161. Jahrgang Zweiter Blatt Nr. 70 Erscheint ILgNch mit Ausnahme de- Sonntag«. mn auf s I Donnerstag 1 Mir: Kolonialetat. !.| Schluß geaen 8 Uhr. seine Partei im amtlichen Handbuch den Bund der Landwirte. oranschlag des des Voranschlags bestimmt. setzte zwei über Wochen verpflichtet sind. Ein Folgeparagraph enthält die« noch besondere Kautelen. Der Ausschuß gegen das Kurpfuscherwesen ist geblieben. In den Statuten heißt es im Vordersatz, daß Politik nicht getrieben werden dürfe; im Nachsatz aber wird gesagt, man müsse dafür sorgen, daß Anfänger in die Parlamente gewählt werden. (Hört! Hört! links.) Und auch Herr Noesicke nennt als (30. März bis 1. April) wäre . Reichskanzlers und des Auswärtigen Amtes zu erledigen, so das; am Sonnabend, den 1. April die zweite Lesung des ganzen Voranschlags abgeschlossen wäre. Ter 3. bis 5. April wäre dann für die dritte Lesung mb. Deutscher Reichstag. 164. Sitzung, Mittwoch, den 22. März. Am Tische bei BundesratS: Dr. Delbrück, Richter, Abg. Dr. freim CZenfr.): Die Dudgetkommission hat sich Schritt für Schritt meinen Anschauungen genähert, in der AuSlqndSvropaganda usw. Ich hoffe, daß die Propaganda in Amerika wirksam weiter betrieben wird, und daß der amerikanische Bauer von dem Wert des Kalis überzeugt wird. Bei der Iulandspropaganda muß Mischen wissenschaftlicher und kaufmännischer Propaganda unterschieden werden. Da muß Klarheit geschaffen werden! Ick bin für wissenschaftliche Propaganda, aber sie darf nicht nachträglich korrigiert werden nach dem Grundsätze: Wenn das Geld im Kasten klingt, die Analyse aus der Röbre springt! (Heiterkeit.) Jedem soll man etwas geben, der etwas leistet, lieber die Propagandagelder wurde in der Kommission erst Klarheit geschaffen, als ich eintrat. Ich macke deswegen niemand einen Vorwurf, denn diese Dinge kann nur jemand versieben, der die Dinge aus eigener Ansckcnmng kennt, wie ich. Die Rabattpolitik zwang die kleinen Verbände, sich den großen anzuschlicßen. Es war mein Fehler, daß ich mir bei den Geldgeschäften zwisckcn den großen Verbänden und dem Kalisyndikat etwas gedacht habe. Man ist glücklicher, toenn Man nicht denkt. (Heiterkeit.) Die Kalidebatte wird geschloffen. Die freisinnige Resolution über die politische Organisation wird abgelehnt. bei dauern würde. . , Für die Tage dis Ostern ist der Arbeitsplan folgender: Am Donnerstag und Freitag dieser Woche ioil der Kolo- nialvoranschlag erledigt werden. Wenn dies gelingt, wurde nicht nur der Sonnabend als katholischer Feiertag, son- Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: «-«51. Redaktion: e« 112. Tel.-Ad ru AnzeigerGießen. Donnerstag, 25. März M Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universität« - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. ein Jahr. Abg. Tove (23b.)i Unsere Stellung hat sich seit gestern nicht geändert. Die Behauptung deS Staatssekretärs, als ob wir auf ein negatives Ergebnis dieser letzten Session hinarbeiten, weise ich entschieden Der Aeltestenrat der Reichstags stellte am Mittwoch vor der Voll)itzung einen Arbeitsplan für die lausende Tagung fest und besprach die Art und 'Weise, wie die im Reichstag vorliegenden Gesetzentwürfe noch erledigt werden könnten. Man hofft, den Voranschlag bis zum 5. April fertig zu stellen, in welchem Falle die O st e r f e r i e n v o m 6. A p r i l b i s z u m 2. M a i dauern würden. Sollte es jedoch nicht gelingen, den Aus den Neichstagsausschüsien. :: Berlin, 22. Marz. Der Reichsverücherungsauöschuß Die „•iefoener ZamlliendlStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, baß „Kreisblatt für den Kreis rietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal. Caspar. Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung 2 Uhr 20' Minuten. Zunächst steht auf der Tagesordnung die dritte Lesung de« Gesetzes über dis Verlängerung der le x Trimborn der Landwirtschaft bqcbäftigten gleichstellen kann, war in der zweiten Lesung ausgesetzt worden. Diese Bestimmung wird jetzt gestrichen. Einen besonderen Streitpunkt hatte der folgende Paragraph dargestellt, der die Befreiung von der Versicherungspflicht bei Vorhandensein eines Anspruchs an den Arbeitgeber aus gleichwertige Unterstützung nicht wie bei der sonstigen Krankenversicherung von einem Antrag des Arbeitnehmers abhängig macht, sondern von dem des Arbeitgebers. Diese Bestimmung war in zweiter Lesung abgelehnt moroen. Jetzt wird nach lebhafter Be- lämpfung durch Volkspartei und Sozialdemokraten die Bestimmung wiederhergestellt, aber daran die Voraussetzung geknüpft, daß der Arbeitgeber die volle Unterstützung aus eigenen Mitteln deckt, daß seine Leistungsfähigkeit sicher ist und daß er den Antrag für seine sämtlichen in der Landwirtschaft Beschäftigten stellt, soweit sie durch Vertrag zur regelmäßigen Arbeit Tür minocstens Am darausfolgenden Dienstag soll der Voranschlag ber I liebe Aenderung erfolgte nur bei den Bestimmungen über die Reichseisenbahnen, der Reichsdruckerei und des Reichstages, Krankenversicherung rn der Landwirtschaft. Tie am Mittwoch der des Reich1sch.tz.mts und der Zolle durch. MtaS die in ländlichen frandwerlsbetrieben beschäftigt sind, den in heute die Verhandlung über die Vollmacht brt, di nach der Regierungsvorlage Der Buildesrat dahin erhalten soll, den nrchtapprobierten gewerbsmäßigen freilbesUssenen, abgesehen von den im § 3 ausdrücklich aufgeführten Krankheiten, über die in Den letzten Sitzungen des Ausfchusses verhandelt worden ist, die Behandlung auch anderer übertragbarer Kranlheiten uno Tiers.uck)en zu untersagen. Tiefe Vollmacht wurde von vielen Seiten bekämpft und schließlich auf Antrag von Zentrumsabgeordueren durch fc* Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gderhesjen anschlag der! hseisenbahnen, der Reichsdruckerei und des Reichstages, Mittwoch der des Reichsschatzamts und der Zölle durch-1 beraten werden. Vom Tonnerstagbis Sonnabend Das amtliche Buch kann er doch nicht abschutteln wie den Kürschner, denn diese Angaben Hot er selbst gemacht. Hat der Bund für die Geschenke die er von der Verkaufsstelle erhalten bat, au* die Erbschaftssteuer bezahlt? Wenn nicht, so muß er wenen Steuerhinterziehung belangt werden. (Lacken rechts. Vizepräsident S ck u l tz : DaS gebärt zum R e i chS cka h- a nt t !) Gut, dann werde ick eS dort Vorbringen. (Heiterkeit.) ES ist das gute Recht der deutschen Landwirtschaft, sick zusammcn- zuschließen, aber dazu darf niemand gezwungen werden. Leider beherrschen die I n t e r e s s e n v e r t r e t e r d,e Parlamentär,'ckc Diskussion. Sorgen wir dafür daß im nächsten Reichstag nur d,e allgemeinen politischen Interessen des Volkes zur Geltung kommen (Beifall links.) Abg. Dr. Arendt (Rp.): Das war auch eine Jnteresienten-Rede. (Cfa. Rufe links.) Wir haben doch nickt über das Kaligefeh zu sprechen, wir sind doch beim E'.atl Die erste Pflicht it dafür zu sorgen, daß er rccktze-.sig fertiagestellt trirb und ballen mir nickt lange fließen! (Lebhafter Beifall, Unruhe lmkS.) Sw wollen doch nickt etwa bebannten, daß die Reckte zuviel redet (Zurufe links: Dr. Habn!) frier handelt eS sick überhaupt nickt um Reichsgelder. DaS Reich ist nur der Treuhänder, ^'e pessimistischen Anschauungen des Abg. Gotheim über die Zukunft deS Kali teile ick vielfach. Eine Kalisteuer zugunsten des Reiches halte ich für bedenklich. Aba. Korsantv fToTe): ES ist hier viel über daS polnische Mandat des Abg. Dr. freim gesprochen worden. Es ist unrichtig, daß er sich an unS gewandt hat, um daS Mandat zu bekommen. Ich halte ihn für den b e st e n Kenner der K a I i f r a g e und einen bewährten Vertreter deS bäuerlichen Mittelstandes und wandte mich daher an ihn, um Informationen zu bekommen, da ich es als selbstverständlich annabm, daß er der Budgetkommission an- gehörte. Um der guten Sache zu dienen, hielt ich eS dann für meine Pflicht, ihm meine Stelle in der Kommission abzutreten, und wir haben fa damit einen Erfolg erzielt. Denn frerr Speck hat sa gestern unsere Forderungen über die Rabatte und Propagandaaelder für die kleineren Organisationen übernommen (frört! börtl), und auch der Beschluß der Budgetkommission war schon ein Erfolg. Der Redner erörtert die Angelegenheit von diesem Gesichtspunkt. Inzwischen ist eine Resolution Dr. freim eingegangen, die die verbündeten Regierungen ersuckt, die frohe der Abzüge für die Abnehmer größerer Menaen Kalisalze baldiast zu bestimmen, die Staffelung der Rabattsätze möglichst in gleiä mäßigen Abständen auszubauen und den höchsten Rabatt beim Bezug von 20 000 Doppelzentner reinen Kalis zu gewähren, die P rob e nab mebe stimm ungen baldigst zu veröffentliche,-, und den seit Jahren geltenden Bestimmungen verwandter In- dustrien (z. B. der Vereinigten Thomasmehl-Fabriken) cknzu- passen, ferner die Zuwendung en an inländische Korporationen usw. nur gegen Verwendungsnack weis zu gewähren und sie direkt an diese Korporationen usw. auszuzahlen unter Umaehung übergeordneter speziell zum Kalibezug gebildeter GroßeinkaufS-Vereinigungen. Ein Antrag Dr. Arning-Bassermann (Natl.) will den nach den Kominiisionsbescklnß mit 300 000 Mark gespeisten Reservefonds um 100 000 Mark kürzen und diese, also zusammen 200 000 Mark, zur Förderung von tropischen und subtropischen Kulturen in den deutschen Schutzgebieten bestimmen. Abg. Hilpert (Bayr. Bauernbund) empfiehlt ebenfalls die freimschen Anträge. Ich habe nicht die Aufgabe, den Bund der Landwirte hier zu vertreten. Die Herren sind selbst Mannes genug dazu. Aber c3 ist unrichtig, daß er ein politischer Verein ist. Die Abstimmung über den fortschrittlichen Antrag, wo- nach Organisationen, die politische Zwecke verfolgen, weder mittelbar uock unmittelbar Propagandabeihilfen erhalten dürfen, wird auf Antrag Dr. Müller- Meiningen (Vp.) n a m e n t < l i ch sein. Abg. Dr. Roesicke (fionf.)f In der Kommission hat man sich viel mehr mit dem Bund d e r L a n d w i r t e als mit dem Kali beschäftigt. Ter Bund der Landwirte hat ebenso wie die anderen lanbnnrtsckaftllchen Organ,. ,'aticncn Propaganda für daS Kali gemacht. Die Propagandagelder sind das Sekundäre, sie werden gegeben, nicht damit Propa. ganda gemacht wird, sondern weil Propaganda gemacht wurde. Seit Bestehen deS Gesetzes sind überhaupt noch ke,ne Pro- pagandagelder gezahlt worden. Aber wenn toir alle diese Gelder selbst bezahlen sollten, woher sollen wir denn daS Geld nehmen f Auch wir sind der Meinung, daß die Verwendung dieser Gelder zu politischen Zwecken ausgeschlossen fein muß Die verbände ihrerseits werden darüber Wachen, daß mit den Geldern fein Mißbrauch getrieben wird. Dank der Tät,gke,t btefer landwirtschaftlichen Verbände ist der Kaliabsatz erheblich geitiegen. Tas muß dock anerkannt werden. Herr frue hat tue Verstaat. lickung der Kaliproduktion und eine Reicksverkanssstelle borge- schlagen. Glaubt er wirklich, dafür eine Mehrheit ,m Reichstag zu finden? Tie sonst so freihändleriscke Sozialdemokratie ist hier für einen Schutz der deutschen Arbeitskräfte gegen auSlan. discke Arbeiter eingetreten. Hoffentlich dehnt tue äußerste Linke diesen Grundsatz des Schutzes der nationalen Arbeit am andere Gebiete aus. Die Freisinnigen wollen wenigstens den Bund der Landwirte ausschalten. Ter Bund ist ein unpolitischer Verein, denn er ist in daS V e r e i n s r eg i ste reinge- tragen. Aber auch wenn er politisch wäre: seine Verkaufsstelle, eine G. m. b. fr. ist jedenfalls die unpolitischste Crgnmfnhom die man sich denken kann. (Widerspruch links.) Der Bund selbst ist nur wirtschaftspolitisch, aber nicht parteipolitisch. Selbst National, liberale sind BundeSmitglieder, viekleickst anck Freisinnige. (Abg. 5egter: Gott fei Dank nicht!) Ich soll im Kürschner olS Parte, „Bund der Landwirte" stehen. Ich bin daran wirklich ganz unschuldig. (Ra. na! links.) Aber wenn wirklich einige Mitglieder des ReickStagS sich als Bundesmitglieder bezeichnen, was schadet daS! (Zurufe links.) Ich weiß wie sehr es Sie geärgert, daß der Einfluß deS Bundes weiter reickt. Aber zeigen Sie mir einmal die ReichstagSsraktion „Bund der Landwirte". Sie müssen Ihre Argumente also besser wählen, lieber die Propagandagelder würde sick kein Mensch aufreg-n. wenn das „Verl. Tagebl." und die „Frankfurter Ztg." den Streit nickt angefangen hätten. Da der Kaliprei? durch die Propagandagelder nickt erhöht wird, geht die ganze Sache niemanden etwas an. Rock mehr trifft daS zu aus die Rabatte deS SimdikatS, zu deren Erzielung sich früher mehrere Verbände zusamn'engetan haben. DaS ist eine ganz interne An- gelegeickeit. Daß die So-ialdemokratie und der Freisinn sich bei dieser Gelegenheit zu Beschützern der kleinen Bauern aufspielen, ist geradem komisch. Das haben diese Parteien für die Klein- bauern bisher geleistet? (Vizepräsident Dr. Spahn: Das gebärt wirklich nicht hierher ) Jedenfalls sind die Dauern gegen diese Parteien mehr als spektisch. Es ist ja niemand gezwungen, sein Kali durck eine landwirtschaftliche Organisation zu beziehen. Aber den Bauern zu verlvehren, sich die Vorteile deS Zusammenschlusses zunutze zu machen, wäre ungerecht. Run hat frerr frue so getan als ob es sich hier um ein Panama, um einen Korruptionsfonds handelte. Sie ärgern sich nur, weil sie keine Kor- ruption nachweiseu können. Wäre wirklich ein Korruption-Herd vorhanden, fo würde ihn die Linke an sich selbst zugrunde gehen lassen. Schimpfen Sie nur tüchtig weiter über eitle Korruption, die gar nicht da ist. (Beifall rechts.) Abg. Gothein Heber die Wirkungen des KrligeseßeL kann nach fo kurzer Geltungsdauer noch kein absckl,eßende^ Urteil abgegeben werden. Es ist allerdings eine Verbilligung der Kalisalze und dadurch eine gewisse Hebung des Absatzes einpctrcler. Die im vorigen Jahre von den Gesellschaften ausgeschütteten Dividenden rühren noch von den Gewinnen des Jahres 1900 he'-. Außerdem hatte man wegen der unsicheren Aussichten für die Syndikatserneue. runfl mit der Ausschüttung von Gewinnen vorher zurückgehalten. Man kann daher noch nicht sage.-, ob das Gesetz für die Industrie günstig war. Auf dem Gebiete der Kaliwerte ist es immer unsolider geworden. Man ist von dem soliden Gewerkschaftsprinzip abgegangen und baut vielfach alle Einrichtungen au» Anleihemitteln Man hat behauptet, daß durch das Kaligefetz die Ktlipapiere den Wert von mündelsickeren Papieren erhalten hatten. Das ist cm unerhörter (5 d) to i n b c I. Es ist ein Unsinn, zu sagen: Die Propagande erfordert pro Doppelzentner Reinkali 60 Pfg. Unkosten^ Wenn man vorsajr^ibl. bestiminle Summen auSzu- geben, so führt taS zur Vergeudung. Tie Deutsche Landwirt- sckaftSgesellschaft hat einen groß'n Teil der ihr überwiesenen Propagandagelder zu ganz anderen Zwecken verwandt. Die Deutsche Landwirtschaflögesellsckaft hat sich schon seit Jahren als Agentin deS Kalishndikats betätigt. Weil hochmögende Mi- nister ihr angehören, darf sie sick) aüe£ erlauben. Dabei bestreite ich ihre Verdienste nicht. Bestände sie nicht, so müßte sie gegründet werden, (frört! frört! rechts.) Der Bund der Landwirte behauptet, er fei nicht politisch. Schon der Gründer der Deutschen Landwirtschastsgesellschaft Max v. Eyth, erklärte, er habe sich in der Gründungsversammlung des Bundes über die innere Unwahrhaftigkeit geärgert, mit der man jede politische Betätigung obstreiten wollte, (frört! frört! links.) Diese Unwahrhaftigkeit Voranschlag noch bis dahin fertigzustellen, so wurde der Reichstag bereits am 27. Avril wieder zusammentreten, um in der Woche bis zum 2. Mai den Rest des Voranschlags zu erledigen. Der Tagungsabschnitt zwischen Ostern u n d P f i n g st e n soll vom 2. Mai bis zum 2. Juni dauern. In dieser Zeit sollen erledigt werden zunächst die Reia;s- versicherungSordnung, mit deren Einsührungsgesetz am 2. Mai begonnen wurde, dann der elsaß-rothrlngischc 23er» sassungsenlwurs und hieraus der deulsch-schwedische Handelsvertrag sowie eventuell noch das ^chissahrlsabgaben- gcsctz. Für die Erledigung der Justiz- und Gewerbegesetze soll eine Herb st tag ung verauslaget werden, die am 10. Ottober beginnen und bis Mitte Dezem- zurück. Wir haben an allen Arbeiten rege teilgenommen. Wenn trotzdem nichts zustande kommt, so ist die Regierung daran schuld, die mit den Parteien nicht die nötige Fühlung hat. Die Freude am Parlament wächst durck folcbe Verhältnisse nicht. Tas beweist ja auch die JubiläumSrede unseres Präsidenten, für den der vierzigjährige Jahrestag des ReickStagS nur einen kalkulatorischen Charakter hat. (Heiterkeit.) Wir lehnen jede Verantwortung für diese Geschäftsführung ab. (Beifall links.) Staatssekretär Delbrück: Die Ausführungen des Vorredners knüpfen an einen Satz an, den ich im Anschluß an eine gestrige Rede Dr. Mug- d a n s gesagt habe. Nach meiner Ansicht war die Rede Dr. Mudans recht subjektiv gefärbt und ich kann nur versichern, daß ich nicht angenommen habe, er habe den vorn Abg. Dove zuerst Sebraudjten Satz im Auftrage seiner Parteifreunde zitiert. Ich abe angenommen, daß cs sich um eine individuelle Auffassung des Abg. Dr. Mugdan gehandelt hat. Nun kann man darüber streiten, welchen Eindruck die Ausführungen des Abg Dr. Mugdan gemacht haben. Ich gebe dem Abg. Tove zu, daß ich für meine Person keine Veranlassung habe, über eine mangelnde Mitarbeit seiner Partei zu klagen, (frört! frört! links.) Auch über mangelnde Mitarbeit des Abg. Dr. Mugdan habe ich nicht zu klagen, ebensowenig wie Dr. Mugdan seinerseits sich beklagen kann darüber, daß die tierl ten Regier» igen mit ihm nicht Fühlung gesucht hätten. ...eine Verhandlungen mit Dr. Mugdan über bic ReichSversicherungS- orbnung z. B. gehen bis in den vorigen Winter zurück, (frort! frört! rechts.) Ich weise daher den Vorwurf gegen die verbündeten Regierungen, daß sie mit dem Reichstag keine Fühlung genommen und dadurck Schwierigkeiten hervorgerufen hätten, hiermit zurück. Im übrigen kann man ja nicht in der Seele eines Menfchen lesen. In der Bemerkung des 9lbg. Mug- ban über den Berg von Scherben war nicht» von ber tragischen Stimmung des sterbenden Kai'ers Tiberiuö zu finben, dem diese Worte entlehnt sind Ich will nicht behaupten daß er sich gefreut habe bariil er, daß nichts zustande kommen wird, wohl aber darüber, daß die verbündeten Regierungen in diese schwierige Situation hineingekommen sind. Und nur Darauf habe ich geantwortet. (Beifall rechts und im Zentrum.) Abg. Mugdan (Vv.): Ich bin über bie gegenwärtige Sage nicht erfreut, sondern betrübt ES bleibt dabei, daß die Regierung nicht die nötige Fühlung nimmt. Ich habe wohl mit Dem Staatssekretär ge- sprochen, er hat aber meine Anregungen nicht berücksichtigt D i c Regierung i st ein schwankendes Rohr zwischen den Mehrheitsparteien. Der Gesetzentwurf wird verabschiedet Die Kall-Propaganda, (Zweiter Sag.) Abg. Dr. Bärwinckel (Nail.)k Da? Kaligeseh war ein Experiment. Wir taten einen Sprung ins Dunkle. Für eine Aenderung des Gesetzes ist aber die Zeit nock nicht gekommen. Wir müssen erst die geforderte Denkschrift abwarten. Hoffentlich werden bie außcnstehenben Werke sick allmählich mit dem Kalisyndikat zu gemeinsamer Arbeit zusammenschließen. Wenn ber Ascherslebener Streik bazu beitragen sollte, würben wir bas begrüßen. Der Redner spricht ausführlich über bie Arbeitsverhältnisse in den Kaliwerken. Gegen den ReservefonbS, der ein Unikum im Etat darstellr, haben wir die größten Bedenken. Wir geben bezüglich der Fassung des Dispositibs dem fortschrittlichen Antrag den Vorzug vor den Beschlüssen der Kommission. Wir müssen kräftige Propaganda treiben, um den Kaliabsatz zu steigern. Eine allzugrotze Spezialisierung führt zum Schema- tiSmus. Die Regierung muß eine gewisse Freiheit haben. Es wird niemand bestreiten, daß der Bund der Landwirte Propaganda für den Kaliabsatz macht. Auch daß er die Pro- paganda durch 'die ihm nahestehenden Blätter betreibt, kann man ihm nicht verübeln. Wenn seine Danderredner nebenbei sich am Biertisch vielleicht auch politisch betätigen, so kommt das nickt in Betracht. Der fortschrittliche Antrag gegen bie politischen Organisationen ist und gewiß sympathisch, aber gesetzlich läßt sick, das dock nickt durchführen. Wir wollen nicht politische Fragen in diese wirtschaftliche Materie hineinfragen. (Abg. H u e : Sie drehen ja die Frage um.) Ja, wer soll denn entfcheibcn, welche Organisation politisch ist und welche nicht? Die sozialdemokratische Resolution lehnen wir ab. Wir wünschen nickt, daß daS Kaligesetz geändert wird und hoffen, daß durch diese Verhandlungen dem Kali sckon reichlich Reklame gemacht werden wird. (Beifall bei den National, tibetalen.) erledigte heute das zwecke Buch über die Krankenversicherung zu einem großen Teil. — Der gestrige Beschluß über die Ten fisten hat folgenben Wortlaut: Wo nickt genug Zahnärzte vorhanden sind, die zu an^ gemessenen Bedingungen die Behandlung übernehmen oder mit Zustimmung des Versicherten kann bei Zahnkrankheiten mit Ausschluß von Mund- und Kieferkrankheiten die Hilfeleistung, außer in den Fällen des § 135 allgemein auch durch Zahntechniker sowie durch geeignete öcilbiener und Heilgehilfen gewährt werden. Tie oberste Verwaltungsbehörde kann hierüber Näheres bestimmen. Sie bestimmt, wieweit auch sonst Zahn- tecDnucr bei Zahnlrankheiten selbständige Hilfe leisten können, und wer als Zahntechniker im Sinne des Gesetzes anzuseyen ist. Ter Mschnilt über das Verhältnis der Kranken- dern auch der Daranfiümenoc Montag s^ungs.rei beiden, fassen zu Aerzten, Zahnärzten, Krankenhäusern uiu> Apo- Soluc aber der lwoMuiarvorauschiag am Freetag nicht er- cheken wurde mü nur redaltwneller oder umvelentlrcher Aen- ledigt sein, so würde noeg der Htontag dazu verwendet, lderung der Beschlüsse zweUn Le,ung angenommen, inne we,ent- Dvttttissetzuttg erngeschrLnN, büfj die Vmckchttften des Seuchen- gesatzes über die Anzeigepflicht auf die betreffenden Krankheiten ausgedehnt werden. Der Kolonialhaushalt im Budget-Ausschuß. Der Bndgetausschub erledigte heute zrmächft den Voran Wag für das Schutzgebiet Togo. Zur Bekämpfung der Schlafkrankheit ftnb 100 000 Mark in den Voranschlag eingestellt. Beim Voranschlag für Südtoestafrika entspinnt sich eine lebhafte Geschäftsordrrungsazissprache über einen Antrag auf Einsetzung eines Unterausschusses von sieben Mitgliedern für die Prüftmg aller auf die Gewinnung und den Verkauf der D i a m a n- ten bezüglichen Maßnahmen und die gesamten bergrechtlichen Verhältnisse in Südwcstafrika. Schließlich wird die Erörterung der Diamantenfrage zurück- gestellt: ein Zeirtrumsmitglied erklärt, daß es diese Frage im Plenum gründlich behandeln werde. Der Staatssekretär macht Mitteilungen über das Veterinärwesen in Südwest, das sehr reformbedürftig sei. Ein Vertreter des Reichsgesundheitsamts ist noch Südwest entsandt worden, aus Grund seines Berichtes soll die Neuregelung erfolgen. Bei dem Nachtrag für Südwest- afrika bemängelt der Berichterstatter die große Zahl neuer Beamten. Von fortschrittlicher Seite wird dem zugestimmt und u. a. der Bezirksamtmann in Waterberg beanstandet. Der Staatssekretär erwidert, daß sich der Bezirk zu besiedeln beginne, und der Bezirksamtmann daher unentbehrlich sei. Der Nachtragvoranschlag wird en bloc angenommen. Beim ordentlichen Vor- anWag wird von Mitgliedern der Linken die Streichung eines Bezirksamtmamrs gefordert. Ein konservatives Mitglied widerspricht; der Staatssekretär bezieht sich auf den Bericht des Gouverneurs Seitz. Er persönlich lege entscheidendes Gewicht darauf, daß Justiz und Verwaltung getrennt bleiben. Von sozialdemokratischer Sette wird angeftagt, ob den Eingeborenen jetzt gestattet sei, Großvieh zu halten. Der Staatssekretär erklärt, daß ein direktes Verbot nicht bestehe, sondern nur das Einverständnis des Gouvernements erforderlich sei. Auf den Eingeborenenreservaten könne Bich gehalten werden. Die Zivilverwaltung, ebenso die Nachforderungen der Em- gebvrenen-Kommissare werden genehmigt. Auf Anfrage führt der Staatssekretär aus, daß die kleinen und mittleren Betriebe in keiner Weise beschränkt werden, sondern sich im Gegenteil in neuerer Zeit infolge der Zunahme des Mais- und Tabak- bcms besser rentteve. Donnerstag Wetterberatung. Die elsaß-lothriuglsche Verfassung. Der Ausschuß für die Verfassung von Elsaß-Lothringen^ erledigte heute zunächst einige noch ausstehende Abstimmungen über die Zusammensetzung der Ersten Kammer: die drei Arbetterstimmen werden dabei angenommen, dann aber wird in der Gesamtabstimmung der ganze § 6 wegen seiner Lückenhaftigkeit und Verunstaltung aogelehnt, so daß bis zur zweiten Lesung irgendwelche Bestimmungen über die Zu- sammensetzilng der Ersten Kammer nicht vorhanden sind. 8 7 handelt von der Zweit en Kamm er; die Besttmmung der Vorlage lautet: Die Zweite Kammer geht aus allgemeinen und direkten Wahlen mtt geheimer Absttmmung nach Maßgabe eines Wahlgesetzes hervor. Hierzu liegt ein Antrag der Reichs Partei vor, der auch von dem dieser Fraktion angehörigen Elsässer untersetzt wird, wonach die Plural stimmen in die Verfassung ausgenommen werden füllen. Im Gegensatz hierzu beantragt die V o l k s P a r - tei, das Zentrum und die Sozialdemokraten das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht. Die Volkspartei beantragt Wetter dazu, die Einführung der Verhältniswahl. Der Redner dieser Partei führt aus, daß das Proportionalwahlrecht die Gleichheit erst herstelle, die Kämpfe um die Wahlkreiseinteilung erspare, die Stichwahlen und Nachwahlen unnötig mache und die einzelnen Berufe am besten zum Ausdruck bringe. Der Vertreter des Zentrum s spricht gegen den Proporz und verlangt genauere Darlegung des Proporzsyftems, seine Vorbedingung sei die fertige Durchbildung des Parteisystems, diese aber sei in Elsaß-Lothringen •nid# vorhanden. Darüber, ob die Pluralstimmen in die Verfassung aufgenommen werden sollen oder nicht, könne erst später geredet werden. Der Redner der Reichs Part ei spricht für die Aufnahme des Wahlsystems in die Verfassung und verwahrt sich gegen den Vorwurf der Arbeiterfeindlichkeit im Hinblick auf die Ablehnung der Arbcttervertrettmg. Der Wortführer der Sozial- d e nr o k r a t e n tritt für den Proporz ein und wundert sich über die Aenderung der Ansicht des Zentrums. Bon nationalliberaler Seite wird die theovettfche Erörterung über Wahlrechtssysteme abgelehnt, es rocrben aber Gründe für das Prvporzver- fahren auch von dieser Seite gettend gemacht. Der Proporz mache das Verhalten der Parteien zu einander friedlicher. Gegen ein Plural-Wahlrecht an sich sei nichts einzuwendeu, es habe aber auch wenig praktischen Zweck. Staatssekretär Delbrück wiederholt seine Erklärung, daß die Regierung weitere Konzessionen nicht machen werde. Wenn man den Proporz einführen wolle, sei es richtig, es im Verfassungsgesetz zu mache::: gegen dieses System spreche aber der Mangel an festgefügten Parteien im Reichslande. Das Ergebnis könnte eine Verlängerung des Parteichaos sein, lieber die Bestimmungen der Reichsverfassung gehe die Regierung unter keinen Umstänoen hinaus. Der Wortlaut oes 8 7 entspreche dem per Reichsverfassung. Die auf die Gleichheit des Wahlrechts bezüglichen Anträge werden allseitig zurückgezogen, um nicht an dieser Stelle die Fragen des Wahlgesetzes zu entscheiden. Durch Stimmenthaltung des Vorsitzenden des Ausschusses wttd der Antrag auf Einführung des Proporz verfahrens mit Stinrmen- gleichhett, 12 gegen 12 Stimmen, abgelehnt. Für den Proporz stimmen alle Liberalen, mit Ausnah-nte des Vorsitzenden des Ausschusses und die Sozialdemokraten sowie der Vertreter der Antisemiten. Der polnische Vertreter ist nicht anwesend. § 7 wird hierauf in der Regierungsfassung angenommen, ebenso § 8, der die Legislaturperiode auf fünf Jahre festsetzt. § 9 handelt vom Wahlprotest und Wahlvrüfung. Von der Volkspartei wird die Verweisung der Wahlprüfungen anstatt an den Kaiserlichen Rat an das zu gründende Oberverwaltungsgericht gewünscht. Die Nationalliberalen beantragen als Prüfungsftelle einen Senat des Oberlandsgerichts. Von sozialdemokratischer Sette wird dagegen die Prüfung durch die Kammer selbst verlangt, da die Mißstände dieses Verfahrens in Landtagen weniger hervortreten als im Reichstag. Das Zenttum schließt sich dieser Auffassung an. Der Anttag der Sozialdemokraten wttd gegen 10 Stimmen abgelehnt und hierauf der Antrag 25aff ermann, der die Prüfung an den Senat des Oberlandesgerichts verweist, einstimmig angenommen. Im übrigen wttd § 9 mit unwesentlichen Aenderungen angenommen, unverändert die §§ 10—13, die parlamentstechnische Be- ftimmungen enthalten. § 14 lautet: Die Mttglieder des Landtags schwören bei ihrem Eintritt in die Kammer Gehorsam der Verfassung und Treue dem Kaiser. Die Ausübung der Mitgliedschaft wird durch die Leistung des Eides bedingt. Die Sozialdemokraten beantragen Streichung des Paragraphen: auch die Volkspartei verlangt die Beseitigung des Eides. § 14 wird mit 14 gegen 10 Stimmen angenommen. Unverändert angenommen tveÄcn § 15: Oeffentlichkett der Verhandlungen des Landtags, deutsche Geschäftssprache, Straffrei heil wahrheitsgetreuer Verhandlungsberid)te, § 16 Jnitiativs- antrags- und Jnterpellationsrecht des Landtags und § 17: Jeder- zeitige Redebefugnis der Minister und Kommissare. Die Abstimmung über § 18 über das zur Gülttgkeit eines Beschlusses erforderliche Sttmmverhältnis — absolute Stimmen Mehrheit, Anwesenheit von mindestens 18 Mitgliedern in der Ersten, der Mehrheit der Mttglieder in der Zweiten Kammer — wttd bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Die folgenden Paragraphen 19—22, Immunität der Abgeordneten usw werden aitgeiwmmcn DanKexZLsg MüncheLLtung, Der Ausschuß für die Schiffahrtsabgabeu beschloß mit großer Mehrheit, durch eine entsprechende Einschaltung festzusetzen, daß über die Fahrwassertiefe des Rheins zwischen Konstanz und Straßburg die beteiligten Staaten einen Vertrag vereinbaren sollen. Ferner wird hinzugesügt, daß die Mittel des Rheinverbandes auch Verwendung finden sollen zur Kanalisierung der Lahn auf 1,80 Meter Fahr- rn a s s e r t i efe f ü r Schiffe bis 4 5 Meter Länge wenigstens insoweit, als die Schissahrtsabgaben auf dem Rhein infolge des neuhinzuttetenden Lahnverkehrs wachsen. Ferner wurde ein Antrag des Zentrums und ein solcher der Sozialdemokraten auf Kanalisierung der Mosel von Metz bis zum Rhein bei einer Wasserttefe von 2,50 Meter mit großer Mehrheit angenommen. Kreistag öes Kreises Büdingen. = Büdingen, 21. März. Am 18. März tagte im Kreisamtsgebäude der Kreistag unter dem Vorsitz des Kreisrats Boeckmann. Zunächst wurden die im Herbst abgehaltenen E r - gänzungswahlen zum Kreistag bestätigt und sodann mehrere Wahlen vorgenommen, und zwar: a) für die Veran- lagungskommission der Einkommen st euer I. A b - teilung. Bezirk Büdingen: Kaufmann Hanner und Gerichtsvollzieher i. P. Heutzenröder-Büdingen, Rechner Gröninger- Düdelsheim, Bürgermeister Nos-Wolf, Kauftnann Groth-Wenings (wieder-) und Heinrich Tob. Lehr I.-Altenstadt (neugewählt) als ordentliche Mitglieder und Kaufmann Abr. Sick)el-Büdingen, L-hrer Diehl-Bleichenbach und Bürgermeister Lehr-Eckartshausen (wieder- gewählt) als Ersatzmttglieder. Bezirk Hungen: Heinrich Dies- fenbach I.-Berstadt (wiedergewählt). Bezirk Nidda: Apotheker Aiünch- und Kommerzienrat Cloos-Nidda, Kaufmann Lenz-Orten- berg, Heinrich Muth V.-Gettenau (wieder-) und Bürgermeister Schleicher-Dauernheim (neugewählt) als ordentliche Mitglieder und Bürger-meister Erk-Nidda und Beigeordneter Sckpnidt-Echzell (neu- gewählt) als Ersatzmttglieider. bl für die K ö r k o m m i s s i o n: Beigeordneter Schmidt-Echzell, Beigeordneter Geiß-Büches und Beigeordneter Eifert-Wenings (neu-) und Bürgermeister Kock)- Stockheim (wi<ä>ergewählt). c) für die Pferdeaushebungskommiss ion: Bürgermeister Erk-Nidda als Ersatzmitglied (neu- gewählt). Tie nächsten Punkte der Tagesordnung: Kreiskasserech- nung und Verwaltungsbericht für 19 0 9 fanden rasche Erledigung. Eiche 1909 ist bei einer Einnahme von 372 454,91 Mk. und einer Ausgabe ton 358 205,78 Mk. ein Rschnungsrest von 14 249 Mark 13 Pfg. verblieben. Das Kapttalvermögen bezifferte sich auf 24 278,84 Mk.; die Schulden auf 150 446,57 Mk. Es waren 390 Kilometer Kreissttaßen gemeinschaftlich mit der Provinz zu unterhalten mit einem Kostenaufwand von 149 437,81 Mk. Der Kreisausschuß hielt in 1909 18 Sitzungen, in denen 484 Gegenstände verhandelt wurden, worunter 27 mit mündlichem öffentlichen Verfahren. Aus dem sodann beratenen und genehmigten V o r a n s ch l a g für 1911 ist zunächst zu bemerken, daß die Kreissteuern auf dem vorjährigen Stand von 170 000 Mk. verblieben sind. Dies war jedoch nur möglich durch die Anordnung, daß künftig die Gemeinden die Hälfte der Aufwendungen für Geisteskranke, Idioten und Epileptische der Kreiskasse zu ersetzen haben (1/2 von 25 580 Mk.): der Aufwand hierfür ist infolge Vermehrung der Zahl der Pfleglinge und Erhöhung des Pfleggeldes von 400 auf 500 Mk. gegen 1910 um 9580 Mk. gestiegen. — An sonstigen größeren Ausgaben sind zu verzeichnen: Verzinsung und Tilgung der Kapital- schuld 10 333 Mk., Besoldungen 26 407 Mk., Diäten und Gebühren 5750 Mk., Bureau gegenstände, Formularien, Druckkoftcn rc. 3250 Mk., Kreisfeuerlöschwesen 1375 Mk., Kreisstraßenunterhaltung 174 100 Mk. (wovon 47 750 Mk. vom Staat und 61 120 Mk. von der Provinz usw. ersetzt werden, Kreisarmenpflege 4200 Mk. O/2 wird vom Staat ersetzt); 12000 Mk. für Zwangserziehung (wovon vom Staat V2 und von den Gemeinden 74 mit zusammen 8950 Mk. zum Ersatz kommen), Provinzialsteuern 50 250 Mk., Beitrüge zu gemeinnützigen Zwecken 1100 Mk., für landwirtschaftliche Zwecke 1780 Mk., Entschädigung für an Milzbrand, Rotlauf usw. gefallene Tiere 5400 Mk. (der Staat ersetzt Vs), Woh- nnngsdesrnf^tton 1850 Mk. (1210 Mk. gehen an Gebühren usw. wieder em). Außer den Kreissteuern sind an wesentlicheren Einnahmen rarr zu verzeichnen: Gebäudebesichtigungsgebühren 1500 Mk. und Gebühren für Projektierung, Leitung usw. von Bauten der Gemeinden, Kirchen usw. durch das Kreisbaupersonal 2000 Mk., Kapttalzmsen 1440 Mk. (wovon 415 Mk. zur Verteilung an Kriegsteilnehmer kommen), Erlös aus Gras (2400 Mk.) und Obst (6000 Mark) von den Straßen, Reckmungsrest 14 212 Mk. Da aus der Kreisöasse bis Ende 1909 5118,67 Mk. an Kosten der Fleischbeschau vorgelegt worden sind (Beschaugebühren abzüglich Sch^chtgebüliren), so ist vom 1. April 1911 ab eine weitere Erhöhung der Schlachtgebühren eingetveten (Pferde 2,50 Mark, Großvieh 1,70 Mk., Kleinvieh 70 Pfg., Ziegen 30 Pfg.), mit der jene Ueberzahlung in einigen Jahren zum Verschwinden gebracht werden soll. Die ordentliche Revision der Bierdruckapparate wird vorerst durch die Gendarmerie vor genommen und nur mit der Abnahme neuer Apparate ein technischer Revisor betraut werden. — Kreisstraßenneubauten sind für 1911 nicht vorgesehen; der Umbau bei Wippenbach wttd Mangels Mitteln erst in 1912 aus geführt; ebenso ist die Walzung und Kleinpflasterung der Bahnhofstraße zu Büdingen zurückgestellt. — Zur Vertilgung der Feldmäuse an den Straßen wurde ein Kredit eröffnet. — Der VoranstAag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 364 725,13 sNark ab. Nachdem noch ein mit der Firma Ohl abgeschlossener Vertrag über das Walzen der Straßen genehmigt worden war, wurden noch einige Mitteilungen gemacht. Hiernach ist die mit der Landes- Hypothekenbank beabsichtigt gewesene Hilfsaktion für Mockstadt als gescheitert zu betrachten, da von den beiden an die Kreistagsgenehmigung vom 17. Dezember 1910 geknüpften Bedingungen (Garantieübernahme von V« durch den Kreis Friedberg und Vorgarantie von Frankfurter Philanttopen) die erstere nicht erfüllt worden ist. — Eine Vorlage für Einrichtung einer Wan der koch schule ist erst in einer späteren Tagung zu ermatten. — Der Ausführung des Projekts einer Kreissammelwasenmeisterei haben sick» Schwierigkeiten in den Weg gestellt, da besonders auch der Staatszuschuß nicht mehr zur Verfügung steht. — Einem Antrag des Fürstlichen Amtmanns Bähr-Rohr- bach auf Beseitigung ton Baumpflanzungen an der Straße Büches- Düdelsheim wurde keine Folge gegeben. 3um Unglück öes Ballons „Düsseldorf". Krefeld, 22. März. Auf Grund der Aussagen des Fahrbegleiters Schröder und der Zuschauer, nach Prüfung des Fahrtbuches und der Barographenkurfe und nach Besichtigung der Ballonhülle stellt sich die Katastrophe wie folgt dar: Der Ballon „Düsseldorf 4" von Krefeld mit sechs Sack Ballast erreichte unter ständigem Steigen über 2000 Meter und ständigem Rechtsdrehen über Nymwegen-Arnheim die Zuidersee östlich von Harderwyk. Der Führer Kays erfaßte den Entschluß, die See mit seinem Ballast von 31/s Sack zu überfliegen und Friesland, nicht wie anfangs gemeldet Amsterdam, zu erreichen. Der Wind drehte in 2000 Meter Höhe nach Norden. Da die z-u überfliegende Meeresstrecke in dieser Richtung nur 60 Kilometer betrug und Kayser die Strecke Krefeld bis hier, 140 Kilometer, zurückgelegt hatte, ohne die Hälfte des Ballastes zu verbrauchen, so war der Entschluß, mit 3*& Sack Ballast die 60 Kilometer zu überfliegen, durchaus wohl überlegt. Fast drei Stunden ging die Fahrt weiter. Inzwischen hatten sich unter dem Ballon Wolken gesammelt, Die die Orientierung ersc^verden. Richtigerweise entschloß sich Kayser, hinunterzugehen, um sich orientieren SU Awrett, Es trat dsLei ejjie Mr starke ÄLtüchÜÄNN des Glases ein, so daß der Ballon bis auf die See durchs fiel. Hier wurde nun der noch vorhandene Ballast verbraucht und das Schleppfeil gekappt. Dadurch erhob sich der Ballon wieder bis 1600 Meter Höhe. Da aber trat östlich der Insel Wieringen ein zweites Fällen des Ballons ein, das eine Schleifenfahrt mehrere Kilometer weit in westlicher Richtung zur Folge hatte. Utto 4 Uhr 16 Min. war das Festland bei Enyksluis erreicht, wo Schröder gegen den Steinwall geworfen, bewußtlos liegen blieb. Kayser fuhr allein weiter, rief aber Schröder zu: Ich komme gleich zu Hilfe. Er führte deshalb auch sofort ordnungsgemäß die Landung durch wie dies die Besichtigung der Reiß, leine ergab. Der Ballon setzte auf einer Wiese vor dem Polder auf, doch wurde der Ballon durch einen plötzlichen Windstoß ins Wasser getrieben. Kayser versuchte, den Korb zu verlassen, versank aber schon nach kurzer Zeit. Schröder ist gänzlich unversehrt gestern in Krefeld eingetroffen. Die Leiche Kaysers wird morgen Donners» tag beigesetzt werden. ßaiiöel. = Messinghausen, 22. März. Die hiesigen Kalk«, werke Muffert & C0. gingen mit ihrem gesamten Grundbesitz, Oefen, Kalkbruch und Dttihle durch Kauf an die Savertan d i s che Kalkindustrie, G. m. b. H., Messing hausen Über. Märkte. Tendenz: Rinder, Kälber, Schale Redend- sa>lache- pro 1U0 Pfund flCiutdjr biSvon-biS üon-1 47—49 85-89 48 87 34—87 48 85 77-78 41 77 42—00 84—00 42 84 47 61 Lebendgewicht 47 -48 60—62 47 61 45 56 gewicht 46—47 59—61 46 60 Wetter 108 102 92 72 67 79 72 76—82 70-75 65 61 55 45 49 44—46 48—50 «0-85 87—91 43 39 37 32 82 89 17,8-0. 2,8 -0. Sanatorium Lindenfels zwischen. Barmstedt—Heüielbatg. WO m hoch h&rrl. gelegen, (ss*/11 „Bewährt seit Jahrzehnten UI d Schweine mittelmäßig. Preis Durch- pro 100 Pfd. ichnittspreiS Ochsen. Pollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt Junge, fleischige, nicht ausgemäilete und ältere ausgemäslete llngejochte Weidemastschafe . . . Schweine. Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner Schlachtwertes dis zu I Jahren. . 40—43 Weitere ausgemäslete Kühe und wenig gut entwickelte lüngereKühe u. Färsen 35—39 70—75 Lebendgewicht . 47—48 60—62 Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Vollslelschige Schweine über 21/, Zentner Lebendgewicht . 45—46 58—59 Fleischige Schweine unter 80 kg Lebend- L. Friedberg, 22. März. Da in dem Gehöfte eines Vieh. Händlers in Bad-9tauheim vor kurzer Zeit die Ataul- und Klauen- leuche ausgebrochen tfi, auch einige nahe Orte unseres Kreises im Beobachtungsgebiete liegen, so durfte der heutige Viehmarkt nicht a b g e h a l t e n werden. Der Warft zählt sonst zu den belebtesten Ferkelniärkten des Jahres. Aiü dem Krämermarkte waren gar keine auswärtigen Käufer erschienen. F.C- Wiesbaden. Viehhoi-Marktbericht vom 22. März. Auftrieb; Rinder 6d i Ochs en 21, Kühe 42, Bullen 00), Kälber 298, Schate 28, Schweine 546. Vebenb* schlacht» «ewlchl Ueberflanb: Rinder geringer Ueberstand, Kälber, Schafe uni) Schweine langsam geräumt. Limburg a. d. Lah«, 22. März. Fruchtmarkt. Durch- schiiittspreis pro Matter. Roter Weizen (nassauischer) 16,50 Mk^ weißer Weizen (angebaute Frenidsorte) 16,00 Alk., Korn 11,60 Mk., Gerste: Futtergerste 0,00 Mk., Braugerste 00,00 Mk», Pas« -Mk. 7,75 Erbsen 0,00 Atk^ Kartofselu 7,00-8,00 Mk. Bullen. Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes 42—45 Vollfleischige, jimgere 38—41 ttärien, Kühe, tzollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtivertes 46—50 'doUfleischige ausgemästete Kühe höchst. -Mäßig genährte Kühe imd Färfen . . 30—34 66-68 Kälber. Feinste Atastkälber 64—66 106-110 -Mittlere -Mast- und beste Saugkälber . 59—63 98-106 Geringere Ri ast- und gute Saugkälber 53—58 89—96 Schale. und als vortreffl ch anerkannt von den Aerzlen aller Herren Länder" — gewiß deutliche Beweise für die offenkundige Wirkung von Scotts Emulsion. Nach allen zehrenden Krankbellen, die mit einer Geivichtsabnahme und -Abmageruna verbunden sind, gebraucht man Scotts Emulsion als überaus leicht verdauliches, wohlbekömmliches und die Eßlust anregendes Krästigungsmittel. Scon» Emulfion wird von un8 anSichliegltch int «roßen verkauft, und zwar nie lose nach tLcwichk ober Matz, sondern nur in oernegelten Originalflaschen t» Karton mit unserer Schutzmarke (Fischer mtt dem Dorsch) Scott L Bowne. Ä. m. i> H, Frankfurt a. M Seftanbteilc: Feinster MebtitnaULebertran 150,'J prima Glyzerin 50,0, untcrpbosphoriqfaurer Ralf 4,3 untcrphosphortgsaure« Patron 2,0 duIö Irogant 3X) teinRcr arad. Gummi pulo. 2,0. Wasser 129,0 .'llfohol ILO. 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Grad der BewSNtung in Rebntcl her stchtb. tzlntmeiLfl. 82. 2“ , 746,0 16,5 6,6 48 8 2 2 Sonnenschein 22. 9« 746,7 11,0 6,6 68 s 2 4 Bew. Himmel 23. 7M 1 747.8 1,8 4,7 90 NE 2 5 Sonnenschein, Dunst Sauggasmotoren - Anlagen Heiserkeit Gasmotorenfab ik A.-G„ Köh-Ehrenteld (vorm. C. Schmi z) hv«/. Vcrknufsburenu Franklurt n. yi.-Bockenhvitn, Moltkenllee ?2 Obst- u. Gemüse-Konserven tn reichster Auswahl billigst bei (1888 BM/s Emil Fischbach (Realschule) Molle». Here Besen u. Bürsten Spezial Geschäft 508 A. Welz, Seltersweg 6 Dasle» - Heiserkeil - ferscbleingl v"/. DUrkopp Lose ä Mk. 1.- (EiChT stabil und Vertreter: Peter Kronenber^, GIE55EN Telephon 680 5üd-Anla^e 7 ft BrRmische Slaals -Äaleihe vom Jabre 1911 nicht verlosbar, bis 1921 unkündbar. Wir haben in Gemeinschaft mit anderen Banken obige Anleihe übernommen und bringen diese am Dienstag den 28. 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H-, lu Wohn buch heute eingetragen: Der § 3 der Statuten lautet nunmehr geändert: Tic Mitgliedschaft können erwerben alle Personen, welche sich durch Verträge verpflicht ten können und ihren Wohnsitz in Wohnbach und Obborn. Hofen haben. Hungen, 4. März 1911. Großh. Amtsgericht. „Sanella vegetabiler Reform-Butter-ErfaU, feinste PflanAen'Buner-Mar. aarine, schäumt und brauni wie Naturbutter, ä Pfund 90 P|g. au haben bei ID*/. W. Nagel. Tenor*'«Kalarrb-PUUobeo eulbeiten Inden günstigsten Verfall tnieaen bUo* Hohe Mineralsalze, wie «le In den natürlichen Quellen von Wiesbaden, Kma and Soden von den Jbiten geechltet und verordnet werden. Tenor*'« Katarrb- PUtr.cben aobmeoken «ehr angenehm und lind In der oben abgeblldeien dreieckigen Orlginaleohacbtel in Apotheken und Drogerien für U Pfg. er- hiltUcb, sonst euch direkt durch dte LABORATORIUM TANCR£. WIESBADEN. 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