abzeichen, die die Väter zu ehrenvollen Taten begeistert haben, verleugnet, freie Betätigung des Kultus der .Vergangenheit wird gefordert", Ausland. Der erste Internationale Kongreß der Jugend- gerichtShöfe wurde am Donnerstag vormittag in Paris unter dem Vorsitz Deschanels eröffnet. Das neue französische M i n i st e r i u m wird sofort nach .Abgabe der Regierungserklärung eine lebhafte Geschäfts- ordnungsdcbatte zu bestehen haben. U. a. wurden folgende Anfragen angekündigt: Von dem Sozialistisch-Radikalen Viellant ,über die allgemeine Politik des Kabinetts, von bem Sozialisten Bedouce über die Maßnahmen zur Wiedercinstellung der e n t l a s s e ic e n E i se n b a h n e r , und von dein Nationalisten Berich über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Lcbenö- tzcittclte uer u n g. Die Frage der Verhältniswahl wird wahr- icheinlich Gegenstand einer besonders lebhaften Besprechung werden, da die Aichänger dieses Systems ihre Erklärung erneut haben, daß sie ihren Gegnern^tveitere Zugeständnisse nicht machen können. .Die „Bataille Syndicatiste", das Organ des französischen revolutionären A l l g c in. A r b e i t e r v c r b a n d c ö, veröffentlicht ein Rundschreiben des Jiispektors der Paris- Lyon—Mittelincer-Bahn, in dcm darauf hingewiesen wird, daß die Eisenbahmnaterialdiebstähle bei der Paris — Lyon — Mittelmeerba h n in der letzten Zeit beunruhigende Dimensionen angenommen haben. Tic Stationsvorstände werden darin dringend ausgefordert, die Ucberwachung zu verschärfen und die Missetäter ausftndig zit machen. Tas Blatt meint, diefts Rund- ' schreiben bilde einen Beweis dafür, daß die Eisenbahner alles aufbieten, um die Wiedereinstellung ihrer entlassenen Kameraden zu erzwingen. Die portugiesische Regierung beschloß, zur Verstärkung der Garnison von Oporto die I n f a n t e r i e r c i e r v e n von 1907/08 cinzuberufen. — In der portugiesischen Nationalversammlung erklärte der Minister des Aeußcrn, Machado, das Treiben der Portugiesischen Ruhestörer in Galizien vermöge nicht d i e R cpul> l i k z u gefährden. Er habe volles Vertrauen zur Loyalität Spaniens und er freue sich auch über die Achtungsbeweise der übrigen Nationen Portugal gegenüber. Der e r st e r u s s i s ch c T r e a d n o u g h t ist ilr S e b a st o p o l aus her baltischen Werft vom Stapel gelaufen. Bei den: Ministerempfang erklärte der- t ü r k i s ch e S u l t a n, er hoffe, daß nunmehr in Albanien kein Blut mehr fließe. Nach einer Depesche des Oberkommaudierenden von Albanien hörte die B a nd e ntä ti g ke it im M irdi t cngeb iete vollständig aus. Die türkische Regierung beschloß, neue Verstör- I u n g e n nach dem Vilaiet A s s y r zu entsenden. Weiter sollen vier Bataillone von Bagdad nach Muntafik abgehen, um, den Kämpfen der feindlichen Truppen Einhalt zu tun. Der Ausstand der Seeleute. ,A nisterl) am, 29. Juni. Tic Hafenarbeiter üben elnc wahre S ch r e ck a.n s h e r r s ch a f t ut dem Stadtviertel aus, das )te bewohnen. Sie belästigen die Frauen, Kinder und Arbeitswilligen, zertrümmern die Fensterscheiben der Lcbensmittellicse- ranteir für die Dampfer und mißhandeln deren "Angestellte. 20 chinesische Heizer sind eingetroffen, um in den Dienst der Necderland Company einzutreten. Daß übrigens die Widerstandskraft der Ausständigen nachläßt, geht daraus hervor daß heute der deutsche Dampfer ^Friedrich Krupp" abgcgangen ist und sich darauf fünf ausständige Seeleute und vier holländische Heizer anwcrben ließen, die sich mit den deutschen Löhnen zufrieden gaben, während die gleichen Löhne von den Streikenden in Rotterdam als zu gering bezeichnet werden. London, 29. Juni. Die Ab l ö s un g s mau u s ch a f t für das Feuers chif f-anf-Marsey weigerte sich heute früh, den Dienst anzutrelcn. . Grimsby, 29. ’.ti. Die hiesigen Hafenarbeiter legten sämtlich die Lo , N) arbcit ans den Schiffen nieder. Ans rind Land. Gießen, 30. Juni 1911. * * Der Großherzog und die Großherzogin sind gestern nachmittag von ihrer Englandreise nach Schloß Wolfs« garten zurückgekehrt. * • Dienstanweisungen für die Direktoren und Lehrer höherer Lehranstalten. Mit Genehmigung des Ministeriums des Innern hat' die Schul-Abteilung unterm 15. Juni Dienstanw eis ungen und zugleich als Teil davon eine ,Geschäftsordnung des Lehrerrats an den Gyrn- nasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und Realschulen* erlassen, die an die Stelle der durch Amtsblatt vom 12. Juni 1902 bekannt gegebenen Geschäftsordnung tritt. Die Dienstanweisungen bezwecken im wesentlichen, in knapper Form und unter Vermeidung methodisch-didaktischer Hinweise die äußeren Beziehungen des Direktors und der Mitglieder des Lehrkörpers zueinander und zur Schule zu regeln. Es bleiben daher neben ihnen die für alle Beamten geltenden Bestimm- ungen und die früher über die Dienstführung der Direktoren und Lehrer ergangenen Amtsblätter, Ausschreiben und Verfügungen, soweit sie nicht mit ihnen in Widerspruch stehen, in Kraft. Auf die Direktoren der Seminare, der höheren Mädchenschulen, die Rektoren der höheren Bürgerschulen und auf die an diesen Schulen wirkenden Lehrer und Lehrerinnen finden die Dienstanweisungen sinngemäße Anwendung. T a s dritte Abonnemcntskonzert unserer Regi- mcntskapelle erfreute sich wieder eines guten Besuches. Das Programm, das recht abwcchscluiigsrcich zusammengestellt war, wies verschiedene Nummern auf, die für Gießen neu waren, und für deren Veranstaltung die Kapelle lebhaftesten Beifall erntete. Zuerst wäre der in feinen ersten Takten sehr ansprecheiide, bann aber unter überreicher Ornamentik leidende Walzer aus dem Rosen- k'avalier zu nennen, mit dem Richard Strauß einen so außerordentlichen Sensatiouserfolg errungen hat. Großen Beifalles erfreute sich auch Die Fantasie aus der d'Albertschen Oper Tiefland. Auch die als Zugabe gespielten Rosenlieder des Grafen Eulenburg fanden lebhaften Beifall, und die yumorvolle Fantasie, ein Solisien-Wettstreit, wurde ebenfalls sehr beifällig auf- geuommen. Außer den zwei Fanfarenmürschen für Heroldstrompeten, die sehr gut heraiistamen, war es dann vor allem die Schluß- nummer, Die mit großem Interesse aufgenommen wurde, Deutschlands Erinnerungen an die Denkwürdigen Kriegsjahre von 1870/71, die sehr geschickt und wirkungsvoll komponiert sind, machten einen nachhaltigen Eindruck und das Auftreten eines ganzen Trommler- und Pfeiferkorps war von zündender Wirkung. Die einzelnen. Abteilungen wurden von Obermusikmeister Löb er sehr fein durch- geführt und Die Abjayrl der Lruppen, das Rollen des Eifenbahn- zuges u. a. wurden überraschend naturgetreu ausgeführt, • * Selbstmord. Ein Unteroffizier der 3. Kompagnie, der sich wegen eines schweren Hautausschlagcs im Lazaret befand, hat sich gestern erhängt. In einem hinterlassenen Briefe gibt er als Grund seiner Tat die Befürchtung au, daß seine Krankheit unheilbar sei und daß er deshalb aus dem Leben scheide. * ’ Tiere, die man schützen sollte. Es gibt gar viele Tiere, die au§ Unwissenheit von den Menschen, besonders von Kindern, verfolgt und getötet werden, obgleich sie uns von unberechenbarem putzen sind. Der Frosch ist ein Jnscltenvcrlilger ohnegleichi.n; Fliegen, Mücken, Motten, Schmetterlinge, Erdflöhe, Larven usw. sind seine Speise. — Die Kröte vertilgt m Gärten und Feldern bei ihrer Gefräßigkeit unglaubliche Mengen Regenwürmer, Käfer, Raupen u s. f. und wird von Gärtnern absichtlich in die Gärten versetzt. Ferner ist nützlich der Igel, da er ausschließlich von Mäusen, Erd- und Nachtschnecken, Engerlingen u. dergl. lebt. Die Blindschleiche, welche dec blöde Volksglaube für giftig hält, ist gänzlich unschädlich, aber als Jnsektenvertilger hervorragend. Vor allem aber verdient der überaus nützliche Maulwurf mehr Schutz. Unsere eifrigsten Gehilfen bei der Insektenvertilgung aber sind und bleiben unsere Singvögel, die jetzt für ihre Jungen Millionen dieser Schädlinge bedürfen. Kreis Büdingen. r. Büdingen, 29. Juni. Tierarzt Moritz T oct er hier, der heute' auf eine 20jährige Praxis in Büdingen und Umgebung zurückblickt, ist zum Fürstlichen Hof-Tierarzt ernannt worden. (Herr Docter, der auch als Lehrer der Tierheilkunde an der landwirtschaftlichen Winterschule wirkt, stammt aus Gießen. Red.). -l- Büdingen, 29. Juni. (G crn c i n d c r a t s s i tzu n g.) Tic heutige, vollzählig bc|ud)tc Gcmeinderatssitzung hatte als ersten Gegenstand die Pflasterung der Straßen der Stadt Büdingen auf der Tagesordnung. Auf die ausgeschriebenen Arbeiten, die in zwei Abschnitten auSgesührt und nur an einen Unternehmer vergeben werden sollen, waren 1-1 Angebote eingegangen, die sich zwilchen rund 80000 und 150 000 Mark bewegten. Der mit Der Prüfung Der Angebote betraute Ausschuß hat beantragt, Den Zuschlag dem Mindestsordernden, der Firma Fr. Zipp-Söhne in Gelnhaufeu, zu übertragen, Deren Forderung fich auf 79 794 Mark beläuft. Es wurde nach langer Beratung, in her u. a. KreiSstraßeumeister Straus-Büdingen über die von ihm besichtigten Pflasterungen einer Reihe von Städten berichtete, beschlossen. Der Firma den Zuschlag zu erteilen, über die für die hiesigen Bodenverhältnisse empfehlenswerteste Herstellung des Unterbaues einen Sachverständigen < Stadtbaumeister Braubach-Gießen) zu hören und mit den Arbeiten sofort zu beginnen, und weiter das sog. Bogen- Kleinpflafter in Anwendung zu bringen. Dem Anträge, mit der Neupflasterung, die noch fehlenden Hydranten einzubauen, stimmte der Gemeinderat zu. — Tie über eine aus Anlaß der Errichtung Des Gaswerkes bereits vollzogene Kapitalaufnahme bei der Für- sorgekassc für Gemeindebeamten und der Beamten-Sterbekasse ausgefertigten Schuldverschreibungen werden von den Mitgliedern des Gemeinderars unterzeichnet. Der von dem Ministerium empfohlenen Kapitalaufnahme 'bei her Landeshypothekenbank soll im gegebenen Falle näher getreten und hie zunächst noch nötigen Gelder bei ber Bezirkssparkafse ausgenommen werden. — Gegen die Heranziehung zu den Kosten ber Kanalisierung ber Bahnhofstraße ist von einigen Anliegern Einspruch erhoben worben. Es wird beschlossen, bem Einspruch in ber Form statt- zugeben, baß bie Anlieger nur den Betrag zu bezahlen haben, her sich als Differenz zwischen der früheren und der neuerdings aus» geführten Kanalanlage ergibt. — Mit bem Zufüllen eines Grabens m Der von Albr. Sichel gepachteten alten Bleiche auf städtische Kosten, erklärt sich der Gemeinderat einverstanden. — Der Beitritt der Stadt Büdingen zum Arbeitsnachweisverband wird abgelehnt. — Tie Bewohner der Pfnorstvaße haben beantragt, den Dienst des Nachtwächters und das Ausschellen auf die genannte Straße auszudebnen. Ter Antrag wird, soweit er die nächtliche Bewachung betrifft, genehmigt, das dlusschellen, bas im allgemeinen als nicht mehr zeitgemäß betrachtet wirb, wirD abge- lehnt. — Tie Bahnmeisterei beabsichtigt, im Bahn Hofe die Gasbeleuchtung einzuführen. Ter Antrag aus einen Gas- prcisnachlaß wird abgelehnt mit her Begrüntzmig, baß ber Gas- u er brand' im Cmp'SngSgcT'-udc ben cinc5 Privatabnchmcrs nicht erheblich übersteigen wirb. Im Falle der Gasverbrauch auf die übrigen Bahnhofsänlagen ausgedehnt wird, soll ein entsprechender Preisnachlaß in Erwägung gezogen werden.. Zur Begründung wurde mitangefübrt, daß für die erheblich größere Bahnhofsanlage in Friedberg ein Nachlaß nicht gewährt wirb. — Einem»Anträge, bas Betreten her sog. Ländereien in der Zeit von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgen» zu verbieten, tritt her Gemeinderat nicht bei. — lieber einige weitere Gegenstände hex Tagesordnung wird in nichtöffentlicher Sitzung verhandelt.' -l- Aus dem Kreise Büdingen, 30. Juni. Die Kirschenernte, von der ein guter Mittelertrag zu erwarten ist, ist jetzt in ben vorwiegend mit Kirschbäumen bepflanzten Gemarkungen im Gange. Tie Preise int Einzel- Verkauf halten sich in mäßigen Grenzen. Ter Durchschnittspreis beträgt 15 Pfg. das Pfund, was billiger verkauft wird, ist minderwertig. Die als Kirschenzüchter in Betracht kommenden Gemeinden H i m b a ch und Rodenbach hatten auf der Ausstellung bev Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Kassel ausgestellt. Es erhielten erste Preise die Gemeinde Himbach, Heinr. König und Karl Will in Rodenbach, zweite Preise Gemeinde Himbach und Peter Will und Wilh. Bern I. in Rodenbach, dritte Preise: Bürgermeister Loh, Jakob Berg und Heinr. Loh in Rodenbach. — Einen reichen Ertrag 'bringen die Johannis- und Stachelbeersträucher, die damit bepflanzten Gärten bieten einen herrlichen Anblick. Private und Konservenfabriken bereiten sich auf das Ein koch en der Früchte vor, so baß letztere einen immerhin ansehnlichen Preis behaupten. Von den Obstsorten dürften, was die Menge betrifft, Zweischen unv Mirabellen an erster Stelle stehen, dann Armen, während der Behang von Aepfeln an manchen Bäumen reichlich bis mittelmäßig ist, an vielen Bäumen aber ganz fehlt. Ddan hatte nach dem Blütenansatz mehr erwartet. -l- Mittelgrün d an, 30. Juni. Die Spuren des Unwetters der vorletzten Maiwoche, durch das unser Ort so arg verwüstet wurde, verschwinden nach und nach bis auf die, die sich noch, nach Jahren bemerkbar, machen werden. Auf den Feldern hat sich, durch die Sonne hervorgelockt, manche Pflanze wieder erholt; die Stellen, an denen Kartoffelsträucher dem Verderben anheim fielen, sind jetzt mit Tickwurzpflanzen besetzt. Die so bestellten Äecker bieten neben und zwischen den teilweise verwüsteten. Kornäckern, den sich erholenden Sommerfruchtäckern und den Flächen, auf denen ber Schlamm heute noch fußhoch liegt und die in diesem Jahre für die Bestellung nicht mehr in Frage kommen können, einen eigenartigen Anblick. — An beit Dämmen nnb Einschnitten ber Eisenbahn sind rührige Arbeiterkolonnen mit der Ausbesserung beschäftigt; hier wird durch Faschinenwerke, dort durch Maurerarbeit versucht, die Bewegung ber Erbmassen für später zu verhindern. r. Wenings, 30. Juni. Die vor etwa Jahresfrist in Konkurs geratene Dampf Molkerei ist von der Gemeinde Wenings erworben worden und wird pom 1. Juli ab wieder in Betrieb genommen. Kreis Alsfeld, Alsfeld, 29. Juni. Vom Neuban der städtischen Volksschule stürzte gestern ein Maurergehilfe von Eudorf und blieb bewußtlos liegen. Er wurde in das Kreiskrankenhaus gebracht. Anscheinend hat er innere Verletzungen erlitten. — Gelegentlich der Besetzung der Stadt- schulbienerstelle hatten sich im ganzen 61 Bewerber gemeldet. Der größte Teil dieser stammt aus dem Kreise Gießen. + Ober-Gleen, 29. Juni. ^Feuerlärm ertönte gestern kurz nach Mitternacht in ünferm Orte. In der Hof- re ite des Landwirts Hch. Opperthänser mar Braud ausgebrochen, dessen Entstehung noch nicht sestgestel'lt werden konnte. Die Firttervorräte wurden ein Raub ocr Flammen. Von dem Inventar konnte wenig oder fast gar nichts gerettet werden. Am Morgen sah man nur noch einige Mauerreste stehen. In Gemeinschaft mit der Feuerweyr Heimertshausen wurde eine weitere Verbreitung des Feuers verhindert. Zum ersten Male trat unsere kürzlich fertig- gestellte .Wasserleitung bei einem Brande in Tätigkeit, Kreis Lauterbach. ---Lauterbach, 29. Juni. Ein Vorkommnis, das leicht schlimme Folgen hätte haben können, ereignete sich gestern abend 11 Uhr in der Lindenslraße hier. Dort werden zurzeit Kanalisationsarbeiten vorgenommen und die Straße ist für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Trotz der Sperre und an dieser angebrachten Beleuchtung fuhr ein zur Bahn fahrendes, mit zwei Personen besetztes Fuhrwerk in scharfem Tempo durch die Straße, Sperre und Laterne mit sich umreißend, bis das Pferd auf einen aufgeworfenen Erdhaufen dicht vor dem etwa 3 Meter tiefen Kanal auflief. Im letzten Moment und durch Zuruf von Passanten merkte jedoch der Führer die Gefahr und konnte das Pferd noch schnell zur Seite lenken, so daß ein folgenschweres Unglück vermieden wurde. Pferd und Wagen wurden, da sich das Fuhrwerk zwischen aufgeschichteten Holzhaufen festgefahren hatte, durch herbcieilende Bewohner wieder flott gemacht, ohne weiteren Schaden erlitten zu haben. Kreis Friedberg. -1-. Butzbach, 29. Juni. Die Landwirte in unserer Gegend lenken jetzt mehr als früher ihre Aufmerkfamkeit auf die Pferdezucht, denn im Jahre 1911 wurden auf der hiesigen Beschälstation 221 Stuten bedeckt. Diese Zahl wurde hier noch nie erreicht. x Bad-Nauheim, 29. Juni. Eine Sitzung ber Stadtverordneten wurde heute nachmittag abgehalten. An bie Eifenbahnverwaltung würbe eine Eingabe des Inhalts gerichtet, baß ber 10.53 Uhr hier fällige Bäderzug Frankfurt — Wiesbaden — Bad-Nauheim — Berlin und sein Gegenzng eine bleibende Einrichtung werden möchten, auch in den Wintermonaten. Der Zug, der eine vorzügliche direkte Verbindung mit Berlin bietet, erfreut sich beim reisenden Publikum großer Beliebtheit; er hat sich in ber kurzen Zeit seines Bestehens schon gut eingeführt. — Von der Polizei wurde eine Verordnung vorgelegt, wonach Kindern ohne Aufsicht von Erwachsenen der Besuch des Kinematographen-Thea- ters verboten ist. Die Vorlage findet die Zustimmung ber Versammlung. — Für das V e r t e h r s f e st am 16. Juli bewilligen bie Stabtfrerorbneten 200 Mark, dazu noch 60 Mk. für einen Preis beim Blumenkorso: ber Preis )o(l als Ehrenpreis der Stadt Bab.9rauheinl bezeichnet werben. — Bei ber Neufestsetzung des ortsüblich en Tagelohns einigte man sich für Männer auf 3, für Frauen auf 2 Mark. Die Verpflegung wird für Männer mit 320 Mark, für Frauen mit 295 Mark, die Wohnung mit 50 Mark jährlich berechnet. — Dem Fußballverein, der am 23. Juli hier Olympische Spiele veranstaltet, werden 40 Mk. bewilligt. — Zwecks Anlegung des städtischen Spiel- unb F estplatzes, der halb, in ben Hochwald, halb in Reichsgerichtsbries. (Nachdruck verboten.) je. Leipzig, Juni 1911. Besitzt btc Freie Religionsgemeinde Breslau Rechtsfähigkeit? Nach reichsgcsetzlichcn Bestimmungen erlangt ein Verein, dessen Zweck nicht aus einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb berechnet ist, Rechtsfähigkeit durch Eintragung ui das Pereinsregister des zu- (laubigen Amtsgerichts. Zuständig ist stets das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Verein seinen S i tz hat. Als Litz des Vereins aber gilt gemäß 8 24 B. G. B. bet £rt, an dem die Verwaltung geführt wird, icbocb find Ausnahmebestimmungen zu- läliig. Für den vorliegenden Streitfall interessiert bic Frage, ob ber Artikel 84 bes B.G. B. aus bic Freie Neligions- gemeinschast Breslau, die ihren Litz in Offenbach am Main (Hessen) Hal, Anwendung zu finden hat Diese Aus- nahmcbenimmung bes Artikel 84 B. G. H. lautet: Unberührt bleiben bic landesgesevlichen Vorschriften, nach welchen eine Religionsgemeinschaft ober eine geistliche Gesellschaft Rechtsfähigkeit nur im Wege der Gesetzgebung erlangen kann. Tie Freie Religionsgemeinschaft Breslau hat durch Klage gegen den Nachlaß Müller Auszahlung eines Vermächtnisses in Höhe von 5000 Mark begehrt. Müller war ein geborener Schlesier; er hatte sich in Nord- amcrifa naturalisieren lassen, bann aber lebte er wieder in Deutschland, ohne die deutsche Staatsangehörigkeit wiedererlangt zu haben. Sein gesamtes Vermögen hat er bei Freien Re- ligionsgemcinde Breslau vermacht, die auf Zahlung bes bezifferten Teilbetrages bic vorliegende Klage erhoben hat. Der Beklagte hat ber Klage entgegnet, baß die Klägerin nicht rechtsfähig fei und deshalb nicht klagen könne. Tie Klägerin beruh sich darauf, baß sie in Hessen ihren Sitz habe und nach .Hessischem Rechte bett Sitz ihres Vereins ganz beliebig wählen könne. Allerdings seien bic privatrechtlichen Vorschriften ber Lanbesgesetze nach Einführung bes Bürgerlichen Gesetzbuchs außer Krau getreten; als Religionsgemeinschaft stehe ihr jedoch die Ausnahmebestimmung des Art. 8 4 B. GB. zur Seite, wonach die betreffenden hessischen landesgesetz- lichen Vorschriften unberührt bleiben. Landgericht und Lberlanbesgericht Breslau haben die Klägerin obgeioicien. Tas Obcrlandesgerickt erklärt, daß die Klägerin ftch ans den Artikel 84 des Bürgerlichen Gesetzbuch- nicht berufen könne. Wenn das möglich wäre, so könnte ein solcher Verein stets die behördliche Genehmigung umgehen und ieinen Sitz an beliebigen Orten wählen. Die Klägerin habe alle ihre Mitglieder in Breslau, fie werde auch in Breslau verwaltet, folglich set Breslau und nicht Offenbach das für bie Eintragung zuständige Amtsgericht. Ta die Eintragung aber nicht beim bte (Bärten zu liegen kommt, mutzte ein Teil des Geländes von Privaten erworben werden Die Versammlung gibt zur ftauffummc ihre Zustimmung. — Ter Kriegervereii, Hasfia hat an die Stadtverordneten eine Eingabe gerichtet, die die Ueberreichung einer allgemeinen Kriegerspende bc trifft. Es wurde beschlossen, einem jeden Krieger, ob Kombattant ober Nicklkornbattanl, eine Ehrengabe von 25 Mark zu überreichen. Etwa 52 Personen werden noch in Betracht kommen. Angenommen wird dabei, daß bie vermögenden Krieger zu Gunsten der unbemittelten Karne raden oder der Kriegerwitwen auf die Spende verzichten Starkenburg und Rheinhessen. R. B. Darmstadt, 29. Juni. Zn der heutigen Sitzung der Stadtoerorbneten wurde vom Bürger- meister Müller eine Erklärung verlesen, die sich gegen bie Angriffe bes hiesigen sozialbemotratifchen Blattes wanbte, bas unter ber Ueoerschrift „Verlorene Millto nen" bie Behauptung aufstellte, bie Stabt sei burch Ver- schulben ber Bürgermeisterei gezwungen worben, bic Ausbeutung ber Braunkohlen lager im Darrn st äbter Stabtwalbin ber Hauptsache ber Grube Messel zu überlassen. Man hätte seinerzeit, ohne sich bic Tragweite biefer Handlungsweise zu überlegen, dein Direktor ber Grube Tr. Spiegel Die SchürferlaudniS erteilt und es auch versäumt, gegen bie erfolgte Beleihung Einspruch zu erheben. Demgegenüber erklärt bie Stadt, daß bie Schürferlaubnis zu verweigern nichts genützt hätte, da bie Erlaubnis nach ben Vorschriften des Berggesetzes nur bann verweigert werben darf, wenn auf öffentlichen Plätzen, Straßen, Friedhöfen ober bergt, gebohrt werden soll. Die Bürgermeisterei habe auch von dem Beleihungsverfahren keine Kenntnis g^jabt; sie hätte aber auch an dem Lauf dieses Berfahrens nichts ändern können. Die Rechtslage ber Stadt fei in keiner Meise beeinträchtigt. Sie werde fhit 15 Proz. an dem Unternehmen beteiligt sein, falls sich bie Abbauwürdiakeit bes Kohlenlagers ergeben sollte. — Auf Anregung der Vereinigung zur Förberung ber Künste in Hessen unb im Rhein- Maingebiet würben als Jahresbeitrag der Stadt zu den Kosten der Kunstzeitschrift „Kunst unserer Heimat" 50 Mk. bewilligt. — Weiter faßte die Versammlung noch den Beschluß, für die Beleuchtung der Zufuhrstraße und des Platzes vor dem neuen Bahnhof rund 21500 Mk. zu bewilligen. Es wurde beschlossen, von der vorgeschla- genen, aber wesentlich teueren Beleuchtung mit Preßgas Abstanb zu nehmen und beit Platz vor dem Hauptbahnhof burch 2—3000lerzige elektrische Bogenlampen unb weiterhin bie cinmünbenben Straßen mit Gas-Hängelicht zu beleuchten. w. Offenbach a. M., 30. Juni. Tie Arbeüen ar. dem Neubau ber Technischen Lehranstalten am Schloßplatz, ber einen Sloficnaufivanb von 750 000 Mk. erfordern soll, schreiten rüstig fort und sind bereits biö zur Aufführung deö zweiten Stockwerkes gediehen. Die Arbeiten sollen so ge- fördert werden, daß der Rohbau noch in diesem Jahre unter Dach kommt. Auf dem durch den Neubaii erstehenden Hof soll ein Brunnen errichtet werden, für den Kommerzienrat Ludiv. Mayer den Betrag bis zu 100 000 Mk. zur Verfügung gestellt hat. Zur Erlangung von Entivürfen für diesen Brunnen soll jetzt ein Preisausschreiben erlassen werden. Die Entscheidung über die Ausführung cincB Projektes liegt in den Händen des Großherzogs. Hessen-Nassau. )( Marburg, 29. Juni. Ein 18jahriger Kaufmann s l e h r l i n g von hier wurde gestern auf der Landstraße zwischen Kirchvers unb Weipoltshausen von einem Strolche angefallen Als ber junge Mann sich zur Mehr setzte, brachte ihm ber Wegelagerer mit bem Messer Verletzungen bei unb versuchte ihn bann ausrurauben. Zum Glück tarn ein Fuhrwerk des Wegs, worauf ber Strolch bie Flucyt ergriff. Die Verletzungen bes jungen Mannes finb leichter Natur. — Kirchh ain, 28. Juni. Zu ber vom 12. bis 14. Aug. ftattfinbenben Jubiläumsfeier bes hiesigen Turnvereins, mit ber ein Musterriegenturnen oerbunben ist, werben eifrig bie Vorarbeiten betrieben, um ein echt turnerisches Fest zu veranstalten. Bon ben Gauvereinen hofft man auf regen Besuch. — Heute morgen brannte im Dors Großfeelhei m bas Wohnhaus des Schneidermeisters Kraft vollständig nieder. Der Schaden ist durch Versicherung nur teilweise gedeckt. Die Entstehungsurfache ist unbekannt. F r a n f f u r t, 29. Juni. DieStadtverordueten- versam m lung ft i m m t e der Beteiligung der Stadt an der Errichtung einer Stiftungs-Universität nach ben Anträgen bes Sonderausschusses mit 47 bürgerlichen gegen 19 sozialdemokratische Stimmen zu. Tie Zusatz- anträge der Volkspartei, die Garantien inbezug auf bie Lehrfreiheit unb Finanzfrage schaffen, wurden einstimmig angenommen. sc. Wiesbaden, 29. Juni einiger Zeit geben Nachrichten durch die Blätter, in b von einem neuen Kais er schloß in Wiesbaden gefabelt wirb. Heute brachte ein Berliner Blatt sogar genaue Angaben über Erbauer, Kosten, Fertigstellung bes Schlosses Von maß- gebenber Stelle wird über den Fall mitgeteilt. An bic- figer amtlicher Stelle ist von dem Bau eines Kaiserschlosses in Wiesbaden, besonders wie darüber in der letzten Zeit in den Tagesblättern berichtet wurde, nicht das mindeste bekannt, auch ist dem Magistrat nickt einer von ber Anzahl hiesiger Persönlichkeiten der Gesellsckast bekannr geworden, bic bie Kaisersckloßassäre ins Rollen gekrackt hätten. Niemanb ist bis jetzt an ben Magistrat berangc- treten. Daß ber Kaiser in ben letzten Jahren aus dem Grunde einen lurzeren Aufenthalt in Wiesbaden genommen habe, weil ihm Der Aufenthalt im Wiesbadener Schloß nicht mehr zusage, und die Stimmung des Monarchen Wiesbaden gegenüber oeshalb überhaupt nickt mehr so günstig sei wie ehedem, muß auf das allerentschiedcnste Dementiert werden. Hat doch der Kaiser den hiejigen Vertretern der Stadt wahrend seines lepten Wiesbadener Hof- lagerS seine vollste Zufriedenheit über seinen Aufenthalt ausgesprochen unb über das bequeme und geräumige Sckloß Tatsache ist allcroings, daß die Malierin einen Schlvßganen vermißt, lebhaft diesen llcbclftanb beklagt utib beshalb Wies- haben nicht so gerne besucht wie Wilhclmshohe und Homburg v. b. H. Das mit einem Park umgebene ehemalige Herzoglich Nassauische „Palais Pauline", einstiger Witwen- sitz ber Gernablin Herzog Wilhelm I. von Nassau, das Eigentum der Stadt ist und das in der Kaisers chlouasiarc eine Rolle spielt, dem Kaiser mät-rcitb seines hiesigen Aufenthalts zur Verfügung zu stellen ober aber zu diesem Behufe burch einen Neubau zu ersetzen, ist schon wegen des beschränkten Terrains ausgeschlossen, auch wenn weitere fünf große anliegende Villen mit Gärten angekauft, medergelegt und ihr Terrain zum Park miteinbezogen wurde. Der Ma- giftrat wird in feiner nächsten Sitzung sich mit der Kaiser- jchloßaffäre, zumal ein Magislrcusasiejior als „Seele des Ganzen" genannt wurde, beschäftigen, um in Form einer Berichtigung Den Gerüchten entgegenzutreten. In ucvniictm Meine 1. Eragc, Süd Anlage 7, 8 Zimmer, Bad, Küche, Balk. ncbji Garlenanteit, mit allem Komfort der Neuzeit auögestattcl, ist ver 1. Juli oder spater zu vermieten. 'Näheres bei dem Besitzer 2887 Beter Kronenderg. F 5 Zimmer | Nztl..» Z. W. dill. a. v. 2cbincii' beiger Weg 43. Näd- 4."» v. 1'^" ßrämiocä^imnicrwo&iiiing liebst Mansarden Zimmer und Trockenboden per sof. oder später preiswert zu vermieten. 13478 'Näheres Walltorrtraiic 48 v. Der Bart.- Stott meines Hauses Schottstraße 1(X bestehend auS fünf lehr schönen geräumigen Zimmern nebst Zubehör, ist ver losort oder später zu vermieten. tbabiibontr. 50 I. 2u81 j 4 Zimmer | 4166] Schöne 4-Zimmer-Wodu. i'lUamarbe) mit allem Zubehör wegzugShalber^ver 1. Oktober zu vermieten. Steinftraße 55. 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M.________________hvri Kaufmännische Kraft (männliche ober weibliche» aus- hilsswcise ver fofort z. Inventur gesucht. Lckriftl. Angeb. unter 4151 an ben Gieß. Anz. erbeten. Zwei tüchtige, selbständige Bau- u. Möbelschreiner sofort gegen hohen Lohn für dauernd gesucht. 4152 Werner aub Buschhütten b. Ereuztal i. W. AAigr -chreimgcfellei - bei hohem Lohn gesucht. Wilhelm Sel*t»ler. Herborn. ^chveinergesellc sofort gesucht. Jakob Relf. Schreinerm'tr., Taubringen. Steinrichter. ! Tüchtige Steinrichter und Zu- schlägcr fof. gesucht. Baialtwcrk Jonker. Homberg a. d. Qbm. 4—5 tüchtige Pflasterer gesucht. Karl Schäfer. Pllaiterer, Wicieck._________.4160 Tücht. Pferdeknecht ges. H. Preis, Taubringeu."" zuständigen Amtsgericht erfolgt k;. sei bic Klägerin auch nicht recht >rä bi i und deshalb zu der Klage nicht legihmierk Tic Klägerin griff diese» Urteil de» Obenandcsgcrickus Breslau beim R cicksg - r ickl an unb beriet fick auf mehrere Kommentare des Bürgerlichen Gesepbucks. uni r .inheren auf ben von Planck, der ausfüiirt, daß der Vcrcn Ieinerlei Einschränkung bat in der Bestimmung seines Likes Tas Reichsgericht bat bie Revision der Kläger in z u r ü ckg e >0 l e i e n und da» Urteil bei Oderlandesgcrick'ts Breslau mit der Begründung bestätigt, daß es sich um äne preußische Gesellschaft handelt und desdalb der Artikel 84 des Büracrlicken Gesekbuchs keine Antvenbung linden kann Tic Freie Religionsgemeinschaft ist in Breslau gegründet unb wird auch dort ver- maltet. Sic unterliegt desdalb nickt dem Hessischen Reckt Mithin können auch nur die Bestimmungen des ReichSreckts aut die Frage der Reckisiadigkeii Äiuvcndung sniden Tn die Freie Religion», gemeinschait nach dielen Bestimmungen aber nickt rcchtssähiq ist, ist ihre Klage abgennefen nrorbeii - Tic Erbschaft bc» Herrn Müller fällt nunmehr an seine Berivondten, ober ipenn solche nicht existieren, an den Staat Vermischtes. "Die neue Banknote Ans Rom wird ber „Köln Volk-ztg " gcsckrieben: Daß jemnnb in ber ewigen Stabt beinahe erri,ungern mußte, obwohl er hunbert Lire in ber Tasche bei sich trug, dürfte neu sein Kommt ba ein Bäuerlein aus ber dm,;cgenb von Neapel, dessen bewegliches Vermögen aus einem vom Banco bi Napoli neu herausgcgcbcncil, bem amcritaniidien Papiergelb gleichen- ben Hundertlireschein bcjianb, iiaaj Rom unb versucht ben- selben vergebens am vorigen Sonntage in einigen ber hiesigen Citcricii auszugeben. Da bie neue Ausgabe biefer Scheine noch nicht bekannt war, wie? jeder ben Mann zurück, ja, als er feinen Schatz am hiesigen Hauptpostamt wechseln wollte, gab ihm ein eifriger Beamter ben guten Rai, sich schleunigst zu entfernen, wenn er wicht wegen Verbieituna falschen Gelbes verhaftet werben wollte. Um das Unglück voll zu macken, war ber Sonntagsruhe wegen bie Äafje ber Filiale des Banco bi Napoli gcfchlosfen. Kurz: Der Mann mußte trotz seiner IVO Lire währenb 24 Stunden alle Qualen des Hunger», beS Durste- unb ber Mübigkeit burchmachen. * Tic ausländische Presse Amerikas. In ben Vereinigten Staaten bat sich vor kurzem eine Vereinigung ber fremdsprachlichen Zeirungen gebildet, oer fast alle in '.’ünetifa in nicktenglischer Sprache cischeinenden Organe beigetreten finb. Man erfahrt dabei, daß in Amerika nicht weniger al» 465 Zeitungen und Zeitfchriftcn in fremder Sprache crid)cnicn, 63 Tageszeitungen, 324 Mocheiiblattcr und 78 Monats- beziv. yalbnwnai»- ichriften. Ihre Auflage erreicht zusammen 6 Millionen Ercmplare. An der Spipc fleht die italicnudic Presse Am en las mit 95 Organen, an zweiter Stelle die poluischc mit 55, an dritter die schwe« difchc mit 54 und an vierter die danilch-norivcgischc mit 35 Organen fVon der Stärke der deutschen Presse ist leider nicksts gesagt. D. Red.) - JJ... — - 1 ......— 1.....— — I Amtlicher Wetterbericht. Oessentliche Wetterdienststelle Gießen. Verlaus der Mittennig seit gestern früh: Das nördliche starke Ties hat über dem Kanal einen Randwirbcl gebildet, der ostwärts zieht. Aui seiner Rückseite werden wir wolktae» Meller mit ucr- einzelten leichten Niederfchlägen bekommen. Rordivestllche Winde iverden geringe Abkühlung bringen. MelteranSsichteu in Hessen am CamSlaa dem 1. Juli 1911: Trübling, leichte Niederschläge, etwa» kühler, Nordweslwinde. >> « "> Letzte TTachricDten. Bremen, 30. ^uni. 'Nach einer Meldung aus London ist über die feit Tienstag verschwundene Bremer Tame^bie etwa 60jährtge Witwe Johanna Vo'gt, geborene Struckmener, aus Bremen, bie am Samstag nachmittag in Begleitung eines etwa 20)(ihrigen Dienstmädchens bie Reise nach Lonbon angetrcten hatte, auaj in Bremen nichts bekannt. (Siehe auch Verm.) Achtung! Zwecks Erleichterung ber Geschäftsführung ist es er- sorberlich gewesen, mit bem 30. Juni eine Anzahl auf Widerruf bestellter Anzeigen zur Abrechnung zu bringen. Es kommen babei Haupt,ächltch biejeniaen tleincn Per- mietungs-Anzeiflen in Betracht, bie schon seil längerer 3eit erschienen sind. Die Auftraggeber derartiger Anzeigen werben deshalb um Auftragserneuerunb gebeten, falls fie diese Anzeigen auch weiterhin veröffentlicht zu sehen wünschen. Verlag des (tziehener Anzeigers. Von heute bis Dienstag 4. Juli einschl. keine Sprechstunde (äusser in besonders dringenden Fällen) Ab Mittwoch, 5. Juli Frankfurter Str. 10 Telephon 763. 4176 Reinewald, Zahnarzt. Hausbursche gesucht. I Bäckerei, Ludwigovlav 3. Hausbursche Wo? sagt d. Geichättdst.d.Gieß.Ailz. Kellnertehrting gesucht. 4135 Solei Lahns. Luche zum sofortigen Eintritt gewandtes Zimmermädchen und ein Mädchen f. Nücke und Hauöarbeit. Cfreuen an Frau K. Eunike KurbauS, «ad Salzhausen «Oberhefien'. 1414« Tüchtiges Mädchen am lielnten vom Lande alsbalö gesucht. i>iah. zu erfahr, in ber (ÄcichästSit. b. Gieß. Anz. 105320 Mädchen ifir Luche unb Haus, bet gutem Lohn ver ioforl gesucht. [41/a Solkerei Marburg, Ptlgrimstraße 26-28. Ein kräftiges 417° Hausmädchen mit guten Zeugniflcn, baS ler vieren und bügeln kann, wirb für August in großen Haushalt ßp sucht. — ifobn 28 Mk. Lckrifilichc Melbungen unter 4170 an bte Gelchauestelle beS Gießener Anzeigers erbeten. - - । -■ — ■ ■ Mfllcn<(hiiudir Für einen 14iähr., kra't. Jungen wirb Lehrstelle in einer Mccha niidjeu oder Elektrotcchuiichen Werrftatt alsbald ßcf. Schrlftl. 2lnn. u. 05331 a. d. Gieß. 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Konzert, Lieder, Rezitationen, Tanz, abends Beleuchtung des Schützengartens. Hauptfestredncr sind: Reichstagsabgcordnctcr V. Ranmann und Reichs- am 1., 2. und 3. Juli, zu welchem viele fremde Gäste erwartet werden, die Häuser mit Fahnenschmuck zu versehen. Wir bitten unsere Mitglieder und alle Anhänger der fortschrittlichen Sache, der an uns ergangenen freundlichen Einladung der Wetzlarer Parteifreunde recht zahlreich Folge Konkursverfahren. In dem Konkursverfahren über das Vermögen des ver- storbenLn Philipp Pfaff III. vou Lollar ist Termin zur Prüfung nachträglich ange- meldetcr Forderungen und zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen der Schlußtermin auf Montag, 24. Juli 1911, vormittags 10 Uhr, vor dem Großhcrzoglichen Amtsgericht Hierselbst, Zimmer Nr. 14, $ic n .Mei f« Posten vorjähriger Artikel wird zu und unter Einkaufspreisen abgegeben Auf alle regulären Artikel gewähre 10 Prozent und Rabattmarken O7)327| Alte Flaschen, Krüge tauft N. Mövbcr, Nodbeimcr S Ludwig Lazarus Aiterweg 53. < ■' Fcrnspr. 505. Alh.RspMwiSKsiizttthgiis Schnurgasse 55, Frankfurt a. M. Neu renoviert! '.h'eu renoviert! Größte Sehenswürdigkeit von Frankfurt am LHaiu! KtgsjcsVlßlcchßWiiittAlA Anbei und Trubel ohne (Silbe! Konzert des- Dcftcrreianschcn Damen Drchesters „Nigolctto". 0 Damen. 2 vcrren. 4165 Treffvuntt all. Gießener Freunde u. Bekannt. Elektr. Bahn, Viu. 18. Cs ladet freundlichst ein üllvert Nappmann, langjähr. Direktor n. Gründer des Kolosseums Gießen. 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WWWA Mein diesjährigen Soinmer^Rähmungs-Ausverkauf Unsere Mitbürger werden höflichst gebeten, während des Mattstes Mster^r fcptea hnii te WÄtei Msparlii Sieles Die Fortschrittliche Volkspartci des Wahlkreises Wctzlar-Altenkircheu veranstaltet nächsten Sonntag den 2. Juli d. I. im Schützengarten zu Wetzlar ihr jtatimkr Ge$aog$weti$tftit L, JssSi in Klein-Linden. Eintritt zum Wet tsingen Mk. 1.— Mit tags auf dem Fest platz Mk. 0.20 Gesangverein „Arion“ Der Festausschuss. goliitntn Jubelfeier besWiMrTulMrms Zum Besuche des Festes laden wir freundlichst ein. Fest- Ordnung: Samstag abend: Konzert, turnerische Vorführungen, Vorträge beider (Gesangvereine. Sonntag: Vrcisturnen, Frühkonzert. Festung, Festrede, Turnen der Mnnerriegeu, Wettiviele. PreiSoerteilimg, Konzert mit Tanz. Montag: 3'nndgaug durrb die Stadt. Früh- lonzert, Volksbelnstiguu.a, Tau.;, groircs Brillant Feuerwerk. Die Musik wird ausgeiülnt von der MnpcUc des $tg(. banr. 2. Fägcrbataillons in üiichasscnbirrg. Bv--7:,. 21 Öe näheren Bestimmungen enthält die aus dem Festvlal? zur 2lusgave gelangende Fenidirm Der Fett-Ansschnsr. Spielgeld beträgt für: EimzelspieE Doppelspiel a । Mitglieder d. O.-T.-Y. 3.00 Mk. pro Person 1.7>OMk. bl Nichhuitglieder 1.50 .. 2.00 .. Es wird gebeten, Nennungen unter gleichzeitiger Einsendung des Betrage» sowie Anfragen an Leutnant Wolf, Landmann- slrasse 19 zu richten. D2% Xennnngsschlnss: 2. .Teilt 1911. Die verchrlichen Herrschaften werden gebeten, am ersten Spieltage pünktlich auf dem Platze zu >ein. Die Tennisplätze stehen den Turnierspiclern 3 Tage vor dem Turnier zur Verfügung. Es wird gebeten, zu erscheinen, um die Vorgabe richtig einschätzen zu können. Tnritier-A n »schuss: ladet ergcbenft ein ZyPlch ßil der Lahn. Sarnstag 41 ■ und 7'F: [Oim Bsrtrsge des TesMdheits- Mcdigers Amidcr. Gauturnfest in Büdingen am 1., 2. und 3. Fuli 1911, verbunden mit der Ohne bei der ' GiienW ytiieit er iostalDoW buirfijuiu. würben u in altem nur einen Hellte ud) ineinfchail wurden / rnr allget . Summen, liiienbchn Mbt A .bitte olJU' Streifen dem Ijeiiil nicht die : zitier me Jahr auf kommen den 7 Mi rciorm m ans reine: weil es n feiten ein llnchtliech das ist d ebenso in findet. ? iZustimm gehoben, günstig g der Lndl . gewiesen, Feste in dietetn sei. Ta- unb Güt onsgesaß Thema i den ilki habe Pr auch hi werben der hesi sich ein es Wini bann, b Subirige. At?/l!».':■ metmt er Perlehr r die Vnb|u tone? Ti 'Jicriarbüh eine uiirei gebaiu? Preußen i gar nicht i bahnrente dah Greils; i Proz. bo verstaatlich! xnmoe 5 ■Venen nid; Preuhen n tiedritzer a gleiche irar »och billige vrauigelegl b, pflleu bn« Kilometer i nur 876 U1 neunen 10 weiter lbclen, q[5 51a,!1 ?üct als q( ^. ooljl bei an, 11,8.5, ^tbriider d;^c''Qut)i W Harfe -'»in 9”'g cfü, n , ' fritiiQL i- ir !j"'M're ,,L 1 1C i’oii iE ^'•’yeit ;ll( 'die de>- ;•!! ai Kt L? id, Herren-Einzelspiel ohne Vergabe wm den Wanderpreis des Offizier-Tennis-Vereins. u verlausen, 'höheres bei Ludwig Hrlbcg, Älaurermstr., Danbringeu. ' - - Nencrlimit. lünf«ilie!l-püi!s nut schönem Garten, für jeden "Arbeiter geeignet, in einem indu- striereichein Citc in nrtdiücrriiie Gienens, 5 Z)iin. urm der Baltu- station, unter gunü. ^Bedingungen bei geringerAn.;atilung yr.nSwert alt Verkaufen. Aäb. cur. i. der Geich aus st. des blies;. 2ln:. 95324 Ein fast neuer $ngcn mth eine MselWWt billig au verkaufen. Aah. zu erfr. i. d. GeichästSst. d. Gies;. An >. ©ine Waschmaschine" zu verk. 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