Nr. 229 Tn elften« Injtigtt erfchetni lagüdi, au6et Gonntoß? - viermal roödjentlid) •IftencrSamillcnbläiler, iiDttinal luöditntl.KreiS' blalllürbtnKreiseitbtn (lienltng imb^teunn); jiofimal monail. tank- n>lrlfd)Qfflid}t ötitlracti Tienifpted) - Anfchlsiffe für die Redakiion 112, Verlag u. Lxpedirion 51 Ylbrefie für Teoefchcn: «nzeiger Wieweit, nnnahmc von Lnzeigea für die LageSnunnner bil vormittags 9 Uhr. Erstes Blatt 161. Jahrgang Freitag, 29. September 1911 rr anal', i -Ä 75 in, viertel» Librhd) 2JH. 2.20; durck dibbele- il Zweigstellen monatlich 65 1-f.; burdj ietzenerAnzeiger ■L Leranlworlltch sür den polihfcbcn Irl Äuaufl General-Anzeiger für Gberhefsen sLsÄL Rolafioiis&nid und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Sklnörudtrel R. Lange. Redaktion, Lrpedilion und vruckerek: Ztbulftratze T. 5ffie: ;l°£rS? vudingen: Fernsprecher Nr. 50 SeschästLftelle. vahnbofstroße 16a. Än*eiaentcd:’fc Beck. Die heutige Nummer umfafot 12 Seiten. Das Ultimatum Italiens an die Türkei. Ter italienische Minister des Auswärtigen hat den Wortlaut des Ultimatums an bic Türkei in der Presse veröffentlichen lassen, irr ist derart, baß der Türkei kaum eine Möglrchlcit olcibt, offenem Lvnflikt auszuwcickcii Heute fällt die Eittscheibung Italien laut Tripolis militärisch besetzen, und was es von der Türkei in dem Ultimatum noch verlangt, ist ledig.ich, daß deren Besatzung sich in das angekündigle Unvermeidliche fügen soll tv handelt sich also um einen ganz offene n Raubzug Italiens, unternommen zu einer Zeit, da die Türkei, bie iure Verwaltung nach europäischem ®h I ziemlich wehrlos ist. Man nimmt an, bau cs die Absicht Italiens ist, die türkische Flotte aus ihrer Fahrt von Beirut nach' rtonstantinvpcl adzusangen und als Piand zu bcljai- ' ten. Italien hat nämlich durch den nun wahrscheinlich auSbrechcnden türlischen Boykott die schwersten wirtschaftlichen Nachteile zu erwarten. Es ist, namentlich da Englands Haltung noch nicht in vollem Umfang vorausg.'fagl werden kann, noch keineswegs abznfehen, ob Italien aus einem Kriege mit der Türkei so viel sür sich herauszuholeu vermag, bah es die schweren Opfer, die auch sür Italien damit verbunden sind, lohnt. Rom, 28. Sept. (Meldung der Agenzia Stefani) Heute nachmittag 2 Uhr 30 Minuten überreichte der Konstantinopeler italienische Gcsä)äftSträgcr in Begleitung des Ersten Tragomans dem Großwesir die Note, enthaltend daS Ultimatum Italiens an die Pforte. Rom, 28. Sept. Ter Minister des Aeustern, bi San Giuliano, depeschierte in ber Nacht vom 26. zum 27. b. 1*L an den italienischen Geschäftsträger in Konstanti- nopel, de Startino, wovon er auch dem ottomanischen Geschäftsträger in Rom Mitteilung machte: „Während einer langen Reihe von Jahren hörte bic italienische Regierung niemals auf, der Pforte oorzn- stellen, daß cs absolut notwendig sei, den Instand ocr Unordnung und Vernachlässigung, in welcher Tripolis und Kyrene von der Türkei gelassen werden, zu beendigen, damit diese Gegenden der gleichen Wohltaten des Fortschrittes wie die übrigen Teile Nordafrikas teilhaftig würden. Ein solcher Wechsel, der sich auf die allgemeinen Forderungen der Zivilisation gründet, stellt sür Italien ein vitales Interesse erster Ordnung dar, angesichts der geringen Entfernung, die diefe Gegenden von den italienischen Küsten trennt. Trotzdem die italienische Regierung immer in loyaler Weise ihre Unterstützung der taiserlichcn Regierung in verschiedenen politischen Fragen in der letzten Zett an gedeihen ließ, trotz der Mäßigung und Ckbulb, die die italienische Regierung bis heute bewiesen hat, sind nicht nur die 21 b- sichten betreffend Tripolis von der kaiserlichen Regie- rung mißdeutet worden, sondern, was mehr ist, jedes italienische Unternehmen in den oben erwähnten Gebieten ist beständig einer systematischen, höchst hartnäckigen und ungerechtfertigten Opposition begegnet. * Tie kaiserliche Regierung, die bis heute beständig eine feindselige Gesinnung gegen jede leg.time Wirksamkeit von italienischer Seite m Tripolis und Kyrene an den Tag gelegt hat, schlug ganz neuerdings ourch den in letzter Stunde unternommenen Schritt der lön.glichen Regierung eine Verständigung vor, indem sie sich bereit erUärte, jedes mit den bestehenden Verträgen, sowie der Würde ur.b den höheren Interessen ber Türkei sich vereinbarende wirtschaftliche Zugeständnis zu bewilligen. Aber bic königliche Regierung sieh t sich nicht mehr in der Lage, fetzt Verhandlungen anzuknüpfen, de ten Nutzlosig - leit bic Vergangenheit erwiesen habe und bic, weit entfernt, eine Garantie für bie Zulunft zu bieten, nur die beständige Ursache von Reibungen und Konflikten wären. Andererseits stellen die Nachrichten, d.e die lönig- liche Regierung von ihren rlwiisularagentcu von Tripolis und Eyrenaika erhält, bie Lage außerordentlich ernst infolge der Bewegungen, gegen die italienischen Untertanen bar, die augenscheinlich von den Beamten und anderen behördlichen Organen hrroorgerufen wer den. Die Bewegung bildet eine große Gefahr n ett nur für die Italiener, sondern auch für die Fremden icd er Nationalität, welche mit Recht beunruhigt und bc sorg: um ihre Sicherheit Tripolis zu verlassen anfang. n. Die Ankunft von Militärtransvortcn in Tripolis, auf deren ernste Folgen die italienische Regierung öic oiio- manisä>e vorher aufmerksam zu machen nickt versäumt hat, kann nur die Lage verschlimmern und legi der tön g liehen Regierung die unbedingte Verpflichtung au>, bin daraus drohenden Gefahren vorzubeugen. Die italienische Regierung, die sich ge» zwungen sieht, von nun an an den Schutz ihrer Würde und Interessen z u denken, ist entschlossen, zu der militärischen Besetzung von Tripolis und Eyrenaika z u schreiten Diese Lösung ist bie einzige, bie für Italien in Betracht kommt. Tic kaiserliche Regierung rn.ge b.mzufo ge Anordnungen Treffen, daß dieser Schritt bei den g. gewärtigen ottomanischen Vertretern Tn Tri- polis auf keinen Widerstand stoße, daß die au» ihr sich ergebenden Maßnahmen ohne Schwierigkeit getroffen werden können. Weitere Abmachungen konnten von den Regierungen jeftgelcgt werden, um die Lage endgültig zu regeln. Tie königliche Gesandt cya t m Konstantinopel. erhielt den Auftrag, eine entscheidende Antwort hieraus von der ottomanischen Regierung innerhalb 24 Stunden nadi Vorlegung des gegenwärtigen Schriftstückes zu verlangen, widrigenfalls fid) bic italienische Regierung genötigt sehen würde, zur Sicherung der Besetzung bie beabsichtigten Maßnal m e n unverzüglich zu treffen. Wollen Stc hierzu noch bemerken, daß in dem Termin von 21 Stunden die Antwort auch durch Vermittlung der türkischen Botschaft in Rom uns mitgeteilt iver» den soll. Eine italienische Erklärung an die Adresse der Belkanflaaten. Ter italienische Minister des Acußeen schickte nachstehendes Telegramm am 26. Sepiemb.r a n b i c Gesandtschaften in Athen, Adrianopel, Janina, Va l o ii a, Uesküd , Prizrend, Skutari, Mona st i r, .uanca und Tu r azzo: Ter ftäntige Wweriiünd der Türkei gf-jciulber jeder gesetz Eurenaika und die Gefahr, der sich unfcrc Landelcutc m diesen Provinzen gegcnüderschen, fonncii die toriigliche Regierung von einem Augenblick zum andern zwingen, schwerwiegende Maßnahmen zu treffen, die den Anian zu einem 3u jammen ü ob zwischen Italien und der Türkei bieten könnten. Tic königliche Regierung ist entschlossen, cic Tripoliefrage m einer den Interessen und der Würde Italiens cni'preckuiü.n Weise zu lösen. Ader welches immer auch bic Mittel seien, die wir an- went-cn müssen, um oas Iicl zu crrächem bie uiruitblcgt unserer Politik bleibt immer bic Aufrechterhaltung des territorialen S tatuSouo auf ber Balkan Halbinsel und bic Festigung der europäischen Türkei. Folglich wollen wir nicht nur feine Bewegung aus bei Balkenhalbiiijel gegen die Türkei ermutigen, sondern find auch ernstlich entschlossen, unsere Anstrengungen zu verdoppeln. Um namentlich ui diesem Augenblick zu vermeiden, daß cs zu derartigen Vorgang cn komme, ist cs irottvenbig, daß, iv.nn sich ."öoiniungcn ober Illusionen ui diesem Sinne biloelcn oder bilden jolltcn, sie sofort zerstreu t werden follcn. Tie dwlomatifchen Vertreter füllen, jo oft sich die Gelegenheit biete, ihr Verhalten und ihre Aeußermigcn diesem tfnrj.cl der Politik der königlichen Regierung anpasfen. Tie Ronpantinopelct Blätter saßten am Tonner«tag nie noti) ru.ig auf; sie rieten der Bevölkerung Ruhe an. Tie meistev. Blatter empfehlen, die Tripolrsfrage zu lösen, b.vor sie eine akute Form an- nimmt. Ten Boykott dürfe die Tüll i gegen Italien nicht erklären, da bie Italiener in Tripolis von ber Türkei wie bic eigenen Kinder betrachtet werben. Ten Blattern zufolge übergab bic italienische Regierung ber Pforte eine Note, in der unter Hinweis auf uie bedrohliche Lage der Italiener in Tripolis bic Pfor.c ausgefordert wiro, von ber Entsendung von Truppen un) Mumtion nach Tripolis 2lbsta>ld zu nci/mcn, da hierdurch bie Ausregung bet Ein heimischen gestrigen werbe. T.c P.orte erwiderte, vic Italiener in Tripolis liesen feine Geial)r. Tic Regierung werbe stets ihre Pslicht tun. Tie italienischen Kolonien in Tripolis. Tripolis, 28. Sept. (Agenzia Stefani./ Tie italienische Kolonie ist saft vollstänbig an Bo r d bcs Dampfers „Santo bi Rom a" eingefdjifft In ber Stadt sind nur italienischc Beamte unb einige wenige andere italienische Staatsangehörige zurückgeblieben, die sich auf das italienische Konsulat begeben haben. Ebenso sind noch einige Geistliche in der Stadt, die fidi feboch auf einer. für morgen erwarteten Dampfer einschisfen werden. Tci Handel ist lahm gelegt. Ta» türkische Verhalten. Ter Wali von Saloniki ist von der Rcg.crung angewiesen worden, seine Aufmerksamkeit darauf zu richte. , bau sich bie öffentliche Meinung über Tripolis nicht weiter errege. Er habe dafür zu sorgen, daß keine Kunbg^ banger, statlsinben und sie gegebenenfalls mit Waffengewalt -u verhindern. Konstantinopel, 28. Sept Ter Minister bei Innern richtete an alle Provinzbehörden einen Runberlaß, in dem er erklärt, btc Regierung werde alles zum Schutze der Landesinteressen und zur Verteidigung der nationalen Ehre tun. Vorläufig handele es sich nur um einen Plan Italiens, ber au«g-. f. ?ri rotrber. tönntc. Der Erlaß ermahnt, solange bie Beziehungen zu Italien nicht abgebrochen seien, alle Boplottende.^en zu unterbunden. Auch die Tevuticrtcn von Tripolis ermahn ich bie Tripolitaucr, Ruhe zu halten, ba lein Gruno zu Besorgnissen vorhauben sei. Tic türkische Flotte, bic sich in den syrischen Gewässern befindet, soll möglichst bald Befehl erhalten, Kvn itciuinovcl anzulaujen. Ter Dali von Tripolis, ber gestern abenb fich nach Tripolis begeben sollte, erhi.lt telephonisch einen Befehl des Ministers des Innern, feine Ab reife zu verschieben. Gerüchten zufolge erhalt der Wali neue Iustrultionen. Nach anderen Gerüchten soll ein M i - litär-Wali ernannt werden. Ter „Tally Ehroniclc" meldet aus Tripolis: Ter türkische Tampfcr „Terna" landete 100 Sol- baten uiid mehrere Kisten Munition und Gewehre Biele rurlifche Famlllen haben sich schon zur Flucht vorbe- reitet. Tas KomiteefürEinheitundFort schritt in Tripolis befahl jedoch den Türken, die Stadt unter keinen Umstanden zu verlassen; nötigenfalls wurden sie mit Gewalt zurückgehalten. Krieg- Konstantinopel, 29. Sept. Der Großwesir eilte nach Ucberreichung des Ultimatums sofort nach dem Palast, wohin alle Minister telephonisch berufen würben unb wo die Beratungen zurzeit noch sortdauern. Tas „Bert. Tagebl." meldet aus Konstantinopel: Sie der Korrespondent des Blattes aus zuverlässiger Quetle hort, durfte nadi dem Beschluß des Minrsterrats ber Groß- ivehr Hakk, Pascha auf das italicuischt Ultimatum nut non posfumos antworten Tas Verlaiigen Italiens, daß der Besetzung von Tripolis und Benghasi keine Lchwien^ leiten in den Weg gelegt werden, wird Iner als Die Forderung einer Sofortigen Räumung dieses Gebietes aiifgefafjt. Eine genau insorniierle biplomalifd>c Persönlichkeit teilte der „Neuen Freien Presse" mit, bic gestellte Frist laufe Freitag mittag ab. Man war aus ein gewaltsames Vorgehen Italiens nadi den großen mlliiarifchen Mof, nahmen gefaßt unb wußte, baß bie b i pl o m a t i s che Aktion bes Gesäiasisträgers mir den Iweck hatte, Ieik sür Vorbereitungen zu gewinnen, lieber bic Antwort ber türkischen Regierung , st kein Zweifel S i e ka n ii s c l b st vc r st a ii b lich oi c Okkupation einer Provinz bes o 11 o m a n i f d) c n Reiches nicht Anlassen Europa wirb morgen vor ber Iat|adic stehen, baß bic Türkei Italien den Krieg erklärt. Ein Krieg auf zwo Fronten mit versckiedeilen Kampfesmelhoden, in Tripolis Blmvcraicßcn, in ber europäischen Türkei unb ber Lcvanlc wirtschaftlicher Kampf feilens ber Türkei. Nach lyfolgtei Kriegserklärung müssen alle Italiener binnen vier- unbzwanzig Stunben bie Türkei verlass en -vanbelS- verträge werben gekünbigt, alle italienischen Schulen werben geschlossen, unb ber türkische Boykott gegen alle italienische Waren beginnt. Der Geivährsmann ber „Neuen Freien Presse" glaubt, Tripolis sei in biesem Kriege von nebensächlicher Bebentnug Viel wichtiger seien bie Verwicklungen, die am Balkan cintreicn können. Schwierigleiten im Balkan- Athen, 28. Sept. Tie ans Belgrad datierte Meldung eines auswärtigen Blattes, das griechische Kabinett halt Vorschläge in Sofia und Belgrad gemacht, um ein gemein-, schöstliches Vorgehen gegen die Türtei zu erreichen im Falle eines Zusammenstoßes zwischen dieser und Italien, ist falsch unb tendenziös. Das .Athener Kabinett tat Uine derartigen Schritte. AuS Sofia wird gleichzeitig gemeldet, daß eine maßgebende Stelle erllärt habe, Bulgarien wolle den SVriep ber Türkei nicht zu feinen Gunsten aysnutzen. Tie italienische Presse. Tic amtliche „Tribun a" schreibt: Im Falle eines italienisch-türkischen Zusammenstoßes wurde die italienische Regierung bie Pforte davon verständigen, daß die türkischen Untertanen allezeit jeglichen Schutz genießen würden, vorausgesetzt, daß ihre Haltung sich mit dem Gesetz und den Forderungen der Lage im Einklang befinde. Tie „Tribüne" fügt hinzu: In die Maßnahmen, die die Regierung bezüglich Tripolis zu ergreifen gedenke, feien auch die einbegriffen, mit den italienischen Ltrcllkreisten die Interessen uno das Leben der in Tripolis ansässigen Angehörigen fremder Staaten z u schützen ohne Unterschied mit den Italienern, natürlich in den durch die Lage gezogenen Grenzen. „Giornalc dItalia" betont: Tie Regierung konnte nicht anders handeln, als wie sie mit voller Zustimmung der gesamten öffentlichen Meinung gehandelt hat. Auch die gesamte öffentliche Meinung Europas hat im weiteren llnuang d.e Legitimität des Vorgehens Italiens aneriannt. Tie Note der ualicnifchen Regieruna spricht nur von einer italienischen Besetzung und läßt oen in den WilajetS einzuiuhrenbcn RechtSzustand unbestimmt. Ter katholische ,A£ erriete d'Ita 1 i a" sd-rcibt: Die Lösung ist das wichtigste Problem des Gleichgewichts im Miiteuneer und der (v.arainien 'ür die Zukunft. Tas Land iwhcrt fick mit großer Schnelligkeit der Lösung, die von: den Ereignissen vegnnftigt und von der Nation gefordert war. Ter republikanische „Ragion e" veröfientlicht einen' längeren Anikel des Abgeordneten Barzllai, in dem bie Bcweggrünbe, die bas Vorgehen Italiens notwenbig ge- machi hätten, ausführlick) auseinanbergefetzt werden. Tie deutsche Presse. Tic Berliner Morgenbläner vom heutigen Freitag äußern sich. Wie uns telegraphisch gemeldet Wirb, durchweg mißbilligend über oas italienische Vorgehen. Tas „Berliner Tageblatt" erwartet einen bluli- gen Guerillairieg in Trioolis. Ta ferner auf türkischem Joden .#u00ü Italiener leben, und da Italien jährlich für M Ott" Lire italienische Waren nach der Türkei transponiere, so wäre, meint das Blatt, ein solcher Boykott für Italien ein ungeheurer, empfindlicher Scklag Es scheint, daß bie italienische Regierung biesem Schlag begegnen unb sich ein Psanbocrfchaffenwill, inbem fic das oorBeirut liegende, ; u spät nach Konstantinopel zurück- berufene türkische Geschwader abzufangen hofft Tas „Tageblatt" hegt ernste Besorgnisse, daß Europa in das turlo italienlscke Abenteuer binemgezogen wird Sckon verlangt die Petersburger „Börsen .itung", falls andere Länder Landentschädigungen erhalten, die Regelung der Tardanellenrrage und eine russische Kompensation, und auf dem Balkan rühren sich die allgemeinen Begehrlichkeiten. Tte europäischen Großmächte müssen in diesem Augenblick einmütig bemüht sein, dem Unheil Einhalt zu tun. Leider seien fie nach ben Borg ingen der letzten Zeit wenig zur Einigkeit gestimmt. Auch die „Tägliche Rundschau" meint, daß der Kriegs funke auch auf das Gebiet Eurovas und weiterhin auf die übrigen Erdteile leicht überspringen könnte. Tie Stellung Italiens wäre übrige- im >inegs- fallc keineswegs glön ib, da die Türkei zu kämpfen verstände. Taher mufic .vohl die Nachricht stimmen, daß oer König Violitti nur mit großem Widerstreben die von bet: Italienischen Presse und Oeffeutlichkeit vorbereitete An- tzeleAenheit in die Hand genommen habe. Eine amtliche englische Aenßerung. London, 2S. Sept. Die „W e st m i n st e r Gazette" liest den Italienern scharf den Text, die ohne die Nachbarn zu befragen im Begriffe stehen, sich Tripolis mit Gemalt zu bemächtigen. „Es ist im Interesse ganz Europas," fährt das Blatt wörtlich fort, „das; die Türkei gegen diesen räuberischen Akt seitens irgendeiner Macht beschuht wird, und wenn Italien von seinem Unternehmen in Tripolis nicht zurückgehalten werben kann, so wird es Aufgabe aller Mächte sein, eine Kompensation für die Türkei ru finden. Die Kompensation braucht keine territoriale zu sein, vorausgesetzt, daß die türkische Flagge in Tripolis respektiert wird. Aber es sollte wenigstens eine praktische (Garantie seitens aller gegen weitere Einbrüche, sei es in Europa, Asien loder Afrika, sein. Die Haltung Frankreichs. Zu dem türkisch-italienischen Konflikt äußert sich der „Figaro": Frankreichs frühere Abmachungen mit Italien und. seine Freundschaften mit beiden Gegnern hinderten es, sich an den Verhandlungen der letzten Tage aktiv zu beteiligen. Dieselben Gründe schrieben eine absolute Neutralität vor. Unter dieser Voraussetzung werde jedoch die französische Regierung im Einklang mit den Mächten alle Kräfte dafür cinsetzeu, um den Konflikt zu lokalisieren. Keine lBalkanmacht dürfe in Versuchung geraten, aus der augenblicklichen Unordnung und Verlegenheit Nutzen ziehen zu wollen und sich etwa in den Kampf zu mengen. Das ist für die europäische Diplomatie eine Pflicht der Moral nnb der einfachen Klugheit. Wir hoffen, daß sie ihr nicht untreu werden wird. Der „M a tin" schreibt: Was wird die Türkei gegenüber dem Ultimatum machen? Sie besitzt weder zur S"C noch zu Lande genügend .Strafte, um sich den Italienern zu widersetzen. Sie kann die Okkupation von Tripolis nicht verhindern. Verhandeln oder nicht verhandeln, das ist die Frage, über die der Sultan und seine Minister gestern abend beraten haben. Das Ergebnis dieser Beratung ist noch nicht bekannt. Das „Echo de Paris" schreibt: Bei dem Zustande der öffentlichen Meinung in der Türkei ist die Antwort der Regierung auf das italienische Ultimatum nicht zweifelhaft. Sie wird negativ lauten, und die Italiener werden ihre Drohung ausführen. Wir können nur bedauern, daß kein freundschaftliches Arrangement zustande gekommen ist. Es scheint, daß man sich in Rom etwas in unüberlegter Weise zum Handeln hat h in r c i ße n lassen. Die Italiener werden vielleicht eines Tages bedauern, daß sie sich die Sache nicht genügen!) überlegt und nicht auf die Ratschläge ihrer Freunde gehört haben. Es ist jedoch wahrscheinlich, daß die Verwickelungen im Orient vermieden werden, denn alle Großmächte stimmen für den Augenblick in dem Punkte überein, daß der Friede im Orient um keinen Preis gestört wird. Heer und Llotte. Da8 russische Flottrnbanprogramm P e t e r sb nr g, 28. Sept. Das russische Marine- Ministerium arbeitete einen Gesetzentwurf über ein fünfjähriges lBouprogrumm für die baltische Flotte aus; der Entwurf wird dem Mirristerrate unterbreitet werden. Die Kiellegung eines Dreadnoughts für die. Schwarzmeerflotte ist endgültig auf Ende Oktober festgesetzt worden. Der in der Reichsduma eingebrachte Marinevoranschlag für 1912 weist 164 216 157 Rubel Ausgaben, d. s. 55 959 557 mehr als der diesjährige, auf. Die Mehrausgabe wird hauptsächlich hervorgerufen durch Vermehrung der Posten für Schiffsbau um 28,3 Millionen, für Schiffsausrüstung um 18,3 Millionen; für den Bau von Linienschiffen der baltischen Flotte sind 29 Millionen, für den Bau dreier Linienschiffe, neun Torpedobooten und sechs Unterseebooten der Sck)warzmeerflotte 23,9 Millionen Rubel vorgesehen. L ■- _LE2_!JH_2_IJ________ ———■.......— Arbeiterbewegung. Der Tarisansschnß der Deutschen Buchdrucker ist in Berlin am 25. September zur Beratung über die Revision des zwischen der Prinzipalitüt und Gehilfenschaft vereinbarten Lohntarifs zusammengetreten, dessen Giltigkeitsdauer am Schlüsse dieses Jahres beendet ist. Zahlreiche und wichtige Anträge liegen von beiden Parteien vor; Anträge materieller Art, die eine wesend liche Aufbesserung der Lebenslage der Gehilfen zum Ziele haben, und solche, deren Annahme einer Hebung des Gewerbes dienen sollen. Die Spannung zwischen Fordern der einen Partei und dem Bieten der andern Partei ist eine außerordentlich große. Eine weitere Anzahl von An trügen bezweckt eine präzisere Feststellung der gegenseitigen Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis; eine Regulierung der Lehrlingszahl unter richtiger Einschätzung der im Gewerbe vorhandenen arbeitslosen Gehilfen; eine Regelung der für die einzelnen Druckorte festgelegten und für andere Orte etwa noch zu beschließenden Lokalzuschläge, die den örtlichen Verhältnissen unter Zugrundelegung behördlichen Materials Rechnung tragen sollen; eine Durchberatung der Sonderbestimmungen für Drucker und Maschinensetzer, die der technischen Entwicklung des Buchdruckgewerbes besser angepaßt werden sollen. Ferner ist dem Tarifausschuß die Aufgabe gestellt worden, den bisher gültigen Tarif nebst Kommentierung zu einem einheitlichen Lohngesetz zu verschmelzen. Dieser Aufgabe hat sich der Tarifausschuß in den ersten beiden Beratungs- tagen unterzogen, und die Zusammenfassung dieser beiden tariflichen Gesetzbücher zu einem einzigen Gesetzbuch darf im gegenwärtigen Augenblick so gut wie vollzogen betrachtet werben. Die Grundlagen für den neuen Tarif sind bis auf einige Paragraphen somit bereits geschaffen. Inzwischen haben die Vertreter beider Parteien materielle Teile ihrer Mänderungsanträge in längeren Berichten vorgetragen, und die gegensätzlichen Anschauungen hierüber sind natürlich stark in die Erscheinung getreten, ohne daß jedoch der Wille, sich auch über grundlegende und sehr wichtiae Fragen zu verständigdu, bei den Vertretern beider Tarrfparteieu irgendwelche Einbuße erlitten hätte. Am Dienstag dem 26. September hat sich an die Tages- itzuna noch die Abendsitzung eines besonderen Aus- ■ chusses angescklossen, dem zur Aufgabe gestellt wurde, ich über Grundsätze zur Feststellung der Lokalzuschläge zu verständigen. Dieser Ausschuß wird seine Anschauungen die er über die vorliegenben Anträge gewonnen hat, zum Vortrag bringen, und es werden mit der Beratung über diese Anträge gleichzeitig die sonstigen materiellen Anträge der beiden Parteien nochmals in den Vordergrund gestellt und dann zu einer Beschlußfassimg über die Hauptanträge der beiden Tarifparteien geschritten werden. Die Ber- handlimgen hierüber werden sich aber bei dem Umfange und dem Inhalte der Anträge außerordentlich schwierig gestalten, doch steht zu erwarten, daß cd trotzdem zu einer Einigung zwischen beiden Parteien tommen wird. Die Bluttat von Niedermörleii vor rem Schwurgericht, th. Gießen, 28. Sept. Bei der fortgesetzten Vernehmung des Angeklagten Wolf äußert er sich über die Ausführung d er Tat und schildert den Vorgang also: , Man betrat vom Hose aus durch eine nicht verschlossene Siir die Küche, wo man aus dem Schrank 5 Mark nahm, die anbabbriidc am Hals wahrnehmbar. Bei der Deffnung der Leiche zeigten sick) auf ber linken Seite sechs Rippenbrüchc, ebenso mar ba§ Rippen- unb Bauchsell anscheinenb burdj große Getvalt zerrissen. Am Schädel nahm man eine handgroße, blutunterlaufene Stelle wahr, bie bnrch heftige Stockschläge ober ähnliches entstanden ist, als bic Fran noch lebte. Es scheint, baß bic Fran besinnungslos war, .aber rwd) lebte, als ihr durch bic uurgelegte !'« tat nfiurt sagt aa war. Eit vvp der Tochtkr be ntlflikn. öifru Bruder hmr- in (Väter erbt: in mit, daß e alltr, durch tir Mann aiiS tr n. wurde om er Tod hi fr inbtn tarrr j cinjflnrr. ? iur ÄrMt r Seine Frau? I hr kränig. U ikeadtT, aw: I Ws er sie r:l m und hab;I ;ür nach btmi* I iu regunaslot v I i, erst Tr 5re I (. Wan tobe r I jtinixtt, aut bi Itr Zeuge r rte Trdich- Autzer diger ' dir obr : Die Dreies ; .älter iivüe' iben, daß t-"‘ iing für e von wir' ngc Mcat > verzichtet mut berjbigeflflqir 6 Doli in br re tüchtig, ic im Hause ifcd iS®s ÄS’? äsr l%*8 . n. 6,1 w. I 'Folf „Xtutj. 7 I Jn^met g.; I Äx901**’- eld baz oye ^braucht. Tm otiariot,. iBJ*® Walter ertz fl0 5jm®nn gib: fdl gehabt hab. K, babe. 6« Wwlen gevvii- dabei au) sanwalts bom- "! Sbe 9nw,R rt habe, sagten 6e« 6 und beS $rrw normen $boto. n, itnbet tut W*£ AM ^OZ rbeS S><£, nche aue r® nnnen. > . I schlagen W*'- warum >■■-_ r rateie. I lete Sanfr; [en einen W'' ülfhb6rkS!e| *SE?fe| -be tm 1 il en-grf^r I ige wurde| aber itn^v t sjssedl C?s*H ) iool 'LI nvertiM1, - ^5 ■ . oinfiag^ 1 10L25 Pfennig Darmstädter Pädagogium (Sena bis Oberprima.» Die Anstalt ist staatlich kouzessionicrt. Tie nimmt Tchüler vom 9. Fabrc ab auf. Der Unterricht in kleinen «lassen wird nach moücrucii iHeiormoruiibfaycu erteilt und niinnu möglichst Rücksicht auf die vUii>iuibualimt. In allen Prüfungen lEiujabrigcn , Primaner und Abiturieoteu-Grauicn) wurden die besten Erfolge erzicU. Näheres erfahrt man durch die Prospekte. Iss-V M. Eliu*. Die trauernd Hinterbliebenen: Achtung! Geschwister Euler. Achtung! Giessen, 29. September 1911. SMS Lollar, den 29. September 1911. 5953 III Kartoffeln, Emser Pastillen Altbewährt gegen Husten, Heiserkeit. Hch. Zimmer LL vergeben werden. Los 1 Kolonialwaren, „ II Gemüse, Die Bezahlung der Beiträge hat vom L Oktober L I. an in Meiner Wohnung, Bahnhofstrasse 7, zu erfolgen. Gründer^ am 27. Tevlember 1911. LoS IV Eier. Butter. , V Handla'e, Llmburg. Safe, .. ______ I , VI Pttlch Gleichzeitig wird die Abfuhr des GeioülL und der Speifc- reite ufw. vergeben. , Tie Vertragsbedingungen liegen au> dem 3aolmci'ter ■ schaftszimmer — Reue «afeme — zur Einücht aus. Angebote nnt verschlossen, mir ent,brechender Auiichrin ueneben, uom 20. bis 21 Oktober 1911 der Süchcnocrwaltung clnzurelchcn. Dn- irnnmmg derselben findet am L. Oktober. 10 Uhr vormiuags, im äerem der etwa erschienenen Bieter in der Kaserne des IL Bataillons am Trieb statt. » Küchenverwaltnng dcö ll. Bataillons Infanterie Siegte. Raiiec Wilhelm Str. 116. Danksagung. Für die vielen Beweise lierzlicher Teilnahme bei dem unS so schwer betroffenen Verluste unserer teuren Entschlafenen Frau Emilie Striegnitz insbesondere Herrn Pfarrer Gustmann für die trostreichen Worte am Grabe, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir Allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Tie tiestrauernden Hinterbliebenen: Äavl Striegnitz, Lademeister,u.Sinder. Danksagung. Allen, welche uns bei unserem schmerzlichen Verluste mitfühlend zur Seite standen, sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Große Tcndung Zittauer Zwiebeln, kltittk nur oefunbe Ware, Limerkruchl, Pfund ix Pfg., Zentner 1" illL Knoblauch, ^n'Ji" Muskatnüsse, Verdclli-Zitroncn,10 rruo Mifte 3Ü0 Stück. 38 39 ftilo, Itt SIL Pananen, Trauben ufw. usw. täglich frisch • Billige Preise 07957 Npnnischer<*arten,8altiteeti!pR.Mase Liescilllili von PlrOßWsbkdiirsllißc». Tic Lieferung dcS Bedarf» an Kolonialwaren, Marioffeln. Gcmüfen. Eiern. Läse. Butler und Mrlch. " „ I Bataillos Onfantcric Regiment Rotier Wilbelm Str. 116. PttqkbW voll findjtDbcööriniüfB. Tic Lieferung deS Bedarfs der im Betriebe bei unterjeufc neten Berwaltung für die Zeit vom 1. November 1911 bis 3L l 1 tober 1912 erfordcrUchcn Lebensmmel soll in nachstehenden Vo«cn Cdilinflt die Lust abgeschnitten wurde und da» dadurch erst der Tod gegeben war. — Ter zweite medizinische Sachverständige, €ant: .t-Ltüt Tr. Becker- Fncdberg schlost srch dem Gutachten d s Meoinnalrat Tr. Nebel an. Obmiadli'ekrelSr Falkenhaaen-Frankfurt a. M gibt Auskunft über die Aamilienoerbältnisse des Erbe Ter Angeklagte Erbe wird flf jen den Zeuaen in erregtem Tone fchr auS allend, er beschuldigt ihn der Gehässigkeit, wer! e- ihm nicht geglückt sei, itn in Ztoang-erziehung zu bringen Ter Vorstvcnde, Landgericklsrat Brüel, teilt mit, daß (eS ist abends 7 Uhr-, die Brrhandlung bis morgen früh verlegt wird Ec werde die Zchuldkragen nach dem Inhalt des Anklagebcs..üusie» formulieren. Tie «uctbiaec stellen dazu einige Anträge, über heran Zulassung da- Gericht zu beiinden haben wird. th. Giesten, 29. Ce-t. Tie Berbandlung begann heute vor überfülltem Hause um 1.41 Uhr mit der Verlesung der Schuldfragen, die inzwischen durch den Gericht-Hos formuliert worden waren Tie Fragen gehen dal,in: Ob den AngeNaglen Erbe und Ävls gemeinsam zur Last fällt: znm Nachteil des Schmied Keßler einen Einbruchdiebstahl begangen ju haben: zum Nachteil der Walter Eheleute: einen Mord an der Ehefrau begangen in haben; falls da- Vorliegen de- Morde- Verneint wird, ob Totschlag, uno im Fall der flerneiramg de- Totschlags, ob Hörpcroerlcbung mit ksolichem En'olg voriirgl Ferner ob sthwerer Raub oder Raub aus 8 "214 des S.r. G. B. (für den Fall der Verneinung des Mordes) vorliegt oder ob einfacher Raub oder Tleöstahl gegeben sei. Ferner wird gefragt, ob Heinrich Woli die erforderlich: Einsicht wegen der Straf- barkeit seiner Handlung gehabt hat. Tie Schuldfrage wegen der Katharine Wolf lautet, ob sie der Veibüte zu den von den Angellaaten Erbe und Wolf begangen.n Verbrechen -um Vlord. Raub usw., Einbruchdiebstabl oder -um leichten Tiebstahl schuldig ist, ferner wegen Sachi^hlerei oder wegen Parlierens aus 8 251) d.ü Str. G. B und ob, wo cs zulässig ist, milbernbe Umstände gegeben sind. ES sind im ganzen 41 Fragen an die Gefclnrorcnen gerichtet, Liegen deren die Staatsanwaltichast und Verteidigung rechtliche ^u-sührungen machen. Ter Vorutzende bemerkt, dal; die Ab- Zchrilt der Fragen J Stunden Zeit erfordert. Inzwischen soll in die Plädoyers eingetreten werden. Tie Verhandlung bauen fort. Au» Statt und Land. Wieben, 29. September 191L - Ordensverleihung. Tcr Grastherzog Hal hem Kammermusiker i. P. L. Pfeil in Tarmstadt aus 9ln- last seiner vierzigjährigen Lehrtätigkeit an der Schmittschen Akademie für Tonkunst da« Ritterkreuz 2. Masse deü Ver» Lienstordenö Philipps des Ocoßmütigcn verliehen. " Pfarrpersonalien. Ter Grotzherzog hat dem Oberlehrer i. P. Pfarrer Theodor Walther zu Offenbach aus Rnlast feine» Ausscheidens aus dem Pfarrdlenst den Eharakler als Lirchenrat erteilt und dem Pfarroerivalter Otto Metzler zu Nordheim die evang. Pfarrstellc daselbst übertragen. •• Die Städte- und die Landgemeinde« ordnung, sowie die anderen Verwaltungsgesetze vom 8.Iuli 1911 treten am 1. April 1912 in Kraft. •• Stadttheater. Die Titelrolle in der Eröffnungsvorstellung am kommenden Sonntag, den „Meister von Palmyra^, spielt Herr Willy Kaiser vom neuen Bielefelder Stadttheater, der sich ja bei feinem Gastspiel im Frühjahr alti Uriel Acosta bestens eingeführt hat. Tie weibliche Hauptrolle, die in der Lichtung in fünf verschiedenen Gestalten auftritt, wird von Fräulein Mila dc la Chapelle gegeben, die den Sommer in Bad-Nauheim bereits sich bewährt und beim Publikum eine erste Stellung errungen hat. Im übrigen ist fast dar ganze Personal in der sigtirenreichen Slomöbic be- schästigt; in größeren Aufgaben die Herren Bakof, (Soll, .> Ut,r b.fnn n die ftommaudanten der beiden Bei ten i i iuren Wohnungcri den Brauoplau, ivonadi in der alten klini. au der X'.cbig ftrafjc Feuer au gebrochen fein sollte, durch R.'.dia rci ube.» mittelt. 7.31 Uhr ertJine vom Turm aus d.r Alarm und fchc^i nach tiitigen lHinu.cn rückten etuz.lne Geräte mit P,erden befpauut zur angcgcbcucu Lr .u.st.l.c ab, >oo 11 ttnfunft der b.ijcn Wehren ,aft tu herjclbcn Jcjt i. 12 Uhi tefoigic. Tad Anrückcn der Geräte und daö tegen der dis Ltz'afjers im ^instfalle bereits 7 4-» u r HLt.c er.olg.m töinieiL Bei der Hebung wurde die Abgabe nur mar.tun. £bmoil die geotze ie.tcr eine £b.\bu.g.i meifterb Mecum und Geh. zibmmeiz.enrato G. i. den Tank für die rasche Bereüscha,! uno wo. tge.uug:ne U.baug an«. Muster diesen Herren wohnten der Hebung noch Be.geo'.d neier Keller, Rcgicrungsrat Eebhardt und Lr. Gail bei. ♦♦ DaS Rolofieum wird morgen seine Varielv- vorstellungen wieder aufnehmen. Für die Uröffnung ist ein sehr rcichhaliiges und gewählte- Programm zusammen- gestellt worden, dessen Be>uch allen ^reunoen der heiteren Muse empfohlen werden tann. Startcnourg uni) Rhtlt.hkfstii. ■“ BenSheim, 2b. Lepi. Heute lornunag taub die T i n- toci bung dcS iieucrbautcn Lehrerseminare statt, ^-or dca zahlreich erfchieneuen Festgasten hielt um 1U Uh. vei dir in älteste Odcrlebrcr Prof. L c n n a r t int ulten Senuiia; die > Ludwig -He in inar -,u geben. Daran id iuß fiui die iaiu.»* rede des Tiretiorä Geiger an alle, tue zum Gedeihen bed Acubaus beigetragen hatten. Ltzicderuni folgie .ine inuiifalüdjc Tarbictung: Tamgcbet aus nieoert^ndilchen Von-nebein, bann die üblichen Begrußungsrcd.ii. Tc;i Sciuust bilde.e ein „Feu^ marsch" des Tirigenten SeminarmufiNehreiö Hubert. Tarauf fand die Besichtigung des Neubau.-.- ft nt ,F. &. A - Kreis Lauterbach. ~ Lauterbach, 27. Sept. Wegen des stetig ivachfenden Güterverkehr- auf dein Bahnhof Lauterbach.Süd ivirb oajclbit cm weiteres Ladegleis hcrgcslellt. Eine weitere Vergröberung wird die Bahnanlage durch ein AnschluhgleiS nach dem gegenüber dem Bahnhof errichteten Lrömmilbem- lchtn Tampssägeiverk erholten. Tie landeSpslizeiliche Prüfung des EutwursS dieser Anlagen sand brüte durch da- Rrriftaml und Verirrter der Ei'enbatmdrhörde statt. Awlticher Wetterbericht. Crff entlidjr Wetterdienststelle Glr tzrn. ^«iirrtmÄ'i.t-irii in fctfirn am earnltäfl. den SO. keptdr. 1911: Deckselnd bewölkt, gerä: e Riedrrseblagr, kühl. Letzte Hcu*briditcn. Best, rzunz in Konftoutiaopkl. Konstantinopel, 28. Lepi. Tie Aackrrickn von brr Ueberreicbung dcö Ul i im atu nie- rief ui ctambul öeftur- - ung hervoi An der Börse bi ad) fine förmliche Panik aus. Ter isali von Tripoli» reifte heute vormittag über Marseille au. Suva 8u Trainierte traten heute nach- mittag zur Beratung der Aotwendigkcit einer vorzei- gen Einberufung des Parlament- zusammen - te Abgeordneten von Tripolis klagten über die stund, svr: Tripolis sowie die llnfabigfcit der türkischen Beamten und forderten Abhilfe cdjlieölidi wurde einst t mm ig der Sitiifd) nach einer baldigen Einberufung bc^ * arlamcut5 geäußert und sofort dem veriammeUen Mi- iii|tcrrat Milgeteili. Tcr Ministerrat befähle sich mit der Borbtrettung der ck in wort, welche auf da» italienische ULiinaium abgegeben werben füll. Ed verlautet, die Pforte soll ui der 1‘ini.vorl erhören, sie sei bereit, ben roirt,diaft- Heini Interessen Italiens in Tripolis Rechnung -u tragen, 1 ü n ii c । e d u d) c i u e C I f u p a 11 o n n i di t o n n c I) m e n Tie P'or.e soll die Älsiicht baden, an die Loyalttüt Italiens und derGrostmädrte zu appellieren ~ ic Präsidenten des Senat» und der Hammer wurden in den '.'.'iinifierrat berufen. Bisher ift nur bekannt, hast der f’.'iin^ierrat crtlart bat, er könne sich mit der Forderung t iiicr vorzeitigen Einberufung des Parlaments nicht befassen, da er auSschlief.lich mit dem Ultimatum besänftigt sei Ter Miniiterrat dauert fort. i -.e dtuische Presse uu» die italienisch türkische Verwicklung. Berlin, 29 Scvl. Tie „Deutsche Tageszeitung" mrint, em otraiiigc» Uliiinaiuni sei feit den Roten der eilten Ravoleons unter eurouflifdirn Mächten nicht mehr da grmeieii. 3iahiit hatte nach der formell beiricbigcnben ttiUnwrt der Türkei auf die cnie Note feine wirtschaftlichen Bürgschaften klipp und her formulieren sollen. Statt dessen stellte eS eine nsi tu arische poutiidK Forderung, die nicht nur die Lvurde und SouoeranUut der Forderung ou'S schwerste und absichtlich verlebe, sondeni unier Staaten, die ans dem Fustc der Gleichberechtiaung vei- 1 ndeln, überbrtupt undenkbar ist und, um diesem Bersabren die Sirene aimuieijcit, wird diese btiäbigau>c Not« veröffentlicht. Tie Vcröiiciitlichiing einer solchen Note, gegen die das Emser Telegramm noch l,uiibert Mal eine bösliche iihamade war, liegt aufjiibaib jeber diploiiiatischen Terminologie. Tic „P o st" schreibt. Italien habe itd) da- Vorgehen bet (Engländer im Burenkriege, der Amerikaner gegen Spanien und der Japaner gegen Rustland zum Vorbild genommen, aber alle diese Staaten haben doch wenigstens cinigcrmafjen versucht, dos > - ’iidit zu wahren Italien halt dteL nicht für notwendig und vollzieht den Uebcrgang vom Frieden zur Besetzung einet Pro vinz eine- europuischen Staates ohne weitere Formalüäten. Eine große Schlacht in Persien. Teheran, 28. Sevt. Laut hier cinaetroifenen Meldungen fand ui der Nabe von Nauberan eine grotze Schlacht zwischen ben Regier« ngStruppen und ben Truppen Tala: cb Tau lebe statt Tiefer verlor 100 Tote, 200 Ge langenc und sieben Geschütze Er zieht sich in der Richtung aus llhamadan zurück, verfolgt von den Regierungstruppen. ♦ Toulon, 28. Sept. Aus den Trümmern der „L i b e r 16" wurden beute 27 Reichen, darunter die eines Offiziere, geborgen Sewastopol, 28. Sept. Ter Kaiser beiidnigtc grötzten Teils zu Fast mit den altcitcn drei Töchtern die Sewaitopoler l\ri ibigunjiUtnic aus dem MTimfriege 'Jtut dem Rückwege besuchte Der Mai (er das Lazarett und da» Brestregwieiil Nach der Fruhstuckstafel auf der Jacht „Standard" sand eine Regatta der Marmeiugendwehr des Kommandos des Odessaer Lehrde zirks statt. weeeecrvi*- unlicht eife .Ixlie, keine. 5 unLLcht Seife, mehr ? flfl’ausoerhauft? Da dank ich sehr! M il andrer Seife vuasch ich nicht V* Höchst auf gebracht Frau Elsbetir spricht. Gesunde Füße! Keine Fußschmerzen u. Ermüd.,keineSchweiß-, Senk- oder Platt-Füße mehr. Ein Wundlaufen ist ausgeschloss. Eine Wohltatf.korpul. Leute. Katalog gratis. Meine ,Regnawa-Einlage‘ ist ärztl. empfohl. und passt in jeden Stiefel. Angabe d. Schuhnummer genügt. „Versand gegen Nachnahme“. 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Oktober, freundlichst ein. Anfang 8 Uhr. Ende 10 Uhr. Vereiuszimmer: Kaiserhof, Sonnenstraße, 1. Stock, Eingang _____________________durch den dot.____________________________124i herein ehern. {giessen Sonntag, den 1. Oktober 1911 : MiiMWÄH M s« MMklj Abfahrt 2,16 Uhr nachmittags. Für Musik ist gesorgt. v-9/9 Ibn zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. HOTEL SCHÜTZ Vom 16. bis 30. September 1911 5651 I KONZERT 3 des Oberbayerischen Original-Schrammel-Ensemble „Die lustigen Wildschützen“ unter Mitwirkung des Baritonisten Herrn Xicoiasfxenieleano, der Lieder in französ., engl., russisch, und Italien. Sprache singt. Anfang Sonntag 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Eintritt frei. Walltorstr. 36—38 Dir.: Karl Cbm. Walltorstr. 36—38 BHD S S E U M NM- Täglich großes Künstler-Konzert des Wiener Damen - Orchesters „Neu - Wien". 07950 Anfang 7 Uhr 1 Herr — 6 Damen Eintritt frei morgen, Samstag, den 30. September: Große Erösfnnngs - Vorstellung ___________________Xg~ abends 8 ’*fn-. ___________________ Dornholzh ursen. Sonntag, den 1. Oktober sinnet in der neuen Wirtschaft »Stirn kühlen Grund" 593g Wirtschafts- und Saaleinweihung verbunden mit Tanzvergnügen statt. BP" Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. “Oß Es ladet ergebenst ein___________Karl Schieferstein. EE Londorf, EE 91m Sonntag, den 1. Oktober rP'invvPl'flTliinPOT findet in meinem Lokale L eLLZL VvL ljllUijvll statt, wozu freundlichst einladet Willi. Boeger. Anfang nachmittags 4 Uhr. 59S1 Klein-Linden Samstag, den 30. September, abends 8 Ubr, 07991 mit Tanz Gasthaus zur Deutschen Eiche. Dr. Meyerhoff, wohnt jetzt im Neubandes Herrn Architekten Nicolaas neben der Johanneskirche. Eingang von der Sttd-Anlage. Beet Beachten Sie bitte meine 2 Putz - Spezialfenster Schulstr. 6 Schulstr. S dessen Beachten Sie bitte meine 2 Putz - Spezialfenster Wtartaof ft fcktslrasse 25. 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