>gasse :: I il JngenI IONEN: a lll sfohrung :: ■ I I I I j I I HAUFENSTER !' ■tPHON 373 HAFT !GR. M •■■■■■■■BIIIIIOI UGE jjlMliiiü ■BIG telehl! L°dE, I VOA Suppen. Siu* «’ioh * v5t2 ihesdenEigenge« verdeckt . 'sikwaren al"1 jj-ygSSe je Ao«^L- m o n n: h cb 7 5 ® i e tttf* ähriich M. H2O; durch .Ibbole- il Zrveig^ellen monatlid) to PL: durch diePost Mk.r.— menet- läbd. au*1d)L Benellg. ^eilenprrr«: total 151% autrpört» to Wenina. iS hetredatleur: HjBoelfc IjcnintiDoctUd) für den polUischen Teil: tluauft »oetz: für .Feuille- ron^. .vermlfchler' und e®en*t*1oal*: st. Sleu- ratb; !ür ,6tabi unb Land': LHeß: lüt den thtietgenieil: 0- Serk Nr. 207 Erstes Blatt f6f. Jahrgang Montag, 4. September fOU ■ Gietzener Anzeiger etiilpr edj - AnfchlüD«. WW General-Anzeiger für Gberheffen Annahme »on »nzeige« Rotafionsörud unb Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Zleindruderel R. Lange. Redaktion, Erpedillsn und vniderei: Zlbulstraße 7. bl« oormuiaq«" s Uhr. vüdingen: Zernsprecher Nr. 50 ^efchäfttftelle vahnhofstrotze 16a. Numerus clausas. Die durch die Rechtsanwaltsorbnung am 1 Juli 1A78 cinacführte freie Advokatur, welche die auf diesem Gebiete bi-kjer in den bcutfdicn Bundesstaaten bestehenden Tiffe renzen einheitlich regelte, indem die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft im allgemeiner: lediglich von dem Besteherr weiten Elaatopriisung abhängig gemacht wurde, bat sich glänzend bewährt Sic bedeutete für daS Volk eine Vertretung feiner Interessen vor Gericht, wie e- sie nicht besser wünschen konnte, und brachte auch den Rechtsanwälten selbst zunächst infolge der steigenden Bevölkerung und bc? intensiv gesteigerten Wirtschaftslebens reichlichen Lohn für ihre Bemühungen Erst vor etwa drei Jahren wurde man auf Grund der statistischen Angaben gewahr, baß die wirt schastliche Lage der Turchschnittsadvokaten schon seil längerer Zeit eine recht bedenllic1)e war, und zwar deshalb, weil sich zu diesem angeblich so lukrativen Beruf immer mehr Juristen drängten tfrft damals erfuhr man, das; das jährliche Durchschnittseinkommen der Rechtsanwälte sich auf 5—6000 Mk. beläuft, eine Summe, die an sich nicht genügend erscheint, den nicht pensionsberechtigten Arnvall und seine Familie vor Sorgen für die Zukunst — also im Falle von Krankheit oder Tob des Ernährers — zu be wahren, trofc bescheidener Lebensführung und langjähri- Qer, gewissenhafter Berufsarbeit. Es erhoben sich denn auch Stimmen genug, die einer wirtschaftlichen Hebung des Rechtsanwaltstaudes das Wort redeten. So ist seht vor allem, weil eben der eigentliche Grund für das relativ geringe Einkommen der Rechts- ünmällc in der Uebersullung des Rechte anwaltstaudes hegt, viel die Rede gewesen von der Einführung einer mehr [übrigen Borbereitungszeit zwischen dem Bestellen deS ijfcsforexameno und der Zulasiung zur Rechtsanwaltschaft, von einer Erweiterung aes Arbeitsgebietes der Rechts- auwälte und von der Festlegung des Numerus clausus für bte bei den einzelnen Gerichten zuzulassendcn Rechtsanwälte, Fragen, über die der deutsche Rcchtöanwaltstag in Würzburg (11. bis 13*. Leptemben Beschlich fassen soll. Ta nun bic Regierung die Rot läge eines Teils der deutschen Anwalt- schast alö solche auerlennt, bürite es reinem Zweifel unterliegen, daß die Würzburger Beschlüsse sür ne die Richtschnur und Grundlage von Gesetzen werden, ebensq wie die Frage der Vorbildung unserer Juristen und der Begrün- düng einer TreuhandgeseUschast der Rechtsanwälte, Punkte, die ebenfalls aus dem Programm der Tagung in Würzbur; stehen. Bon den die wirtschaftliche Hebung des Rechtsanwalt- slandeS bezweckenden Vorschlägen wird man nun die Verlängerung der juristischen Vorbercitungszen von vornherein zu ruckweisen müssen. Tenn wenn sie auch einige Jahre hindurch eine iveitere Zunahme der Rechtsanwälte verhüten würde, so käme sie doch nur den jetzigen Rechtsanwälten zugute und bedeutete feine endgültige Beseih- gung des llebersüllungsmißstandes. Eine Erweiterung des Gcjcpäftsbereicheo der Rechte anwalte durch Uebernahme von Vermögensverwaltungen, Vermittelungen van Grundstucks- verläuien, von Hypotheken und allerlei Personallredit wurde zwar den Rotstand lindern, aber anderen Berufskrelsen das Brot nehmeit und wohl faum der weiteren Hebung des Anwaltstandes günstig sein, der bisher seine Tätig [eit als eine gemeinnützige und geistige betrachtete und nicht gewillt sein dürste, auf daS rein geschäftliche Niveau des Agenten herabzusinkcn, zumal bie,es Gewerbe zahl- reiche dunkle Existenzen in sich sck)ließt und dadurch einiger- maßen anrüchig getvorden ist. ____________________________ Die meiste Aussicht auf Verwirklichung scheint dalfer die Einführung des numerus clausuS »n haben, also das Bestreben, die Zahl der Anwälte dem Bedürfnis anzupassen. Am Reichsgericht besteht dieser numerufi clausus für bic Anwälte schon icht; weshalb sollte es also nicht möglich ein, biese (hnrimtimg auch aus bic übrigen Gerichte zu übertragen? Hierüber aber sind bic Meinungen sehr geteilt. Die einen lehnen sie auS dem Grunde ab, weil sie davon eine Erschwerung der Freizügigkeit der Anwälte befürchten, und bic Einführung einer Maximalzahl von An wällen für jebcs Gericht den Zuzug junger strafte zum Anwaltsslandc hemmen müßte „Einen Beruf aber, beffen Wesen zum größten Teil im Kampf besteht, ber Jugend zu verschließen, heißt ihm bic Lebenskraft nehmen; er müßte Derborrcn unb verknöchern " Unb sie beziehen sich weiter barauf, daß ein in dieser Richtung vor einigen Jahren nicht bewährt hatte, weil das Publikum sich nicht daran kehrte, sondern nach wie vor sich bic bewährtesten Anwälte hcraussuchte, und stellung einer UntetöoU- i nd berg! über die vorgenom- mcnc Verteilung ber Rechtsanwälte bei ben brei Berliner Laubgerichten hinwegsetzten. Die anderen aber ivollen ganz allgemein den numerus clausuS bei allen Gerichten einsübren, wie er beim Reichs geeicht besteht, unb ber Justizverwaltung bic Znitjchcidung Vorschlag muß aber zuriiageiviesen werden, weil Tie anwaltschast von bet politischen icssion und anderen persönlichen Eigenschaften abhängig machen (onntc. Hier sucht nun ein dritter Vorschlag zu vermitteln. ES soll danach wohl auch eine nunicrudie Beschränkung der Zulassungen stattsindm, die Höchstzahl der Rcchlsan- tvälte an ben ei 1 en aber von bem Vorstand der zuständigen Anwaltskamnier festgesetzt werden und bei einer erledigten Stelle nicht eine Auswahl linier den vorhandenen Kandidaten vorgenommen werden dürfen, fon- üt werden, der auf der anzusertigcnden Kandidatenliste obenan steht. In welcher Richtung sich der Würzburger Anwaltstag entscheiden tvird, kann iiifosern nicht zweifelhaft sein, als der zum Berichterstatter bestellte :!^chtsanwalt Tr. Ka stier-Halle auf dem Standpunkt stehl, daß allein die Ein- führung des numerus claufi Heilmittels verdient, und sich infolge einer von Rechtsanwalt Soldan - Mainz vorgenommenen Umfrage unter der deutschen Rechtsanwaltschaft von 3618 Antworten 2111 für den numerus clausus eiitschieden haben. Unsicher ist dabei nur, ob es sich um die Annahme des radikalen oder des vermittelnden Vorschlags handelt. Die vesetzung 3fnis durch die Spanier. Tic Spanier gehen mutig vor und wahren ihre Interessen, unbesorgt darum, ob es den Franzosen recht ist ober nicht: Paris, 3. Sept. Tie von Spanien geplante Besetzung Jsnis hat hier, wie in einer anscheinend offiziösen Mitteilung versickert wird, eine so große Verstimmung hervorgerusen, daß in gewissen greifen die Jwrderung laut wird, bic französische Regierung möge den spanisch- sranzösischen Marokko-Vertrag von 19 0 4 kündigen und ihre AktionSsreihcit Spanien gegenüber wieder ausnehmen. — T ig t. Tic bcircifciibc Bestimmung ber Konvention von 1860 sei von bem spanisch-französischen Abkommen von 1904 ausbrücklich a u S g e n o m m e n Zdilufi in Abrede, baß bic spanischen Projekte wenig freund lichen Gharalter gegen Frankreich erkennen ließen ober irgcnbnrie mit bem französisch-deutschen streit in Zusammenhang ständen. Tie weitere Franzüsifieruag Marokko». Paris, 2. Sept. Tic Agcncc Havas meldet unter dem 31. August aus Fez: Moinier langte Vier mit einer Eslonc Don 2500 Mann an. Er bricht nach Sejrou aus, wo et eine schcrifische Garnison ausstcllt. Tie Inspektionsreise bcB englischen General» French. Paris, 3. Sept. Sl'ricgS min ift c r Mess i my empfing heute vormittag den vom Manövergcländc zurück- gelci-rten Geueralinfpektor der englischen Armee, General F r en ch. Tie Berliner Sozialdemokraten. Berlin, 3. Sepl Ter Verband des sozialdemokratischen Wahlvcreins Groß-Berlins veranstalicte heute mittag im Treptower Park eine öffentliche Volksversammlung unter freiem Himmel, für bereu Besuch tagelang vorher im „Vorwärts" durch Flugblätter große Propa- ganoa gemacht worden war. An der Versammlung nahmen nebst vielen Frauen unb slinbern etwa hun- berttaujenb Personen teil. Von zehn Trioünen sprachen lozialbemolratischc Redner über das Thema: „Gegen die Kriegshetzerri und für den Völkcrfricdcn' zu der dichtgedrängten Äollsmaffe, nachdem auf ein Trom- pcieniignai lautlose Stille eiitgetrclcn war. Ter Anmarfch ber Massen erfolgte in Abteilungen von 200 bis 1000 Personen unter Führung von Ordnern, die durch eine rote Armbinde kenntlich waren. Um 2 Uhr wurde einstimmig eine gleichlautende Erklärung angenommen. Dann erfolgte ber Abzug. Um 4 Uhr hatte ber Park jein gewöhnliches Aus- scheu. Rur bie Arbeitersanitätstolonnen waren tätig, um oen infolge ber großen Hitze in zahlreichen Fällen unpäßlich Geworbenen bic crforbcrlichc Hilfe zu leisten. — Beethovens Briefe an bie „Unsterbliche Geliebte .kürzlich ging die Rachriä): burch d;e Presse, man habe auf Gruuö eines neu au gefundenen Briefes von Beethoven feine „Unsterbliche Geliebte" in ötulieUa Öhriccv- fie beigefetzl. m 3nt linken Schiffe bemerkt man eme Marmorplatte, in bie btci große blaue Lilien eingelassen sinb, und au| dieser Platte steht zu lesen: „Unter diesem Steine ruhen die bei Den Ausgrabungen der allen rconigskapclle von Amboisc gesammelten Gebeine, die man als bie sterblichen Uebcrrefte des irionarbo da Vinci ansieht." So Hai die Zeit selbst das Grab dieses großen Magiers der fcunft- geschichie unkenntlich Qtmaty. K. F. Liouardos zu tun Hube. Rach Utä^igcr Arbeit aber stieß man auf ein ganz merkwürdiges skelett. Es war groß und der Schädel smtzte sich auf die Hand. Die Haltung war also für einen Toten ungewöhnlich, es war Die Haltung eines Denkers, der cwia in tiefes Nachdenken versunken zu sein scheint. Wunderbar war die Stirn dieses Schädels und sie schien sehr wohl zu ber Zeichnung zu passen, die Lwnardo von sich selbst im Greüenalter angefertigt hat Bon ärztlicher Serie wurde das Skelett als das eines 70zährigcn bezeichnet. Mütrzen, die man in dem Sarge fand, trugen das Bildnis Franz I. — zwar so, wie er zu Lwnarbos Zeiten ausgesehen hat: ohne Bart. Hierauf würben nun die Nachforschungen mit erneutem Eis er ausgenommen und es gelang schließlich, drei Bruchstücke zu sinben, auf bereu einem sich bie Buchstaben INC fanbeu; nicht weit davon wurde em Fragment mit den Buchstaben LEO gesunden unb auf einem dritten endlich waren noch die Buchstaben zu lesen EO DUS VINC. Hiernach bestand ein großer Grad von Wastrscheinlichkeit dafür, daß man wirklich aufdasGrabLionardosgeftoßenwar. Die Reste wurden sorgsam gesammelt und in die rrapclle des heiligen Huben gebracht. Tort, in diesem, mit durchsichtigen Marmorspitzen geschmückten architektonischen Juwele, wurden Cionaröo da Dincis 6rab. Wie über dem Schassen des Meisters der Mona Lisa, so hat auch über seinem Grade ein merkwürdiges Verhängnis gewaltet. Lionardo ist am 2. Mai, 1519 in dem stillen alten Äönigsschlosse von. Amboise gestorben — nicht, wie die Ucbcrlicfcritng rührsam zu berichten weiß, m den Armen Franz I., da dieser zur Zeit des Ablebens ^des .üünftlcrs sich uachivcislich mit seinem ganzen Hofe in Saint-Germain befunden hat. v <. • In der Kapelle beS heiliaeu Florenliii ist Lwnardo bet- gefetzt worden, und man bar, es wohl als sicher bezeichnen, baß über seinen Gebeinen ein Grabmal errichtet worben ist Das Grabmal scheint in bat großen franz. Religionskriegen beschädigt oder zerstört zu sein; gerade in Amboise haben m dieser unglückseligen Periode ber französischen Geschichte so mas enhaste Abschlachmngai von Hugenotten sraitge,uii- den, daß der Hof Schloß und £rt verlassen mußte, weil von den zahlreichen unbcerbigten Leichen Ansteckungsgefahr zu befürchten war, und damals haben sich unhciligc Hände wohl auch an den Gräbern der Kapelle vergriffen Zur Zeit des ersten Kaiserreick)es hat bann Roger Ducos einen Teil des Schlosses von Amboise und damit auch bic Kapelle des heiligen Florentin endgültig zerstören lassen. Tie Mar morplütten der Griiber wurden damals verkauft, das Bla vieler Sarge eingejchmolzen, die Gebeine der Toten lagen offen herum unb"tue Kinber von Amboise spielten in jenen lagen mit den Schädeln und Gebeinen derer, die in alten Tagen hier beigesetzt worben waren. Welch' ein Gebaute, baß auch der Schiwcl eines der tiefsten Ten ter und gcroal- tigsten Schöpfer, die das menschliche Geschlecht heroorge- bracht hat, vor hundert Jahren den Kindern von Amboise zum Spielzeug gedient Laben mag! Endlich rouröen Die zerstreuten Gebeine wieder beerdigt, aber niemand trug Damals Sorge zu untersuchen, ob sich die Uebcrre,te Lw- uardos genau bestimmen ließen. Erst unter bem zweiten Kaiserreiche versuchte man diese Unterlassungssünde wieder gut zu machen, unb zwar war es A r f ö ne H o u s s a y e, der sich der Aufgabe widmete, nach LionarDos, Grabe und seinen Ucberreften zu forschen. An Ort unb »stelle wußr. man ihm gar nichts mehr baiüber zu berichten, unb er Karlsbad (im ersten Briefe Beethovens mit „K " bezcichnet- geschrieben, und mit diesem Ergebnis fällt zugleich bic Ansicht von Giulietta als ber „Unsterblichen", ba biefc Liebesaffäre Beethovens in viel frühere Jahre zu verlegen ist. — Hagin machts. Ter Direktor des Magbe- burger Stadttheaters, Eoßmann, befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten, bie initzcsähr 200000 Mk. betragen sollen, und wird nach Sanierung der Verhältnisse uan der Tirekiwn seiner Bühne zurücktrcten. An seiner stcl.e ivirb Direktor Hagin, ber bisherige Leiter des Grazer Stadt- theaters, bes Karlsruher Stadtgartentheaters uno der Oper bei Kroll in Berlin, das Maadeburgcr Stadtthealer übernehmen. Zwischen Direktor Hagin unb Direktor Gustav Amberg vom Irving Maee Theater in Neuyork ist ferner, rote uns berichtet wird, ein Gast spiel vertrag zustande gekommen, wonach Tirektor Hagin mit einem erstklassigen Operettenensemble von 4u Mitgliedern für 101 Gastvorstellungen am Irving Place Theater verpflichtet wurde. Das Repertoire wird bte neuesten Lpcrett.'nwerte umfassen. Ttreteor Hagin unb fein Ensemble begeben sich bereits Ende September nach Neuyork. — Äur|t Nachrichten aus Kunst und Aissen- schasr. Darmstaoter vofil alxTvb feint ieü Mai geid)loiit-nen L-forte» mit Lorvings „Undine" eröffnet. — Vom 8. bis lO. Sepieinöcr o. .. nnoti in 5ranfhrrt a. M. eine Zusamrnerikurin ötr Jmpseczntr iiaii cs handelt sich um ben 5. Dcmichcn uno ben 3. int r.ar Jmptgegencr.-Kongreß, um oen 1. Tag Der imo^wono.j. . Frauen Teulichland. uno' um eine 3ufammcnhinji impj» zwang- unb per viviscktwnsgcgneri'Hcn AerztL, nmg daher zu Ausgrabungen über. In einer liefe iarbi zu suchen. In Nr. 35 36 der „Neuen Zeitschrift für von mehreren Metern fanden fich mehrere Bahren, zedoch I Musik" tritt nun der Leipziger Musiklchriststellcr Max deutete nichts daraus, daß man es hier mit den Ikbcrreficn | Unger, ber sich bereits als Beethovcnschriftftcllcr bekannt ~ ~ ' '*■ '* gemacht hat, biefer Ansicht entgegen, tnbem er das (schon früher einmal ausgestellte) Jahr 1812 mit Heranziehung neuer Beweisgründe für beide Briese als das richtige in Anspruch nimmt. Tic Briese sind demgemäß zweifellos am 6., 7. unb 8. Juli 1812 von Teplitz aus nach Aus Hessen. R. B. Darmstadt, 4. Sept. Eine Versammlung der nationalliberalen Partei beschloß, als K a n d i d a t e n für den Wahlkreis Pfungstadt — Gernsheim den Rcal- lehrer Böhm aufzustellen. Deutsches Reich. Eine am gestrigen Sonntag in Hanau veranstaltete Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte für den Reichstagswahlkreis Hanau — Gelnhausen — Orb hat einstimmig beschlossen, die von den Konservativen aufgestellte Reichstagskandidatur des Tomänen-Nentmeisters Reinhardt in Hanau zu unterstützen. Ter türkische Thronfolger besichtigte am Sonntag in Berlin das Hohenzollernmuseum. Nachmittags empfing er auf der türkischen Botschaft die türkische Kolonie und folgte abends einer Einladung der Majestäten zur Tafel nach dem Neuen Palais. Tie Abreise erfolgt Montag früh nach Essen. Ter türkische Thronfolger richtete an den Sultan eine T e p e s ch e, in der er mit Anerkennung betont, daß der Kaiser, die Behörden und die Bevölkerung große Hochachtung für den Sultan hegten. Weiter hebt der Thronfolger hervor, daß der Kaiser bei jeder Unterredung die aufrichtigste Freundschaft gegen den Sultan und die Türkei bekundete. Ter erste, Sekretär des Sultans antwortete, daß der Sultan über die Freundschaftsbezeugungen äußerst befriedigt sei, weil diese einen neuen Beweis bildeten für die zwischen den beiden Ländern bestehenden innigen Beziehungen. Ausland. Wie in Petersburg amtlich bekanntgegben wurde, ist die telegraphische Verbindung'mit Teheran vollständig abgeschnitten. Aus Stadt und Land. Gießen, 4. September 1911. ** Von den H erbstübungen, 4. Sept. Der 1. Abschnitt der Herbstübungen das Brigade-Exerzieren geht mit den Besichtigungen durch den Kommandeur des 18. Armeäorps, Exzellenz von Eichhorn, in den nächsten Tagen seinem Ende ent- gegen. Tie 49. Jnfanterie-Briaade wurde am Samstag besichtigt. Um 6.15 rückten die Regimenter aus. Tie 115cr nahmen eine durch Flaggen verstärkte Aufstellung auf den Höhen zwischen Kaltenholzhausen, Burg-Schwalbach, Zollhaus, Hahnstätten und Netzbach. Tie 116er und 168er hatten als angreifende Partei ihren Treffpunkt an der Gabelung der Straße Lohrheim—Niederneisen. Um 10 Uhr begann nach größeren An- und Umgehungsmärschen das Gefecht, das um 12 Uhr beendet war. Tic drei Infanterie-Regimenter und die Pioniere nahmen dann Pa- radeaufstellung und die Generäle, darunter auch Divisionskommandeur von Plüskow, nahmen die Parade bei Hahnstätten ab. Tie 115er und 168er rückten in ihre alten Quartiere um Dietz und Flacht, während die 116er noch etwa 272 Stunden bis in ihre neuen Quartiere zwischen Katzenellenbogen und Nastätten zurücklegen mußten, wo sie um V23 und 3 Uhr eintrafen. Tie Truppen hatten bis jetzt ausgezeichnete Bürgerquartiere, nur das 2. Bataillon der 115er lag in der Kaserne zu Tietz. Leider trugen sich auch zwei Unfälle zu, ein Soldat der 11. Kompagnie der 116er stürzte beim Laufschritt eine Anhöhe hinab und brach das Bein, bei Netzbach explodierte einem Soldaten eine Platzpatrone, er wurde erheblich verletzt. Bei der 49. Infanterie-Brigade trafen heute abend zwei Bataillone des Fußartillerie-Regiments Nr. 3 aus Mainz ein, die mit ihren schweren Haubitzen bei Katzenellenbogen Verteidigungsstellung einnehmen. In Limburg und Umgebung herrscht lebhaftes militärisches Leben und Treiben; hier ist die 42. Infanterie-Brigade eingetroffen. Limburg ist mit rund 1700 Mann belegt, das Regiment 81 und die 21. Pioniere befinden sich hier. Die 80er liegen in Mühlen, Eschhofen, Weyer, Niederbrechen und Lindenholzhausen. Ter Exerzierplatz der Truppen befindet sich zwischen Villmar, Weyer und Niederbrechen. Montag ist Besichtigung. Tie Truppen verbleiben bis zum Tienstag in ihren Standquartieren. Zum Kundschafterdienst treffen am 15. September bei der hessischen Division zwei Flugmaschinen, die in Nastätten und Katzenellenbogen bei den Tivisionsmanövern und bei Kirr- berg zum Korpsmanöver in Tätigkeit treten sollen. Mit dem Bau der nötigen Unterkunftsschuppen beginnen die Pioniere in den nächsten Tagen. Sieben Flugoffiziere, mehrere Monteure und Bedienungsmannschaften beziehen in Altendiez Quartier. Leutnant von Hrdessen und Leutnant von Lichtenfels werden die Flugmaschinen steuern. — Feuer im Manövergelände entstand heute nachmittag y23 Uhr in Niederbrechen in einem Stallgebäude. Tie dort einquartierten 168er waren alsbald zur Stelle und ihrem festen Eingreifen ist es in erster Linie zu danken, daß das Feuer nicht um sich griff. Auch bei Mansfelden hatten die 168er ein großes Brandunglück verhütet. ** Die Fleischer-Innung Gießen hat an die Kassenverwaltung der Pensionskasse des Deutschen Fleischer- Verbandes für den Waisenfonds 58 Mk. überwiesen, die anläßlich eines gemeinschaftlichen Frühstücks zum 25. Bezirkstag des Vereins „Beide Hessen und Nassau" in Gießen gesammelt worden waren. * * Unbekannte Geisteskranke. Heute morgen wurde im Forstgarten eine unbekannte geisteskranke Frauensperson angetroffen und nach der Klinik für psychische und nervöse Kranke gebracht. Die Unbekannte ist mittelgroß, blond und macht den Eindruck eines Dienstmädchens. Auskunft über die Persönlichkeit wird auf dem Polizeiamt entgegengenommen. * * Ohnmächtiger Handwerksbursche. In einem Hause der NLarburgcr Straße sprach am verflossenen Samstag nachmittag ein Hand wer ksburschc um eine Unterstützung vor und fiel dabei plötzlich ohnmächttg zu Boden. Da der hinzugerufene Arzt die Ueberführung des Mannos in die Klinik aiwrdnete, wurde der Fremde von Mannschaften der Sanitätskolonne nach der medizinischen Klinik gebracht. * * Streithähne. Zwei Lehrlinge gerieten am Samstag abend in der Friedrichstraße aneinander. Hierbei warf der eine dem andern einen Stein an den Kopf und brachte ihm eine nicht unbedeutende Kopfwunde bei. Der Verletzte wurde zur Klinik gebracht, konnte aber nach Anlegung eines Verbandes wieder entlassen werden. * * Brand. Der Schmallschen Eishalle an der Lahn entströmte gestern nachmittag starker Rauchs Die Feuerwache wurde hin beordert und sand, daß sich der Tors in der Isolierschicht entzündet hatte und löschte den Brand ab. Bekanntlich ist in dieser Halle schon zweimal Feuer ausgebrochen; es liegt die Vermutung nahe, daß sich jedesmal der Torf von selbst entzündet hat. Landkreis Gießen. △ Leihgestern, 3. Sept. Ter Kaninchen- und Ge- flügclzuchtverein hielt heute bei Gastwirt Wilhelm Dern eine Ausstellung ab, die mit gutem Zuchtmaterial beschickt war. Auch eine Anzahl Pelzsachen aus Kaninchenfellen waren vom Vorsitzenden Schrader ausgestellt. Tie Preisverteilung hatte folgendes Ergebnis: 1. Kaninchen: A. Jungtierklasse: Ehrenpreis Neeb mit Belgischen Riesen, 2. Preis Schrader mit Silber, 3. Schrader mit Silber, 4. Neeb und Schrader; B. Alttierklasse: zwei Ehrenpreise Schrader für Havanna und Hermelin, 1. Schrader für Silber, 2. Neeb für Belgische Riesen, Schmandt jür Silber, 3. Schrader für Hermelin und Belgisch Lanbkaninchen; C. Schlachttiere : 2. Hügeln, 3. Krick; 2. Geflügel: A. Hühner: zwei Ehrenpreise Wilhelm Faber für Rohde-Island, 2. Will). Tern, 3. Joh. Leun; B. Tauben: Ehrenpreis Friedr. Buse, 3. Friedr. Buse, 4. Gg. Tern. Unter den Preisstiftern befaitd sich auch die Gemeinde Leihgestern. -m. Hungen, 4. Sept. Gestern nachmittag fand hier durch Kreis-Feuermehrinspektor LooS-Gießen eine Besichtigung der freiwilligen und Psiichtfeuerwehr und daran anschließend eine Hebung auf Signal statt. Die Löschgeräte befanden sich in gutem Zustande und durch den Eifer der Mannschaften nahm die Hebung einen befriedigenden Verlauf. Kreis Büdingen. H. Büdingen, 3. Sept. Einmütig feierten die Büdinger Vereine und mit ihnen bje ganze Stadt die Erinnerung an den 2. JBepteinbcr 1870. Stadt und fürstliche Verwaltung hatten oaS Holz zum Feuer zur Verfügung gestellt, die fürstl. Oekonomieverwaltung und Landwirt Friedrich Kaufmann die Fuhren unentgeltlich geleistet. Abends auf dem Festplatz trugen die beiden Gesangvereine und die erste Knabenklasse patriotische Lieder vor. Pfarrer Schäfer hielt die Gedächtnisrede. Die Feier endete mit einem Kommers im Fürstenhofe. — Die Stadt Büdingen verkauft in öffentlicher Versteigerung die von der früheren Petroleumbeleuchtung herrührenden Straßenlaternen, Kandelaber und Wandarme. — Das Preisschießen des Veteranen- und Militärvereins Büdingen findet am 17. September im Jägertale statt. Kreis Alsfeld. Nieder gemünd en (Oberhessen), 1. September. Gestern wollten zwei Gendarmen den geistesschwachen Landwirt Stroh von hier wegen einer geringfügigen Körperverletzung, die er begangen hatte, festnehmen. Stroh war mit Viehhüten beschäftigt, als er die Gendarmen auf sich zukommen sah. Er drohte zunächst mit einem Stock, wandte sich dann aber zur Flucht, verfolgt von den beiden Beamten. Gendarm Rumpf von Hornbach a. d. Ohm gab aus unmittelbarer Nähe 3 scharfe Schüsse auf den Flüchtling ab. Schwer verletzt watete Stroh bis an den Hals im Wasser durch die Fulda. Er flüchtete in seine Hosreite, kam aber aus seinem Versteck bald wieder heraus und wurde in die Gießener Klinik gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Nähere Aufklärung des Vorfalles bleibt abzuwarten. Wenn er sich so zugetragen bat, wie vorstehend mitgeteilt wird, dann haben sich, wie die Frkf. Ztg., der wir diesen Bericht entnehmen, dazu bemerkt, die Gendarmen zweifellos des unerlaubten Gebrauchs der Waffe schuldig gemacht. In § 134 der Dienstordnung für das hessische Gendarmeriekorps wird ausdrücklich besttmmt: „Sowohl bei dem Vollzug der ihm erteilten Aufträge, als auch bei feinen gewöhnlichen Dienstverrichtungen kann er — der Gendarm — nur dann Gewalt gebrauchen und sich seiner Waffe bedienen, wenn gegen ibn selbst Gewalt gebraucht wird, oder wenn der Widerstand, den er in Ausübung seiner Pflicht findet, von der Art ist, daß er nur mit Gewalt der Waffen bewältigt werden kann." Kreis Schotten. ft. Schotten, 3. Sept. Unsere Stadt hat sehr unter Wassermangel zu leiden. Tie städtische Leitung wird nur morgens und abends je eine Stunde geöffnet. Ter Stadtvorstand beschloß nun, noch weitere Quellen der Leitung zuzuführen. Schürfungen im Oberwald ergaben sehr ergiebige Quellen, die bis zum 1. Oktober der Leitung zugeführt werden sollen. Tie Arbeiten verursachen einen Kostenaufwand von 15—17 000 Mark. § Glashütten bei Gedern, 2. Sept. Hnfere wasserarme Gemeinde beabsichtigt, in nächster Zeit eine Wasserleitung zu erbauen. Die Gemeindeverwaltung hat deshalb mehrere Wiesen, auf denen starke Quellen liegen, in der Gemarkung Burkhards, an der Staatsstraße Gedern—Schotten, angekauft. Da ein sehr langer Leitungsstrang gebaut werden muß, kommt die Anlage ziemlich hoch zu stehen. Kreis Friedberg. L. Bad-Nauheim, 3. Sept. Heute morgen um S1/, Uhr zogen unser Kriegeroerein 1870—71 und der Militärverein Hassia mit umflorten Fahnen gemeinsam zum alten städt. Friedhof. Am Kriegerdenkmal legten sie Kränze nieder. Eine Ansprache und Choralmusik beendeten die Feier. Vom Friedhöfe aus zogen die Vereine zur Daukeskirche, in der Festgottesdienst abgehalten wurde. L. Ilbenstadt, 3. Sept. Aus der ganzen Wetterau war heute die kath. Bevölkerung herbei gekommen, um der Beisetzung des Hauptes des heiligen Gottfried, des Erbauers der Kirche, beizuwohnen. Der Bischof von Mainz, Dr. Kirstein, und der Abt des Klosters, in dessen Stiftskirche in Prag das Haupt seither geruht hatte, nahmen an der Feier teil. In der Kirche fand feierliches Hochamt statt. Hnser Dorf wird jetzt jedes Jahr immer am 3. September ein Wallfahrtsfest feiern. 1. Fauerbach v. d. H., 2. Sept. Bei der heutigen Sedanfeier im hiesigen Kriegerverein wurde den Veteranen von 1870 je ein Sessel als Ehrengabe überreicht. Auch die Witwe eines bereits verstorbenen Veteranen erhielt ihr Geschenk. Bürgermeister Möckel überreichte den Veteranen die Ehrengabe mit der Bemerkung, daß die Gemeinde Fauer- bach v. d. H. nicht zurückstehen wolle, wo so viele Deutsche wetteiferten, ihren Veteranen eine Ehrung zu erweisen, zugleich wünschte er den vier noch lebenden, daß es ihnen vergönnt sein möge, noch manche Stunde der Ruhe auf dem ihnen gespendeten Sessel zu genießen! 1. Ostheim bei Butzbach, 2. Sept. Die Obst- auSsichten hier und in der Umgebung sind als recht gut zu bezeichnen. Nur fällt bei der nun wieder anhaltenden Trockenheit sehr viel Obst, besonders Zwetschen, ab. Man kann wohl sagen, daß die Hälfte der Zwetschen abgefallen ist. Trotzdem hängen die Bäume immerhin noch reichlich voll. Starkenburg und Rheinhessen. w WormS, 2. Sept. Der 27jäyrige verheiratete Fuhrmann Georg Pfeiffer von hier stürzte heute auf der Landstrafe nach Psiffligheim von seinem Fuhrwerk. Die Räder gingen ihm über den Kopf und führten seinen sofortigen Tod herbei. Hessen-Nassau. r. Rodheim a. d. Bieber, 3. Sept. Der Sedantag wurde besonders von der Schuljugend gefeiert. Am Morgen wurde ein Spaziergang über Atzbach, Dorlar, Waldgirmes unternommen und am Abend war alt und jung um das Sedanseuer, welches auf der Höhe nach Fellingshausen abgebrannt wurde, versammelt. Frankfurt a. M., 2. Sept. In einer Maschinenfabrik in Boclenheim ereignete sich heute mittag um 1 Uhr eine Explosion des Dampfkessels. Die herum- sliegenden Stücke verletzten einen 50jährigen Heizer s o jmmer, daß er bald nach seiner Etnlieserung in das EUsabethenhoipital verstarb. Luftschissahrt. Kopenhagen, 2. Scpt. Der Flieger Robert Thelen ist heute morgen um 6 Uhr 35 Min. in Aarhus zum Fluge nach Kopenhagen aufgcsttegen. Nachdem er glücklich das Kattegat überflogen hatte, nahm er kurz nach 8 Uhr bei Moerkoev (Nordieelaud) eine Zwischenlandung vor. Thelen stieg um 6,14 Uhr von Moerkoev wieder auf und landete um 7,10 Uhr auf dem Flugplatz bei Kopenhagen. Norton (Texas), 2. Sept. Der irische Flieger Frisbis stürzte gestern aus einer voh^von hundert Nietern ab und geriet unter seinen Motor. Er wurde schwer verletzt und starb nach einer Stunde. Vermisstes. *MordundSelbft mord einesbayrischen Offiziers. Ein Fischer aus Kreßbronn fand am Samstag früh im Bodensee in einer aus Lindau stammenden Gondel die Leichen eines 30 Jahre alten Mannes und eines etwa 20jährigen Mädchens. Der Mann hielt krampfhaft in beiden. Händen je einen Revolver. Die Leichen waren mit einer um den Hals geschlungenen Nickelkette, an der ein Bund Steine befestigt war, aneinander gekettet und hatten beide Schußwunden in den Schläfen. In einer in der Gondel ausgefundenen Handtasche befand sich ein Poftschein über einen am Freitag an eine Frieda Wagner in München gesandten Einschreibebrief. Man fand bei dem Erschossenen eine Visitenkarte mit dem Namen Fritz Hauerwaas, Leutnant im 2. bayr. Feldartillerieregiment in Würzburg, kommandiert zur Königlichen Artillerieschule in München, unD einen Postschein über einen eingeschriebenen Brief an dasselbe Regiment. Das Paar war von München nach Bregenz gekommen und von da nach Lindau gefahren, wo die Gondel gemietet wurde. In den Taschen des Leutnants war auch iwch ■ ein namhafter Geldbetrag. Gestern nachmittag 2 Uhr wurde die gerichtliche Obduktion der beiden Leichen vorgenommen. Die Motive liegen noch im Dunkeln. Das Mädchen trug ein weißes Kleid und einen großen weißen Hut mit Rosenranken, der Leutnant einen weißen Flanellanzug. Wer die Erschossene ist, steht noch nicht seft. Beide Leichen ragten etwas über den Rand des Bootes hinaus. Das Paar hatte offenbar die Absicht, im See zu verschwinden, worauf die Kette mit der Steinbelaftuna hindeutet. Das Boot war am Freitag nachmittag 5 Uhr in Lindau gemietet worden. Die Tat ist wahrscheinlich in der Nacht erfolgt. * Tie Angehörigen des Ingenieurs Richter haben ein Telegramm aus Saloniki erhalten, das am Freitag abend 7.30 Uhr in Saloniki aufgegeben und 11.10 Uhr nachts in Jena aufgenommen worden ist. Tas Telegramm lautet: Gesund hier, Brief unterwegs. Eduard. * Die Flucht des Hochstaplers Schiemangk aus dem Untersuchungsgefängnis zu Heilbronn war von langer Hand vorbereitet. Außer dem verhafteten Gefangenaufseher wirkten der „Privatsekretar" des Schiemangk, der frühere Schlächter Alberto, seine Geliebte Leila Allendvrf, der Chauffeur Jürgens aus Charlottenburg und dessen Ehefrau mit. Die Ackendorf lernte Schiemangk vor einigen Jahren in Neuyork kennen. Die vor allen leistete bei der Flucht aus Heilbronn 'Dienste. Er fuhr mit ihr über Duisburg und Hüll nach London und von dort begab sich das Paar nach Amerika. * Ein heftiger Kampf zwischen Schutzleuten und Einbrechern spielte sich in der Nacht zum Samstag in Berlin ab. Unter Leitttng eines Kriminalkommissars wurde durch 8 Kriminalbeamte das im Erdgeschoß des Quergebäudes Müllerstraße 172 gelegene Kontor des Baugeschästes Kuhn beobachtet, da zur Kenntnis gelangt war, daß die beiden Geldschränke erbrochen werden sollten. Gegen 31/3 Uhr erschienen auch fünf Männer, die in das Kontor eindrangen. Die Beamten überraschten sie bei der Arbeit. Es entspann sich ein Kamps, bei dem ein Einbrecher durch zwei Schüsse am ltnren Oberarm, ein zweiter Einbrecher durch Schüsse in den Rücken und in den rechten Oberschenkel schwer und ein anderer durch einen Schuß in die rechte Hand verletzt wurde. Zwei Einbrechern ist es gelungen, über eine Mauer in das anstoßende Grundstück zu flüchten. Hier stellte sich ihnen der Wächter eines Etablissements entgegen, wobei auch mehrere Kugeln gewechselt wurden. Sie entkamen jedoch. Ihre Namen sind der Polizei bekannt. Kleine Tageschroml. Auf der Zeche Adolf v. Hansemann wurde ein Bergmann Airch herabbrechende Kohlen verschüttet. Die Leiche ist geborgen. Bei den Rettungsarbeiten wurde ein Heuer durch fallende Kohlen schwer verletzt. Bei einer Partie auf dem Martlgrat, die ohne Führer unter« nommen wurde, stürzte Leutnant Karbe aus Berlin ab. Die Leiche wurde geborgen. Seit Samstag früh brennt unweit der Schneekoppe in dem Forst des Grasen Szernin zwischen der Wasserbaute und der Schwarzen Koppe ein alter Hochwald. Das Feuer, dessen Bekämpfung sich an den steilen Bergabhängen sehr schwierig gestaltet, breitet sich sehr schnell aus. Nach einer Meldung aus Valencia Tarn es am Mittwoch im Regiment Maj 0 rka , das in San Juan d e la Rivier a steht, zu einer schweren Insubordination wegen dienstlicher Differenzen zwischen dem wachthabenden Offizier und einem Sergeanten des Regiments, lieber 2 0 Sergeanten wurden verhaftet. Aus Maikop (Kubangebiet) wird gemeldet: Auf der Chaussee nach Tuapse wurde ein Postwagen um 17 000 Rubel beraubt. Ein begleitender Polizeibeamter wurde tödlich verwundet. Amtlicher Wetterbericht. Oeffentliche Wetterdienststelle Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, Den 5. Septbr. 1911: Heiter, trocken, warm. Letzte Nachrichten. Ter Kaffer in Kiel. Kiel, 4. Sept. Der Kaiser ist heute früh hier eingetroffen und begab sich nach der Begrüßung an Bord der „Hohenzollern". Rollbahnen - Anschlussgleise* Miet« u. Kauf. Neu- u. Altmaterial vorrätig. Frankfurt a.M., Billige Butter! „Ich wurde vor 2 Jahren am Hals wegen einer Drüsen- anschwellungoveriert.JmJauuar waren die Drüsen wieder stark an« geschwollen. Auf ärztl.Nat trank ich diesmal Altbuchlwrster Mark- Sprudel Starkanelle ^Jod-Elfen« Mangan-zkochsalzquelles.D. Erfolg war üoerraschend. Schon nach kurz. Zeit waren die Drüsen zu meiner größten Freude völlig zurückgegangen. H.G." Aerztl.warin emvf. AL D5 '13iq. in der Univcrsitätö- Avoth. z. gold. Engel und in den Drog. v. Carl Seibel, W. KU- bingcr, Aug. 9ioU, Cito Schaaf und Ernst VioU. [sl-Lj prima gelbfleischige §peise-Aartosseln per Zentner 4.25 Mk. inkL Sack versendet geg. Nachnahme ab hier Carl Fröhlich, Butzbach »clcphon 53. 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Die Fracht wird für Wagenladungen von mindestens 100 oder 200 Zentner oder bei Frachtzahlungen für diese Gewichte von jedem Wagen zu den um 5O°/o ermäßigten tarifmäßigen Frachtsätzen berechnet. Der einzelne kleine oder mittlere Landwirt bezieht seine Futtermittel nicht in halben oder ganzen Waggonladungen und hat er füglich keinen Vorteil von der Einführung des Notstandstariss, wenn er nicht mit seinen Berufsgenossen durch Zusammenschluß, z. B. in eine landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft oder einen landwirtschaftlichen Verein, den waggonweisen Bezug ermöglicht. Landwirte in Ortschaften, in denen keine WaggonbezugSmöglichkeiten bestehen, werden aufgcfordert, sich bei unterfertigter Landw. Hauptgenossenschaft zu melden, welche große Mengen Futterartikel zu günstigen Preisen einkaufte, und soweit solche nicht von den ihr angeschlossenen Genossenschaften benötigt werden, mit geringem Aufschlag an landwirtschaftliche Vereinigungen noch abgeben kann. Grummetgras-Versteigerung des evangelischen Marienstifts zu Lich. Donnerstag, den 7. September 1911, vormittags 8 Uhr an- fangend, soll das Grummetgras, soweit solches vorhanden ist, von den dem Marienstist Lich gehörigen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Nieder- und Ober-Bestingen an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Der Aniang ist an der Stockbrücke. Die Versteigerung in der Gemarkung Ober-Bessingen beginnt um 11 Uhr im Sautenkor bei Abteilung Nr. I. 5379 Lich, den 2. September 1911. Büchsenschütz. Grummetgras-Versteigerung der Fürstlich Solmsiichen Rentei Lich. Nächsten Mittwoch, den 6. d. Mts. soll das Grummetgras von den Fürstlichen Wiesen in den Gemarkungen Lich, Müylsachsen, Ober- und Niederbesüngen, soweit solches vorhanden ist, an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Die Versteigerung in den Gemarkungen Mühlsachsen, Ober- und Niederbessingen beginnt vormittags um 8 Uhr bei Mühlsachsen. Die Versteigerung in der Gemarkung Lich beginnt nachmittags um 1 Uhr auf der Fürstlichen Wiese, gegenüber der Veinmühle. Hieran schließt sich d'e Versteigerung des Grummetgkases in dem Öütfb Landw. Hauptgenossenschaft für Oberhessen e.G.m b.H. Handarbeitsschuieund Pensionat von Frl. Landmann, Giessen US Ten» Grossh. Techn. Hochschule zu Darmstadt Abteilungen für Architektur. Ingenieurwesen, Maschinenbau, Papierfabrikation, Elektrotechnik, Chemie (Elektrochemie und Pharmazie). Allgemeine Abteilung (insbesondere für Mathematik u. Naturwissenschaften), Kursus f. Geometer I. Kl. Prüfungen zur Erteilung des Grades eines Diplom-Ingenieurs u. der Würde eines Doktor-Ingenieurs. Fachprüfungen. Reichsprüfung für Pharmazeuten u. Nahrungsmittel-Chemiker. (Gegenseitige Anerkennung der Diplom-Vor- und Hauptprüfung in Hessen u. Preussen für den Staatsdienst im Hochbau-, Ingenieurbau- u. Maschinenbaufache.) Beginn des Studiums im Herbst oder zu Ostern. Aufnahmen vom 20. Oktober bis 20. November. Beginn des Unterrichts 24. Oktober. Programm gegen portofreie Einsendung von 60 Pfg., Ausland 80 Pfg. [hv2/«] Das Rektorat. ganze Länge 45 cm l a.Ertr.-Qual. Stahl. Unübertroffen zur Freistellung von Kulturen, Entfernung von Forstunkräutern, zur Läuterungen, Ausputzen v. Jagdstiegen, Stück Mk. 3.70. — '1 ) Besondere J L.— empfohlen: Glasschau- kästen aus Kristallglas ohne Einfassung D.B.-Pateat ME Krone aller Badeöfen ist „Vaillant’s Gas>BadeofonM! Joh. Vaillant G.m.b.H., Remscheid Gas-Badeöfen und automatische Heisswasserapparate. Katalog kostenlos. — Verkauf nur durch Installateure. Fritz Rosenbaum Telephon 692. der Bestattungsgenoffeuschaft der freien Schreiuervereiniguua Gießen | Löweugafse 20.